Lebensqualität mit Ü100

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  • [FONT=Comic Sans MS][COLOR=darkred]Hallo Zusammen,[/COLOR][/FONT] [FONT=Comic Sans MS][COLOR=#8b0000]im Begrüßungs-fred hatte ich mich ja schon vorgestellt und würde mich jetzt gerne mal mit Euch über das Thema 'Lebensqualität mit Ü100' austauschen.[/COLOR][/FONT] [FONT=Comic Sans MS][COLOR=#8b0000]Ich habe ja zu meinem Erstaunen festgestellt, dass doch viele hier trotz ihrer Pfunde ein durchaus positives Lebensgefühl haben.[/COLOR][/FONT] [FONT=Comic Sans MS][COLOR=#8b0000]Selbst seit 15 Jahren übergewichtig, mit zunehmender Tendenz, und mir ist dabei ebenso schrittweise meine Lebensqualität abhanden gekommen.[/COLOR][/FONT] [FONT=Comic Sans MS][COLOR=#8b0000]Obwohl ich eigentlich ein eher positiv gestimmter Mensch bin, ist es mir weder gelungen, diese Gewichtszunahmen zu stoppen, noch mich mit meiner 'neuen' Figur zu arrangieren.[/COLOR][/FONT] [FONT=Comic Sans MS][COLOR=#8b0000]Daher möchte ich mal einfach in die 'Runde' fragen, wie schafft ihr das ???[/COLOR][/FONT]
  • Wenn Du das schreibst, verstehe ich Deinen gedanklichen Ansatz nicht: Definierst Du Lebensqualität denn in erster Linie nach Deinem Gewicht? Schränkt Dich Dein Gewicht bei irgendetwas ein? Ändert das Gewicht etwas an den wirklich guten Freundschaften? Kannst Du Dinge wie Kinobesuch, Museum oder Konzerte weniger genießen, weil Du "Ü100" bist? Wo liegt da für Dich der Knackpunkt? Qualität ist oft das, was man selbst dem Leben beifügt und nur zu einem gewissen Teil etwas, das von außen kommt. Bist Du bewegungsunfähig ans Bett gefesselt, hast chronische Schmerzen und bist im Alltag hilflos, von allen verlassen? Das war bislang bei Dir nicht zu lesen. DAS wären Punkte, die ich als Einschränkung von Lebensqualität empfinden würde - und es gibt nicht wenige hier, die trotz gewisser körperlicher Einschränkungen ihr Leben bestens meistern und überaus zufrieden sind.
  • die frage des kampfzwerges nach deiner definition des begriffes "lebensqualität" ist eine sehr gute. denn für jeden gilt da etwas anderes als wesentlich. viel mehr als mich meine weit über hundert kilo einschränken würde ich z.b. plötzlich einsetzende demenz oder den verlust des augenlichtes als gravierende einschränkung für mich betrachten. das eine würde mich von meiner mir lieb gewonnenen gedankenwelt, meinen erinnerungen und meinen erfahrungen abschneiden, das andere würde mich arbeitsunfähig und unfähig machen, zu lesen. ansonsten bin ich sicher nicht dazu in der lage, marathon zu laufen, den ironman mit zu machen oder habe auch bedenken, dass ich bequem im flugzeug nach wasweissichwohin sitzen könnte. allerdings ficht mich das nicht an, weil ich diese dinge nicht zwingend für mein wohlbefinden brauche. da wo ich hin will komme ich mit meinem auto bequem hin (ich bin sowieso nicht der fan der öffentlichen verkehrsmittel) und zu fuss kann ich auch das eine oder andere erreichen - wenns wie gesagt kein marathon ist. *lach* mein alltag - ich bin selbständig und vollzeit tätig - ist ausgefüllt und ich kann sowohl mich als auch meine tiere selbst versorgen. die einschränkung, die ich habe, wenn ich ein lokal aufsuche (stühle mit armlehnen) oder ein hotel buche (betten, die nicht niederbrechen unter mir, badezimmer mit badewannen bzw. duscheinstiegen, die mich durchlassen ohne mir die haut abzuziehen) habe ich mit humor zu meistern gelernt - ich frage einfach im vorfeld bei den hotels nach oder spreche den zuständigen kellner auf einen stuhl ohne armlehnen an (wenn man das freundlich lächelnd tut, dann begegnen einem die menschen ebenfalls freundlich, so meine erfahrung). ansonsten bin ich aktiv in meinem freundeskreis, meiner familie und auch mal ausserhalb davon :) durch das internet habe ich viele bekannte deutschlandweit dazu bekommen, die ich des öfteren besuche. ich emfpinde keine einschränkung durch meine optik. vielleicht sollte ich auch noch dazu sagen, dass ich seit meinen backfischtagen in den siebzigern immer gewichtsmässig aus dem rahmen gefallen bin, obwohl damals noch weit unter 100 kilo. vielleicht ist es einfach die einstellung zu mir und meinem körper, meine grundsätzlich positive art und die tatsache, dass ich aufgrund meiner selbständigkeit weitgehend herr meiner selbst bin, dass ich mich nicht eingeschränkt fühle.
