Sich für's Essen schämen

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  • Ich hab mich schon länger gefragt, ob es sich bei mir auch um eine Essstörung handelt, oder ob man das als was anderes bezeichnen soll.... ...undzwar ess ich wie jeder andere Mensch auch ab und zu Süßes, aber ich kauf es mir nicht wirklich selbst, oder kaufe etwas und spreche an der Kasse zu der Person die mit dabei ist laut darüber, dass das ja für jemanden anderen ist. Ich kauf auch nicht das Popcorn im Kino und trag es auch nicht selbst an den Platz, sondern schiebe das immer auf andere. Auch bei Bestellungen hab ich nicht wirklich den Mut dazu, das selbst zu tun und schicke gerne andere vor. Ebenso fühle ich mich unwohl, in der Öffentlichkeit irgendwas zu mir zu nehmen, was von anderen als ungesund bewertet werden könnte und ich nehme manches zur Uni schon nicht mehr mit, weil es tatsächlich von anderen kommentiert wurde. ( Aber das selbe passierte mir in der Schule " Das ist doch die, die immer Salat oder Obstsalat isst") Nun ess ich "Schlimmes" nur noch äußerst selten, und hasse mich dafür, aber essen tu ich es trotzdem ( weil es mir einfach schmeckt). Ich würde meinen, ich habe eine wirklich merkwürdige Beziehung zu Essen an sich. Gibt es hier jemanden, dem/der es genauso geht?
  • Ja, auszugsweise kenne ich das. Im Supermarkt habe ich oft für eine Party eingekauft. Noch heute ertappe ich mich dabei, daß ich mir Argumente in dieser Richtung ausdenke, sollte mich jemand ansprechen. Echt bekloppt. Und mit dem Essen in der Öffentlichkeit: ich muß jetzt wirklich mal überlegen, ob ich ohne Begleitung in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit gegessen habe. Mir fällt grad keine Situation ein. In Begleitung fühle ich mich sicher, da ist das weniger problematisch. Meistens zumindest. Letzte Woche auf dem Weihnachtsmarkt hatte ich so Lust auf eine Zuckerwatte. Aber das wollte ich mir trotz Begleitung nicht antun, weil ich mir die Blicke schon vorstellen konnte. Eigentlich doof.
  • Hallo, das ist mir früher auch so gegangen - ich habe auch tatsächlich schon erlebt, dass eine Frau, die ich aus dem Fitnessstudio kannte im Supermarkt sehr ausdrücklich in meinen Einkaufswagen schaute und fast enttäuscht meinte "das ist ja alles gesund". Inzwischen habe ich das aber zum Glück abgelegt - es kommt nur hoch, wenn es mir insgesamt extrem schlecht geht. Bevor ich mein Verhalten in der Öffentlichkeit ändern konnte, musste ich aber für mein Verhältnis zum Essen ändern. Es gibt für mich kein böses Essen mehr und ich bin nur noch sauer auf mich, wenn ich in Situationen, in denen es mir nicht gut geht (extrem selten inzwischen) "bewusst" mein Unwohlsein durch Essen verstärke. Essen ist etwas, was für mich viel mehr ist als nur Nahrungsaufnahme. Ich kann das inzwischen sehr genießen - und zwar genauso einen tollen Salat, wie eine Lasagne - und so, wie ich essen als gut für mich sehe, habe ich damit auch in der Öffentlichkeit keine Probleme mehr. Ich glaube auch, dass Leute, die Kommentare zu Dicken geben wollen dies unabhängig davon machen, ob derjenige isst oder nicht. Es wird sowieso ständiges Essen unterstellt (jedenfalls von denen, die Kommentare machen). Es scheint mir schon so, dass dein Verhältnis zum Essen nicht gut für dich ist - es sollte nichts geben, weswegen du dich hasst! lg Wollmaus
  • [QUOTE=wollmaus]Ich glaube auch, dass Leute, die Kommentare zu Dicken geben wollen dies unabhängig davon machen, ob derjenige isst oder nicht. Es wird sowieso ständiges Essen unterstellt (jedenfalls von denen, die Kommentare machen).[/QUOTE]Genau das glaube ich auch. Und auch, dass es egal ist, was man isst. Ist es "ungesund", dann ist es typisch und kein Wunder dass man dick ist, ist es "gesund" dann macht man entweder eine Diät oder man ist es nur zur Schau und stopft sich zu Hause mit Kalorienbomben voll. Sollen diese Idioten doch denken was sie wollen!
