Personalgespräch

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Technische Probleme
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  • [FONT=Verdana][size=10]Wie bereitet Ihr Euch auf kurzfristig einberufene Personalgespräche vor, wenn Euch nicht einmal genau gesagt wird, worum es gehen soll? [/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana][size=10]Mir wurde vorhin telefonisch mitgeteilt, dass ich am morgigen Freitag [/SIZE][/FONT][FONT=Verdana][size=10]um 10 Uhr [/SIZE][/FONT][FONT=Verdana][size=10](habe nur eine halbe Stelle und arbeite die Stunden „am Stück“ Mo-Mi, wohne nicht vor Ort und habe einen sehr langen Arbeitsweg) beim Personalchef anzutreten habe. Wer noch mit in der Runde sein wird, konnte mir weder die Sekretärin meines Arbeitsbereiches sagen, noch die Chefsekretärin. Mein direkter Vorgesetzter meldet sich nicht zurück.[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana][size=10]Mit meiner halben Stelle vertrete ich für zwei Jahre eine beurlaubte Freundin, die den gleichen Posten als Vollzeitkraft hatte, wobei mein Aufgabenspektrum der verminderten Stundenzahl nur geringfügig angepasst wurde. Demnächst stehen mehrere größere Feierlichkeiten an, die ich maßgeblich mit organisiere, aber denen ich aus Zeitgründen neben meinen eigentlichen Hauptaufgaben nicht meine volle Aufmerksam widmen kann und die plötzlich von der kompletten Chefetage als besonders wichtig eingestuft werden. Da eine Erhöhung meiner Stundenzahl ausgeschlossen wurde, ich aber andererseits auch die Order habe, nicht zu viele Überstunden aufzubauen, beißt sich die Katze da in den Schwanz![/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana][size=10]Momentan gibt es zusätzliche Spannungen, weil die Kommunikationsebenen im Haus noch schlechter funktionieren als sonst schon üblich. So erhalte ich z. B. für mich und meine Arbeit sehr wichtige Informationen nicht oder bekomme sie (wie im aktuellsten Fall) erst über unbeteiligte Dritte zufällig als Fakt mitgeteilt [„Frau B., ich bedauere, dass sich unsere Arbeitswege demnächst trennen werden!' - großes Erstaunen meinerseits und genauere Nachfrage - 'Oh, Sie wussten noch gar nicht, dass ...? Das wurde uns vor einer Woche von Herrn XY so gesagt. Er meinte, es stünde eine inhaltliche Neuausrichtung Ihres Bereiches an!“]. Als ich meine Verwunderung und leichte Verärgerung darüber meinem direkten Vorgesetzen gegenüber zum Ausdruck brachte, spielte er den Vorfall herunter. Bis heute ist mir noch nicht offiziell mitgeteilt worden, was oder wie da geplant ist. [/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana][size=10]Worauf soll ich mich für morgen gefasst machen, was soll ich vorbereiten? [/SIZE][/FONT]

    Einmal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Gedankensprung überarbeitet

  • Das klingt nicht gut. Gibt es einen Personalrat bei euch? Vielleicht wärst du sicherer wenn du vorher mit ihm sprichst. Vorbereiten kannst du dich nicht wirklich. Du weißt was du kannst, was du tust und kannst das vertreten! Ich wünsche dir alles Gute und drücke die Daumen! :five: Teebeutelin
  • Vermutlich hast Du dann einen Vertrag nach dem Teilzeitbefristungsgesetz mit sachlichem Grund? Ich würde mich an Deiner Stelle vermutlich auf den schlimmsten aller Fälle vorbereiten, u.A. auch den, dass grundsätzlich solche Verträge nicht vor Ende der Befristung kündbar sind. Meistens kommt am Ende alles nicht einmal halb so wild, wie man sich vorgestellt hat :zwinker: Ich drück Dir die Daumen :daumen:
  • [quote='Teebeutelin','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=83796#post83796']Das klingt nicht gut. Gibt es einen Personalrat bei euch? Vielleicht wärst du sicherer wenn du vorher mit ihm sprichst.[/quote] Ein Kollege von mir, mit dem ich mich gut verstehe, ist im Personalrat. Den habe ich vorhin angerufen. Er wusste aber auch kaum etwas, nur, dass die Herren der Chefetage sich offenbar plötzlich Sorgen machen, dass die Feierlichkeiten nicht so nobel verlaufen werden, wie sie sich das wünschen. Vorher war denen ein halbes Jahr lang alles egal, was ich mache, die haben sogar meine Planungen unterlaufen. [QUOTE=Dralle Deern]Ich würde mich an Deiner Stelle vermutlich auf den schlimmsten aller Fälle vorbereiten, u.A. auch den, dass grundsätzlich solche Verträge nicht vor Ende der Befristung kündbar sind.[/QUOTE]Ja, das sind alles Gedanken, die mir auch durch den Kopf jagen. Die Beurlaubung der sonstigen Stelleninhaberin ist für zwei Jahre, so lange gilt mein Vertrag. Bin jetzt den 11. Monat dort.
