Fehlende Teamfähigkeit

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    • Fehlende Teamfähigkeit

      Hallo,

      offensichtlich bin ich nicht Teamfähig.

      Ich war in vielen verschiedenen Bereichen in meiner Firma tätig. Überall herrscht Teamarbeit. Am Anfang läuft das auch immer gut, aber irgendwann fange ich an, einen Groll gegen meine Kollegen zu hegen, da ich das Gefühl habe "dass immer ICH alles machen muss". Ausserdem wird viel gequatscht und gelacht. Nicht über mich (wahrscheinlich),aber halt ohne mich. Ja, es macht mich traurig und ich bin eifersüchtig.

      Das Problem dabei ist, dass ich nicht sehe, was meine Kollegen noch zustäzlich tun müssen oder auch machen. Vielleicht denken die genau so wie ich.

      Irgendwann bin ich jedoch so genervt, dass ich nur noch raus will. Und ab in die nächste Abteilung. Aber nach gut 5 Jahren will ich da auch raus. Gleiches Problem. Ich ziehe mich mittlerweile zurück. Gehe nicht auf Firmenfeiern, Geburtstage und treffe mich auch nicht privat mit meinen Kollegen, weil ich nur enttäuscht wurde. Dazu gehören zwei, aber ich weiß nicht, wie ich michändern kann.:confused:

      Habbt Ihr Tipps?

      Danke.
    • Liebe Schildkröte,

      eigentlich hast Du Dir die Antwort indirekt schon selber gegeben:

      " da ich das Gefühl habe "dass immer ICH alles machen muss".

      und

      "Ich ziehe mich mittlerweile zurück"

      und

      "Gehe nicht auf Firmenfeiern, Geburtstage und treffe mich auch nicht privat mit meinen Kollegen"...

      Du schreibst, Du hast das Gefühl dass immer Du alles machen musst.
      Ich denke diesen Unmut strahlst Du auch aus - wenn vielleicht auch unbewusst und das merken die Kollegen natürlich.
      Warum sprichst Du nicht mit Deinen Kollegen darüber? Du brauchst es ja nicht so auszudrücken, dass die einen Grund haben sauer zu sein, Du könntest frage, ob sie auch immer so viel extra - dazu - zusätzlich tun müssten.. oder so in der Art.

      Du schreibst Du ziehst Dich zurück. Nun, damit wurde im Grunde noch nie ein Problem gelöst, außer man zieht sich von Menschen zurück mit denen man zukünftig keinen Kontakt mehr möchte. Aber das in einem Team? Das kann nicht gut gehen.
      Wieder denke ich, das nicht Rückzug sondern auf die Kollegen zu gehen und sprechen die Lösung sein wird.

      Du schreibst Du gehst nicht auf Firmenfeiern etc. pp.
      Damit schließt Du Dich selbst aus und das tut dem Arbeitsklima nicht gut. Okay, manchmal mag es lästig sein , das wird Deinen Kollegen zeitweilig auch so gehen, aber um dem Friedens willen, bezw. dem Betreibklima zu liebe, gehen sie halt.
      Das solltest Du auch.

      Wenn es Dir immer wieder so passiert wie Du es beschrieben hast, dann wage ich zu behaupten, dass es an Dir liegt. Sicherlich meinst Du gar nichts davon böse oder tust es mit Absicht, stimmt's? ;)
      Das Gute ist, dass DU ALLEIN das ändern kannst. Viel schlimmer wäre eine Situation auf die Du persönlich keinen Einfluss hast und einfach so hinnehmen muss.

      Wie wäre es, wenn Du als nächstes Dein Kollegium nett einlädst?

      Muss ja nicht zu Dir nach Hause sein und muss auch kein Vermögen kosten. Einfach mal auf 'nen Kaffee. Und dann sprichst Du das Thema offen und ehrlich an, und gibst auch zu, dass Du unter der Situation leidest, dass Du das gern ändern würdest und ob das Kollegium Dir helfen mag, dass es besser wird?
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Schildkröte schrieb:

      ...irgendwann fange ich an, einen Groll gegen meine Kollegen zu hegen, da ich das Gefühl habe "dass immer ICH alles machen muss".

      Ist es nur ein Gefühl? Itsme hat ja schon angeregt, mal zu schauen, ob es allen so geht, dass also das ganze Team überfordert ist.
      Wenn du tatsächlich alles (was ist "alles"? Etwas zum Ruhm-Einheimsen oder die "Drecksarbeit"?) machen musst - könnte es daran liegen, dass du nicht Nein sagen kannst? Dass du am Anfang zu nett und hilfsbereit bist, und die anderen das dann ausnutzen?
      Nein-sagen lässt sich auch trainieren.

