Mütter, Ärzte, Akzeptanz - unvereinbar?

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Die Beiträge in diesem Forum wurden von engagierten Laien geschrieben. Soweit in den Beiträgen gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.
  • Hallo zusammen, nach langem mitlesen ist es jetzt auch für mich mal an der Zeit für einen ersten richtigen Beitrag. Ich bin im Moment etwas down und habe das Bedürfnis, das einfach mal runterzuschreiben. Ich war mir nicht sicher, in welchen Bereich das gehört, darum poste ich es einfach mal hier. Erstmal zu mir und meiner Vorgeschichte: ich bin 25 und war schon als Kind pummelig, das bin ich nie "losgeworden". Nachdem mir von Schulärzten, Hausärzten, Mutter immer wieder eingetrichtert wurde, ich solle abnehmen, oder zumindest so bleiben und dann "reinwachsen", wurden natürlich einige Diätversuche unternommen.. Trennkost, Low Carb, SiS, zuletzt im vergangenen Sommer auf Kur sogar Metabolic - was alles gut geklappt hat, jedes mal sind 10-20kg gepurzelt. Da aber solche Ernährungsumstellungen einfach nichts für die Ewigkeit sind und irgendwann der Wille riss, das weiter durchzuziehen, kamen die verlorenen Kilos wieder auf die Hüften, begleitet von ein paar weiteren. Die meisten hier dürften das wohl kennen.. Ich bin sicher nicht der selbstbewussteste Mensch, aber auch nicht das schüchterne Mauerblümchen, das sich nicht an fremde Menschen traut. Hänseleien war ich eigentlich so gut wie nie ausgesetzt, weder in der Schule, noch auf der Straße oder in der Uni, was wohl daran liegt, dass ich eher keine Opferrolle einnehme, sondern recht präsent bin. Aber jetzt mal zum akuten Fall: Ich komme gerade von einem Besuch bei meiner Mutter. Sie lag mir schon seit fast zwei Wochen in den Ohren, dass ich mal vorbeikommen soll, weil sie etwas mit mir bereden möchte. Dass das nichts angenehmes sein würde, war mir von Anfang an klar, ich hatte auch einen Verdacht, in welche Richtung das gehen könnte.. und der wurde bestätigt. Sie meinte, sie mache sich Sorgen um mich und meine Gesundheit, ich hätte ja im letzten Jahr wieder zugenommen, ich hätte doch eigentlich vorgehabt, bei meiner letzten Diät zu bleiben, etc. Sie hat mir einen Ausdruck vor die Nase gelegt von einem Arzt, der sich wohl auf Übergewicht spezialisiert hat, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes, die ganze Palette, und meinte, solange ich noch bei ihr privat mitversichert bin (nur noch knapp ein Jahr), soll ich das ausnutzen und da mal einen Termin machen um mich durchchecken zu lassen (eine Schilddrüsenunterfunktion wurde bei mir schon in Kinderjahren festgestellt). Nun hat sie ja natürlich Recht mit alldem und sie möchte mich nicht verletzen, sondern meint es nur gut mit mir, das weiß ich, aber es ist einfach so ernüchternd und verletzend. Ich bin - nicht zuletzt wegen dieses Forums - endlich dabei, mich so zu mögen, wie ich bin, mit mir ins Reine zu kommen, und dann kommt wieder dieser Seitenhieb, bei dem mir durch die Blume gesagt wird, ich sei dick, nicht schön, nicht begehrenswert - obwohl ich das eigentlich anders empfinde und auch anders mitbekomme. Eigentlich hatte ich das Thema Diät erstmal aus meinem Kopf verbannt, damit komme ich einfach nicht weiter.. und jetzt das. Ich bin recht empfindlich auf dem Gebiet, solche Gespräche empfinde ich immer als Angriff, auch wenn sie nicht so gemeint sind. Weil ich das Thema erwartet hatte, hatte ich mir ein paar Sachen zurechtgelegt, die ich hätte kontern können, aber natürlich bekam ich nichts raus, das höchste der Gefühle war ein "Das nervt einfach!". Meine Kehle ist dann immer wie zugeschnürt und ich muss meine Tränen zurückhalten. Als ich aus der Haustür raus war, flossen sie dann doch. Ich habe ihrzuliebe den Ausdruck mitgenommen und überlege, ob ich dort nicht wirklich einen Termin machen soll.. obwohl die Behandlung dort ja doch wieder nur auf ein Ziel hinauslaufen wird - abnehmen. Und ich bin es einfach Leid. Und die Gespräche mit meiner Mutter. Und mich ständig rechtfertigen zu müssen. Und mich nicht akzeptieren können, weil ja doch immer wer dazwischenfunkt. Ein paar aufmunternde Worte, Einschätzungen, Erfahrungen täten mir jetzt sicher gut. Ich bin grad echt genervt. Danke fürs lesen! LG
  • Hallo , das einzige was zählt ist doch wie du dich selber akzeptierst ! Was kümmert dich was andere über dich denken ? :cool:
    • Offizieller Beitrag