  • Wenn die 11 Monate lang nichts an Dir auszusetzen hatten, bzw. das nie Dir gegenüber kommuniziert haben, dann dürfen sie Dir jetzt nicht den Stuhl vor die Tür stellen. Sollte es tatsächlich etwas geben, das beanstandet wird, muss man Dich darauf hinweisen. Falls die es dort nicht wissen, wird es im schlimmsten Fall ein Arbeitsgericht so entscheiden. Wobei ich nicht davon ausgehe, dass es so schlimm kommen muss, aber man sollte dennoch auf so einen Fall vorbereitet sein. Du solltest noch einmal genau Deinen Arbeitsvertrag studieren, ob dort Kündigungsfristen genannt wurden, denn § 15 des Teilzeitbefristungsgesetzes schreibt in Abs. 3 [QUOTE]Ein befristetes Arbeitsverhältnis unterliegt nur dann der ordentlichen Kündigung, wenn dies einzelvertraglich oder im anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist.[/QUOTE]Außerordentlich kündigen wird man Dir nicht können (ich gehe nicht davon aus, dass Du Firmeninterna ausgeplaudert oder gestohlen oder Dich sonstwie strafbar gemacht hast ;)). Vielleicht wollen sie Dir auch nur eine Stundenaufstockung vorschlagen, weil irgendwer eingesehen hat, dass Dein Aufgabengebiet in der kurzen Zeit nicht zu schaffen ist.
  • Es ist ja schon einiges hier dazu gesagt worden. Mir fällt dazu nur noch ein, dass man, falls erwartet wird, dass Du alles in der geringen Zeit schaffst und Deine Stunden nicht aufgestockt werden, Dir dann bitte eine genaue Priorisierung geben soll, denn Du kannst nicht verantworten, dass etwas auf Grund der wenigen Zeit in die Hose geht ;)
  • Die Prioritäten waren den oberen Herren offenbar selbst lange nicht klar, denn plötzlich merken die, dass es "pressiert" (um eines der hohen Tiere zu zitieren). Die gegenläufigen Angaben, was/wo/wie wichtig ist, machen die Arbeit nicht unbedingt einfacher. [QUOTE=Dralle Deern]Du solltest noch einmal genau Deinen Arbeitsvertrag studieren, ob dort Kündigungsfristen genannt wurden[/QUOTE]Der Vertrag läuft recht stumpf nach TV-L.
  • Ich hab bei Unklarheiten die besten Erfahrungen damit gemacht, dass ich mir Bestätigungen und ähnliches habe schriftlich geben lassen. Am einfachsten geht sowas per e-mail. Man schreibt die gewünschte Person an (auch vor dem Hintergrund, dass diese evtl keine Zeit zum Telefonieren hat) und läßt per e-mail antworten. Dann hat mans schwarz auf weiß und wenn sich jemand beschwert kann man sagen: "hier, da stehts, so soll ichs machen" Vielleicht gibt es für deine Stelle auch eine offizielle Stellenbeschreibung? Davon ab - wer nur die halbe Zeit da ist, kann nicht den ganzen Job machen... dass das manchen Leuten nicht klar ist, bleibt mir ein Rätsel. Ich wünsch dir auf jeden Fall ein für dich gutes Gespräch. Gruß Dani
  • [quote='Nordlicht','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=83808#post83808']Ich hab bei Unklarheiten die besten Erfahrungen damit gemacht, dass ich mir Bestätigungen und ähnliches habe schriftlich geben lassen. Am einfachsten geht sowas per e-mail. Man schreibt die gewünschte Person an (auch vor dem Hintergrund, dass diese evtl keine Zeit zum Telefonieren hat) und läßt per e-mail antworten.[/quote]Das mache ich auch verstärkt, da mein Chef gerne widersprüchlich entscheidet. Leider reagiert er auf Emails manchmal nicht. Gewöhne mir langsam an, nach Gesprächen ein Gedächtnisprotokoll zu schreiben. [quote]Vielleicht gibt es für deine Stelle auch eine offizielle Stellenbeschreibung?[/quote]Mir wurde nie eine gezeigt oder ausgehändigt. Deswegen gewinne ich auch immer wieder den Eindruck, dass man mit mir wie mit einer Schachfigur umgeht. Auf die Stelle habe ich mich ja auch beworben, ohne einen Ausschreibungstext zu kennen. Eine Vertretung für den Posten auf zwei Jahre wurde schnell gesucht, ich stand zur Verfügung. Ich wusste bis vor einigen Wochen nicht einmal, dass es auch andere Bewerber gab!
