Schlimme Knieschmerzen

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    • Schlimme Knieschmerzen

      Hallo ihr Lieben. Ich w 35 Jahre alt 160 kg ca hab seit ca 2 Wochen schlimme Knieschmerzen im rechten Knie. Und zwar nur bei Belastung. Da ich extrem dicke Beine bedingt durch Lipödem St. III habe habe 8ch natürlich eine Fehlstellung der Beine.
      Angefangen hat alles als ich umgeknickt bin. Tat im Moment weh. Ging aber wieder weg. Dann fing es wieder an weh zu tun und die Schmerzen steigerten sich. Es schmerzt im Kniegelenk außen beim stehen und auftreten. Das ist wie ein stechender brennender Schmerz mit jedem Schritt.... hatte vorher nie irgendwelche Beschwerden in diesem Knie. Höchstens mal nach langem laufen was aber immer nur kurz andauerte und wieder komplett verschwand.

      Vor ca 3 Jahren hatte ich die selben Schmerzen im anderen Knie. Auch aus heiterem Himmel. War beim orthopäden. Der bestätigte mir Verschleiss aufgrund meines Gewichts anhand eines Röntgenbilds und meinte tja da kann man nix machen. Damit müssen sie leben solang sie soooo dick sind. Operieren tut sie mit diesem Gewicht niemand da die Prothese bricht. Das ging fast ein halbes Jahr so. Und plötzlich warder Schmerz komplett weg. Und kam nie mehr wieder. Jetzt habe ich in 2 Wochen Termin bei einem anderen Orthopäden und habe höllische Angst dass der mir sagt es ist ne Arthrose gegen die man nix tun kann.

      Nun meine Frage. Was gibt es denn fürBehandlungsmethoden außer dem Gelebkersatz der bei hohem Gewicht ja nicht in Frage kommt?
    • Liebe Noelpferd,

      ich bin zwar eine Meisterin in Do-it-yourself-Medizin (gern auch mit Hilfe von Dr. Google) und habe schon an vielem mehr oder weniger erfolgreich rumgedoktert, bei dem seriöse Menschen zum Arzt gehen. Aber so leid es mir tut – beim Knie kannst Du nichts selber machen. Natürlich außer den Dingen, die Du vermutlich ohnehin schon probierst: warme oder kalte Umschläge (man spürt schnell, was guttut und was man sofort wieder runterreißen möchte), der gute alte Franzbranntwein und Sportsalben.

      Da es ein Belastungsschmerz ist, würde ich Dir von Schmerzmitteln dringend abraten. Die sind nicht grundsätzlich schlecht, aber eignen sich eher für Dauerschmerz. In Deinem Fall könnten sie dazu führen, dass Du Dein Knie über Gebühr belastest und schädigst, weil Dich der Schmerz nicht mehr davon abhält.

      Blöd ist natürlich, dass Du jetzt noch zwei Wochen warten musst, bis Du zum Arzt kommst. Und dann noch die Angst, die Du ausstehst … das tut mir so leid. Ich glaube aber nicht, dass Du Dir wegen Arthrose allzu große Sorgen machen musst. Ja, es ist gar nicht unwahrscheinlich, dass auch in diesem Knie ein Verschleiß aufgetreten ist, die beiden sind ja schließlich gleich alt und haben den gleichen „Beruf“. Aber im anderen Knie bist Du ja trotzdem wieder beschwerdefrei geworden. Und zwar ganz ohne Behandlung. Dass Deine jetzigen Schmerzen davon kommen, erscheint mir auch nicht sehr einleuchtend, das ist irgendwie viel zu plötzlich viel zu heftig für eine degenerative Erkrankung. Vielleicht hat sich nach Deinem Umknicken ein kleiner Bluterguss oder eine Wasseransammlung gebildet, die jetzt auf irgendeine empfindliche Stelle drückt, das könnte der Grund sein, warum der Schmerz nicht sofort eingesetzt hat. Aber das muss alles der Arzt mit seinen Maschinen rausfinden. Da kommst Du nicht dran vorbei!

