Sehnsucht und Hunger

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  • Alexandra schrieb:

    Liebe Sophie, lieber Speckhasi,

    ich gebe Euch in vielen Punkten recht. Mich stoert nur, dass es fuer mich so klingt, als waere man einer Essstoerung eben fuer den Rest seines Lebens ausgeliefert und sollte sich auf keinen Fall grosse Hoffnungen machen, das Problem je loszuwerden.
    Das ist mir zu frustrierend.

    Viele Gruesse
    Alexandra


    das stört mich auch, aber ich denke, nur- wenn man sich selbst aufgegeben hat bekommt man so eine Denkweise. So weit sind wir dann doch noch nicht.
  • gabriele schrieb:

    das stört mich auch, aber ich denke, nur- wenn man sich selbst aufgegeben hat bekommt man so eine Denkweise. So weit sind wir dann doch noch nicht.


    Nein, soweit sind wir nicht! :five:
    Niemals aufgeben und den Mut verlieren.

    @Alexandra: Sich aufgeben und die Sucht als Teil seiner Persönlichkeit annehmen sind noch 2 verschiedene paar Schuhe :) Ich bin davon überzeugt dass man mit seiner Sucht arbeiten kann, vielleicht sogar die Sucht als Wegweiser zum Kern des Problems sehen. ;)

    Ein schönes Wochenende,

    Speckhasi
  • Alexandra schrieb:

    Liebe Sophie,

    das finde ich total interessant. Hast Du eine Therapie gemacht? Wie sorgst Du dafür, dass Du nicht mehr in diese Situationen kommst?
    Daran arbeite ich nämlich auch gerade.

    Viele Grüße
    Alex

    Ich habe keine Therapie direkt gegen ES gemacht. Vor über 20 Jahren war ich magersüchtig, depressiv und suizidgefährdet. Ich hatte zwar eine Therapie gegen die Depressionen verpasst bekommen, aber die war mehr oder weniger wirkungslos. Mir haben eher einzelne Menschen auf meinem Weg geholfen, die nichts mit Therapie zu tun hatten: Mitstudenten, ein Sachbearbeiter im Arbeitsamt, Gewerkschaftler, ein Personalchef, Kollegen, meine Schwester, diverse Lover....
    Ich bin sozusagen alleine im Dunkeln mit blutigen Händen und Knien herumgekrochen, und manchmal hat irgendwer mir die Hand gereicht und mich einen Schritt weiter ins Helle gezogen oder geschoben.

    Wenn du mich so verstanden hast, ich hätte mich der ES ausgeliefert und mich aufgegeben: das ist so nicht richtig. Im Gegenteil: durch die fast zwei Jahrzehnte lange Auseinandersetzung mir meinem Essverhalten (Hungern > Kotzen > Fressen) und meiner Psyche bin ich fühlbar innerlich gewachsen. Ich nehme meine ES an, wie eine Narbe im Gesicht: sie ist da, ok, aber ich lasse mich nicht davon zerbrechen.

    Das In-Sich-Hineinhören, welche Gefühle ich überhaupt habe, ist ein wichtiger Schritt. Wenn man dazu Anleitung bekommt, ist das auch gut, vielleicht lernt man es dann sogar schneller.
    Wenn ich meine Gefühle erkannt habe, kann ich versuchen, die negativen Emotionen anders zu bearbeiten als durch Essen: Ich könnte bei Liebeskummer so richtig depressive Musik hören, mich in die Badewanne legen und laut rausheulen, mich anschließend auftakeln und unverbindlich mit Fremden flirten zwecks Wiederaufbau des Selbstwertgefühls oder oder...

    Der nächste Schritt ist dann, zu erkennen warum ich diese Gefühle habe. Der erste Ansatz ist da oft nicht der richtige: Ich habe Liebeskummer, weil X mich verlassen hat. Stimmt nur zur Hälfte. Klar hat er mich verlassen, und die erste Reaktion ist vielleicht, mir selbst die Schuld dafür zu geben. Aber warum macht es mich so unglücklich, dass er mich verlassen hat? Ist es die Kränkung meiner Eitelkeit durch die Zurückweisung? Habe ich Angst vor dem Alleinsein? Fühle ich mich benutzt? Die Antwort auf das Warum ist sehr schwer, und führt manchmal zu unangenehmen Erkenntnissen über mich selbst.

    Daraus ergibt sich die Ursachenbekämpfung. Wenn in meinem Beispiel Angst vor Alleinsein der Grund für meine Verzweiflung ist, muss ich dafür sorgen, dass ich gute Freunde habe, die mich in den nächsten Situationen des Alleingelassenfühlens stützen können. Oder wenn ich mich ausgenutzt fühle, mache ich mir klar, dass das Leben keine Geschäftsbeziehung mit Ware und Preis ist, und dass ich ja auch etwas bekommen habe. Wenn mir das zu unerträglich wenig ist, werde ich beim nächsten Mal eben darauf achten, mich nicht immer zurückzunehmen, sondern auch auf meine Kosten zu kommen oder vorsichtiger mit dem "Geben" sein.

    Irgendwann weiß ich dann, "Aha, Liebeskummer. Früher hätte ich den Kühlschrank leer gefressen. Pah. Wir hatten ne geile Zeit, jetzt ist es vorbei - ich bereue nichts."

    Dieser Prozess ist aber nie abgeschlossen, das meine ich mit "rückfallgefährdet".
    Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
  • Ich habe mich entschlossen und mich im Oktober für ein Seminar in München angemeldet. Irgendjemand hatte darum gebeten, daß ich Ihr eine PN schicken soll, mit einem Erfahrungsbericht. Da einige Postings gelöscht werden mußten, bitte ich diejenige, mir dies bitte noch einmal kurz hier mit zuteilen. Ich hoffe, daß ich bis dahin überhaupt PNs senden darf.
  • Hallo Jörg,
    es war Honigbiene, die um eine PN gebeten hatte.
    [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
    an attempt to become better.
    — Mary Flannery O'Connor

    You must learn from the mistakes of others.
    You can't possibly live long enough to make them all yourself.
    — Sam Levenson
    [/CENTER]
    [/SIZE]
  • Jörg schrieb:

    Ich habe mich entschlossen und mich im Oktober für ein Seminar in München angemeldet. Irgendjemand hatte darum gebeten, daß ich Ihr eine PN schicken soll, mit einem Erfahrungsbericht. Da einige Postings gelöscht werden mußten, bitte ich diejenige, mir dies bitte noch einmal kurz hier mit zuteilen. Ich hoffe, daß ich bis dahin überhaupt PNs senden darf.


    Wie Kampfzwerg so richtig bemerkte, ich war das :hopps:
  • Zum Thema Gesund abnehmen

    Hallo zusammen,


    mit großem Interesse habe ich die letzten 3 Seiten gelesen und habe gemerkt, dass viele Menschen ohne grundsätzliche Kenntnisse versuchen abzunehmen.
    Dies tun Sie ohne zu wissen warum man zunimmt! Und genau das finde ich gefährlich.


    Durch eigene erfolgreiche Erfahrungen kann ich diese Seiten empfehlen:Wikipedia
    Jo-Jo-Effekt
    und
    Diät

    immer-schoen-und-gesund.de/Ges…/abnehmen-ohne-diaet.html[kommerziellen Diätlink gelöscht]
    und
    [kommerziellen Diätlink gelöscht] lust-zum-abnehmen.de/

    Ich habe innerhalb von [unnötige Gewichtsabnahmedokumentation gelöscht] abgenommen und mein Gewicht [...] gehalten. Also kein JoJo Effekt!


    Gruß Nathalie

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Beitrag vor Freischaltung den Forenregeln angepasst

  • Boog schrieb:

    Hallo zusammen,

    gemerkt, dass viele Menschen ohne grundsätzliche Kenntnisse versuchen abzunehmen.
    Dies tun Sie ohne zu wissen warum man zunimmt! Und genau das finde ich gefährlich.


    Gruß Nathalie


    Das halte ich für eine unreflektierte Stammtischparole, gerade wir hier haben uns jahre- jahrzehntelang mit den Gründen beschäftigt.
    :stay:
    lg
    Renate

    Ein Freund ist jemand, der dich mag, obwohl er dich kennt. (Dr. Eckhart von Hirschhausen)
  • MissSilver schrieb:

    Das halte ich für eine unreflektierte Stammtischparole, gerade wir hier haben uns jahre- jahrzehntelang mit den Gründen beschäftigt.
    Eben und genau deswegen ist hier ja auch das Anpreisen von irgendwelchen Abnehmprogrammen und Wundermittelchen sowie Gewichtsdokumentation untersagt :cool:
    [CENTER]Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
    [SIZE=1](Søren Aabye Kierkegaard)[/SIZE]
    [/CENTER]
  • Durch eigene erfolgreiche Erfahrungen kann ich diese Seiten empfehlen:Wikipedia
    Jo-Jo-Effekt
    und
    Diät
    Echt jetzt? Da wäre ich ja nie drauf gekommen, diese Seiten mal zu studieren. Der absolute Wahnsinn! :bignase:


    Aber mal im Ernst:
    Ich weiß genau, warum ich zugenommen habe. Deshalb weiß ich auch genau, warum ich nicht ohne Weiteres abnehme.

    Und dann weiß ich noch, dass jeder Mensch eine andere Geschichte hat und es ergo keine Patentrezepte gibt.
    Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
    Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
  • Martina schrieb:

    Ich weiß genau, warum ich zugenommen habe. Deshalb weiß ich auch genau, warum ich nicht ohne Weiteres abnehme.
    Und dann weiß ich noch, dass jeder Mensch eine andere Geschichte hat und es ergo keine Patentrezepte gibt.
    In Krimis müssen meistens diejenigen sterben, die zu viel wissen.
    Aber das hier ist kein Krimi... da leiden dann meistens diejenigen, die nicht genug wissen und nicht vielschichtig genug informiert sind.
    [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
    an attempt to become better.
    — Mary Flannery O'Connor

    You must learn from the mistakes of others.
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    — Sam Levenson
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  • Wau! Endlich klärt mich mal jemand darüber auf, dass es diesen komischen Jojo-Effekt gibt. Jetzt muss ich doch nicht dumm sterben. Dass ich ohne "grundsätzliche Kenntnisse" bin, macht mich aber jetzt echt betroffen. :-p
    Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
    ******Rosa Luxemburg******
  • Sehnsucht und Hunger

    Hallo, ich wollte kurz etwas zu Sehnsucht und Hunger erzählen.
    Ich bin 45, plage mich im Prinzip seit meiner Jugend mit meinem Gewicht, war auf dem Weg in die Bulemie und habe viele Diäten hinter mir die zwar immer kurzfristig einen Gewichtsverlust brachten aber am Ende der Disziplin ging das Gewicht wieder rauf.
    Hatte im März diesen Jahres ein Seminar bei Maria Sanchez und möchte meine Erfahrungen schildern.
    1. Ich war megaskeptisch was das sein soll. Bis dahin kannte ich nur das Hörbuch. Sie sprach mir aus der Seele, ich hatte endlich das Gefühl hier versteht mich jemand.
    2. In dem Seminar hatte ich auch Momente wo ich nur dachte: wo bin ich hier? ich möchte nur raus!
    3. Bin ich davon überzeugt dass es der richtige Weg für mich ist aber es gibt noch einige Hindernisse in mir an denen ich arbeiten muss
    4. Dass in dem Buch keine konkreten Handlungsanweisungen sind hat seinen Grund. Im Forum auf der Webseite kann man sich auch nur anmelden wenn man ein Seminar besucht hat. Weil hier Begriffe verwendet werden die ohne den richtigen Kontext völlig falsch verstanden werden können.
    Im Seminar kam bei einigen Teilnehmern so vieles hoch, das wäre ohne die Begleitung der Therapeuten fast schon fahrlässig gewesen.
    5. Welche Übungen sind das?
    Zunächst nähert man sich seinen Bedürfnissen und Gefühlen. Wie fühlt sich Hunger an, wie Satt sein. Wenn ich mehr esssen möchte: warum, was drängt mich? Welche Gefühle kommen hoch? Und nun kommt der Punkt wo man diesen Gefühlen auf der körperlichen Ebene einen Ausdruck gibt: einen Ton, eine Bewegung. Bring zum Ausdruck was du fühlst. Danach: hat sich an dem Essdrang was verändert?
    Des weiteren arbeiten wir mit Gefühlsfiguren die es gibt: das verlassene innere Kind und deren Gegenspieler: dem Diktator, der Kritiker, der Verführer. Diese gilt es zu entmachten, sozusagen in einem Rollenspiel . Als weitere Instanz kommt das heutige Erwachsennen-Ich als Anwalt für das verlassene innere Kind. Ich muss sagen, was ich da an Dialogen erlebt habe, solche Dinge würde man nicht mal seinem ärgsten Feind an den Kopf werfen.
    Und es ist auch nicht jedermanns Sache so aus sich herauszugehen.
    Das waren die Momente wo ich weg wollte, sowas ist mir einfach zu befremdlich. ( Warum nur?)
    Beispielsweise nähert man sich der Frage warum man sich immer ablenkt und geht so mit sich in den Dialog und lässt diese Figuren zu Wort kommen. Hier ist genaues hinhören und hinterfragen notwendig. Das wird geübt.
    Es ist ein sehr liebevoller weg, wo du auf deinen Körper hörst (hast du wirklich körperlichen Hunger? Auf welche Nahrungsmittel hast du Lust? Was summt in dir, süß oder salzig, fest oder weich? Welche Nahrungsmittel winken?) und deine Gefühle achten lernst und vom Essen zu trennen.
    Mein erster Schritt ist das entschleunigen des Essens, daran arbeite ich.
    Habe ich abgenommen? Ich weis es nicht. Ich hatte keine großartigen Essanfälle mehr, wobei auch das schon eine Definitionsfrage ist. Ich esse nach wie vor mehr als ich körperlichen Hunger habe, zumindest am Abend.
    Das sogenannte prozessieren mit den Gefühlsfiguren schaffe ich nicht.
    Da werde ich mir noch Hilfe holen müssen. Aber ich merke schon dass etwas in mir hier dagegen arbeitet.
    Es ist ein Weg der helfen kann, letzten Endes muss jeder seinen eigenen finden. Ich habe nicht das Gefühl hier abgezockt worden zu sein ( was mir bei z.B. Metabolic Balance schon eher so ging)
    Ich habe Handwerkszeug bekommen, mit dem ich meinem Essproblem auf die Schliche kommen kann, wenn ich sie denn nutze.

    Viele Grüße
    Artax
  • Sehnsucht und Hunger

    Es ist mir ein großes Bedürfnis etwas zu Sehnsucht und Hunger zu schreiben, denn ich glaube es war genau dieser Thread der mich auf diesen Weg gebracht hat. Irgendwo hatte ich damals etwas über Sehnsucht und Hunger gelesen, hatte danach gegoogelt und bin auf diesen Thread gestoßen.

    Ich habe mir zunächst die Eßanfall-CD bestellt weil ich gedacht habe da wäre vielleicht die Übung drauf die Alex beschreibt. Das ist sie zwar nicht aber trotzdem hätte ich weinen können als ich mir die CD zum ersten Mal angehört habe. Hier ging es genau um das was wirklich der Knackpunkt ist, nämlich den Essdruck, und noch nie vorher, nicht in 3 Therapien und nicht in unendlich vielen Selbsthilfebüchern war mir eine Herangehensweise unter gekommen die genau da hin schaute. Für mich war das als hätte ich endlich den Schatz gefunden den ich schon so lange suche.
    Ich habe dann natürlich schnell bemerkt dass die CD allein mir nicht weiter hilft. Ich habe mir dann das Buch gekauft von dem ich aber durch die Rezensionen schon wußte dass es kein Selbsthilfebuch ist. Insofern war ich auch nicht enttäuscht sondern es hat mich dann doch die Entscheidung treffen lassen das Risiko einzugehen evtl. viel Geld in den Sand zu setzen wenn ich das SuH-Seminar besuche.

    Im März 2011 habe ich das Basis-Seminar besucht, im Dezember 2011 das Aufbauseminar und im Mai 2012 ein 5-tägiges Aufbauseminar. Zudem nutze ich (aber nicht durchgehend) die kostenpflichtige Premiummitgliedschaft der Website die u.a. telefonische Beratung beinhaltet. Ich habe also schon jede Menge Geld und noch mehr Energie in die Sehnsucht und Hunger Methode investiert. Obwohl ich insgesamt noch nichts abgenommen habe (hatte anfangs mehrere Kilo verloren und in der ersten Krise wieder draufgepackt, seither bleibt es in etwa konstant) bin ich 100%ig davon überzeugt dass genau das der Weg zur HEILUNG meiner Eßsucht ist.
    Denn obwohl das Symptom Übergewicht sich bei mir noch nicht entscheidend verändert hat, hat sich an den Ursachen schon sehr viel getan, ich habe heute schon ein ganz anderes Lebensgefühl. Und nicht zuletzt sollte man bedenken dass bei einem Menschen der bisher nur Abnehmen mit Diät und Zunehmen nach der Diät bis zur nächsten Diät kannte, das Halten des Gewichts auch schon ein Erfolg ist.
    Es gibt natürlich auch Abnehmer unter den SuH-lern, klar. Aber man sollte sich darüber im Klaren sein dass es bei SuH nicht in erster Linie ums Abnehmen geht sondern um die Heilung einer Essstörung deren Nebeneffekt früher oder später das Abnehmen ist. Sofern überhaupt Übergewicht vorhanden sind, denn bei SuH gibt es viele Frauen die nur ein Eß- aber kein Gewichtsproblem haben.

    Im Grunde ist SuH eine spezielle Psychotherapie die als entscheidendes Element den Körper mit einbezieht. Sollte jemand einen Therapeuten haben der die SuH-Methoden als sein Konzept hat würde ich sagen: herzlichen Glückwunsch, etwas besseres als so jemanden zu finden kann einem nicht passieren! Leider gibt es kaum solche Therapeuten, zumindest habe ich noch keinen gefunden. (Mal abgesehen von Maria, aber die wohnt mir zu weit weg, ebenso wie die Therapeuten aus ihrer Ausbildungsgruppe, leider konzentriert sich das alles auf Norddeutschland.)
    Und so geht es vielen die in die SuH-Seminare kommen, viele von ihnen gelten als austherapiert. Dann sind die SuH-Seminare und die Unterstützung die sonst noch angeboten wird eine wesentlich bessere Wahl als das was man vorher hatte, denn sie sind eine echte Chance. Auch wenn es ein langer Weg ist, und ich glaube dass ihn deshalb auch viele abbrechen.

    Ich rechne bei mir persönlich damit dass es insgesamt 5 Jahre dauern könnte bis ich meine Esssucht geheilt habe. Das muß sicher nicht bei jedem so lange dauern, bei mir gibt es sehr starke Gefühlsfiguren die mich extrem unter Druck setzen, noch dazu habe ich durch Arbeit und Familie wenig Zeit für mich. Und so kommt es dass es mir durchaus zwischendurch schlechter ging weil ich eben jetzt tatsächlich wahrnehme was ich sonst immer mit Essen wegdrücke, es aber noch nicht immer mit den erlernten Techniken los werde.
    Aber ich bin ja auf dem Weg, und ich darf ja jetzt schon spüren wie viel reicher mein Leben geworden ist, wie viel mehr ich spüren kann, wie viel mehr ich wahrnehme von dem was in mir passiert. Es ist als hätte meine Leben inzwischen eine Dimension mehr. Und immer öfter schaffe ich es dass der Essdruck sich auflöst. Ich habe nicht mehr nur die Wahl zwischen Essen und zähneknirschend aushalten. Sondern ich kann mich dafür entscheiden eine SuH-Übung zu machen und ein Stück weiter auf meinem Weg zu kommen. Das gelingt nicht immer, aber immer öfter.

    Und wenn manchmal der innere Miesmacher kommt der sagt „was, 5 Jahre soll das dauern?“ Dann kann ich ihm fragen „Wo stehe ich denn in 5 Jahren wenn ich den SuH-Weg nicht gehe? Wahrscheinlich genau da wo ich vor 5 Jahren auch schon gewesen bin. Im ewig gleichen Sumpf der Essstörung.“ Da ich ja schon eindeutige positive Veränderungen bemerke sage ich heute: wenn ich tatsächlich nach 5 Jahren SuH meine Essstörung für immer los bin, dann ist das einfach nur: wow wow wow! Ich weiß dass manche es schneller schaffen, Maria hat eine Klientin die es in einem Jahr geschafft hat, ich glaube es ist die Frau die auch bei dem Video auf Marias Seite unter dem Stichpunkt „Bulimie“ zu sehen ist. Sie hat halt sehr konsequent an sich gearbeitet.

    Eins ist mir noch wichtig zu sagen: Ich kenne Maria Sanchez aus den Seminaren und aus der Betreuung in der Premiummitgliedschaft. Und sie ist wirklich wunderbar, hat sehr viel Liebe und Respekt für die Menschen, bringt ihre ganze Kraft ein um anderen zu helfen. Was sie sicher nicht möchte ist einfach nur möglichst viel Geld verdienen. Sie bietet mit SuH eine echte Chance an Essstörungen zu heilen.

    Liebe Grüße


    Claudia :)
  • claudiathomas schrieb:

    Hier ging es genau um das was wirklich der Knackpunkt ist, nämlich den Essdruck, und noch nie vorher, nicht in 3 Therapien und nicht in unendlich vielen Selbsthilfebüchern war mir eine Herangehensweise unter gekommen die genau da hin schaute. Für mich war das als hätte ich endlich den Schatz gefunden den ich schon so lange suche.

    Es ist für dich bestimmt erlösend einen Weg auf dem „Essdruck“ gefunden zu haben.
    Therapien, wenn sie gut sind, sind zweifelsohne eine Möglichkeit Fragen zu klären die sich auf ein Essverhalten beziehen, aber wichtig wäre auch eine ganzheitliche Untersuchung durch einen Arzt ( aber ein guter Arzt ;), hier im Forum gibt es Listen von Ärzten die vorurteilsfrei mit dicken Patienten arbeiten) um abzuklären, ob es eventuell eine andere Ursache für diesen „Druck“ gibt.
    Im März 2011 habe ich das Basis-Seminar besucht, im Dezember 2011 das Aufbauseminar und im Mai 2012 ein 5-tägiges Aufbauseminar. Zudem nutze ich (aber nicht durchgehend) die kostenpflichtige Premiummitgliedschaft der Website die u.a. telefonische Beratung beinhaltet. Ich habe also schon jede Menge Geld und noch mehr Energie in die Sehnsucht und Hunger Methode investiert


    Wow, ich habe mal nachgesehen und das ist wirklich eine MENGE Geld die diese Seminare kosten. Nicht jedem ist vergönnt solch eine Menge Geld auszugeben zu können um der Frage des Essdrucks auf den Leib zu rücken und ich glaube eine gute (kostengünstigere) Therapie kann hier auch weiter helfen.

    Denn obwohl das Symptom Übergewicht sich bei mir noch nicht entscheidend verändert hat, hat sich an den Ursachen schon sehr viel getan, ich habe heute schon ein ganz anderes Lebensgefühl. Und nicht zuletzt sollte man bedenken dass bei einem Menschen der bisher nur Abnehmen mit Diät und Zunehmen nach der Diät bis zur nächsten Diät kannte, das Halten des Gewichts auch schon ein Erfolg ist.

    Bei mir ist es genau so, aber ohne diese hohen Kosten und ja, ich gebe dir absolut Recht „das Halten des Gewichts ist auch schon ein (großer) Erfolg“. Der „Essdruck“ hatte sich bei mir erst dann gesenkt als ich den „Lebensdruck“ verringerte und ich glaube bei dem verringern von „Lebensdruck“ könnte eine Therapie helfen, oder Freunde, oder neue Perspektiven……
    Aber man sollte sich darüber im Klaren sein dass es bei SuH nicht in erster Linie ums Abnehmen geht sondern um die Heilung einer Essstörung deren Nebeneffekt früher oder später das Abnehmen ist.

    Das hört sich jetzt aber komisch an….die Heilung einer Essstörung ist früher oder später das Abnehmen!? Also heißt das im Umkehrschluss, dass wenn ich nicht abnehme ich nicht geheilt bin……oh je, dass würde bei mir aber teuer werden :rolleyes:


    Dann sind die SuH-Seminare und die Unterstützung die sonst noch angeboten wird eine wesentlich bessere Wahl als das was man vorher hatte, denn sie sind eine echte Chance. Auch wenn es ein langer Weg ist, und ich glaube dass ihn deshalb auch viele abbrechen.

    Ich glaube, dass es wohl gute Therapeuten gibt, aber es ist in diesem Bereich wohl genauso wie in allen anderen Bereichen des Lebens, es gibt gute und kompetente Leute und auch schlechte und inkompetente Leute.

    ........wenn ich tatsächlich nach 5 Jahren SuH meine Essstörung für immer los bin, dann ist das einfach nur: wow wow wow! Ich weiß dass manche es schneller schaffen, Maria hat eine Klientin die es in einem Jahr geschafft hat, ich glaube es ist die Frau die auch bei dem Video auf Marias Seite unter dem Stichpunkt „Bulimie“ zu sehen ist. Sie hat halt sehr konsequent an sich gearbeitet.

    Dass hört sich jetzt nicht so gut an, denn wenn DU halt fünf Jahre mit dieser Art benötigst, dann doch nicht weil du nicht „konsequent“ an dir gearbeitet hast, sondern weil die Art der Therapie bei dir so lange Zeit benötigt um dich zu „Heilen“.

    Keine Frage es ist schön, wenn man den Druck des Lebens, und dazu zähle ich auch den „Essensdruck“ verringern kann.

    Noch eine kritische Anmerkung, beim Durchlesen deines Berichts hatte ich den Eindruck, dass ich einen Werbeflyer am Lesen bin.....;)
  • Hallo savoir-vivre,

    danke für deine Rückmeldung, ich freue mich darüber!

    Und ein bisschen erleichtert es mich auch dass mein Bericht dir wie ein Werbeflyer vorkommt, denn ich hatte schon die Befürchtung dass ich SuH zu negativ dargestellt habe, dass ich zu sehr geschrieben habe wie schwierig es ist, und noch dazu keine Abnahme vorweisen kann. Dabei lag es mir ja am Herzen die Chance aufzuzeigen die es bietet und nicht abzuschrecken! Weil ich selbst sehr dankbar bin diesen Weg gefunden zu haben.

    savoir-vivre schrieb:

    Es ist für dich bestimmt erlösend einen Weg auf dem „Essdruck“ gefunden zu haben.
    Therapien, wenn sie gut sind, sind zweifelsohne eine Möglichkeit Fragen zu klären die sich auf ein Essverhalten beziehen, aber wichtig wäre auch eine ganzheitliche Untersuchung durch einen Arzt ( aber ein guter Arzt ;), hier im Forum gibt es Listen von Ärzten die vorurteilsfrei mit dicken Patienten arbeiten) um abzuklären, ob es eventuell eine andere Ursache für diesen „Druck“ gibt.


    Das habe ich zugegeben nicht ganz verstanden, was genau meinst du mit „eine andere Ursache für den Druck“ finden?

    Bei SuH geht es genau darum zu erkennen welcher Druck hinter dem Essdruck liegt. Essdruck haben wir deshalb weil wir die Erfahrung gemacht haben dass Essen uns hilft uns gut zu fühlen und unangenehme Gefühle abzudämpfen. Wenn Essdruck auftritt ist irgendetwas vorausgegangen wodurch wir uns unwohl fühlen. Dem geht man bei SuH auf die Spur indem man in den Körper hineinfühlt. Es gibt dann zwei Möglichkeiten damit umzugehen, 1. den Druck erstmal nur absenken indem man „verkörpert“, damit ist ungefähr gemeint seine Gefühle rauszulassen, vorzugsweise natürlich im stillen Kämmerlein. Das ist aber nur eine Soforthilfe, langfristig hilft 2., da geht es darum die Ursachen für die unangenehmen Gefühle zu beseitigen. Beispiel: ich fühle mich schlecht weil ich mich total unter Druck setze ein gewisses Arbeitspensum zu schaffen. In der Aufstellungsübung hinterfrage ich wiederholt den Glaubenssatz „ich bin nur wertvoll wenn ich Leistung bringe“ und beseitige ihn langfristig indem ich erkenne und fühle (das ist entscheidend, denn wissen tue ich es ja schon) „ich bin wertvoll auch wenn ich nicht so viel Leistung bringe“.

    Zu dem Thema andere Ursache für Druck habe ich noch ein Beispiel. Bei meiner letzten Therapie sollte ich wie ein Alkoholiker einen vollkommenen Entzug von „emotionalem“ Essen machen. Das heißt mit eiserner Härte nicht mehr essen als das was eine normale Portion ist und den Essdruck mit zusammen gebissenen Zähnen aushalten. Wie ein Alkoholiker halt auch den Suchtdruck aushalten muß. Das ist mir tatsächlich gelungen (ich hatte Angst meinen Therapeuten zu enttäuschen, allein hätte ich diesen Druck niemals ertragen), aber als Folge davon habe ich Sodbrennen bekommen. Das ging über Medikamente bis zur Magenspiegelung, aber organisch alles o.k. Irgendwann habe ich wieder angefangen die Gefühle „wegzuessen“. Schlagartig war mein Sodbrennen weg. Es kam erneut zurück als ich im Rahmen von Sehnsucht und Hunger nicht mehr emotional gegessen habe und wieder mit den unangenehmen Gefühlen konfrontiert war. Und da wurde mir plötzlich klar dass das Sodbrennen etwas mit meinen Gefühlen zu tun hat. Inzwischen ist das deutlich besser geworden.



    savoir-vivre schrieb:

    Wow, ich habe mal nachgesehen und das ist wirklich eine MENGE Geld die diese Seminare kosten. Nicht jedem ist vergönnt solch eine Menge Geld auszugeben zu können um der Frage des Essdrucks auf den Leib zu rücken und ich glaube eine gute (kostengünstigere) Therapie kann hier auch weiter helfen.


    Ja, ich glaube auch dass man mit einer kostengünstigeren Therapie ebenfalls Erfolg haben kann, zum Glück, das wäre ja echt schlimm wenn man nur mit genügend Geld gute Hilfe bekommen könnte!

    Wobei jetzt mal rein von der Leistung her gesehen das Geld schon in Ordnung geht. Ein Seminar geht von Freitag Nachmittag bis Sonntag abend, ca. 25 Teilnehmer, ihnen gegenüber Maria und ich glaube 4 Assistenten. Preis-Leistung stimmt da schon. Ein Psycchotherapeut ist auch nicht günstig, aber das kriegt man ja nicht mit wenn er von der Kasse bezahlt wird.

    Ich hatte bisher 3 Therapien, verteilt auf 20 Lebensjahre, die erste habe ich auf eigene Faust mit 17 gemacht weil ich damals schon erkannt habe dass das Essproblem eine psychische Ursache hat. Leider hat keiner der 3 Therapeuten mit dem gearbeitet wie Essdruck und Gefühle verknüpft sind, auch wurde niemals der Körper einbezogen. Das Problem ist: vom Kopf her wußte ich genau warum ich esse, aber ich habe mich trotzdem scheiße gefühlt! Z.B. ist eins meiner Probleme dass ich mich im Umgang mit anderen Menschen extrem unwohl fühle. Ich habe schon ein Bauchdrücken wenn mir jemand nur auf der Straße entgegen kommt. In keiner meiner 3 Therapien kam ich überhaupt näher an das Problem heran als zu wissen dass ich mich unwohl fühle, wofür es aber keinen sinnvollen Grund gibt, und dass ich das halt trainieren müsse damit es normaler wird, bzw. das ich halt „einfach anders denken“ muß.
    Jetzt weiß ich dass da ganz tiefe Ängste dahinter stecken die mit meiner Kindheit zu tun haben, und hier reicht nicht mal SuH aus, Maria hat mir empfohlen zusätzlich zu SuH eine körperorientierte Traumatherapie zu machen. Die Therapeutin habe ich mir selbst gesucht, Maria hat mir ihr nichts zu tun außer mir die Homepage zu nennen auf einer Liste von körperorientiert arbeitenden Traumatherapeuten zu finden sind. Sie gab mir noch den Hinweis dass man auch da probieren muß ob sie zu einem passen. Ich habe eine gefunden, gottseidank. Auch diese Therapeutin wird nicht von der Kasse bezahlt, das werden körperorientierte Therapien generell nicht wenn ich das richtig verstanden habe. Aber das ist mir mittlerweile egal, ich bin froh dass ich sie überhaupt gefunden habe! Jetzt arbeiten wir konkret mit meinen Ängsten. Ich gehe in die Situation in der mein Körper die Panik hochfährt und lernen damit anders umzugehen.
    Nochmal: bestimmt gibt es auch kassenbezahlte Therapeuten die das auch alles können, wobei ich befürchte es gibt nicht viele die auch den Körper in die Therapie integrieren. Wer so einen Therapeuten findet: herzlichen Glückwunsch!!! Von ganzem Herzen!
    Mir ist es jeden Euro wert den ich bisher ausgegeben habe, sonst würde ich das ja nicht weiterhin tun. Sicher muß man nicht so viele Seminare machen wie ich, und auch nicht in der Premiummitgliedschaft sein. Aber ich nehme alle Hilfe die ich kriegen kann um endlich aus diesem Mist zu kommen, nach über 25 Jahren Essucht!


    savoir-vivre schrieb:

    Bei mir ist es genau so, aber ohne diese hohen Kosten und ja, ich gebe dir absolut Recht „das Halten des Gewichts ist auch schon ein (großer) Erfolg“. Der „Essdruck“ hatte sich bei mir erst dann gesenkt als ich den „Lebensdruck“ verringerte und ich glaube bei dem verringern von „Lebensdruck“ könnte eine Therapie helfen, oder Freunde, oder neue Perspektiven……



    Genau das ist der Punkt: wenn der „Lebensdruck“ sinkt, dann sinkt auch der Essdruck, denn der Essdruck ist ja nichts anderes als die Folge des Lebensdrucks. Da kann eine Therapie helfen wenn man eine geeignete findet, siehe eins weiter oben, Freunde und neue Perspektiven, ob das hilft da würde ich sagen es kommt darauf an wie stark und welcher Art der Lebensdruck ist. Aber man merkt es ja. Wenn der Lebensdruck und damit der Essdruck sinkt, dann hat es gereicht.


    savoir-vivre schrieb:

    Das hört sich jetzt aber komisch an….die Heilung einer Essstörung ist früher oder später das Abnehmen!? Also heißt das im Umkehrschluss, dass wenn ich nicht abnehme ich nicht geheilt bin……oh je, dass würde bei mir aber teuer werden :rolleyes:


    Also ich weiß jetzt nicht über welche Höhe von Gewicht du sprichst. Ich gehe jetzt mal fürs „Zielgewicht“ von dem Gewicht aus das für meinen Körper das Wohlfühlgewicht darstellt. Ich glaube das man das Wohlfühlgewicht langfristig erreicht wenn man die Essstörung geheilt hat (halt mit einiger Zeitverzögerung, man macht ja keine Diät, die Essanfälle werden allmählich weniger). Ich glaube nicht dass man seine Essstörung komplett geheilt hat wenn z.B. ein hohes Übergewicht sich nicht allmählich abbaut, denn das würde bedeuten dass man immer noch über die Sättigung ißt, und das wäre dann ja aus emotionalen Gründen. Es sei denn es liegen noch andere Gründe vor warum das Übergewicht erhalten bleibt obwohl man nicht mehr über die Sättigung ißt. Medikamente, Krankheiten?

    Warum würde das bei dir teuer werden?



    savoir-vivre schrieb:

    Ich glaube, dass es wohl gute Therapeuten gibt, aber es ist in diesem Bereich wohl genauso wie in allen anderen Bereichen des Lebens, es gibt gute und kompetente Leute und auch schlechte und inkompetente Leute.


    Ja, wie schon gesagt, ich glaube auch dass es gute Therapeuten gibt. Ich sehe da jetzt die SuH-Teilnehmer, da haben schon sehr viele Therapien hinter sich, ohne Erfolg. Die mit erfolgreichen Therapien sind da natürlich nicht. Wobei ich wie gesagt das körperorientierte elementar wichtig finde, nur über Gefühle sprechen reicht nicht, für mich ist es entscheidend auch mit den Gefühlen im Körper zu arbeiten.


    savoir-vivre schrieb:

    Dass hört sich jetzt nicht so gut an, denn wenn DU halt fünf Jahre mit dieser Art benötigst, dann doch nicht weil du nicht „konsequent“ an dir gearbeitet hast, sondern weil die Art der Therapie bei dir so lange Zeit benötigt um dich zu „Heilen“.


    Da widerspreche ich. Es heilt mich ja nicht die Therapie, sondern ich heile mich selbst indem ich sie anwende. Je öfter ich sie anwende, d.h. je öfter ich bei „Lebensdruck“ (inkl. Essdruck), nicht den alten Weg mit Essen oder Aushalten gehe sondern den Lebensdruck nutze um den dahinter liegenden Glaubenssatz aufzulösen oder auch einfach nur die dahinter Gefühle aufzuarbeiten, desto mehr verschwinden die Druckmacher aus meinem Leben. Und mit Druckmacher meine ich hier nicht die äußeren Umstände in meinem Leben (z.B. nervige Kollegen) sondern meine „inneren“ Druckmacher (z.B. dass ich mich selbst für nicht gut genug halte weshalb meine Kollegen mich leicht antriggern).
    Maria sagt dazu immer „Am Essen entlang gehen. Der Essdruck ist euer zuverlässigster Wegweiser, er sagt euch genau wenn etwas nicht in Ordnung ist.“ Ich bin inzwischen soweit dass ich meist schon den Lebensdruck bemerke bevor er sich in Essdruck äußert. Aber ich schaffe es halt nicht so oft wie ich möchte dann damit zu arbeiten. „Lebensdruck“ ist wirklich ein gutes Wort!

    Dass mein Heilungsweg so lange dauert hat damit zu tun dass ich insgesamt einfach ziemlich erschöpft bin weil ich mit Kindern, Arbeit, Weiterbildung und jede Menge Perfektionismus und Angst ziemlich viel Kraft brauche. Und dann eben oft nicht mehr den Nerv habe bei Essdruck eine SuH-Übung zu machen sondern schon so „emotional ausgelaufen“ bin dass dann das Autopilotprogramm anspringt, welches „Essen“ heißt. Dadurch beseitige ich meine Druckmacher dann eben langsamer als andere die öfter die Übungen machen.

    In der ersten Zeit meines SuH-Wegs habe ich mir solchen Druck gemacht diese Übungen so gut wie möglich zu machen weil ich ja so schnell wie möglich meine Essstörung beseitigen wollte, dass das erst recht Futter für meine Druckmacher war. „Du mußt dich noch mehr anstrengen“ hat nichts mehr mit SuH zu tun, denn SuH ist liebevoll und verständnisvoll und schaut immer welche Not gerade da ist. Es hat eine ganze Weile gedauert bis ich das erkannt habe. Solche Hürden gibt es da halt auch und ich weiß nicht ob ich das erkannt hätte wenn ich nach dem Basisseminar keine weitergehende Hilfe gesucht hätte. Vielleicht hätte ich dann abgebrochen.

    Diese Fähigkeit jetzt liebevoll mit mir umzugehen ist ein Teil dessen was ich als Erfolg von SuH betrachte, was ich damit meinte dass obwohl ich noch nichts abgenommen hatte mein Leben sich schon sehr zum besseren verändert hat.


    Viele Grüße! Es ist nett sich mit dir auszutauschen.



    Claudia:)
  • Hallo Claudiathomas,

    in diesem Forum ist Gewichtsabnahme nicht das Ziel zum besseren Leben.

    Und in diesem Forum herrscht nicht die einhellige Meinung dass "Über"Gewicht (notwendigerweise) durch zuviel Essen entsteht.
    Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
    ******Rosa Luxemburg******
  • claudiathomas schrieb:

    Und ein bisschen erleichtert es mich auch dass mein Bericht dir wie ein Werbeflyer vorkommt, denn ich hatte schon die Befürchtung dass ich SuH zu negativ dargestellt habe, dass ich zu sehr geschrieben habe wie schwierig es ist, und noch dazu keine Abnahme vorweisen kann. Dabei lag es mir ja am Herzen die Chance aufzuzeigen die es bietet und nicht abzuschrecken!

    Du hattest den Eindruck, dass du nach so einem langen Bericht am Ende durch den Satz „Denn obwohl das Symptom Übergewicht sich bei mir noch nicht entscheidend verändert hat....“ dieser sich negativ auswirken könnte.
    Das verstehe ich jetzt nicht, hast du denn den Eindruck, dass diese Aussage wichtig für dich oder die Leser in diesem Forum sein könnte?
    Das habe ich zugegeben nicht ganz verstanden, was genau meinst du mit „eine andere Ursache für den Druck“ finden?


    Mit „Druck“ meine ich, dass es verschieden Ursachen für das Übergewicht gibt. Vielleicht willst du mal HIER schauen!

    Bei SuH geht es genau darum zu erkennen welcher Druck hinter dem Essdruck liegt.

    Meiner Meinung nach sollte man sich, wenn man die Befürchtung hat an einer Essstörung zu leiden an einen ärztlichen Psychotherapeuten wenden und nicht an eine Heilpraktikerin die Psychotherapie anbietet.

    Nur zum Vergleich wie groß die Unterschiede zwischen der Ausbildung zum Heilpraktiker und zum Psychotherapeut ist:

    Heilpraktiker für Psychotherapie müssen sich einzig einer Prüfung beim Gesundheitsamt unterziehen, mit einem kleinen schriftlicher Teil und einer mündliche Prüfung, wobei psychiatrische Krankheitsbilder abgefragt werden, damit halbwegs sichergestellt werden, ob die Heilpraktiker auch erkennen können, was sie behandeln dürfen und was nicht.

    Die Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten ist so umfangreich, dass ich HIER nur den Link einstelle

    Zu dem Thema andere Ursache für Druck habe ich noch ein Beispiel. Bei meiner letzten Therapie sollte ich wie ein Alkoholiker einen vollkommenen Entzug von „emotionalem“ Essen machen. Das heißt mit eiserner Härte nicht mehr essen als das was eine normale Portion ist und den Essdruck mit zusammen gebissenen Zähnen aushalten.

    Da frage ich mich jetzt aber, wer kann für mich entscheiden was eine „normale“ Portion ist.

    Wie ein Alkoholiker halt auch den Suchtdruck aushalten muß.

    Wie schon gesagt, wenn es dir hilft sei es drum, aber wenn eine Person einen Suchtdruck verspürt der ähnlich eines Alkoholikers ist, würde ich immer zu einer Facharzt raten.

    Wobei jetzt mal rein von der Leistung her gesehen das Geld schon in Ordnung geht. Ein Seminar geht von Freitag Nachmittag bis Sonntag abend, ca. 25 Teilnehmer, ihnen gegenüber Maria und ich glaube 4 Assistenten. Preis-Leistung stimmt da schon.

    Das sehr ich aber nicht so, denn wie du schon sagt, du bist "abhängig" wie ein Alkoholiker und in Deutschland gibt es sehr gute Psychoterapie und wie du oben lesen kannst sind diese Therapeuten jahrelang geschult worden und bieten ihre Fachkraft ohne Stundenlohn und Seminarkosten an.

    Ein Psycchotherapeut ist auch nicht günstig, aber das kriegt man ja nicht mit wenn er von der Kasse bezahlt wird.

    Ja, genau und das liegt an unserem Solidarprinzip des Gesundheitssystems und das ist gut und besonders für Menschen die Krankheiten haben die über einen Schnupfen hinausgehen und somit als privat Zahler Stundenlöhne und Seminarkosten zahlen müssten die fern von dem Betrag der Praxisgebühr lägen. Ich möchte eine gute Behandlung von einem Facharzt der sich einer jahrlangen Ausbildung aussetzte und das um Menschen zu helfen egal wie lange die Behandlung dauert, oder wie viel Geld sie „noch“ haben.




    Jetzt weiß ich dass da ganz tiefe Ängste dahinter stecken die mit meiner Kindheit zu tun haben, und hier reicht nicht mal SuH aus....

    Ja, und genau jetzt wäre eine spezielle Psychotherapie angebracht gewesen…..vielleicht willst du dich auch HIER (schau unter welche Verfahren gibt es)mal umsehen, denn es gibt einige Therapieformen die sich mit tiefen Ängsten beschäftigen.

    Maria hat mir empfohlen zusätzlich zu SuH eine körperorientierte Traumatherapie zu machen. Die Therapeutin habe ich mir selbst gesucht, Maria hat mir ihr nichts zu tun außer mir die Homepage zu nennen auf einer Liste von körperorientiert arbeitenden Traumatherapeuten zu finden sind.

    Und leider sind die körperorientiert arbeitenden Traumatherapeuten auch nicht Kassenzugelassen und müssen von daher auch privat gezahlt werden.
    Nochmal: bestimmt gibt es auch kassenbezahlte Therapeuten die das auch alles können, wobei ich befürchte es gibt nicht viele die auch den Körper in die Therapie integrieren.
    Wenn man sich genau diese Art der Therapie wünscht, dann wird man sie auch finden, wenn man sie sucht.
    Mir ist es jeden Euro wert den ich bisher ausgegeben habe, sonst würde ich das ja nicht weiterhin tun.

    Gut, dass du das Geld hattest und haben wirst um deine privat Behandlung zu bezahlen.

    Sicher muß man nicht so viele Seminare machen wie ich, und auch nicht in der Premiummitgliedschaft sein.

    Wenn man über Jahre, so wie du, eine Behandlung benötigt, dann ist es bestimmt gut, dass bei SuH eine Premiummitgliedschaft angeboten wird :rolleyes:

    Ich glaube nicht dass man seine Essstörung komplett geheilt hat wenn z.B. ein hohes Übergewicht sich nicht allmählich abbaut...

    Ich bin davon überzeugt, dass man trotz Übergewicht keine Essstörung haben muss /mehr haben muss und trotzdem nicht allmählich das Übergewicht verschwindet.
    ...denn das würde bedeuten dass man immer noch über die Sättigung ißt, und das wäre dann ja aus emotionalen Gründen. Es sei denn es liegen noch andere Gründe vor warum das Übergewicht erhalten bleibt obwohl man nicht mehr über die Sättigung ißt. Medikamente, Krankheiten?

    Das ist aber sehr einfach gesprochen. Wenn ich nicht abnehme trotzdem ich „normal“ esse, bin ich noch ein emotionaler Esser und benötige die „Therapie“ von SuH….!?
    Es gibt wohl noch andere Gründe wie Medikamente und Krankheit, denn es gibt Frauen die ihren Stoffwechsel über Jahrzehnte durch Diäten so auf den Kopf gestellt haben, dass sie obwohl sie normal essen nicht abnehmen bzw. nicht großartig abnehmen.....und das betrifft, meiner Meinung nach, einen Großteil an Frauen.
    Warum würde das bei dir teuer werden?

    Gegenfrage werden die Therapiesitzungen, Seminare und körperorientiert arbeitenden Traumatherapeuten nicht in Euro bezahlt?


    Und mit Druckmacher meine ich hier nicht die äußeren Umstände in meinem Leben (z.B. nervige Kollegen) sondern meine „inneren“ Druckmacher (z.B. dass ich mich selbst für nicht gut genug halte weshalb meine Kollegen mich leicht antriggern).

    Hier würde auch wunderbar ein psychologischer Psychotherapeut helfen können.
    „Lebensdruck“ ist wirklich ein gutes Wort!

    Na siehst du und bei mir bekommst du dieses Wort sogar kostenlos :cool:

    Dass mein Heilungsweg so lange dauert hat damit zu tun dass ich insgesamt einfach ziemlich erschöpft bin weil ich mit Kindern, Arbeit, Weiterbildung und jede Menge Perfektionismus und Angst ziemlich viel Kraft brauche.

    Das es dir trotz der schon länger andauernden „Therapie“ bei SuH noch so schlecht geht und du so viele Ängste und Erschöpfungszustände hast tut mir sehr leid, vielleicht überlegst du dir doch noch einmal zu einem Psychotherapeuten zu gehen!


    Diese Fähigkeit jetzt liebevoll mit mir umzugehen ist ein Teil dessen was ich als Erfolg von SuH betrachte, was ich damit meinte dass obwohl ich noch nichts abgenommen hatte mein Leben sich schon sehr zum besseren verändert hat.

    Glückwunsch, ich hätte aber einen viel günstigeren Tipp für dich gehabt. Hier in diesem Forum brauchst du Zeit und musst viel lesen, aber nach einiger Zeit setzt sich ein Samen in dir fest und der heißt „ich bin so wie ich bin und das ist gut so“ und wenn dieser Samen aufgeht, dann wirst du dich in einem anderen Licht sehen und liebevoll mit dir umgehen.

    Ein „Nachteil“ dieses Forums ist, dass man Zeit braucht um Beiträge zu lesen, aber das Forum ist kostenlos und den Betreibern geht es darum zu helfen und für diese Hilfe/Zeit verlangen Sie kein Geld!


    Der Weg zur Selbstakzeptanz benötigt Zeit aber kein Geld!
  • savoir-vivre schrieb:

    Du hattest den Eindruck, dass du nach so einem langen Bericht am Ende durch den Satz „Denn obwohl das Symptom Übergewicht sich bei mir noch nicht entscheidend verändert hat....“ dieser sich negativ auswirken könnte.
    Das verstehe ich jetzt nicht, hast du denn den Eindruck, dass diese Aussage wichtig für dich oder die Leser in diesem Forum sein könnte?


    Nein, aber vielleicht für die Leser die so wie ich damals beim googeln nach Sehnsucht und Hunger auf dieses Thema gestoßen sind.

    savoir-vivre schrieb:

    Mit „Druck“ meine ich, dass es verschieden Ursachen für das Übergewicht gibt. Vielleicht willst du mal HIER schauen!


    Bei deiner Antwort auf meinen Beitrag es ging ursprünglich darum dass du sagtest ein guter Arzt hätte bei mir abklären können ob das Übergewicht bestimmte Ursachen hat. Also hier kann ich ganz sicher sagen dass bei mir das Übergewicht zu 99% vom Essen über die Sättigung hinaus kommt, ich weiß ja was ich esse, gegessen habe. Und das waren einfach viel zu viele Kalorien, das konnten in meinen schlimmsten Tagen schon mal mehrere Hundert Gramm Schokoriegel an einem Abend sein. Und warum ich das esse, das weiß ich auch, weil ich mich scheiße fühle und wenn ich esse spüre ich das vorrübergehend nicht mehr!

    Ich sehe keinen Sinn darin nachzuforschen ob irgendeine der anderen im Beitrag genannten Ursachen bei mir das Übergewicht verursachen wenn sonnenklar ist dass ich extrem zu viel gegessen habe. Nun gut, Schilddrüse abklären ist grundsätzlich sinnvoll, aber das wurde in anderem Zusammenhang schon gemacht, da paßt alles. PCO habe ich auch, aber was soll ich mit der Information im Zusammenhang mit meinem Übergewicht? Ich habe jahrelang eine Pille genommen die die männlichen Hormone reguliert, auf mein Eßverhalten hatte das gar keinen Einfluß.
    Ich habe immer zugenommen wenn ich zuviel gegessen habe und immer abgenommen wenn ich wenig gegessen habe, sogar dann noch abgenommen wenn ich nur bis zur Sättigung gegessen habe. Und ich habe jetzt eine Methode gefunden wie ich mir tatsächlich helfen kann das Essen zu stoppen wenn ich satt bin. Was soll ich da noch nach anderen Ursachen suchen. Das wäre dann angebracht wenn ich das Übergewicht nicht mehr eindeutig auf das Essen zurückführen kann.

    savoir-vivre schrieb:

    Meiner Meinung nach sollte man sich, wenn man die Befürchtung hat an einer Essstörung zu leiden an einen ärztlichen Psychotherapeuten wenden und nicht an eine Heilpraktikerin die Psychotherapie anbietet.Nur zum Vergleich wie groß die Unterschiede zwischen der Ausbildung zum Heilpraktiker und zum Psychotherapeut ist:Heilpraktiker für Psychotherapie müssen sich einzig einer Prüfung beim Gesundheitsamt unterziehen, mit einem kleinen schriftlicher Teil und einer mündliche Prüfung, wobei psychiatrische Krankheitsbilder abgefragt werden, damit halbwegs sichergestellt werden, ob die Heilpraktiker auch erkennen können, was sie behandeln dürfen und was nicht.

    Die Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten ist so umfangreich, dass ich HIER nur den Link einstelle


    Ich bezweifle nicht dass alles was du da geschrieben hast vollkommen richtig ist. Aber was sagt das über Marias Qualifikation aus? Du kennst sie doch gar nicht. Du weißt doch gar nicht welches Wissen sie erworben hat und über wie viel Erfahrung sie verfügt die sich nicht mit einer abgelegten Prüfung dokumentieren läßt.
    Noch dazu hat sie etwas das die meisten Psychologen nicht haben: Sie hat selbst unter Eßsucht gelitten. Mit 24 Jahren hat sie angefangen ihre Methode zu entwickeln, das sind jetzt fast 20 Jahre die sie ihre Methode entwickelt und immer weiter verfeinert hat.
    In ihrem Lebenslauf steht dass sie zusätzlich seit 2007 ein Diplom-Studium der prozeßorientierten Psychologie macht.

    Wie kannst du über ihre Qualifikation Menschen mit Eßstörungen zu helfen urteilen wenn du sie gar nicht kennst?

    Ich habe sie live erlebt und auch mit ihr gearbeitet, und das ist wirklich beeindruckend. Sie hat so ein unglaubliches Gespür dafür was in der jeweiligen Frau gerade vorgeht, sie kann so gut helfen zu erkennen was da gerade bei einem los ist, warum man sich unwohl fühlt, Eßdruck hat. Und zeigt einem Techniken wie man das lösen kann. Wir lernen von ihr wie wir uns selbst aus der Misere holen können.

    savoir-vivre schrieb:

    Wie schon gesagt, wenn es dir hilft sei es drum, aber wenn eine Person einen Suchtdruck verspürt der ähnlich eines Alkoholikers ist, würde ich immer zu einer Facharzt raten.


    Alle drei Therapeuten die ich in meinem Leben bisher hatte wurden mir von einer Beratungsstelle für Eßstörungen empfohlen. Ich habe das Glück dass sich eine Außenstelle von ANAD in der Nähe befindet. Dort bekam ich jeweils eine Liste von Therapeuten genannt. Bei meinem bisher letzten Besuch dort bat ich explizit um eine Nennung von Therapeuten die sich mit Eßstörungen auskennen. Als ich bei dem Therapeuten anrief der aufgrund seiner Beschreibung für mich in Frage kam (er ist übrigens Suchtmediziner!!! und die Fahrt von 40 km einfach war für mich noch machbar) hat er mich gleich sehr mitfühlend aber auch gezielt gefragt wie oft ich Eßanfälle habe. Als ich sagte jeden Tag sagte er da müsse ich bestimmt großen Leidensdruck haben, da müsse man schnell handeln. Ich hatte das Gefühl mir fällt ein Stein vom Herzen und fühlte mich gleich gut aufgehoben, endlich mal einer der sich mit Essucht auskennt! Ich habe ihm vertraut, habe mich auf seine Therapie eingelassen die eben darin bestand den Suchtdruck "auszuhalten". Im Lauf der Therapie ging es mir immer schlechter, ich bin sicher das lag daran dass ich mich nun nicht mehr mit Essen schützen konnte, ich fühle mich so verletzlich, alles ging ungefiltert in mein verletzliches Inneres. Nach einem halben Jahr Therapie war ich so fertig dass mir mein Therapeut zu einer Kur geraten hat, die ich dann bekommen habe. Die Zusammenhänge habe ich damals noch nicht verstanden, und mein Therapeut auch nicht.

    savoir-vivre schrieb:

    Das sehr ich aber nicht so, denn wie du schon sagt, du bist "abhängig" wie ein Alkoholiker und in Deutschland gibt es sehr gute Psychoterapie und wie du oben lesen kannst sind diese Therapeuten jahrelang geschult worden und bieten ihre Fachkraft ohne Stundenlohn und Seminarkosten an.


    Du schreibst wiederholt es gäbe gute Therapeuten und wenn man nur richtig sucht würde man die schon finden.

    Ganz ehrlich: Das ist leicht gesagt. Wie soll denn das konkret laufen? Ich darf bei 3 (!) verschiedenen Therapeuten je bis zu 5 probatorische Sitzungen machen. Das wars. Ich wohne hier auf dem Land, habe Arbeit und Kinder. Was glaubst du wieviele Therapeuten es in einem vernünftig erreichbaren Umkreis gibt, die sich mit Eßstörungen auskennen und mir wirklich helfen können und die sich damit auskennen Gefühle nicht nur zu bereden sondern sie auch aus dem Körper zu bekommen und die eine Ahnung von tief sitzenden Ängsten haben und eine Kassenzulassung haben und in absehbarer Zeit Plätze frei haben? Meine bisherige Erfahrung ist dass ich da alle abtelefoniere und am Ende froh bin wenn ich überhaupt 3 finde die in absehbarer Zeit einen Platz freihaben. Von den anderen Voraussetzungen die ich genannt habe ganz zu schweigen.

    Jetzt habe ich aber schon eine Liste von der ANAD bekommen, da gehe ich mal davon aus dass die bereits sinnvoll gefiltert ist für Leute die eine Eßstörung haben. Zwei von den Therapeuten darauf habe ich schon durch.

    Noch ein Hindernis: Da meine letzte Psychotherapie noch nicht lange her ist würde ich im Moment gar keine bezahlt bekommen!

    Was ist den mit den ganzen Menschen die in die SuH-Seminare kommen und schildern dass sie bereits diverse Therapien hinter sich haben. Sollten die alle einfach nochmal suchen, besser suchen, intensiver suchen?

    Einer von Marias Assistenten (alle Assistenten haben selbst eine Eßproblematik) ist ein Mann der komplett austherapiert war inkl. wiederholtem Klinikaufenthalt. Da er kaum übergewichtig war sondern sein tägliches Kilo Schokolade mit Sport kompensiert hatte wurde er tw. mit seiner Eßsucht gar nicht ernst genommen, zumindest jedoch konnte ihm niemand helfen seinen Eßdruck los zu werden.

    savoir-vivre schrieb:

    Ja, genau und das liegt an unserem Solidarprinzip des Gesundheitssystems und das ist gut und besonders für Menschen die Krankheiten haben die über einen Schnupfen hinausgehen und somit als privat Zahler Stundenlöhne und Seminarkosten zahlen müssten die fern von dem Betrag der Praxisgebühr lägen. Ich möchte eine gute Behandlung von einem Facharzt der sich einer jahrlangen Ausbildung aussetzte und das um Menschen zu helfen egal wie lange die Behandlung dauert, oder wie viel Geld sie „noch“ haben.

    Wenn man über Jahre, so wie du, eine Behandlung benötigt, dann ist es bestimmt gut, dass bei SuH eine Premiummitgliedschaft angeboten wird [IMG:file:///C:/DOKUME%7E1/User/LOKALE%7E1/Temp/msoclip1/01/clip_image001.gif]


    Ich glaube da hast du etwas mißverstanden. SuH ist Hilfe zur Selbsthilfe. Bereits im Basisseminar bekommt man das ganze Werkzeug das nötig ist um sich selbst weiter zu helfen. Es gibt ein kostenloses Forum wo man sich mit anderen austauschen kann und sich so gegenseitig unterstützen kann. Ebenso wird einem sehr ans Herz gelegt sich einen "Buddy" zu suchen, also eine andere Person die SuH macht so dass man sich gegenseitig unterstützen kann. Es ist nicht erforderlich weitere Seminare zu besuchen oder die Telefonberatung u.ä. der Premiummitgliedschaft zu nutzen. Es ist hilfreich, aber nicht zwingend nötig.

    Es ist sogar möglich die erlernten Inhalte von SuH mit einer Psychotherapie zu kombinieren, so hat man gleichzeitig die speziellen Techniken und die persönliche Begleitung (sofern der Therapeut dafür offen ist) wenn man merkt dass die Themen die da hochkommen eine Begleitung erfordern.

    Das hängt sicher auch davon ab wie stark die Problematik bei der einzelnen Person ist.

    savoir-vivre schrieb:

    Ich bin davon überzeugt, dass man trotz Übergewicht keine Essstörung haben muss /mehr haben muss und trotzdem nicht allmählich das Übergewicht verschwindet.


    Da wäre es mir wichtig "Übergewicht" genauer zu definieren. Reden wir hier von 5, 10 oder 50 Kilo Übergewicht? Und dann wäre noch wichtig "Esstörung" genauer zu definieren.

    savoir-vivre schrieb:

    Das ist aber sehr einfach gesprochen. Wenn ich nicht abnehme trotzdem ich „normal“ esse, bin ich noch ein emotionaler Esser


    Nein. Ich bin noch ein emotionaler Esser wenn ich öfter als selten über die Sättigung hinaus esse.
    Wenn ich über die Sättigung hinaus esse nehme ich nicht ab. Wenn ich nur bis zur Sättigung esse dann müßte sich massives Übergewicht allmählich abbauen.
    Ich glaube da ist der Knackpunkt. Wir machen auf den Seminaren auch Essensübungen bei denen wir sehr fein hinspüren wann wir wirklich satt sind. Bei den meisten ist das viel früher der Fall als zu zunächst gedacht hätten, also viel früher als wenn sie das gegessen hätten was sie als normale Portion betrachten.
    Das große Problem ist dass dann fast automatisch unglaublicher Eßdruck aufkommt. Man hat das Gefühl total zu kurz zu kommen. Aber nicht deshalb weil man noch Hunger hat sondern weil Essen auch noch eine andere Funktion hat, es macht unsere Seele satt.
    Bei SuH schaut man dann ganz genau hin. Was ist das nachdem meine Seele schreit wenn ich das Essen weglege. Und dann arbeiten wir damit um der Seele zu geben nach was sie wirklich schreit.


    savoir-vivre schrieb:

    Es gibt wohl noch andere Gründe wie Medikamente und Krankheit, denn es gibt Frauen die ihren Stoffwechsel über Jahrzehnte durch Diäten so auf den Kopf gestellt haben, dass sie obwohl sie normal essen nicht abnehmen bzw. nicht großartig abnehmen.....und das betrifft, meiner Meinung nach, einen Großteil an Frauen.


    Machen diese Frauen die du da zitierst es so dass sie ganz fein hinspüren ob sie satt sind, und dann aufhören zu essen wenn sie satt sind? Das würde mich sehr wundern. Ich weiß wir groß der Eßdruck ist der dann aufkommt. Und wenn ich nicht gelernt hätte so fein hinzuspüren würde ich im Leben nicht merken wenn ich satt bin. Viele Frauen bei SuH haben anfangs große Probleme überhaupt Hunger und Sättigung zu spüren.

    Die Portionen bis zur Sättigung sind anfangs glaube ich auch deshalb relativ klein weil der Körper das Übergewicht loswerden möchte (ich rede hier nicht von 5 Kilo zuviel, die will glaube ich kein Körper loswerden, sondern von 50 Kilo zuviel) und da mitarbeitet.



    savoir-vivre schrieb:

    Gegenfrage werden die Therapiesitzungen, Seminare und körperorientiert arbeitenden Traumatherapeuten nicht in Euro bezahlt?


    Diese Antwort bezog sich auf meine Frage warum es bei dir teuer werden würde. Meine Antwort darauf siehe weiter oben: SuH ist Hilfe zur Selbsthilfe, man muß nicht weiter die Seminare besuchen, schon gar nicht bis man sein Wohlfühlgewicht erreicht hat. Ich gedenke auch nicht 5 Jahre lang Seminare zu machen und Premiummitglied zu sein.


    savoir-vivre schrieb:

    Das es dir trotz der schon länger andauernden „Therapie“ bei SuH noch so schlecht geht und du so viele Ängste und Erschöpfungszustände hast tut mir sehr leid, vielleicht überlegst du dir doch noch einmal zu einem Psychotherapeuten zu gehen!

    Diese ganzen Ängste und Erschöpfungszustände hatte ich vor SuH auch schon, nur habe ich sie da nicht so wahrgenommen weil ich alles mit Essen abgedämpft habe. Als ich bei meiner letzten Therapie aufgehört habe emotional zu essen ging es mir noch viel schlechter. Denn da wußte ich mir gar nicht zu helfen.

    Die Voraussetzung um diese unangenehmen Gefühle zu beseitigen ist sie erstmal bewußt wahr zu nehmen, und das ist nicht immer angenehm. Außerdem wird meine ganzes Verhaltenssystem durchgerüttelt, da gibt es natürlich Widerstände. Ich glaube nicht das es hier einen einfachen Weg gibt.


    savoir-vivre schrieb:

    Glückwunsch, ich hätte aber einen viel günstigeren Tipp für dich gehabt. Hier in diesem Forum brauchst du Zeit und musst viel lesen, aber nach einiger Zeit setzt sich ein Samen in dir fest und der heißt „ich bin so wie ich bin und das ist gut so“ und wenn dieser Samen aufgeht, dann wirst du dich in einem anderen Licht sehen und liebevoll mit dir umgehen.


    Mit allem Respekt, ich glaube nicht dass das Lesen in einem Forum ausreicht um meinen tief sitzenden Mangel an Selbstwertgefühl, meine in der Kindheit abgespeicherten Glaubenssätze dass ich nur geduldet bin, zu beheben. Dann bräuchte ich ja gar keine Therapie, denn das ist ja die Wurzel allen Übels!

    savoir-vivre schrieb:

    Ein „Nachteil“ dieses Forums ist, dass man Zeit braucht um Beiträge zu lesen, aber das Forum ist kostenlos und den Betreibern geht es darum zu helfen und für diese Hilfe/Zeit verlangen Siekein Geld!


    Der Weg zur Selbstakzeptanz benötigt Zeit aber kein Geld!


    Du widersprichst dir da wirklich selbst. Entweder meine Probleme sind nicht so tief gehend, dann reicht es mir vielleicht wirklich in einem Forum zu lesen, oder sie sind tatsächlich so gravierend dass es nicht ohne professionelle Unterstützung geht. Professionelle Unterstützung benötigt Geld, vielleicht nicht zwingend meins, aber sie benötigt definitiv Geld.


    Zuletzt gebe ich jetzt noch eine praktische Ansicht aus der SuH-Arbeit.

    Ich habe gerade ein Unwohlsein. Wenn ich in meinen Körper spüre bemerke ich dass mein Herz stark klopft, im Oberbauch ist ein Brennen. Im Bauch ist eine Spannung die verhindert dass ich tief durchatme. Meine Hände zittern etwas.

    Ich gebe diesen Empfindungen jetzt Raum, erlaube ihnen ganz da zu sein. (Gefühle wollen gefühlt werden). Sofort kann ich atmen. Das Brennen ist immer noch da. Ich spüre hin welchen Satz mir das Brennen sagen möchte.

    Spontan kommt "Du bist schlecht." Ich höre etwas genauer hin. Es sind verschiedene innere Kritiker die sich jetzt melden. Sie sagen Dinge wie "Wieso bist du so dumm und verschwendest so viel Zeit darauf diesen Text zu schreiben? In der Zeit hättest du etwas viel sinnvolleres machen können!". Ein anderer sagt "Du machst die Frau der du schreibst wütend. Das ist dumm. Bestimmt wird ihre Antwort dich verletzen. Daran bist du selbst schuld. Es ist ein Fehler andere wütend zu machen. Am besten du schreibst gar nichts, dann kann auch keiner wütend auf dich werden." Einer sagt "Du schreibst lauter dummes Zeug. Alle Leute können jetzt sehen wie dumm du bist, allein schon weil du dir so viel Mühe machst das hier zu schreiben. Und jetzt schreibst du auch noch dieses Gefasel. Niemand wird verstehen was du damit willst, sie werden dich einfach nur für blöd halten" Einer sagt "Vielleicht hat die Frau ja Recht mit dem was sie da schreibt und du bist so dämlich immer dein SuH in den Himmel zu loben. Ich kanns nicht mehr hören, du benimmst dich wie nach einer Gehirnwäsche! Das denken bestimmt auch alle die das lesen! Falls überhaupt noch irgendeiner bis hierher mitliest und nicht schon alle Kopfschüttelnd weggeklickt haben!"

    Und so weiter.

    Jetzt kann ich zwei Dinge tun. Entweder nur verkörpern. In diesem Fall würde ich jetzt nach oben gehen und ein paar Mal in mein Kissen schreien und was sonst mein Impuls ist um den Druck raus zu lassen. Das wäre die Soforthilfe.

    Wenn ich ein bißchen mehr Zeit habe steige ich genauso ein, gehe dann aber wenn der Druck runter geht dazu über die Aussage die mich am meisten schmerzt gezielt auseinander zu nehmen, in der SuH-Aufstellungsübung. Bis sie am Schluß kein Gewicht mehr hat, bis ich mich tatsächlich gut FÜHLE.

    Es wäre eine Illusion zu denken dass diese Kritiker nur eingebildet sind oder nur da sind weil ich nach ihnen suche. Sie sind immer da, nur normalerweise nehme ich sie nicht war, die negativen Gedanken blitzen nur ganz kurz auf. Oft nehme ich noch nicht mal das körperliche Unwohlsein war sondern merke dann einfach nur ein Aufgewühltsein und dass ich essen will.

    Ich vielen Therapien wird glaube ich nur mental mit diesen Kritkern gearbeitet, man "weiß" das sie da sind und man "weiß" das sie Unrecht haben. Aber man FÜHLT sich trotzdem scheiße. Weil man ihnen trotz anderen Wissens glaubt, weil sich ihre Aussagen mit unserem Gefühl decken.
    Das ist die Krux.

    Ich fühle mich jetzt auch scheiße. Und ich habe Angst davor dass mich deine Antwort verletzten wird, ich bin nämlich sehr verletzlich. Deshalb gehe ich jetzt mit diesen Gefühlen arbeiten.

    Viele Grüße und ein Lob an alle die bis hierhin durchgehalten haben.

    Claudia

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von claudiathomas () aus folgendem Grund: Smileys sind nicht richtig angekommen

  • Ich persönlich finde es unheimlich spannend, dass alles, was SUH ausmacht (in sich hereinspüren, Gefühle erkennen, Bedürfnisse erkennen, die an die Gefühle gekoppelt sind usw) längst Bestandteile von Therapien sind - und damit komplett und vollkommen geklaut ist.

    Das klingt alles unheimlich nach Dialektisch-Behavioraler Therapie. Diese wird durchaus auch im Zusammenhang mit Essstörungen (eben bei allem, wo man Druck hat, der zu negativ assoziierten Handlungen führt) angewandt, was für mich einfach noch mehr danach klingt, dass SUH eine durchaus gut konzipierte Geldschneidemaschine ist.

    Marsha M Linehan, die das DBT-Konzept entwickelt hat, hat ebenfalls selbst unter der Störung gelitten, die das Konzept (ursprünglich) behandelt. Ist auch ein toller Motivator und macht ihr Konzept nur noch glaubwürdiger. Nicht wahr.

    Wie schön, dass alles so zusammenpasst.

    DBT ist eine anerkannte Therapieform, die von Krankenkassen übernommen wird.

    Da meine letzte Psychotherapie noch nicht lange her ist würde ich im Moment gar keine bezahlt bekommen!

    Lass dich da nicht abwimmeln. Es gibt Psychotherapieleitfäden, an die sich Krankenkassen halten können, es ist aber durchaus nicht das Gesetz, dass sie es müssen.
    Es ist schon grundsätzlich so, dass nach abgeschlossener (!!) Therapie, 2 Jahre Pause empfohlen werden. In begründeten Fällen kann das aber ausgesetzt werden. Erst recht, wenn man die Therapieform wechselt.


    [Body] Shaming doesn’t make people thin, or healthy. It just makes them hurt.
    [SIZE=1](Miss Rosie, Blogger)[/SIZE]
  • Ob geklaut oder weiterentwickelt, der Ansatz von SuH scheint für Claudia zu funktionieren. Das ist doch letztendlich das, was zählt. Ich finde es auch nicht weiter schlimm, dass Maria Sanchez (kann sein, dass ich den Namen falsch erinnere, aber ich will dafür nicht den Thread durchsuchen) Geld verdient. Das tun andere auch - und längst nicht alle universitär ausgebiltete und vielleicht mit vielen Zusatzausbildungen versehenen Psychologen sind ihr Geld wert.
    [CENTER]Summ summ summ
    [SIZE=1](Honigbiene)[/SIZE][/CENTER]
  • Hallo Ihr,

    ich kenne mich nicht mit den verschiedenen Psychotherapieformen aus. Ich kann nicht beurteilen, ob hier was geklaut wurde oder nicht. Aber: Ich finde es nicht verwerflich, wenn Claudia ihre positive Erfahrung mit dem beschriebenen Programm hier verschriftlich und weiter gibt.

    Für Claudia ist es egal, dass sie eine Therapie mit ähnlichem Konzept auch verschrieben bekommen könnte. Denn für sie zählt: Mit den verschiedenen Therapeuten und den Therapien, die sie bereits ausprobiert hat, hat sie andere Erfahrungen gemacht. Sie konnte dem für sie destruktiv erlebten Essdruck mit den Strategien, die sie in den "anerkannten" Psychotherapieformen erlernt hatte, nicht ausreichend begegnen. Bei SuH hat sie Strategien vermittelt bekommen, die ihr helfen.

    Ich weiß nicht, was daran schlimm sein sollte. Im Gegenteil: Ich finde das positiv.

    Und alles, was in diesem Thread zuvor bemängelt worden war (dass also nicht konkret berichtet wurde, welche Elemente das Seminar einbaut und nutzt), hat sie berücksichtigt. Ich zumindest habe jetzt eine Vorstellung von der ganzen Sache. Ist doch gut.

    Gruß
    Frieda.
  • sombra_blanca schrieb:

    Ich persönlich finde es unheimlich spannend, dass alles, was SUH ausmacht (in sich hereinspüren, Gefühle erkennen, Bedürfnisse erkennen, die an die Gefühle gekoppelt sind usw) längst Bestandteile von Therapien sind - und damit komplett und vollkommen geklaut ist.

    Das klingt alles unheimlich nach Dialektisch-Behavioraler Therapie. Diese wird durchaus auch im Zusammenhang mit Essstörungen (eben bei allem, wo man Druck hat, der zu negativ assoziierten Handlungen führt) angewandt, was für mich einfach noch mehr danach klingt, dass SUH eine durchaus gut konzipierte Geldschneidemaschine ist.

    Marsha M Linehan, die das DBT-Konzept entwickelt hat, hat ebenfalls selbst unter der Störung gelitten, die das Konzept (ursprünglich) behandelt. Ist auch ein toller Motivator und macht ihr Konzept nur noch glaubwürdiger. Nicht wahr.

    Wie schön, dass alles so zusammenpasst.

    DBT ist eine anerkannte Therapieform, die von Krankenkassen übernommen wird.


    Lass dich da nicht abwimmeln. Es gibt Psychotherapieleitfäden, an die sich Krankenkassen halten können, es ist aber durchaus nicht das Gesetz, dass sie es müssen.
    Es ist schon grundsätzlich so, dass nach abgeschlossener (!!) Therapie, 2 Jahre Pause empfohlen werden. In begründeten Fällen kann das aber ausgesetzt werden. Erst recht, wenn man die Therapieform wechselt.


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    Hallo Sombra-blanca,

    danke für deine Antwort!

    Es kann gut sein das alles was SuH ausmacht Bestandteil anderer Therapien ist. Wobei du das nur dann behaupten kannst wenn du alles kennst und berücksichtigst was SuH ausmacht, und nicht nur das was ich geschildert habe. Das ist ja jetzt nur ein Ausschnitt, zwar ein wichtiger, aber bei weitem nicht das komplette Konzept.

    Gesetzt den Fall es wäre aber tatsächlich alle Bestandteile des SuH-Konzepts bereits in irgendeiner Weise vorher bekannt gewesen, so gab es sie mit Sicherheit nicht in dieser Form aufeinander abgestimmt, angepaßt auf die Problematik Eßstörungen, und so aufgebaut dass sie auch in Seminarform zur Selbsthilfe vermittelt werden können, bei Bedarf mit erweiterten Unterstützungsangeboten.

    Ich verstehe nicht warum das als Geldschneiderei beurteilt wird? Maria erbringt doch eine Leistung für das Geld? Sie hat ein Selbsthilfekonzept für Eßstörungen konzipiert und lehrt es in Seminaren mit begrenzter Teilnehmerzahl so dass auch auf die Einzelperson eingegangen werden kann, gleichzeitig erlebt man aber auch das heilsame Gefühl dass man nicht allein mit seinem Problem ist. Und kann auch danach bei Bedarf noch Unterstützung bekommen.

    Ich habe auch schon Seminare zum Thema Persönlichkeitsentwicklung (z.B. Work-life-balance) besucht, die kosten alle Geld und da hat keiner das Rad neu erfunden. Das ist doch ganz normal, es spielt für mich auch überhaupt keine Rolle, mir ist nur wichtig dass es mir so angeboten und vermittelt wird dass ich es anwenden kann. Das war bei meinen Therapien bisher nicht der Fall.

    Ich verstehe ganz ehrlich nicht warum Maria vorgeworfen wird ihre Seminare wären Geldschneiderei. Und das ohne überhaupt ein Seminar besucht zu haben, das ist doch nicht fair.

    DBT war mir bisher noch gar kein Begriff und ich kann deswegen auch nicht beurteilen inwieweit SuH davon beeinflußt ist oder Dinge daraus kopiert.

    Danke für deine Info wegen der Psychotherapie, das wußte ich nicht. Trotzdem steht es momentan nicht für mich zur Debatte eine neue Therapie zu beginnen da ich mit dem SuH-Konzept und meiner Traumatherapeutin wirklich gut versorgt bin, und einfach nur glücklich bin dass ich jetzt endlich was gefunden haben wodurch ich wirklich etwas verändere!

    Nach meinem langen Beitrag an savoir-vivre habe ich mit den Stimmen gearbeitet die mich niedermachen und konnte wirklich gut den Druck abbauen. Das macht mir soviel Mut, ich bin davon überzeugt dass ich nach und nach immer mehr innere Kritiker beseitigen kann.

    Viele Grüße

    Claudia