  • @LadyHelen Erst mal Herzlich Willkommen im Forum und auf einen guten Austausch. Bin ja auch noch nicht sooo lange dabei. Aber durch das Forum begann ich einfach die Gründe aufzudröseln, was genau mich an meinem Gewicht stört. Ich habe mein Gewicht als großes Ganzes gesehen, was auch sehr bequem war, denn dann war das Gewicht erst mal alles schuld - keinen Partner, kein Selbstwertgefühl, keine schönen Klamotten, nicht viele Freunde ect. Die Liste ließe sich beliebig erweitern. Und nur eine Gewichtsreduktion würde diese "Missstände" alle beheben können. Es WAR bequem. Mit Eintritt in dieses Forum, begann wirklich eine Änderung im Kopf. Zuerst war ich wie vor den Kopf geschlagen als ich hier und da mitlas. Tatsächlich war ich fast verstört, wie man so über Übergewicht denken und vor allem damit so selbstverständlich und gut leben kann. Mittlerweile denke ich von Herzen, dass es einfach eine ernstgemeinte Selbstverständlichkeit ist, mit der die Leute hier mit ihrem Gewicht umgehen. Vor allem wenn man das eigene Gewicht erst einmal auseinanderdividiert hat. Wie kampfzwerg schon schreibt, gibt es sehr viele Facetten, die die Lebensqualität beeinflussen. Diese Facetten versuchte ich, zu finden. Das war zwar alles nicht mehr soo bequem aber die Erkenntnis, außer ein paar wenigen kleinen Einschränkungen körperlicher Art zu haben, blieb kein Argument übrig, dass ich auf mein Übergewicht schieben könnte. Somit begann ein Umdenken, das mich bisher sehr gut unterstützt. Der Prozess wird hoffentlich noch weiter gehen und mir helfen, die Dinge für mich besser und anders zu ordnen. So dass am Ende zwar eine übergewichtige Person mit kleinen Einschränkungen bleibt, die aber trotzdem lebensfroh, aufgeschlossen und mit gutem Selbstwert und -bewusstsein durch Leben gehen kann. Hier mal mein persönliches DANKE ans Forum und all die, die dies erst ermöglichten:applaus:
  • @kampfzwerg Nun, ich definiere meine Lebensqualität nicht unmittelbar durch mein Gewicht. Aber mittelbar schon, denn es schränkt mich tatsächlich in vielen Dingen, die ich früher sehr gern getan habe, ziemlich ein. Zum einen bei den sportlichen Dingen. Ich bin seit Anfang der 90-er aktive Bogenschützin (Feldbogen) und kann aber seit 2002 nicht mehr an Turnieren teilnehmen, da ich durch mein Gewicht die langen und z.T. auch sehr unwegsamen Parcoure nicht mehr bewältigen kann. In 2002 wäre ich in meinem Urlaub in Waidring/AU beinahe auf dem dortigen Parcour schwer verunglückt, weil ich mich an einem Abschußpunkt an einem Felsvorsprung durch mein Gewicht nicht mehr halten konnte und abgestürzt bin. Zum Glück konnte ich mich gerade noch so abrollen und ernsthafte Verletzungen vermeiden. Ich traue mich auch nicht mehr, so lange und so entfernt von der Küste wie früher, im Meer zu schwimmen. Ich war früher eine sehr gute Schwimmerin, konnte z.B. in Südfrankreich an der Silberküste ohne Probleme in 200m Entfernung von der Küste von einem Ort zum anderen und zurück schwimmen. Das wäre heute undenkbar; ich käme nicht mal mehr gegen die Strömung an. Badminton macht mir zwar immer noch Spaß und es geht auch (noch) einigermaßen, aber gewinnen kann ich kein Spiel mehr, was auf die Dauer sehr frustrierend ist. Meinen Traumurlaub in Namibia (Okavango-Nationalpark) mußte ich mir schon vor Jahren 'abschmincken', da ich keine große Hitze mehr vertrage und schlicht und ergreifend wahrscheinlich schon bei Ausstieg aus dem Flieger umkippen würde. Und ja, Flieger sind auch so ein Thema: Kurzstrecken gehen noch, doch ich kann inzwischen weder meine Verwandten in den USA besuchen, noch Freunde in Indonesien; die Ärzte raten mir wegen der Trombose-Gefahr von Flügen, die länger als 6 Stunden dauern, ab. Und meine Trauminseln Fidji sind für mich mittlerweile so weit entfernt wie der Mond. In dem Jahr, bevor die Gewichtszunahme begann, hatte ich mir vorgenommen, im Sommer darauf einen Segelschein zu machen. Unnötig zu sagen, das ich das nicht mehr konnte. Und so könnte ich noch seitenweise erzählen, was ich alles NICHT mehr machen kann. Nach meinen Beinahe-Zusammenbruch 2007 in Rom beim Besuch der Vatikanischen Museen (selbst der Kurzrundgang dauert etwa 4 Std.) habe ich dann so ziemlich alles, was für mich zu anstrengend ist, aufgegeben. Und übrig geblieben ist eben nicht mehr sehr viel. Selbst die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig sind inzwischen wegen der Anstrengung mehr Qual als Vergnügen. Und ja, ich habe Schmerzen - und zwar sehr oft. Hauptsächlich im unteren Rückenbereich, in den Füßen und in den Beinen. Und da ich keinen