      Hoffentlich ist er netter als der andere. Und falls er auch anfängt, Dich mit besserwisserischem „zu dick“ und „abnehmen“ vollzulabern, gibt es auch Mittel und Wege, ihn zu manipulieren, damit aufzuhören und sich was zu überlegen, was Dir Erleichterung verschafft. Ich habe mir für den Fall der Fälle, dass sich ein Arztbesuch nicht vermeiden lässt, schon eine Manipulationsstrategie zurechtgelegt, die ich Dir gern mitteile, wenn Dir keine einfällt. Sie ist noch nicht getestet, aber ich schätze, sie hat hohe Chancen zu funktionieren, und ist in keiner Hinsicht peinlich.

      Dieser Arzt, der gesagt hat, man könne gar nichts machen, ist ein ***Selbstzensur***. Selbstverständlich gibt es konservative Behandlungen für Arthrose und ich finde ohnehin, dass Du noch zu jung für eine solche OP bist. Wäre aus der Rückschau auch blöd gewesen, wenn sie gemacht worden wäre, da es ja sogar von allein weggegangen ist.

      Was Du bis zum Termin machen kannst und auch unbedingt machen solltest, ist die Belastung so gut wie möglich zu vermeiden!

      Natürlich geht’s nicht komplett, Du willst ja noch allein aufs Klo und auch sonst ein bisschen in der Wohnung rumlaufen, aber lass jedes andere Gehen und Stehen bleiben und humple die kurzen Strecken so, wie der Schmerz am geringsten ist, das findet sich meist schnell automatisch raus.

      Stell Dir einen Stuhl in die Küche und erledige alles im Sitzen. Man kommt sich zwar ein wie ein Kleinkind vor, das noch nicht richtig über die Tischplatte gucken kann – aber es geht. Ich habe das wegen Rückenschmerzen schon gemacht und ich bin genau gleich groß wie Du. Bitte andere, für Dich einzukaufen, und wenn das nicht geht, lass einen Lieferdienst kommen. Falls Du berufstätig bist, lass Dich vom Hausarzt krankschreiben. Ein so stechender und brennender Schmerz ist wirklich ein knallrot blinkendes Stoppsignal, das bleibenzulassen, wobei er auftritt.

      Und dann erhole Dich die zwei Wochen einfach ein bisschen im Sitzen und Liegen, damit Dich die Schmerzen nicht zermürben. Im Internet findest Du wunderschöne Videos und Lektüren für jeden Geschmack und Du kannst Dich ja auch ein bisschen mit uns unterhalten.
      Ich drücke Dir die Daumen, dass es bald besser wird.
    • Hallo Noelpferd,

      Knieschmerzen kenne ich gut. Es heißt bei mir offiziell immer es kommt nur vom Gewicht. Aber die Fehlstellung im Fuss tut dem Knie auch nicht gut. Deshalb trage ich Einlagen in den Schuhen, vom Arzt verschrieben damit geht es den Knieen besser. Desweiteren mache ich für die Kniee nicht zu belastenden Sport, Ich fahre Ebike ansonsten habe ich mir die Kniee beim Radfahren überlastet.
      Du kannst momentan nicht viel belasten, solltest aber auf keinen Fall ohne Bewegung sein. Setz dich einfach auf einen Stuhl und bewege die Beine, so sind die Kniee nicht von Deinem Gewicht belastet aber die Muskulatur baut sich nicht ab. Beweg so viel wie du kannst, am besten nutz die Arme auch mit dabei und achte auch auf deinen Rücken und Nacken.

