Weil ich ein Dicker bin

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    • [FONT=Verdana, sans-serif]Den Gedanken mit dem „Muttermilch-Ersatz“ finde ich interessant.[/FONT]
      [FONT=Verdana, sans-serif]Vor vielen Jahren habe ich auch mal solch eine Formula-Diät gemacht.[/FONT]
      [FONT=Verdana, sans-serif]Sogar mit Begleitprogramm (Arzt, Sport, Ernährungsberatung und Gruppentherapie) auf Dauer geholfen hat es aber aber GARNIX :-(([/FONT]
      [FONT=Verdana, sans-serif]Die Geschmacksrichtungen der Shakes waren eher auf „Kinder“geschmack ausgelegt. Vanille, Erdbeer, Schoko und alles schön chemisch und sehr süsss und cremig wie Milchshake...[/FONT]
      [FONT=Verdana, sans-serif]Nach kurzer Zeit für einen erwachsenen (Mann :-)) sehr ekelig[/FONT]
      [FONT=Verdana, sans-serif]Vielleicht hätten mir die Geschmacksrichtungen „Burger“ „Gyros“ oder „Currywurst“ besser geholfen ;-)[/FONT]
    • Die gehen ja auch von dem behaupteten Naturgesetz aus, dass alle Dicken Süßigkeiten essen, und nicht zu knapp.
      Mir fallen da noch Geschmacksrichtungen wie Tomate-Chili-extrascharf, Zaziki, oder für die Fischliebhaber Brathering ein. (In Japan soll es Eiscreme mit Fischgeschmack geben.)

      Spaß beiseite: In bestimmten Situationen kann so ein Formula-Drink durchaus sinnvoll sein. Wenn jemand schwer krank ist oder vielleicht eine Kiefer-OP hinter sich hat und nur noch Flüssignahrung zu sich nehmen kann, oder wenn alte Leutchen keinen Appetit mehr haben, würde ich ohne zu zögern mit diesen Formula-Drinks "zufüttern". Ich könnte mir sogar eine Verwendung in Katastrophensituationen, Flüchtlingslagern oder auf einer Raumstation/Expedition/Hüttenwanderung vorstellen. Das Pulver ist leicht, lange lagerfähig und muss nur mit Wasser angerührt werden. Damit kann man wenigstens für eine Übergangszeit die notwendigsten Nährstoffe zuführen. Eine vollwertige Ernährung über längere Zeit ist das aber nicht. Und wo bleibt dabei der Genuss?
      Deswegen "funktionieren" diese Formula-Diäten auch nicht. Irgendwas fehlt einem, und wenn es nur die bunte Farbe von Gemüse ist.

      Und wie schon erwähnt wurde: einen nachhaltigen gesunden Umgang mit Ernährung lernt man so nicht.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Für mich hätte dieses Buch nach allem, was ich lese, einen hohen Triggerfaktor.

      Ich bin froh, dass ich trotz meines Übergewichts leben gelernt habe und endlich in Gedanken von der "Versager" - Schiene runter bin.

      Das Thema "Essen als Liebesersatz und Medikament gegen unerwünschte Gefühle" und die körperlichen Beschwerden stehen auf einem anderen Blatt.

      Seit ich mich mit meinem Dicksein auseinander setze, helfen mir vor allem Berichte, in denen differenziert wird. "Den" Dicken gibt es für mich nicht.
    • NUR Formula wäre nix für mich. Aber ich habe so eine Dose zuhause und trinke ab und an ein Glas - und zwar wenn ich wider Erwarten am späten Abend Hunger kriege.
      Finde, es schmeckt wie flüssiger Babybrei.
      ( ich gestehe, ich mag Babybrei. Ich mag auch Süßes. Aber ich mochte Süßes auch schon, als ich noch dünn war - nur hat mich da kaum einer dafür kritisiert)

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • :eek: igitt.
      Also über Geschmack läßt sich ja streiten, aber MIR würden ne Menge andere Dinge in die Hände fallen, bevor ich diese künstliche Pampe trinke.
      Und Brei- bevor ich mir die Nummer geb Fertigen anzurühren- geb ich "echtem" Griesbrei 10 min.

