Gefälschte AC-Studien? (Artikel im Mannheimer Morgen)

Seit dem 12.12.2020 ist das Forum dauerhaft geschlossen.
Zum Lesen der Beiträge wird es jedoch weiterhin bereitgehalten.
Details zu dieser Mitteilung findet Ihr hier.
Technische Probleme
Leider ergaben sich vor einiger Zeit technische Probleme, die eine Abschaltung der Website und ein Update der Foren-Software erforderlich machten. Ich werde mich bemühen, das Forum in nächster Zeit wieder der gewohnten Optik anzupassen.
Die Beiträge in diesem Forum wurden von engagierten Laien geschrieben. Soweit in den Beiträgen gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.
  • Das Uniklinikum Leipzig hat sich von Prof. Dr. Edward Shang getrennt, der Studien zum Thema AC gefälscht haben soll. An ihm als Operateur bei sehr vielen bariatrischen Eingriffen scheint nichts zu kritisieren zu sein, aber: [QUOTE=Mannheimer Morgen vom 19.05.2012][...] hat der Wissenschaftler Shang möglicherweise aus Ehrgeiz Ergebnisse manipuliert beziehungsweise erfunden. So merkt ein Beitrag des Laborjournals an, dass von 60 in einer Studie ausgewerteten Magenbypass-Operationen womöglich nur 21 tatsächlich ausgeführt wurden.[/QUOTE] Hier der [URL='http://www.morgenweb.de/mannheim/mannheim-stadt/medizin-studien-sollen-gefalscht-sein-1.569714']Link zum ganzen Artikel[/URL]. Dazu passt wieder einmal bestens das Zitat, das Winston Churchill zugeschrieben wird, aber außerhalb Deutschlands unbekannt ist: "Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!"
  • [size=8]anscheinend hat churchill das nie gesagt. das zitat ist im deutschsprachigen raum deswegen so bekannt, weil es teil der nazipropaganda war. im englischspachigen raum kennt man das "zitat" kaum.[/SIZE]
  • [quote='mina','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=116290#post116290'][size=8]anscheinend hat churchill das nie gesagt. das zitat ist im deutschsprachigen raum deswegen so bekannt, weil es teil der nazipropaganda war. im englischspachigen raum kennt man das "zitat" kaum.[/SIZE][/QUOTE]Ich weiß, mina. Ich wollte die Erläuterung nur kurz halten, um nicht zu sehr vom eigentlichen Thema abzulenken: Da hat jemand offenbar Studien geschönt, um anderen Adipositaschirurgie schmackhaft zu machen. Ich will nicht wissen, wie viele Ärzte und Patienten die Ergebnisse ("Ist ja eine seriöse Studie von einem Professor Doktor") für bare Münze genommen haben. Unserem Forum wird seitens der AC-Anhänger doch so gerne vorgeworfen, wir würden AC verteufeln und deren Folgen dramatisieren. Anders herum zeigt mir der Artikel, wie sehr man auf Befürworterseite darum bemüht ist, zu beschönigen oder Negative Punkte herabzuspielen. Einen anderen Zweck kann eine Studienfälschung in dem Bereich ja eigentlich nicht haben.
  • [quote='kampfzwerg','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=116294#post116294']Ich will nicht wissen, wie viele Ärzte und Patienten die Ergebnisse ("Ist ja eine seriöse Studie von einem Professor Doktor") für bare Münze genommen haben. [/QUOTE] Und ich möchte nicht wissen wieviele ihre Studien in die gleiche Richtung gefälscht haben.
  • In der Studie wurde der Zusammenhang zwischen Magenbypass und die Auswirkung von zusätzlicher, körperlicher Bewegung "untersucht". Die (erfundenen) Patienten wurden prospektiv randomisiert und mussten jeweils eine, bzw. zwei Stunden pro Woche Bewegung unter Aufsicht machen. Das Ergebnis (der nur zum Teil existenten Patienten) war nicht gerade bahnbrechend, denn wie zu erwarten war die Gruppe der Patienten mit zwei Stunden Bewegung bezüglich der Reduktion von BMI und Komorbiditäten der anderen Gruppe überlegen. Na toll! Dass ein erhöhter Kalorienverbrauch Auswirkungen auf den BMI hat, ist ja nicht gerade brandneu. Schmackhaft sollte damit meiner Meinung nach die AC nicht gemacht werden, auch nicht den Lesern des Journals, da die Gruppe der Leser ohnehin AC betreiben. Es war wohl nur Profilierungssucht und absolut unethisch. Wird aber ganz sicher nicht die letzte wissenschaftliche Publikation sein, die so entstanden ist oder entstehen wird und diese Fälschungen gehen quer durch den wissenschaftlichen Gemüsegarten.