    Hallo Lielle, im Prinzip spricht nichts dagegen, Dich durchchecken zu lassen. Allerdings würde ich zu dem Arzt gehen und das auch ganz klar kommunizieren: Du möchtest Dich durchchecken lassen. Von Gewichtsreduktion hältst Du nichts, weil ja bekannt ist, wie das endet. Aber Tipps, wie Du Dein derzeitiges Gewicht halten kannst, würdest Du Dir schon gerne haben. Ob Du das am Ende umsetzen kannst, ist ja wieder ein anderes Thema. Allerdings solltest Du das für Dich machen und nur für Dich. Wenn Dir das total widerstrebt und Du das nur machst, weil Deine Mutter es von Dir erwartet, dann lass' es. Was Deine Mutter betrifft, würde ich an Deiner Stelle mal den Spieß umdrehen. Rufe sie an, lade sie zu Dir ein, sage ihr, dass Du etwas mit ihr besprechen möchtest. Wenn sie dann kommt, konfrontiere sie mit den Erkenntnissen aus diesem Forum. Schreibe ihr eine kleine Zusammenfassung und lege ihr Quellen dazu. Links gibt es genug hier im Forum. Erkläre ihr genauso ernsthaft, wie sie das tut, dass Du Dich schon seit langem mit diesem Thema auseinandersetzt und dass ihre Sichtweise ungesund ist. Es gäbe mittlerweile viele Erkenntnisse zu dem Thema, die weit von dem weg sind, was der Medien-Mainstream verbreitet. Sage ihr, dass Gewichtsreduktionen, je radikaler umso mehr, genau das Gegenteil von dem bewirken, was sie angeblich bewirken sollen, und dass das wissenschaftlich bewiesen ist (mit Quellen). Erkläre ihr, dass hinter alledem eine Riesengeschäftemacherei und Propagandamaschinerie steckt. Erkläre ihr zudem, dass es Dir um Deine Gesundheit geht und dass Du, nachdem Du Dich wirklich nachhaltig mit dem Thema beschäftigt hast, nunmehr diesbezüglich Deinen Weg gegen willst, den Du für richtig hältst. Sage ihr, dass Du sie bittest, diese Entscheidung zu respektieren und das Thema ihrerseits ein für allemal ruhen zu lassen, es sei denn, Du sprichst es an. Kurz: Erkläre ihr erwachsen und selbstbewusst, dass sie auf dem Holzweg ist und dass Du den nicht mit ihr gehst. Es kann natürlich sein, dass sie das alles nicht kapiert. Dann musst Du ihr in Zukunft, wann immer sie Deine mit einem solchen Gespräch gesetzten Grenzen überschreitet, sofort die rote Karte zeigen. Martina
    [color=#A52A2A][b]Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.[/b] [b]Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im [url='https://www.das-dicke-forum.de/forum/index.php?legal-notice/']Impressum[/url].[/b][/color]
  • [quote='Lielle','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=104794#post104794'] Sie hat mir einen Ausdruck vor die Nase gelegt von einem Arzt, der sich wohl auf Übergewicht spezialisiert hat, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes, die ganze Palette, und meinte, solange ich noch bei ihr privat mitversichert bin (nur noch knapp ein Jahr), soll ich das ausnutzen und da mal einen Termin machen um mich durchchecken zu lassen (eine Schilddrüsenunterfunktion wurde bei mir schon in Kinderjahren festgestellt). [/QUOTE] Vielleicht ist es keine schlechte Idee den Privatstatus noch zu nutzen und sich untersuchen zu lassen. Vielleicht kennt sich ja ein Arzt, der sich auf Behandlung von Übergewichtigen spezialisiert hat sich besser aus mit der Thematik und könnte vielleicht wirklich helfen, falls dein Übergewicht z.B. aufgrund der Schilddrüsenerkrankung zu Stande kommt. Der Rest, wie unattraktiv sein oder ähnliches ist natürlich Unsinn. Wenn deine Mutter an deinem Wohl interessiert ist und nicht ein generell schlechtes Mutter-Tochter-Verhältnis besteht, dann schildere ihr doch mal deine Stimmung nach dem Gespräch. Vielleicht läßt das sie ja aufwachen.
  • [quote='Martina','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=104802#post104802'] Kurz: Erkläre ihr erwachsen und selbstbewusst, dass sie auf dem Holzweg ist und dass Du den nicht mit ihr gehst. Es kann natürlich sein, dass sie das alles nicht kapiert. Dann musst Du ihr in Zukunft, wann immer sie Deine mit einem solchen Gespräch gesetzten Grenzen überschreitet, sofort die rote Karte zeigen. Martina[/QUOTE] Die Idee, den Spiess umzudrehen finde ich gut. Aber manchmal hab ich das Gefühl, dass die Leute das gar nicht kapieren wollen und können, weil es so in ihrem Denken verankert ist. Hallo Lielle Es tut mir beim lesen Deiner Geschichte weh, dass Du von Deiner eigenen Mutter nicht so akzeptiert wirst, wie Du bist. Ich würd ihr mal sagen (Gespräch oder Brief) wie ihr Verhalten auf Dich wirkt und wie Du Dich fühlst. LG Finchen
  • Hallo Lielle, ich hätte auch ein paar Gedanken für Dich, aber da Du Dich seit dem ersten Post nicht mehr gemeldet hast, warte ich mal ab, ob Du wieder hier her findest. :)