Führerschein habe, weil ich ihn früher einfach nicht gebraucht habe, bin ich jetzt natürlich auch örtlich nicht mehr sehr flexibel. Was ich aber mit am meisten vermisse ist - anständiger Sex. Mal davon abgesehen, das die meisten Männer die mich interessieren heute einfach über mich hinwegsehen, kann ich ihn auch nicht mehr geniessen. Zum einen weil ich eben meinen Körper nicht mehr schön finde, zum anderen aber auch, weil ich eben keine Kondition mehr für wirklich befriedigende 'Nummern' habe und viele Stellungen auch nicht mehr hinbekomme. Und zu guter letzt: Ich bin ehrlich gesagt ziemlich neidisch auf die unter Euch, die trotzt ihrer Pfunde mit ihrem Leben zufrieden sind.:-o:-o:-o
  • [size=10]Huhu Ich habe mich eigendlich voll damit abgefunden das mich mein Übergewicht einfach nicht verlassen will.Ich war als Kind schon pummelig aber habe immer genau das getan was normal nur dünne tuhen. Fussballspielen Rollschuhlaufen auf Bäume klettern .1995 habe ich dann das Cola trinken für mich entdeckt. Oh böser fehler bis 2003 hatte ich es geschafft [COLOR=Red][...][/COLOR] kilo noch drauf zu packen.Ich war am verzeifeln habe den fehler nicht gefunden warum ich immer dicker werde. Weil Essen tuhe ich nicht mehr als meine dünnen Freunde. Seit 2004 versuche ich mein gewicht wieder auf [/SIZE][size=10][COLOR=Red][...][/COLOR][/SIZE][size=10] kilo zu bringen [/SIZE][size=10][COLOR=Red][...][/COLOR][/SIZE][size=10] habe ich schon geschafft aber nun sieht mein Körper nicht mehr schön aus. Aber da muss ich durch. Wenn mich die Gesellschaft versucht einzuschränken in Form von zu kleinen Stühlen trage ich das mit Humor wie gesagt ich habe eine beste Freundin die untergewicht hat lach und wir machen uns dann noch Lustig über das Lokal die meisten schämen sich und rüsten einige tische um schon löst sich das ganz von allein lach.Mein Lebensmotto ist " Ich lasse mich nicht von der Geselschaft einschränken" Und wenn ich mit meinem Leben nicht zufrieden bin muss ich es ändern und nicht jammer in diesem Sinne wünsche ich euch noch einen schönen Tag Tschüssssssssss [/SIZE]

    2 Mal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Schriftgröße normalisiert // Gewichtsdokumentation gelöscht

  • LadyHelen, wenn du immer so sportlich warst, dann kann es doch eigentlich nur eine gesundheitliche Erklärung für deine Gewichtszunahme geben? Martina hat dir im Begrüßungsthread ja schon vorgeschlagen, mal im entsprechenden Unterforum zu berichten, ob und welche Untersuchungen, z. B. der Schildrüse, gemacht wurden. Lilly, wenn du so sicher bist, dass es nur an der Cola liegt, wo ist das Problem darauf zu verzichten bzw. durch etwas anderes zu ersetzen? Ich wäre glücklich, eine so einfach auszuschaltende Ursache für mein Übergewicht zu haben. Und vielleicht die Schrift etwas kleiner? ;)
  • @lunix Ja, darüber habe ich schon nachgedacht :(. Aber es scheint mir irgendwie 'witzlos', da ich jahrelang von nahezu einem Dutzend verschiedener Ärzte von Kopf bis Fuß doppelt und dreifach untersucht worden bin. Selbst verschiedene Heilpraktiker und alternative Methoden habe ich versucht, von Ayurveda bis TCM - alles ohne Ergebnis und ohne Erfolg. Daher denke ich nicht, dass ein Bericht über meine 'Gewichts-Karriere' für irgend jemanden von Nutzen sein könnte. Falls ich mich doch noch dazu entschließen sollte, wo wäre es am besten aufgehoben?
  • Angesichts Deiner Beschreibungen, fällt es mir viel leichter, zu verstehen, in wieweit Du Deine Lebensqualität als beeinträchtigt empfindest. Das ging nicht aus Deinen bisherigen Beiträgen hervor und gerade aufgrund Deines Profils wirktest Du auf mich besonders agil. Wenn Du permanent Probleme mit Schmerzen hast und in Deinem Hobby stark beeinträchtigt bist, dann fehlt Dir sicherlich etwas, das schwer durch andere Dinge zu kompensieren ist.
  • [size=10]@lunix versuche doch mal eine Sucht so einfach abzustellen. Wasser kann ich nicht trinken brauche für 1,5 liter wasser 3 tage trinke dann lieber überhaubt nichts und dann lande ich im krankenhaus weil ich austrockne und zusammen breche damit kämpfe ich ja auch noch aber mein körper besser gesagt der Kopf spielt nicht mit. War schon bei unzähligen Phychologen die mir auch nicht helfen konnten. [/SIZE]
  • Für (stoffliche) Süchte gibt es Verhaltenstherapie. Ich gehe nicht davon aus, dass es einfach ist und "einfach so abzustellen", allerdings kann ich mir vorstellen, dass du mit einer/m guten Verhaltenstherapeuten deinen Konsum sicherlich einschränken kannst. Gerade weil deine Sucht so sehr an ein Getränk gebunden und nicht "global" ist.