  • Mensch Kampfzwerg, ich denke ganz doll an dich! Melde dich mal und erzähle uns wie es gelaufen ist! LG Teebeutelin
  • [quote='Teebeutelin','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=83831#post83831']Mensch Kampfzwerg, ich denke ganz doll an dich! Melde dich mal und erzähle uns wie es gelaufen ist! LG Teebeutelin[/quote] Ja ich hab heute morgen auch dran gedacht. Hoffentlich ging alles gut!
  • Tja, was soll ich sagen... Irgendwie tritt gerade ein worst case scenario ein. Muss mal schauen, wie ich damit umgehen werde. Mein Chef, mit dem ich sonst nicht klarkomme, war heute eigentlich der konstruktivere Teil der Gesprächsrunde, der Personalchef hingegen, versuchte permanent, mir einzureden, ich sei inkompetent etc. Da wurden Arbeitsinhalte zu Hauptaufgaben aufgebauscht, die ich eigentlich eher nebenher machen sollte und ich wurde als kompletter Depp hingestellt, weil genüsslich das auseinanderklamüsert wurde, was nicht gut läuft als dass alles andere auf den Tisch kam, was wunderbar läuft und gelaufen ist. Dass ich mich an dem Arbeitsplatz schon seit einer Weile immer weniger wohl fühle ist das eine, aber ich habe meine Arbeit trotz allem mit der in der halben Stelle möglichen Sorgfalt erledigt. Unterschwellig klang aber nun mit, dass der Personalchef - mit dem ich so gut wie nie direkt zu tun habe - mir Untätigkeit vorwirft bei dem, was eher einseitig zu meiner Hauptaufgabe erklärt wurde. Kurz gesagt: Mir soll ein Aufhebungsvertrag aufgezwängt werden. Der Personalchef hofft, dass ich den Montag unterzeichne, damit er danach beruhigt in den Urlaub fahren kann. Pustekuchen. Das werde ich in der Form nicht tun. Am liebsten wäre es ihm offenbar gewesen, dass ich heute direkt etwas unterzeichne. So viel zu meinem äußerst spannenden Leben. Hat jemand über's Wochenende ein dunkles Erdloch für mich? Habe überhaupt keinen Nerv, morgen bei der Feier zum 93. Geburtstag meiner Großmutti vor der gesamten Verwandtschaft ein "alles ist prima"-Lächeln aufzusetzen und noch weniger ist mir danach, da Fragen nach meiner Arbeit beantworten zu müssen.
  • [quote='kampfzwerg','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=83862#post83862']Kurz gesagt: Mir soll ein Aufhebungsvertrag aufgezwängt werden. Der Personalchef hofft, dass ich den Montag unterzeichne, damit er danach beruhigt in den Urlaub fahren kann. Pustekuchen. Das werde ich in der Form nicht tun.[/QUOTE]Wenn Du einen Aufhebungsvertrag unterzeichnest, wirst Du vermutlich eine bis zu 12-Wöchige Sperre beim Arbeitslosengeldbezug bekommen. Wenn die Dich wirklich raushaben wollen, sollen sie Dir fristgerecht kündigen. Das können die nicht, weil die keinen vernünftigen Grund haben. Denn wenn Deine Arbeit so schlecht wäre, wie angegeben, hätte man Dich innerhalb der letzten Monate abmahnen und Dir Gelegenheit geben müssen, Deine Arbeitsweise zu ändern. Also gibt es nichts an Deiner Arbeit zu kritteln, wenn es in den letzten 11 Monaten (okay, sagen wir 8, wenn man 3 als Einarbeitungszeit nimmt) keinen Anlass gab, mit Dir ein Gespräch zu führen. Die wissen, dass eine Kündigung unwirksam wäre. Also versuchen sie, Dich mit miesen Tricks rauszuekeln. Ich wünsche Dir einen festen Rücken!
