Kolosse????

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    • eben fand ich diesen beitrag.

      Textausschnitt schrieb:

      Es ist den Rettungskräften gegenüber einfach unfair, solche Kolosse
      über merere Etagen tragen zu müssen!!!!


      _______

      Ich bin total schockiert, dass solche Menschen überhaupt in einem menschlichen-sozialen Beruf arbeiten dürfen.
      Jetzt frage ich mich....sehe ich es nur so extrem schlimm und negativ so eine Aussage (befinde mich gerade in einer kleinen Krise) oder seht ihr dies auch als sehr verachtend?

      Danke und Grüsse
      Michi

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Bitte kein Vollzitate bei Fremdtexten.

    • Natürlich ist die Aussage "Koloss" und das zwingen wollen daneben, aber ich wäre als Rettungsassistent auch mehr als genervt, wenn ich eine 300kg Person 6 Stockwerke heruntertragen müßte. Mir erschließt es sich auch nicht, warum Menschen, die sich selbst kaum oder gar nicht bewegen können nicht versuchen eine Erdgeschoßwohnung oder eine Wohnung mit Fahrstuhl zu bekommen.
    • es ist die aufgabe der rettungsinstitution dafür zu sorgen, dass ihr personal sich nicht verletzt. so müssten bei personen die deutlich schwerer sind als der durchschnitt 4 statt 2 rettungssanitäter mitgeschickt werden.

      bei krankenpflegeeinsätzen in der wohnung 2 statt 1 pflegefachkraft.

      beides steht in österreich auch in den richtlinien der organisationen, in die ich schon einblick hatte, und ich denke, dass es für alle institutionen ähnlich ist. was natürlich nicht heisst, dass die zusätzlichen arbeitskräfte, die ja von der krankenkasse nicht zusätzlich bezahlt werden auch ohne probleme bewilligt werden.

      das ist ein typisches verschieben der schuldigen nach unten (koloss) und oben (politik sollte hochgeschossiges wohnen verbieten) wenn der wirklich verantwortliche am falschen platz spart.
      Lieben Gruß

      Rita
    • Ich habe mir erlaubt, das Vollzitat durch einen Link zu dem Thread bei politik.de zu ersetzen. [@ kampfzwerg ... da haben wir wohl synchron gearbeitet].

      Der Verlauf der Diskussion dort ist insofern interessant, als dass es zwar ein paar der üblichen Kommentare gibt, aber auch sehr viele vernünftige.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Ich habe das Vollzitat des Beitrags aus dem Fremdforum vom 20.08.07 nun durch einen Link ersetzt und nur das Endstatement als Zitat belassen.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • Ich bin über die ganze Diskussion schockiert, die darunter in den Kommentaren zu lesen ist.

      Die Hetzjagd auf dicke Menschen ist da schon eröffnet. Man kann nur hoffen, in seinem Leben niemals auf die Hilfe solcher Typen angewiesen zu sein.
    • So sehen es Krankenpfleger

      Bei dem obigem Thema habe ich mal in einem Pfleger - Forum nachgeschaut,
      da wird dann folgendes diskutiert : Postoperative Risiken bei extrem adipösen Patienten

      Hm, ist auch interessant, wie das so wirklich im Krankenhaus ablaufen kann und wie wenig die darauf vorbereitet sind.
      Alles sehr erschreckend!!!
      Ryana

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Link korrigiert - jetzt funzt es

    • Ryana schrieb:

      Bei dem obigem Thema habe ich mal in einem Pfleger - Forum nachgeschaut,
      da wird dann folgendes diskutiert :
      [Blockierte Grafik: http://www.krankenschwester.de/forum/images/misc/navbits_start.gif] www.krankenschwester.de > Allgemeine Krankenpflege > Pflegebereich Chirurgie [Blockierte Grafik: http://www.krankenschwester.de/forum/iconimages/pflegebereich-chirurgie/postoperative-risiken-extrem-adipoesen-patienten_ltr.gif] Postoperative Risiken bei extrem adipösen Patienten