  • Ich bin da bei Nette: Wenn man zu zweit oder eben in einer Gruppe unterwegs ist, ist das alles kein Problem. Wenn man aber alleine irgendwo langläuft und sich schnell ein Bratwurschdweckla zwischen die Backen schiebt, wird man unsicher. :-o Klingt komisch, ist aber so.
  • Ich hasse es, dass Leute das Essen in gesund und ungesund oder gut und böse einteilen. Oder halt "schlimm". Wie hat noch der alte Paracelsus gesagt - alles ist Gift und nichts ist Gift, es kommt auf die Dosierung an. Jedesmal wenn ich mir in der Arbeitsküche oinen Salat oder Obstjoghurt mache heisst es "das sieht aber gesund aus" oder " du isst ja nur gesunde Sachen". Als ob das per se nicht schmecken könnte. Was ein Schmarrn. Ich ess halt gerne buntes. Ich esse aber auch Chips und Schoki und rauch eh wie ein Schlot. Die Leute sollen sich einfach um ihren eigenen Kram kümmern.
  • [quote='Knalle','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=100329#post100329'] Jedesmal wenn ich mir in der Arbeitsküche einen Salat oder Obstjoghurt mache heisst es "das sieht aber gesund aus" oder " du isst ja nur gesunde Sachen". [/QUOTE] Betrachte es doch einfach als "Small Talk", irgendwas reden Kollegen doch immer, wenn man in der Küche aufeinander trifft. Und lieber mittags übers Essen reden, als über die Arbeit :-D
  • [quote='Maky','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=100331#post100331']Betrachte es doch einfach als "Small Talk", irgendwas reden Kollegen doch immer, wenn man in der Küche aufeinander trifft. Und lieber mittags übers Essen reden, als über die Arbeit :-D[/QUOTE] Du hast natürlich recht, und nix gegen small talk. Was hinter diesen Kommentaren steckt, ärgert mich aber trotzdem. Die Leute sind doch echt schon hirnverseucht, wenn sie das Essen so kategorisieren, statt einfach das zu Essen was gut schmeckt und gut tut. Ich freue mich wenn jemand sagt "das sieht lecker aus". Ich kann diese verkrampfte Einstellung zum Essen nicht nicht leiden weil es soviele Leute zu Diäten treibt bis hin zu den Kindern. Meine Freundin (Mutter) erzählt mir dass von politisch korrektem (Rosinen) und unkorrektem Essen (Süßkram) in der Krabbelstube - waaaaah.