  • [quote='LadyHelen','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=102351#post102351'][FONT=Comic Sans MS][COLOR=darkred]Hallo Zusammen,[/COLOR][/FONT] [FONT=Comic Sans MS][COLOR=#8b0000]im Begrüßungs-fred hatte ich mich ja schon vorgestellt und würde mich jetzt gerne mal mit Euch über das Thema 'Lebensqualität mit Ü100' austauschen.[/COLOR][/FONT] [FONT=Comic Sans MS][COLOR=#8b0000]Ich habe ja zu meinem Erstaunen festgestellt, dass doch viele hier trotz ihrer Pfunde ein durchaus positives Lebensgefühl haben.[/COLOR][/FONT] [FONT=Comic Sans MS][COLOR=#8b0000]Selbst seit 15 Jahren übergewichtig, mit zunehmender Tendenz, und mir ist dabei ebenso schrittweise meine Lebensqualität abhanden gekommen.[/COLOR][/FONT] [FONT=Comic Sans MS][COLOR=#8b0000]Obwohl ich eigentlich ein eher positiv gestimmter Mensch bin, ist es mir weder gelungen, diese Gewichtszunahmen zu stoppen, noch mich mit meiner 'neuen' Figur zu arrangieren.[/COLOR][/FONT] [FONT=Comic Sans MS][COLOR=#8b0000]Daher möchte ich mal einfach in die 'Runde' fragen, wie schafft ihr das ???[/COLOR][/FONT][/QUOTE] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Ich möchte meine Gedanken dazu mal in vier Bereiche unterteilen.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Ich nenne sie mal [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]1. Die Blickrichtung[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]2. Die Relation [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]3. Das Älterwerden.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]4. Dankbarkeit[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Zu dem Bereich [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana][B]"Blickrichtung" [/B][/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]gehen mir folgende Gedanken durch den Kopf:[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Du hast etliche Dinge aufgezählt, die Du nicht mehr so tun kannst, wie es mal ging. Oder die Du gar nicht mehr tun kannst... [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Vergleiche ich mich damit, so geht es mir ähnlich. Spontan fällt mir ein, dass ich sicher keinen Dauerlauf mehr hin bekomme. Wenn ich weiter überlege, dann ist es sicher so, dass ich andere Dinge nun mit mehr Zeitaufwand tun muss, und sei es ein einfaches Bücken und Heben. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Ich kann das, aber es geht nicht mehr so in Bruchteilen von Sekunden, sondern leicht behäbiger und auch vorsichtiger. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Ich könnte jetzt grübeln und weiter nachdenken und sicher würden mir mehr Dinge einfallen, aber das will ich gar nicht. Ich will Dir auch sagen warum:[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]In dem Moment an dem ich weiß, das ist ein Ding welches ich nicht ändern kann, will ich meine kostbare Lebenszeit nicht damit vergeuden, mich zu ärgern. Lieber suche ich nach Alternativen, die mir Freude bringen. Alternativen gibt es immer. Manchmal nicht leicht zu entdecken, aber da mir diese "Arbeit" letztlich mehr Freude ins Leben bringt, ist sie mir das wert.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Deshalb die Bezeichnung "Blickrichtung. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Ich will nicht zurück blicken, auf das, was mal war, oder was mal ging und mich ärgern, ich will lieber in die Gegenwart blicken und schauen, was ich jetzt und heute kann.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Punkt 2, die[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana][B]Relation:[/B][/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Es gibt hier einen Thread, der die Frage aufwirft, was eigentlich noch alles geschehen muss, bis man sein Leben so wie es ist, wert schätzt. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Das, was ich jetzt unter dem Gedanken "Relation" berichte, würde auch dort hin passen:[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Einer meiner Brüder hatte vor über einem Jahr einen schweren Schlaganfall. Sein Leben hing an einem seidenen Faden. Er schaffte zu überleben, aber unter welchen Bedingungen?[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Er kann sich nicht mehr artikulieren. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Er kann nicht mehr lesen. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Er kann nicht mehr schreiben. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Er kann nur noch die Hälfte seines Körpers eingeschränkt nutzen. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Er ist bei praktisch allem auf Hilfe angewiesen und sitzt im Rollstuhl.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Wenn ich dagegen meine Einschränkungen betrachte, schäme ich mich, [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]sie als Einschränkungen zu betrachten. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Der Gedanke, ich könnte mich nicht mehr mitteilen, nicht mehr mit meinen Lieben, meinen Freunden und anderen Menschen reden, ist für mich unvorstellbar schrecklich.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Der Gedanke, nicht mehr schreiben zu können - was ich ja gerade und so gern tue - ist mir unvorstellbar schrecklich.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Der Gedanke, dass ich, die eingefleischte Leseratte, nicht mehr lesen könnte, ich kann es mir nicht vorstellen, weil es zu schrecklich ist. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]All die anderen Beeinträchtigungen, die mein Bruder tragen muss, will ich gar nicht weiter mit aufzählen.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]In der Relation zu dem, was ich alles noch kann, wiegen meine Beeinträchtigungen wenig. Und in der Relation zu dem, was Menschen wie mein Bruder tragen müssen, ist meine Last nicht der Rede wert.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana][B]3. Älter werden[/B][/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Ich habe mal geneugiert, ob ich es bei Dir mit einem ganz jungen Küken, einer jungen, oder mit einer reiferen Frau zu tun habe. Ich sah, Du gehörst wie ich, eher zu der reiferen Generation.