Wie eine ganze Gesellschaft langsam, aber sicher in die Essstörung rutscht

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  • Fr. Wunder [quote] Gabriele [B]ist [/B]ein dicker Mensch und sieht alleine deswegen schon das Ganze aus der Warte eines dicken Menschen...[/quote] Das habe ich mit bekommen. Aber anscheinend versetzt sie sich trotzdem nicht in die Lage eines dicken Menschen. Murmel [quote] Ich weiß nicht... Gabriele hat ja extra betont, dicke Frauen wie sie selbst (sic!) sind in Ordnung, nur dicke Männer sind i-bah. Viel von in jemand anderen hineinversetzen hat das nicht. [/quote] Danke Murmel. Das ist das, was ich meine. Für mich kommt das so an, wie (z.B.) die alte Frau, die aber nicht mit anderen alten Frauen Kontakt haben möchte, weil diese so alt sind.
  • [quote='Itsme','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=86075#post86075'] Für mich kommt das so an, wie (z.B.) die alte Frau, die aber nicht mit anderen alten Frauen Kontakt haben möchte, weil diese so alt sind.[/quote] Das wäre ja gar nicht schlimm. Es gibt gute Gründe, warum alte Leute lieber mit jüngeren Kontakt haben möchten. Die sollte man auch nicht verspotten, auch wenn das in unseren Ohren lustig klingt. Richtig schlimm ist für mich die Art, [B]wie[/B] die pauschalen Vorurteile hier vorgetragen werden, völlig ungetrübt von jeder Sachkenntnis :mad: Umso schlimmer, wenn diese Person es eigentlich besser wissen müsste, weil sie selber unter den gleichen Vorurteilen leidet und die Sachkenntnis eigentlich haben könnte. Ich gestehe Gabriele gern zu, dass man schnell Gefahr läuft, etwas unkritisch zu übernehmen, was man nur oft genug hört. Wenn das stimmt, was sie im Juli über ihr Leben geschrieben hat, wundert mich ihr Statement nicht wirklich. Aber es macht traurig und zeigt, dass noch viel Arbeit vor uns liegt...
  • [quote='Murmel','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=86073#post86073'] Davon abgesehen verstehe ich deinen Standpunkt nicht. [/quote] Dann hättest Du vielleicht meinen Beitrag zu Ende lesen sollen. :) Natürlich ist es von allem anderen abgesehen, einfach schlechtes Benehmen andere Leute als "eklig" zu bezeichnen, noch dazu für eine Eigenschaft für die sie möglicherweise nichts können. Das ist nicht nur in einem dicken Forum schlechtes Benehmen, das wäre es überall. Die Meinung eines dicken Menschen ist es aber doch trotzdem, oder wollen wir jetzt anfangen den Begriff "dicker Mensch" als Auszeichnung zu verleihen, an Leute die möglichst ähnlich wie wir denken. Dicke Menschen sind nicht per se einfühlsamer, klüger oder diplomatischer als alle anderen auch ... und manchmal sind sie einfach anderer Ansicht als man selbst. Deshalb kann man doch nicht dazu ermahnen sich in die Lage eines "dicken Menschen" hineinzufühlen. Oder gilt für den türkischen Nachbarn demnächst auch die Devise: Mensch versuch das doch bitte mal ein bisschen mehr wie ein Türke zu sehen! :confused: Das würde man doch zurecht als diskriminierend empfinden, oder nicht? Wenn Gabriele schreibt: [quote]normalerweise ist man nicht um spaß beim Essen zu haben, sondern damit man nicht verhungert. Aber mittlerweile ißt man aus Frust,langeweile, stress oder sonst noch was. Das ist unser Problem.[/quote]dann vielleicht weil es für sie tatsächlich zutrifft. Woran ich mich störe ist das "uns", denn es ist ihr Problem und nicht unser aller Problem. Das Problem eines "dicken Menschen" ist es trotzdem.
  • Ich schließe mich in der inhaltlichen Differenziertheit Murmel und Fräulein Wunder an, ich sehe es genauso. Die Frage inwieweit die starke Emotion, die sich mit Ekel umschreibt auf persönliches Empfinden, Erfahrungswerte oder Internalisierungen von Gesellschaftsnormen u.a. zurückzuführen ist, wäre für mich in diesem Falle äußerst interessant. Dass das in einem Forum für Dicke nicht unkommentiert stehen bleiben würde, war abzusehen. Gleichwohl würde ich abwägen, ob mir die Äußerung einer Aversion so wichtig ist, dass ich in Kauf nehme andere damit in ihrer Würde zu verletzen, bzw. welche Form ich dann dafür wähle. Die Meinung als solche ist ja erstmal legitim, mit der Schuldfrage wäre ich zumindest sehr vorsichtig, mal abgesehen davon an wem sich Besitzer dicker Bäuche eigentlich genau schuldig machen sollen.