  • [QUOTE]Was hinter diesen Kommentaren steckt, ärgert mich aber trotzdem. Die Leute sind doch echt schon hirnverseucht, wenn sie das Essen so kategorisieren, statt einfach das zu Essen was gut schmeckt und gut tut. Ich freue mich wenn jemand sagt "das sieht lecker aus". Ich kann diese verkrampfte Einstellung zum Essen nicht nicht leiden weil es soviele Leute zu Diäten treibt bis hin zu den Kindern. Meine Freundin (Mutter) erzählt mir dass von politisch korrektem (Rosinen) und unkorrektem Essen (Süßkram) in der Krabbelstube - waaaaah.[/QUOTE] Stimmt schon. Das ist halt das Gleiche, wie als ich auf meinen Obstsalat oder Salat reduziert wurde. Ich ess das auch wirklich gerne, aber ich glaube nicht, dass das jemand so gesehen hat (wenn ich's nicht gern gegessen hätte, dann wäre jeden Tag ja sicherlich nicht drin gewesen). Es ist glaub ich ziemlich schwierig, sich das Essen zum Freund zu machen, wenn es einem bisher nicht wirklich viel Gutes gebracht hat. Andererseits finde ich aber auch, dass man durch Ausprobieren von Neuem auch lernt zu genießen, das ist jedenfalls kurzzeitig bei mir mal so gewesen. Dadurch, dass ich jetzt seit Kurzem alleine wohne, fällt das allerdings etwas flach, weil ich einfach manchmal nicht die Zeit habe, anständig zu kochen. Aber vielleicht sollte ich mir die Zeit einfach mal nehmen. Trotz allem befürchte ich, dass ich noch länger denken werde " Was denken die jetzt bloß?". Es wird nicht leicht, sich von diesem Gedanken zu verabschieden, es wäre aber schön, wenn's irgendwann mal klappt. :grins:
  • Vielleicht in kleiner Tipp- ich denke auch nicht, dass man sich das Denken von heute auf morgen abgewöhnen kann. Ich habe mir nur damals angewöhnt an der Stelle immer weiter zu denken - wenn ich Scham oder Unwohlsein bemerkt habe und gedacht habe "was denken die" dann habe ich bewusst weiter gedacht "vermutlich gar nichts und wenn, kann es mir auch egal sein - ich sehe die nie wieder" - ehrlich gestanden habe ich dann immer noch für mich dran gehängt "und wenn sie doofe Sachen denken, bin ich sowieso intelligenter" - letzteres ist auch nicht gerade niveauvoll, da es mir gut getan hat und ich es nicht ausgesprochen habe, finde ich es schon legitim :)
  • Das find ich prima, da bin ich noch gar nicht drauf gekommen, dass die ja nicht so schlau sind, wenn sie Dummes denken. Manchmal liegt es so nah, und man kommt trotzdem nicht drauf! :)
  • Komisch, jetzt durch dieses Thema habe ich mir erstmals seit langer Zeit mal wieder Gedanken darüber gemacht. Wenn ich in der Öffentlichkeit esse - das kann allein oder auch in Gesellschaft sein - dann ist das einzige, wenn ich etwas in der Richtung denke/fühle, dies: Ein Trotzgefühl. So die Richtung: Ne, Du vermiest mir meinen Appetit nicht! Wegen Dir/Euch bremse ich mich nicht / kasteie ich mich nicht / hungere ich jetzt nicht! Guckt ruhig, das kratzt mich nicht! Etc. pp. Ich habe überlegt woher diese Gedanken oder Gefühle kommen, wenn sie denn überhaupt kommen und ich bin darauf gekommen, dass auch diese (für mich wohltuende) Reaktion mit einem Spruch zu tun hat, den ich vor vielen Jahren hörte und der oft in positvem Sinne bei mir wirkt. Er geht sinngemäß so: "Nur ich allein bestimme, wem ich die Macht gebe, mich schlecht zu fühlen." Dieser Spruch hilft mir immer wieder, denn es ist im Grunde immer so, dass ich niemandem die Macht geben will, mich so zu beeinflussen, dass es mir schlecht geht. Und schon gar nicht irgendwelchen dummen Fuzzis die ich gar nicht kenne - und die mich nicht kennen.
  • Aber, Itsme, auch diese Gedanken sind (sorry) eigentlich Quatsch!!! Egal, in welche Richtung die gehen, ob beschämend, trotzig, etc. - alleine, daß wir uns Gedanken machen (müssen), ist doch schon falsch.