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Viele der Einschränkungen die Du aufzählst, oder die mir bei mir auf/einfallen, haben sicher auch mit dem Älter werden zu tun. Auch, wenn wir das so nicht gern wahr haben wollen. Und was mich verwundert, wenn ich mich in meinem Umfeld umhöre, beziehungsweise genauer hinschaue:[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Auch die weniger dicken und auch die schlanken Personen kennen all diese Beeinträchtigungen, wenn sie älter werden. Sie alle. Mehr oder weniger, aber bei allen stellen sie sich langsam ein. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Wenn ich das bedenke, dann frage ich mich, ob es für alte Menschen überhaupt noch eine Lebensqualität gibt? Wenn man doch weiß, man wird immer weniger all die Dinge, die man als junger Mensch tun konnte, tun können? [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Wieso gibt es dann so viele Senioren, die richtig gern leben? Und die gern noch lange leben wollen?[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Für mich beantwortet sich die Frage ähnlich wie in dem Punkt "Blickrichtung":[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Weil sie sich über das freuen, was sie tun können und nicht ständig darüber trauern, was nicht mehr geht.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Mit diesen Gedanken, kann ich mein Übergewicht immer leichter annehmen.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Wenn ich etwas nicht mehr tun kann, tu ich was anderes. Ich habe noch so unendlich viele Möglichkeiten. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Es liegt an mir, ob ich sie erkenne und sie dann auch nutze.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana][B]4.Dankbarkeit[/B][/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Dazu gibt es nur so viel zu sagen:[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Ich bin dankbar für das, was ich einmal hatte,[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]und ich bin dankbar, für das, was ich jetzt habe. Schlicht und einfach, weil das unendlich viel ist. Und auch unendlich viel mehr, als es viele andere Menschen haben.[/FONT][/COLOR]
  • Wow, Itsme, das nenne ich einen [B]Beitrag[/B]! :applaus: :daumen: P.S. Oh, sieh da, genau das ist mein 501-er Beitrag und ich bin damit in der 2-ten Klasse angelangt. Uuuhps. ;)
  • @LadyHelen Nachdem du so sportlich und sehr aktiv unterwegs warst, kann ich deine Einschränkungen, die du sehr empfindest, verstehen. Da hat sich ja ein kompletter Lebensbereich bei dir darauf konzentriert. Auch wenn du dein Sporthobby nicht mehr ausüben kannst, wäre es eine Alternative, eine andere Sportart zu finden, um deinen Bewegungsdrang kompensieren zu können? Dass sich Reisen grundsätzlich für dich verändert haben und beschwerlicher geworden sind (nicht mehr lange gehen können, schwitzen etc.) kann ich dir 1:1 nachempfinden. Es ist mitunter mein liebstes Hobby aber ich musste es von Grund auf umstellen und auf meine Einschränkungen (die nicht vom ÜG herrühren) anpassen. Auch ich kann nicht mehr lange gehen oder stehen, was sehr beschwerlich werden kann bei großen Touren und Besichtigungen. Auch empfinde ich das Schwitzen als sehr unangenehm. Aber ich lasse mich davon nicht abbringen. Ich verreise trotzdem und gestalte meine Touren mittlerweile etwas moderater. Ich frage mich, nachdem du schreibst, dass du vielfach bereits untersucht wurdest und niemand heraus fand, was die Ursache deines Gewichts ist, ob es nicht eine ganz andere Richtung haben kann? Ich denke da z. B. an Organschäden außerhalb der Schilddrüse, die maßgeblich den Stoffwechsel beeinflussen? Die Ursachen für ÜG sind so vielfältig wie Menschen unterschiedlich sind.
  • @Itsme Danke für Deine Zeilen; ich werde sicherlich noch mal darauf zurückkommen. Aber jetzt muß ich das erstmal 'verdauen'. Ist das wirklich SO einfach? Jammere ich auf hohem Niveau?
  • [quote='Itsme','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=102377#post102377'][COLOR=#333333][FONT=Verdana][B] 1. Blickrichtung[/B][/FONT][/COLOR][COLOR=#333333][FONT=Verdana] [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana][B]2. Relation:[/B][/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Es gibt hier einen Thread, der die Frage aufwirft, was eigentlich noch alles geschehen muss, bis man sein Leben so wie es ist, wert schätzt. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Das, was ich jetzt unter dem Gedanken "Relation" berichte, würde auch dort hin passen:[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Einer meiner Brüder hatte vor über einem Jahr einen schweren Schlaganfall. Sein Leben hing an einem seidenen Faden. Er schaffte zu überleben, aber unter welchen Bedingungen?[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Er kann sich nicht mehr artikulieren. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Er kann nicht mehr lesen. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Er kann nicht mehr schreiben. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Er kann nur noch die Hälfte seines Körpers eingeschränkt nutzen. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Er ist bei praktisch allem auf Hilfe angewiesen und sitzt im Rollstuhl.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Wenn ich dagegen meine Einschränkungen betrachte, schäme ich mich, [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]sie als Einschränkungen zu betrachten. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Der Gedanke, ich könnte mich nicht mehr mitteilen, nicht mehr mit meinen Lieben, meinen Freunden und anderen Menschen reden, ist für mich unvorstellbar schrecklich.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Der Gedanke, nicht mehr schreiben zu können - was ich ja gerade und so gern tue - ist mir unvorstellbar schrecklich.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Der Gedanke, dass ich, die eingefleischte Leseratte, nicht mehr lesen könnte, ich kann es mir nicht vorstellen, weil es zu schrecklich ist. [/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]All die anderen Beeinträchtigungen, die mein Bruder tragen muss, will ich gar nicht weiter mit aufzählen.