Reha-Kliniken und ihre "komischen" Theorien der Adipositas

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    • Reha-Kliniken und ihre "komischen" Theorien der Adipositas

      Ich suche im Moment eine Reha-Klinik, in der ich mit Hilfestellung mein Gewicht reduzieren kann um dann an der Hüfte operiert werden zu können.
      Da findet man Philosophien und Drucksachen, es ist unsäglich! :stirn:
      Wir dummen Dickerchen reden uns ja nur raus und entschuldigen unser Übergewicht mit Veranlagung.
      Jetzt weiß ich auf jeden Fall, in welche Klinik ich nicht gehen werde: :hilfe1:

      Die AHG-Klinik weiß laut ihrem Konzepte-Heft auf Seite 11-13
      , dass die Ursache des Übergewichts hauptsächlich an gesundheitschädlichen Lebensgewohnheiten und da insbesondere der Überernährung liegt.
      Ach ja!, und Bewegungsmagel und evtl. noch psychische Faktoren können mit verantwortlich sein.
      Aber wir Dicken berufen uns gern auf die Veranlagung und entschuldigen die Misserfolge der Diäten damit und dass wir dewegen nix gegen unser Übergewicht machen können. Die Ärzte und Therapeuten in diesem Haus, betonen daher die ungesunde Lebensweise der dummen Dickerchen, weil sie nur da den Ansatz für ihre Behandlung sehen.

      Auf Seite 13 dann endlich der Schluss, dass Übergewicht nur entstehen kann, wenn man zu viel isst. Also muss man nur weniger essen und sich viel bewegen, dass bringen sie einen in dieser unsäglichen Klinik dann bei.
      Danke, ohne mich.

      Wer aber trotzdem eine gute Empfehlung für eine Klinik für mich hätte, her damit!
      Die meisten Kliniken, die ich mir anschaue, sind entweder auf Patienten nach einer AC-OP ausgelegt oder für Jugendliche, z. B.: die Schönkliniken. Ich suche eine Klinik für Alte, am Besten behindertengerechtes Zimmer und eben psychosomatische Betreuung bietet.
      Ich favorisiere gerade die Parklandklinik.
      Danke.
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    • Das trifft so ziemlich mein anhaltendes "Gnah" bei der Kliniksuche und derzeit wäre auch die Parklandklinik noch am ehesten das, was ich mir vorstellen könnte. :(

      Von daher wäre ich erfreut, sollte es Tipps geben, die auch hier in den Thread kommen bzw. falls per PM ich die vielleicht auch bekommen könnte :rolleyes:
      "My body is a cage
      That keeps me from dancing with the one I love
      But my mind holds the key"

      Peter Gabriel
    • Diese "Abhandlung" ist soooooo alt und seitdem nicht überarbeitet worden! Bei den "volkswirtschaftlichen Aspekten des Übergewichts" schreiben die noch einen DM Betrag statt EUR.

      Diese Frau Doktor Vogelgesang sollte mal eine Fortbildung machen und dann ihr Blättchen überarbeiten. :baeh2:
    • die Abhandlung ist....:mad:... Hammer ist die Sache mit den Fotos, finde, das grenzt an Psychoterror. Wie soll jemand zu einer positiven Beziehung mit seinem Körper kommen, wenn er offensichtlich beschämt werden soll?
      Alle zitierten Abhandlungen stammen aus den Neunzigern. Ist man echt noch nicht weiter?

      Zur Parkklinik Anmerkung: Du bekommst eine PN.

      liebe Grüße lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Das von Sonnekuss verlinkte Konzepte-Heft ist wirklich der Kracher - da stellen sich einem die Haare zu Berge - was da z.B. in den Zielen der Gruppentherapie aufgeführt wird:
      Den Dicken muss klar gemacht werden, dass ihr Übergewicht kein reines kosmetisches Problem ist, sondern man muss ihnen richtig Angst einjagen, was die Folgeerkrankungen und niedrige Lebenserwartung betrifft. Gesunde Dicke (wie mich) gibt es nach deren Verständnis nicht.

