Von der Konditionierung einer Nation

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    • Von der Konditionierung einer Nation

      Ich hatte ja im blauen Forum schon einmal die Geschichte von meinem Jugendkochbuch erzählt, das mir beim Umzug in die Finger fiel, und dem Wirsing, in den schlanke Leute auch einen Stich Butter reingeben dürfen, nachzulesen hier.

      Heute ist mir wieder so etwas unter gekommen.

      Wir bekommen morgen Besuch und ich habe vor, etwas aus meiner bergischen Heimat anzubieten: Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne. Da ich aber mit so etwas hier unten schon mal massiv reingefallen bin, will ich als Alternative einen Marmorkuchen backen. Das mache ich nicht sehr häufig und eigentlich jedesmal rufe ich meine Mutter an, um mich zu vergewissern, dass ich das Rezept für den klassischen Rührkuchen (250 g Fett, 250 g Zucker, 3 Eier, 500 g Mehl, Vanillezucker, Milch nach Bedarf, Backpulver) noch richtig im Kopf habe. Da sagt meine Mutter doch heute tatsächlich zu mir (und das war nicht auf mich gemünzt, sondern auf die allgemeine Situation): "Heute backt man das aber nicht mehr so. Das ist ja noch aus der Zeit, in der man alles essen durfte."

      Ich dachte, mir fällt der Hörer aus der Hand. So weit isses also schon gekommen ...

      Martina *empört*
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    • so ist es. gehirnwäsche allethalben.

      und selbst menschen, die nie im leben dick waren haben die reinste fettphobie.

      eine 91jährige klientin von mir kann in einem atemzug von den milch und rahmtöpfen, die sie als kind täglich gelehrt hat (und die ihr vermutlich mit weit über 80 eine knochendichte wie ein junger mann eingebracht haben) schwärmen und wie ein papagei die fernsehweisheiten über böses fett reproduzieren.
      Lieben Gruß

      Rita
    • Hmmmm -- natürlich kenn ich Deine Mutter nicht, Martina und kann nicht wissen, WIE sie es wirkklich gemeint hat -- aber bist Du sicher, sie hat es auf -ichsagmal unsere - Figur gemünzt? Könnte sie es nicht auf die derzeit herrschende Angst vor der Vogelgrippe gemeint haben, wegen der Eier die man verwenden muß ? Also ICH zum Beispiel verwende auch keine Eier und/oder andere Produkte vom Geflügel mehr, ich hab schlicht und einfach zu große Bedenken.

      also ICH glaube, deine Mum hat das auch so gemeint. ;) (immer das positive im Menschen sehen will und nix Arges voraussetze) ;)

      Auf jeden Fall wünsch ich Gutes Gelingen für den Kuchen und die Waffeln und überhaupt ! :five:
    • Meine Mutter hat mit meiner Figur keine Probleme. Das, was hier manche von ihren Mütter berichten, kenne ich von meiner Mutter nicht. Sie hat mich immer bedingungslos geliebt und nie auf meinem Gewicht rumgehackt. Wie ich in dem Wirsing-Thread schon schrieb: Sie hat, selbst als ich ein Teenie war, mir die Entscheidung überlassen, ob ich etwas an meinem Gewicht ändern will oder nicht.

      In diesem Thread hatte ich mal was geschrieben, wie meine Mutter so drauf ist. Das war aber, bevor Du zu uns gekommen bist.

      Und auf die Vogelgrippe hat sie es auch nicht bezogen. Sie hat es einfach gesagt, weil sie so konditioniert ist. Ich habe schon ein paar passende Worte dazu gesagt und das war auch für sie okay so. Die Infos, die ich ihr immer zum Thema Ernährung liefere, findet sie sehr interessant. Sie hat sich z.B. von mir überzeugen lassen, anstatt Becel wieder Butter zu essen ... und damit, wie mein Mann, ihren Cholesterinspiegel extrem gesenkt. Sie weiß auch, dass ich ziemlich kompromisslos mit der Auswahl meiner Lebensmittel bin und respektiert das.

      Einen schönen Sonntag wünscht Dir
      Martina
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    • Da fällt mir eine Episode aus dem Biologieunterricht der gymnasialen Mittelstufe ein: Wir sollten was über Ernährung lernen und erfuhren, es gäbe drei Nährstoffgruppen: Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette.