    • Offizieller Beitrag
    Ach, Du lieber kampfzwerg, das tut mir so leid. Dem, was die Deern geschrieben hat, ist wohl nichts hinzuzufügen. Lass' Dir nicht auf der Nase rumtanzen. Aber das alles ändert nichts daran, dass einen so was bis ins Mark trifft, persönlich, meine ich. Selbst wenn Du das jetzt durchziehst ... es wird unendlich viel Kraft kosten, weil Dir ja jede Anerkennung verweigert wurde. Ich kann Dir nichts anderes schreiben, als dass ich Dich mal feste drücke. :troest: Außerdem hat mich das Leben gelehrt, dass alles für etwas gut ist. Verliere den Mut nicht und hoffe darauf, dass aus dieser miesen Erfahrung etwas Neues, viel Besseres erwächst. Martina
    [color=#A52A2A][b]Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.[/b] [b]Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im [url='https://www.das-dicke-forum.de/forum/index.php?legal-notice/']Impressum[/url].[/b][/color]
  • Vielen Dank Euch beiden für die lieben Worte und den sachlichen Rat. Die 12-wöchige Sperrfrist ist eine der Sachen, die mir schwer im Magen liegt. Einiges an Tipps habe ich mir auch schon über eine Freundin geholt, die Rechtssekretärin bei ver.di im Bereich Arbeitsrecht ist.
  • Oh mann, das ist wirklich hart. Deern und Martina haben Dir ja schon einiges gesagt, Deine Freundin sicher auch. Also, auf keinen Fall den Aufhebungsvertrag unterschreiben. Wenn Sie Dich loswerden wollen, mach es Ihnen ruhig schwer. So eine Schweinerei. Ich wünsche Dir viel Kraft und gute Nerven. Auch für den Geburtstag Deiner Oma *knuff*
  • :troest2: Das darf ja wohl nicht wahr sein . Es wurde eigentlich schon alles gesagt, dem möchte ich mich anschließen. Wenn noch 5 Leute das gleiche schreiben wird es auch nicht besser. Lass dir den Geburtstag nicht auch noch vermiesen. Deine Oma wird nur einmal 93 .
  • Wenn dein Arbeitsvertrag befristet ist, müssen die den Ablauf der Frist abwarten oder, falls ein Sachgrund angegeben ist (z.B. Elternzeitvertretung) den Wegfall des Sachgrunds (deine Freundin käme plötzlich vorzeitig wieder an ihren Arbeitsplatz). Eine vorzeitige Kündigung ist nicht möglich, es sei denn fristlos, und da braucht es schon einen triftigen Grund. Wobei "triftig" aber unter Umständen ein eingesteckter Kuli sein kann - wir kennen alle den Fall der Supermarktkassiererin. In der Richtung darfst du denen auf keinen Fall Munition geben! Immer streng nach Vorschriften und Gesetz!! Für "leichtere Vergehen" braucht es zuerst eine Abmahnung, bevor gekündigt werden darf. Ich glaube, die Firma will ganz einfach unauffällig und "sozialverträglich" (noch so ein Unwort!) Personal abbauen. Die Zeiten sind im Moment schlecht, und bevor das Stammpersonal angetastet wird, müssen erst mal Leihkräfte und Befristete dran glauben. Das ist Scheiße, aber es ist so. Dafür würde das organisatorische Durcheinander sprechen, von dem du schreibst. Frag mal bei eurem Betriebs/Personalrat nach, wie es um den Laden bestellt ist, und ob Personal abgebaut werden muss oder schon abgebaut worden ist. In dem Fall picken die Personaler sich in der Regel diejenigen raus, bei denen am wenigsten mit Gegenwehr gerechnet wird. Ein bisschen Druck gemacht, von wegen schlechte Leistungen, und viele sind dann froh, wenn sie einen Aufhebungsvertrag unterschreiben dürfen. [B]Ich[/B] würde auf keinen Fall einen Aufhebungsvertrag unterschreiben. Es ist durchaus zumutbar für die Firma, den Ablauf der Befristung abzuwarten, oder stehen die kurz vor der Insolvenz? Dann hättest nicht nur du ein Problem. Wenn dann wieder angeblich schlechte Leistungen deinerseits auf den Tisch kommen, ist das wieder eine andere Baustelle, dagegen kann man sich auch wehren. Seid ihr tarifgebunden? Dann ist das ganze Thema Leistung geregelt und Willkür ist nicht ganz so einfach. Falls sogar eine Abmahnung kommt, hast