      Solche Konzepte sollten die Krankenkassen nicht finanzieren, da sie m. E. nicht nur unnütz sondern eher schädlich sind...
    • Hah Hummelchen, das bildest du dir garantiert nur ein, das du eine gesunde Dicke bist. :rolleyes: Wir wissen doch alle, das Dicke krank sind, faul, verfressen und nicht in der Lage, sich das einzugestehen. :rolleyes:
      Wenn man so den ganzen Blödsinn liest, dass das Gewicht an allem und sowieso schuld ist, dann frage ich mich, warum schlanke, dünne, normalgewichtige Menschen überhaupt jemals in ihrem Leben krank sind, bzw. einen Arzt aufsuchen.
      Ich höre immer noch einen Orthopäden, der eine Entzündung im Daumengrundgelenk auf mein Übergewicht schob. Klar, ich laufe ja auf Händen durch`s Leben.
    • Ja das ist einfach nur noch lächerlich! Mein Arzt meinte auch einmal, dass ich aufgrund meines Übergewichts eine Blasenschwäche hatte. Dabei war ich nur erkältet. Ich muss nicht erwähnen, dass ich sofort den Hausarzt wecheslte, weil in so einem professionellem Gebiet haben solche Diagnosen nichts zu suchen! Meine Krankheit und deren Ursache sollen behandelt werden, wenn ich erkältet bin, und nicht mein Übergewicht für alles als Ursache hernehmen! :roll:
    • TamiJinx schrieb:

      Ich höre immer noch einen Orthopäden, der eine Entzündung im Daumengrundgelenk auf mein Übergewicht schob. Klar, ich laufe ja auf Händen durch`s Leben.


      Ach komm, gib`s zu, du machst immer Liegestütze nur auf den Daumen, nich?;)


      Und entschuldigt, aber bei der Vorstellung, wie Soku in der Adipositasgruppe öffentlich bekennt, dick zu sein, musste ich ziemlich lachen.:-p

      Mir scheint der Wind aber daher zu wehen, dass in der Klinik auch viele Suchtkrankheiten behandelt werden.
      Man hat sich da für das amerikanischstämmige Konzept von Schuldbekenntnis und Läuterung entschieden, dazu gehört dann das öffentliche Anfangsgeständnis und die entsprechende reinigende Beschämung.
      Ich fand sowas für das hiesige Selbstverständnis immer unpassend, denn nicht jeder ist von Natur aus Masochist.
      [SIZE=2]Liberté toujours![/SIZE]
    • Sonnenkuss schrieb:

      "ich bin so dick und überernährt... ich bin so dick und überernährt... ich bin si dick und überernährt..."
      Irgendwie kann ich mir das nicht verinnerlichen. Gottseidank!


      Gott sei Dank...blöd ist nur, dass es dir nix hilft...:mad:...abs. ungut. Um deine Hüft-Op. zu bekommen musst, lt. docs halt def. abnehmen...ist so, schönlabern bringt dich auch nicht weiter..Chirurgen ist dickes Selbstbewusstsein, genau wie 60+ oder sonstwas, meiner Erfahrung nach abs. pieps...da liegt ein dicker Risiko- u. Kostenfaktor am Tisch, der ungeliebte Mehrarbeit triggert..ist leider so..in Kliniken werden Fallzahlen nach Wirtschaftlichkeit behandelt, punktum...evt. kommen Selbstzahler besser weg. Und das wäre der nä. Hammer..

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alsta ()

    • Alsta schrieb:

      evt. kommen Selbstzahler besser weg. Und das wäre der nä. Hammer..
      In manchen Kliniken kommen Privatversicherte besser weg. Das wurde in dieser langen Geschichte bereits bewiesen.

      Ansonsten :ironie: ... Ihr seid undankbar. Immerhin sprechen sie sich in dieser Broschüre gegen die AC aus. Das ist doch auch etwas.

      Ich wollte eigentlich einen eigenen Thread zu dem, was jetzt kommt, aufmachen, aber hier passt das auch rein.

      Heute war ich mal wieder zur Krankengymnastik in meiner Reha-Klinik. Mir ist schon vor zwei Wochen aufgefallen, dass da deutlich mehr Dicke rumliefen als im Sommer. Als ich mir nach der KG noch einen Kaffee gegönnt habe, habe ich das Treiben eine Weile beobachtet. Und ich muss sagen: Es gibt sie, die dicken Dummerchen, die jedes bestehende Klischee erfüllen.