      Wenn dich demnächst jemand um etwas bittet, was du eigentlich nicht machen willst, kannst du mal folgendes versuchen:

      1. Zeit gewinnen, Distanz schaffen:
      Einen Standardsatz auswendig drauf haben wie "Hhm, mal sehen. Ich muss erst schauen, ob ich das einschieben kann. Ich sag dir bis ... Bescheid."

      2. Überrumpelung grundsätzlich abwehren:
      "Das ist mir zu kurzfristig, ich kann jetzt nicht sofort zusagen. Ich muss erst schauen... (siehe Punkt 1)."

      3. in aller Ruhe prüfen:
      Liegt eine echte Notsituation vor, oder soll ich (mal wieder) einseitig ausgenutzt werden?
      Habe ich genug Ressourcen dafür, genug Zeit, Geld, Kraft, Nerven, Lust...? Kann ich selber im Gegenzug bei Bedarf auf Unterstützung rechnen?

      4. Entscheidung treffen, ja oder nein - und dann auch dabei bleiben!
      Bei einem Nein: Das Nein muss gleich am Anfang vorkommen, sonst wird es in 90% aller Fälle überhört. "Nein, tut mir leid, das passt gerade gar nicht. Ich habe lange überlegt, aber ich habe im Moment genug am Hals mit X und Y. Eines müsste mindestens liegenbleiben, das geht nicht, weil..."
      Nicht rumeiern, sondern die eigenen Bedürfnisse gleichwertig setzen: "Nein, tut mir leid, ich kann morgen abend nicht auf deine Kinder aufpassen. Ich bin fix und alle, wenn ich von der Arbeit komme, ich wäre nur müde und ungerecht zu den Kindern."

      5. Körpersprache muss stimmen:
      nicht klein machen, kein entschuldigender Tonfall, gleiche Position einnehmen (sitzen oder stehen), innerlich aufrichten, aber keine Aggression oder Arroganz, weder von oben herab noch unterwürfig von unten, sondern gleichberechtigt auf Augenhöhe (auch körperlich). Klartext reden.
      Der Andere hat das Recht, dich um etwas zu bitten. Und du hast das Recht, diese Bitte abzulehnen.

      6. Keine Angst vor negativer Reaktion!
      Wer dich mag, wird dich auch weiter mögen, wenn du eine Bitte ablehnst.
      Und wer dich bei einem "Nein" nicht mehr mag, dem liegt auch nichts an dir, sondern nur an deinen Diensten.
      Wenn du bisher immer der gefügige Ja-Sager gewesen bist, kommt ein "Nein" erst mal überraschend.
      Gemaule und Gequengel musst du zunächst aushalten, aber bald gewöhnen sich die Anderen an die veränderte Situation.
      Langfristig gesehen bekommen deine Mitmenschen sogar eine höhere Meinung von dir, wenn du deine Grenzen klar aufzeigst.
      Man kann ja bei kleinen Gelegenheiten üben, bevor man an schwere Brocken geht.

      Dieses Vorgehen hat mir sehr geholfen, als ich mir nach meinem Burnout Freiraum verschaffen musste. Es klappt hervorragend. Niemand bezeichnet mich als Egoist oder als faul, nur weil ich mir nicht mehr alles aufladen lasse.
      Naja, von gewissen Spezialprojekten abgesehen, die nur schief gehen können. Aber falls ich doch wider alle Erwartungen Erfolg habe: :hopps::applaus:
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Hallo Schildkröte,

      Itsme und Sophie haben Dir ja schon eine Menge hervorragender Hinweise gegeben.
      Mir fällt dazu noch ergänzend ein:
      Du musst nicht unbedingt auf privater Ebene mit Deinen Kollegen Umgang pflegen, wenn Du nicht willst. Aber es kann wie schon erwähnt sehr hilfreich sein, sich einzubringen. Hier bei uns bringt auch jeder Mal was mit, backt nen Kuchen, bringt Obst aus dem Garten für die Abteilung oder so, manchmal wird auch ein Abteilungsfrühstück organisiert (jeder bringt was mit, das müsste allerdings dann koordiniert werden und es ist auch die Frage, ob das ok ist für die Geschäftsleitung). Man kann durchaus auf unverbindliche Art erste Kontakte knüpfen.
      Ansonsten hab ich den beiden spontan nichts hinzuzufügen.
      Viele Grüße

      Andrea - Seepferdchen-Admin


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Danke für Eure Antworten :)

      Es ist tatsächlich so, dass ich diejenige bin, die sich in immer neue Sachverhalte einarbeitet oder auch die Arbeit zeitnah erledigt. Wenn ich dann mal nachfrage "...wir ihr das machen würdet" bekomme ich meist keine Antwort, da niemand vorher das gemacht hatte.