      Liebe Grüße Melisah
    • Meine Angst ist halt dass es wirklich ne Arthrose is und nicht besser wird. Wobei ich mir echt nicht vorstellen kann dass das von jetzt auf gleich kommt. Und dann gleich so das knochen auf knochen reibt dass siese Schmerzen verursacht. Ich hatte wirklich nie Beschwerden mit den knien. Klar nach vielem laufen tats mal weh aber das war binnen kurzer zeit wieder weg.... das knie fühlt sich auch so instabil an irgendwie.... na ich hoffe dass ich vom arzt besser behandelt werde als vom letzten.
    • Also den Quatsch, dass Du mit 160 kg nicht operabel bist, brauchst Du nicht zu glauben.
      Ich bin mit 150 kg dieses Jahr in der Uniklinik Heidelberg operiert worden - mit vollem Erfolg! Eine bessere Klinik hätte ich nicht finden können. Zu keinem Zeitpunkt war mein Gewicht ein Thema (ausser bei dem Aufklärungsgespräch mit dem Narkosearzt dass man halt ein grösseres Risiko hat bei der OP). Die operieren nämlich bis 170 kg. Und da bricht auch keine Prothese. Das ist eine Gemeinheit und Frechheit Dir diese letzte Möglichkeit zu nehmen. Wenn es gar nicht mehr geht mit den Schmerzen, ist das ein gangbarer Weg.
      Klar nutzt sich die Prothese schneller ab, wenn man stark übergewichtig ist. Aber das ändert nichts daran, dass man sie braucht und bekommt. Und sie ist auch nicht gleich nach drei Jahren abgenutzt oder so.
      Ich habe z. B. viel zu lange gewartet, was die OP verkompliziert hat. Ich hatte schon eine Verkrümmung der Knie und Beine, so dass ich 7 cm kleiner war als vorher. Und der Knochen hatte sich schon verändert und dann wird es kompliziert. Aber auch das haben sie in Heidelberg hinbekommen. Ich bin aufgrund dieser Voraussetzungen von dem Leiter des Endoprothetikzentrums Dr. Merle und einem weiteren Oberarzt operiert worden. Auch nach der OP . das Gewicht war kein Thema und niemand hat die Augenbrauen gehoben oder sich dadurch überlastet gefühlt. Das nur als Info, dass die OP möglich ist, wenn sie erforderlich ist.
      Wenn Du irgendwann mal mehr Infos brauchst, schreib mich an.
      Und ansonsten ist Bewegung, also z. B im Sitzen oder mit Theraband im Liegen sehr hilfreich. Das stabilisiert das Knie und bringt dadurch in gewissem Masse auch Entlastung. Es bleibt beweglich.
      Ich finde diese Ärzte, die solche Märchen erzählen oder es nicht besser wissen, was fast noch schlimmer ist, zum K....en. Ach ja, ich sage heute zu meinem operierten Bein "mein gesundes Bein". Irgendwann vergisst Du immer öfter dass Du eine Prothese hast. Und was die Prothese nicht verträgt, merkst Du dann schon. Und alles andere bekommst Du ausserdem an Infos. Abfahrtsski wäre z. B. nichts, aber andere spielen wieder Tennis usw. Aber ich bin einfach froh, dass jetzt wenigstens schon mal die Schmerzen an einem Knie weg sind.
      Morgens wenn ich aufstehe stelle ich mich erstmal auf das operierte Bein und dann auf das schmerzende nicht operierte. Ich weiss was mich bei der nächsten OP erwartet. Aber ich sehe es so, dass ich ja sehe, dass es zu schaffen ist. Und das ist es wirklich. Wenn man die richtigen Ärzte hat. Ich bin ja auch auf Heidelberg aufmerksam gemacht worden.
      Ach ja und eine gute Informationsquelle und Austausch ist auch sehr gut im Deutschen Athroseforum.
      Da kann man sich eben speziell zu diesem Thema austauschen.