      So richtig weiß ich nicht, worauf ich mehr sauer sein soll: Auf diese Dicken oder darauf, dass alle Dicken genau über diesen Kamm geschoren werden.

      Ich meine, wir wünschen uns alle, so sein zu dürfen, wie wir sind. Damit haben auch diese Dicken ein Recht darauf so zu sein, wie sie eben sind. Der Skandal ist halt, dass viele Behandler und die Menschen da draußen davon ausgehen, dass alle Dicken Dummerchen sind, dass sie nicht differenzieren.

      Es gibt auch die Dicken, die wahrscheinlich gar keine Dummerchen sind, aber eben alle Vorurteile gegen die Dicken verinnerlicht haben. So eine ist mir vor einigen Wochen dort auch begegnet. Ich trat aus dem Aufzug in einen langen Korridor, an dessen Wand Stühle für die Wartenden aufgestellt waren. An einem Ende des Korridors wurde getuschelt, was ich zunächst mal nicht auf mich bezogen habe. Ich setzte mich ca. 10 m weg an das andere Ende des Korridors vor mein Behandlungszimmer. Daraufhin fing eine Frau an, die in der Tuschelecke saß, lautstark, damit ich es auch ja mitkriege, ihrem Nachbarn zu erklären, dass sie auch so eine gewesen sei, die nicht zugeben wollte, dass sie zu viel isst. Sie hätte das ja alles runtergespielt, bis sie dann mal ganz ehrlich Protokoll geführt habe. Da sei ihr klar geworden, wie verfressen sie doch tatsächlich gewesen sei. Die Betonung liegt auf "auch so eine". Die Frau kannte mich nicht, hat mich da zum ersten und zum letzten Mal gesehen. Und ich habe mich gefragt, ob die eigentlich nicht merkt, wie peinlich sie ist.

      Fakt ist, Leute wie wir hier sind für Behandler oft ein Kulturschock. Wie sie jeweils damit umgehen, ist ganz sicher ihrem Charakter oder auch der Kultur der jeweiligen Behandlungseinrichtung geschuldet. Ich habe es erlebt, dass man mir in einer Klinik eine Woche eines dreiwöchigen Aufenthalts kaputt gemacht hat, indem man mich unbedingt davon überzeugen wollte, dass es gar nicht sein kann, dass ich mich gerne und gut bewegen möchte. Aber ich habe es eben letzten Sommer auch erlebt, dass man sich einfach vorurteilsfrei gefreut hat, dass ich mich gerne und gut bewegen möchte, und dass man mir vom ersten Tag an bis heute jede Unterstützung dabei gibt.

      Vielleicht schreibe ich genau darüber mal ein Buch ... wenn ich wieder gesund bin. ;)
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: Komma nachgereicht

    • Noch etwas:

      So eine Gruppenbehandlung wäre ja für mich der Horror schlechthin. Ich könnte mir nur vorstellen, mich darauf einzulassen, um die mal so richtig aufzumischen.

      Da würde ich nicht nur Stress mit dem Psychologen bekommen, sondern ganz sicher auch mit den Mitpatienten.

      Mir hat mal jemand erzählt, der in Bad Bramstedt war, dass sie in einer solchen Gruppe aufschreiben sollten, was sie alles gut an sich finden. Dieser Person und den anderen Gruppenmitgliedern ist wenig bis nichts eingefallen. Ich hätte keinerlei Schwierigkeiten, eine Liste von Dingen zu erstellen, die ich an mir gut finde und über die ich mich deutlich mehr identifiziere als über mein Dicksein.

      Wahrscheinlich müsste ich mir in so einer Gruppe von allen Seiten anhören, dass ich mir doch sowieso nur eins in die Tasche lüge.

