Ich kapier's einfach nicht

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Technische Probleme
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  • Hallo zusammen, in einem anderen Thread habe ich schon mal um Rat gefragt, wie ich mich einer Freundin gegenüber vehalten soll, die eine Magenband-Op durchführen lassen will - und m. E. nicht wirklich Nutzen und Risiko abgewägt hat... Vor ein paar Tagen hat mich diese Freundin angerufen um mir zum Geburtstag zu gratulieren. Ich habe sie gefragt, ob sie denn jetzt eine Klinik für die Magenband-Op gefunden habe. Daraufhin erzählte sie mir, dass sie in eine Klinik nach Frankfurt gehe - Termin ist Anfang Februar. Dort habe man ihr aber gleich gesagt, dass nicht der Patient sondern die Klinik entscheidet welcher Eingriff der richtige sei (sic!) und in ihrem Fall lehne man ein Magenband ab - weils eh nichts bringe. Sie müsste sich einer Magenbypass- OP unterziehen. Da sie dies bisher immer entschieden abgelehnt hat, dachte ich damit wäre das Ganze gegessen. Aber nein, sie meinte: naja, dann lasse ich mich jetzt komplett "umbauen". Ich muss euch sagen, ich war (und bin es immer noch) total geschockt! das habe ich ihr auch gesagt. Aber sie kam mir vor wie gehirngewaschen. Und hat immer das selbe geplappert: na ja - ist schon ein großer Eingriff - aber es lohnt sich ja auch. Ich habe sie gefragt - ob Sie das wirklich so meint. und ich nicht verstehen könne, warum sie sich in solche Gefahr begibt... Auf mein Nachfragen hat sie mir erzäht, dass sie sich ausreichend informiert habe - in einer AC-Selbsthilfegruppe und einer entsprechenden Website. Na toll, das ist ja mal wirklich eine neutrale Information...:rolleyes: Meine Freundin ist eine aktive und attraktive Frau und wiegt gerade mal 120kg. Ich kann nicht verstehen, warum sie alles aufs Spiel setzt für ein paar Kilo weniger... Außerdem hat sie gerade erst eine Therapie begonnen um eine wohl bestehende Essstörung in den Griff zu bekommen... Ich habe mich ein bisschen von ihr zurückgezogen, weil ich richtig wütend werde, wenn ich ihr Geschwätz höre. Noch wütender bin ich auf diese Klinik in Frankfurt... Hummelchen
  • Das ist "die" Klinik in Deutschland für AC mit dem Oberguru schlechthin. Ich habe zuweilen den Eindruck, dass sich, wenn man jahrelang nichts anderes macht als bariatrische OPs, die Wahrnehmung dahingehend verschiebt, dass man irgendwann soweit ist, jeden mit ein paar kg Übergewicht "heilen" zu wollen. Das ist vielleicht ähnlich wie bei Schönheitschirurgen, die bei jedem Menschen, den sie sehen, etwas zum "Verbessern" finden. Letztendlich hat aber immer noch der Patient das letzte Wort. Keine Klinik der Welt kann darüber bestimmen, ob und wenn ja welche OP durchgeführt wird. Der Patient muss es wollen. Und das lässt man sich dort auch sorgfältigst bescheinigen und mehrfach unterschreiben. Man will ja keine juristischen Probleme. Dass man damit Hoffnungen bei den Menschen schürt, deren Erfüllung von möglicherweise dramatischen Nebenwirkungen und Spätfolgen begleitet ist, ist wieder ein anderes Thema. Ich bewege mich in etwa in derselben Gewichtsklasse wie deine Freundin. Mir würde es nicht im Traum einfallen, eine solche OP durchführen zu lassen. Aber wenn sie so wild entschlossen ist, wirst du sie nicht abhalten. Das einzige, was man tun kann, ist zu versuchen dafür zu sorgen, dass sie sich wirklich umfassend informiert.

