OA - Overeater Annonymous

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    • OA - Overeater Annonymous

      Hallo zusammen!

      Es gibt in einigen Städten für Esssüchtige ähnlich annonyme Gruppen, wie die Annonymen Alkoholiker. Hat jemand von Euch damit Erfahrungen gemacht?
      Oder gibt es hier im Forum vielleicht schon einen Threat, den ich übersehen habe?

      Bin gespannt auf Eure Erfahrungen.

      Herzliche Grüße

      Janise
    • Hier im Forum gab es, sowiet ich das weiß, noch keine Diskussion dazu. Ich weiß, dass diese Overeaters Anonymous in einem anderen dicken Forum diskutiert wurden. Mir persönlich sind sie suspekt, weil ich von diversen Leuten gehört habe, dass einem manche Dinge oder Verhaltensweisen förmlich aufgedrängt werden, man sich in der Gruppe einen besseren Stellenwert damit erarbeiten kann und es vor allem auch viel mit Glaube bzw. Religion zu tun haben soll. Da ich mit so etwas nichts anfangen konnte/kann, bin ich nie hingegangen, das Risiko wollte ich nicht eingehen. Mittlerweile hat sich das Ganze eh erledigt ;) - ich habe es auf meine Art lösen können.

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • eigentlich musst du selbst herausfinden, ob diese gruppe das richtige für dich ist. das ist wie mit schokoladeneis,- der eine mags,- der andere nicht!;)
      ich war u. a. in der psychosomatischen Klinik in Grönenbach, da gabs ja reichlich dieser Selbsthilfegruppen der AA, aber auch freie Selbsthilfegruppen.

      Google doch einfach mal, um dich damit vertraut zu machen(12-Schritte-Programm)

      Es gibt ein starres Rahmenprogramm und dann in der offenen Runde kann jeder von sich erzählen,- aber niemand gibt dir Ratschläge. Das ist eine ganz wichtige Sache, dass weder gewertet wird, noch dass dir andere Vorschriften oder Ratschläge geben(dürfen), Man erzählt und bleibt bei sich.

      Das ganze findet anonym statt, man teilt lediglich seinen Vornamen mit- und man verpflichtet sich, dass man nichts von alledem nach aussen trägt, was andere betrifft.Und entweder mag man seine Geschichte erzählen, oder nicht. Niemand zwingt einen. Du kannst auch einfach nur hingehen und still dabei sitzen.

      Für manche ist es ein Trost zu sehen, dass es auch andere mit diesen Problemen gibt,- dass man für nichts verurteilt wird, dass man so angenommen wird, wie man ist.

      Sicherlich ungewöhnlich, aber mach dir am besten selbst ein Bild- oder schau dich um nach freien Selbsthilfegruppen, finde für dich das beste heraus!

      Was sicherlich ganz toll ist, man belastet sich nicht mit übermorgen, oder überübermorgen oder mit Gedanken, was in einem Jahr passiert, man versucht die nächsten 24 Stunden zu bewältigen.

      Ich wünsche dir gute 24 Stunden:)
    • Nordlicht schrieb:

      Hier im Forum gab es, sowiet ich das weiß, noch keine Diskussion dazu. Ich weiß, dass diese Overeaters Anonymous in einem anderen dicken Forum diskutiert wurden. Mir persönlich sind sie suspekt, weil ich von diversen Leuten gehört habe, dass einem manche Dinge oder Verhaltensweisen förmlich aufgedrängt werden, man sich in der Gruppe einen besseren Stellenwert damit erarbeiten kann und es vor allem auch viel mit Glaube bzw. Religion zu tun haben soll. Da ich mit so etwas nichts anfangen konnte/kann, bin ich nie hingegangen, das Risiko wollte ich nicht eingehen. Mittlerweile hat sich das Ganze eh erledigt ;) - ich habe es auf meine Art lösen können.

      Gruß
      Dani


      kein Glaube oder Religion, man spricht von einer höheren Macht,- eine besondere Religion wird überhaupt nicht damit angesprochen. Es ist weder eine Sekte noch ein geheimnisvoller Clan- einfach informieren- und wenns einem zusagt hingehen und sich aufgehoben fühlen- oder wegbleiben, niemand wird gezwungen- und niemand muss sich "hocharbeiten" oder ist besser gestellt als die anderen.
      Man sitzt in einer großen Runde, jeder liest einen Schritt aus dem 12-Schritte-Programm vor,- dann kommt die Runde, wo jeder, wenn er mag erzählt, dann die Befindlichkeitsrunde, wo man erzählen kann, wie es einem jetzt nach Beendigung der Treffs geht (so in etwa)
      Niemand wird zu irgend etwas gezwungen, man kann durchaus sagen, dass man nichts sagen möchte, auch o.k.
      Ach ja,- und wer Unterstützung durch die anderen möchte, teilt dies mit- und wenns einem mies geht mit seinem Problem, hat er Leute aus der Gruppe, die einen nicht alleine lassen.
    • Der Begriff OA ist schon in mehreren älteren Threads gefallen, aber seit längerer Zeit nicht mehr.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • Eine der Wurzeln dieses Forums ist ja eine echte Selbsthilfegruppe, die es Mitte bis Ende der 90er in Düsseldorf gab.

