Eigenverantwortung, Zwang etc. [aus Weight Watchers ...]

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    • Lunix schrieb:

      Ach nein, dann zitier doch bitte mal, wer hat hier im wörtlichen Sinne von Schuld gesprochen - außer dir?

      Ich finde, dass gerade du dabei bist, Schuld zuzuweisen. Und zwar in dem du unterstellst, wir wären nicht willens, Eigenverantwortung für uns zu übernehmen. :cool:

      Und an was sind wir denn jetzt schuld, daran, dass wir früher mal das getan haben, was uns von allen (auch von fachlich-medizinischer) Seite angeraten wurde, nämlich mit einer von außen reglementierten Ernährungsweise immer dicker statt dünner zu werden oder überhaupt an unsererm Übergewicht?


      Ich lese seit etwa Januar in diesem Forum. Habe mich dann im Februar angemeldet und schreibe seit März mit.
      Zum einen werde ich nicht alle Beiträge nocheinmal lesen, um dir irgendwas zu zitieren und zum andern war es nie meine Intention jemanden persönlich heraus- und anzugreifen. Insofern nenne ich keine Namen.
      Was mir beim Lesen auffiel, ist das der "Diätenkarriere" immer wieder Schuld am Übergewicht gegeben wird. Und dazu habe ich meine Meinung geäußert, was ich wohl darf.

      Dass du mir unterstellst, ich würde euch Schuld zuweisen, finde ich am Thema vorbei... nichts dergleichen habe ich geschrieben.
    • Dass du mir unterstellst, ich würde euch Schuld zuweisen, finde ich am Thema vorbei... nichts dergleichen habe ich geschrieben.
      Nicht direkt, aber eine andere Schlussfolgerung kann es für mich nicht geben, da du uns unsere Erfahrung mit Diätkarrieren offensichtlich nicht zugestehst.

      Wenn deinem Übergewicht eine Ess-Störung zugrunde gelegen hat und sich mit der Überwindung derselben deine Gewichtsprobleme gelöst haben, dann ist das so.

      Aber nicht alle hier sind oder waren essgestört, sondern haben eben eine andere Geschichte. Das scheintst du nicht gelten lassen zu wollen.
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    • verantwortung für sich selbst und sein tun zu übernehmen ist eine sache, die sehr persönlich ist und deswegen auch so unterschiedlich umgesetzt wird wie es eben die eigene ausstattung an kraft und energie zu lässt.

      ich kenne nur sehr wenige menschen, die in sehr jugendlichem alter so weit waren, dass sie wirklich für sich entscheiden konnten, was gut für sie ist oder nicht. insofern gehe ich davon aus, dass die allermeisten user, die hier lesen und schreiben in unterschiedlichen stadien der selbstbestimmung leben. es gibt sicher welche, die das glück hatten, nicht unbedingt bei null (oder minus 200) anfangen zu müssen - warum auch immer. genau so sicher gibt es aber auch welche, die praktisch vom ersten atemzug darauf trainiert wurden, fremdbestimmung zuzulassen, zu suchen und für richtig und gut für sich zu empfinden. und bei einzelnen wird dann noch die eigene persönliche ausstattung (ich meine jetzt die ererbte geisteshaltung, die neigung krawallwurzelig zu sein, sich für sich einzusetzen usw.) ein grosses stück dazu beigetragen haben, dass sie sich mehr oder weniger schnell unter druck gesetzt fühlen.

      wenn jetzt ein mensch (wie ivy), der offensichtlich sehr darauf bedacht ist, die - tatsächliche oder gefühlte - fremdbestimmung aus seinem leben heraus zu halten und es auch kann, auf einen menschen trifft, der das eben (noch) nicht kann, dann ist es als ob diese beiden nicht vom gleichen stern wären. der eine kann den anderen nur mit sehr viel toleranz gegenüber dem anders-sein annehmen und sein lassen wie er ist. andernfalls passiert (vielleicht) etwas ähnliches wie hier im thread: der selbstbestimmte teil wird sein unverständnis mehr oder weniger objektiv und wertfrei (was m.e. nicht so ganz gelungen ist) aber um so vehementer darlegen und den kopf darüber schütteln, warum der andere teil denn nicht den so klaren weg der selbstbestimmung beschreiten kann.