    Einmal editiert, zuletzt von Sally ()

  • [quote='Sally','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=89824#post89824'] Das einzige, was man tun kann, ist zu versuchen dafür zu sorgen, dass sie sich wirklich umfassend informiert.[/QUOTE] Da hast Du sicher recht - aber ich habe das Gefühl, dass ich da garnicht an sie rankomme. Im Moment kenne ich sie gar nicht wieder - das meinte ich mit "gehirngewaschen". Die Aussicht demnächst schlank zu sein - scheint für sie dermaßen verlockend, dass alle Bedenken weit weggeschoben werden. Sie kommt mir wie benebelt vor - ganz ehrlich... Ich wiege zwanzig kg mehr als sie und für michkäme so eine OP ebenfalls niemals in Frage. Bis vor kurzem hat meine Freundin das von sich auch noch behauptet... Ws gibt Fälle wo ich die Entscheidung für eine derartige OP nachvollziehen kann und ich achte auch die Entscheidung jedes Einzelnen dafür. Aber ich finde, dass man sich nur entscheiden kann - wenn man sorgfältig alle Pros und Contras abwägt und sich umfassend pber Nutzen und Risiken informiert. Und da fehlt es bei meiner Freundin meiner Meinung nach...
  • ich kenn das, hummelchen, meine ma will sich auch operieren lassen, sie weiß auch, wie ich dazu steh und alles, aber egal was ich sag, ich will ja nur recht behalten und meinen dickkopf durchsetzen, alles ist doch überhaupt nicht schlimm und n spaziergang :( das ich mir mordsmässig sorgen um sie mache, versteht sie nicht, genausowenig, das ich ich versuch, ihr auch ma die andere seite der medaillie zu zeigen... da kommen sprüche wie: warts ma ab, wenn du in meinem alter bist (50) und immer noch soviel wiegst, denkst du auch anders. du willst alles immer toddiskutieren, wenn du von etwas nicht magst ist es grundsätzlich negativ, da gibts ja nur schwarz und weiss bei dir.... ich weiss genau, was du mit gehirngewaschen meinst :(
  • [quote='Maxima','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=89828#post89828']Ich bin einfach nur geschockt, in welcher Gewichtsklasse sowas schon gemacht wird.[/QUOTE] Ja das bin ich auch - zumal sie wirklich (auch sportlich) aktiv ist. Ich könnte es ja noch verstehen wenn sie extrem viel wiegen würde und sich nicht mehr richtig bewegen / sich versorgen könnte.
  • Bist du sicher, dass du nicht an sie ran kommst? Solch ein Gespräch habe ich vor vielen vielen Jahren mal mit Martina geführt und damals ging es "nur" um ein Magenband. Ich bin ihr heute noch dankbar, dass sie hartnäckig geblieben ist.
  • Hummelchen [quote] Die Aussicht demnächst schlank zu sein - scheint für sie dermaßen verlockend, dass alle Bedenken weit weggeschoben werden. Sie kommt mir wie benebelt vor - ganz ehrlich...[/quote] Das gleiche gehirngewaschen-Gefühl habe ich sogar schon bei Menschen, die gerade irgend eine Diät machen und wobei die Gramm fast täglich purzeln. Selbst, wenn sie diese Diät schon mehrmals gemacht haben und sie zwar abgenommen, aber ebenso wieder zugenommen haben. Das muss was im Kopf machen, die Aussicht, abzunehmen, oder gerade dabei zu sein, abzunehmen. Genau dahingehend hatte ich gerade ein Gespräch mit einer schlanken Frau, die von sich aus damit anfing zu erzählen, dass sie wieder mal WW machen will. Sie hätte ja schon öfter "so schön damit abgenommen". Auf meinen Einwand hin, dass sie doch nun die Erfahrung mehrmals gemacht hätte, dass sie alles und mehr jedes mal wieder zunimmt, kam nur, das wäre aber nur deshalb, weil sie selber Schuld hätte. Ich glaube, wenn das Thema Gewichtsabnahme so stark ist, dann kommt man an die entsprechenden Menschen nur noch in den seltensten Fällen heran. Es ist unglaublich, was die Ausicht schlank oder noch schlanker zu sein, mit den Menschen macht. Ich finde, das Wort Gehirnwäsche passt da sehr gut. Ich glaube, wenn man sich nicht bewusst entschließt, sich gegen die täglich stattfindende Gehirnwäsche "Nur schlank ist schön - wird anerkannt, ist erfolgreich- macht glücklich" zu verschließen, dann ist man schon gefangen. Die "Werbung" für diese Geschäftssparte ist wirklich allumfassend. Wie ein täglich stattfindendes Bombardement vor dem sich kaum jemand schützen kann.
