tagesplan/hunger

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    • tagesplan/hunger

      hallöchen

      was eßt ihr so zum frühstück,mittag und abendbrot ?
      eßt ihr,zwischendurch,auch mal ein stück kuchen ?
      einige sagen ja,zum frühstück nur kohlenhydrate,mittag normal und abends nur proteine !??
      das habe ich alles schon durch und habe es,leider,nicht durch gehalten ! :(
      ich kann auch kein müsli essen,das ist für mich keine "richtige" mahlzeit !
      ich bin eher der deftige typ und esse auch gerne kuchen,leider. :(
      ich habe in einem cafe gearbeitet,wo wir jeden tag die schönsten sachen gebacken haben und natürlich wurde auch gekostet und dann auch noch etwas mit nach hause genommen.
      ich weiß,daß das falsch war,aber ich konnte nicht anders !
      wenn ich mir alles versage,dann werde ich ungnädig und bin frustiert.
      wenn ich jetzt einkaufen gehe,dann komme ich am backstand vorbei,wo so richtig schöne streuselschnecken ( mit zuckerguß ) liegen und immer gehe ich dran vorbei,was nicht gerade meinem wohlbefinden gut tut !!!
      kennt ihr so ein gefühl ?
    • Ich glaube nicht, dass es irgendjemanden weiterbringt, wenn er weiß, was andere so im Laufe des Tages zu sich nehmen. Ernährung ist ein höchstindividuelles Thema und jeder muss für sich selbst herausfinden, was ihm gut tut (und auch was ihm nicht gut tut).
    • Wenn ich Deine Fragen so lese, habe ich den Eindruck das Thema Essen hat für Dich fast religiöse Züge - es scheint für Dich mit Sünde/Verboten/Schuldgefühlen verbunden zu sein?

      Was ist denn schlimm daran, mal ein Stück Kuchen zu essen, wenn man Lust darauf hat?

      Verbote, Vorschriften etc. erzeugen m.E. nur Frust und Frust tut garantiert nicht gut.

      Am Ende, ist man evtl. vor lauter selbstauferlegtem Verzicht so frustriert, dass man vor Frust dann nicht ein Stück Kuchen mit Genuß und gutem Gefühl ißt, sondern mehr als man eigentlich verträgt.

      Dann gibt's Magenschmerzen, man redet sich ein noch schlechteres Gewissen ein usw. usf. ...

      Dann doch lieber ein Stück mit Freude!

      Höre doch einfach mal auf Deinen Körper und lebe mit ihm ... wer weiß, warum Du Hunger auf etwas hast - vielleicht ist in dem jeweiligen Lebensmittel etwas enthalten, was Dein Körper gerade dann benötigt?

      Ich persönlich versuche das zu essen, was mein Körper und meine Seele benötigt. Und zwar quer durch alle Nahrungskategorien - zumindest soweit ich sie vertrage und mag ;) Und je entspannter ich gegenüber dem Essen bin und je besser ich in mich höre, was ich eigentlich brauche, desto besser geht es mir. (Insofern würde es Dir auch nichts bringen, wenn ich aufschriebe, was genau ich wann esse.)
      Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat,
      der wäre auch nicht mit dem zufrieden, was er haben möchte. (Berthold Auerbach)
    • schlemmereule schrieb:

      wenn ich mir alles versage,dann werde ich ungnädig und bin frustiert.

      Wer sagt denn, dass du dir "alles" "versagen" musst? Je mehr du dir "versagst", also je verbotener etwas ist, um so begehrenswerter wird es auch. Ein Stück Kuchen mit Freude bewusst genossen macht weniger dick, als Frust und Entbehrungsgefühle und dann drei Stück gierig und mit schlechtem Gewissen heruntergeschlungen (weil man ja weiß, dass man sich anschließend wieder alles versagt, also wenn schon denn schon..)