      Die Beschreibungen auf der Seite der Parklandklinik finde ich übrigens angenehm zurückhaltend. Bleibt nur zu hoffen, dass deren Behandlungskultur das auch ist.
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    • Liebe Martina..
      schreib doch jetzt deine Erfahrungen auf, du bist grad voll drin:)...dann passts doch..mir hat Schreiben oft den Kopf ungefragt auf 0 gesetzt und das tat mir eigtl. immer gut..hilft beim Gesundwerden:applaus:
      Muss ja nicht gleich Buch sein ;)
    • Doch, doch ... wenn, wird es ein Buch. Ich habe auch schon einen Mitautor. Wir haben uns aber das Happy End, also Martina auf dem Fahrrad an einem Hochsommertag:rad:, zur Bedingung gemacht. Wenn das Ziel erreicht ist, dann legen wir los.


      :pcko::notier::duden: :flagge:
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    • Martina schrieb:


      Fakt ist, Leute wie wir hier sind für Behandler oft ein Kulturschock. Wie sie jeweils damit umgehen, ist ganz sicher ihrem Charakter oder auch der Kultur der jeweiligen Behandlungseinrichtung geschuldet. Ich habe es erlebt, dass man mir in einer Klinik eine Woche eines dreiwöchigen Aufenthalts kaputt gemacht hat, indem man mich unbedingt davon überzeugen wollte, dass es gar nicht sein kann, dass ich mich gerne und gut bewegen möchte.


      Das ist etwas, was mich wahnsinnig nervt. Man sieht mich und Schwupps hab ich die Vorurteile übergestülpt. Und Versuche meinerseits, zu erklären warum ich dick bin, werden einfach nicht Ernst genommen. Selbst von denen, welche die Ursache kennen. Und ich merke, wie ich einfach keine Lust mehr habe, das immer und immer wieder zu erklären. Die Leute wollen die Vorurteile über die Dicken glauben, sie wollen nicht die vielschichtige Wahrheit hören. Und sicherlich glauben es auch viele Dicke selber.

      LG Finchen
    • Finchen schrieb:

      [...] Die Leute wollen die Vorurteile über die Dicken glauben, sie wollen nicht die vielschichtige Wahrheit hören. Und sicherlich glauben es auch viele Dicke selber.

      LG Finchen

      Stimmt – mir ist aufgefallen, dass auch sehr viele „Normalgewichtige“ häufig über das zu- und abnehmen sprechen und sich dabei als die Fachleute darstellen nur weil sie nicht augenscheinlich dick sind.

      Mein Mann hatte mir erzählt, dass bei seinen beruflichen Teambesprechungen immer wieder das Thema Gewicht und Essen bzw. zu- und abnehmen thematisiert wird. Da mein Mann in einem Jugendheimbereich arbeitet und dort auch immer wieder mal Jugendliche sind, die ein kleines Bäuchlein haben, verlangen manche Erzieher, dass man diese Kinder auf Diät setzen soll.
      Glücklicherweise weiß mein Mann, anhand von meiner Diät-Geschichte, dass solche Methoden überhaupt nichts bringen, sondern erst wirkliche Probleme nach sich ziehen. Interessant ist aber auch, dass die Erzieher die am lautesten nach zuckerfrei und fettfrei rufen, genau die sind, die bevorzugt mit Fertigprodukten für die Jugendlichen kochen. :rolleyes:

      Zum Thema Reha - mir hatte in einer Reha ein, offensichtlich von mir angeekelter, dicker Koch gesagt "sie müssen aber unbedingt in die Ernährungsberatung" ... der Ton machte dabei die Musik.
    • Bircan schrieb:

      Stimmt – mir ist aufgefallen, dass auch sehr viele „Normalgewichtige“ häufig über das zu- und abnehmen sprechen und sich dabei als die Fachleute darstellen nur weil sie nicht augenscheinlich dick sind.
      Stimmt, viele Schlanke meinen, sie machten alles richtig, nur weil sie schlank sind. Man kann es ihnen fast nicht vorwerfen, denn das ist ja das, was auch vermittelt wird. Dick wird nur, wer alles falsch macht, also ist der Umkehrschluss, dass die, die schlank sind, alles richtig machen. Leider sind die Schlanken auch nur ein Spiegel der Gesamtgesellschaft und es gibt mehr oder weniger intelligente, voreingenommene, tolerante ... Schlanke. Es bedarf wahrscheinlich eines gewissen Intellekts, um diesen Denkfehler zu erkennen. Hinzu kommt noch, dass auch im Hinblick auf Komplexe und mangelnde Selbstakzeptanz Schlanke die Gesamtgesellschaft widerspiegeln. Und da mag man sich halt besser fühlen, wenn man glaubt, man macht alles richtig.