du das Recht, eine schriftliche Gegendarstellung abzugeben. Das ist unter Umständen wichtig fürs Arbeitsgericht, falls es so weit kommt. Wichtig ist im Moment, dass du erst mal den Arbeitsplatz für das nächste Jahr retten kannst. Du bist nicht verantwortlich für die wirtschaftliche Situation oder das organisatorische Chaos. Versuch mal deinen Chef anzusprechen, ob du wirklich kündigenswert grottenschlecht bist, und was du vielleicht besser machen könntest. Er scheint ja nicht ganz gegen dich zu sein. Wenn er dem Personalchef plausibel machen kann, dass deine Arbeit notwendig ist (irgendwer muss die ja schließlich machen - oder fällt der ganze Geschäftsbereich weg?), werden die nicht jemand Neues einstellen, das kostet ja auch Geld, und der/die muss eingearbeitet werden pipapo. Mannomann. Ich drück dir die Daumen. Im Moment sieht es ja beschissen aus auf dem Arbeitsmarkt. Die Kleinen schickt man aufs Arbeitsamt, die Bonzen kassieren Millionenboni. Grrrr!
  • [quote='Sophie','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=83873#post83873'] Seid ihr tarifgebunden? Dann ist das ganze Thema Leistung geregelt und Willkür ist nicht ganz so einfach.[/quote]Ja, die Stelle geht nach TV-L. [quote]Falls sogar eine Abmahnung kommt, hast du das Recht, eine schriftliche Gegendarstellung abzugeben. Das ist unter Umständen wichtig fürs Arbeitsgericht, falls es so weit kommt. [/quote]Genau die habe ich heute angefangen zu schreiben, obwohl es ja gar keine Abmahnung und eine Frist zur Nachbesserung gab. Wollte einfach mal aufstellen, wie einige Dinge aus meiner Sicht gelaufen sind und warum ich deswegen einige Punkte der "Anklage" unhaltbar finde. [quote]Wichtig ist im Moment, dass du erst mal den Arbeitsplatz für das nächste Jahr retten kannst.[/quote]Ich frage mich schon länger, ob ich die Stelle in der Form überhaupt noch ein weiteres Jahr machen möchte. Inhalte meiner Stelle wurden in der letzten Zeit immer mehr umgemodelt wurden und das, was ich eigentlich eher nebenher machen musste inzwischen meine Hauptaufgabe ist, während mir wegen einer angeblichen "Umstrukturierung" und Neuausrichtung eine meiner liebsten Aufgaben gerade genommen wird. Immerhin ist das als Argument eine Steilvorlage für Bewerbungen... Da meine Stelle nur zu 50% ist und ich gerne mehr arbeiten würde, habe ich mich zwischendurch immer mal wieder auf andere Sachen beworben. Ich will keinesfalls ohne Stelle dastehen, denn ich möchte gerne arbeiten. Leider derzeit sehr schwer, an etwas ranzukommen. Warum jemanden mit meinem Magisterabschluss nehmen, wenn man jemanden mit "Dr." vor dem Namen zum gleichen Geld bekommen kann? Mein Arbeitgeber hofft ja offensichtlich darauf, mich schnell und einfach loswerden zu können, aber ich will mich keinesfalls einfach zu meinem eigenen Nachteil abschütteln lassen. [quote]Versuch mal deinen Chef anzusprechen, ob du wirklich kündigenswert grottenschlecht bist, und was du vielleicht besser machen könntest. Er scheint ja nicht ganz gegen dich zu sein.[/quote]Ich glaube, das Forum ist nicht der richtige Platz, alles sehr im Detail zu schildern, aber lass es mich so ausdrücken: Dem traue ich nicht besonders. Er fällt einem gerne in den Rücken und ich kenne aus eigener Erfahrung und auch aus Erzählungen anderer seine Methoden. Der hat bislang das ganze Spiel des Personalchefs munter mitgespielt, weil er darin für sich selbst auch Vorteile sieht. Dass er mich ausnahmsweise in kleinen "Anklagepunkten" halbwegs in Schutz genommen hat, aber teilweise erst nach dem Personalgespräch, beduetet noch lange nicht, dass er wirklich auf meiner Seite steht! [quote]Die Kleinen schickt man aufs Arbeitsamt, die Bonzen kassieren Millionenboni.[/quote]Dazu könnte ich jetzt eine äußerst treffende Anekdote über meinen höchsten Chef anführen, aber das wäre unklug.