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]In der Relation zu dem, was ich alles noch kann, wiegen meine Beeinträchtigungen wenig. Und in der Relation zu dem, was Menschen wie mein Bruder tragen müssen, ist meine Last nicht der Rede wert.[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana][B]3. Älter werden[/B][/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana][B]4.Dankbarkeit[/B][/FONT][/COLOR] [/QUOTE] @Itsme In der Tat, was für ein Post. Ein paar Anmerkungen möchte ich trotzdem dazu machen. Was du zur Blickrichtung sagst, ist sehr interessant. Ich denke auch, dass man nicht allzusehr zurück schauen sollte, weder um in alten Erinnerungen zu schwelgen noch an die vermeintlich "besseren" Zeiten zu denken. Was war, das war einmal - ob schön oder hässlich - es lässt sich nicht mehr ändern und im besten Fall hat man aus mancher Situation gelernt. Über deinem zweiten Punkt "Relation" denke ich auch sehr oft nach. Aus gegebenem Anlass aber auch weil ich z. Z. viel über das Leben generell und mein eigenes nachdenke. Dieses "in Relation" setzen kenne ich auch und angesichts der Geschichte deines Bruders verstehe ich deine Gedanken. Man könnte es noch viel weiter ausdehnen - wir sind priviligiert, der Großteil der Menscheit hat nicht das, worüber wir verfügen dürfen (Bildung, Arbeit, med. Versorgung, Nahrung, ein Zuhause etc.). Dafür bin ich mehr als dankbar und es ist mir stets bewusst (und macht es manches Mal etwas einfacher, die eigenen kleinen "Macken" einfach hinzunehmen). Trotzdem sind wir dieser Gesellschaft zugehörig, müssen mehr oder weniger in ihr und mit ihr leben und sie bringt eben andere "Schwierigkeiten" mit, die jeder bewältigen muss. Ein Therapeut sagte mir mal, nachdem ich meinte, mich für meine kleinen Probleme schämen zu müssen angesichts viel schlimmerer Dinge, die andere Menschen zu erleiden hätten, dass es trotzdem meine Probleme wären, die ich bewältigen muss. Ansonsten werden es große Probleme und dies hat nichts mit dem Leid anderer Menschen zu tun. Diese Probleme wären genauso wichtig zu nehmen wie alle anderen, da ich sie für mich als wichtig erachte. Diese "Problemchen" wären für mich eine Belastung, die abgestellt werden müssten. Heute denke ich, dass dies auch so ist. Die Dinge, die belasten, sollte man abstellen und bewältigen können und dürfen - auch wenn sie nicht so mächtig sind. Nur dann, wenn die Belastungen auf ein Minimun herunter gefahren werden, kann man sich auch anderer Dinge wieder bewusst werden, sie wertschätzen und dem Leben Demut entgegen bringen und einfach dankbar sein, wie du es unter Punkt 4 beschreibst. Es mag sein, dass wir auf hohem Niveau jammern, trotzdem sage ich, dass man sich für die Probleme, die in unserer Gesellschaft entstehen (und dazu gehört die ÜG-Problematik auch), nicht schämen muss und man sollte sie auch bewältigen dürfen. Dies ist der Gesichtspunkt, den ich zusätzlich einwerfen wollte (nicht dass du Itsme, anderes behauptet hättest - also bitte nicht in Bezug auf dein Post falsch verstehen :daumen:).
  • [quote='paulinchen','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=102382#post102382']@Itsme ................. Diese "Problemchen" wären für mich eine Belastung, die abgestellt werden müssten. Heute denke ich, dass dies auch so ist. Die Dinge, die belasten, sollte man abstellen und bewältigen können und dürfen - auch wenn sie nicht so mächtig sind. [/QUOTE] Absolut Paulinchen. Genauso sehe ich das auch. Was man selber etwas ändern oder verbessern kann, (ohne dass es einem noch größere Probleme bereitet) sollte man es in Angriff nehmen. Deshalb schrieb ich einschränkend: [I]In dem Moment an dem ich weiß, [U]das ist ein Ding welches ich nicht ändern kann[/U], will ich meine kostbare Lebenszeit nicht damit vergeuden, mich zu ärgern. Lieber suche ich nach Alternativen, die mir Freude bringen.[/I]
  • [QUOTE=Itsme][COLOR=#333333][FONT=Verdana][B]4.Dankbarkeit[/B][/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Dazu gibt es nur so viel zu sagen:[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]Ich bin dankbar für das, was ich einmal hatte,[/FONT][/COLOR] [COLOR=#333333][FONT=Verdana]und ich bin dankbar, für das, was ich jetzt habe. Schlicht und einfach, weil das unendlich viel ist. Und auch unendlich viel mehr, als es viele andere Menschen haben.[/FONT][/COLOR][/QUOTE] Vielen Dank, für diesen wunderschönen Aussagesatz! Er trifft mich mitten ins Herz, tröstet und regt mich zum Nachdenken an. :daumen:

    Einmal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Zitatklammer repariert

  • ich finde, ihr habt alle gedankenansätze, die einen zum nachdenken bringen. zum thema relation möchte ich noch etwas sagen: wie paulinchen schreibt, sind die probleme mit denen man sich herumschlägt die eigenen und sie mögen zwar in der relation zu anderen problemen klein und nichtig erscheinen, aber sie sind eben trotzdem da. natürlich kann man beim betrachten andererleuts probleme für sich selbst demut lernen, aber das ändert nichts daran, dass man probleme hat, mit denen man sich auseinander setzen sollte, ganz einfach, um sie irgendwann als "abgearbeitet" gehen lassen zu können. und noch etwas: das sich selbst in relation zu anderen setzen hat ja doch auch noch einen anderen aspekt. in dem ich mich in beziehung setze messe ich mich an anderen, was doch irgendwie auch ein bissle in richtung besser/schlechter (dran) sein geht. wenn ich aber mein leben unabhängig von der meinung anderer, selbstbestimmt führen möchte, dann ist das in relation setzen m.e. eher kontraproduktiv, denn es macht mich wieder von anderen abhängig. und ist es nicht so, dass man sich bei solchen vergleichen nicht oft verhält als werfe man äpfel und birnen in einen korb? jeder mensch ist einzigartig und jeder wird auf seine ureigenste art reagieren, selbst wenn zweien von ihnen objektiv der selbe schicksalsschlag geschieht.... ich weiss, es ist ein wenig verwirrend, aber ich hoffe, trotzdem verständlich.