  • Ich kann auch nicht verstehen, warum man sich in dieser Gewichtsklasse operieren läßt. Vor drei Monaten hatte ich einen Krankenhausaufenthalt und bewohnte ein Einzelzimmer. Früh am Morgen kam eine Krankenschwester und fragte, ob sich eine neue Patientin bei mir umziehen könnte, weil ihr Zimmer noch nicht fertig bzw. frei wäre. Als die Patientin kam, erzählte sie mir von ihren Gewichsproblemen (mit 110 kg) und sie bekäme gleich ein Magenband..... Für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Die Brockenhexe
  • [quote='Brockenhexe','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=89850#post89850']Iund sie bekäme gleich ein Magenband..... Die Brockenhexe[/QUOTE] Ein Magenband ist wenigstens in den meisten Fällen reversibel - aber hier geht es meiner Meinung nach um eine völlig unnötige Verstümmelung - deren Folgen überhaupt nicht absehbar sind. Vorallem auch die Langzeitfolgen... Ich finde wenn so etwas schon gemacht wird, dann sollte dies extremen Einzelfällen vorbehalten bleiben - aber anscheinend kann man damit gutes Geld verdienen... Bedenklich auch, dass der "Erfolg" solcher Ops nur an der Abnahme gemessen wird - dass bei sehr vielen Die Lebensqualität und Gesindheit auf der Strecke bleibt interessiert überhaupt nicht...
    • Offizieller Beitrag
    [quote='Hummelchen','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=89857#post89857']Ein Magenband ist wenigstens in den meisten Fällen reversibel [/QUOTE]Das stimmt zwar, aber um welchen Preis? Magenbänder gelten an sich als out. In der Schweiz werden sie, soweit ich weiß, nur noch zur Verschärfung von Bypass-Operationen benutzt (wenn die Operierten wieder zunehmen). Reine Magenbänder werden nicht mehr operiert. Sie wandern schon mal gerne in den Magen ein oder rutschen von ihrer Position weg. Ihr kennt doch sicher diese Naturvölker, die die Lippen oder Ohrläppchen dehnen (ein Schönheitsideal, [URL='http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/voelker/naturvoelker/img/tempx_surma_g.jpg']Beispiel[/URL]). Wer tatsächlich glaubt, dass sich vergleichsweise weiches Gewebe, wie wir es im Bauchraum finden, nicht genauso manipulieren lässt (wenn auch ungewollt) ist ganz schön naiv. Häufig führen diese Deformationen im Bauch dann auch zu lebenslangen Komplikationen. Vernarbungen verkomplizieren den Heilungsprozess bei Nachfolgeoperationen. All das kann man mühelos in den einschlägigen Foren nachlesen.