      Je strikter die Ge- und Verbote gesetzt sind, um so rabiater lehnt sich die Seele dagegen auf. Je strenger die bewusste Kontrolle, um so heftiger der Kontrollverlust, so war es jedenfalls bei mir.
      Bei mir hat also ein eher lockeres Zügeln besser geholfen als Tagespläne/Regeln/Diäten/Sich-Versagen. Also nicht "nie wieder Kuchen", sondern "Kuchen ja, aber nur ein Stück, und das koste ich ganz genüsslich aus, scheiß drauf was die Leute sagen"
      Dieses Wissen, dass ich jederzeit, wenn ich wirklich will, ein Stück Kuchen essen werde, hat bei mir letzten Endes zu milderen Essanfällen und auch zu einer langsamen Abnahme geführt.
      Wenn ich mit schlechtem Gewissen Kuchen gegessen habe, habe ich möglichst schnell gegessen (dann war es irgendwie nicht so wahr), und dann natürlich auch gar nicht den Spaß dabei gehabt, den ich mir dabei erhofft hatte. Und dann war da immer noch die Lust auf Kuchen da.
      Bei einem bewussten Essen, dabei jede Kirsche geschmacklich nachklingen lassen, dieser Bissen schmeckt etwas vanillig, jener mehr nach Röststoffen, sich vorstellen, wie die Kirschen gewachsen sind mit Bienen und Blüten und Regen und Sonne... ist das Genusserlebnis viel intensiver und länger. Dazu braucht man keinen gedeckten Tisch und Trallala, sondern einfach nur Bewusstsein.

      Letzten Endes brauchte ich dann auch nicht mehr so viel, um mich gesättigt zu fühlen. Seit 5-6 Jahren habe ich unterm Strich 1-2 Kleidergrößen abgenommen, aber ohne Diät und Sich-Versagen, sondern weil ich "gefühlt" mehr aus dem Essen rausgeholt habe und dadurch letzten Endes weniger besinnungslos gefressen habe.

      Fazit: ich habe keinen Plan, sondern esse nach Lust und Gefühl - echtem Gefühl, nicht als vom Kontrollverlust Getriebene oder nach gesellschaftlichen Regeln. Da gibt es zum Frühstück auch schon mal Reste vom Blumenkohl oder Nudeln mit Oliven, und mittags hab ich Gibber auf Tomatensaft.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Tosca schrieb:

      Wie kommst du darauf? Aufgrund der Rechtschreibung oder des Inhalts?


      Über wirkliche Probleme mit Rechtschreibung würde ich mich nie lustig machen.
      Der Satz "Bitte ferlasse uns" bezieht sich aber auf ein sehr bekanntes Forum, das sich über alles auf Gottes weiter Welt lustig macht, eben auch über Dicke und ich könnte schwören, dass schlemmereule dort entsprungen ist. Ich denke der- oder diejenige wird den Bezug schon verstehen.
      Was mich darauf bringt ist u.a. die bildliche Vorstellung davon, dass jemand in diesen Haufen Schokoriegel (verlinktes Bild) knien möchte.
      Das ist nicht sehr schwierig darin den Spott zu erkennen. ;)
    • Kaktusblüte schrieb:

      ...bezieht sich aber auf ein sehr bekanntes Forum, das sich über alles auf Gottes weiter Welt lustig macht, eben auch über Dicke ...


      Kannst oder möchtest Du den Namen dieses Forum nicht sagen?

      Mir z.B. fällt nichts dazu ein ... aber evtl. ware es ja eine Warnung für andere hier, dieses Forum kritisch zu betrachten, falls es einen dort hinverschlägt, wenn dort der Ton so unfreundlich ist?

      (Generell denke ich, man kann ruhig Ross und Reiter nennen, wenn man sachlich seine Bedenken/Meinung äußert ... ich persönlich mag keine "versteckten Hinweise", die nur "Eingeweihte" deuten können ... entweder offen darüber redden oder gar nicht ... just my two cents und absolut konstruktiv gemeint!)
      Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat,
      der wäre auch nicht mit dem zufrieden, was er haben möchte. (Berthold Auerbach)
    • ich esse auch gerne Schokolade, doch einen Fetisch habe ich nicht damit. (das verlinkte Bild und "sich reinknien" weckt in mir diese Assoziation, tut mir leid...)

      Aber wieso glaubt ihr, dass Schlemmereule ein fake ist? Gefühlte 85% der Frauen ticken so, Essen hat Sex als Tabu schon längere Zeit abgelöst.
      Zu viel Essen ist auch im katholischen Katechismus eine Todsünde ("gula", die Völlerei)

      Gruß Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Eins steht fest schlemmereule,

      wenn Du Dich hundert mal am Tag in einen Berg Schokolade kniest (und jeweils wieder aufstehst) dann hast Du Dich sportlich gut betätigt und keine einzige süße Kalorie zu Dir genommen. Davon, den Berg Schokolade zu verputzen, hast Du ja nichts geschrieben...