  • [quote='kampfzwerg','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=83884#post83884'] Genau die habe ich heute angefangen zu schreiben, obwohl es ja gar keine Abmahnung und eine Frist zur Nachbesserung gab. Wollte einfach mal aufstellen, wie einige Dinge aus meiner Sicht gelaufen sind und warum ich deswegen einige Punkte der "Anklage" unhaltbar finde.[/quote] Ich würde dir raten, diese Gegendarstellung niemals ohne eine/n Anwalt/Anwältin selber beim Arbeitgeber einzureichen. Erstens können die wenn notwendig die Gegendarstellung so fassen, wie es für dich am vorteilhaftesten ist, zweitens fühlt man sich mit Rückendeckung einfach besser. Geh davon aus, dass es nicht einfach wird und du noch viele Nerven brauchen wirst, bis die Sache ausgestanden ist... fühl dich auf jeden Fall schon mal lieb gedrückt :girlumarm: [quote]Dem traue ich nicht besonders. ... Der hat bislang das ganze Spiel des Personalchefs munter mitgespielt, weil er darin für sich selbst auch Vorteile sieht. Dass er mich ausnahmsweise in kleinen "Anklagepunkten" halbwegs in Schutz genommen hat, aber teilweise erst nach dem Personalgespräch, beduetet noch lange nicht, dass er wirklich auf meiner Seite steht! [/quote] Nein, natürlich nicht! Das ist nur eine Abwandlung des uralten Guter Bulle/Böser Bulle [quote]Dazu könnte ich jetzt eine äußerst treffende Anekdote über meinen höchsten Chef anführen, aber das wäre unklug.[/quote] Genau. Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt sehr unklug und sollte bis auf weiteres nicht zum Thema werden...
  • [quote='kampfzwerg','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=83884#post83884']Ich frage mich schon länger, ob ich die Stelle in der Form überhaupt noch ein weiteres Jahr machen möchte. Inhalte meiner Stelle wurden in der letzten Zeit immer mehr umgemodelt wurden und das, was ich eigentlich eher nebenher machen musste inzwischen meine Hauptaufgabe ist, während mir wegen einer angeblichen "Umstrukturierung" und Neuausrichtung eine meiner liebsten Aufgaben gerade genommen wird. [/quote] Das passiert heutzutage allerdings ständig. Ich kenne fast niemanden, der/die länger als 2 Jahre dieselbe Arbeit gemacht hat. Das würde sogar als Karrierehemmnis gelten. Das einzig Beständige ist der Wandel, wie es so schön heißt. Immerhin bleibt man dadurch geistig flexibel und erstarrt nicht in Routine. [quote='kampfzwerg','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=83884#post83884']Da meine Stelle nur zu 50% ist und ich gerne mehr arbeiten würde, habe ich mich zwischendurch immer mal wieder auf andere Sachen beworben. Ich will keinesfalls ohne Stelle dastehen, denn ich möchte gerne arbeiten. Leider derzeit sehr schwer, an etwas ranzukommen. [/quote] So isses. Also suchen suchen suchen, vielleicht sogar in den "neuen" Bundesländern. Dort wandern Fachkräfte ab, eventuell sind da die Chancen besser, je nach Fachgebiet. [quote='kampfzwerg','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=83884#post83884']Ich glaube, das Forum ist nicht der richtige Platz, alles sehr im Detail zu schildern, aber lass es mich so ausdrücken: Dem traue ich nicht besonders. Er fällt einem gerne in den Rücken und ich kenne aus eigener Erfahrung und auch aus Erzählungen anderer seine Methoden. [/quote] Jaaaa, so einen hatte ich auch mal..... Lass dich nicht kleinkriegen! Wer weiß wozu es gut ist. Vielleicht wartet der Traumjob deines Lebens um die Ecke, und du hättest nie danach gesucht, wenn die dir nicht so blöd gekommen wären. Meiner Schwester ist es so gegangen: wegrationalisiert, aber dann (zwar für etwas weniger Kohle) einen tollen Job mit einem supernetten Chef gefunden. *Daumen drück*