    [color=#A52A2A][b]Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.[/b] [b]Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im [url='https://www.das-dicke-forum.de/forum/index.php?legal-notice/']Impressum[/url].[/b][/color]
  • [quote='Martina','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=89858#post89858']Das stimmt zwar, aber um welchen Preis? [/QUOTE] Da hast Du sicher Recht - ich wollte auch auf keinen Fall das magenband verharmlosen - aber irgendwie kommt es mir weniger bedrohlich vor... LG Hummelchen
  • Also bis vor einem guten Jahr hatte ich noch 123 kg und ich wäre nicht im Traum auf die Idee mit der OP gekommen. Ich habe eine Kollegin die hat ein Magenband, sogar schon das 2.te, denn das erste ist nach einiger Zeit gerissen In der Zwischenzeit hat sie übrigens zugenommen ohne Ende. Und was Ihr Essverhalten angeht, so hat sie eigentlich keins. Entweder sehe ich sie mit einer kleinen Tüte Chips, so wie man sie früher am Schulkiosk kriegte, oder sie isst 2 Kugeln Eis, oder versteckt aus der Tüte 1 Stück Kuchen damit es niemand sieht. Ist das der Sinn eines Magenbandes????? Das die das bei 120 kg machen mit dem Magen Bypass sollte wirklich bestraft werden. liebe Grüße Maggy
  • Wenn weniger als 50 Kilo, maximal 60 Kilo als Richtwert für ein tolle Figur deklariert werden, dann sind 120 Kilo mehr als das Doppelte und von der Sicht her sogar "verständlich", wenn Frauen meinen hier schon eingreifen zu müssen. Wenn eine Frau innerhalb einer Werbung eine ganz normale, nicht abgemagerte Figur hat, sind wir schon begeistert und freuen uns. Sorry, für das "wir", aber ich denke es geht wirklich vielen von uns so. Daran kann man sehen, das sich das Bild von mageren Frauen wirklich sehr eingeprägt hat. Ich denke wirklich, das hier (wie weiter oben schon erwähnt) so etwas wie Gehirnwäsche stattfindet. Ich begegne im Laufe der Jahre immer mehr Frauen, die einfach weil sie dünn sind, ein extremes Selbstbewusstsein haben. Und ich denke, sie bekommen genau dieses Feetback von vielen Leuten. Eine gewisse "Bewunderung" allein dafür, dass sie extrem schlank oder sogar dünn sind. Das scheint eine "Leistung" zu sein, die mehr wiegt als vieles andere.
  • [quote='Itsme','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=89901#post89901']Eine gewisse "Bewunderung" allein dafür, dass sie extrem schlank oder sogar dünn sind. Das scheint eine "Leistung" zu sein, die mehr wiegt als vieles andere.[/QUOTE] Ja, das ist so. Das spiegelt sich ja auch in der Bewunderung jeder Art von Gewichtsabnahme. In unserer (Überfluss-) Gesellschaft gilt als größte Leistung die Askese. Nicht rauchen, nicht trinken, nicht essen. Oder eben fast nicht. Eine Freundin und Kollegin von mir hat sich im September eine Auszeit genommen. Ihre Tochter hatte Abitur gemacht, sie selbst ist Anfang 50 und hatte etwas Geld geerbt. Sie hat sich einen Traum erfüllt und war knapp fünf Monate in Nepal. Dort war sie viel unterwegs, ist viel zu Fuß gegangen und hat das gegessen, was es eben gab - Reis, Nudeln, Kartoffeln, mal etwas Fleisch. Vor kurzem ist sie zurückgekommen. Großes Hallo bei allen KollegInnen. Einziges Thema: Mann, hast du abgenommen!!!!! Toll!!!!! Niemand hat sie gefragt, was sie erlebt hat, welche Begegnungen und Erfahrungen sie gemacht hat, nichts. Alle nur: Wow, bist du schlank!!!! Ich fand das furchtbar. Sie übrigens auch. Aber es ist ein Spiegel dieser Gesellschaft.
  • Das Schlank-Fit-Gesund-Sein hat heutzutage den Stellenwert einer Religion angenommen. Wer "gut" ist, wird gelobt und hat Erfolgserlebnisse, wer "sündig" ist, der gilt als schwach und wird abgestraft. Sex ist ja nicht mehr pfui, sondern dermaßen allgegenwärtig (werbung, Musikvideos, Filme...), dass es schon wieder abtörnt. Dafür muss dann ein anderes menschliches Grundbedürfnis tabuisiert werden, nämlich das Essen. Ich habe mal einen Vortrag gehört, da berichtete der Redner über eine Vorrichtung aus dem 19. Jahrhundert (als Sex noch das Böse an sich war). Männer mit Keuschheitswahn trugen damals eine Vorrichtung aus Draht in der Hose, die bei einer Erektion unwahrscheinliche Schmerzen erzeugte. Wahrscheinlich waren die Jungs irgendwann auch ohne impotent. Irgendwie muss ich bei den Magenbändern immer daran denken.
