Wiegen mit zwei Waagen - Erfahrungen?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    Bitte beachtet unsere überarbeitete Datenschutzerklärung sowie unsere ebenfalls überarbeiteten Forenregeln.

    • Wiegen mit zwei Waagen - Erfahrungen?

      Nee ... es geht nicht um Gewichtsermittlung. Es geht um gleichmäßige Belastung beider Beine.

      Wie schon vielfach berichtet, habe ich eine Blockade in Bezug auf die Belastung meines operierten Beins. Nicht nur, dass ich infolgedessen psychisch nicht von den Stöcken los komme, ich provoziere damit auch permenant muskuläre und statische Dysbalancen, die außerordentlich schmerzhaft sind und mich in meinen Bemühungen zurückwerfen.

      Im September beginne ich deshalb eine Hypnosetherapie.

      Nun habe ich mit meinem Physiotherapeuten unterstützende Maßnahmen erarbeitet. So stelle ich mich nun mehrmals täglich für einige Minuten freihändig auf eine Treppe, das gesunde Bein oben, das operierte Bein eine Stufe tiefer. Das zwingt mich, das gesamte Gewicht auf das Bein zu geben.

      Eine weitere Maßnahme soll das Stehen auf zwei möglichst gleichen Waagen sein. Es ist nämlich auch so, dass ich, selbst wenn ich es mir bewusst mache, keine Gleichbelastung mehr herstellen kann. Ich habe das verlernt.

      Nun möchte ich mir zwei Waagen kaufen. Die gibt es heutzutage für wirklich kleines Geld bei eBay. Meine bisherige Waage (eine Paketwaage) ist zu teuer und auch zu massiv, als dass ich sie mir noch ein zweites Mal kaufen möchte.

      Dennoch: Funktioniert dieses Stehen auf zwei Waagen? Habt Ihr Erfahrung mit dem Wiegen auf zwei Waagen? Kommen da verlässliche Ergebnisse bei raus?
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Hallo Martina!

      Also probiert habe ich es noch nicht, aber mein Gefühl sagt mir - nö das funktioniert nicht.

      Ich war mal an einem Ort, da waren sehr schwere Menschen, für die reichte die Waage nicht. Deshalb sollten sie sich auch immer auf zwei Waagen stellen.Das wurde dann addiert.
      Es kam dazu , daß sich Einige mal auf einer Waage wogen,die für höheres Gewicht ausgelegt war und so wurde festgestellt daß dieses "mit-zwei-Waagen" wiegen sehr ungenau war.
      Also das man so lernt - über Blick auf die Skala-seine Beine wieder gleichzeitig zu belasten, halte ich für unwahrscheinlich

      Wenn ich richtig verstehe geht es Dir um Balance?
      Ich denke da wäre Training auf wackligem Untergund angesagt.
      Trampolin?
      Balancebrett?
      Einfach eine feste Handtuchrolle unter den einen Fuß?
      Auf einer Matratze laufen.
      Nur so spontane Ideen.

      Was mir immer gut getan hat, war und ist Barfußlaufen.
      Über Kiesel laufen.Durch feuchte Wiesen.
      Da muß man sein Gewicht im Lot halten und belastet es ganz anders.

      Meine Physio sagt übrings - jeder hatt einen starke und ein schwache Seite .Die belastet er unterschiedlich.Man soll aufmerksam sein und auch mal die andere Seite belasten..indem man sich zum B einfach andersrum hinsetzt..

      Wenn Du selber meinst die Gehilfen brauchst Du nur noch, weil Du aus psychischen Gründen nicht davon loslassen kannst, dann könntest Du probieren , was passiert, wenn Du sie "einfach" nicht mit nimmst

      Die andere Überlegung, die ich mir mache ...Bist Du Dir sicher, daß Du ohne Gehilfen "sein kannst"?
      Wieso willst Du sie unbedingt loswerden?
      Vielleicht brauchst Du sie ja und vielleicht wäre ja die andere Art an das Problem ran zu gehen, Gehilfen zu finden, die Dir nicht langfristig noch mehr Probleme machen.
      Also wenn man immer an Krücken läuft, entwickelt man Fehlhaltungen.

      Vielleicht geht es darum anzunehmen, daß man eine Einschränkung hat und anstatt die "weg haben zu wollen" darum , einen gelassenen Umgang damit zu finden.