      Aber das ist keine Kritik. Nur mein "Geschmack"/Standpunkt.

      Und ich eß auch in gewissen Situationen Dinge, die find ich eigentlich so grenzwertig, daß ich sie niemals in Gesellschaft essen würde / jemand anders vorsetzen-zumuten würde .

      Da bin ich dann voll der heimliche Esser.Da es sehr selten vorkommt, was mit Streß ganz arg Hunger und keiner Zeit zu kochen zu tun hat- trag ich diese Geschmacksverrirung mit Fassung.
    • zurück zum Buch

      Also will ich mal versuchen , mich auf das "Thema" zu beschränken

      - nun nachdem ich mich ein Stück weit ins Buch gelesen habe.

      Stelle ich erst Recht fest- was ich schon vorher in diesem Thread komisch fand, daß es in dem Buch nicht um Formuladiäten- Eiweißshakes und die Anpreisung selbiger geht.
      Das hab ich von Anfang an nicht verstanden, wie "ihr" darauf kommt, daß das viel Raum beim Schreiber einnehme.
      Er versucht es halt.Abzunehmen. Und dabei landete er bei einer Maßnahme, wo die Therapeuten , der Meinung sind, daß das DER Einstieg sein könnte.
      Die - durch die Reihe weg schlanken Therapeuten.

      Das wäre dann schon mal ein Thema- das sich immer schlanke Menschen berufen fühlen- die selbst kein Gewichtsproblem haben (oder eine noch viel größere, aber verheimlichte Esstörung-) UNS zu verschlanken.
      Die wollen dann wissen , wie es geht und kommen auf son Quatsch wie Eiweißshakes.

      Dann ist mir klar geworden, daß es was anderes ist ein dicker Mann zu sein oder eine Frau.
      Mal verallgemeinert- "erleben" Männer sich erst viel später-bei einem höheren Gewicht- als dick.
      Sie werden auch viel eher akzeptiert, so wie sie sind .
      Und verschont, von Ratschlägen.
      Wenn will man-frau natürlich ihnen schon wieder helfen.

      Er schildert , wie ihm eine Nachbarin, ungefragt, in einem heißen Sommer einen Zettel an die Tür klebt, mit dem Angebot, daß sie sie ihm gerne mal nachbarschaftlich hilft- einkaufen und so - das fiele ihm ja sicher schwer bei der Hitze.
      Wow. Passiert einem sowas als dicker Frau? Mir hat mal eine Nachbarin ungefragt eine Schilderung ihrer Erfolge mit der Brigittediät reingedrückt und einnmal fand ich eine xxxxxxl Bluse Style meine Uroma an die Tür gehängt.

      UND- das hat mich verdammt an meine Zeiten als Alleinerziehende erinnert.Freiwillig hat mir nie jemand Hilfe angeboten, aber den alleinerziehenden Mänenrn, in der Gruppe wo ich teilnahm und so allgemein- sind alle Muttis zu Hilfe geeilt.
      Das ist heute auch noch so. Ist mein Sohn mit seinen kleinen Mädchen unterwegs, wird er allseits belobigt und bekommt Hilfe angeboten.
      Schlepp ich die zwei durchs Land, werde ich ignoriert.

      Also meine unglaubliche Erkenntnis, die ich ja lebenslang in mir trage , mir aber erst jetzt bewußt wird. ..es ist etwas anderes als Mann durchs Leben zu ziehen.Es scheint in vielem einfacher.Man wird nicht so kritisch beäugt und im Zweifelsfall, will man dir helfen und krtisiert nicht an dir herum.:cool2:

      Dick ist dann auch anders.
      Ich lese ja auch gerade " die Fettölöserin". Frau Jäger beschreibt , wie sie von klein auf in Abnehm"kuren" geschickt wird.
      Bei dem Buchschreiber lese ich nirgends , daß irgendwer mal erwogen hat, daß man an ihm was ändern muß.
      Die Welt schien ihn zu nehmen , wie er er ist. Das war dann seine Erkenntnis - ich bin zu schwer.