    • Offizieller Beitrag
    Ich habe mal gehört, dass es damals einen enormen Markt für Ratgeber gab, wie man Jugendlichen, vornehmlich Jungs, die "Selbstbefleckung" abgewöhnt. Eine dieser Publikationen hatte Anfang letzten Jahrhunderts eine Auflage von 800.000 (!) Stück. In diesen Ratgebern wurden Ernährungsempfehlungen gegeben, z.B. sollte man den Jungs Vollkornprodukte zu essen geben, weil die Bauchschmerzen machen und somit die Lust zerstören. Die Ernährungsempfehlungen decken sich wohl weitgehend mit den heute gängigen Ernährungsempfehlungen, weshalb man dahinter eben auch einen starken religiösen Einfluss vermuten kann. Ich habe das meiner Mutter erzählt. Der fiel daraufhin ein, dass ihre Mutter, die Köchin in herrschaftlichen Häusern gewesen war, erzählt hatte, dass in einem dieser Häuser die Kinder bei Entdeckung der "Selbstbefleckung" mit Feuer erschrocken wurden.
  • Es ist sicher sehr schwer an sie heran zu kommen. Ich denke die Gefahr besteht, dass sie erst recht dicht macht, wenn du zu negativ darüber redest. Man meint dann durch die Gehirnwäsche vielleicht die anderen würden es einem nur nicht gönnen. Ist sicherlich auch schwer, wenn ihr Ärzte dazu geraten haben. Für manche sind Ärzte immer noch die Götter in weiß und irren sich nie. Und ich weiß noch wie schön mein Arzt so eine OP einmal dargestellt hat. :mad: Er meinte er habe selbst 2 Patienten, die sehr dick waren, jetzt aber durch die OP ein ganz anderes Leben haben... sich durch die Gruppe in einander verliebt haben, usw. Fand ich eigentlich schlimm sowas zu sagen, zu suggerieren, dass sich durch so eine OP ALLES zum Guten wendet. Auch Infos von Fällen, wo etwas schief ging, schrecken vielleicht nicht ab. Der Mensch neigt dazu zu denken: "[I]MIR[/I] passiert das aber nicht." Vielleicht hilft es, wenn du ihr direkt, aber ohne Ärger sagst: "Ich habe ehrlich Angst um dich." So dass sie wirklich merkst, du meinst es gut, du sorgst dich. Und wenn du dann mal einen Draht zu ihr hast, würde ich fragen warum es denn sofort sein muss. Wenn sie gerade eine Therapie begonnnen hat, warum nicht den Erfolg abwarten? Durch die Therapie hat sie ja die Chance weniger zu essen, weil sie dann weniger essen [B]will[/B]. Durch die OP isst sie weniger, weil sie nicht mehr essen [B]kann[/B]. Und ist das erste nicht 100 Mal schöner? Also ich stelle es mir immer schlimm vor, wenn mein Kopf mir sagt, dass er so gerne essen würde, ich es aber nicht kann. Grade durch die ES ist es ja so, dass ein voller Magen den Wunsch nicht hindert. Es wäre also nach der OP immer noch so. Ich weiß nicht wie es bei ihr ist. Aber wenn sie jetzt noch Appetit hat, auch wenn der Magen voll ist, wird es dann nach der OP ja auch so sein.