      Das sagt die Richtige :saint: ich tue mich auch sehr schwer damit zu akzeptieren, daß ich nicht mehr mobil wie mit 30 bin.

      Martina, ich habe Deine Krankengeschichte gelesen und ich finde es megatollerstaulich, wie Du Dich zurückgekämpft hast.
      Darauf kannst Du total stolz sein und wenn :humpel: Du nun noch gang -unsicher bist, dann versteh ich das so aus der Ferne total und finde es nicht schlimm, wenn Du Gehhilfen brauchst.
      Vielleicht geht es darum inne zu halten und sich zu fragen.."was will ich..was ist realistischer Weise noch machbar..warum will ich unbedingt wieder frei laufen..was mach es mit mir , wenn das nicht klappt..wann ist man genug...?"

      So ticke ich- ich weiß- aber so ginge ICH an das Thema ran.
    • Nein, ich bin ein sehr reflektierter Mensch mit einem überdurchschnittlich ausgebildeten Körpergefühl:

      Es geht nicht um Balance. Es geht darum, dass ich z.B. in der Küche oder am Geldautomaten stehe und krampfhaft, zunächst unbewusst, das operierte Bein möglichst weit hoch ziehe, damit bloß kein Gewicht da drauf geht. Im Moment mache ich infolgedessen seit fast drei Monaten mit einem eingeklemmten Nerv rum, weil ich ständig schief stehe und die Muskeln mit dieser Hochzieherei überlaste. Wenn ich die Stöcke weglasse, humpele ich, weil ich versuche, so schnell wie möglich wieder auf das gesunde Bein zu kommen und das operierte nicht zu belasten. Selbst beim Sitzen gebe ich unbewusst, das gesamte Gewicht auf die gesunde Seite, weshalb ich neuerdings ein dünnes Polster unter der linken Pobacke liegen habe, das mich nach rechts zwingt.

      Wenn mir das bewusst wird, kann ich das aber nicht wirklich abstellen, weil ich verlernt habe, wie es richtig geht. Dafür ist mir das Gefühl verloren gegangen.

      Es gab einen konkreten Anlass, namentlich eine eMail des damaligen Cheforthopäden einer baden-württembergischen Uniklinik, der der Auslöser für dieses Verhalten ist, das ich von Tag 1 nach der OP an an den Tag gelegt habe und worüber ich schon mit meinem Operateur in der Uniklinik Heidelberg diskutiert habe. Kurz könnte man sagen: Ich hüte mein Gelenk wie meinen Augapfel.

      Da mir das aber, wie oben beschrieben, zunehmend Probleme macht und mich immer wieder in meinem Training zurückwirft, muss ich jetzt endlich die Kurve kriegen. Ich will das nicht mehr. Und da gibt es auch nichts zu akzeptieren, jedenfalls nicht, solange ich nicht alles probiert habe, was hilfreich sein könnte.

      Ehrlich gesagt, war dieser Thread auch nicht dazu gedacht, mir mein Problem erklären zu lassen. Damit habe ich mich ausreichend beschäftigt.

      Ich wollte wissen, was passiert, wenn ich mich mit je einem Bein auf zwei gleiche Waagen stelle. Gelingt es, z.B. auf die eine Waage exakt dieselbe Kilozahl wie auf die andere Waage zu bekommen? Ziel des Ganzen ist, das Körpergefühl für die gleiche Belastung wieder herzustellen, indem ich das richtige Verhalten über die Anzeige auf der Waage kontrolliere.

      Wir haben auch schon in der Vergangenheit mit Waagen gearbeitet, indem wir mehrere hintereinander in einem Gang aufgestellt haben und ich im Vorbeigehen den linken Stock darauf gesetzt habe, um so festzustellen, wie viele Kilo ich auf den Stock gebe. Leider gab es da zuletzt keine Fortschritte.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Martina schrieb:

      Ehrlich gesagt, war dieser Thread auch nicht dazu gedacht, mir mein Problem erklären zu lassen. Damit habe ich mich ausreichend beschäftigt.
      Oh sorry es liegt mir fern jemandem sein Problem zu erklären.Vielleicht verstehe ich die Funktion von Foren falsch.Ich dachte immer das ist so ne Art sich "Schwarmwissen -Gedanken" zu besorgen um sich dann mit den Meinungen anhand anderer Sichtweisen Gedanken zu machen

      Martina schrieb:

      Ich wollte wissen, was passiert, wenn ich mich mit je einem Bein auf zwei gleiche Waagen stelle. Gelingt es, z.B. auf die eine Waage exakt dieselbe Kilozahl wie auf die andere Waage zu bekommen? Ziel des Ganzen ist, das Körpergefühl für die gleiche Belastung wieder herzustellen, indem ich das richtige Verhalten über die Anzeige auf der Waage kontrolliere.
      Das glaube ich nicht, daß das funktioniert.