      dabei wird dann gerne übersehen, dass das an sich schon genau das ist, was man dem anderen gegenüber sicher nie tun wollte: nämlich dass man sich durch das äussern in grosser vehemenz dem anderen genau so dar stellt, wie es die leute tun, von denen man sich selbst so überdeutlich fern hält: diejenigen nämlich, die andere unter druck setzen. da hilft es auch nicht zu schreiben: "ich bin nicht dafür verantwortlich, was du aus meinen worten herausliest bzw. hineininterpretierst"

      wenn ich verstanden werden will, dann sehe ich mir immer diejenigen an, die mich verstehen sollen und dann versuche ich, mit meiner sprache und meinem auftreten entsprechend darauf zu reagieren, was mir gegenübersteht. das gehört für mich auch zu meiner verantwortung und hat auch etwas mit emotionaler intelligenz zu tun.

      ansonsten tut man sich und seinem anliegen (darauf hin zu weisen, dass schuldzuweisungen einen selbst davon abhalten den eigenen anteil an den geschehenissen zu erkennen z.b.) kaum einen gefallen, sondern man erreicht das gegenteil, nämlich, dass diejenigen, die man doch eigentlich zum nachdenken bringen wollte, sich in verteidigung begeben und damit dann erst recht nicht erkennen, was man ihnen sagen möchte.

      just my 2 cents....
    • 19elke61 schrieb:




      wenn jetzt ein mensch (wie ivy), der offensichtlich sehr darauf bedacht ist, die - tatsächliche oder gefühlte - fremdbestimmung aus seinem leben heraus zu halten und es auch kann, auf einen menschen trifft, der das eben (noch) nicht kann, dann ist es als ob diese beiden nicht vom gleichen stern wären.



      sondern man erreicht das gegenteil, nämlich, dass diejenigen, die man doch eigentlich zum nachdenken bringen wollte, sich in verteidigung begeben und damit dann erst recht nicht erkennen, was man ihnen sagen möchte.


      Ja stimmt, ich versuche alles fremdbestimmende aus meinem Leben herauszuhalten und das ist ein Teil meiner Genesung.

      Ich verstehe nicht, warum sich hier überhaupt jemand angehalten fühlt sich zu verteidigen. Jeder kann mit seinem Leben umgehen wie er möchte - wer in einem Forum darüber schreibt wird möglicherweise auch auf andere Anätze - wie meinen - stoßen. Ob ich zum Nachdenken anregen will und was ich damit erreichen will, kannst du gar nicht wissen.
    • Lunix schrieb:

      Nicht direkt, aber eine andere Schlussfolgerung kann es für mich nicht geben, da du uns unsere Erfahrung mit Diätkarrieren offensichtlich nicht zugestehst.

      Wenn deinem Übergewicht eine Ess-Störung zugrunde gelegen hat und sich mit der Überwindung derselben deine Gewichtsprobleme gelöst haben, dann ist das so.

      Aber nicht alle hier sind oder waren essgestört, sondern haben eben eine andere Geschichte. Das scheintst du nicht gelten lassen zu wollen.


      Wie gesagt, jeder kann in meine Beiträge hinein interpretieren, was er mag. Ich habe nirgends Erfahrungen kritisiert, sondern den Umgang damit und die Erkenntnisse daraus, und zwar ausschließlich bezüglich dessen, was ich teilweise hier im Forum lese. Und in so einem Forum müssen doch nicht alle eine Ansicht vertreten. Ich habe niemanden verurteilt -sondern habe von meinem Umgang mit dem Thema geschrieben.

      Ich habe meine Gewichtsprobleme und meine Eßstörung noch nicht gelöst - ich bin seit vielen Jahren dabei. Und selbstverständlich lasse ich alle Lebensgeschichten "gelten".

      Wenn ich einen Teilaspekt - den der Verantwortung - näher beleuchte, heißt das doch nicht, dass ich alle, die nicht so denken wie ich verurteile oder ihre Meinung nicht gelten lasse. Ich denke und handle offensichtlich anders als die User, die sich auf meine Beiträge geäußert haben und ich kann manches nicht nachvollziehen. Ich sehe kein Problem darin, wenn Meinungen auseinander gehen.
    • Ivy schrieb:

      Ja stimmt, ich versuche alles fremdbestimmende aus meinem Leben herauszuhalten und das ist ein Teil meiner Genesung.