      Es muß ein eklatant anderes "die Welt erleben" sein, wenn man nicht so "sozialisiert " wird, daß man mit der Erfahrung aufwächst und durchs Leben zieht "ich bin verkehrt".
      Also mit der Erfahrung von den allermeisten dicken Frauen.

      Dann wissen wir dicken Frauen ja ( ich verallgemeinere mal) in de rRegel was gesund Essen ist.Also Salat und so Zeugs soll ja angeblich gut sein.Ihr wißt schon. Als Dicke meidet man ja Mäc und Co und zelebriert öffentlich keine Fastfood-Orgien. Als dicker Mann hast du und die Welt kein Problem damit, wenn du genau das tust.
      Also warum er dick ist- er berichtet von seine Mäc und
      :doener:orgien und allgemein von so ungesunder Art zu essen.Also liest man das , wundert einen nix. Ich würd mich nie trauen öffentlich so etwas verpöntes wie Cola zu trinken - nur so n B.

      Allgemein tarne ich mich. Ich eße öffentlich nur"angepaßt" und ich geb ja freiwillig nicht zu oder richte mir mein Leben so ein, daß es bequem für mich ist.
      Soll heißen, ich geh noch zu Fuß.Auto hab ich nicht und hätt ich eins, wäre Drive in tabu-

      Alles nur so B.

      Der Schreiber beschreibt auch wie er sich nur noch von Sitzgelegenheit zur nächsten hangelt und ohne Auto käm er wohl nirgends mehr hin.

      Also ich stelle fest- dick Mann ist anders als dick Frau- und wenn ich mich schon mit meinen 135 kg / 170 so inmobil erlebe.....so eingeschränkt; wie fühlt sich Leben erst an, wenn man wirklich nicht mehr reinpaßt.Also die Welt ist ja nicht auf Dicke zugeschnitten-er beschreibt die zu engen Fliegerplätze.Duschkabinen ecetera.

      Das finde ich ist das Aussagekräftige an dem Bericht- es ist nicht lustig dick zu sein. Es ist beschwerlich.

      Klar kann man sich wünschen, daß sich , wie es ja in Amiland längst geschieht, der Tatsache anpaßt, daß die Menschen größer-breiter-schwerer werden und Bistrostühlchen aus Aluminium ausrotten - auch nur son B- aber sich Vormachen die Welt hat das Probelm und nicht ich- paßt auch nicht.
    • Klar kann man sich wünschen, daß sich , wie es ja in Amiland längst geschieht, der Tatsache anpaßt, daß die Menschen größer-breiter-schwerer werden und Bistrostühlchen aus Aluminium ausrotten - auch nur son B- aber sich Vormachen die Welt hat das Probelm und nicht ich- paßt auch nicht.
      Warum hat der Mensch Artefakte erschaffen? Damit er sie anbeten und ihnen dienen kann oder damit sie ihm das Leben erleichtern? Es ist überhaupt nicht falsch sich zu wünschen, dass beim Design von was auch immer auch an Menschen außerhalb der Norm gedacht wird. Das betrifft übrigens nicht nur Dicke.

      Außerdem trägt "die Welt" auch kräftig dazu bei, dass Menschen dicker werden, indem sie von jedem die gnadenlose Anpassung an die in den Industrienationen herrschende Körpernorm verlangt und ihnen Maßnahmen aufzwingt, die Übergewicht verstärken statt es zu verringern.

      Hinzu kommt, dass Dicken oft eine gründliche Diagnosestellung verweigert und gerne erst mal zu bekämpfendes Übergewicht als Ursache für alles mögliche herangezogen wird, statt es als Symptom zu betrachten.

      Solange "die Welt" also absurde Forderungen an uns stellt und uns auch gerne mal den ein oder anderen Stein in den Weg legt, ist es allemal recht und billig unsererseits Forderungen an "die Welt" zu stellen.
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    • Noch ein Nachgedanke:

      Im Post Nr. 16 schreibst du

      Dick ist ja jetzt akzeptiert, also braucht man sich nicht mehr aus seiner Comfortzone aufscheuchen lassen.


      Wenn wir Dicken es so comfortabel haben und Dicksein akzeptiert ist, warum sollten wir dann fordern, dass sich die Dinge uns anpassen und nicht umgekehrt? Man kann entweder das eine oder das andere behaupten. Beides geht nicht.