  • [QUOTE=19711][size=10]versuche doch mal eine Sucht so einfach abzustellen. [/SIZE][/QUOTE]Achso. Ich habe "junky" zuerst nicht wörtlich genommen. Das kann dann aber die Probleme mit deinen Knochen erklären. Der genaue Zusammenhang ist noch nicht ganz klar, aber exzessiver Cola-Konsum schädigt die Knochen. Wenn du jetzt auch noch keine Milchprodukte verträgst, würde ich das mal mit einem Arzt besprechen. Ich habe nochmal die anderen Postings von dir gelesen. Du bist seit 2003 also frei von deiner Sucht, was sich aber gewichtstechnisch nicht ausgewirkt hat - trotz täglicher Bewegung, richtig? Wenn du kein Wasser runter kriegst, gibt es gar nichts, was du trinken kannst? Tee, Kaffee (nein, die dehydrieren nicht!), Fruchtsäfte - egal. Übrigens würde ich mich nicht sklavisch an eine bestimmte Trinkmenge halten, hör ruhig auf deinen Durst, den hat dir die Evolution nicht umsonst mitgegeben. ;) Mir ist auch nicht ganz klar, wo du hin willst. Einmal redest du davon, noch mehr abnehmen zu müssen oder wollen, auch von einer OP aus kosmetischen Gründen, dann scheint dir dein Gewicht relativ egal zu sein. Vielleicht kannst du das nochmal genauer erklären.
  • [quote='19elke61','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=102385#post102385']ich finde, ihr habt alle gedankenansätze, die einen zum nachdenken bringen. zum thema relation möchte ich noch etwas sagen: wie paulinchen schreibt, sind die probleme mit denen man sich herumschlägt die eigenen und sie mögen zwar in der relation zu anderen problemen klein und nichtig erscheinen, aber sie sind eben trotzdem da. natürlich kann man beim betrachten andererleuts probleme für sich selbst demut lernen, aber das ändert nichts daran, dass man probleme hat, mit denen man sich auseinander setzen sollte, ganz einfach, um sie irgendwann als "abgearbeitet" gehen lassen zu können. und noch etwas: das sich selbst in relation zu anderen setzen hat ja doch auch noch einen anderen aspekt. in dem ich mich in beziehung setze messe ich mich an anderen, was doch irgendwie auch ein bissle in richtung besser/schlechter (dran) sein geht. wenn ich aber mein leben unabhängig von der meinung anderer, selbstbestimmt führen möchte, dann ist das in relation setzen m.e. eher kontraproduktiv, denn es macht mich wieder von anderen abhängig. und ist es nicht so, dass man sich bei solchen vergleichen nicht oft verhält als werfe man äpfel und birnen in einen korb? jeder mensch ist einzigartig und jeder wird auf seine ureigenste art reagieren, selbst wenn zweien von ihnen objektiv der selbe schicksalsschlag geschieht.... ich weiss, es ist ein wenig verwirrend, aber ich hoffe, trotzdem verständlich.[/QUOTE] Ich finds nicht verwirrend, elke21 und ich verstehe genau was Du meinst.:) Für mich persönlich würde ich es als belastend empfinden, wenn ich mich z. B. mit Menschen vergliche, die etwas besitzen (egal was, ob nun Geld, Gut, Gesundheit oder was auch immer) was ich gern hätte, aber so nicht bekommen kann, weil es nicht in meiner Macht liegt, es zu bekommen. Anders ist es, wenn mir das einen Anreiz gibt, etwas zu erreichen, was ich erreichen kann, wenn ich mich darum bemühe. Das heißt jedoch nicht, dass ich mich dauernd mit anderen Menschen vergleiche. Dafür habe ich wahrscheinlich zu konkrete eigene Vorstellungen von meinem Leben. ;) Der Vergleich mit jemandem der weniger hat als ich, ist für mich persönlich in solchen Momenten gut, wo ich Problemen, die ich nicht aus der Welt schaffen kann, zu großen Raum gebe. Trotzdem kann ein Problem für mich ein Problem bleiben und wenn es mich so belastet, dass ich die Gedanken darum nicht abstellen kann, oder es mein Leben so negativ beeinflusst, dass ich vergesse den guten Dingen Raum zu geben, dann muss ich etwas tun. Ich finde zum Beispiel, sich hier damit auseinander zu setzen, ist bereits "etwas dagegen tun". Je nachdem welcher Grad Hilfe notwendig ist, muss ich mich entsprechend darum bemühen. Manchmal reicht ja ein Gespräch oder eine Auseinandersetung in der Form wie sie hier stattfindet. Und manchmal, wie es bei mir oft war, ist es schon genug zu sehen, dass meine Probleme im Vergleich zu anderer Menschen Probleme gering sind. Welche Art von Hilfe ein Mensch für seine Probleme braucht und welche Art hilfreich für ihn ist, ist natürlich immer sehr unterschiedlich. Ich habe meine Gedanken oben ja als Antwort auf LadyHelens Frage: "Wie schaft Ihr das" gedacht. Also habe ich von mir gesprochen, was nicht bedeutet, dass mein Weg für alle anderen Menschen der richtige Weg ist. Wie Du schon sagst, wir sind alle Individuen. Aber für manch einen mag mein Lösungansatz vielleicht doch ein Denkanstoss und daraus resultierend vielleicht auch Hilfe sein. Das würde mich natürlich freuen. :)
  • @ Itsme: Danke!!!!! Besser hätte man es nicht schreiben können. *tiefe Verbeugung und den Pulitzerpreis überreich....:applaus:
  • @ Itsme Toller Post :applaus:! Er macht sehr nachdenklich. Ich habe heute einen Bericht gesehen, der passt zu dem Punkt Relation. Es wurde über ein junges Mädchen, ohne Arme und mit nur einem Bein, berichtet ( sie hat vor drei Jahren in dem Film "Contergan" die Hauptrolle gespielt). Mittlerweile ist sie 16 Jahre und sprüht vor Lebenslust. Wow, kann ich da nur sagen. Sie benutzt ihren Fuß wie unsereins die Hände. Sie hat einen guten Schulabschluss und macht nun eine Ausbildung. Sie sagt, dass sie alles macht, was sie will und sich so akzeptiert wie sie ist. Wenn ich ehrlich bin, hab ich mich da schon ein wenig geschämt!