      Ich verstehe nicht, warum sich hier überhaupt jemand angehalten fühlt sich zu verteidigen. Jeder kann mit seinem Leben umgehen wie er möchte - wer in einem Forum darüber schreibt wird möglicherweise auch auf andere Anätze - wie meinen - stoßen. Ob ich zum Nachdenken anregen will und was ich damit erreichen will, kannst du gar nicht wissen.


      DEINER genesung... das ist wohl das stichwort.

      und genau so wenig wie ich wissen kann, welche intention du mit deinen beiträgen hast, kannst du wissen, ob DEIN weg für andere richtig ist, oder DEINE ansicht usw...

      und so wie DU nicht verstehst, warum sich jemand von dir in die verteidigung getrieben fühlt kann ich nicht verstehen, warum man nicht versteht, dass ein sehr selbstbewusstes und selbstbestimmtes auftreten jemanden mit weniger selbstbewusstsein oder selbstbestimmung oder mit mehr antomatisierten abläufen in sich selbst (die einem manchmal einen grossen stolperstein in den weg werfen können, obwohl man weiss, dass es anders richtig wäre) in verteidigung bringt.

      wie gesagt: wesen von jeweils unterschiedlichen herkunftssternen.

      trotzdem würde ich mir wünschen, du würdest DEINE haltung, DEINEN weg und DEINE art und weise zu schreiben nicht ständig genau so verteidigen, wie du es den anderen hier unterstellst.

      bei genauerem hinsehen unterscheidet dieses dich nämlich nicht von uns anderen. du gehst lediglich von einer anderen seite an den punkt heran...
    • 19elke61 schrieb:

      DEINER genesung... das ist wohl das stichwort.

      und genau so wenig wie ich wissen kann, welche intention du mit deinen beiträgen hast, kannst du wissen, ob DEIN weg für andere richtig ist, oder DEINE ansicht usw...


      In keinem meiner Beiträge habe ich geschrieben, dass ich weiß, was hier für jemand anderen richtig ist oder jemand anderem hilft zu genesen -Letzteres würde voraussetzen, dass ich der Meinung sei, alle hier seien krank. Das denke ich aber gar nicht!

      Wie, warum und was ich schreibe habe ich nun schon ausführlichst erörtert - ich werde mich dazu nicht mehr äußern.
    • Elke, du gehst von einer falschen Voraussetzung aus. Es ist nicht so, dass Ivy hier die einzige selbst- und die anderen fremdbestimmt sind. Vielmehr haben sich die UserInnen hier bewusst gegen eine Fremdbestimmung durch Ärzte, Medien, die Diät- und Schönheitsindustrie und alle, die unkritisch deren Aussagen übernehmen entschieden.
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    • Lunix schrieb:

      Elke, du gehst von einer falschen Voraussetzung aus. Es ist nicht so, dass Ivy hier die einzige selbst- und die anderen fremdbestimmt sind. Vielmehr haben sich die UserInnen hier bewusst gegen eine Fremdbestimmung durch Ärzte, Medien, die Diät- und Schönheitsindustrie und alle, die unkritisch deren Aussagen übernehmen entschieden.


      mir ist durchaus klar, dass es neben ivy noch andere sehr selbstbewusste leute hier gibt - ich zähle mich durchaus auch selbst dazu.

      es war mir lediglich wichtig, klar zu stellen, dass es eben auch andere gibt, die diesen zielpunkt noch nicht erreicht haben und sich mehr oder weniger lange auf dem weg dahin befinden, dass leute, die sich immer noch darum bemühen sich eben mit ihren dämonen beschäftigen müssen.
    • Lea schrieb:

      Könntest Du Dich mit einer Umformulierung anfreunden wie z. B. "Diäten sind eine Ursache von langfristiger übermäßiger Gewichtszunahme"?


      Eine aehnliche Umformulierung habe auch ich vorher vorgeschlagen, und finde es hoechst bedenklich, dass Ivy darauf mit keinem Wort eingegangen ist.
    • Ivy schrieb:

      Mir geht es nicht um bessere oder schlechtere Formulierungen, sondern um die Haltung, die für mein Empfinden dahinter steht.
      So nehme ich eine andere Haltung ein, wenn ich etwas oder jemandem die Schuld für etwas gebe als wenn ich Verantwortung für mein Handeln übernehme.
      Ich bin davon überzeugt, dass die Sprache das Bewusstsein prägt und umgekehrt. Naja, und für andere sind es nur Worte...


