Kein Job, weil zu dick?

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  • Diese "Berufsberater" haben manchmal auch keine Ahnung wovon sie reden. In meiner Abi-Klasse war auch mal so ein Typ vom Arbeitsamt zwecks Berufseignungs-Ermittlung. Da gab es so Fragebögen und Psychotests und was weiß ich noch. Ich hatte aus Versehen nur mit meinem Nachnamen unterschrieben, und nach der Auswertung hieß es "Der Herr XX ist ja der geborene Ingenieur!" Als ich mich dann als Mädchen geoutet hatte, kam der Eiertanz "Äh, vielleicht Lehrerin oder so..." Ich habe mich schon damals schwarz geärgert. Dann fing ich ein Studium an, wie es sich meine Eltern wünschten - kein Ingenieurfach - und bin kläglich gescheitert, fast hätte es mich das Leben gekostet. Magersucht, Depressionen, Psychiatrie. Dann bin ich an einen [B]guten[/B] Berater vom Arbeitsamt geraten, der hat mir Mut gemacht, meinen Berufswunsch zu leben, er hat mir ein Praktikum vermittelt, und ich habe Maschinenbau studiert. Bis heute bereue ich das nicht. Wichtig ist, auf seine innere Stimme zu hören. Wenn du meinst, als Erzieherin glücklich zu werden, tu es! Vielleicht kannst du in einem Praktikum noch überprüfen, ob es wirklich das Wahre ist, oder ob du vielleicht falsche Vorstellungen über diesen Beruf hast. Aber wenn du uneingeschränkt "JA" sagen kannst, dann sch*** auf die Meinung von Außenstehenden. Du hast nur ein Leben, und wozu soll man sich für fremde Leute unglücklich machen?
  • [QUOTE]Wichtig ist, auf seine innere Stimme zu hören. Wenn du meinst, als Erzieherin glücklich zu werden, tu es! Vielleicht kannst du in einem Praktikum noch überprüfen, ob es wirklich das Wahre ist, oder ob du vielleicht falsche Vorstellungen über diesen Beruf hast. Aber wenn du uneingeschränkt "JA" sagen kannst, dann sch*** auf die Meinung von Außenstehenden. Du hast nur ein Leben, und wozu soll man sich für fremde Leute unglücklich machen?[/QUOTE] Ich mache momentan ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten. Also nur Kindergarten - keine Schule, nichts. Damals durfte ich auch eine Art Eignungstest machen, von wegen passender Beruf. Entweder habe ich mich selbst belogen oder dieses Programm hat einen gehörigen Fehler. Mathematikerin, ich konnte mich vor lachen nicht mehr halten. xD Ich höre sowieso durchgehend auf mein Bauchgefühl, zwar habe ich vor 2 Jahren nicht mal daran gedacht im sozialen Bereich zu arbeiten aber ich denke, dass ich meinen Weg langsam finde. Hat ja auch lang genug gedauert :-D
  • ist es nicht möglich, etwas gegen die Vorurteile der Arbeitgeber zu tun? Verkauf: Sie sind zu dick - was sollen die Kunden denken Regale einräumen: Sie können sich nicht gut bewegen und sind den anderen im Weg, es ist so eng hier Produktionstätigkeit: Sie ermüden sicher sehr leicht Putzen: bei dem Gewicht wollen wir Sie hier nicht haben.
  • [quote='BUFFY','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=91474#post91474']ist es nicht möglich, etwas gegen die Vorurteile der Arbeitgeber zu tun? Verkauf: Sie sind zu dick - was sollen die Kunden denken Regale einräumen: Sie können sich nicht gut bewegen und sind den anderen im Weg, es ist so eng hier Produktionstätigkeit: Sie ermüden sicher sehr leicht Putzen: bei dem Gewicht wollen wir Sie hier nicht haben.[/QUOTE] Also ich will ja nichts sagen, aber die meisten Putzfrauen, die ich kenne sind Mitte 50 und übergewichtig. Und von diesen Vorurteilen habe ich bisher nichts gehört. Wenn das jemand mir gegenüber äußern würde, dann würde ich ihm sagen, dass mich mein Gewicht bisher nicht am arbeiten gehindert hat und in Zukunft auch nicht wird.
  • Ich versuche, Leute in Arbeit zu bringen. Habe deshalb hier gefragt, was man gegen die Vorurteile der Arbeitgeber tun kann. Das Gewicht wurde oft in Vorstellungsgesprächen indirekt angesprochen, weshalb man für die Stelle nicht in Frage komme. Deshalb habe ich hier nach Lösungen gefragt. WAS KANN MAN TUN?