      Außerdem finde ich daß es dabei durchaus um das Thema Balance geht.
      Darum auch das operierte Bein wieder zu belasten.
      Ich glaube nicht , daß das mit der Methode funktioniert.

      Und ich glaube das lernt sich am Besten wieder , wenn man Übungen macht, wo das Bein zwangsläufig auch Gewicht übernehmen muß.

      Aber Heidelberg ist doch bekannt für eine Superorthopädie.Da sollen die Physiotherapeuten ja wissen ob sowas funktioniert.
    • wilmastante schrieb:

      Oh sorry es liegt mir fern jemandem sein Problem zu erklären.Vielleicht verstehe ich die Funktion von Foren falsch.Ich dachte immer das ist so ne Art sich "Schwarmwissen -Gedanken" zu besorgen um sich dann mit den Meinungen anhand anderer Sichtweisen Gedanken zu machen
      Gerne, wenn danach gefragt ist. Ich habe aber nach den Waagen gefragt und danke Dir diesbezüglich für Deine Meinung. :)

      wilmastante schrieb:

      Und ich glaube das lernt sich am Besten wieder , wenn man Übungen macht, wo das Bein zwangsläufig auch Gewicht übernehmen muß.
      Wie ich ja schon schrieb, mache ich solche Übungen z.B. auf der Treppe. Bei dem Waagen-Experiment geht es darum, das Gefühl dafür wiederzugewinnen, auf beide Seiten das gleiche Gewicht zu geben.

      Ich hoffe zudem, dass es in der Hypnose gelingt, diese eMail von meiner Festplatte zu löschen.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Also ich habe jetzt mal ausprobiert, wie das ist auf zwei gleiche Waagen zu stehen.
      Also sehr unterschiedliche Gewichtung und ich habe es nicht hinbekommen es so aus zu tarieren, daß auf beiden Seiten gleich viel Gewicht erscheint.
      Was mir logisch scheint.Ich glaube nicht, daß man den Körper auf beiden Seiten gleich stark beansprucht.
      Da bräuchte ich ständig eine "Anzeige" vor Augen und müßte sehr diszipliniert darauf achten,daß auf beiden Waagen, das gleiche Gewicht erscheint.

      Wie meine Physio sagt man hat eine Lieblingsseite.
      Die benutzt man mehr.
      So wie rechts- links händig.

      Ich glaube immer noch das Thema ist Balance und die fände sich am besten wieder indem man über wackligen Untergrund geht und genötigt ist sich "auszugleichen".

      Glaube ich. Unfachfrauisches Gefühlswissen :grins:

      Ich wünsche Dir viel Glück mit der Hypnose.
      Habe ich auch schon gemacht.

      Erfolg keiner.
      Ich bin aber auch ein großer Skeptiker allen Heilungsarten gegenüber, die keine handfesten Hintergrund haben.

      Wenn ich ein Problem habe, weil mich eine Aussage quasi traumatisiert hat, dann versuche ich es erstens mit dem Absender zu klären und zweitens mit Psychotherapie.

      Aber ...... es gibt ja viele Wege zum Wunsch. :daumen:
    • Hallo Martina,

      Also mit zwei analogen Waagen (verschiedene uralte Modelle) funktioniert es bei mir. Das Gesamtgewicht ist ungenau, aber es geht dir ja vorrangig um die gleichmäßige Verteilung. Bei Digitalwaagen könnte es bei zu langem Justieren schnell zu Fehleranzeigen kommen, vermute ich (habe nur eine).

      LG, Tanja
    • morgenstern schrieb:

      Also mit zwei analogen Waagen (verschiedene uralte Modelle) funktioniert es bei mir. Das Gesamtgewicht ist ungenau, aber es geht dir ja vorrangig um die gleichmäßige Verteilung. Bei Digitalwaagen könnte es bei zu langem Justieren schnell zu Fehleranzeigen kommen, vermute ich (habe nur eine).