      Bin ich nicht???
      Das obige Zitat war war meine Antwort auf deinen Beitrag...
    • Muminfrau schrieb:

      Das kann ich nachvollziehen udn bin damit einverstanden. Es ist im Allgemeinen sehr wichtig, mit welchen Worten wir unsere Gedanken formulieren. Siehe z.B. das Buch von Maja Storch "Mein Ich-Gewicht", da wird die Funktion des Unbewussten erklaert, und wie es (ganz anders als bewusster Verstand) Worte interpretiert.


      Und das war deine Antwort darauf.
    • Lunix schrieb:

      Elke, du gehst von einer falschen Voraussetzung aus. Es ist nicht so, dass Ivy hier die einzige selbst- und die anderen fremdbestimmt sind. Vielmehr haben sich die UserInnen hier bewusst gegen eine Fremdbestimmung durch Ärzte, Medien, die Diät- und Schönheitsindustrie und alle, die unkritisch deren Aussagen übernehmen entschieden.


      Ganz genau!
    • Lunix schrieb:

      Vielmehr haben sich die UserInnen hier bewusst gegen eine Fremdbestimmung durch Ärzte, Medien, die Diät- und Schönheitsindustrie und alle, die unkritisch deren Aussagen übernehmen entschieden.
      ... wobei man noch berücksichtigen muss, dass die Erreichung dieses Zustands mitunter einer langjährigen Entwicklung bedurfte ...
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • @Ivy
      Also, ich kann dich und eine Haltung durchaus verstehen und gehe mit vielen deiner Ansichten konform.
      Ich fühle mich nicht angegriffen, weil ich früher von der Wichtigkeit der Diäten überzeugt war. Ich muss auch mein Verhalten nicht rechtfertigen, denn wie die meisten hier, war auch ich früher davon überzeugt, dass nur ein schlankes Aussehen und die entsprechenden Diäten und Sportprogramme das einzig Wahre waren. Inzwischen sieht die Sache ganz anders aus.
      Ich stimme dir zu, dass eine gewisse Form der Eigenverantwortung zum Tragen kommen sollte, wenn man seine Fehler erkannt hat. Schuldzuweisungen lähmen nur und bringen einen keinen Schritt vorwärts.
      Allerdings bin auch ich der Ansicht, dass Diäten das Problem des Übergewichts nur verstärken und absolut nicht hilfreich sind. Ich war z.B. 3x bei den WW und hatte nach diesen Programmen jedes Mal 5-10kg mehr auf der Waage als vorher.Meine Eigenverantwortung liegt darin, an diesen Programmen auf gar keinen Fall mehr teilzunehmen.
      Deine radikalen Entscheidungen verstehe ich sehr gut, denn auch ich habe vor ein paar Jahren jeglichen Kontakt zu meiner Verwandtschaft abgebrochen um gesund zu werden.
      Oftmals gibt es seelische Gründe für Übergewicht; Ernährung und Sport sind es alleine nicht.

      @alle

      Beginn dieser Diskussion war doch eigentlich das Thema WW. Warum wird dieser Institution eigentlich so viel Raum gegeben? Sind wir nicht fast alle mit dieser Frage durch? Warum regen sich dann alle so darüber auf?
    • Danke, Schmetterling, dass du deine Sicht geschildert hast.

      Ich kenne in meinem Umfeld niemanden sonst, der den Kontakt zu seiner Familie abgebrochen hat, obwohl ich viele Menschen kenne, die massive Probleme mit ihren Angehörigen schildern, die sie selbst als unlösbar bzw. unklärbar ansehen.

      Es erleichtert mich ein wenig, zu hören, dass es doch andere Menschen gibt, die diesen Weg gegangen sind - auch wenn es traurig ist und ich das niemandem wünsche.
    • Ivy schrieb:

      Und das war deine Antwort darauf.


      Und ausserdem habe ich aber noch gesagt, dass Worte manchmal einfach nur Worte sind. "Diaeten sind an meinem Uebergewicht schuld" kann man ruhig mit "Diaeten sind Ursache fuer mein Uebergewicht" gleichsetzen.