  • [quote='Nette','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=100380#post100380']Aber, Itsme, auch diese Gedanken sind (sorry) eigentlich Quatsch!!! Egal, in welche Richtung die gehen, ob beschämend, trotzig, etc. - alleine, daß wir uns Gedanken machen (müssen), ist doch schon falsch.[/QUOTE] Klar, hast Du recht. Sich überhaupt irgendwelche Gedanken zu machen, was andere Leute vielleicht denken... und so weiter, ist Blödsinn. Aber - und das wollte ich eigentlich mit meinen obigen Worten klar machen - die beschriebenen Gedanken sind ja nicht die erste Stufe, sondern ein Fortschritt für mich, also die sounsovielte Stufe. Geschafft hat man es, wenn man sich [U]gar nichts[/U] mehr dabei denkt, ob, wann, wo, was und wie viel man zu sich nimmt. Ich sehe diese Abstufung für mich ungefähr so, wie es bei mir mit dem schwimmen gehen war: Zuerst Kraft holen, dann Badeanzug kaufen, dann zum Seniorenschwimmen (weil es da keinen Schönheitswettbewerb mehr gibt - zumindest nicht mehr so krass ;) ) und dann, nach und nach, die Scheu / die Hemmungen ganz verlieren, bis es einem vollkommen wurst ist, ob vielleicht mal einer doof guckt oder nicht.
  • Mir geht es mittlerweile aehnlich Itsme mit dem Essen. Frueher habe ich mich geschaemt und traute mich nicht zu McDonalds oder in die Eisdiele. Jetzt habe ich sozusagen "zwei-Stufen-Programm": Stufe 1. Will ich das wirklich essen? Wuerde es mir Spass machen? Wuerde ich mich danach gut fuehlen? Wenn die Antworten "ja" sind, gehe ich zur Stufe 2. Stufe 2. Ich habe mir etwas zum Essen gekauf, was ich moechte und was mir gut tut. Und wenn es etwas furchtbar Fettiges oder Suesses ist, dann geniesse ich es mit zweifachem Vergnuegen, weil ich mich dadurch irgendwie rebellisch fuehle, und das macht mir Spass. Warum auch immer... :baeh2: Ich gebe ja zu, am besten waere es, das Essen ganz ohne Begleitgefuehle und Begleitgedanken zu geniessen. Aber so weit bin ich nun mal nicht, und Rebellieren fuehl sich um Welten besser an, als sich schaemen. P.S. Vor einiger Zeit hat ein (sehr netter) Kollege gemeint, dass wohl mehr Leute an McDonalds gestorben sind als an Autounfaellen. Ich dachte mir nur: Was fuer ein armseliges Wuerstchen! :rolleyes:
  • [quote='Muminfrau','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=100383#post100383']Mir geht es mittlerweile aehnlich Itsme mit dem Essen. Frueher habe ich mich geschaemt und traute mich nicht zu McDonalds oder in die Eisdiele. Jetzt habe ich sozusagen "zwei-Stufen-Programm": Stufe 1. Will ich das wirklich essen? Wuerde es mir Spass machen? Wuerde ich mich danach gut fuehlen? Wenn die Antworten "ja" sind, gehe ich zur Stufe 2. Stufe 2. Ich habe mir etwas zum Essen gekauf, was ich moechte und was mir gut tut. Und wenn es etwas furchtbar Fettiges oder Suesses ist, dann geniesse ich es mit zweifachem Vergnuegen, weil ich mich dadurch irgendwie rebellisch fuehle, und das macht mir Spass. Warum auch immer... :baeh2: [/QUOTE] Das ist meiner Meinung nach eine sehr gute Strategie.:daumen: Eben, weil Du Dir nichts verbietest, Dein Essverhalten nicht von den vermuteten Reaktionen oder Gedanken Fremder abhängig machst, sondern in Dich selbst "hineinhorchst", ob Du das "Objekt der Begierde" jetzt wirklich willst oder es nur eine "Laune" ist. Erinnert mich an eine Empfehlung, die ich hier mal gelesen habe, zwischen "summenden" und "winkenden" Lebensmitteln zu unterscheiden und nur die "summenden" zu essen. Das "Summen" stand für ein "inneres Verlangen", das "Winken" für äußere Umstände (beispielsweise, weil der Kuchen im Schaufenster so lecker aussieht). Aber es stimmt, noch besser ist es, wenn Essen einfach etwas Selbstverständliches und derartige "Begleitgedanken" gar nicht nötig sind.