      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die ganz besonders Dünnen, die überdurchschnittlich viel essen müssen, um nicht noch mehr abzumagern, das größte Verständnis für mich haben, weil sie eben aus eigener Erfahrung wissen, dass die Dinge nicht so einfach sind, wie sie aussehen.
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    • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es eben nicht unbedingt mit dem Intellekt zusammenhängt, was Menschen über Dicke, Ernährung und Diäten denken.
      Der Glaube an eine allgemeingültige korrekte Ernährung und Lebensweise ist kein rationaler Vorgang.
      Wie sonst könnte man sich die hochemotionalen und zum Teil wut- und hasserfüllten Reationen auf das Thema erklären, da schwingt soviel mehr mit, als dass es durch bloße Fakten einfach vom Tisch gewischt werden könnte.

      Ich würde von daher auch davon absehen, andere als Dummerchen zu bezeichen...nur meine Meinung. Es hat mit Klugheit leider oft gar nichts zu tun.
      [SIZE=2]Liberté toujours![/SIZE]
    • Und ich muss sagen: Es gibt sie, die dicken Dummerchen, die jedes bestehende Klischee erfüllen.
      Gibt es, definitiv. Aber solche findet man für jedes Klischee ;)
      Wobei ich zugegeben bei den ersten Begegnungen auch eher befremdet war.
      (ähnlich befremdet wie bei Bekannten, die erstmal einen sehr selbstbewußten Eindruck machen, dann aber krasse Minderwertigkeitskomplexe inkl. unterschwelligne Selbsthass auf Gewicht bezogen immer wieder aufploppen. In einer skurilen Mischung, die dazu alles sehr künstlich wirken lässt. Ich hoffe irgendwer versteht mein Geschwurbel, es ist gerade schwer zu greifen)

      Es gibt ja zum Glück (gefühlt zunehmend) Ärzte diverser Fachrichtungen, die durchaus differenziert denken können und ich fühlte mich in den letzten Jahren meistes gut aufgehoben. Wie an anderer Stelle im Forum schon erwähnt ausgerechnet bei einem Sportmediziner ganz besonders.
      Problem bei Rehaklinik ist, dass man die sich dann doch schwerer vorher anschauen und testen kann. Wenn ich merke ein Arzt ist nicht so der Bringer, wechsel ich halt. Bei einer Reha mit mal mehr mal weniger umständlichen Bewilligungsprozedere und festgelegten Aufenthalt ist das mit "dann wechsel ich eben" ein wenig schwieriger.
      "My body is a cage
      That keeps me from dancing with the one I love
      But my mind holds the key"

      Peter Gabriel
    • Angelina schrieb:


      Ich würde von daher auch davon absehen, andere als Dummerchen zu bezeichen...nur meine Meinung. Es hat mit Klugheit leider oft gar nichts zu tun.


      Leute, die Dummes reden und glauben sollten durchaus auch als dumm bezeichnet werden. Und selbst wenn sie den IQ von Einstein hätten und dummes Zeug erzählen, ist es eben dumm. Und das gilt erst Recht, wenn sie nicht bereit sind, sich eine andere Meinung anzuhören und darüber nachzudenken.
      Warum soll man nicht die Sache beim Namen nennen?


      Stimmt, viele Schlanke meinen, sie machten alles richtig, nur weil sie schlank sind
      von Udo Pollmer:
      Viele Dünne glauben heute, dass ihr Körperbau Folge ihrer Intelligenz ist... ... und ahnen nicht, dass sie ihren Körperbau der Tatsache verdanken, dass ihr Papa ihre Mama gevögelt hat.
      LG Finchen
    • Finchen schrieb:

      Leute, die Dummes reden und glauben sollten durchaus auch als dumm bezeichnet werden. Und selbst wenn sie den IQ von Einstein hätten und dummes Zeug erzählen, ist es eben dumm. Und das gilt erst Recht, wenn sie nicht bereit sind, sich eine andere Meinung anzuhören und darüber nachzudenken.
      Warum soll man nicht die Sache beim Namen nennen?