      Mir ist dein Einwand ja durchaus sympathisch, und eigentlich ist es eine tiefsinnige Beobachtung. Nur finde ich, dass du dir das Leben unnoetig schwer machst, indem du so puristisch den Leitgedanken verfolgst, dass man auf seine Formulierungen achten sollte.

      Ich bin da anderer Meinung: Manchmal sollte man das, und manchmal kann man es sein lassen -- so wird das Leben ein bisschen einfacher. :)
    • Muminfrau schrieb:


      Nur finde ich, dass du dir das Leben unnoetig schwer machst, indem du so puristisch den Leitgedanken verfolgst, dass man auf seine Formulierungen achten sollte.

      Ich bin da anderer Meinung: Manchmal sollte man das, und manchmal kann man es sein lassen -- so wird das Leben ein bisschen einfacher. :)


      Ja, ich habe schon oft festgestellt, dass Sprache eine besondere Bedeutung für mich hat. Ob ich mir das Leben damit schwer mache, weiß ich gar nicht - darüber muss ich mal nachdenken.

      Sicher kann "man" es so oder so machen bzw. sein lassen.
      Ich habe mich sowohl privat als auch beruflich intensiv mit dem Thema Sprache auseinandergesetzt und nicht nur mit der verbalen Sprache. Möglicherweise liegt das daran, dass in meiner Familie sogut wie nicht gesprochen wurde und ich das immer vermisst habe. Das miteinander Sprechen habe ich erst viel später mit anderen Menschen umsetzen können - mit Freundinnen, mit meinem Partner, in der Therapie und in meinem Job.
    • bobi schrieb:

      Für mich stellen sich auch Fragen ob es sich derjenige erlauben kann gegen den Arbeitgeber zu klagen oder ob dann evtl. der Arbeitsplatz und ggfs. die Existenz gefährdet werden können bzw. berechtigte Befürchtungen dahingehend bestehen. Und Ärzte wechseln solange bis einer nicht dazu neigt alle gesundheitlichen Probleme auf das Übergewicht zu schieben geht vielleicht in größeren Städten problemlos aber meiner Meinung nach nicht in ländlichen Gebieten.


      Leider musste ich es erleben, dass mein Arbeitgeber mich wegen dem Gewicht gemobbt hat. Aber ich war so naiv, dass ich im Leben nicht auf die Idee gekommen wäre, dagegen zu klagen. Heute, älter und klüger müsste der mir nicht mehr so kommen. Aber auch wegen der Existenzangst kann ich Dir nur zustimmen. Leider ist man auch gegen missbräuchliche Kündigung nicht wirklich geschützt.

      Aber das mit dem Arztwechsel geht auch auf dem Land, so fern Du bereit bist, auch einen weiteren Weg zum Arzt in kauf zu nehmen. Ich hatte das Spiel durch und es braucht drei Ärzte, bis ich einen fand, der mich seriös und kompetend und mit Respekt behandelt. Da fahr ich doch lieber etwas länger zum Arzt, als jedes mal mit einer schlechten Laune aus der Praxis zu kommen.

      Was das Thema Diät angeht. Der Kinderarzt hat mich als Grundschulkind auch schon auf Diät gesetzt und das ging dann so weiter. Hätte ich als Teenager gewusst, was ich heute über Diäten weiss, hätte ich nie mehr eine gemacht. Natürlich ist es Eigenverantwortung, wenn einer eine Diät anfängt und die Meinung eines Ernährungsberaters glaubt. Anderseits frag ich mich, ob wirklich alle Leute wissen, dass Diät nicht funktioniert. So wie viele auf WW oder Brigitte Diät lossteuern, bezweifle ich das.

      Und dann scheint es diesen Menschen vielleicht einfacher, eine Diät zu machen, als sich die Mühe zu machen und sich so zu akzeptieren, wie man ist. Ich merk es bei mir, ich vertrete nicht die gängige Meinung zum Essen und Diäten und mir weht im Kontakt mit Medizinern und ihrem Dunstkreis immer eine "Steife Brise ins Gesicht". Ich bin immer am kämpfen.