      Hallo Tanja,

      das ist ein guter Denkanstoß und erscheint mir auch logisch. Vielen Dank dafür. - Ich war tatsächlich auf Digitalwaagen fixiert, aber auch die Waagen in der Klinik, auf denen ich das Gewicht probiere, das ich auf den Stock gebe, sind analog.

      Habe mir jetzt zwei Stück bestellt und werde dann in einer Woche berichten, wie das läuft.

      Grüßle,
      Martina
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Hallo wilmastante,

      wilmastante schrieb:

      Was mir logisch scheint.Ich glaube nicht, daß man den Körper auf beiden Seiten gleich stark beansprucht.
      Da bräuchte ich ständig eine "Anzeige" vor Augen und müßte sehr diszipliniert darauf achten,daß auf beiden Waagen, das gleiche Gewicht erscheint.
      ich glaube, Du hast das Problem immer noch nicht verstanden.

      Stelle Dir vor, Du stehst am Geldautomaten oder sonst wo im Leben ... in der Küche, beim Bäcker, in irgendeiner Warteschlange .... Anstatt Dein Gewicht auf beide Beine zu geben, stehst Du nur auf dem linken Bein. Das rechte Bein ziehst Du krampfhaft nach oben. Das tust Du seit vier Jahren so, wenn Du irgendwo stehst, es sei denn, Du hast die Stöcke in der Hand. Dann gibst Du statt des Hochziehens, in meinem Fall, 27 kg auf den gegenläufigen Stock.

      Dieses Verhalten führt dazu, dass Deine ISG Dir sagen: Du kannst mich mal! Was ja irgendwie auch verständlich ist. Wäre ich ISG, würde ich so 'ner doofen Besitzerin, die so unfreundlich mit mir umgeht, auch den Mittelfinger zeigen.

      Nun ja, die Besitzerin, also ich, merkt auf Grund der Schmerzen dann, dass ihr Verhalten den ISG nicht gefällt. Sie versucht, zu entspannen und das Gewicht auf beide Beine zu verteilen. Dabei merkt sie, dass sie vergessen hat, wie das eigentlich geht.

      wilmastante schrieb:

      Ich glaube immer noch das Thema ist Balance und die fände sich am besten wieder indem man über wackligen Untergrund geht und genötigt ist sich "auszugleichen".
      Das hat mit Balance relativ wenig zu tun. Ich kann wunderbar auf dem Posturomed Bälle auffangen usw., obwohl ich auch darauf mehr oder weniger auf einem Bein stehe, weil ich das andere Bein nicht belasten mag.

      wilmastante schrieb:

      Wenn ich ein Problem habe, weil mich eine Aussage quasi traumatisiert hat, dann versuche ich es erstens mit dem Absender zu klären und zweitens mit Psychotherapie.
      Also, wir halten mal fest: Ich habe auf der Suche nach einem orthopädischen Chirurgen, der bereit sein sollte, mir bei meinem sehr hohen Gewicht ein neues Hüftgelenk einzubauen, verschiedene Kliniken angeschrieben.

      Aus einer Klinik erhielt ich die Antwort, dass es Voraussetzung für einen Vorstellungstermin (!!!) in der Orthopädie ist, dass ich zuvor einen Termin in der Adipositaschirurgie derselben Uniklinik gemacht habe, um mir den Magen verkleinern zu lassen. Erst wenn ich mein Gewicht auf diese Weise auf unter 120 kg reduziert habe, kann man mir ein neues Hüftgelenk einbauen. Auf meine Nachfrage, was das soll, habe ich per eMail erfahren, dass ein neues Hüftgelenk bei mir und meinem Gewicht unweigerlich dazu führt, dass ich auf Grund von Wundheilungsstörungen und Infektionen nach einem sechsmonatigen Klinikaufenthalt mit einem Abstandhalter (statt eines Gelenks) im Rollstuhl landen werde. - Diese Option hat sich in mein Unterbewusstsein gegraben; traumatisiert hat sie mich nicht. Jegliche Unbefangenheit zu diesem Thema ist mir allerdings mit dieser eMail abhanden gekommen.