  • Es gibt ja noch sowas wie eine Probezeit. Wenn der/diejenige wirklich nicht der Aufgabe gewachsen ist aufgrund der Körpermasse, dann geht es eben nicht. Ich würde immer sagen: Probieren geht über studieren...
    • Offizieller Beitrag
    Ich kann diese Erfahrungen nur bedingt teilen. Ich bin ziemlich sicher, dass ich manche Jobs nicht bekommen habe, weil ich dick (und alt) bin, aber letztlich habe ich immer einen Job gefunden. Allerdings geht's bei mir auch nicht um körperliche Arbeit. Und gesagt hat es mir nie jemand, dass das der Grund ist. Ich glaube allerdings daran, dass es im Sinne eines entspannten Arbeitsklimas besser ist, wenn es den Arbeitgeber wirklich nicht stört. Was kann man tun? - Ich spreche das Thema in Vorstellungsgesprächen offensiv an und bin bisher gut damit gefahren. Manchmal kam es mir sogar so vor, als wären meine Gesprächspartner richtiggehend dankbar dafür. Ich erzähle kurz meine Geschichte, mache klar, dass ich damit zurechtkomme(n muss) und dass es keinen Einfluss auf meine Performance hat. Häufig erzähle ich auch von meiner Selbsthilfearbeit hier im Forum. Das ermöglicht es dem potenziellen Arbeitgeber offen Fragen zu meinem Gesundheitszustand und zu den Einschränkungen, die eine Schilddrüsenerkrankung mit sich bringt, zu stellen, die ich dann auch wahrheitsgemäß beantworte. Nebenbei punkte ich mit Selbstbewusstsein. Ich habe schon erlebt, dass sich mein Gesprächspartner daraufhin haarklein Stoffwechselzusammenhänge hat erklären lassen, und zwar aus ehrlichem Interesse.
  • [quote='BUFFY','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=91556#post91556']Arbeitgeber denken aber nicht so. Sie geben von vornherein keine Chance.[/QUOTE] Nicht alle. Ehrlich gesagt, kenne ich keinen, der aus der Figur ein Thema macht...
  • [quote='Martina','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=91561#post91561'] Was kann man tun? - Ich spreche das Thema in Vorstellungsgesprächen offensiv an und bin bisher gut damit gefahren. Manchmal kam es mir sogar so vor, als wären meine Gesprächspartner richtiggehend dankbar dafür. [/QUOTE] Daran habe ich auch schon gedacht, zumal ich auch schon die Erfahrung gemacht habe, das Arbeitgeber Probleme damit haben, mal mehr, mal weniger offensichtlich. Darf ich Dich mal fragen, _wie_ Du das ansprichst? Also ungefähr? Find ich etwas schwierig.
    • Offizieller Beitrag
    Hmmm, das kann man so pauschal nicht beantworten. Irgendwie flechte ich das halt ein. Einmal hat mir ein potenzieller Arbeitgeber von seiner ungeheuren Toleranz vorgeschwärmt. Damit hatte er mir praktisch eine Steilvorlage gegeben. Bei meinem vorletzten Arbeitsplatzwechsel letzten Sommer hier in Stuttgart habe ich zuerst nur mit denen telefoniert. Die waren so begeistert davon, dass sich jemand mit meiner Qualifikation bei denen beworben hat, dass ich es direkt am Telefon angesprochen habe. Das hat sie aber keineswegs geschockt, im Gegenteil, sie haben sich dann sogar von sich aus darüber Gedanken gemacht, dass ich einen vernünftigen Stuhl brauche. Zwar war der Job aus meiner Sicht letztlich ein Fehlgriff, aber das Gewicht hat dabei überhaupt keine Rolle gespielt.
  • [quote='Martina','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=86099#post86099']Liebes Forum, wir planen zurzeit zwei sehr interessante Projekte. Details können wir Euch erst um die Jahreswende herum geben..... Martina[/QUOTE] Hallo, kann man schon was erfahren? :)
    • Offizieller Beitrag
    Ich muss zugeben, dass ich infolge meines neuerlichen Jobwechsels das Projekt ein bisschen aus den Augen verloren habe. Aber ich werde mich schlau machen, wie es darum steht.