      Ich möchte dir wirklich raten, die Chance hier zu nutzen und dich mich dem Thema Selbstakzeptanz auseindander zu setzen, statt bei den OA anscheinend ins Gehirn gewaschenen Floskeln ständig zum Besten zu geben.

      Du könntest davon profitieren.
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    • fraubrezle schrieb:

      Ich würd mich nie trauen öffentlich so etwas verpöntes wie Cola zu trinken - nur so n B.

      Allgemein tarne ich mich. Ich eße öffentlich nur"angepaßt"


      ... das machen auch Dünne. Die tarnen sich, indem sie in Gesellschaft reichlich essen - und dann anschließend zu Hause sechs Wochen gar nichts.
      ABER bei Dicken kann die Tarnung gefährlicher sein - weil sie mal wieder die wahren Bedürfnisse in dem Moment verleugnet.

      Ich mußte das auch erst lernen ... auch in der Öffentlichkeit zu meinen Bedürfnissen zu stehen. Wenn ich heute in der Stadt bin und habe Hunger oder Durst, dann bestelle ich mir ganz genau das, was ich haben will. Und wenn es in dem Moment das Stück Kuchen ist, das ich brauche, dann ist das eben das Stück Kuchen. Und wenn es ein Smoothie zum Mitnehmen ist, wonach mein Körper lechzt, dann ist das eben so.

      Herr Eisenhauer berichtet, daß er einmal als Teenager sechs Wochen zum Abnehmen in der Klinik war (S. 26 Buch). Allerdings berichtet er nicht davon, daß zu Hause dauernd an ihm rumgenörgelt worden wäre - nach dem Motto "iß nicht so viel" ... "das ist der pure Zucker!" ... "denk an deine Taille" ... "du hast eine schlechte Hosenfigur" ... oder so ...
      Ob es nie stattgefunden hat? Ob er es nur nicht erwähnt? ...
      Ich glaube, das ist eine der Erfahrungen, die viele Frauen machen ... und die zu dem führt, was man "beschädigte Identität" nennt ...

      Die Dinge zwischen dem "norm-abweichenden" Individuum und der Gesellschaft werden aller Voraussicht nach - da schließe ich mich Herrn Eisenhauer an - kurz- oder mittelfristig nicht besser werden. Zitat: "Die Zahl der Dicken und Superdicken wird weiter steigen, aber der gesellschaftliche Druck zum Dünn-Sein wird sich immer weiter verschärfen." (S. 149)

      An den großen gesellschaftlichen Tiden können wir möglicherweise nicht viel ändern. Aber wir können auf unsere eigenen Wahren Bedürfnisse achten ... ich denke gerne, in unseren wirklichen Bedürfnissen liegt auch irgendwo unser Wahres Selbst ... der Kern unserer Identität, der nicht "beschädigt" ist ...

      Wenn ich Deinen Beitrag so lese, fraubrezle, dann glaube ich, Du hast was ganz Elementares herausgearbeitet: daß irgendetwas in "uns" - kollektiv, gesellschaftlich gesehen - vorauszusetzen scheint, daß Männer dazu da sind, daß ihnen geholfen wird und daß ihre Bedürfnisse befriedigt werden. Wobei Frauen dazu da zu sein scheinen, daß sie erzogen und "zurechtgebracht" werden, zurechtgemacht, glatt gemacht um den Bedürfnissen von Männern zu dienen.

      Vor diesem Hintergrund, denke ich, kann es ein ganz revolutionärer Akt sein, auch als Frau, ja sogar und gerade als dicke Frau, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sie zu erfüllen. Wenn Dir in der Öffentlichkeit nach einem Eisbecher ist, könnte es also geradezu ein Fanal sein, Dir diesen Eisbecher kommen zu lassen und ihn ganz lustvoll zu verzehren ...

      Liebe Grüße
      Issi
    • ...ich bin noch nicht weiter mit dem Lesen und hab so noch kein "ganzes"Bild vom Buch.