      Irgendwie bekomme ich nicht die direkte Seite verlinkt, aber unter Suchen findet man das Thema,aber ganzen Titel eingeben: Postoperative Risiken bei extrem adipösen Patienten

      Hm, ist auch interessant, wie das so wirklich im Krankenhaus ablaufen kann und wie wenig die darauf vorbereitet sind.
      Alles sehr erschreckend!!!
      Ryana


      Da habe ich den richtigen Link zu der Seite gesetzt,

      und kampfzwerg hatte eine Minute später die gleiche Idee.

      Es lebe das Internet!

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von klein und fein () aus folgendem Grund: kleiner Admin kampfzwerg hatte die gleiche Idee

    • Ich habe mir unter diesem Link ein paar Posts angeschaut und muss sagen,
      dass ich nicht mehr weiter lesen kann. Sonst kommts mir hoch - das
      meine ich ernst, denn meine innere Ohnmacht kann ich immer noch heftig
      spüren.

      Mein Vater war krebskrank im Endstadium und auch in seinen letzten
      Wochen adipös (er hat durch den Krebs kein Gramm abgenommen, durch
      Kortison eher noch zugenommen). Dadurch, dass er voller Metastasen war
      und auch im Bein welche hatte, konnte er nicht gehen und auch das Bein
      kaum bewegen. Er brauchte jemand zum Aufstehen, zum Drehen etc. Bei
      einem so schwerkranken Patienten hielt ich das für selbstverständlich, dass
      er dann Hilfe bekommt. Sooft es ihm möglich war, quälte er sich selbst aus
      dem Bett und ging mit dem Rollator zur Toil. Eines Abends saß er auf dem
      Bettrand, aufgestützt auf seinen Nachttisch, da er nicht von alleine
      hochkam geschweige sich ins Bett drehen konnte. Er klingelte nach der
      Schwester und bat sie um Hilfe. In ihrer Manier hakte sie ihn ein... eins
      zwei drei aufstehen. Das klappte aber nicht, da die Schmerzen alles
      blockierten. So bekam mein Vater zur Antwort, dann bleiben Sie die Nacht
      eben so sitzen. Wir haben Sie beim Gehen am Rollator "erwischt". Er saß
      vier Stunden so und fiel fast vom Rand, bis ihn ein Arzt fand und dem ein
      Ende machte. Danach war man seiner auf der ganzen Station überdrüssig
      (beim Duschen hat man ihm seine Hörgeräte nassgeduscht und somit war
      er fast gehörlos, was aber niemand störte, nur nervte). So wurde er mit
      einer Blutvergiftung freitags entlassen. Er war bei der Ankunft zuhause
      bereits nicht mehr ansprechbar. Sonntagfrüh ließ ich ihn wieder ins
      Krankenhaus bringen und ein Assistenzarzt erfasste die Situation sofort und
      rettete ihm an diesem Tag das Leben. Ich bat umgehend, dass er auf eine
      andere Station verlegt wird, der Arzt unterstützte mich dabei. Auf dieser
      Station mussten wir noch 5 Tage bangen, ob mein Vater das überlebt. Er
      hatte diese schlimme Zeit überlebt und bekam noch 3 Monate "geschenkt".
      Danach starb er - vor wenigen Monaten.

      Ich darf über die Zustände auf dieser Onkologie nicht nachdenken. Ich
      frage mich immer, was Menschen machen, die keine Angehörigen mehr
      haben und zusätzlich noch Probleme wie Adipositas. Für mich war das ein
      Alptraum, nur kämpfen zu müssen - gegen das Pflegepersonal, selbst
      gegen den Chefarzt, kämpfen um Pflegestufe, einfach nur kämpfen, dass
      mein Vater menschenwürdig behandelt wird.