  • Ich kenne das Gefühl auch. Inzwischen macht es mir eigentlich nichts mehr. Nur ganz alleine zB in der Straßenbahn esse ich nicht so gerne eine Schnitte Pizza. Bei einem Brötchen habe ich weniger Probleme. Aber nicht unbedingt, weil das "gesünder" ist. Aber essen ist für mich schon etwas persönliches. Dann fällt mir vielleicht ein Stück Mais aus dem Mund... das muss ja auch nicht jeder sehen. :-D Im Supermarkt Schokolade zu kaufen macht mir inzwischen nichts mehr. Auch wenn ich NUR Süßigkeiten kaufe. Die Kassierer sehen jeden Tag so viel, ich glaube das ist denen wirklich herzlich egal. Etwas peinlich wäre es mir nur zB einen Drink zu kaufen und dem "Schlankdrink" oder sowas steht zu kaufen. Auch wenn es nicht so sein sollte, da hätte ich doch noch Angst jemand denkt: "Haha, fällt die wirklich auf sowas rein?"
  • [quote='Lyssi','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=100419#post100419']Aber essen ist für mich schon etwas persönliches. Dann fällt mir vielleicht ein Stück Mais aus dem Mund... das muss ja auch nicht jeder sehen. :-D[/QUOTE] Ja, da ist was dran... Ich bekleckere mich fast immer, egal wo und was ich esse. Das ist dann natuerlich schon etwas peinlich. Und da kommen auch Gedanken ans Dicksein hoch -- warum auch immer. Ich verscheuche sie dann, es ist mir im Moment zu viel Aufwand, darueber lange nachzudenken. Vielleicht spaeter. [quote='Lyssi','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=100419#post100419'] Etwas peinlich wäre es mir nur zB einen Drink zu kaufen und dem "Schlankdrink" oder sowas steht zu kaufen.[/QUOTE] Das faende ich hoechst peinlich! Eben weil es Schwachsinn ist, sowas zu kaufen. :)
  • [quote='Kimmie','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=100391#post100391'] Erinnert mich an eine Empfehlung, die ich hier mal gelesen habe, zwischen "summenden" und "winkenden" Lebensmitteln zu unterscheiden und nur die "summenden" zu essen. Das "Summen" stand für ein "inneres Verlangen", das "Winken" für äußere Umstände (beispielsweise, weil der Kuchen im Schaufenster so lecker aussieht).[/QUOTE] Die Unterscheidung ins "Winken" udn "Summen" finde ich, ehrlich gesagt, viel zu restriktiv. Ich fuerchte, das wuerde meine Essstoerung "ankurbeln". Ich frage mich wirklich, ob es mir [B]Spass[/B] machen wuerde, etwas zu essen. Auch wenn es nur winkt. ;) Es ist doch schoen, mit der Familie zusammen auf dem Weihnachstmarkt eine Bratwurst zu essen oder einen Gluehwein zu trinken. Es macht Spass und gehoert dazu, ist aber eindeutug "Winken". Und wenn ich einen schoenen Stueck Kuchen sehe, der lecker aussieht (eine Seltenheit, uebrigens!!!), und ich das Gefuehl habe, es wuerde mir Spass machen, ihn zu essen, dann esse ich ihn eben. Ich habe mittlerweile sowas wie eine "Datenbank" im Kopf, wo ich meine Eindruecke vom Essen speichere. Da steht z.B., dass mit die meisten Kuchen, die ich probiert habe, nicht gut geschmeckt haben. Wenn ich also ein Stueck Kuchen sehe, schaetze ich es ab: sieht es aehnlich aus zu denen, die mir nicht schmecken? Wenn ja, dann habe ich keine Lust darauf, und gut ist. :) Dasselbe mit Pizza, Bratwuersten, Pommes usw. Der Unterschied zu einer Essstoerung ist, dass bei Essstoerung das Essen definitiv keinen Spass macht. Zumindest war es bei mir so. Ich konnte sogar meine Lieblingsgerichte nicht geniessen, alles war so mit Schlud und Scham beladen. Ich hatte bei der Essstoerung nie das Gefuehl, dass mir ein Essen (egal, was) gut tun koennte. Essen war immer "boo".