      Klar eß ich in der Öffentlichkeit und grundsätzlich das , wonach mir ist.
      Aber es gibt ja so Dinge wo sich wohhl alle einig sind, das Dicken eh unterstellt wird, das ihr Ü-Gewicht davon kommt.
      Da hab ich auch meine Urteile- fehlt es mir an Toleranz ...
      Und das sind dann Dinge, die ich nicht grad öffentlich esse- Cola und Co, Fastfood, Essen im Gehen- mach ich nicht.

      Aber nicht- nur- weil mir das:-o wäre ( bescheuerte Grund , aber auch einer), sondern weil es mir bei Essen immer auch um Genuß geht und da gehört Junckfood für mch nicht dazu.

      Schon deshalb eß ich sowas nicht.

      Und wir gehts wirklich drum , mich auf das Buch zu beziehen- und da ist eine meiner Feststellungen bisher- daß Herr Eisenhauer gerne gut ißt- wenn es jemand anders zubereitet.
      Also für mich scheint er der typische Singel zu sein, der nichts im Kühli hat , unterwegs - schreibt er ja- der beste Kunde von Mäc und Co ist, und öfters mal Einkaufs-Bestell-Freß Orgieenne hinlegt.

      Also so zusammengefaßt- alles falsch macht, was man so falsch machen kann und wie man es dann zu einem so hohen Gewicht bringt.
      Das ist keine Bewertung- nur ne Feststellung.

      Ich glaub übrings, daß sich der Druck "dünn sein zu müßen" nicht verschärfen wird. Schaue ich über die letzten 30 Jahre hat sich da doch schon viel getan in Richtung Akzeptanz.
    • fraubrezle schrieb:

      :eek: igitt.
      Also über Geschmack läßt sich ja streiten, aber MIR würden ne Menge andere Dinge in die Hände fallen, bevor ich diese künstliche Pampe trinke.
      Und Brei- bevor ich mir die Nummer geb Fertigen anzurühren- geb ich "echtem" Griesbrei 10 min.

      Aber das ist keine Kritik. Nur mein "Geschmack"/Standpunkt.

      Und ich eß auch in gewissen Situationen Dinge, die find ich eigentlich so grenzwertig, daß ich sie niemals in Gesellschaft essen würde / jemand anders vorsetzen-zumuten würde .

      Da bin ich dann voll der heimliche Esser.Da es sehr selten vorkommt, was mit Streß ganz arg Hunger und keiner Zeit zu kochen zu tun hat- trag ich diese Geschmacksverrirung mit Fassung.


      OT: Selbstgemachten Griesbrei - das kann ich nicht essen. Ich war als kleines Kind wegen meiner Lungengeschichte in einem "Erholungsheim".
      Da gabs Griesbrei mit Klumpen. Ich wurde gezwungen, den zu essen und bestraft, als mir schlecht wurde.
      Ich kann seither jeden Brei - selbst Kartoffelbrei - nur in der künstlichen Form ertragen, also aus dem Aluminiumbeutel.

      Aber was kann denn so schlimm sein, dass man das nicht öffentlich isst?
      Klingt gerade ganz arg nach "Sünde": Sünde im religiösen Sinn.
      Früher war "sündigen" Sex, heutzutage ist es das Essen.

      Was ist für dich "grenzwertiges Essen"?

      es gab auch in meinem Leben Phasen, da habe ich nicht vor anderen gegessen. Aber das bezog sich dann immer auf alles, nicht nur auf sogenanntes "Ungesundes".
      Da dachte ich aber auch, bestell ich einen Hamburger, denken alle "Kein Wunder", bestell ich den Salat, denken sie: "So eine Heuchlerin! Zuhause fr.... sie dann die Hamburger...." :rolleyes: Man kann es nicht allen Recht machen und sollte das gar nicht versuchen.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Gestern Abend gab es im Nachtcafé eine Sendung mit dem Titel "Schlank macht glücklich?", in der u.a. anderem auch Bertram Eisenhauer zu Gast war. Als Experte war Dr. Gunter Frank dabei. Ich habe zufällig hinein geklickt und die Sendung leider nicht ganz gesehen, aber das, was ich gesehen habe, fand ich außergewöhnlich ausgewogen.