      Mir ist dabei schon klar, dass das Pflegepersonal überbelastet ist und dass
      sie zu viele Patienten betreuen müssen. In diesen überbeanspruchten
      Phasen kommt dann die ganze Rohheit des Menschen zu Tage. Nur leider
      ist das nicht mehr die Ausnahme sondern die Regel.
    • Um Gottes Willen Paulinchen, das ist furchtbar schrecklich.
      Eine Riesenschweinerei.

      Hätte man nicht Angst, sie würden es am Patienten auslassen, müsste man denen so dermaßen die Hölle heißmachen.
      Es ist gemein, einen Menschen so hängen zu lassen. Gerade in seinem letzten Lebensabschnitt. Ich finde gar keine richtigen Worte, so entsetzt bin ich.
      Man ist so hilflos, wenn das passiert.
      [SIZE=1]-[SIZE=1]O-[/SIZE][/SIZE]
    • Sonnenkuss schrieb:


      Hätte man nicht Angst, sie würden es am Patienten auslassen, müsste man denen so dermaßen die Hölle heißmachen.


      Ja, leider hat man diese Angst, habe ich auch schon spueren muessen, als meine Mutter im Krankenhaus lag (war alles Gott sei dank gut ausgegangen).

      Ich habe mir fest vorgenommen, falls ich nochmals in so einer Situation waere (hoffentlich passiert es nicht), ganz hartnaeckig gegen diesen Mist vorzugehen. Wenn eine Pflegekraft unfaehig oder gemein ist, dann wird diese auch was von mir erleben.

      Paulinchen, das tut mir so leid fuer deinen Vater, und auch fuer dich.
    • Paulinchen, es tut mir Leid sowas lesen zu müssen, gerade auch aus aktuellem Anlass. Meine Oma ist am Freitag ins Krankenhaus gekommen. Akute Herzinsuffizienz, Lungenödem, schlimmste Stufe, die man haben kann.
      Warum? Weil das Pflegepersonal in ihrer Seniorenresidenz einfach unfähig ist. Sie klagte bereits kurz nach Weihnachten über Luftnot und bemerkte, dass sie nicht mehr regelmäßig Wasser lassen konnte. Mein Vater hat daraufhin die Schwestern angesprochen, die nur meinten, dass die Ätztin eh in den nächsten Tagen kommen würde. Die kam dann auch, hat aber noch nicht einmal den Blutdruck gemessen und stempelte meine Oma als altersdement ab. Aber schön die Chipkarte durchgezogen für die Praxisgebühr...aber nichts behandelt. Da kam mir schon die Galle hoch.
      Und jetzt das. Meine Oma liegt dank dieser Betriebsblindheit auf der Intensivstation und ist an alles angeschlossen, was man sich vorstellen kann. Ich war gestern dort, sie hat nur geweint..lag halb aufgedeckt da. Wir mussten sie zudecken. Hallo? Es waren noch andere Leute im Zimmer, da Besuchszeit war, keine Schwester scheint es gestört zu haben, dass sie Fremde quasi entblößt zu Gesicht bekommen haben.
      Ich tröste mich damit, dass jetzt wenigstens etwas passiert, aber 14 Tage zu spät. Man weiß ja was sowas ausmachen kann..die paar Tage.
      Ich habe mittlerweile so eine Wut auf dieses Pflegeheim. Das muss man sich mal vorstellen. Die zugehörige Ärztin kommt alle 3 Monate, hat viell. 150 Patienten und schaut nur die gründlich an, die bei ihr bekannt sind. Alle anderen werden einfach als "ausführliches Beratungsgespräch" abgerechnet.
      Auch wenn es Probleme im Gesundheitssektor gibt rechtfertigt das noch lange nicht den Umgang mit den Menschen.
      Ich wäre dafür, dass solche Leute mal kennenlernen, was es heißt sehr krank, mit Todesangst und allein zu sein.
    • Danke für eure liebe Anteilnahme. Ja, das ist alles noch sehr frisch und ich
      habe die Ereignisse fast traumatisch täglich vor Augen. Meine Ohnmacht
      ist immer noch spürbar und mir kommen noch täglich die Tränen über die
      Dinge, die geschehen sind. Ich mache mir dann immer klar, dass er mich
      hatte und ich habe wirklich für meinen Vater wie ein Löwe gekämpft.
      Mein Vater hat später nichts mehr bekommen, was mit mir nicht
      abgesprochen worden wäre, man hat unterlassen, wovon ich wusste, dass
      er nicht mehr möchte. Er hat von mir alles bekommen - egal wie. Ich habe
      dafür gesorgt und war nicht beliebt auf der Station. Es war mir egal, ich
      habe solange gefragt z. T. genervt, bis ich hatte, was ich wollte. Hört sich
      schlimm an, war auch schlimm aber nach so einer Erfahrung wirst du
      renitent und sehr unangenehm. Ich würde es jederzeit wieder so
      handhaben.