      Eine meiner Klassenkameradinnen konnte es nicht glauben und sich kaum mehr darüber beruhigen: Was, wie? Fette sollten als Nährstoffe angesehen werden? Wo die doch bekanntermaßen des Teufels seien und am besten komplett vermieden werden müssten??? Ich glaube, die Dame war kurz davor, vom Glauben abzufallen... :-p Und es kostete den Biologielehrer einiges an Argumentationsaufwand, um glaubhaft zu versichern, dass Fette nicht nur Nährstoffe sind, sondern sogar unbedingt nötig für eine ausgewogene Ernährung.
    • Ähnliches ist mir auch bei meiner Oma (wird im November 81) schon aufgefallen: Bei einem Besuch von mir saßen wir alle am Kaffeetisch und aßen ihren selbstgebackenen Kuchen. Besonders lecker war immer ihr Käsekuchen - diesmal schmeckte er allerdings irgendwie anders. Als wir sie darauf ansprachen, stellte sich raus, dass sie auch wegen des allgemeinen Trends statt des früher verwendeten Schmands nun etwas fettärmeres benutzte, das aber leider nicht mehr ganz so lecker war, wie sonst immer... :rolleyes: Sie sagte dann nur: "Das macht man heute nicht mehr so!"

      Auch andere Köstlichkeiten aus meiner Kindheit bereitet sie inzwischen nicht mehr zu, denn: "Sowas isst man ja heute nicht mehr."
      'Sowas' bezeichnet in diesem Fall z.B. Schweine- oder Rinderbraten, Schnitzel, usw.. Stattdessen gibt es dann auch nur noch Hähnchenbrust oder Pute und sie wundert sich sehr, wenn jemand sowas ungesundes wie Schwein/Rind noch essen möchte. Wirklich schade! Gerade diese typischen Gerichte, mit denen ich aufgewachsen bin, versuche ich in der letzten Zeit auch immer wieder Mal nachzukochen.
      Ich fände es wirklich bedauerlich, wenn das mit der Zeit alles verloren ginge.

      lg,
      dramaqueen (die kürzlich das erste Mal Semmelknödel selbst gemacht hat :mampf: )
      [CENTER]★ [SIZE=1]I am fat. And I have this radical idea that I am allowed to exist.[/SIZE] ★
      [SIZE=1]by Fat Grrrl A[SIZE=1]ctivism[/SIZE][/SIZE]
      [/CENTER]
    • dramaqueen schrieb:

      'Sowas' bezeichnet in diesem Fall z.B. Schweine- oder Rinderbraten, Schnitzel, usw.. Stattdessen gibt es dann auch nur noch Hähnchenbrust oder Pute und sie wundert sich sehr, wenn jemand sowas ungesundes wie Schwein/Rind noch essen möchte.


      ...zu Zeiten der Vogelgrippe wird sich Deine Oma sicher balsd wieder an Schweinefleisch heranwagen, oder ? :D

      Liebe Grüße
      Iko
    • Mal zu dramaqueens Semmelknödel:

      mir fiel auch vor einigen Monaten mal wieder das Rezept für Semmelknödel von einer bayrischen Bekannten in die Hände: geht wirklich ziemlich einfach und ist nicht mit Fertigprodukten zu vergleichen.
      Im Sommer hatten wir nach einem Fest viele Laugenbrezel übrig, hab davon dann Semmelknödel gemacht. Man nimmt etwas mehr Flüssigkeit und muss kaum mehr würzen. Hat uns sehr gut geschmeckt.

      Ich hoffe das passt hierher?
      LG
      madita
    • Ich fände es wirklich bedauerlich, wenn das mit der Zeit alles verloren ginge.
      Aus meiner Kindheit ist schon einiges verlorengegangen, was in meiner Erinnerung unvergleichlich gut schmeckte.
      Meine Oma machte eine köstliche Hühnersuppe mit viel Gemüse aus dem eigenen Garten - das besondere daran war, dass da GELBE Fettaugen draufschwammen.
      Sowas gibts heut nimmer - ICH jedenfalls hab das noch nicht hingekriegt (auch den Geschmack nicht).
      Auch Gerichte wie "Himmel und Erde" oder süßsauren Linseneintopf mit Birnen und Blutwurst hab ich seit 20 Jahren nimmer gegessen.

      Das Schlimme ist, dass damals niemand dran dachte, die alten Rezepte aufzuschreiben, weil Oma ja noch völlig fit war und diese alten Leckereien für die Familie kochte - und nun, wo sie nimmer kochen kann, kann sie's nicht weitergeben, weil sie vergessen hat, wie's geht :(

      Darcy - die noch so manches Mal den Geschmack ihrer Kindheit sucht ...
    • Ich hab den "Geschmack aus der Kindheit" kürzlich durch Zufall wiederentdeckt.