      Spannend und sehr authentisch fand ich, wie die ziemlich aufgeräumt wirkende Magersüchtige Meike Harms Bertram Eisenhauer erklärte, dass sein Problem mangelnde Selbstakzeptanz sei.

      Mediathek
    • Die Sendung wird seit 10.45 Uhr im SWR wiederholt.
      [SIZE=1]:holy:

      Hast DU heute schon einen dicken Menschen umarmt??? Fang bei dir selber an!!! (Engelchen)
      [/SIZE]
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      [/SIZE] [SIZE=1]Denn: "LIEBE deinen Nächsten wie DICH SELBST" (mein Chef, der Jesus)[/SIZE]
    • was macht ihr so- macht ihr was- habt ihr Regeln ?

      Also hab ich weitergelesen und bin bei der Stelle wo er M., Pollan interviewt.
      Sie sprechen über "Regeln zu Ernährung"- mal so grob gesagt.

      Was für einen stimmt, muß ja jeder selber rausfinden- aber dieser Herr Pollan, scheint da ein paar sehr ,einfache, verwirklchbare Regeln gefunden zu haben, was Ernährung angeht.

      Da dacht ich so über mich und meien Regeln nach.Hab ich welche?

      Also die Oberregel ist vielleicht, wenn ich nicht grad in einem Forum schreib, dann ist Essen nicht das , worüber ich den ganzen Tag nachdenke.
      Ich eß halt. Tut man so. Vorallem will ich es nicht "im Kopf" haben.

      - ich vertraue meinem Körper

      - ich snacke nicht. Soll heißen ich hab feste Essenseiten, die haben sich von ganz alleine rauskristalisiert.

      - ich eße nicht in Fahrzeugen, beim Laufen oder allgemein wenn ich eigentlich grad was anderes mach.
      Essen ist "innehalten" sich setzen
      Auser ich bin auf "Reisen" oder mach "pick nick".

      -ich hab möglichst wenig Vorräte zuhause.

      - kleine Teller.

      - meistens eß ich wonach mir summt- ich vermeide "winke" essen- also essen wonach mir ist, wenn ich Hunger bekomm und nicht was ich sehe und dann zuschlagen...

      -Zwischen der letzten Mahlzeit am Abend und der am nächsten Tag sollen mindestens 12 Std. liegen

      - ich trink so gut wie keine Limonaden und nur selten Alkohol; Säfte trink ich ab-und- an , aber mir ist dann klar , daß sie quasi schon mal ein Teil der Mahlzeit sind

      - ich koche auch für mich alleine.Fastfood, Fertigessen vermeide ich.Deshalb hab ich auch keine Mikrowelle.
      Echtes Essen- frisch, regional, ethisch vertretbar,klare Zutaten, Jahreszeiten orientiert

      - wenn möglich esse ich meine Hauptmahlzeit nicht alleine

      Das sind so meine , geheimen Regeln, über die ich nicht nachdenke und die deshalb auch keine Regeln sind , sondern meine Art zu Essen halt.Und natürlich funktioniert das nicht immer "einfach"- da gibts ja noch meinen inneren :bruell:der zu gerne alles unterwandert und sich über meine Ideen lustig macht.

      Hätte ich die "Regeln" nicht, dann hätte ich sicher längst die 200 kg Schranke gesprengt.

      Und bevor das nun wieder einer zerfleddert:

      Es sind MEINE Regeln.
      Sie gelten nicht für jeden.Jeder muß seinen Weg selber finden. Mit dem Essen wie mit sonst allem.

      Meine Erfahrung ist, daß Struktur und ein paar Grundregeln in allen Lebensbereichen, das Leben sehr vereinfachen UND das alle Lebewesen nach Struktur sehnen.
      Unsere hochgelobte Freiheit "alles selber entscheiden zu können und immer wieder neu" macht nur haltlos und verwirrt.

      UND auch das gilt für mich - also auf die Diskussion "seh ich anders" werd ich nicht einsteigen.