      Durch diese Erfahrung habe ich wirklich Angst, wenn ich selbst wieder im
      Krankenhaus landen sollte. Aber vor allem habe ich Angst, wenn ich älter
      bin, was mit mir passiert, wer kämpft für mich...

      @Sassy
      Das mit deiner Oma tut mir so leid und ist leider kein Einzelfall. Ich kann
      nur raten, euch nicht abwimmeln zu lassen. Habt alles im Auge und sagt
      auch wenn nötig NEIN oder besteht auf Behandlung oder Verlegung. Ich
      kann es nur wärmstens raten. Ich bin soweit, dass ich jedem verbal ganz
      massiv ans Bein treten würde, wenn nicht das geschieht, was mir für
      meinen Angehörigen in einer solchen Situation vorschwebt.
      Ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft, das durch zu stehen und
      vor allem die Kraft, deiner Oma zu helfen.
      Wovon du sprichst, weiß ich nur zu gut. Meine Oma machte das 2009 durch
      auch aufgrund zu späten Handelns des Pflegeheims.
    • paulinchen schrieb:


      Durch diese Erfahrung habe ich wirklich Angst, wenn ich selbst wieder im
      Krankenhaus landen sollte. Aber vor allem habe ich Angst, wenn ich älter
      bin, was mit mir passiert, wer kämpft für mich...


      Genau die Gedanken quälen mich auch. Ich lag bis jetzt nur wegen einer Lapalie im Krankenhaus und hab mich da schon hilflos gefühlt. Mich macht es fertig, dass meine Oma da liegt, mit Todesangst und weint und niemanden zum Reden hat, der sie und ihre Ängste ernst nimmt. Ich war gestern eine Stunde da und hab versucht sie zu beruhigen, ihr gesagt, dass man etwas tun kann.
      Ich weiß aber auch, dass nahezu fast alle früher oder später in so eine Situation kommen und davor habe ich ne heiden Angst. Eher vor der Einsamkeit, den Ängsten die man dann hat.
      Allerdings halte ich es auch für falsch, auch wenn es schwer fällt, sich davon stark beeinflussen zu lassen. Mir gehts gerade sehr schlecht und ich weine sehr sehr viel. Aber gleichzeitig sage ich mir, dass es nicht richtig wäre jetzt schon so zu weinen, als ob jemand verstorben wäre.
      Aber ich glaube wir triften gerade ins OT.
    • Schlimm, eure Erfahrungen.
      AAABER: Wenn eine Station 40 Patienten hat, und nur 3 Pflegekräfte, kann es halt mal nicht zugehen wie in der "Schwarzwaldklinik", wo der Chefarzt sich 3 Stunden zum Patienten sitzt und Karten spielt.Oder die Schwester Ina den Patient im Rollstuhl spazieren fährt.

      Oder sich Pfleger Sascha sich Händchenhaltend die ganze Nacht um die Ohren haut...