      Diese Gruppe nahm auch an den so genannten Selbsthilfetagen teil, bei denen sich die Selbsthilfegruppen einer Stadt an Ständen vorstellen.

      Diese Selbsthilfetage waren die einzige Gelegenheit, wo ich mit OA zu tun hatte. Die hatten auch dort einen Stand und kamen regelmäßig bei uns vorbei, um uns zu "bekehren". Das hat mich massiv genervt, zumal die so etwas Ätherisches hatten. Ich kann das irgendwie nicht beschreiben.

      Ich persönlich kann mich mit dem ganzen Programm sowieso nicht anfreunden, da ich nicht überesse. In den Gesprächen wurde das aber - wie immer eigentlich - massiv in Zweifel gezogen und es wurde mir unterstellt, ich würde es nur nicht zugeben wollen, und wie befreiend es ist, wenn man endlich bekennen kann, was man sich und seinen Mitmenschen mit dieser Fresserei antut. Tut mir leid ... aber solche Manipulationen brauche ich nicht.

      Das soll nicht heißen, dass es den wenigen Dicken, die tatsächlich überessen, nicht hilft. Aber ich denke, für diejenigen, die das nicht tun, ist das nichts.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Rita schrieb:



      aber gar nicht für menschen, die aus hormonellen, anderen krankheitsgründen oder aus unbekannten gründen dick geworden sind, denn die philosophie dick=maßlos essen kommt schon sehr deutlich heraus.


      Das kann ich nur bestätigen. Und auch die Unterstellungen die Martina weiter oben beschrieben hat musste ich mir an den Kopf werfen lassen.

      Ich war vor ca. zwanzig Jahren mal bei einigen Treffen und fand das Ganze wenig hilfreich, irgendwie suspekt und hatte ein ungutes Gefühl - ohne das genau begründen zu können.

      Damals war das so, dass man nur von sich erzählen und nicht auf Beiträge der anderen eingehen durfte. Was mich gestört hat. Außerdem bin ich durch und durch unreligiös und konnte mit dem "höheren Wesen" nix anfangen.

      Ich finde bei einer richtigen Essstörung ist doch eher professionelle Therapie (in der Gruppe oder einzeln) angebracht.
    • Hummelchen schrieb:



      Damals war das so, dass man nur von sich erzählen und nicht auf Beiträge der anderen eingehen durfte.


      Soviel ich weiß, ist das bei allen 12 schritte programmen, die sich von den AA ableiten, so. von alkoholismus bis sexsucht.

      das ist durchaus eine variante für gruppen, weil es zwingend macht, dass jeder sich auf sich selber konzentriert, und man sich nicht mit rat"schlägen" an andere gruppenmitglieder von den eigenen problemen ablenkt.

      andererseits hört man von den anderen die eigene geschichte und fühlt sich vielleicht nicht mehr als alien.

      als nicht-viel-esser (ich hab mal einen essplan gesehen und aß definitiv weniger als das), wäre man aber in der oa gruppe ein alien. aber sie heißen ja "overeaters", also sollte man sich nicht wundern.

      und in amerika, wo das ja herkommt, sind AA, OA usw. meetings massenveranstaltungen, da ist es auch einfach pragmatisch, wenn nicht über jeden beitrag diskutiert wird. das treffen von oa in wien zu dem ich vor ca. 20 jahren fast einmal gegangen wäre (ich hab nur kurz in das zimmer geschaut und bin umgedreht) bestand aus 4 personen. da wirds denke ich, sehr schwierig mit der distanzregel.
      Lieben Gruß

      Rita
    • Vielen Dank für Eure differenzierten Informationen!
      Ich bin mir noch nicht sicher, ob das etwas für mich ist, bin aber mit meinen Überlegunen schon einen ganzen Schritt weiter. :danke1:
    • Ich möchte auch gerne meine Erfahrungen mit OA schildern. Diese Art von Selbsthilfegruppe hat, wie wahrscheinlich jede andere auch, ihre Vor- und Nachteile. Dass man nicht direkt auf Beiträge anderer eingehen kann, ist natürlich schon speziell. Gut daran ist, dass jeder ausreden und erzählen kann, was ihn bewegt. In Selbsthilfegruppen, die anders aufgebaut waren, habe ich es leider erlebt, dass Leute einander ins Wort gefallen sind und es teilweise nur darum ging, in einer messerscharfen Diskussion, den Beitrag eines anderen auseinanderzupflücken. Das hat man bei OA halt so gut wie gar nicht, was ich als angenehm empfinde.