      Ich brate ja Gemüse und Fleisch etc in Biskin an...wie man das halt so macht...
      Vor ein paar Wochen habe ich die Freundin meiner Tochter zu deren Oma gefahren und diese Oma hat mich gleich mit an den Mittagstisch gepackt und mir ein Monsterschnitzel mit Bratkartoffeln und Gurkensalat vor die Nase gestellt...und das schmeckte wie das was ich früher bei unserer Bäuerin bekommen habe.
      Butterschmalz ist das Geheimnis!
      Total ungesund natürlich und auch eine Substanz die kaum den Weg in meine Küche finden wird aber LEGGOR!!!!!!!!!!:applaus:
    • Ich brate ja Gemüse und Fleisch etc in Biskin an...wie man das halt so macht...
      Macht man das so? :eek:
      Also ich für meinen Teil habe noch NIE in meinem Leben Biskin gekauft oder benutzt.
      Für Gemüse nehm ich Butter und für alles andere, was hohe Temperaturen braucht, (Oliven)Öl.

      Was neben den mir verlorenengegangenen Rezepten aber auch fehlt um den Kindheitsgeschmack wiederzufinden sind Lebensmittel in der Qualität von früher.
      Mein Vater meinte nämlich neulich, dass die GELBEN Fettaugen mit dem Huhn zusammenhingen und damit wie es gefüttert wurde (eben NICHT wie heute mit zermahlenen toten Tieren) sondern mit artgerechtem Futter und genügend Auslauf auf Wiesen - und dass er im Urlaub in der Türkei genau solche Hühner bekam (nicht im Hotel - meine Eltern machen sozusagen Alternativurlaub in 'ner privaten Ferienwohnung von Freunden auf'm türkischen Dorf).

      Ich denke, da ist was dran - denn mal ehrlich, welcher Apfel schmeckt denn noch so richtig aromatisch-säuerlich wie in unserer Kindheit? Zuletzt hatte ich solche Äpfel im alten Land direkt beim Bauern gekauft, aber hier in Bayern krieg ich die nimmer. Auch die Milch ist keine Milch mehr, sondern ein totbehandeltes "Kunstprodukt", vom Brot gar nicht mehr zu reden ...
    • Sorry, off topic:

      Hallo
      da einige Leutchen hier kein Geflügel mehr essen und keine Eier verwenden, habe ich mal kurz gegoogelt,was das Auswärtige Amt am 19.10.für Hinweise bezüglich der Vogelgrippe gibt:




      Reisen in betroffene Länder werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt als unbedenklich angesehen.
      Der Kontakt mit lebendem oder totem Geflügel sollte jedoch vermieden werden.
      Kein Besuch von Vogel- oder Geflügelmärkten.
      Das Mitbringen von Vogelprodukten (einschließlich Federn) aus betroffenen Ländern in die EU ist verboten.
      Der Verzehr von Geflügelfleisch oder Eiern ist nach derzeitigem Wissensstand unbedenklich, wenn diese gut gekocht sind. :daumen:
      Verzicht auf Halten von Ziervögeln bei Aufenthalt in den betroffenen Regionen.
      Ein gegen Vogelgrippe wirksamer Impfstoff steht gegenwärtig nicht zur Verfügung

      ...................................
      Übertragung ist wahrscheinlichsten über die Atemwege (wenn ein Huhn einen anhustet ;) ), also hilft nur eine Atemschutzgerät, käuflich im Internet!

      Ich glaube, da ist viel Panikmache dabei. BSE haben auch alle überlebt! (da war ICH total panisch!)

      Chiyele (der vor allem die ganzen eingesperrten Hühner etc. leid tun)
    • Ich war ja gestern auf dem Ersthelferkurs. Da sprachen wir - warum auch immer - über Margarine. Und der Kursleiter ist fast hysterisch geworden. Margarine - ich habe sie instinktiv wieder von meinem Tisch verbannt - ist ein dermaßen künstliches Produkt, da ist nix natürliches mehr dran. Und er meinte, man solle mal ein Experiment machen: Mische verschiedene Pflanzenöle: Sonnenblumen, Oliven, Walnuss etc. Das gibt nach dem Schütteln eine weißliche Substanz. Und nach einer Weile - ist jedes Öl wieder für sich getrennt. Pflanzliche Öle unterschiedlicher Herkunft lassen sich von Natur aus nicht mischen. Schon allein das macht anschaulich, dass Margarine nix natürliches ist.

      Und noch eines: Margarine enthät genauso viel Fett oder Kalorien, wie Butter. Also auch hier kein Grund, auf Butter zu verzichten. Nicht deswegen.