  • [quote='Boewi','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=86077#post86077']Das wäre ja gar nicht schlimm. Es gibt gute Gründe, warum alte Leute lieber mit jüngeren Kontakt haben möchten. Die sollte man auch nicht verspotten, auch wenn das in unseren Ohren lustig klingt. [/quote] Ich meinte es auch nicht so, dass es nicht okay ist, mit Menschen jeder Altergruppe Kontakt haben zu wollen. Ich meinte damit, dass die alte Dame in dem Moment nicht bedenkt, dass sie selber alt ist. Es also nicht gut finden würde, wenn andere alte Damen das über sie selber sagen. Es wäre ja auch komisch, wenn ein dicker Mensch nur mit dicken Menschen zusammen sein sollte. Aber einen dicken Menschen mit einem sehr unfreundlichen Wort in Bezug auf seinen Körper zu belegen, ist - wenn man selber dick ist erst recht - für mich unverständlich. Ist das klarer? :)
  • [quote='Fräulein Wunder','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=86080#post86080']Dann hättest Du vielleicht meinen Beitrag zu Ende lesen sollen. :)[/quote]Weißt du, auch ein Smiley entschärft diese Unterstellung nicht unbedingt. :) [quote='Fräulein Wunder','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=86080#post86080']Dicke Menschen sind nicht per se einfühlsamer, klüger oder diplomatischer als alle anderen auch ... und manchmal sind sie einfach anderer Ansicht als man selbst. Deshalb kann man doch nicht dazu ermahnen sich in die Lage eines "dicken Menschen" hineinzufühlen.[/quote]Ich denke, jetzt verstehe ich langsam, worauf du hinaus willst (auch wenn ich das Gefühl nicht loswerde, du hältst einfach aus Prinzip dagegen): Da es nicht "die Dicken" gibt, gibt es auch keinen allgemeingültigen Verhaltenskodex, an den sich jeder Dicke zu halten hat. Zudem haben wir einen inidividuellen Geschmack und individuelle Empfindungen bezüglich des Dickseins. So weit, so gut. Trotzdem steht das Forum für dicke Selbstakzeptanz und dieser Grundgedanke schließt eigentlich die Beleidigung anderer Dicker aus. Ich schätze mal, es lesen und schreiben doch einige Herren mit "ekligen Schwabbel-Bierbäuchen" mit, nicht wahr? Die Bitte, sich doch mal in die Lage dieser Menschen zu versetzen, ist durchaus legitim, zumal man als dicker Mensch wahrscheinlich selbst schon erlebt hat, wie es ist, beleidigt zu werden. Zumindest das eint die meisten von uns. [quote='Angelina','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=86081#post86081']Gleichwohl würde ich abwägen, ob mir die Äußerung einer Aversion so wichtig ist, dass ich in Kauf nehme andere damit in ihrer Würde zu verletzen, bzw. welche Form ich dann dafür wähle.[/quote]Schön formuliert.
  • [quote]Die Bitte, sich doch mal in die Lage dieser Menschen zu versetzen, ist durchaus legitim, zumal man als dicker Mensch wahrscheinlich selbst schon erlebt hat, wie es ist, beleidigt zu werden.[/quote]Natürlich ist diese Bitte legitim. Es ist aber ein Unterschied ob ich schreibe: " Bitte versetz Dich mal in die Lage eines dicken Mannes der hier mitliest und sich verletzt fühlen könnte" bzw. "Versetz Dich in die Lage von Menschen, die durch Krankheit dick wurden und nicht durch maßlosen Genuß" oder ob ich schreibe: "Versetz Dich in die Lage eines dicken Menschen" Wer soll das sein? Dirk Bach, der offensichtlich keinerlei Probleme mit seiner Figur hat, obwohl er einen sehr ausgeprägten Bierbauch vor sich her schiebt? Oder mein Kollege, der mit winzigem Bierbauch bereits eine ziemlich starke Essstörung entwickelt hat und ständig zwischen Hungern und Fressanfall lebt? Oder gabriele selbst, die auch ein dicker Mensch ist und ihre eigene Ansicht zu dem Thema pflegt? Soweit ich weiß gibt es hier genug dicke Menschen, die Beleidigungen und böse Blicke aus ihrem Alltag gar nicht kennen. Soll sie sich in deren Lage versetzen, oder in die Lage derer die sich durch ständige Blick-Attacken und verbale Angriffe gestört fühlen? Den "dicken Menschen" gibt es nicht, wie kann man sich dann in seine Lage versetzen? Wenn gabriele glaubt durch Frust und Langeweile zu viel zu essen und deshalb