      Ein Contra ist allerdings, dass, wenn sich zwei Teilnehmer nicht grün sind oder der eine den anderen versteckt stichelt, der andere sich nicht direkt wehren kann ohne den Rahmen zu sprengen. Fazit: Wenn alle sich dran halten, ist die Art nicht schlecht, aber sobald einer aus der Reihe tanzt und man Probleme nicht deutlich auf den Tisch bringen kann, wird es m.E. schwierig, wenn auch nicht unmöglich, dass doch noch irgendwie besprechbar zu machen.

      Das Programm ist natürlich für Leute, die überessen, wie der Name schon sagt. Und da nicht nur Übergewichtige überessen, finden sich dort alle Figurformen, was für mich völlig okay ist. Das Zwölf-Schritte-Programm ist für mich auch nicht immer eingängig, aber das war für mich nie ein Ausschlusskriterium. Genauso wie 'die höhere Macht'. Viele Teilnehmer reden über sie, aber niemand wird dazu gezwungen. Was etwas komisch ist, ist dass man sich vor jedem Redebeitrag neu vorstellen muss: "Hallo, ich bin XY und ich bin esssüchtig" und die anderen jedes Mal antworten mit: "Hallo XY." Das ist schon ungewöhnlich.

      Es gibt noch eine Sache, die mir nicht ganz gefällt und das sind die Spenden. Nach jedem Treffen werden Spenden von den Anwesenden gesammelt (jeder gibt so viel, wie er kann, keiner sieht dir dabei auf die Finger). Bis dahin für mich völlig in Ordnung. Schließlich muss z.B. die Raummiete irgendwie aufgebracht werden. Allerdings weiß ich noch, dass mir mal sauer aufgestoßen ist, dass in irgendeinem Rundschreiben genau aufgelistet war, welche Gruppen wie viele Spenden nach außen abführen konnten und unser Kassenwart etwas sauer war, weil wir nichts abführen konnten. Vielleicht hat sich das inzwischen geändert, aber damals war es so, dass man nichts über diese Hauptstelle in Amerika, wohin das Geld abgeführt werden sollte, wusste und auch nicht, was die dann genau damit machen. Das hat mich gestört, aber das konnte man dann auch in diesem Arbeitsmeeting sagen.

      Etwas, was ich noch als positiv empfunden habe, ist, dass man an einem bestimmten Meeting im Monat einen Angehörigen mitbringen kann. Im Großen und Ganzen muss ich sagen, dass mir OA eine Zeitlang sehr gut geholfen hat und ich dort unheimlich liebe Leute kennengelernt habe, von denen auch einige aufgeschlossen sind gegenüber Treffen außerhalb des Gruppenkontexts. Ich habe dort keinen Schaden genommen, was die Gruppe sicherlich von einer Sekte unterscheidet. Ich kann verstehen, warum man denken kann, es sei eine Sekte und ich gebe zu, dass ich mir anfangs die Frage auch gestellt habe. Dagegen spricht aber wohl auch, dass man jederzeit aussteigen kann ohne verfolgt zu werden. Da mir unsere neue Gruppenleitung leider überhaupt nicht lag und auch sehr viele Wortmeldungen einbrachte und sich die Stimmung innerhalb der Gruppe verändert hatte, habe ich mich zurückgezogen. Es kam nie irgendein Anruf oder irgendwas, um mich zu bekehren. Als ich mal zufällig einem Mitglied über den Weg lief, fragte er mich freundlich, ob ich nicht mal wieder kommen wolle, als ich nein sagte, war das Thema sofort erledigt. Ich kann aber sehr gut verstehen, wenn der Gruppenstil nicht jedermanns Sache ist und wer Probleme damit hat, wenn andere über 'ihre höhere Macht' sprechen, für den ist es vielleicht wirklich nicht das Richtige.

      So, das waren jetzt mal einfach meine Erfahrungen mit OA. Dazu möchte ich noch sagen, dass, auch wenn die Vorschriften sehr straff sind, jede Gruppe wahrscheinlich anders ist. Meine oben beschriebenen Erfahrungen beziehen sich lediglich auf eine einzige Gruppe.

      LG
      Käuzchen