Böse Wurst

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Die Beiträge in diesem Forum wurden von engagierten Laien geschrieben. Soweit in den Beiträgen gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.
  • Die WHO-Meldung zum Krebsriko durch geräucherte Fleischwaren dürfte ja bekannt sein - und mal wieder ist etwas so gefährlich wie Rauchen. :rolleyes: Einen witzigen Beitrag zum Thema brachte diese Woche [URL='https://www.youtube.com/watch?v=jNP0e91tGK8']Extra3[/URL]. Wer es ernsthafter haben möchte: [URL='http://www.deutschlandradiokultur.de/who-warnung-ist-wurst-wirklich-krebserregend.993.de.html?dram:article_id=335458']Mahlzeit![/URL] Was würde wohl z. B.ein Italiener tun, wenn man ihm traditionelle Lebensmittel wie Salami oder Parmaschinken derart madig machte? Sofort vegan werden, oder doch lieber dem Warner die Salami wohin stecken? :-D Oder gilt es dann plötzlich doch als gesunde und lebensverlängernde :rolleyes: Mittelmeerkost?
  • Ich schließe mich der Meinung, dass Kaffee, in gewissen Mengen genossen, gesund ist. Im Winter auch gern mit einem Stück Stollen oder dem einen oder anderen Zimtstern. Wie groß ist nun eine gewisse Menge? Nun, für einen katholischen Deutschen um die vier Tassen, für einen Protestanten so um die zwei Tassen (ihnen ist ja das Sakrament der Beichte nicht zugänglich, daher mal lieber mit den zwei Tassen auf der sicheren Seite bleiben, falls ein Mehr doch Sünde sein sollte), und für den durchschnittlichen Brasilianer so um die 8 bis 14 Tassen (sagt ein angeheiratetes Familienmitglied mit Südamerikakompetenz). ;)
  • Ein Softwareentwickler fängt erst bei 20 Tassen an... Es wird auch hier wieder (und bei der Wurst) gelten, dass es auf die Dosis und die individuelle Empfänglichkeit, also genetische Disposition ankommt. Was für den einen OK ist, ist für den anderen schon Gift. Das einzige Problem ist bei der Sache, dass man nicht vorher weiß, zu welcher Gruppe man gehört. Meine Oma väterlicherseits ist an Speiseröhrenkrebs gestorben. Stellt sich die Frage, was der Auslöser war: 70 Jahre Kettenrauchen, 60 Jahre Bulimie oder der tägliche Schnaps, oder die tägliche Wurst, oder einfach Pech...
  • Ein "multifaktorielles Geschehen" ... wie so Vieles in unserem Leben ... wie so viele Krankheiten und Erfahrungen ... multifaktoriell ... wo viele kleine einzelne Faktoren zusammenwirken ... Erst hatte er nur kein Glück, aber dann kam auch noch Pech dazu ... Fast unmöglich, da einen einzigen "Schuldigen" auszumachen. Böse Wurst? Böser Kaffee? Ich denk mir, da hat jemand vielleicht schon einen Schwachpunkt, aber der Körper würde auch noch das Hungern und Diäteln wegstecken, nur wenn dann noch Stress und Schlafmangel UND Rauchen zusammenkommen ... [I][B]dann[/B][/I] ... - Es ist wie ein Netz, wie ein Gewebe. "Wo [B][I]ein[/I][/B] Tritt tausend Fäden regt ..." (Goethe) Deshalb bin ich auch immer ganz suspekt, wenn jemand glaubt, er hat "Das" Heilmittel gefunden, oder "Die" Ursache ... Die Wirklichkeit ist sehr viel komplizierter, und um eine Lösung zu finden, muß man manchmal an "tausend" Fädchen oder Strippen ziehen ... zig Situationen bzw. Verhaltensweisen in Betracht ziehen ...
  • Nicht böse Wurst, sondern böse WHO. Da sitzt die Hohepriesterin der Religion "gesunden Ernährung für alle" und will allen auf der Welt ihre Meinung aufdrücken. Ich krieg so einen Hals, wenn ich von solchen Leute höre oder lese. Das ist genau die Sorte Mensch, die früher mit ihrem bigotten Lebensstil allen und jedem ein schlechtes Gewissen gemacht haben und allem und jedem die Freude am Leben und Genuss vermiesen mussten. Und leider leider, gibt es immer Menschen, die solchen Typen auch noch glauben und nacheifern, egal was die für eine Religion verkünden. LG Finchen
  • Man sollte sich, denke ich, möglichst umfassend über solche Themen informieren. Die Massgabe der WHO ist für mich nichts anderes, als ein weiterer Aspekt, der zur Beurteilung einer Frage dient. Nicht anders gewichtet, als andere. Das Problem ist, dass die WHO bisweilen als eine Institution wahrgenommen wird, die eine unanfechtbare Wahrheit verkündet. Leider. Erst mit einem Vergleich [B]aller [/B]zur Verfügung stehenden Informationen ist eine sinnvolle Beurteilung eines Sachverhaltes überhaupt erst möglich.