      :genervt: hmpf. Ich bin wohl grad bissel aggro???? Sorry, ich hör auf damit.
      Das ist grad prophylaktische Verteidigung. Weil man das ja leider immer wieder muß in so Foren,wenn man nicht aufgeben will, sich in ihnen mitzuteilen.
    • nachwort und Dinkelbrötchen

      Und - ich machs mir gerne unbequem- auch so ne geheime Regel.

      Jetzt ist zum B. Sonntagmorgen halb 8.
      Da ich auch Brot nur selten auf Vorrat kaufe, werd ich mir nun was überwerfen, den Hund wecken und so ne Dreiviertelstunde zum Bäcker hin und zurück latschen, Dinkelbrötchen kaufen .Nach denen summt mir grad, gesterns wars Baguette.
      Also ich eß auch nicht das , wo "das solltest Du besser esen, das ist gesünder" dran steht.
      Dann eß ich das wonach es mir eigentlich war , irgendwann am Tag zusätzlich.

      Auch wenn festzustellen ist , das Frau ja son Baguette mal locker alleine übern Tag weghaut- Dinkelbrötchen machen eindeutig nachhaltiger satt,
      Es :regen:und stürmt. Aber die Brötchen schmecken besser mit dem guten Gefühl, ich hab die nicht nur in mich reingestopft, ich mußte erst was für tun.

      Oh noch ne Regel- Essen sollte mit einem gewissen Aufwand verbunden sein.
      Das ist meine Interpretation von- wie heißt der neuste Quatsch- "paleo" ? Die Steinzeitdiät.
      Also erst jagen und sammeln und dann satt.:-D
    • Ich habe auch einige Regeln ( zugegeben nicht ganz so viele ), die haben sich aus meinen !! Erfahrungswerten entwickelt. Da es gute Regeln sind, kann ich sie auch ( fast ) immer einhalten.

      Ich denke auch, dass ich dadurch meine Erkrankung gut im Griff habe. Mein Problem ist es, meine Gewohnheiten den Ärzten zu erklären.
      Ich liege mit meinem Kalorienverbrauch ( ich zähle nicht !!! ) für jeden Arzt zu hoch, aber genau da liegt die Krux.

      Ebenfalls 3 Mahlzeiten am Tag. Ich kann aufhören wenn ich satt bin. Und ich bin nach jeder Mahlzeit satt. Ich esse alles und habe dadurch selten Gelüste ( ich ess es zum richtigen Zeitpunkt, mein !! richtiger Zeitpunkt ).
      Seit 7 Jahren halte ich mein Gewicht.

      Und auch ich möchte wie Fraubrezle betonen: alles MEINE Regeln und Erfahrungen. Soll keiner nachmachen.

      Einen schönen Sonntag an Alle :LG:
    • Ich denke wir haben nicht nur im Essen sondern auch in unserem restlichen Leben unsere eigenen Regeln. So muss ich als Mensch nicht immer nachdenken wie mache ich etwas, das währe sehr mühsam jeden Schritt neu zu überdenken.
      Wäsche waschen z.B. Ich wasche Wäsche wenn eine Maschine voll wird. Ich spare mir Wäsche auf wenn schönes Wetter angesagt ist und ich die Wäsche auf die Leine hängen kann, oder wenn jemand krank geworden ist und alles vollgebrochen hat.
      Mit diesem System hatte ich immer wieder Schwierigkeiten mit meiner Schwiegermutter die im Haus wohnte. Die Kinder haben gebrochen und ich habe zwischen den Jahren gewaschen,es gab ein riesiges Theater, oder Sonntags die Maschine anstellen ging nur mit Protest von ihr.
      Wir haben also in jedem Lebensbereich unsere Regeln, also sollten wir unsere ureigensten Essensregeln nicht so verteufeln.
    • @Lunix

      Hey, Danke der Bericht ist klasse :danke:

      Ich wusste auch nicht, wie das mit den Kalorien/Joule so entstanden ist. Ich bekam immer nur irgendwelche Tabellen zum nachgucken. Aber wer so etwas festlegt bzw. herausgefunden haben soll, damit hab ich mich nie so beschäftigt.

      Ich war eine Zeitlang eine wandelnde Kalorietabelle. Ich bin sooooo froh, dass ich mich davon lösen konnte. Das hat echt viel Schaden angerichtet.
    • Hm, Regeln... das ist bei mir generell ein schwieriges Thema, wenn es um Essen geht. Aber so ein paar gibt es auch bei mir.

