Neues von der Cholesterin-Front: Ein Klassiker!

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    • Neues von der Cholesterin-Front: Ein Klassiker!

      Heute geistert eine Meldung durchs Land, die von vielen Medien so oder so ähnlich aufgemacht wurde:

      Forschung: Kochen mit Pflanzenöl kann das Herz schädigen

      Wenn man den Artikel liest, kommt man als einigermaßen verständiger Mensch zu dem Ergebnis, dass nicht das Pflanzenöl das Herz schädigt, sondern ein Mangel an tierischen Fetten und ein damit möglicherweise zu niedriger Cholesterinspiegel ... also so ziemlich das Gegenteil von dem, was sie uns seit Jahrzehnten erzählen.

      Letzteres ist natürlich sehr erhellend und bestätigt meine quellenbefreite, sehr subjektive These, dass Eingriffe in unser System zur Beeinflussung eines bestimmten Aspekts eine Kettenreaktion auslösen, die die vermeintliche Gesundheitsverbesserung ad absurdum führt.

      Fahrlässig finde ich aber auch diese Art, einen Artikel zu betiteln, denn viele Menschen lesen nur die Überschriften und das bleibt dann hängen.

      Nach längerem Suchen fand ich einen Artikel, bei dem der Redakteur kapiert hat, worum es eigentlich geht:

      Zu wenig "böse Fette" können auch krank machen
    • Ja, aber die Überschrift ist auch irreführend. Es ist ja nicht so, dass pflanzliche Fette schädlich sind. Schädlich ist es, komplett auf tierische Fette zu verzichten ... behaupten die jedenfalls ... bis wieder jemand etwas anderes sagt ... :rolleyes:
    • Nur am Rande und alles davon mit einem Augenzwinkern zu verstehen: ;)

      Martina schrieb:

      Ja, aber die Überschrift ist auch irreführend. Es ist ja nicht so, dass pflanzliche Fette schädlich sind.


      Das wäre die deutsche Lesart. Diesen Sinn meinte ich zuerst ebenfalls zu erkennen.

      Liest man es "österreichisch", könnte man die Überschrift auch so verstehen, dass pflanzliche Fette zwar gesund sind, aber eben nicht das Überdrübersuperlebensmittel. Hier liegt die Betonung auf dem Wort "sooooooo".

      Übrigens, weil ich mir das immer wieder denke:
      Für österreichische Ohren (also zumindest meine) ist es ziemlich irritierend, wenn "laufen" als Synonym für "gehen" verwendet wird, wo doch völlig unterschiedliche Bewegungsmuster dahinterliegen. Getrennt durch die gemeinsame Sprache. ;)
    • Martina schrieb:




      Das ist ein ganz wunderbarer, wahrer Satz.
      Also was mich betrifft, ignoriere ich seit jeher sämtliche Vorschläge, was ich essen sollte bzw. was nicht.
      Ich eße worauf ich Lust habe.
      Da kommt am Ende etwas raus, was man , eine ausgewogene Ernährung nennen kann.
      Da ich Kinder habe, die alle noramlgewichtig sind und auch sonst immer andere verköstige- also bisher hat noch keiner gesagt, daß meine Ernährung "komisch" ist oder ihr was fehlt.

      Ich denke morgen ist es wieder was anderes , was wir essen sollen oder lassen nicht.Was uns ganz bestimmt umbringen wird.
      Das sollte man einfach überlesen und sich auf seinen Körper verlassen.
      Studien mit kleinen Kindern , denen man es selbst überläßt, was sie essen dürfen, zeigen , daß die dann am Ende so essen, daß sie mit allem versorgt sind.

      Also mal ein wenig Vertrauen in die eigenen"Natur", ist mein Rezept.
    • Ich habe genetisch bedingt einen niedrigen Cholesterinspiegel - und das ist überhaupt nicht sehr gesund!!!