  • [quote='Muminfrau','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=100424#post100424']Ja, da ist was dran... Ich bekleckere mich fast immer, egal wo und was ich esse. Das ist dann natuerlich schon etwas peinlich. Und da kommen auch Gedanken ans Dicksein hoch -- warum auch immer. [/QUOTE] Muminfrau, ich bin nicht dick und kleckere [B]immer[/B]! Vor allem auf neu gekaufte helle Kleidung. :mad: Mir ist noch was eingefallen. Nachdem ich durch das Forum sensiblisiert bin, merke ich dass es dicke Menschen gibt, die strahlen ein schlechtes Gewissen beim Essen aus (sehen nervös aus). Das merkt man als Beobachter. Dicke, die mit Genuß essen, würden mir weniger auffallen, sag ich mal. Mir fallen auch dicke auf, die an Plätzen essen, die ich zum Essen ungemütlich oder unpassend finde (z.B. beim Laufen oder vor der Kasse im Supermarkt). Da holt mich das dicke-immer-essen-Klischee schon ein. Ich wollte das jetzt aus meiner nicht dicken Warte beitragen, ohne das zu werten. Ich hoffe, dass ich damit niemanden angegriffen habe.
  • Der Unterschied ist aber wo man hinkleckert - ich klecker nie auf meine Beine, das bleibt immer weiter oben hängen ;) - aber im ernst - der Weg beispielsweise bei einer Suppe ist einfach wirklich etwas weiter *hüstel*
  • Ich bleib dabei und bestehe drauf. Kleckern ist keine Dicken-Domäne. Dafür habe ich einfach schon zuviel Kleidung versaut, oben wie unten:-D. Ich hab immer gedacht, die Schwerkraft hat mich halt besonders lieb weil mir auch immer alles hinfällt.
  • [quote='Knalle','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=100455#post100455']Ich bleib dabei und bestehe drauf. Kleckern ist keine Dicken-Domäne.[/QUOTE] Na, da bin ich aber erleichtert. Andererseits kleckere ich insbesondere in der letzten Zeit sehr viel, und ich habe in dieser Zeit zugenommen. Vielleicht brauche ich eine Weile, um mich an geaenderte Propotionen zu gewoehnen?! @wollmaus: Ja , die Suppe ist am Schlimmsten! ;)
  • Ich sitze hier mit Tomatensauce bekleckert und habe wieder einen Vorteil des Forums entdeckt. War mit meinem Mann essen, habe gekleckert, an den Austausch hier gedacht und gegrinst statt mich zu ärgern :) @Muminfrau Ich kann mir schon vorstellen, dass da etwas dran ist - ich stoße mich auch immer wenn ich abnehme oder zunehme. Ach so - noch zum Thema für´s Essen schämen. Auf dem Weg zum Restaurant (mein Mann und wollten unseren Jahrestag feiern) sprach mich ein Bettler an - ich möge ihm Geld für Essen geben. Das habe ich nicht gemacht (ich gebe gerne Geld für Straßenmusiker und Co und auch an entsprechende Organisationen, aber nicht so). Er meinte dann, er bräucht aber essen. ich habe nicht reagiert, worauf er meinte, dass ich ja fett genug sei, das würde schon länger vorhalten. Früher hätte ich danach nicht mehr in der Öffentlichkeit essen können. Heute habe ich meine Pizza trotzdem genossen :)
  • Wer kleckert sitzt wenigsten aufrecht vor dem Teller und hängt nicht drin wie ein Bauer. (*Verzweifelt nach Trost und Ausreden such* :-o)