dick zu sein, dann hat sie das eben für sich so erfahren und es stimmt für sie. Natürlich sollte sie diese Meinung nicht pauschal anderen aufdrängen (was geschehen ist) oder gar über andere urteilen (was ebenso geschehen ist), ihr vorzuwerfen sie könne sich nicht in die Welt eines dicken Menschen hineinfühlen ist aber ebenso falsch, denn sie ist nun einfach dick. Was haben denn ein dicker Mensch / ein schwarzer Mensch / ein schwuler Mensch gemeinsam? Es sind vor allem erstmal [I]Menschen[/I], Individuen, deren Meinung sich aus unendlich vielen Teilen zusammensetzt. Ein Teil ihres Denkens kann durch ihre Figur, ihre Hautfarbe, ihre sexuelle Orientierung geprägt sein. Trotzdem sind nicht alle Schwulen, alle Dicke, alle Schwarze gleich. Es schwule Nazis und dicke Dickenhasser. An sich fand ich diese Aussage drei Beiträge weiter oben auch schon relativ klar erkennbar, aber nun wird sie hoffentlich endgültig klar. P.S. [quote='Murmel','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=86088#post86088']Weißt du, auch ein Smiley entschärft diese Unterstellung nicht unbedingt. :) [/quote] Wie hätte ich es besser / freundlicher ausdrücken können? Nehme gerne Vorschläge entgegen. :) Am Ende meines Beitrags steht die Zusammenfassung meines Standpunkts, die eigentlich deine Frage bereits beantwortete: [quote]ich glaube schon dass viele Dicke gibt, die ähnlich denken wie gabriele (...) klar deshalb muss man ihren Standpunkt nicht annehmen, oder ihren Ton akzeptieren, aber dicke Menschen sind sie eben dennoch zweifellos. [/quote]Die Annahme, dass Du vielleicht nicht ganz zu Ende gelesen hast lag für mich deshalb relativ nah. Der ":)" deshalb, weil ich den Satz nicht als Vorwurf sondern als Hinweis gemeint hatte. [quote]Viel von in jemand anderen hineinversetzen hat das nicht.[/quote]Ich habe mehrmals betont wie daneben ich gabrieles Wortwohl fand. Das war nicht zu überlesen.
  • ich werde mich nun aus dieser Diskussion verabschieden, mir ist dieses zu blöde. Habe schließlich besseres noch zu tun. Das ist der reinste Kindergarten hier, mehr aber auch nicht.
  • Nein, ein Kindergarten ist dies hier nicht, gabriele. Deine Wortwahl wurde kritisiert und das zu Recht. Ich kann mir durchaus vorstellen - jedenfalls hoffe ich es - daß Du die oben abgelassenen Sätze gar nicht so fies gemeint hast. Aber das kann ich auch nur, weil ich Dich als netten Menschen kennengelernt habe. Vielleicht wäre es klug, mal in Ruhe über die Kritik nachzudenken.
  • @Angelina: Ein sehr schön formulierter Beitrag. Meine Gedanken dazu sind ähnlich wie deine. @Gabriele: Ich persönlich sehe dies ebensowenig als Kindergarten an, sondern eine ernsthafte Diskussion darüber, wie taktvoll man sein sollte bzw. wie sorgfältig man Worte setzen sollte. Dass du dabei kritisiert wirst ist aus meiner Sicht durchaus berechtigt. Deine eigene Meinung sei dir unbenommen - deine Wortwahl finde ich dagegen ziemlich unglücklich. Die sich daraus ergebenden Aussagen verletzen andere und implizieren mangelnde Sachkenntnis. Wenn du es anders geschrieben hast als gemeint kannst du ja immer noch nachbessern. Davon ab solltest du die Kritik nicht persönlich nehmen, sondern versuchen sie anzunehmen und deine Wortwahl künftig besser zu gestalten. Kritisiert wirst schließlich nciht du als ganze Person sondern nur deine Worte. Gruß Dani
  • [quote='Sophie','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=86030#post86030']Und wehe, jemand (wieder wird es bei Frauen strenger geahndet als bei Männern) hat Spaß am Essen oder sieht wenigstens danach aus! Pfui Schande! Ausstoß aus der Gemeinschaft der Anständigen! Die ganze Lust- und Leibfeindlichkeit der Puritaner hat sich verlagert auf eine bislang unangetastete Bastion der Körperfunktionen, nämlich das Essen. [/quote] Ja, absolut. Dazu passt auch Deine These vom Gesundheits-/Ernährungsfetischismus als moderner Religion, komplett mit Wanderpredigern, Hohepriestern und Häretikern. Und ja, dass es immer noch in erster Linie um den Körper der Frau geht, ist bemerkenswert und verräterisch.