      Abgesehen davon:
      Wenn Du Dich wieder meldest, kannst Du ja mal klar stellen, ob Du nur versuchst uns hier auf die Schippe zu nehmen, oder ob Deine Fragen ernst gemeint sind. Okay? :D
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Kaktusblüte schrieb:

      Über wirkliche Probleme mit Rechtschreibung würde ich mich nie lustig machen.
      Der Satz "Bitte ferlasse uns" bezieht sich aber auf ein sehr bekanntes Forum, das sich über alles auf Gottes weiter Welt lustig macht, eben auch über Dicke und ich könnte schwören, dass schlemmereule dort entsprungen ist. Ich denke der- oder diejenige wird den Bezug schon verstehen.
      Was mich darauf bringt ist u.a. die bildliche Vorstellung davon, dass jemand in diesen Haufen Schokoriegel (verlinktes Bild) knien möchte.
      Das ist nicht sehr schwierig darin den Spott zu erkennen. ;)


      Das weiß ich jetzt nicht, wo Schlemmereule entsprungen ist. Ich bin Diabetikerin Typ 2 und muss mir Schokolade etc. versagen, zumindest darf ich nicht 3 Stück Kuchen essen, noch nicht mal ein einziges. Allenfalls ein Versuch ist gestattet und das macht mich dann natürlich erst recht "heiß."

      Glaube mir - ich träume oft davon, ich hätte eine Buttercremetorte vor mir stehen, die ich dann mit den Fingern essend, optisch sicherlich richtig fies aussehend, in mich rein klatsche. Ja, fressend, mampfend.

      Deswegen kann ich zumindest die Vorstellung, sich in einen Haufen Schokoriegel rein knien zu möchten, verstehen. Ich kann in keine Bäckerei gehen, denn wenn ich dort die Torten sehe, werde ich wütend, hadere mit meinem Schicksal und letztendlich laufen mir die Tränen. Tatsache.

      Gier - pure Gier.

      Ob das nun in dem Fall aber, von Schlemmereule eher Spott war, kann ich wirklich nicht einschätzen.
    • Tosca schrieb:

      Ich bin Diabetikerin Typ 2 und muss mir Schokolade etc. versagen, zumindest darf ich nicht 3 Stück Kuchen essen, noch nicht mal ein einziges. Allenfalls ein Versuch ist gestattet und das macht mich dann natürlich erst recht "heiß."
      .


      Ich habe eine Freundin, die auch Diabetikerin ist, die darf ALLES essen, sofern sie vorher ihr Insulin abcheckt, ausrechnet und spritzt. Das man sich Sachen ganz versagen muss, ist heutzutage eigentlich nicht mehr so. Bist du denn gut eingestellt?

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Ja, ich kannte das Gefühl auch und heute kommt auch manchmal ein bisschen Sehnsucht nach dem glasierten, mit Vanille gefülltem, gebuttertem... Wo waren wir nochmals?

      Martina hat Recht, Ernährung ist sehr individuell. Was hier jemand, wie auch ich, als seine Lösung beschreibt, bedeutet nicht, dass diese auf Dich zutreffen. Und ganz ehrlich, mir scheint Deine Beschreibung eher wie ein ungesunder Bezug auf dein Essverhalten (schlechtes Gewissen, Frustration, wenig Wohlbefinden, nicht in der Lage zu verzichten), der ihm ein grosser Stellenwert einräumt, insbesondere über deine Gefühlslage.

      Während der Fastenzeit bis Ostern habe ich auch auf Süssigkeiten verzichtet - also süsses Gebäck, Kuchen, Gummibärchen, Croissants, Kekse... so die ganzen Luxusprodukte, die man eigentlich gar nicht bräuchte, vom Nährwert her.

      Mein Ziel war nicht Gewichtsverlust, sondern lediglich eine Geistesübung an Disziplin und Verzicht im philosophisch-religiösem Sinne. Für mich war es insofern erkenntnisreich zu erkennen, in welchem Gemütszustand ich Nahrung als seelischen Manipulator missbrauche. Der komplette Verzicht ist mir übrigens leichter gefallen als jetzt die Balance zu finden, den Zucker macht süchtig.