      Ich habe auch schon versucht, die (Papier-)Aufträge bewusst liegen zu lassen, in der Hoffnung, dass sich meine Kollegen die Arbeit nehmen. Das tun sie aber nicht. D.h. ich bearbeite sie dann und meine Kollegen machen offensichtlich nichts. Wobei "offensichtlich" wirklich so gemeint ist: Es kann natürlich sein, dass sie schwierige Arbeitsaufgaben per Mail bekommen und nicht darüber reden und somit ich es nicht sehen kann, was und ob sie etwas machen.:confused: Merkwürdigerweise bekomme ich nicht solche Mails, obwohl wir alle exakt das gleiche Arbeitsfeld haben.

      Früher habe ich mich öfters privat eingebracht, nachdem ich aber erlebt habe, dass zwei Kolleginnen über eine Sache von mir gelacht haben (ausgelacht), ziehe ich mich zurück. Es tat mir schon weh und dummerweise kann ich solche Situation nicht ansprechen.



      LG
    • Hach, ein Thema was mich auch gerade bewegt, weil ich in eine neue Firma und ein neues Team gekommen bin. Ich absolut schockiert über das mangelnde Teamgefühl da. Obwohl ich mich als einen schwierigen Menschen mit absolut verbesserungswürdiger Sozialkompetenz sehe, liebe ich Teamarbeit, wenn sie funktioniert. Weil das Team in der Regel besser ist als Einzelkämpfer. Solange ich auch einen Bereich für mich alleine habe. Ich hab lange an diesem Problem rumlaboriert und tue es im Moment wieder.

      Bevor ich da jetzt mit Ratschlägen einsteige, empfehle ich erst mal eine kurze Bestandsaufnahme zu machen, damit du dir klar wirst über deine Prioritäten und die Umstände: Ob Teamarbeit gewünscht ist oder nicht, liegt zunächst am Cheff. Also, welchen Stellenwert räumt er/sie der Teamarbeit ein?
      Besteht das Team aus vielen unterschiedlichen Charakteren, ist dies gewünscht oder sollen alle gleich ticken? Warum?

      Wie ist das Team eingeteilt, nach Kompetenzen oder nach Aufgaben? Ist das überhaupt klar definiert?

      Was verstehst du überhaupt unter Teamarbeit? Was verstehen deine Kollegen darunter?
      Willst du Freunde oder gute Kollegen? Vermischt du vielleicht beides?

      Macht dir deine Arbeit Spass? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

      Was Itsme sagt, ist wichtig. Du denkst vielleicht, die anderen finden dich bescheuert, aber vielleicht ist das nur deine Warnehmung. Die finden dich vielleicht einfach nur schüchtern. Oder halt merkwürdig. So what? Ist das so schlimm? Deswegen kannst du trotzdem eine gute Kollegin sein.

      Kollegiale Grüsse
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Hallo,

      kurzes Update :): wir hatten heute aufgrund eines Vorschlages einer Kollegin eine Teambesprechung.

      Das ganze Team war anwesend. Sie hatte (auch) gemerkt, dass etwas in den täglich Arbeitsabläufen nicht stimmt. Im weiteren Verlauf des Meetings kam heraus, warum dies oder jenes nicht läuft - auch das eine Kollegin in den letzten Monaten so wenig gearbeitet hat und die Sachen für uns liegen geblieben sind. Als sie uns das erklärte, war es verständlich, aber auch ärgerlich zugleich. Aber nungut - es ist draussen und sie will daran arbeiten.
      Wir haben uns dazu entschlossen, Teambesprechungen 1x im Monat durchzuführen. Ganz locker mit einer Kaffeerunde. Ich auch!

      Dennoch glaube ich weiterhin, dass ich für Teamarbeiten nicht eigne. Ich muss schauen, dass ich einen neuen Job kriege. Entweder in der Firma oder etwas ganz neues, bei dem von Anfang an klar ist, dass keine Teamfähigkeit verlangt wird. Wird zwar hart, aber bevor ich gekündigt oder an einen anderen Standort eingesetzt werden muss, gehe ich lieber selbst.

      Schönen Abend !

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Schildkröte () aus folgendem Grund: FEhlender Satz

    • Hallo Schildkröte,

      ich war auch sehr lange in dem Glauben, ich sei nicht teamfähig, bis ich in einem wirklich guten Team arbeiten durfte. Seitdem weiß ich, dass nicht ich nicht teamfähig war, sondern diejenigen, die die früheren Teams gebildet haben. Vielleicht schaust Du Dir das auch mal von dieser Seite aus an.

      Viel Glück
      Martina
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
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