      Wer generell auf tierische Fette bzw. Stoffe verzichten möchte, der sollte auch oder vielleicht sogar in erster Linie auf Zusatzstoffe in der Ernährung verzichten. Seien es Farb- und Konservierungsstoffe oder Aromen. Und auch Soja-Produkte (einschließlich Tofu) sind alles andere als natürlich, sie sind die ältesten genmanipulierten Lebensmittel, die es bei uns zu kaufen gibt. Nicht der Mais, die Sojabohnen haben hier den Anfang gemacht.

      Alles in allem würde ich sagen: Back to nature. Und last but not least: Seinen Cholesterinspiegel kann man mit Ernährung nicht nachhaltig beeinflussen. Ohne Cholesterin stirbt der Mensch, Cholesterin ist lebensnotwendig. Stoffwechselstörungen allein mit Cholesterin in Verbindung zu bringen, ist falsch und gefährlich.

      Oh, ich schweife ab...

      Kirstin
    • Und auch Soja-Produkte (einschließlich Tofu) sind alles andere als natürlich, sie sind die ältesten genmanipulierten Lebensmittel, die es bei uns zu kaufen gibt.
      Jein - die Verarbeitung von Sojabohnen zu Tofu hat nix mit Genmanipulation zu tun, ist aber trotzdem sehr stark. Tofu ist also nicht sehr natürlich.
      Allerdings ist nicht alles, was aus/mit Soja ist, genmanipuliert - es gibt genauso Bioprodukte mit Soja, die eben NICHT genetisch verändert sind.
      Wenn genmanipuliertes Soja verwendet wird, dann muß das gekennzeichnet werden wie alle anderen Lebensmittel auch.

      Was die Margarine angeht, hat Dein Kursleiter recht - da könnt man auch Plastik essen ;)

      Darcy
    • Kirstin schrieb:

      Ich war ja gestern auf dem Ersthelferkurs. Da sprachen wir - warum auch immer - über Margarine. Und der Kursleiter ist fast hysterisch geworden.
      Wie damals unser Biolehrer (ein anderer als der von oben), ökolögisch-ganzheitlich und sehr für Naturbelassenes. Kluger Mann, der er war, hat er es aber nicht bei der Schimpfkanonade belassen, sondern uns erklärt, wie Margarine hergestellt wird. Das hat gewirkt. Sowas kommt mir nicht mehr ins Haus.

      Seinen Cholesterinspiegel kann man mit Ernährung nicht nachhaltig beeinflussen.
      Und noch einmal denke ich an den klugen Biolehrer zurück. Der nämlich sagte damals, das der Körper in der Lage ist, Cholesterin selbst herzustellen. Und das täte er auch freiweg, wenn man den individuellen Pegel nicht durch Ernährung erreicht.

      In memoriam... ;) Sopho
    • Sophonisbe schrieb:

      Und noch einmal denke ich an den klugen Biolehrer zurück. Der nämlich sagte damals, das der Körper in der Lage ist, Cholesterin selbst herzustellen. Und das täte er auch freiweg, wenn man den individuellen Pegel nicht durch Ernährung erreicht.
      Vor allem, das, was im Körper gemessen wird (gutes und schlechtes Cholesterin) ist überhaupt kein Cholesterin, sondern es sind nur Substanzen, die Cholesterin an sich binden können. Wenn ich versuche, mit Medikamenten meinen Cholesterinspiegel zu senken, dann wird der Körper selbst einfach mehr Cholesterin produzieren, um dies wieder auszugleichen.

      Wir sollten echt viel mehr auf unseren Körper vertrauen. Nur in den seltensten Fällen ist der Körper nicht in der Lage, das Leben zu meistern. Und falls dem so wäre, dann haben wir vorher mächtig drin "rumgepfuscht".

      Kirstin
    • Chiyele schrieb:

      Sorry, off topic:

      Der Kontakt mit lebendem oder totem Geflügel sollte jedoch vermieden werden.
      Kein Besuch von Vogel- oder Geflügelmärkten.

      ...................................
      Übertragung ist wahrscheinlichsten über die Atemwege (wenn ein Huhn einen anhustet ;) ), also hilft nur eine Atemschutzgerät, käuflich im Internet!




      Ja, das mag ja alles richtig sein.
      ABER...und jetzt kommts...ich lebe auf einem kleinen Bauernhof, der früher mal ein richtig großer war...ähm ja, ich halte 9 Gänse und 1 Ente sowie 1 Ziege und diverses Kleinviehzeug...
      Wie soll ich das machen, mit dem Geflügel kein Kontakt mehr zu haben? Ich muss die Tiere doch Füttern...sie wollen baden...ausgemistet werden etc.pp..