  • Alle Informationen wird niemand haben. Selbst wenn alle Informationen klar und wahr (auch "wissenschaftliche" Erkenntnisse sind durch eine kulturelle, wirtschaftliche, zeitgeistige oder persönliche Brille gefiltert) zur Verfügung stünden (da die Wissenschaft sich ständig weiterentwickelt, ist zwangsläufig niemals alles umfassend bekannt), käme nicht jeder daran (sogenannte "bildungsferne Schichten" oder arme Länder), und selbst dann ist es nicht möglich, jede Information zu verstehen. Leider sind wir darauf angewiesen, den "Experten" zu vertrauen. Für mich sind das alles erst mal verallgemeinerte Arbeitshypothesen, die solange stehen gelassen werden, bis sie durch Beobachtung oder eigenes Experiment widerlegt oder bestätigt wurden. Anders als in der Mathematik und Logik kann man im realen Leben Hypothesen nicht absolut beweisen oder widerlegen. Es gibt immer abweichende Einzelfälle oder Rahmenbedingungen, die in einer stark vereinfachenden Theorie nicht berücksichtigt werden konnten. Hinzu kommt, dass eine wissenschaftliche Hypothese gegenüber dem realen Leben vereinfacht, und wenn diese dann in den Medien unters Volk gebracht wird, erfolgt eine weitere Vereinfachung. Dann wird aus "In x% der betrachteten Fälle wurde bei extremem Wurstkonsum Krebs beobachtet. Mit y%-iger Wahrscheinlichkeit könnte ein Zusammenhang bestehen." die Aussage "Wurst ist ein tödliches Gift!" Und je reißerischer desto besser. Der Mensch ist extrem anpassungsfähig. Gelgentlicher Wurstverzehr wird überhaupt keine Auswirkungen haben. Wie bei allem ist das rechte Maß gefragt. Die [B]Dosis[/B] macht das Gift. Das Problem ist nicht die Wurst, oder das Rauchen, oder der Zucker, sondern die Unfähigkeit mancher Menschen, Maß zu halten.
  • [quote='Sophie','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=137897#post137897'] Wie bei allem ist das rechte Maß gefragt. Die [B]Dosis[/B] macht das Gift. Das Problem ist nicht die Wurst, oder das Rauchen, oder der Zucker, sondern die Unfähigkeit mancher Menschen, Maß zu halten.[/QUOTE] Da sagst Du was, Sophie. Das rechte Mass ... Darf ich mal was ganz Ketzerisches dazu beitragen. Wir sind kollektiv so maßlos geworden - gehen überall rechts und links über jedes Maß hinaus - überschreiten alle Grenzen - sind ver-messen und maßen uns alles mögliche an - extrem deutlich wird das sicherlich im Finanz-Sektor, wo alle Grenzen gesprengt werden, und wo jedes Mass längst überschritten ist. Resultat unserer Handlungsweise: während die Einen in kaum vorstellbarem Übermaß leben, werden den Anderen die Ressource immer knapper bemessen ... Und dann steht da plötzlich eine dicke Person, deren Körper das "vorgeschriebene" Maß sichtbar überschreitet ... und hält uns quasi den Spiegel vor ... macht eine Maßlosigkeit sichtbar, die sonst so schön unter der Decke blüht ... die sonst so schön verborgen bleibt ... Und ich behaupte jetzt, daß Dickere nicht zuletzt deshalb so schlimm diskriminiert werden, weil sie eine Art von "sichtbar gewordener Maßlosigkeit" darstellen, an die die angeblich "Normalen" nicht erinnert werden wollen ... die Maßlosigkeit der offiziell "Guten", die sie im täglichen Miteinander leben, die sie vielleicht auf ihrem Bankkonto leben ... Daran wollen sie nicht erinnert werden, weil sie sich selbst sonst nicht mehr als Gutmenschen verstehen können, weil ihr eigenes Selbstbild sonst ins Wanken kommt. Deshalb ist es leichter, die Verurteilung der Masslosigkeit auf "un-mässige" Körper zu projizieren ... Körper, die aber vielleicht gar nicht durch Masslosigkeit dick geworden sind, sondern weil sie vielleicht im Gegenteil viel zu wenig bekommen haben ... weil ihnen die Ressourcen vielleicht sogar zu knapp bemessen wurden ... Es ist ein bißchen schwierig dieses Thema. Weiß nicht, ob ich das alles jetzt so richtig ausdrücken konnte ... jedenfalls, meine persönliche Heldin ist die alte ägyptische Göttin Maat: die steht für Wahrheit, für Gerechtigkeit, für soziale Gerechtigkeit, und für das rechte Maß in allen Dingen (z.B. auch in der Architektur, und auch in der Rechtsprechung: das richtige Maß zu halten, wenn es gilt, eine Strafe zu verhängen ...) Die liebliche Göttin Maat ...
  • Ja, die liebliche Maat. - Und ihre Schwester Isfet, das Chaos. Damit das Positive und das Negative existiert, damit das Gleichgewicht hergestellt werden kann. Irgendwo zwischen den beiden muss der rechte Weg sein. Ich glaube, da hast Du Deinen Finger auf eine wenig sympathische, aber all zu menschliche Eigenart gelegt. Die Augen verschliessen zu müssen vor der eigenen, nicht sehr liebenswerten Reflexion.