      Mit meinem Gewicht hatte mein Cholesterinspiegel nie etwas zu tun.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Was ich aus den Artikeln herauslese, ist, dass die Senkung des Cholesterinspiegels im Blut nicht zu der erwarteten Wirkung der Reduzierung des Herz-Kreislauf-Risikos führt. Die durch angepasste Ernährung erzielte Cholesterinsenkung kann sogar andere (schädliche ) Nebenwirkung haben.
      Die Frage ist hier, beruht das überraschenderweise erhöhte Herz-Kreislauf-Risiko auf irgendeiner Wirkung der pflanzlichen Fette, oder auf der Cholesterinsenkung als solcher?
      Unter dieser Fragestellung könnte man auch mal die medikamentöse Cholesterinsenkung hinterfragen.
      Aus irgendeinem Grund hat die menschliche Evolution das Cholesterin in unseren Stoffwechsel eingebaut, und es scheint so wichtig zu sein, dass der Körper es selber erzeugt, wenn es nicht ausreichend von außen zugeführt wird - daher soll man ja auch Medikamente nehmen, um diesen Mechanismus zu unterbinden.
      In dem Zusammenhang mit Demenz wissenschaft-aktuell.de/artike…esterin1771015587220.html
      ist man mittlerweile auch zu dem Schluss gekommen, dass Cholesterinsenker mit Vorsicht zu "genießen" sind, aber zur Prophylaxe von Herz-Kreislauferkrankungen das Demenzrisiko in Kauf genommen werde sollte. Pffft.

      Ehrlich: wenn mir etwas gut tut, esse ich es, und wenn es noch so "böse" ist. Lieber trinke ich so richtig fette Vollmilch, als 0,5%-Plörre. Und Pflanzenöl am Salat schmeckt nun mal besser als Schweineschmalz....

      Es steht aber eine milliardenschwere Industrie dahinter mit Millionen von zwangsweisen Langzeitkunden. Wie soll man es sich denn erklären, dass dies besagte Studie 45 Jahre in der Schublade lag?
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Ich habe das nicht so verstanden, dass man nun Pflanzenöle wieder durch tierische Fette ersetzen soll. Ich denke, wie bei fast allem macht's die Mischung.

      Unabhängig davon, dass ich kein Cholesterin-Problem habe, würde ich freiwillig niemals fettarme Milch trinken. Es gibt da nämlich noch einen ganz anderen Aspekt: Der Körper wird mit Lebensmitteln um so besser fertig, je naturbelassener sie sind. Die Milch, die ich von allen am besten vertrage, ist die vollfette Rohmilch aus der Milchtankstelle um die Ecke. Und die und nur die trinke ich auch, und zwar unabgekocht. Nur wenn ich keinen Zugriff auf frische Rohmilch vom Bauern habe, trinke ich ganz normale Vollmilch.

      Mir ging es zum einen darum, dass sich mal wieder eine Regel, die uns jahrzehntelang bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit unter die Nase gerieben wurde, als nicht haltbar erweist. Und dann ging es mir noch darum, dass die Art der Berichterstattung im Hinblick auf die angebliche Schädlichkeit von Pflanzenölen irreführend ist.
    • Stimmt. Die weitverbreitete Lactose-Intoleranz gibt sich oft von ganz allein, wenn keine Magermilch mehr getrunken wird, sondern Vollmilch. Das Milchfett hält den Milchzucker länger im Dünndarm, sodass er besser verdaut werden kann. Manche Eltern wissen gar nicht, was sie ihren Kleinkindern mit Magermilch antun.
      Vor 600 Jahren war es "offensichtlich", dass die Erde eine Scheibe ist. Man hat sich dann auf die Kugelform geeinigt (die auch nicht so wahr ist, sondern mehr eine abgeplattete Mandarinenform), und ist im Moment bei Kräuselungen des Raum-Zeit-Gravitations-Feldes...
      In der Biologie gibt es keine simplen Kausalitäten in Wenn-Dann-Beziehungen. Wenn aus bloßen Korrelationen dann "Vorschriften" abgeleitet werden, sträuben sich der Mathematikerin in mir die Haare.
      Manche neuen Erkenntnisse verbreiten sich schneller als andere, es kommt immer darauf an, wer womit wieviel Geld verdienen kann.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Etwas ähnliches gibt es auch bei Fructose-Malabsorption. Wenn ich ordentlich Glucose oder Saccharose drantu, bleibt die Fructose länger im Dünndarm und ich krieg keinen Dünnpfiff. Bei der Gelegenheit hab ich das mit der Lactose erfahren.
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