  • Wunderschönen Tag Euch allen, bin soeben auf dieses tolle Forum gestoßen und hab´mich auch gleich angemeldet...auf diesem Wege also zuallererst: Halllösch´e an Euch da "draußen" :hopps: Und jetzt zum Thema: Auch wenn ich damit nicht unbedingt in das selbe Horn blase wie die meisten (alle? habe noch nicht alles gelesen *grins*), ich finde dass jeder selbst über seinen Körper bestimmen kann, sei es nun in Bezug auf Körperschmuck, Wohlfühlgewicht oder Mehr oder Minder (Schönheits-) Op´s (und ja, ich finde auch eine Magenband-OP gehört in diese Kategorie) Das wichtige hierbei finde ich ist, dass der Mensch der sich dazu entschließt aus eigenem Wunsch und nicht aus dem Streben nach Anerkennung anderer einen solchen Schritt wagt. Risiken gibt es in vielen Bereichen des täglichen Lebens und viele Menschen sind schon aus "dümmeren" Beweggründen dazu bereit diese einzugehen. Welche Risiken der Sektor Extremsport birgt brauche ich wohl keinem von Euch zu sagen, aber wer hätte denn auch z.B. Reinhold the Yeti Messner davon abringen können sich in Lebensgefahr zu bringen, nur um einen doofen (sorry) Berg zu schleppen. Aber hey - er machts weil es Ihn glücklich macht, auch wenn es dem Rest der Welt nix bringt. Naja, lange Rede kurzer Sinn: Wer einen großen Wunsch hat, ein tiefes Bedürfnis, dann bringt denjenigen so schnell nichts davon ab. Wenn es ein Schritt dazu ist, mit sich selbst ins Reine zu kommen, bzw. sich danach mehr zu lieben, dann ist das ein Wunsch den man als Freund verstehen sollte, auch wenn das für einen selbst nicht in Frage kommen würde. Und ja -nur weil man dünn ist, ist man deshalb nicht glücklicher oder besser, aber vielleicht hilft es deiner Freundin, wenn ihr durch die Op die schwerte Last von den Schultern genommen wird (das meine ich jetzt eher psychologisch) Na dann, bin mal gespannt, wie mein erster Beitrag so aufgenommen wird, freue mich auf Reaktionen :grins:
  • Oftopic Also bei uns in Hessen würde man Schwabenschnegge mit zwei gg schreiben :-D:-D:-D:-D:-D
  • Rischtisch, der Herr :applaus: allerdings war der Platz zu Ende.....also musste ein "g" weichen
    • Offizieller Beitrag
    Hallo Frau Nachbarin, herzlich Willkommen und einen schönen Gruß von den Fildern.[quote='Schwabenschnege','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=90053#post90053']Auch wenn ich damit nicht unbedingt in das selbe Horn blase wie die meisten (alle? habe noch nicht alles gelesen *grins*), ich finde dass jeder selbst über seinen Körper bestimmen kann, sei es nun in Bezug auf Körperschmuck, Wohlfühlgewicht oder Mehr oder Minder (Schönheits-) Op´s (und ja, ich finde auch eine Magenband-OP gehört in diese Kategorie)[/quote]Ich denke, das sehen wir hier absolut genauso. Dass wir uns dem Thema kritisch nähern, bedeutet nicht, dass wir jemandem seine Entscheidungsfähigkeit absprechen wollen. Ist aber so eine Sache, wenn man sich sehr intensiv mit dem Thema befasst hat. Da all diese schönen Dinge ... [quote='Schwabenschnege','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=90053#post90053'] [LIST] [*]... Wenn es ein Schritt dazu ist, mit sich selbst ins Reine zu kommen, bzw. sich danach mehr zu lieben ... [*]... wenn ihr durch die Op die schwerte Last von den Schultern genommen wird (das meine ich jetzt eher psychologisch) ... [/LIST] [/QUOTE]... eben nicht langfristig eintreten. Das weiß jeder, der die einschlägigen Foren regelmäßig liest und dabei die rosarote Vorher-Nachher-Brille absetzt. Ich finde schon, dass eine Freundin für das eine Verständnis haben kann (ich sehe die Stelle nicht, wo Hummelchen das nicht hat), das andere aber nicht gutheißen kann. Natürlich muss ihre Freundin ihre Entscheidung selber treffen, mit allen Konsequenzen, aber Hummelchen hat als gut informierte Freundin auch das Recht, ihre Sorge zum Ausdruck zu bringen. Dass