      Und wegen Koloss: Ich selber bin auch Rettungsdienst gefahren...alleine die Trage hat knapp 20 kg an Gewicht..und ein Bodybuilder kann auch seine 120 Kilo haben. Ob ich jetzt 140 Kilo "Muskelmasse" oder 140 kg "Fettmasse" oder ne hochschwangere(versteht mich nicht falsch, ich bin selber extrem Adipös) hab, ist egal. Wenn es von der Kraft her nicht klappt, MUß ich Verstärkung anfordern...und wenn es die Kollegen der Feuerwehr sind...Was ich auch öfter getan hab, weil meine Gesundheit geht auch vor....und da kam von KEINER Seite ne blöde Bemerkung a la "Boa, ist die/der Fett, Mann"....weil die meisten der Freiwilligen Feuerwehrler haben ja auch nen gewissen "Kompressor" zu tragen...
      Derjenige, der das vor vier Jahren geschrieben hat, möcht ich HEUTE gern sehen...bestimmt sieht er jetzt so aus, wie er die anderen Verdammt hat (das sind mir die "Liebsten"...)Der hat NULL Sozialkompetenz, und schlichtweg seinen Job verfehlt....Wegen sowas reg ich mich nicht mehr auf...dafür ist mir die Kraft zu schade,die ich dazu bräuchte...bei uns würden wir sagen, das ist ein "Dummbabbler"....

      Bärli
    • Ja ich denke mir auch immer, wenn jemand in einem sozialen Beruf arbeitet, sollte man diesem Menschen schon eine gewissen Empathiefähigkeit zutrauen. Aber allem Anschein nach ist das nicht so. Viele stumpfen einfach ab oder werden zynisch bei dem, was sie tagtäglich mitbekommen.
    • Sassy schrieb:

      Allerdings halte ich es auch für falsch, auch wenn
      es schwer fällt, sich davon stark beeinflussen zu lassen. Mir gehts gerade
      sehr schlecht und ich weine sehr sehr viel. Aber gleichzeitig sage ich mir,
      dass es nicht richtig wäre jetzt schon so zu weinen, als ob jemand
      verstorben wäre.


      @Sassy
      Was ist daran falsch, wenn dir deine Oma sehr nahe geht? Und was ist
      daran falsch, jetzt schon zu weinen? Ich finde, gar nichts. Ich spreche es
      jetzt einmal aus. Du befürchtest oder ahnst, dass deine Oma sterben wird.
      Da hast du alles Recht der Welt, zu weinen - auch vorher. Das ist sogar
      gut. Du setzt dich mit dem Gedanken auseinander. Wenn es dann so ist,
      überfällt dich das Sterben oder der Tod nicht mit aller Wucht. Ich finde das
      sehr wichtig!

      @Bärli
      Eine Schwarzwaldklinik erwartet vermutlich niemand, wenn er ins
      Krankenhaus kommt - soviel Realitätssinn dürfte jeder besitzen. ;)

      Ich erwarte auch nicht, dass Rettunssanitäter ihre Gesundheit aufs Spiel
      setzen. Ich habe mich nur über die teilweise abfälligen Posts in diesem
      Forum für Pflegekräfte sehr gewundert. Das ist eigentlich unwürdig - dem
      Berufsstand gegenüber und sich selbst... zumal und das möchte ich auch
      mal gesagt haben, Pflegepersonal oft sehr dick ist (das ist keinesfalls
      wertend gemeint). Da ich die letzten drei Jahre mehr Zeit in
      Krankenhäusern verbracht habe als irgendwo anders, fiel mir das auf.
      Somit werfen viele vermutlich Steine im Glashaus. Das aber nur am Rande.