  • [quote='Martina','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=91571#post91571']Hmmm, das kann man so pauschal nicht beantworten. Irgendwie flechte ich das halt ein. Einmal hat mir ein potenzieller Arbeitgeber von seiner ungeheuren Toleranz vorgeschwärmt. Damit hatte er mir praktisch eine Steilvorlage gegeben. Bei meinem vorletzten Arbeitsplatzwechsel letzten Sommer hier in Stuttgart habe ich zuerst nur mit denen telefoniert. Die waren so begeistert davon, dass sich jemand mit meiner Qualifikation bei denen beworben hat, dass ich es direkt am Telefon angesprochen habe. Das hat sie aber keineswegs geschockt, im Gegenteil, sie haben sich dann sogar von sich aus darüber Gedanken gemacht, dass ich einen vernünftigen Stuhl brauche. Zwar war der Job aus meiner Sicht letztlich ein Fehlgriff, aber das Gewicht hat dabei überhaupt keine Rolle gespielt.[/QUOTE] Ja ich weiß, dass ich schwierig, deshalb frag ich ja so doof nach Beispielen.:) Also hast Du da am Telefon einfach gesagt: '"wie sieht das aus, stören Sie sich daran, wenn ein Mitarbeiter stark übergewichtig ist" oder "ach übrigens, ich bin sehr dick, ist das ein Problem für Sie?", um mal zu verbildlichen, was ich ungefähr meine. Ich hab immer Angst, da direkt zu forsch/agressiv zu erscheinen, wenn ich darauf von mir aus anspreche.
  • [quote='sunny73','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=91589#post91589'] Also hast Du da am Telefon einfach gesagt: '"wie sieht das aus, stören Sie sich daran, wenn ein Mitarbeiter stark übergewichtig ist" oder "ach übrigens, ich bin sehr dick, ist das ein Problem für Sie?"[/QUOTE] Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, dass diese Fragen wirklich positiv wirken können. Damit drängt man sein Gegenüber sofort in die Defensive und das in einer Phase, in der man noch keine Gelegenheit hatte, sich ansonsten vorzustellen. Mit dieser Fragerei reduziert man sich in meinen Augen außerdem selber auf sein Gewicht. Auf dem Bewerbungsfoto erkennt man in der Regel schon, ob jemand übergewichtig ist. Ein Arbeitgeber, der damit generelle Probleme hätte, findet dann schon einen Grund, warum dieser Bewerber gar nicht erst eingeladen wird. Wenn man diese erste Hürde genommen hat, es also zu einem Bewerbungsgespräch kommt und man sich gegenüber sitzt, ist immer noch Zeit, über das Gewicht zu sprechen, wenn es notwendig sein sollte. Manche Arbeitgeber sind in Zeiten von AGG recht erleichtert, wenn man das Problem selber anspricht und ihre Bedenken zerstreuen kann. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Wenn es sich im Rahmen eines Telefoninterviews einfach ergibt, wie im Stuttgarter Beispiel von Martina, würde ich es vielleicht auch schon vorher abklären.
  • Das sollte jetzt nur ein Beispiel sein, weil Martina vom Telefonat sprach. Ich selber würde das wohl auch nicht am Telefon ansprechen, denke ich. Mir ging es mehr um das Inhaltliche, weil ich genau das befürchte, dass es zu offensiv rüberkommen könnte. Hach ich weiß grad auch nicht recht, wie ich das ausdrücken soll.
  • Was ich eigentlich sagen wollte war, dass mir die Frage in der Tat ein wenig drastisch vorkommt. Vielleicht nicht unbedingt zu offensiv, aber es fallen mir nur wenige Situationen ein, in denen ich die Frage überhaupt passend fände. Ein erstes Telefonat in einem Bewerbungsverfahren halte ich eher nicht für einen zu dieser Frage passenden Rahmen... Ich würde - wenn überhaupt - die Sprache lieber im direkten Gespräch darauf bringen, wenn der potentielle Arbeitgeber allzu besorgt gucken würde. Erfahrungsgemäß ist aber das persönliche Auftreten viel wichtiger als die Frage, wieviel Kilo die Waage anzeigt...

    Einmal editiert, zuletzt von Boewi () aus folgendem Grund: Ergänzt

    • Offizieller Beitrag
    Das war so: Wenn ich es richtig verstanden habe, hatten sich um die 50 Leute auf die Stelle beworben. Meine Bewerbung stach aber wohl extrem heraus. In dem Telefonat, in dem wir ein Vorstellungsgespräch vereinbarten und auch bereits über die finanzielle Modalitäten sprachen, wurde meine Bewerbung und meine Vorgeschichte in den Himmel gelobt. Irgendwie hatte ich die Befürchtung, es könne zu einer größeren Enttäuschung kommen. Deshalb sagte ich, ich habe aber ein Handicap. Ich wurde gefragt, welches das sei. Ich antwortete: "Ich bin stark übergewichtig." Darauf kam: "Ach so. Das macht nichts." Beim Vorstellungsgespräch war das infolgedessen dann kein Thema mehr, bis auf die Sache mit dem Stuhl.
    [color=#A52A2A][b]Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.[/b] [b]Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im [url='https://www.das-dicke-forum.de/forum/index.php?legal-notice/']Impressum[/url].[/b][/color]