Selbstakzeptanz.....kann man das lernen?

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    • Selbstakzeptanz.....kann man das lernen?

      Hallo ihr Lieben,
      ich bin noch ganz neu hier,lese mich grad etwas durch das Forum.
      Ich möchte ein wenig von mir erzählen.
      Meine erste Kur zum abnehmen machte ich mit 6,die zweite mit 8 - danach hab ich dann mit meiner Mutter alle möglichen Diäten gemacht. Keine brachte auf Dauer Erfolg.
      Das zog sich durch mein Leben. Vor gut 8 Jahren hatte ich eine Magenverkleinerung machen lassen,nahm dadurch 60 kg in 2 Jahren ab. In den nächsten 6 Jahren nahm ich gut 20 kg wieder zu - leider. Nicht das ich wieder Massen in mich gestopft hab,aber ich nasche gern und dann viel und arbeite im Service. Habe da den ganzen Tag die leckersten Sachen um mich,klar da wandert das eine oder andere in den Mund. Habe in der letzten Zeit mut WW versucht abzunehmen,ohne Erfolg. Mein Kopf macht da nicht mit,ich merke das ich einfach nicht mehr abwiegen,zählen ö.ä. will. Ixh will einfach leben und zwar so wie ich bin.
      Wie lebt ihr mit eurem Gewicht? Ich möchte mich akzeptieren - wie macht man sowas?
      Gruß Simone
    • Hallo Simone ,

      zu dem Thema hab ich mir die letzten Tage die Finger wund getippt...ich verlinke Dir das demnächst mal.
      Llies mal bissel im Forum..da findest Du viele Berichte dazu.

      Aber was mir gleich so in den Sinn kam, als ich DeinenText las.

      Kennst Du Nicole Jäger?Die Fettlöserin?

      Die berichtet in ihrem Buch auch von Diäten als Kind.Man kann ja kontroverserer Meinung sein zu Frau Jäger...aber wenn Du es nicht kennst..für Dich wäre es sicher interessant, ihr Buch zu lesen.

      Deine Mutter hat da was schlimmes angerichtet, indem sie Dich als Kind in diese Kuren schleppte.

      Selbstakzeptanz ist ein langer Weg.Der mit einer Entscheidung beginnt.

      Ich bin gut so wie ich bin.Genauso bin ich richtig.

      So zu denken kam nicht über Nacht, aber irgendwann habe ich einfach "entschieden" daß es so ist.
      Basta.

      Und dann ließ ich erst mal hübsche, erotische Fotos machen...das half sehr.

      Es heißt aber nicht, daß ich das Dicksein nun super toll finde- schlicht weil es mich behindert- aber mich finde ich super toll....meistens :D
    • Das Buch kenne ich - naja zur Hälfte....
      Einiges fand ich bisher ok,anderes einfach ermüdend. Aber ich hab es noch nicht durch. Bin nicht so ne Leseratte.
      Diese Entscheidung hab ich gestern Nacht getroffen. Ich will mich nicht mehr geißeln und dann todunglücklich und enttäuscht von mir sein wenn ich wieder mal nicht konsequent bin.
      Ich bin ja sehr groß und bis auf meine Beine ist alles "ok"
      Hab in den Beinen ein Lip/Lymphödem - das kann ich ja nicht abnehmen.
      Also erster Schritt ist getan......nur wie nun weiter?
      Ich schau mal im Forum bißchen rum.
    • Selbstakzeptanz - überhaupt Akzeptanz jedweden Ist-Zustandes - ist fast schon eine fortgeschrittene spirituelle oder philosophische Übung.

      Mir hilft dabei, daß ich mein eigenes Leben und die Menschheit insgesamt als Entwicklung betrachte, auf einem Entwicklungsweg, im Moment einfach an irgendeinem Punkt der Entwicklung.

      Wo immer Dein Körper oder Dein Leben im Moment "stehen" mag - es hat einen Grund, warum wir da sind, wo wir im Moment sind. Es hat einen Grund, warum der Körper so ist wie er ist.
      UND jemand hat mal gesagt, dort draußen in den Zwischenwelten schwirren jede Menge Seelen rum, die gerne einen Körper hätten um hier im 3-D zu leben. Die würden jeden Körper nehmen - egal wie er im Moment zurecht ist.

      Dazu kann man stehen wie man will. Trotzdem ist ein dicker, alter oder gebrechlicher Körper immer noch besser als gar keiner.
      Es ist okay. Egal wo Du im Moment stehst, es ist okay.

      Seltsamerweise ist diese Selbstakzeptanz, dieser Punkt des Frieden-Machens mit dem was IST, der Punkt von dem aus Veränderung überhaupt erst möglich ist. Vor der "Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Dir selbst" wirst Du kaum was verändern können.
      Erst wenn Du nichts mehr verändern MUSST, wird sich von selbst was verändern.