    • Hallo Meghan. Leider kann ich dich nicht persönlich anschreiben hier? Was waren denn deine symptome?? Ich hatte eigentlich nie Probleme mit dem knie. Kam vor ein paar wochen total plötzlich. Und jetzt is es so dass wenn ich ein paar meter gehe es mur seitlich von außen so unters kniw fährt und es is ne art wundschmerz. Ein inneres brennen. Das knie ist aber nicht heiss und nicht geschwollen. Kam deine Arthrose von heute auf morgen oder hattest du vorher schon beschwerden?? Wie äußerten sich die schmerzen?? Was kann der orthopäde konservativ dagegen tun?? Vielleicht ist mein knochen ja auch schon so deformiert so dass dieser Schmerz entsteht. Schmerzmittel wie novalgin oder ibu800 helfen kaum. Was stärkeres gibts ja fast nicht oder?
    • Du kannst mir eine PN schicken.
      Ich habe lange lange Jahre trotz stetigem und viel höheren Übergewicht - 188 kg - nie wirklich so Beschwerden gehabt, dass mich das eingeschränkt hätte. Das kam erst im letzten Jahr so richtig. Da hatte ich schlimme Schmerzen. Ich bin aber dann nicht zum Arzt. Ich hab schon gemerkt, dass meine Beine krumm wurden aber lieber alles ignoriert. Dann ging es nicht mehr. Ich bin zum Orthopäden und der hat dann festgestellt, dass schon gar kein Knorpel mehr da sind und die Knochen verformt sind von dem ständigen Druck und Abnutzen.
      Die Schmerzen waren oft wenn ich gelegen hatte und dann aufgestanden bin. Längeres Sitzen war noch schlimmer. Konnte kaum drauf stehen. Die Schmerzen waren oft bohrend. Du solltest das wirklich durch Röntgen abklären, ob es Athrose ist und wo Du stehst mit Deinen Befund. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du keinen richtigen Halt hast im Knie könnte es auch an den Bändern liegen. Das könnte man auch durch Krankengymnastik verbessern. Es gibt konservative Methoden bei Athrose. Liebscher und Bracht ist da sehr bekannt. Die haben eine Physiotherapie erarbeitet, die sehr gut gegen Schmerzen helfen soll. Unter Liebscher und Bracht kannst Du im Internet googlen.
      Aber erstmal klären lassen was wirklich los ist.
      Es gibt stärkere Schmerzmittel.
      Ich habe vor der OP ja keine konservativen Behandlungsmethoden erfahren, da ich so lange gewartet habe.
      Aber das alles kannst Du erfahren im Internet, durch einen guten Orthopäden und Physiotherapie oder eben im Athroseforum.
      Wenn das in Ordnung ist für die Administratoren können wir uns allgemein ja hier weiterschreiben. Wenn nicht dann machen wir es per PN. Solltest Du mir Vertrauliches schreiben wollen, natürlih gerne über PN.
    • Darf ich fragen wie alt du bei diesem Befund warst??
      Meinst du da ich diese Schmerzen ja erst seit ca zwei/drei Wochen habe kann es bei mir schon so schlimm sein? Knirschen höre ich meine knie schon lange. Wenn ich z.b. in die Hocke ging. Aber das tat nie weh. Deswegen kam das für mich allessehr plötzlich. Ich glaube auch dass das mit meiner fehlstellung (x-beine) zusammen hängt.
      Wie lange warst du denn im kh und zur reha?
    • Also ich bin jetzt 53 Jahre alt und hatte nie solche Beschwerden, dass ich es nicht mehr aushalten konnte.
      Erst vor ca. einem Jahr fing es langsam damit an und ich brauchte dann auch manchmal sehr starke Schmerztabletten. Ich hatte schon gemerkt, dass meine Knie sich verkrümmten, so als ob ich immer in die Knie gehe. Das Erwachen kam beim Orthopäden. Der Knorpel war total weg und der Knochen hatte sich schon negativ verändert so dass auch die OP komplizierter war.
      Ich kann Dir nur empfehlen Deine Knie röntgen zu lassen, dann weisst Du Bescheid und kannst reagieren.
      Und der kann Dir auch was dazu sagen, ob eine OP schon ansteht oder es auch konservativ behandelt gehen kann. Ich habe auch X-Beine.