      Ich ging nacher dazu über, wenn ich einen Transport für meinen Vater
      benötigte, am Telefon einfach zu sagen, schicken Sie bitte kräftige Männer,
      Sie transportieren auch einen schweren Mann (mit Gewichtsangabe) und
      reden Sie bitte sehr laut, damit er alles mitbekommt. Das hat fast immer
      sehr gut funktioniert und war dann plötzlich auch gar kein Problem mehr.
    • paulinchen schrieb:

      @Sassy
      Was ist daran falsch, wenn dir deine Oma sehr nahe geht? Und was ist
      daran falsch, jetzt schon zu weinen? Ich finde, gar nichts. Ich spreche es
      jetzt einmal aus. Du befürchtest oder ahnst, dass deine Oma sterben wird.
      Da hast du alles Recht der Welt, zu weinen - auch vorher. Das ist sogar
      gut. Du setzt dich mit dem Gedanken auseinander. Wenn es dann so ist,
      überfällt dich das Sterben oder der Tod nicht mit aller Wucht. Ich finde das
      sehr wichtig!


      Bei mir blockiert gerade alles im Hirn. Ich laufe in die Uni und hab ständig diesen Schleier vor Augen. Ja ich setze mich damit auseinander, dass etwas schief laufen kann. Sie bekommt heute oder morgen einen Herzschrittmacher eingesetzt und der Freund meiner besten Freundin (der ist Arzt in dem KH) wird dabei sein, der Chef operiert und sie meinten beide es gibt wenig Risiko. Aber das hilft mir nicht wirklich. Ich habe schon drei Menschen, die ich liebte sterben sehen. Und ich habe Angst, dass es jetzt wieder soweit ist. Allerdings ist mir bewusst, dass wir alle früher oder später gehen müssen. Aber wenn es soweit ist möchte ich ungern leiden oder tagelang diese Ängste ausstehen, geschweige denn, dass das jemand durchmachen muss, der mir viel, sehr viel bedeutet.
      Und ich finde es nicht zuviel verlangt, dass es Personal gibt, dass gut ausgebildet und motiviert ist im Rahmen der Möglichkeiten gut zu arbeiten.
    • Ich selber habe mal vor ein paar jahren ein Praktikum auf einer Geriatrie-Station von knapp 2 Wochen in einem KH gemacht um dort vllt als Pflegehelfer zu arbeiten....
      Ich möchte gar nicht so ins Detail gehen.
      Ich hab schon in einigen Firmen gearbeitet, zB Zeitarbeitsfirmen, wo man wie der letzte Dreck behandelt wird, aber was da in dem KH abgelaufen ist, war einfach unterirdisch.
      Versifft, verdreckt, keine Einarbeitung, permanente Unterbesetzung, ein menschenverachtender Zynismus, mitleidslose Schei*-egal-Haltung.
      Nach nur 2 Tagen bin ich mit Bauchschmerzen zur Schicht gefahren aus lauter Unwohlsein, wie es da läuft.
      Ich hab die 14 Tage nicht voll gemacht und das ganze nach 10 Tagen abgebrochen, weil ich SO wie es da lief nicht arbeiten wollte und konnte.
      Ich hatte auch ratzfatz Ärger mit einigen Schwestern, da ich mal an einige ältere Patienten ein 2. liebes Wort gerichtet habe und von den älteren Leuten dann nach der netten Schwester gefragt wurde.
      Schlafstörungen, Heulkrämpfe und einige Tage Magenbeschwerden haben mir dieses Praktikum beschert.
      Seit dieser "Erfahrung" bin ich ein großer Freund der aktiven und passiven Sterbehilfe, weil so möchte ich im Alter nicht dahinvegetieren.
    • Das deckt sich so ziemlich mit meinen Beobachtungen, die ich auf derselben Station gemacht habe, als meine Oma vor vier Jahren einen Schlaganfall hatte. Es gab eins, zwei Schwestern, die sehr nett waren zu den Patienten. Und das wars. Alle anderen fertigten die Leute nur ab, waren teilweise sehr ruppig und unhöflich. Kein Lächeln, kein gar nichts.
      Ich habe viele Freunde in medizinischen Berufen, Ausbildungen und die berichten mir immer wieder von Zickenterror und Mobbing auf den Stationen, der dann wahrscheinlich als Frust bei den Patienten abgelassen wird.
      Sicher ist es nicht unbedingt von Vorteil sich emotional total auf Patienten und ihre Schicksale einzulassen, das bringt ja auch nichts, wenn man selbst vor den Angehörigen in Tränen ausbricht. Aber das heißt noch lange nicht abgebrüht sein, finde ich. Für mich war das u.a. ein Hinderungsgrund Medizin zu studieren. Ich bin extrem emotional. Das kann man sich in einem solchen Beruf allem Anschein nach nicht leisten.
    • Ich kann bigette nur zustimmen! Ich hab mal ein Praktikum auf der Inneren gemacht. Drei Wochen, keine wirkliche Einarbeitung, keine Ansprechpartnerin ( das heißt, ich hatte schon eine, sie war nur an zwei Tagen da, am ersten und am letzten meines Praktikums). Und dann wurde ich losgelassen auf die Patienten frei nach dem Motto : Mach doch mal! Ich hab allerdings am ersten Tag gleich geheult und gesagt, dass ich nicht wieder hin will... Jedoch bin ich die vollen drei Wochen hingegangen. Es ist wirklich unglaublich, was man so alles macht ,was man überhaupt nicht darf.