      Zum Frieden machen gehört natürlich, daß man jede "Schuld" und jedes negative Urteil über sich selbst heraushält. So lange man sagt hach ich bin so häßlich und so dumm und überhaupt so schlecht und undiszipliniert ... - na Du weißt was ich meine, der "übliche" innere Dialog - so lange man ein negatives Selbstbild "füttert", ist Veränderung nahezu unmöglich.

      Doris Lessing hat das mal schön gesagt - erst im Frieden kann wieder etwas aufgebaut werden, erst im Frieden kann etwas Schönes geschaffen werden. So lange Krieg herrscht - und das bedeutet auch: so lange wir im Krieg mit uns selbst und unseren "schlechten Charakterzügen" leben - so lange Krieg herrscht, gehen alle Ressourcen in die Vernichtung und Zerstörung.

      Innerer Friede ist die neue Million!
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • darum geht es

      Liebe Issi,

      das hast Du sehr schön zusammen gefaßt.
      Genau darum geht es.

      Um den Inneren Frieden, aus dem heraus dann neues wachsen kann.

      @ sprotty

      Also ich würde mir überlegen, was ich mich alles nicht getraut habe..mir untersagt habe..weil " das mach ich wenn ich abgenommen hab" im Weg stand.

      Und dann würde ich damit anfangen mir was hübsches zum Anziehen zu kaufen.Am besten was , was meine guten Seiten unterstreicht..und die hat jeder....
    • Sprotty68 schrieb:

      Ixh will einfach leben und zwar so wie ich bin.
      Dem steht nichts im Weg! Und es ist durchaus möglich. In kleinen Schritten, oder auch in großen, je nach Temperament. Du bist schon weit gekommen, wenn Du diesen Satz so für dich sagen kannst. Alles andere folgt von selbst. Garantiert!

      Viele Leute kommen nie bis dorthin. Weil ihnen die Meinung anderer immer wichtiger ist als die eigene. Das ist manchmal traurig anzusehen.

      Beruflich habe ich als Dozentin mit sehr vielen Leuten in der Woche zu tun, sehr jungen, jungen, älteren, alten. Auch in unterschiedlichsten Gewichtsklassen. Momentan habe ich eine Kursteilnehmerin, die eine sprudelnde, erfrischende Art hat, sie wiegt vielleicht 125 kg, aber sie ist bei weitem die Hübscheste (wenn man überhaupt in solchen Kategorien denken möchte)! Es ist ihre Ausstrahlung, ihr Lachen, ihr Esprit, der Mut, auch mal etwas Unbequemes zu sagen, die Beweglichkeit, ihr Schwung, und es stört gar nicht, wenn die Mehrfachrettungsringe sich überdeutlich durch ihre dünnen Pullis abzeichnen. Das gehört einfach zu ihr, zu ihrem begeisternden, offenem Sonnenschein-Gesamtpaket.

      Mit meinen Studenten an der Uni mache ich Übungen zum Thema Wahrnehmungsschulung, Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen der Ästhetischen Bildung. Eine Übung lautet, an einem "häßlichen" Menschen etwas Schönes, Berührendes zu entdecken. Oder umgekehrt: an einem "schönem" Menschen, etwas Häßliches. Da kommen sehr oft interessante Texte bei raus.

      Eine andere Übung: 20 positive Eigenschaften über sich notieren, dann 20 Dinge, auf die man stolz ist.

      Vielen fällt nur wenig ein und sie fangen anfänglich an, sich zu "beschweren". Oft geschieht zum Ende der Stunde etwas für mich gar nicht mehr Überraschendes: es fällt ihnen "dann doch" viel mehr Positives zu sich ein, als ihnen bewusst ist. Und es ist schön anzusehen, wie manche leuchtende Gesichter bekommen und etwas mehr von sich begeistert sind.

      @Issi :danke:

      @Sprotty: Nicole Jäger hat auch einen Blog und es gibt Interviews und Videos über sie bei Youtube. Den Film, wo sie übergewichtige Menschen in ihrer Beratung berät, gefiel mir ziemlich gut. NJ wirkt ja manchmal etwas zu laut, zu krass auf mich, aber in diesem Beitrag zeigt sie ihre verständnisvolle Seite und geht recht differenziert mit den Ratsuchenden um, recht sympathisch-offen, mit einem Schuss Humor.

      Ihr Buch habe ich nicht gelesen.

      Ich selber habe auch mittlerweile nur noch leichte Probleme mit der Lymphe. Meine maßangefertigte Bestrumpfung ziehe ich schon seit Jahren nicht mehr an.

      Was mir half: extrem viel Schwimmen. Nach jeder Schwimm-Session musste ich unglaublich viel auf toilette, da wusste ich, es hilft. Jetzt schwimme ich nur noch im Sommer viel. Hüpfe aber dafür passioniert und oft am Tag auf meinem Bellicon-Trampolin. Das hat die Unterschenkel, besonders die Füße unglaublich dünn gemacht. Auch die Oberschenkel sehen jetzt ganz anders aus als vorher. Hätte ich vorher NIE für möglich gehalten.