      In der Orthopädie der Uniklinik Heidelberg waren 10 Tage angesetzt weil die OP grösser war wegen der Schwierigkeiten und meinem Gewicht. Normal sind wohl ca. 7 - 8 Tage. Ich bin dann noch länger geblieben weil die Krankenkasse so langsam war. Ich war 14 Tage da und die Reha hat ohne Verlängerung drei Wochen gedauert. Eine Verlängerung war nicht erforderlich, denn ich kam schon super trainiert da an. Ich hatte in der Uniklinik zweimal täglich ! Physiotherapie. Das bekommt man in anderen Kliniken nur wenn man Privatpatient ist.
      Und einmal am Tag Lymphdrainage.
    • @noelpferd Bei deiner Beschreibung würde ich sofort an einen Meniskusriss denken. Seitlich, brennend, nach einem Umknicken.

      Ich bin nämlich damit auch gerade am Kämpfen. Mein Problem ist - ich brauche eine Knie-MRT und finde keine Praxis in der Nähe, die eine ausreichend große Kniemanschette hat. Naja, muss ich halt weiter googeln und rumtelefonieren ;o)
      Einen guten Orthopäden habe ich - der hat mit keinen Wort mein Gewicht erwähnt, hat gut untersucht, wie er konnte - und mich eben zum MRT geschickt...
      Ich bin keine Frau, ich sehe nur so aus.
      (von mir)
    • Hallo Noelpferd,

      na klar Manschetten sind eine schnelle Lösung, da sofort die Stabilität hergestellt wird.
      Oftmals, wie bei mir, half das aber die Entzündung blieb und der Schmerz kam wieder sobald ich die Stabilisierung weggelassen hatte.
      Ich hab mich um die Entzündung gekümmert: Nachdem ich hilfreiche Podcasts gehört habe (zB. [gewerblicher Hinweis durch die Administration entfernt] - absolut zu empfehlen!)
      habe ich mir [gewerblicher Link durch die Administration entfernt]. Beides kombiniert auf den Tag verteilt hat mich nach bereits einigen Tagen wieder lächeln lassen.
      Ein natürlicher Weg - Warum nicht!!!

      Viel Gesundheit und mehr:)
      LM

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: Bitte die Forenregeln beachten!

    • Hallo Noelpferd,

      Vielleicht hilft Dir meine Geschichte etwas weiter:
      Als Studentin habe ich viele Jobs gemacht, u.a. in einer Disko Kellnern, da habe ich mir einen schweren Arbeitsunfall zugezogen. Ich wollte Pause machen, das durften wir nur kurz im Türrahmenbereich eines dunklen Raums. Ich wollte nur einmal frische Luft schnappen, bin zum Fenster gerannt, wusste nicht, dass in dem Raum ein Podest diagonal eingebaut war, voll bepackt mit Bierkästen... Der Sturz war furchtbar. Beide Knie bluteten entsetzlich. Aber ich wollte nicht zugeben, dass ich in den Raum "verbotenerweise" weiter hineingelaufen war... Hatte Angst vor einer Kündigung und habe mit den kaputten Knien in der gleichen Nacht noch weitergearbeitet, auch die nächste Nacht. Dann wollte ich am 3. Tag nachmittags eine Rose pflücken, bückte mich und dann war es richtig aus. Das Knie schwoll zum Ballon, war stark überwärmt und schmerzte fürchterlich. Akute Arthrose. Das Programm für die Akuttherapie hieß: jeden Tag zum Arzt, dort Bandagierungen mit einer desinfizierenden Lösung, Medikamente, Schmerzmittel (habe ich bestimmt "weggelassen"), Aufbaupräparate fürs Gelenk. Danach ca. 1 Jahr Physiotherapie. Ich konnte das schlimmere Bein nicht mehr beugen. Nur gestreckt halten. Das war recht unangenehm, weil ich unter dem Dach wohnte. Immerhin war ich fit und relativ sportlich und wog ca. 67-73 kg. Wieviel genau, weiß ich nicht mehr. Beim Treppensteigen musste ich das Bein komplett gestreckt halten und "seitlich" die Treppe hinaufziehen. 3 mal die Woche war ich schwimmen. Hab nur mit einem Bein geschwommen. Meistens habe ich zwischen 1 und 1 1/2, manchmal auch Ü 2 km geschwommen, also 50 - 75 Bahnen...DAS hat geholfen!!!! Später habe ich sogar unseren Badesee einbeinig überquert.... Das machen auch so nur ganz wenig Leute, weil es ein größerer See ist. (Und jetzt traue ich mir das auch nicht mehr zu). Ich glaube, ohne dieses exzessive Schwimmen wäre das Bein NIE wieder in Ordnung gekommen. Später kam Radfahren dazu. Das Aufsteigen war etwas schwierig, aber das hat mich nicht abgehalten. Die Ärzte konnten nicht glauben, dass ich nach 1 Jahr die Arthrose "besiegt" hatte. Mit meinen jetzigen 113 kg merke ich das Knie hin und wieder leider wieder.... Nach langen Spaziergängen oder längeren Radtouren. Oder wenn ich zu viel sitze.... Ich versuche, jede Stunde 1-2 mal auf meinem Trampolin zu hüpfen, das summiert sich ganz schön am Tag und verbessert das Knie auch sehr.