      LG Finchen
    • Mmmh, nagelt mich dafür an die Wand aber...
      ich finde BEIDE Seiten (Ivy, sowie alle anderen) haben Recht...irgendwie hab ich beim Lesen dieses Threads aber das Gefühl, das auch beide Seiten aneinander vorbei reden und die "Wahrheit" in der Schnittmenge beider Seiten liegt...
      ich bin ja nun nicht für meine wortgewandten Beiträge berühmt, eher berüchtigt, aber ich finde, ums mal flapsig auszudrücken, das Ivy stellenweise total mit den anderen dácour is, nur durch ihren puristischen, exaltitierten (und ich meine das nicht als Beleidigung!) Schreibstil das leider echt nicht leicht raus zu lesen is.
      Ein nettes Beispiel dafür ist die Textstelle
      "Diaeten sind an meinem Uebergewicht schuld" kann man ruhig mit "Diaeten sind Ursache fuer mein Uebergewicht" gleichsetzen.
      .
      Ok is jetzt von Muminfrau, aber es macht deutlich, wie leicht es zum Mißverständnis kommen kann, wenn jemand sehr bedacht seine Worte wählt, auswählt und abwägt, auf Sprache sehr viel Wert legt und andere (ohoh, ich red mich jetzt grad um Kopf und Kragen) ihre Wort zwar auch abwägen, aber nicht in sooo hohem Maße und ihr Herz auch mal eher auf der Zunge tragen.
      Beim ersten Lesen des Zitats kann man beide Sätze in " " als gleichwertige Aussagen mit anderen Wörtern deuten, erst, wenn man mehrfach liest und sich dann Zeit zum Nachdenken und Hinterfragen nimmt, merkt man, das die Sätze doch von ihrer Aussage her verschieden sind, mir gings jedenfalls
      so...

      so genug gesenfelt, verkrümel mich wieder in meine Ecke und erwarte den Sturm der Entrüstung der auf mich niederkommen wird...;)
    • Hallo bigette,

      Kein Sturm der Entrüstung von meiner Seite:grins:, warum auch - ich finde es sehr umsichtig von dir, dass du dir alles durchgelesen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgelesen hast.

      Es ist interessant für mich zu lesen, wie du meinen Schreibstil empfindest - ich habe das nicht als beleidigend, sondern als beschreibend empfunden.

      Bin jetzt erstmal ein paar Tage weg und kann nicht schreiben, aber ich bin gespannt, wie die anderen das sehen.

      Bis dann,

      Ivy
    • Ich zitiere mal aus diesem Thread

      Wenn ich aber genauer darüber nachdenke, muss ich feststellen, dass ich schon mein ganzes Leben unter der Bewertung von anderen Menschen stehe und mich nie davon befreit habe, so dass ich die Frage, ob ich mich schön finde auch nur unter diesem verinnerlichten Bild, dass ich dick nicht schön sein kann, beantworte.

      Ich weiß tatsächlich nicht, ob ich mich für mich allein schön finde. Was wäre, wenn ich all die Ablehnung und negative Bewertung bezüglich meines Aussehens nie erfahren hätte? Wie kann ich mich unabhängig von all diesen "Stimmen" im Spiegel betrachten?
      Sieht mir nicht so sehr nach vollendeter Selbstbestimmung aus.