      Das unangenehme Druckgefühl im Bein ist noch nicht völlig weg, aber sehr gut erträglich. Und wenn ich weniger arbeiten muss und machen kann, was ich will, ist das Bein meist super und voller Leichtigkeit.
    • Nicole Jäger - ist das die mit den “Fettlogiken“?
      Wenn ja, so behauptet in ihrem Buch, monatelang von nur 500 kcal pro Tag gelebt zu haben, nämlich in der Zeit als sie sich fast nicht bewegen konnte.

      Und wenn wir dasselbe machen, sind wir bald alle schlank und alle glücklich.

      Ich verstehe nicht, was sie mit Selbstakzeptanz zu tun hat.
    • zu Frau Jäger:

      Erst war ich beeindruckt von ihrer Leistung...inzwischen bin ich skeptisch, ob das alles so stimmt.
      Sie ist mir eine Antwort schuldig, ich hab sie über ihren Blog mal gefragt.".mir fehlt der eine Teil der Geschichte..wer waren deine Dealer..wer hat dich mit Essen versorgt, als du nicht mehr raus konntest?
      Nur der Pizzadienst wirds nicht gewesen sein..."

      Hätte ich interessant gefunden die Seite vom Bild..oder wo man da einen Mann findet der einen heiratet...wenn frau nicht raus geht...und 340 kg wiegt...

      170 kilo einfach so abnehmen...also mit den Maßnhmen mit denen es hier wohl die Meisten schon versucht haben...geht das?

      .....hmhmhm....

      Egal, sie ist schon eine beeindruckende Persönlichkeit,
      aber der Hype um sie gefällt mir gar nicht.
      Und seit sie berühmt ist schreibt sie auch nicht mehr im Blog...

      Und wie geht es weiter..also ok sie macht jetzt Kabarett und ist bekannt...aber was macht die Gewichtabnahme...?

      Das zweite Buch würde ich nie kaufen..da geht es ja wohl nur noch darum, daß man damit Geld machen kann....

      Ach egal....als sie vor so drei Jahren auftauchte, war das alles schon interessant...aber was draus wurde, ist mir zuviel ....Geschäft.Geht nicht mehr um die Sache.
    • Selbstakzeptanz... hat viele Seiten und ist ein individueller Prozess, würde ich sagen.

      Für mich geht es dabei darum, sich nicht nach anderen zu richten, die nicht im eigenen Körper leben, sondern sich auf sich selbst zu beziehen. Nicht in der Vergangenheit des Körpers zu leben, sondern im Hier und Jetzt. Es schließt für mich auch mit ein, sich nicht mit anderen in den Kategorien gut vs. schlecht zu vergleichen.

      Das, was jetzt ist, ist der Ausgangspunkt. Es wird nicht besser, wenn man sich Dinge zurückwünscht, die früher waren. Es wird auch nicht besser, wenn man sich Dinge von anderen wünscht, die nicht kompatibel mit einem selbst sind. Es wird aber besser, wenn man Dinge akzeptiert, die gerade sind, und davon ausgehend Ziele entwickelt, die möglich sind, und diese konkret, Schritt für Schritt, umsetzt. Wünsche und Träume können einem dabei helfen, diese Ziele zu entwickeln. Und aus einem "das geht aber nicht" ein "warum eigentlich nicht" zu machen. Dazu gehört dann auch, sich von Dingen zu verabschieden, die einen nicht voranbringen, das ist manchmal schwer.

      Diese Herangehensweise kann man auch beim Prozess der Selbstakzeptanz einsetzen. Zum Beispiel der Wunsch: "Ich will wieder glücklich sein." Dann kommt das Ziel "Ich bin glücklich, wenn ich mich selbst akzeptiere, demzufolge möchte ich lernen, mich selbst zu akzeptieren." Was ist dann nötig: Ggf. noch konkreter formulieren, was das eigene Ziel ist. Sich von Vorstellungen und Wünschen zu befreien, die einen selbst daran hindern. Dinge tun und sagen, die man mit Selbstakzeptanz verbindet usw. Das kann Angst machen und sich komisch anfühlen, vielleicht macht man also erstmal kleine Schritte. Und wiederholt sie. Und macht mehr. Nach einer gewissen Zeit, die man auch selbst festlegen kann (1 Monat, 6 Monate, 12 Monate...), blickt man zurück und prüft, wie viel näher man seinem Ziel gekommen ist. Davon ausgehend kann man dann das Ziel ändern, oder die Mittel, mit denen man es erreichen will. Und wieder weitermachen.

      Das ist das, was mir geholfen hat. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen, und es ist wichtig, dass du für dich herausfindest, welcher Ansatz für dich passt.

      LG
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)