      Dass man mir dann 12 Wochen nach der OP in Heidelberg beinahe noch das Gelenk wieder ausgebaut hat, weil ein übereifriger junger Arzt nach einem Blick auf eine Spannungsblase eine Fistel und damit tatsächlich eine Infektion diagnostiziert hat (also reine Sichtdiagnose aus 1 m Abstand), hat die Angelegenheit nicht leichter gemacht. Das hat mich schon traumatisiert zurückgelassen, so dass ich seither nicht mehr in Heidelberg war und dort wahrscheinlich auch nicht mehr hingehen werde, weil meine Operateure, die mich damals beschützt und gerettet haben, nicht mehr dort sind.

      Dazu muss man wissen, dass ich völlig allein auf der Welt stehe und niemanden habe, auf den ich mich zurücklehnen könnte. Dass ich weiterhin für mich sorgen konnte, war Pflicht, mal ganz davon abgesehen, dass ich mich bis heute weigere, mein Leben nicht zu leben.

      Wie mir bei alledem eine Psychotherapie helfen soll, ist mir unklar. Ich weiß, was das Problem ist und was seine Ursache ist, mal ganz davon abgesehen, dass ich einfach nicht die Zeit habe, mit so was 25 Stunden meiner Zeit zu verplempern. Allenfalls kommt eine Verhaltenstherapie in Frage. Und wie sähe die aus? Ich müsste mich meinen Ängsten stellen. Und wie stelle ich mich in diesem Fall meinen Ängsten? Ich stelle mein gesundes Bein höher als das operierte, so dass das ganze Gewicht auf das operierte Bein geht, und ich stelle mich auf zwei gleiche Waagen, um wieder zu lernen, wie es sich anfühlt, wenn man auf beide Beine das gleiche Gewicht gibt.

      wilmastante schrieb:

      Ich wünsche Dir viel Glück mit der Hypnose.
      Habe ich auch schon gemacht.

      Erfolg keiner.
      Ich bin aber auch ein großer Skeptiker allen Heilungsarten gegenüber, die keine handfesten Hintergrund haben.
      Skeptisch bin ich auch. Allerdings habe ich voriges Jahr eine Schnuppersitzung geschenkt bekommen. Ich habe mir dafür ein ziemlich profanes Thema ausgesucht: Keinen Cappuccino mehr im Büro zu trinken. Obwohl ich es nicht für möglich gehalten habe, das hat funktioniert. Dieser Knopf an dieser Kaffeemaschine ficht mich seit dem 31.10.2017 nicht mehr an. Drei- oder viermal habe ich noch so ein Teil getrunken, weil ich nicht zum Frühstücken gekommen war und Hunger hatte. Jedesmal fand ich die Plörre nur eklig, so dass ich inzwischen sogar lieber den Hunger bis zum Mittagessen aushalte, als dieses Zeug zu trinken. - Am Wochenende zu Hause oder beim Bäcker, das hatte ich mir ausdrücklich so gewünscht, kann ich aber nach wie vor lecker Milchschaumgetränke trinken, wenn mir danach ist.

      Ich habe das Hypnosethema mit meinem Orthopäden in der Rehaklinik und mit meinem Physio dort besprochen. Sie finden das zwar auch schräg, aber sie sehen es wie ich: Im schlechtesten Fall habe ich ein paar Hundert Euro in den Sand gesetzt. Es lohnt sich allemal, das auszuprobieren. Darauf gekommen bin ich übrigens durch eine Reportage im SWR über alternative Heilmethoden, die ich schon vor Jahren gesehen habe. Dort wurde gezeigt, wie ein Hypnotiseur (der im Übrigen nur ein paar Dörfer von mir entfernt tätig ist, allerdings seinen Schwerpunkt inzwischen verlagert hat) einen jungen Berufsmusiker, der auch eine Laufblockade hatte, wieder zum Laufen brachte.