  • @Lady Helen: Was du alles sportlich gemacht hast, ist aber schon überdurchschnittlich. Wenige Menschen, die ich kenne, in allen Gewichtsklassen, können zum Beispiel so schwimmen wie du es getan hast. Klar: Wenn man das einmal konnte und dann nicht mehr so wie gewohnt, dann ist es schon sehr schmerzlich. Aber wie andere hier schon schrieben: alle werden älter und bei jedem, schlank oder dick, kommt irgendwann der Zeitpunkt - bei dem einen früher, bei dem anderen später -, an dem man eine geliebte Betätigung nicht mehr so ausführen kann wie früher. Was hindert dich denn, anstatt der anstrengenden Parcours eine etwas weniger fordernde Form des Bogenschießens zu probieren? So zen-mäßig vielleicht. Oder es gibt vielleicht Sportarten, an die du bis jetzt noch nicht einmal gedacht hast: Tai Chi, Kendo, Yoga, Rudern.... Reisen kann man in weniger heiße Länder und in kühleren Jahreszeiten. Warum muss es unbedingt Namibia oder Fidji sein? Es gibt tolle Traumziele in gemäßigteren Klimaten, die auch unter 6 Flugstunden zu erreichen sind: Polen, Schweden, Türkei, Portugal... Das mit deinen Verwandten in USA tut mir leid. Das würde mich auch wurmen, wenn ich Leute, die ich mag, nicht mehr besuchen könnte. Aber dann müssen die anderen halt mal zu dir kommen. Und ehrlich gesagt: eine Städte-Rundlatschtour von 4 Stunden sind auch mit 50 Kilo einen Strapaze. Dann geht man eben mehrmals los und teilt sich die Besichtigung in Abschnitte ein. Sex? Hat auch nicht unbedingt etwas mit dem Gewicht zu tun. Eine Liebesbeziehung jenseits des Teenageralters entwickelt sich nach anderen Maßstäben als der Konfektionsgröße. Vielleicht schreckst du potentielle Partner auch durch etwas anderes ab als durch deine Kilos? Wirkst du vielleicht zu verbissen ehrgeizig, zu humorlos, oder zu verklemmt oder zu Hallo-hier-komm-ich? Frag doch mal eine gute Freundin danach. Wenn du magst, kannst du ja daran arbeiten. Und Sex ist kein Leistungssport, man muss nicht viele Stellungen drauf haben oder wie wild rammeln, das kann man auch sehr langsam, sehr ruhig und sehr genussvoll angehen. (Ich sag immer ironisch "Seniorengymnastik" dazu, wenn ich ....) Ich denke, du machst dir selber das Leben zu schwer, indem du dich sehr leistungsorientiert auf ein bestimmtes ehrgeiziges Ziel fixierst, aber keinen Plan B in der Schublade hast für den Fall, dass es nicht so klappt. Dieser Leistungsdruck, unter den du dich selber setzt, kann aber irgendwann nicht mehr erfüllt werden. Gerade als ich diese Zeilen schreibe, kommt mir noch ein Gedanke: Kann es sein, dass deine Gewichtszunahme eine Selbsthilfe-Maßnahme deines überforderten Körpers ist, um dich "auszubremsen"? Wenn aus psychischen Gründen heraus Menschen Lähmungserscheinungen oder Blindheit entwickeln, oder Stress zu Bluthochdruck und diversen bekannten körperlichen Effekten führen kann, wäre es doch denkbar, dass ein Mechanismus in Gang gesetzt werden kann, der zu unerklärlicher Gewichtszunahme führt. Deine Rücken- und anderen Schmerzen könnten auch von der Psyche getriggert sein. Gerade Verspannungen im Rückenbereich weisen oft auf Überforderungen hin. Warum bin ich sogar zufriedener mit einem Leben mit Übergewicht als früher mit der Hälfte meines jetzigen Gewichts? Es hat was mit [B]realistischen[/B] Erwartungen an mich selbst zu tun, also Ziele, die in Einklang mit meinen Möglichkeiten - die ich auch ständig weiter entwickele - stehen, und der [B]Offenheit für neue Erfahrungen[/B]. Das Leben hat so viel zu bieten, aber das sehe ich nicht, wenn ich starr den Blick auf eine ganz genau festgelegte Vorstellung von "Spaß", "Glück", "Zufriedenheit" richte. Was die Relativität der Kümmernisse angeht: Itsme hat mal das Leben mit einer langen Wanderung im Gebirge verglichen. Es gibt Täler und Höhen, manchmal stolpert man, manchmal verirrt man sich. Aber Umwege erhöhen die Ortskenntnis, und bei jedem Verirren kann man neue tolle Ausblicke entdecken. Und wie bei einer echten Wanderung ist jede unnötige Last zuviel. Viele kleine überflüssige Lasten können schon den Unterschied machen zwischen Scheitern und Ankommen. Deswegen sollten auch "kleine" Kümmernisse konsequent angegangen werden.