      Ivy, kann es sein, dass du immer noch so abhängig von Fremdbewertungen bist, dass du dir die Schuld für dein Übergewicht bzw. deine Ess-Störung gibst und das jetzt auf uns überträgst? Kollektive "Schuld" ist ja bekanntlich leichter zu ertragen als individuelle.
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    • Nun ja. Ich lese in keinster Weise aus den Beiträgen von Ivy heraus, dass sie irgendwem irgendeine Schuld an ihrem Übergewicht zuschreiben will.
      Was sie sagen will ist, dass jeder es (von mir: im Rahmen seiner/ihrer Möglichkeiten) selbst in der Hand hat, ob er/sie sich auf Diäten, gesellschaftliche Normvorstellungen etc. überhaupt einlässt.
      Der Knackpunkt dabei ist halt, dass eben nicht jede/r alle Möglichkeiten hat. Sei es aufgrund von jugendlicher Unerfahrenheit, Abhängigkeit von Eltern/Experten/Arbeitgebern, Unwissenheit, Persönlichkeitsstruktur etc.
      In die Vergangenheit zu schauen und sagen "da hätte ich/hättest du eigenverantwortlich handeln müssen" bringt nichts. Wichtig ist die Erkenntnis: Jetzt habe ich mehr Informationen, Erfahrungen, Persönlichkeitsstärke etc., jetzt kann ich für die Zukunft mehr eigenverantwortlich im Rahmen meiner Möglichkeiten handeln.
      Im Übrigen ist diese spitzfindige Diskussion hier nicht zielführend. Lasst es doch einfach mal so stehen, dass verschiedene Leute unter den gleichen Begriffen Verschiedenes oder unter verschiedenen Begriffen Gleiches verstehen können...:holy:
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Ivy schrieb auch im Begrüßungsthread, das ihre Selbstakzeptanz noch im Argen liegt. Und ich lese hier von ihr, das sie wohl inzwischen dazu übergangen ist, sich zu wehren, abzugrenzen und schädliche Beziehungen abzubrechen um sich die Möglichkeit zur Genesung zu schaffen. Aber damit ist der Prozeß hin zu echter Selbstbestimmung ja noch lange nicht abgeschlossen. Denn dazu gehört dann bspw. auch seine inneren Bewertungsmaßstäbe zu überprüfen und ggfs zu ändern und somit auch Selbstakzeptanz möglich zu machen.

      Ich sehe daher keinen Widerspruch zu ihrer Aussage in dem anderen Thread.

      Was ich mir durchaus vorstellen könnte ist aber, das Ivy sich möglicherweise, evtl. auch unbewusst, selbst die Schuld und Verantwortung für ihr Übergewicht gibt. Und daher heftig reagiert wenn wir hier davon schreiben, das Diäten/Arbeitgeber/Ärzte schuld an unserem Übergewicht sind, obwohl es meistens - wie schon erörtert - eher um Ursache und nicht um Schuld geht.
    • Entschuldigt, dass ich mich als Neuling einmische.
      Ich finde Ivys Standpunkt gar nicht uninteressant und hatte auch nicht den Eindruck, dass sie sich selbst (und Dicken generell) die Schuld an ihrem Übergewicht gibt.
      Mir erschien es eher so, als würde sie sich dafür aussprechen den Opferstatus zu verlassen.
      Nein, ich weiß dass Folgendes nicht auf die Mitschreiberinnen zutrifft, es ist nur ein persönlicher Gedankengang, der sich mir durch diesen Thread erschlossen hat:
      Wenn ich die Diäten etc. für mein Übergewicht verantwortlich mache, so kann es passieren, dass dies als Rechtfertigung aufgefasst wird.
      Sich frei von aller Fremdbestimmung zu sehen bedeutet für mich auch, sich nicht rechtfertigen zu müssen. Sich zu rechtfertigen ist ja schon ein Eingeständnis, dass ein kritisierenswerter Missstand vorliegt.
      Ich habe schon verstanden, dass es Euch eher um die Ursache, als um die Schuld ging.
      Bzw. darum aufzuzeigen, dass die (von den Medien, Ärzten etc. als „Allheilmittel“ propagierte) Diät genau das Gegenteil von dem bewirkt, was sie verspricht.
      Aber ich wage zu bezweifeln dass ich schlank wäre, auch wenn Diäten „funktionieren“ würden und es keinen Jojo- Effekt gäbe.

      Ich bin nicht so Wirklichkeitsfern, als dass ich nicht wüsste, unter welchem Druck man als Dicke steht. Und ich glaube auch nicht, dass es bereits genügend Instrumente gibt, um sich zu wehren (vor allem als Einzelperson)- vielleicht in der Theorie, nicht aber in der praktischen Umsetzung. Aber trotzdem sollte man Widerstand leisten. Und das fängt in der Tat bei Formulierungen an. Es ist ein Unterschied ob ich sage: „ich würd ja eine Diät machen, wenn sie funktionieren würde und ich dann dauerhaft schön und schlank wäre“, oder ob ich sage „#@grrr**, ich mach keine Diät, akzeptier mich gefälligst so, wie ich bin!“.
      Ich weiß, dass keine/r hier ersteres Zitat verwenden würde, also steinigt mich nicht! Ich wollte mich nur dazu äußern, welche Überlegungen mir beim Lesen von Ivys Beiträgen kamen.
      Viele Grüße,