  • [quote='Helga','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=116306#post116306']In der Studie wurde der Zusammenhang zwischen Magenbypass und die Auswirkung von zusätzlicher, körperlicher Bewegung "untersucht". Die (erfundenen) Patienten wurden prospektiv randomisiert und mussten jeweils eine, bzw. zwei Stunden pro Woche Bewegung unter Aufsicht machen. Das Ergebnis (der nur zum Teil existenten Patienten) war nicht gerade bahnbrechend, denn wie zu erwarten war die Gruppe der Patienten mit zwei Stunden Bewegung bezüglich der Reduktion von BMI und Komorbiditäten der anderen Gruppe überlegen. Na toll! Dass ein erhöhter Kalorienverbrauch Auswirkungen auf den BMI hat, ist ja nicht gerade brandneu. Schmackhaft sollte damit meiner Meinung nach die AC nicht gemacht werden, auch nicht den Lesern des Journals, da die Gruppe der Leser ohnehin AC betreiben. Es war wohl nur Profilierungssucht und absolut unethisch. Wird aber ganz sicher nicht die letzte wissenschaftliche Publikation sein, die so entstanden ist oder entstehen wird und diese Fälschungen gehen quer durch den wissenschaftlichen Gemüsegarten.[/QUOTE] Du scheinst da ein paar Dinge zu vergessen. Zum einen ist das Ergebnis vermutlich ohne die erfundenen Daten nicht signifikant, denn ansonsten macht es keinen Sinn Daten zu erfinden. Nicht signifikant, nicht wissenschaftlich aussagekräftig. Damit ist die Grundtheorie, nämlich zusätzlicher Kalorienverbrauch erhöht die Abnahme nicht mehr aufzustellen. Zudem wird angenommen, dass genügend Menschen nach OP in der Lage sind sich 2-3 h zu bewegen. Vielleicht ist das ja nicht so, vielleicht hat die OP ja Einfluss auf die körperliche Fitness. Wenn man behauptet man habe 60 Personen untersucht und es ist in Wirklichkeit nur 1/3 also 20 Personen, dann frage ich mich, was ist mit den anderen Operierten (da muss es ja genug geben), also potentiellen Studienteilnehmern passiert? Bewegen die sich nicht mehr? Und zumindest in dem verlinkten Artikel ist von mehreren Studien berichtet worden, an denen "herummanipuliert" wurde.
  • Natürlich ist an der Studie nichts signifikant. Das steht völlig außer Diskussion. Die hohe Patientenzahl wurde angegeben, um die Studie seriös wirken zu lassen und sein These zu belegen, dass erhöhter Kalorienverbrauch den Grundumsatz erhöht. Aufgrund der geringen Patientenzahl wäre doch eine prospektive Studie in dem vermutlich von ihm angestrebten sehr kurzen Zeitraum gar nicht möglich gewesen. Da hätte er nur eine retrospektive Studie machen können, in der aber vermutlich nur Patienten gewesen wären, die vor seiner Zeit erfasst wurden. Offenbar wollte der Autor aber nur publizieren und das möglichst in einem kurzen Zeitrahmen. Dass sich Menschen nach einem bariatrischen Eingriff ein oder zwei Stunden pro Woche bewegen können, ist aber nicht absurd. Nur werden die erfundenen Patienten gar nicht existiert, bzw. sich auch zahlreiche Patienten nicht für die Studie zur Verfügung gestellt haben. Dazu kann man nämlich niemand zwingen. Da das IFB aber staatlich gefördert ist, wird der Autor auch unter erheblichem Zugzwang gelitten haben. Na den hat er ja jetzt nicht mehr. ;)
  • [quote='Helga','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=116306#post116306']Wird aber ganz sicher nicht die letzte wissenschaftliche Publikation sein, die so entstanden ist oder entstehen wird und diese Fälschungen gehen quer durch den wissenschaftlichen Gemüsegarten.[/QUOTE]Das ist das Traurige daran: Es wird gefälscht, geschönt, verdreht und letztlich weiß niemand mehr, wem man überhaupt noch Glauben schenken soll - ganz egal an welchem Ende der Argumentationskette.