      Und darunter fallen in meinen Augen auch Sachen wie "Müsli" ist keine richtige Mahlzeit oder das es lieber ein kleines Stück Kuchen ist, als gar keines. Ich glaube, dass die meisten Menschen der westlichen Gesellschaft kein normales, als in: von der Natur und Körper vorgegebenes, Essverhalten mehr hat und wir nur durch die bewusste Entscheidung uns diesem annähern. Einerseits gibt es bei uns Essen im Überfluss, andererseits beeinflussen die Medien mit Diäten, Verzicht und Scham und verbinden die Nahrungsaufnahme mit Emotionen. Es ist schwierig ein gesundes Essverhalten zu finden, gerade wenn einem der Kopf viel suggeriert.

      Deshalb wäre meine Idee als erstes dein Wohlbefinden vom Essen und der Süssigkeiten unabhängig zu machen, ggf. den Suchtkonsum einzuschränken und damit die Entzugserscheinungen zu dämmen und dir helfen lassen, dass Du dich nicht selbst geisselst.
    • Joy2016 schrieb:

      Für mich war es insofern erkenntnisreich zu erkennen, in welchem Gemütszustand ich Nahrung als seelischen Manipulator missbrauche.


      Was ist jetzt daran schlimm, wenn man Nahrung als "seelischen Manipulator" nutzt?
      Wenn man sich mit Freunden trifft, vielleicht etwas Gutes kocht und dann zusammen isst, so macht man das auch, damit sich alle miteinander wohlfühlen.
      Und nicht nur mancher Depressive findet Trost ihn einem guten Essen.

      Ich finde derlei einfach menschlich und würde nicht von Missbrauch sprechen wollen.

      Für mich ist viel eher die Einteilung von Essen in gut und böse eine Form des Missbrauchs.

      Beste Grüße von Dorothea
    • @Thea

      Das ist wahr. Mit jedem Essen wird die Chemie im Körper verändert - und unter normalen Bedingungen (Frieden, genug zu essen, usw.) ißt jeder, um sich hinterher besser zu fühlen. Man setzt ja auch Getränke ein, um einen bestimmten chemischen Zustand und ein Gefühl im Körper zu "erzeugen": zum Beispiel Kaffee, um wacher zu werden ... oder man sagt, ich brauche jetzt eine heiße Schokolade, um mich zu trösten oder aufzubauen.

      So weit ist das alles ganz natürlich und überhaupt kein Missbrauch.

      Jedoch denke ich schon, daß die Grenzen zu Missbrauch oder Essstörungen sozusagen "fließend" sind. Wenn man "Substanzen" - darunter fallen auch Esswaren - gewohnheitsmäßig einsetzt, um einen "Schmerz wegzumachen" oder um sich zu betäuben ... - manchmal ist es schwierig zu sagen, wo da ein völlig normales Verhalten aufhört, und wo der gestörte Umgang anfängt ...?

      Unterschreiben würde ich, daß man Essen am besten nicht in "gut" und "böse" einteilt.
      Manchmal ist es aber schon - für uns selber, wenn wir "hinschauen" - aussagekräftig, welche Art von Essen wir in bestimmten Situationen "brauchen" oder bevorzugen.

      @Tosca

      Ich würde mich jetzt auch selbst nicht verurteilen, weil ich mich nach einem Stück Torte sehne. Wenn das Verlangen groß ist, kann das andere Gründe haben. Es ist nicht notwendigerweise "Gier" ...
      Nur halt schade, wenn man dann trotzdem nicht "darf" ...