      Zusammenfassend muss man sagen, dass ich das alles auch ein gutes Stück selber schuld bin ... in gewisser Weise jedenfalls. Mein Leben ist so stressig, dass ich meine Energien gleichmäßig auf alle Verpflichtungen verteilen muss. Leider bekommt der Sport, das Training und die Bewegung dabei nicht so viel ab, wie es gut wäre. Drei Stunden in der Woche sind einfach zu wenig in meiner Situation, aber ich muss meine Pflichten erfüllen. Deshalb wird immer irgendwo etwas hinten runter fallen, z.B. vermehrt dieses Forum. Jetzt werde ich meinem Training den höchsten Stellenwert meiner Aktivitäten (abgesehen von meiner Arbeit geben), weil ich einfach keine Lust mehr auf diese Einschränkungen habe.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Hallo Martina,
      Ich hätte dir auch gerade raten wollen, analoge Waage zu besorgen und damit zu probieren. Hängt für mich mit der Funktionsweise der Waagen zusammen. Eine mechanische Waage hat unter der Stellfläche eine Feder, die beim sich drauf stellen verformt wird und anhand dieser Verformung ein Gewicht anzeigt. Eine digitale Waage ist eigentlich schon 4 Waagen - denn in jedem Fuss befindet sich eine Wägezelle (also 4 insgesamt) und das angezeigte Gewicht wird aus der Belastungen der 4 Wägezellen zusammen errechnet. Deswegen soll man auch möglichst still stehen, denn jede Bewegung verändert die Belastung auf die Wägezellen und die Waage beginnt, neu zu rechnen. Bei zwei digitalen Waagen hättest du also 8 Wägezellen, die zu einem Ergebnis kommen sollen. Denke mal, das wäre viel schwieriger zu handhaben.

      Denke aber auch, dass wilmastante's Vorschlag auch nicht verkehrt ist. Barfuss zu laufen zwingt uns zu ganz anderen Gangart und trainiert sehr gut. Wir haben viel verloren, seit wir vermeintlich gute Schuhe mit gutem Seitenhalt usw tragen. Damit machen wir unsere Fuss- und Beinmuskulatur "faul" - und zu diesem "wir" zähle ich mich leider auch. Weder besseren Wissen sozusagen. ;o) Vielleicht mal probieren und schauen, ob man damit weiter kommt? Denn mit Sicherheit weiß du, wo dein Problem liegt. Es kann aber mehrere Lösungen zur Besserung geben ;o)
      Ich bin keine Frau, ich sehe nur so aus.
      (von mir)
    • Hallo stierfrau,

      stierfrau schrieb:

      Barfuss zu laufen zwingt uns zu ganz anderen Gangart und trainiert sehr gut. Wir haben viel verloren, seit wir vermeintlich gute Schuhe mit gutem Seitenhalt usw tragen. Damit machen wir unsere Fuss- und Beinmuskulatur "faul" - und zu diesem "wir" zähle ich mich leider auch. Weder besseren Wissen sozusagen. ;o) Vielleicht mal probieren und schauen, ob man damit weiter kommt?
      vielen Dank für die technischen Erklärungen. Das macht es noch einmal logischer.

      Ich bin begeistere Barfußläuferin. Wenn ich nach Hause komme, fliegen als erstes die Schuhe und dann der BH in die Ecke. :biggrins:

      Barfuß klappt das alles auch tatsächlich besser als mit Schuhen. Nur leider muss ich bei der Arbeit und auf der Straße Schuhe tragen, d.h. ich muss lernen, mit beidem klar zu kommen.

      In der Rehaklinik gibt es einen Barfußpfad. Den finde ich allerdings extrem unangenehm, da ich alle vier Wochen zur Fußpflege gehe und so gut wie keine Hornhaut unter den Füßen habe. Gepflegte Füße sind mir sehr wichtig, aber das ist ein eindeutiger Nachteil gepflegter Füße. Früher, als ich noch einen Garten hatte, habe ich im Sommer immer Hornhaut unter den Füßen stehen lassen, aber das kann ich mir jetzt gar nicht mehr vorstellen. Ich bin insgesamt nicht eitel, aber darauf, dass ich als extrem dicke Frau so ordentliche Füße habe, bin ich stolz.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martina ()

    • Martina schrieb:

      Dazu muss man wissen, dass ich völlig allein auf der Welt stehe und niemanden habe, auf den ich mich zurücklehnen könnte. Dass ich weiterhin für mich sorgen konnte, war Pflicht, mal ganz davon abgesehen, dass ich mich bis heute weigere, mein Leben nicht zu leben.

      Wie mir bei alledem eine Psychotherapie helfen soll, ist mir unklar.
      Also ich stehe, wie viele auch alleine in der Welt.
      Und ich habe bitter lernen müßen, daß ich mit meiner Haltung ich MUSS funktionieren, ich muß ja alles ALLEINE wuppen ins Abseits geriet.