      Worauf ich hinauswill: man muss versuchen, das Knie sanft und ständig LEICHT in Bewegung zu halten. Manches, was ich früher geliebt habe, wie Seilhüpfen mache ich nur noch selten. Mir selber tun ruhige Sportarten gut: Yoga (mache ich im Moment nicht mehr), Spazieren, Gartenarbeit, Trampolin, Schwimmen (zur Zeit geht es Corona bedingt nicht).

      In einer Zeitschrift habe ich gelesen, dass viele Sportler hocharthrotische Gelenke haben. Die Röntgenbilder sehen erschreckend aus!!! Teilweise so, als ob die Gelenke völlig zerstört sind! Aber durch die starken, stabilisierenden Muskeln wirkt sich die vorhandene Arthrose oft gar nicht "wirklich" aus. In dem Artikel wurde ein Arzt zitiert, dass in Deutschland zu viel operiert wird und viele Leute keinen künstlichen Gelenkersatz bräuchten, wenn die Beine einfach mehr trainiert werden.

      Ich selber habe nichts gegen Gelenkersatz, wenn man ihn braucht.
      Aber vielleicht kann man vorher noch testen, was alles möglich ist, bevor man darauf zurückgreift.

      Bei mir wurden schon mit 15 starke degenerative Abnutzungserscheinungen festgestellt. Mein Skelett sähe aus, als sei ich 85. Das hatte mich damals sehr aufgeregt. Ich war damals mit 54 kg untergewichtig und hatte ein ausgeprägtes Hohlkreuz. Das hat sich zum Glück gebessert.

      Ich denke, dass durch das hohe Gewicht der letzten 5 Jahre die Abnutzungserscheinungen noch gravierender geworden sind. Das Knie knarzt und knackt furchtbar. Aber ich kann mit meinen 52 Jahren zum Glück noch relativ gut und schnell laufen. Und gehe viel und gern spazieren.

      Das wichtigste ist, eben in Bewegung zu bleiben.

      Wäre Wassergymnastik für Dich eine Option oder Reha-Sport? (Natürlich nach der Coronakrise).

      Wenn Du einen Partner/gute Freundin haben solltest: Tanzen hilft auch SEHR. Ich glaube sogar, das ruhige Tänze wie Tango der allerallerbeste Sport bei Arthrose sind. In meiner aktiven Tangozeit, in der ich 2 mal die Woche zum Training ging und jeden Tag zuhause mindestens ca. 45 min - 1 h mit Partner und ca. 30 min allein trainiert habe, waren alle Kniebeschwerden KOMPLETT weg. Schade, dass mein Freund nicht ganz so gerne tanzt... Und ich mit meinen jetzigen Kilos/Alter keinen Tanzpartner mehr finde.... Aber ich tanze gern noch alleine Tangoschritte....;)


      Auf jeden Fall wünsche ich Dir gute Besserung!!!

      viele Grüße, Goldi

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()