      Regel 1: Ich esse nur das, was mir schmeckt.
      Regel 2: Ich esse nur das, was ich vertrage.
      Regel 3: Ich hör auf meinen Körper. Wenn er X braucht. bekommt er X auch.
      Regel 4: Ich trinke morgens ein Glas Wasser, auf der Arbeit mindestens einen Liter, und danach nochmal ein oder zwei Gläser.
      Regel 5: Immer genug Schmacht-Essen da haben, um teure Snackautomaten und LIeferservices zu umgehen.

      Was Uhrzeiten und Mengen anbelangt, da schreib ich mir nix vor. Wenn ich den ganzen Tag vor meiner Steuererklärung hocke und die wichtiger ist als Essen, dann kommt das halt erst abends dran. Und wenn ich nachts ausnahmsweise hungrig aufwache, dann gibt es einen Snack. Mein Körper ist, was sowas anbelangt, eher tolerant.

      Ich weiß, dass es auch anders geht. Manche sind vor dem ersten Kaffee morgens nicht ansprechbar, andere brauchen spätestens nach 5 Stunden was oder sie werden unausstehlich etc. Insofern am wichtigsten, dass die eigenen Regeln zu einem selbst passen. Was umgekehrt Regeln von außen meist problematisch macht, da so viele anders sind als man selbst...

      Grüße
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Nordlicht schrieb:

      Insofern am wichtigsten, dass die eigenen Regeln zu einem selbst passen. Was umgekehrt Regeln von außen meist problematisch macht, da so viele anders sind als man selbst...
      Das hast Du schön zusammengefaßt. :applaus:Deshalb scheitert ja fast jede Diät, weil man sich von außen was überstülpt, was einfach nicht zu einem paßt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: Zitat repariert

    • Hallo , Frau Brezle

      - meistens eß ich wonach mir summt- ich vermeide "winke" essen- also essen wonach mir ist, wenn ich Hunger bekomm und nicht was ich sehe und dann zuschlagen...


      Was ist denn "Summ" und was "Winkessen"??? :nixweiss:

      liebe Grüße
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • also,

      als ich 16 war und dachte ich bin dick- aus heutiger sicht völliger Schwackfinnn- fiel mir ein Buch in die Hände.

      Es hatte den albernen Namen die Summdiät- oder so änlich- ist bald 40 Jahre her...mein Gedächtnis schwächelt....:-o

      Ich glaube dies Büchlein hat mich davor bewahrt, in eine Diätkarriere einzusteigen.

      Fazit : es gibt Essen daß da ist, das uns anspringt, der Süßigkeitenvorrat..ecetera oder die Torte auf der Geburtstagsfeier-

      Das ist Winkeessen- also das was Dir zuwinkt "komm iß mich- ich bin lecker".

      Das andere ist Essen, an das wir denken, wenn wir Hunger haben.Worauf wir Lust haben. Das ist Summessen.

      Man soll auf sich hören und essen wonach es einem "summt" und nicht was einem "zuwinkt".

      Woraus dann so logische Sachen folgen wie- nicht hungrig einkaufen gehen- dann ist der Korb voll mit Winkeessen.

      Bei mir kam immer eine ausgewogene Ernährung bei rum.Wenn ich hungrig bin und mich frag, wonach mir wirklich ist- dann kommt da um die Mittagszeit ein Mittagessen bei raus und morgens zwei Brötchen.

      Nein , es ist nicht so einfach.:baeh:Da gibts ja all die Gelüste und x andere Gründe zu essen , auser Hunger. Und es ist auch nicht immer einfach machbar nur zu essen-kochen wonach es summt.

      Aber nach der Grundidee geh ich wohl seit damals vor.

      Ich glaub das ist nix besonderes- das tun viele.

      Letztlich ist es wohl so,- würden wir unserem Körper vertrauen, dann hätten wir keine Gewichtsprobleme...aber leider bringt man vielen schon früh bei, daß man sich nicht vertrauen kann und das Essen für soviel anderes steht, als Nahrung.