      Ja, da hast du vollkommen recht.
      Aber darum ging es mir gar nicht.

      Es ging mir explizit um den Begriff "dicke Dummerchen", die dann daran "Schuld" sein sollen, dass "wir" guten Dicken in ein schlechtes Licht gerückt werden. Das ist mir ganz übel aufgestoßen.
      Das ist doch gerade das Wesen der Diskriminierung, dass man bestimmte Eigenschaften einer Gruppe mal ganz pauschal andichtet und diese damit gängelt und schwächt. Wenn dann zufällig auch bei dicken Menschen mal ein paar Dummbasel dabei sind wird mit dem Finger auf sie gezeigt und sich aggressivst abgegrenzt. Das ist ja auch verständlich aber wie ich finde der gleiche Mechanismus der in der ursprünglichen Diskriminierung angewendet wurde.
      Ich erfülle sicher auch so manches Klischee eines dicken Menschen, oder habe es zumindest mal, aber nicht, weil ich dick bin, sondern weils mir mies gegangen ist. Das Dicksein ist höchstens die Folge davon gewesen.

      Und wenn ein dicker Mensch z.B. ungepflegt daherkommt, könnte es nicht sein, dass dieser Zustand der Verwahrlosung nicht ebenso ein Symptom seiner Grundsitution ist, wie sein Gewicht?
      Bringt es dann was, wenn ich dann anfange loszukeifen: "Da sind sie die ungepflegten doofen Dicken, wegen denen ich es in meinem Leben so schwer hatte?"

      Sorry, aber dieser Tenor gefällt mir gar nicht und es wundert mich wirklich, dass ich da die Einzige zu sein scheine.
      [SIZE=2]Liberté toujours![/SIZE]
    • So, und wo ich mich gerade warm geschrieben habe:

      Ich habe auch oft Komplimente bekommen, wie elegant ich mich doch bewegen würde, wie gelenkig ich sei und wie intelligent und dass ich doch gar keine typische Dicke wäre, weil Dicke seien ja oft so plump, in jeglicher Hinsicht.:mad:

      Das fand ich furchtbar und ich habe mich darüber auch nicht gefreut.
      So, nach dem Motto, du bist ja eine "Gute" unter den ganzen Schlechten, ja meinem Narzissmus hat das vielleicht geschmeichelt aber meinem Herzen nicht.
      [SIZE=2]Liberté toujours![/SIZE]
    • Gerade sehe ich, dass Sonnenkuss ja gar nicht von dicken Dummerchen, sondern von dummen Dickerchen geschrieben hat. Habe ich das also falsch aufgenommen.

      Angelina schrieb:

      Es ging mir explizit um den Begriff "dicke Dummerchen", die dann daran "Schuld" sein sollen, dass "wir" guten Dicken in ein schlechtes Licht gerückt werden. Das ist mir ganz übel aufgestoßen.
      Kann das sein, dass Du mein Posting nicht ganz gelesen hast?

      Martina schrieb:

      Als ich mir nach der KG noch einen Kaffee gegönnt habe, habe ich das Treiben eine Weile beobachtet. Und ich muss sagen: Es gibt sie, die dicken Dummerchen, die jedes bestehende Klischee erfüllen.

      [...]

      Ich meine, wir wünschen uns alle, so sein zu dürfen, wie wir sind. Damit haben auch diese Dicken ein Recht darauf so zu sein, wie sie eben sind.
      Damit wollte ich zum Ausdruck bringen, dass man diese Dicken genauso akzeptieren muss wie Dicke, die weniger klischeehaft sind.

      Ich bin auch nicht der Meinung, dass diese Dicken mir das Leben schwer machen, sondern wenn überhaupt, dass manche Mitmenschen an mich die gleichen Maßstäbe ansetzen wie an diese Dicken. Das wiederum könnte aber auch auf alles mögliche andere zutreffen, was mit dem Dicksein gar nichts zu tun hat. Ich möchte z.B. auch nicht, dass an mich die gleichen Maßstäbe angesetzt werden wie an eine Tussi-Sekretärin mit gestylten Fingernägeln.

      Kurz: Ich möchte - wie jeder Mensch - in meiner Einzigartigkeit wahrgenommen werden, wobei es völlig egal ist, worin die besteht.
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