      Und da kann der Austausch mit jemandem helfen, der einem wohlgesonnen ist und mal eine neue Sicht rein bringt.
      Ob daß nun ein Psychotherapeut sein sollte...oder ein Heilpraktiker , der sich auf Hypnose spezialisiert hat..eine gute Freundin....das ist eigentlich egal.
      Für mich war wichtig, zu hinterfragen, ob es nur diese eine Richtung im Leben gibt und Hilfe zu suchen und zu zu lassen.

      MIR hat es geholfen los zulassen.
      Und ich haßte diesen Begriff- LOSLASSEN. Das therapeutische Schlagwort.
      "Was wollen die von mir " fluchte ich.

      Es hat lange gedauert , bis ich es verstand.

      Aber das führt alles zu weit ..hat nichts mit Dir zu tun und mein Leben ist sicher nicht das beste Beispiel.

      Ich hatte nicht die Kraft, meine Ziele lebenslang zu verfolgen.
      Mir fehlte - vielleicht - der Ehrgeiz oder ,es war zuviel ganz alleine, Arbeit und Kind .
      Und mit Disziplin und Pflicht habe ich es nicht so.

      Was mir nach langer Krankheit und Verlust von so ziemlich allem was man verlieren kann, geblieben ist, ist die Erfahrung: es gibt immer ein Danach.Ich muß nicht alles alleine wuppen. Ich darf stolz sein, auf daß was ich erreicht habe. Wirkliche Erfolge sind oft nicht die , die Gesellschaft anerkennt.

      Ich verstehe total, daß einen so Dauerschmerzen nerven und von unfähigen- unempathischen Orthopäden könnte ich auch ein Lied singen, aber ich frage mich ob man seine Ziele nicht anpassen sollte.An die Situation; den Umstand,daß man älter wird.

      Also ich bin Anfang 50 und hab das Glück, daß meine diversen Schmerzen alle noch handelbar sind und ich bisher ohne größere Handicaps bin.

      Aber ich hatte vor kurzem Bandscheibenvorfall und gebrochenen Fuß-gleichzeitig.
      Ich wohne im vierten Stock ohne Aufzug.
      Also ich bekam einen Geschmack davon, wie es sein würde, falls ich irgendwann mal nicht mehr alles alleine wuppe.

      Das sollte jetzt dazu führen, daß ich ganz viel mache um körperlich fitter zu werden, aber wenn ich das "könnte", wäre ich nicht hier.
      Also die Disziplin immer Sport zu machen habe ich nicht.
      Ich geh mit dem Hund und wenn ich es alle paar Wochen ins Schwimmbad schaffe, ist das viel.
      Ansonsten bestehen meine sportlichen Aktivitäten aus mir ein schlechtes Gewissen machen und "Du solltest" denken.

      Wo ich wesentlich mehr Energie reinstecke, ist aber nach Möglichkeiten zu suchen "anders zu leben".
      In Gemeinschaft. Eben nicht mehr völlig auf mich alleine gestellt.

      "Völlig auf mich alleine gestellt sein" ist eigentlich das Einzige, was mich wirklich schmerzt und was ich als Behinderung erlebe.

      Aber nun hab ich Deinen Baum mißbraucht um mir Gedanken zu machen und bin völlig abgeschweift.

      :tschuldigung:
    • Hallo Martina,

      zu deiner Laufblockade nochmal ein anderer Ansatz. Ich hatte die nämlich auch, ich hatte ja so viel Schmerzen gehabt, dass ich mich wohl unbewusst nicht mehr "traute" zu laufen, das gab eine Mischung aus Panik, Schwindel und ganz komischem steifem Gang....
      Wer mir helfen konnte, war eine Physiotherapeutin, die in Alexandertechnik ausgebildet war, sie meinte, der Körper hat nur vergessen, was er eigentlich weiß : Richtig gehen , und man muss ihn lediglich daran erinnern.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Hallo Lisa,

      das klingt interessant und bringt die Dinge gut auf den Punkt. Ich habe ja auch dauernd Angst zu fallen.

      Der nächste zu mir scheint in Überlingen zu sein. Werde ich mich im September mal hinterhängen und schauen, wie ich das in Anspruch nehmen kann.

      Vielen Dank für den Tipp!
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.