      Die Stallhaltung ist die reinste Qual für die Tiere. Sie sind gewohnt draussen zu laufen. Männliche Gänse (Ganter) streiten sich untereinander...wenn die sich nicht ausweichen können, dann gibt es irgendwann "Hackfleisch"...in wahrsten Sinne des Wortes. Wenn ich morgens in den Stall komme, muss ich regelrecht hinein rennen, weil die Tiere versuchen, zwischen meinen Beinen hindurch zulaufen um raus zu kommen. Ebenso beim aus dem Stall gehen. Die Viecher tun mir so leid. Bei mir werden sie nicht geschlachtet...ich halte sie, weil ich sie schön finde und sie dürfen leben, bis sie von selber umfallen. Es sei denn sie sind krank oder haben sich was gebrochen, dann werden sie geschlachtet, aber so blöd sich das für einige anhören mag, nicht von uns gegessen.

      Wir, mit unserer kleinen Anzahl an Tieren haben ja irgendwo noch Glück. Ich weiß nicht, ob die "da oben" sich im Klaren darüber sind, was es heißt ganze Herden also mit mehr als 50 bzw. 100 Tieren, aufzustallen. Die Mehrkosten, die da auf den Halter zu kommen sind imens. Wenn die Tiere draussen laufen, dann fressen sie Gras und was es sonst noch so auf einer Weide gibt und werden evtl. zugefüttert. Im Stall kriegen sie aber nur Körnerfutter und das sind erhebliche Kosten. Draussen trinken sie Regenwasser und schwimmen, wenn sie Glück haben im Teich. Drinnen geht das alles nicht. Mal abgesehen von dem Mehraufwand an Arbeitszeit.

      Nun ja, irgendwo ist es richtig, die Tiere aufzustallen, damit sie sich nicht anstecken...aber irgendwo ist es auch Tierquälerei und mir tun die Tiere jeden morgen aufs neue Leid.


      Sorry, jetzt bin ich komplett vom Thema abgewichen, aber das lag mir auf der Seele.

      Liebe Grüsse
      Caro
    • Lunix schrieb:

      Ich glaube, die gelbe Farbe kommt von Safran, mal ausprobiert?


      bei meiner oma sicher nicht. da kam das gelb direkt von den hühnern. wenn ich mich recht erinnere, war auch das fett der ungekochten hühner schon gelb (und ihre füße auch).
    • Also es war definitiv nicht vom Safran,

      wie Rita schon schrieb, war auch das Fett und die Beine gelb.
      Auch die Eier sahen seinerzeit anders aus - und wenn ich mich so richtig zurückerinnere, bekamen die Hühner damals auch mit Sicherheit anderes Futter als heute (eben KEINE pulverisierten Artgenossen, sondern im Sommer viel Grünfutter und einen selbstzusammengematschten Brei - keine Ahnung was da drin war, aber Getreide und Mais auf alle Fälle).

      Mein Vater ist ja großer Türkeifan und der meint, dass dort die Hühner/Hähnchen noch so schmecken wie bei uns früher (er macht dort immer privat in 'nem Dorf Urlaub und ist von dem ursprünglichen Geschmack der Lebensmittel dort sehr begeistert).

      Darcy - auf der Suche nach dem Geschmack der Kindheit
    • tja, die omas haben die hühner auch samt klauen und haut gekocht, was uns heute wohl kaum einfallen würde.

      und hühner sind ursprünglich durchaus keine körnerfresser. die futtern sich an dicken saftigen würmern satt, gewürzt mit allem was so auf den wiesen wächst. nur im winter wurde zugefüttert, damit die hühner nicht aufhörten eier zu legen.

      ausserdem ist es so wie beim stromlininenschwein. fett wurde, weil nicht mehr gut verkäuflich, systematisch aus den tieren rausgezüchtet. und da fett der geschmacksträger nr.1 ist, schmeckt mit der zeit alles eher wässrig und fade.

      :mad: der konsument wollte das ja so. angeblich.
      Lieben Gruß

      Rita
    • Jo, mit Haut schon, aber ohne die Füße.

      Haut bleibt auch bei uns heute noch dran, aber trotzdem wird da nix gelb.

      Das mit dem Futter: sie bekamen nicht ausschließlich Körner, die wurden halt mit beigemischt - die Hühner liefen allerdings den ganzen Tag auf der Wiese rum, scharrten und pickten, ich bin mir sicher, dass da 'ne Menge Würmer dran glauben mußten.
      Die Eier, speziell das Eidotter, sahen ganz anders aus und schmeckten auch ganz anders als die heute - allerdings gabs auch nicht jeden Tag welche zum Frühstück, wie das bei einigen Leuten heutzutage üblich ist.