      Ich habe Menschen gewickelt, ihnen das Essen gegeben, Proben genommen ( kein Blut, das durfte ich als Einziges nicht) Blutzucker gemessen, Ich habe vertrauliche Medikamente abgeholt, ich hab Medikamente für die Patienten aufgeteilt, ich bin mit Blutkonserven durch die Gegend ( ja ich war halt Laufbursche), Menschen gewaschen, Verbände gewechselt, Fieber gemessen, Einläufe gegeben.... ja, ALLES , was man sich darunter vorstellen kann.

      Und ich hab mir Zeit für die Patienten genommen und sie fanden mich auch größtenteils toll und haben immer nach mir gefragt. Deswegen hatte ich keine Pause, die faulen Schwestern aber schon. Die haben gleich am ersten Tag über mich gelästert und ich habs leider gehört. Schön dumm, wenn man denkt, dass ich weg bin, ich aber noch meine Tasche holen musste.

      Es ist klar, dass sie das ein Stück weit an sich abprallen lassen müssen, ansonsten kannst du den Job überhaupt nicht machen. Ich könnte das zum Beispiel nicht, weil ich viel zu emotional bei der Sache bin und ich daran zu Grunde gehen würde. Andererseits ist das natürlich genau das, was total kontraproduktiv für den Job ist, wenn man emotionslos bei der Sache ist.

      Außerdem sind es totale Missstände, dass es nicht genügend Pflegekräfte gibt und man den Praktikanten alles unterschiebt. Ich hatte damals die ehrenhafte Aufgabe der Essenverteilung und Regulierung. Das hieß also, ich hatte einen Wisch in der Tasche, der mir sagte wer was essen darf, und wer überhaupt essen darf, wer irgendwas extra bekommen muss, etc. Nicht auszudenken, was da abgegangen wäre, wenn ich etwas vertauscht hätte. Dann hätte vielleicht am Ende keiner mehr was zu Essen gehabt oder ähnliches. Einen Tag musste ich sogar mit dem Caterer telefonieren wo denn das Essen bleibe und Ersatz beschaffen. Oder, noch schlimmer, meine Verteilung an Medikamenten. Da hätte ich auch ganz bunt verteilen können oder jemandem das falschen geben können, weiß man's? Ich fand das unverantwortlich.