  • [size=8]Jetzt kann ich endlich die Geschichte weitererzählen, wie es mit mir und meinem Arbeitgeber weiter gegangen ist. Ich lasse dabei ein paar Dinge aus, um es nicht zu lang werden zu lassen.[/SIZE] Eins vorweg: Mein direkter Vorgesetzter hat mir gegenüber inzwischen zugegeben, dass ich in gewisser Weise Bauernopfer für verschiedene Versäumnisse bin, die ich nicht unbedingt hätte beeinflussen können. Kein Trost für mich, aber so viel Ehrlichkeit hätte ich ihm fast nicht zugetraut. Vergangene Woche Mittwoch habe ich meinen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Ich habe mich während des Urlaubs des Personalchefs geweigert, da er noch nicht den ausgehandelten Zusatz unterzeichnet hatte, dass mein Arbeitgeber mir im Falle einer Sperrfrist bei der Arbeitsagentur die ausbleibenden Gelder zahlt. Nachdem der Personalchef es bei beiden vorhergegangenen Gesprächen geschickt verhindert hatte, dass ich Unterstützung aus dem Personalrat mitbringe, hatte ich mich für die Unterzeichnung mit einer Vertrauensperson als Begleitung verabredet. Ihr hatte ich in der Woche zuvor schon die ganze Geschichte erzählt und konnte mir ihrer Anwesenheit sicher sein. Mit dem Personalratsvorsitzenden hatte ich ein längeres Telefonat gehabt und ihm nach dem zweiten Personalgespräch eine Stellungnahme geschickt, in der ich die verschiedenen mir gemachten Vorwürfe entkräftige und meine Sicht der Dinge darlege. Ändert zwar nichts am Ausgang der Geschichte für mich, aber der Personalrat hat in einer Sitzung vergangene Woche lange über meinen Fall diskutiert. Dass beim Unterzeichnungstermin die Vertreterin hinter mir auftauchte, ließ den soeben mir gegenüber angeschlagenen schärferen Tonfall des Personalchefs schlagartig in milderen Singsang kippen. Dass ihn die Situation leicht verunsicherte, hat mich gefreut. Auf meine Frage, wie es nun mit Freistellung aussähe, kam nur die Bemerkung, ich hätte ja noch Resturlaub. In den letzten zwei Wochen konnte ich vor lauter Anspannung kaum noch konzentriert arbeiten. Zwischendurch habe ich vor allem versucht, Dinge organisatorisch zu regeln, damit meine Nachfolgerin (die offensichtlich etwa zeitgleich mit dem ersten Personalgespräch mit mir feststand) es einfacher hat, sich zurechtzufinden und damit jene Aufgaben vorbereitet sind, die in der Übergangszeit Kollegen erledigen sollen. Es gibt noch eine Reihe Sachen, die ich vor Verlassen meines Arbeitsplatzes – d.h. vor Beginn meines Resturlaubs – gerne noch erledigt hätte, um ohne schlechtes Gewissen gehen zu können. Es ist nicht meine Art, Arbeit unnötig auf Kollegen abzuladen, wenn ich sie selbst machen kann. Vor allem wollte ich gerne noch einen Termin wahrnehmen, um mich auch persönlich von einer Arbeitsgruppe zu verabschieden, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Inzwischen ist der Ofen bei mir jedoch komplett aus und das vergangene Wochenende hat in mir den Entschluss gefestigt, meinen Arbeitsplatz nach Möglichkeit nicht mehr anzusteuern. Das Spießrutenlaufen der letzten Woche hat mich extrem belastet und auch die Tatsache, immer mehr Leuten erklären zu müssen, dass es gehe und nein, nicht wegen einer neuen Stelle... Die Anspannung und meine momentane Unfähigkeit, meine Gefühle richtig zu kanalisieren, haben mich heute endlich zum Arzt getrieben. Siehe da, ich bin nun für einige Tage mit einer Krankschreibung versehen und danach beginnt mein Resturlaub. Richtig erleichtert bin ich nicht, der Druck fällt noch nicht ab. Ich denke aber, ich werde nun bald wieder besser schlafen, weniger schlecht träumen und vor allem mein angekratztes Selbstwertgefühl wieder aufbauen können.