      Liebe Grüße
    • Es ist schon ein Unterschied, ob man bewusst und gezielt einen bestimmten Gemütszustand (Genuss, Gemütlichkeit, Heimat, feierlich usw) durch Essen herbeiführt, oder ob man mehr oder weniger ziellos drauflos isst, weil man irgendwie hofft, dass man sich vielleicht durchs Essen irgendwie besser fühlt bei Emotionen, die eigentlich gar nichts mit Essen zu tun haben, wie zum Beispiel Ärger oder Frust. So in der Art "Hat zwar nie wirklich geholfen, aber das hab ich schon immer so gemacht, also muss es ja richtig sein." Und wenn man keine anderen Optionen kennt oder hat, um sich zu trösten, beruhigen, beschäftigen, was auch immer durch Essen erreicht werden soll, wendet man Essen auf alle möglichen und unmöglichen Situationen an, in denen es auch absolut sinnlos ist.
      Wenn ich esse, um einen bestimmten Emotionszustand zu manipulieren (blödes Wort, aber mir fällt jetzt auch nichts Besseres ein), und nicht esse, um das Essen zu essen, weil es mir schmeckt oder mir gut tut, sondern Essen nur als schwachen Ersatz für XY nehme, dann ist das aus meiner Sicht schon ein Missbrauchen im Unterschied zu "Gebrauchen".
      Jeder Missbrauch ist ein Gebrauch, aber nicht jeder Gebrauch ist ein Missbrauch. Sinnvoller Gebrauch ist wichtig und richtig, aber ein nicht zielführender Missbrauch kann zum Problem werden. Ich kann mich kurzfristig mit Schokolade, Alkohol oder sonstwas trösten, aber dauerhaft löse ich mein Lebensthema damit nicht. Sprich, als Erste Hilfe in einer Ausnahmesituation kann ich mich durch Essens-Missbrauch über eine Krise retten, ich kann mich auch mal nach Strich und Faden besaufen. Aber als Dauertherapie schade ich mir nur selber damit. Erstens weil ich mehr esse/saufe als meiner Gesundheit zuträglich ist, zweitens weil sich ein Suchtverhalten verselbstständigen kann, und drittens, weil ich so nie lerne, mich lösungsorientiert mit meinem Problem auseinanderzusetzen, sondern nur immer wieder verdränge, und das Problem mir auf ewig erhalten bleibt.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Lisa Cortez schrieb:

      Ich habe eine Freundin, die auch Diabetikerin ist, die darf ALLES essen, sofern sie vorher ihr Insulin abcheckt, ausrechnet und spritzt. Das man sich Sachen ganz versagen muss, ist heutzutage eigentlich nicht mehr so. Bist du denn gut eingestellt?

      liebe Grüße Lisa


      Da liegt der Hase im Pfeffer: Ich spritze kein Insulin - es kommt irgendwann, aber so lange will ich es noch mit Medis weiter versuchen. Ich habe einen prima Langzeitwert (6,4) - aber - ich muss mir dafür auch auf vieles verzichten. Selbst Kartoffeln, Reis, Nudel und alle Getreidevarianten, muss ich mäßig dosieren, weil das ja auch Zucker ist.

      Insulin macht einen Typ2-Diabetiker noch dicker. Das kann ich bei meinem, sowieso schon langsamen Stoffwechsel (aufgrund vieler Medis), nicht gebrauchen.

      Ich muss auf die Ernährung sehr achten und bin trotzdem dick, das frustriert ungemein, aber anders geht es nicht. Dieser tägliche Druck und das hin und her gerissen sein, zwischen Gesundheit und Esslust, ist wahrlich hartes Brot.
    • BUFFY schrieb:

      wenn meine Schwägerin ihren tollen Hefekuchen
      gebacken hat, esse ich mit Lust ein Stück und freue
      mich darüber, ohne die leisesten Problemgefühle.
      Und wenn sie mir ein Stück mitgibt für morgen, freue
      ich mich noch mehr.


      Das ist ja das Problem - ein Stück würde mir nicht reichen. Es ist wirklich so, dass ich Fantasien habe, in denen ich mein Gesicht in eine Riesentorte rein plumpsen lasse, so unersättlich bin ich, was dieses süße Backwerk angeht.

      Ich würde auch gerne mal 5 Kartoffelklöße auf einmal essen, das geht aber auch nicht, wegen den bösen Kohlenhydraten (Diabetes Typ 2).
    • Tosca schrieb:



      Ich würde auch gerne mal 5 Kartoffelklöße auf einmal essen, das geht aber auch nicht, wegen den bösen Kohlenhydraten (Diabetes Typ 2).


      Keine Verbote bei Diabetes

      Zur richtigen Ernährung bei Diabetes halten sich viele Vorurteile hartnäckig. Die wichtigste Nachricht deshalb zuerst: Menschen mit Diabetes können prinzipiell alles essen. Zucker ist nicht tabu, auch spezielle Lebensmittel sind nicht nötig. Das frühere Etikett „Für Diabetiker geeignet“ auf Lebensmittelpackungen gibt es nicht mehr. Für Patienten gelten im Großen und Ganzen die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für Gesunde.


      diabetes-ratgeber.net/Ernaehrung

      Was sagt dein Arzt zu Kartoffelklößen oder Torte?