      Zum Thema schwere Patienten : Ist wirklich toller in Amerika, oder zumindestens sieht es aus, als wären sie besser darauf eingestellt als wir. Die Liegen hier sind generell ja n' bissel schmal. Aber man muss auch sagen, dass jedes Treppenhaus auch für andere Gewichtsklassen zum Verhängnis werden kann. Bei meinen Eltern zu Haus stehen Schuhschränke einiger Mitbewohner rum, was ja eigentlich nicht erlaubt ist. Wenn da mal wer abtransportiert werden soll, wird es lustig. Oder die ganzen Treppenhäuser, die eigentlich viel zu klein sind.
    • das mit den missständen gibts schon lange, mein mann hat ne zeitlang altenpfleger versucht (ist aber durchgefallen) und da gabs auch "nette" eigenheiten, zb. wurde puderzucker (ja, mein mann hat das nicht verwechselt) auf die offenen stellen gestreut, weils billiger war, handschuhe hatten nur die wenigsten, hände wurden auch nur nach dem windelwechsel oder vorm mittagessen gewaschen, wenn mein mann handschuhe verlangte, gabs ärger (er hat sich aber dennoch durchgesetzt, einfach private mitgebracht) und auf 50 pfleglinge kamen 2 schwestern/pfleger, wundlegen war standart.
      das war vor über 10 jahren, geändert hat sich da nich wirklich was, wenn ich das so les :(
    • Sassy schrieb:

      Ich habe viele Freunde in medizinischen Berufen, Ausbildungen und die berichten mir immer wieder von Zickenterror und Mobbing auf den Stationen, der dann wahrscheinlich als Frust bei den Patienten abgelassen wird.

      Das deckt sich auch mit vielen anderen Studien zu Mobbing und Suchterkrankungen. Der Pflegejob, so wie er zur Zeit gemacht wird oder werden muss, ist extrem emotional belastend, dann sucht man sich halt ein Ventil. Zuerst sind es die eigenen Kollegen, die getriezt werden, am liebsten die Praktikant/inn/en, die sind eh bald wieder weg. Manche fangen auch an zu saufen oder schlucken den Patienten die Pillen weg. Und am Schluss ist der Patient der Gelackmeierte.
      Das ist die eine Möglichkeit, bei der ich davon ausgehe, dass es die belastenden Umstände sind, die das Pflegepersonal zynisch und schlampig werden lassen.
      Eine andere Möglichkeit verursacht mir in meinen dunkelsten Stunden manchmal Alpträume:
      Ich vermute, es gibt Kreaturen (als Menschen möchte ich sie nicht bezeichnen), die ihr Vergnügen und ihre Kraft aus dem Leid anderer Menschen (oder Tiere) ziehen. Von denen wimmelt es in Institutionen, in denen Schwächere hilflos ausgeliefert sind: Kinderheime, Pflegeheime, Internate, Schlachthöfe, Gefängnisse, Bundeswehr...
      Nur Öffentlichmachen und Aus-dem-Verkehr-Ziehen kann diese Kretauren stoppen. Vielleicht.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Eine andere Möglichkeit verursacht mir in meinen dunkelsten Stunden manchmal Alpträume:
      Ich vermute, es gibt Kreaturen (als Menschen möchte ich sie nicht bezeichnen), die ihr Vergnügen und ihre Kraft aus dem Leid anderer Menschen (oder Tiere) ziehen. Von denen wimmelt es in Institutionen, in denen Schwächere hilflos ausgeliefert sind: Kinderheime, Pflegeheime, Internate, Schlachthöfe, Gefängnisse, Bundeswehr...

      Ohja, die gibt es... Ein Beispiel, welches du nicht genannt hast: Sachbearbeiter bei der Arge. Da gibt es richtig fiese Exemplare. Es gibt seitenweise Geschichten im Internet über solche Sachbearbeiter. Man denkt immer, dass das doch eigentlich nicht sein darf oder kann, aber es kommt regelmäßig vor. Und man kann zwar Widerspruch einlegen, man kann kostenlos Klage erheben, aber bis man da mal Recht bekommt, vergeht meist sehr viel Zeit. Da wird aus wenig Geld mal sehr schnell kein Geld mehr, wegen solchen Personen... Zum Glück ist das mir bisher in der Form nicht passiert, aber wie gesagt, das Internet spricht Bände.

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)