    Einmal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Absätze eingebaut zur besseren Leserlichkeit

  • Hallo Kampfzwerg, fühl dich mal bitte ganz fest von mir gedrückt :troest: . Ich hoffe für dich, dass du gut über diese schwierige Zeit kommst. elefäntchen :)
  • [quote='kampfzwerg','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=84331#post84331']Richtig erleichtert bin ich nicht, der Druck fällt noch nicht ab. Ich denke aber, ich werde nun bald wieder besser schlafen, weniger schlecht träumen und vor allem mein angekratztes Selbstwertgefühl wieder aufbauen können.[/quote] Du hast gar keinen Grund, an dir zu zweifeln, d.h. dein Selbstwertgefühl zerkratzen zu lassen. Die Geschichte hat nichts mit dir als Person oder deiner Qualität als Arbeitnehmerin zu tun. Du bist ein "Bauernopfer", das die Suppe auslöffeln muss, die andere eingebrockt haben. Eventuelle Vorwürfe braucht der Personalchef als Rechtfertigung, warum er ausgerechnet dich rausgepickt hat. Wenn was dran gewesen wäre, hätte er auch in Anwesenheit des Personalrats draufgehalten. Dich trifft keine Schuld. Du bist doch nicht verantwortlich für Missmanagement, sooo mächtig kann kein "normaler" Mitarbeiter sein. Du teilst leider das Schicksal mit Hunderttausenden zur Zeit. "Spießrutenlaufen" ist eigentlich eine Strafaktion für irgendein Vergehen. Ich glaube nicht, dass deine Kollegen das so meinen, sondern nur ihre Anteilnahme im Rahmen ihrer Möglichkeiten ausdrücken wollen. Der eine oder andere wird vielleicht froh sein, dass es nicht ihn selbst erwischt hat, aber ich glaube kaum, dass da echte Schadenfreude im Spiel ist. Das Betriebsklima scheint bei euch ja nicht exorbitant schlecht gewesen zu sein. Die sollen dir auf jeden Fall ein sehr gutes Zeugnis schreiben - welche Floskeln reingehören oder auf jeden Fall draußen bleiben müssen, kannst du im Internet recherchieren oder bei Personalrat oder Gewerkschaft nachfragen. "Wirtschaftliche Gründe" oder "Umstrukturierungen" bei gleichzeitig erklärtem "außerordentlichem Bedauern" bedeutet in der [B]Zeugnissprache[/B], dass dich keine Schuld trifft. "Gegenseitiges Einvernehmen" ist nicht so positiv. Du hast das Recht auf ein wohlwollendes Zeugnis. Da euer Personalrat sich anscheinend recht intensiv mit deinem Fall beschäftigt hat, könnte er unter Umständen auch Druck machen, wenn die dir kein gutes Zeugnis ausstellen wollen. Kopf hoch!
  • [quote='Sophie','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=84339#post84339'] "Spießrutenlaufen" ist eigentlich eine Strafaktion für irgendein Vergehen. Ich glaube nicht, dass deine Kollegen das so meinen, sondern nur ihre Anteilnahme im Rahmen ihrer Möglichkeiten ausdrücken wollen. [/QUOTE]Das "Spießrutenlaufen" betrifft nicht die direkten Kollegen meines Arbeitsbereiches, sondern den Rest des Hauses (da sind einige Abteilungen). Da hatten letzte Woche Leute irgendwelche Halbwahrheiten aufgeschnappt, fragten dementsprechend unpassend, dass ich mir sehr knappe halbwegs diplomatische Antworten ausdenken musste. Die Blicke waren auch nicht gerade freundlich, gerade im Bereich der Personalabteilung. [QUOTE]Die sollen dir auf jeden Fall ein sehr gutes Zeugnis schreiben [...] [/QUOTE]Ist längst erfolgt, habe ein Zwischenzeugnis für Bewerbungen, das einwandfrei "gut" ist, mit jeglicher notwendiger Formel. Das Zeugnis wird textgleich mein Endzeugnis, das mir mein direkter Vorgesetzter ausstellt. Da sind sogar Dinge gut bewertet, die mir ja eigentlich als Fehler angekreidet wurden... [QUOTE]"Wirtschaftliche Gründe" oder "Umstrukturierungen"[/QUOTE]Das war der einzige Punkt, auf den sich keiner einlassen wollte. [QUOTE]Kopf hoch![/QUOTE]Da gehört er auch hin!