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • ich denke nämlich, die Torte wird eine um so größere Versuchung, je größer das Tabu ist. Wenn du einmal so viel Torte essen darfst bzw. dir erlaubst, bist dir schlecht ist, kannst du sie vermutlich hinterher wochenlang nicht mehr sehen. Je mehr du davon träumst und dir ausmalst, etwas zu essen und es dir dann verbietest, desto mehr Wichtigkeit gewinnt die Sache ( die sie eigentlich nicht hat).
      Du könntest daher mit deinem Arzt besprechen, wie du (ab und zu) "über die Stränge schlagen " kannst, ohne deine Gesundheit zu gefährden.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Lisa Cortez schrieb:

      diabetes-ratgeber.net/Ernaehrung

      Was sagt dein Arzt zu Kartoffelklößen oder Torte?

      liebe Grüße Lisa



      Es geht ja nicht darum, dass ich nicht mal einen Kloß oder ein halbes Stück Torte essen darf - ich möchte mich mal von beidem, richtig pappsatt essen - und das ist aufgrund des Diabetes nicht möglich, weil sonst der Wert weit über 200 steigen würde.
    • Lisa Cortez schrieb:

      ich denke nämlich, die Torte wird eine um so größere Versuchung, je größer das Tabu ist. Wenn du einmal so viel Torte essen darfst bzw. dir erlaubst, bist dir schlecht ist, kannst du sie vermutlich hinterher wochenlang nicht mehr sehen. Je mehr du davon träumst und dir ausmalst, etwas zu essen und es dir dann verbietest, desto mehr Wichtigkeit gewinnt die Sache ( die sie eigentlich nicht hat).
      Du könntest daher mit deinem Arzt besprechen, wie du (ab und zu) "über die Stränge schlagen " kannst, ohne deine Gesundheit zu gefährden.

      liebe Grüße Lisa


      Ich kann diesbezüglich nicht über die Stränge schlagen - das würde mich in die Notaufnahme bringen aufgrund einer Hyperglykämie (Überzuckerung).

    • @ Tosca

      Ich stimme Lisa Cortez zu: wenn man im Moment des Verlangens eine einzige Portion davon essen kann, wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit kein Heißhunger aufbauen.

      FALLS das große Verlangen nicht schön für Dich ist, und FALLS Du dem "auf die Schliche kommen" willst, kann es sich durchaus auch lohnen, mal auf "Nebenschauplätzen" hinzuschauen.

      Beispielsweise die fünf Kartoffelklöße - erstens haben sie eine besondere Geschmacksqualität, die Dir vielleicht fehlt? Eine haptische Qualität ... eine würzige, weiche Sanftheit im Mund ... -?
      Zweitens fühlt man sich manchmal erst gut, wenn man "ganz ausgefüllt" ist? Ein schwäbisches Sprichwort sagt: "Hauptsach' der Ranzen spannt ..."
      Da stecken dann noch andere Gefühle dahinter - hinter dem "Spannen". Gefühle, die man mit einer großen Mahlzeit gerne erreichen möchte. Manchmal sind das ganz prosaische körperliche Gefühle ... bestimmte Druck- und Zugverhältnisse im Körper. Und manchmal sind es Gefühle wie Sicherheit ... oder Erfülltsein ... oder etwas individuell anderes ...

      Zu den süßen, milchig gefüllten Weizenkuchen (Torten) gibt es eine "abgefahrene" Theorie von Marion Woodman. (Jungianische Therapeutin).
      Sie sieht in der Sehnsucht nach Torten, Milchschnitten usw. die Sehnsucht nach Vereinigung mit dem Göttlichen ...
      bezieht sich dabei auf die Dionysos-Feiern, bei denen die Teilnehmer Ströme von Milch und Honig aus dem Boden kommen sahen, und hinterher Weizenküchlein bekamen ...

      Wie gesagt, das alles muss jetzt nicht auf Dich zutreffen. Und Du kannst Deine "Sehnsucht" selbstverständlich einfach so lassen wie sie ist.
      Wollte hier nur sagen, es gibt viele Aspekte, die man bedenken kann ...

      Liebe Grüße sendet Dir
      eine, die auch auf "Milch und Honig" steht ...