sie hier um Rat fragt und sich hier ihre Sorge vom Herzen schreibt, zeigt ja schon, dass sie das nicht mit der Holzhammermethode tut. Es gibt ein AC-Forum, über das mal jemand ein Buch schreiben sollte. Es existiert seit vielen Jahren und der Wandel der dort zu lesenden Erfahrungen ist bemerkenswert und kann einen in Angst und Schrecken versetzen. Ich jedenfalls bin dankbar und glücklich, dass ich seinerzeit die Finger von einer solchen OP gelassen habe, einmal mehr, seitdem ich weiß, dass es von der damals (Ende der 80er) ins Auge gefassten OP-Methode (Dünndarmverkürzung) heute nur noch sehr, sehr wenige Überlebende gibt. Und das sage ich auch jedem, der es hören will oder eben nicht (s.o. Maxima z.B., die eine Freundin ist, die ich vor ... ??? ... 10 ... ??? ... noch mehr Jahren erfolgreich davon abbringen konnte). Martina
  • [quote='Martina','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=90062#post90062']Hallo Frau Nachbarin, Ist aber so eine Sache, wenn man sich sehr intensiv mit dem Thema befasst hat. Da all diese schönen Dinge ... ... eben nicht langfristig eintreten. Das weiß jeder, der die einschlägigen Foren regelmäßig liest und dabei die rosarote Vorher-Nachher-Brille absetzt. Martina[/QUOTE] Mannomann......habe soeben die "Recherche" meinerseits bez. des Themas vervollständigt. Ist doch echt heftig wie stark eine solche OP Nachwirkungen zeigt! Ich muss zugeben, dass ich bei meinem Erstbeitrag einfach mal "drauflos" geschrieben habe und außer der "Stammtischmeinung" wie es mir scheint keine Ahnung hatte. Ich habe diese Maßnahme bisher immer so eingeschätzt, dass - insofern man die OP gut übersteht - es danach "einfacher" wird. (Hungergefühl, etc..) Aber was hier und in anderen Foren und Beiträgen geschrieben wird, das erfährt man ja sonst gar nicht. Jetzt kann ich auch die Rosarote-Brille-Paranoia verstehen. Wie ist das eigentlich, sind diese Beschwerden hinterher eher die schockierende Ausnahme oder die totgeschwiegene Regel? Warum sind Ärzte (mal abgesehen vom Geld) und auch einige Krankenkassen so sehr dafür? Oh und Liebe Grüße zurück Frau Nachbarin (bin auch aus´m Filderraum)

    Einmal editiert, zuletzt von Schwabenschnege () aus folgendem Grund: hätte doch fast meine gute kinderstube vergessen ;-)

  • [quote='Schwabenschnege','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=90053#post90053']ich finde dass jeder selbst über seinen Körper bestimmen kann, sei es nun in Bezug auf Körperschmuck, Wohlfühlgewicht oder Mehr oder Minder (Schönheits-) Op´s (und ja, ich finde auch eine Magenband-OP gehört in diese Kategorie) [/QUOTE] Es geht in diesem Fall aber nicht um eine Magenband-Op, sondern um einen nicht reversiblen Eingriff, der nicht nur hohe Risiken in sich birgt, sondern - wie ich finde -mit einer erheblichen Minderung der Lebensqualität einhergeht. Da braucht man nur mal ein bisschen recherchieren. Das habe ich getan. Was mir dabei aufgefallen ist, dass viele Operierte richtige Horrorszenarien beschreiben (häufiges Erbrechen, Durchfall, es können nur noch breiige Mahlzeiten gegessen werde, die Portionen sind oft nicht größer als ein zwei Esslöffel, die Haut hängt sackartig am Körper von der schnellen Gewichtsabnahmeund und und...) - im gleichen Atemzug wird dann aber diese Op gerechtfertigt oft mit solch haarsträubenden Argumenten, dass man sonst wahrscheinlich bald gestorben wäre (sic!) - ich glaube vielmehr, dass diese Menschen nicht zugeben können, dass die OP solche Folgen hat - einfach um nicht zu verzweifeln. Es mag Ausnahmefälle geben in denen bei sorgfältigem Abwägen eine Op mit ihren Folgen angemessen sein kann - aber so wie es jetzt betrieben wird ist es meiner Ansicht nach ein Skandal - so! LG Hummelchen
  • He Schwabenschnegge - isch mag ned gern Herr genannt wern auch wenn isch hessisch babbel. Knalleschnegge:cool: