Samstag, 02.05., 17.04 Uhr - RBB Kulturradio

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    • Samstag, 02.05., 17.04 Uhr - RBB Kulturradio

      "Zeitpunkte - Debatte"
      Am Mikrofon: Manuela Reichart

      Schweinebraten macht dick, Bonbons ruinieren die Zähne und Diäten das Leben
      Wie neurotisch ist unser Verhältnis zum Essen?

      Jetzt, in der schönsten Jahreszeit, bricht er wieder aus: der Diätenwahn. Die einen zählen Kalorien oder ackern im Fitnessstudio, andere schwören auf Wohlfühlgewicht und Bauchgefühl. Motto: mein Körper weiß am besten, was ihm gut tut. Aber stimmt das? Haben wir überhaupt noch ein Gefühl für Lebensmittel, die uns gut tun? Unterliegen unsere Essensentscheidungen nicht immer schon einer unbewußten Selbstzensur? Gibt es überhaupt ein Idealgewicht? Und leben wir wirklich länger und gesünder, wenn wir auf Pommes und Co. verzichten? Wie also können wir uns ernähren, damit Diäten erst gar nicht notwendig werden.?
      Im Studio diskutieren diese und weitere Fragen der Ernährungsexperte und Buchautor Udo Pollmer, die Ernährungsberaterin Stefanie Wetzel und Martina Mahner von dem Projekt „Der Dicke Mensch“.
      www.kulturradio.de/programm/sendungen/090502/zeitpunkte_debatte_1704.html


      Es gibt einen Livestream auf www.kulturradio.de.
    • Pollmer ist ja genial, auf die Frage, ob er seinen BMI kennt fragt er zurück, ob man denn auch seinen IQ jeden Tag messen würde :applaus:

      Passend dazu musste die Ernährungswissenschaftlerin erstmal überlegen, was er mit seinen Ausführungen meint, dass bei Mangelernährung der Körper Unterhautfettgewebe aufbaut, um die Organe zu schützen und auf 37°C zu halten :cool2:
      [CENTER]Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
      [SIZE=1](Søren Aabye Kierkegaard)[/SIZE]
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    • Sehr schöne Sendung, leider hat für meinen Geschmack Stefanie Wetzel zuviel geredet :cool: Irgendwie musste ich ja grinsen als sie sagte, dass man bei Beobachtung des BMI durchaus den Körperbautypen und zugrunde liegende Erkrankungen beachtet und "sehr stark relativiert". Tja meine Liebe, dann waren Sie noch nie als Dicke mit irgendeiner Erkrankung beim Arzt :schiel:

      Außerdem hat sie später ihre eigenen Worte widerlegt, in dem sie die Ethnie der Familien, die sie ernährungsberatend begleitet, nämlich vorwiegend türkisch- und arabischstämmig, nicht beachtet, die einfach genetisch bedingt einen stämmigeren Körperbau haben, als Nordeuropäer.
      [CENTER]Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
      [SIZE=1](Søren Aabye Kierkegaard)[/SIZE]
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    • Ich habe leider erst ab 17.15h mitgehört. Die Ernährungsberaterin hat mir fast leid getan, Pollmer hat so gut wie alles widerlegt. Schön, dass er mal mehr Zeit hatte, seine Sicht der Dinge auszuführen. Allerdings fand ich, dass Martina viel zu wenig zu Wort gekommen ist, dabei hätte sie so viel zu sagen gehabt. Oder habe ich sie nur verpasst? Aber cum grano salis eine gute Sendung.
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    • Lunix schrieb:

      Allerdings fand ich, dass Martina viel zu wenig zu Wort gekommen ist, dabei hätte sie so viel zu sagen gehabt. Oder habe ich sie nur verpasst?
      Nee, hast Du nicht, Martina kam tatsächlich zu wenig zu Wort. Ist aber auch schwer, neben Herrn Pollmer zu Wort zu kommen ;)
      [CENTER]Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
      [SIZE=1](Søren Aabye Kierkegaard)[/SIZE]
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    • :applaus::applaus::applaus:
      Frau Wetzel hat mich schier auf die Palme getrieben. Ich weiß alles über gesunde Ernährung. Ich trinke keine Softdrinks, ich esse keine Pommes oder Burger, ich esse keinen Kuchen etc. Eigentlich müsste ich mit meiner vegetarischen Ernährung, einer Kalorienzufuhr von im Schnitt 1700 kcal/Tag, dreimal die Woche Ausdauertraining, nach ihren Vorstellungen Idealgewicht haben. Is aber nicht.

      Da trifft die Vorstellung von Herrn Pollmer eher den Punkt. Meine Großmutter mütterlicherseits hat im Krieg als Zwangsarbeiterin ein Jahr lang mit 300-400 kcal am Tag überlebt. Ich dachte immer, weil sie aus Polen stammte - über die Zeit wurde nie geredet- aber vor kurzem fand ich heraus, dass ihr Mädchenname ein "Zigeuner"name ist. Und man kann ja oft sehen, dass die Sinti/Roma in der Regel ziemlich korpulent sind. Vermutlich haben einfach im Laufe der Jahrhunderte die besten Futterverwerter überlebt. Die Ethnie und damit der ererbte Körperbau scheinen also tatsächlich Einfluss zu haben.

      Der Ansatz von Frau Wetzel, jetzt die "dummen" ausländischen Frauen umzuerziehen, ist sowas von daneben. Dann müssten ja in Anatolien oder auf Sizilien die Leute reihenweise am Herzinfarkt oder Diabetes sterben, oder? Und was ist mit der ach so gesunden Mittelmeerdiät?
      Die Stresstheorie ist da viel einleuchtender. Schließlich bedeutet die Entwurzelung, das Leben in einem fremden, oft ablehnenden Kulturkreis, geringe Zukunftsperspektiven, Stress pur.

      :daumen: Gut so Martina! Du hast sehr souverän Tacheles geredet. Leider bist du zuwenig zu Wort gekommen, aber Pollmer hat sich auch sehr gut gemacht!
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Udo Pollmer und ich saßen ja zusammen in Heilbronn im Studio, und da wir weitgehend einer Meinung sind, war es auch etwas schwierig. Er ist viel mehr Profi als ich. Für mich war das alles wahnsinnig spannend, weil relativ neu. Ich bin nur einmal vorher in einem Radiostudio gewesen und das ist ewig her. War bei Antenne Düsseldorf, ca. 1997. Aber er hat mich schon immer angehalten, auch etwas zu sagen.

      Ich konnte die Sendung selbst nicht hören, weil ich auf einer Taufe war, aber ich hoffe, dass ich nächste Woche einen Mitschnitt bekomme. Zumindest habe ich darum gebeten.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Sophie schrieb:

      Der Ansatz von Frau Wetzel, jetzt die "dummen" ausländischen Frauen umzuerziehen, ist sowas von daneben. Dann müssten ja in Anatolien oder auf Sizilien die Leute reihenweise am Herzinfarkt oder Diabetes sterben, oder? Und was ist mit der ach so gesunden Mittelmeerdiät?

      Richtig - die Mittelmeerländer werden uns ja immer als strahlendes Vorbild vorgehalten. Vergessen wir dabei nicht, dass z.B. in Griechenland alles im Fett schwimmt und dass in keinem dieser Länder irgendwer sowas wie Vollkornprodukte isst. Und vergessen wir dabei auch nicht, dass dort doch etliche Menschen sehr alt werden. Lässt man die Leute dort einfach in Ruhe, sind sie in der Regel als junge Menschen schlank und als ältere Menschen runder. Eine völlig normale Entwicklung. So wie Pollmer das auch in seinen Büchern sehr eindrucksvoll beschreibt.
    • Das ist biologisch ja auch sehr sinnvoll. Der Urmensch musste sich ja sein täglich Fleisch oder Gemüse mühevoll erarbeiten. Als älterer Mensch war er sicher nicht ganz so erfolgreich, da ist es schon genial geregelt, dass er auch weniger Nahrung im "fortgeschrittenen" Alter benötigt. Heute muss man halt nicht mehr sammeln und jagen...

      Mein Schwiegervater ist ein sehr schlanker Mensch. Als er vor ein paar Jahren eine OP (Leistenbruch) hatte, sah er danach aus wie der Tod auf Schlappen. Er ist auch nie wieder richtig fit geworden. Es hat schon seinen Sinn, dass man im Alter ansetzt.

      In allen Geschichten ud Mythen ist die Mutter und die Großmutter rund und weich, nicht hart und sehnig...
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sally schrieb:

      Richtig - die Mittelmeerländer werden uns ja immer als strahlendes Vorbild vorgehalten. Vergessen wir dabei nicht, dass z.B. in Griechenland alles im Fett schwimmt und dass in keinem dieser Länder irgendwer sowas wie Vollkornprodukte isst. Und vergessen wir dabei auch nicht, dass dort doch etliche Menschen sehr alt werden. Lässt man die Leute dort einfach in Ruhe, sind sie in der Regel als junge Menschen schlank und als ältere Menschen runder. Eine völlig normale Entwicklung. So wie Pollmer das auch in seinen Büchern sehr eindrucksvoll beschreibt.


      Mittelmeerdiät...
      genau darüber hatte ich mal ein kontroverses Gespräch mir einer Verfechterin dieser Diät. Sie machte sie gerade. Und genau wie Du sagte ich, das die Menschen dort alles sehr fettreich zubereiten. Die Antwort war, ich weiß es noch genau: Jaaaaaaa... aber mit Olivenöl, das ist ja gutes Fett und edeshalb sind die Griechen ja auch im Durchschnitt so viel schlanker.
      Auf meine Frage, ob ich denn bei dieser Diät also richtig viel Olivenöl verwenden dürfe, also alles richtig fettig zubereiten, meinte sie dann jedoch: Nein! Natürlich nicht! Wir sind ja keine Griechen, unsere Voraussetzungen sind ja ganz anders und die Griechen machen ja auch nicht diese Diät, sondern leben einfach so.

      Aha. :rolleyes:

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      Kann man die Debatte, die im Radio lief, irgendwann noch irgendwo hören?
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]