Quarks&Co über dicke Kinder

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    • Quarks&Co über dicke Kinder

      Die aktuelle Sendung von "Quarks&Co" war echt unter aller Kanone. Schade - wo ich das sonst so gerne gucke...

      wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitr…/0909/000_dickekinder.jsp

      Es wurden wirklich Klischees von vorne bis hinten heruntergebetet - völlig unkritisch.

      Habe der Redaktion gerade folgende Rückmeldung gemailt:

      "Guten Abend!

      Gerade habe ich die Sendung "Warum werden unsere Kinder immer dicker" gesehen, die offenbar bereits vor einem Jahr produziert wurde. Daher nehme ich an, dass Sie bereits einige Reaktionen auf die Sendung erhalten haben.

      Auch wenn viele der genannten Zahlen und Daten korrekt recherchiert sein mögen, halte ich die "Stoßrichtung" der Sendung für äußerst bedenklich, da Zusammenhänge zumindest einseitig dargestellt wurden.

      Beispiel: Insulinresistenz - Bauchfett fördert die Insulinresistenz der Zellen durchaus - aber die Zusammenhänge sind komplizierter: Übergewicht ist auch die Folge einer bereits bestehenden Insulinresistenz, die genetisch bedingt ist. Ist Übergewicht dann vorhanden, hat man es mit einem Teufelskreis zu tun, da gerade die Fettzellen zu verstärkter Insulinresistenz führen.
      Gezeigt werden aber in der Sendung Kinder, die ganz offensichtlich fettleibig sind, und denen "Bewegung und Diät" als Lösung der Gesundheitsprobleme vorgeschlagen wird.
      Sollten diese Kinder (oder ihre Eltern) als willensschwach, faul und uninformiert wahrgenommen werden? Selbst Schuld an ihren Problemen - ohne eine angemessene Diagnosestellung der öffentlichen Häme preisgegeben?

      Die zitierte KiGGs Studie beschreibt selbst, wie in ihr adipöse Kinder definiert werden:
      "Diese Grenzen wurden rein statistisch festgelegt und basieren auf einer Übereinkunft:
      Übergewichtig sind danach in Deutschland Kinder, deren BMIWert höher liegt als bei 90% der Kinder, die in den Jahren 1985 bis 1999 gemessen und gewogen wurden.
      Als fettleibig oder adipös gelten Kinder, deren BMI-Wert höher als bei 97% der Kinder aus dieser Vergleichsgruppe liegt."

      ...das heißt, man erklärt einfach die schwersten 3 Prozent für krank - völlig unabhängig von tatsächlichen Krankheiten. Die schwersten 3 Prozent gibt es aber auf jeden Fall - selbst bei Magersüchtigen! Ist dies eine seriöse Einstufung? Und wäre es nicht Aufgabe eines Teams von Wissenschaftsjournalisten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens solche jedem zugänglichen Informationen auch mal etwas kritisch auf ihren Sinn zu lesen?

      Mit dieser Berichterstattung (auch über sozial schwache dicke Kinder: dick=doof?) fördern Sie, hoffentlich wenigstens unbeabsichtigt, die Haltung in der Gesellschaft, die dicken Kindern mehr zu schaffen macht als jedes körperliche Gesundheitsproblem:

      Noch ein Zitat aus der Eltern-Broschüre der KiGGs Studie:
      "Weitaus belastender als diese langfristigen Risiken sind für die Betroffenen selbst die mit ihrem Dicksein oft verbundenen psychischen Probleme, die Hänseleien Gleichaltriger in Kindergarten, Schule und Ausbildung, die Isolierung bei sportlichen
      und anderen Aktivitäten. Die Folge ist oft, dass sich diese Kinder und Jugendlichen aus sozialen Bindungen zurückziehen und dass sie zur Kompensation ihres Kummers
      weiter essen."

      Ausgrenzung und Stigmatisierung, Selbstvorwürfe und der Wunsch um jeden Preis normgerecht zu sein führen sicher nicht zu schlankeren Kindern - wohl aber zu mehr Diätopfern, die gerne mal magersüchtig werden oder durch den Jojo-Effekt (eine biologisch sehr vernünftige Einrichtung unserer Körper) viel dicker werden als sie jemals waren. Mal ganz von den seelischen Folgen abgesehen, die jemand davontragen kann, dem man schon als Kind sagt: "Du bist fehlerhaft und selbst Schuld daran!"

      Schade um die Sendezeit, schade um die Eltern, die von Quarks&Co sicher bessere journalistische Qualität gewohnt sind, und schade um die Kinder, deren Eltern sich aufgrund dieser und ähnlicher Berichterstattung zu sehr um das Gewicht ihrer Sprösslinge sorgen und eine entspannte Haltung zum Essen kaum noch einnehmen können.

      Ich bin sehr enttäuscht.
      Noch ein Wort zu mir: ich habe mit Diäten begonnen, weil ich mich mit 60kg bei 1,76m zu dick fand. Keine von ihnen hat gefruchtet - ohne Fressorgien bin ich hinterher immer wieder dicker geworden als vorher. Jetzt bin ich "adipös" und glaube nicht, dass das einfach durch ein bißchen mehr Obst und Gemüse zu beheben ist. Ach: willensschwach bin ich bestimmt nicht und auch nicht dumm - es hat immerhin gereicht, um ein Physikstudium abzuschließen...

      Hoffentlich werden die nächsten Wochen mit Quarks&Co nicht so enttäuschend."

      ...vielleicht ein bißchen zu sehr geschwafelt, aber ich bin mal gespannt, ob ne Antwort kommt...
    • Das musste mal gesagt werden. :applaus:

      Ich fürchte nur, dass auch die Quarks eher der Quote verpflichtet sind als der gründlichen Recherche und der (halbwegs) objektiven Berichterstattung. Alleine diese unreflektierte Nachlaberei schon wieder: "Unsere Kinder werden immer dicker"! Das hat mir schon gereicht, um mir diese Sendung nicht noch mal anzusehen.

      Die nächste Sendung zum Thema wird wohl wahrscheinlich auch wieder eher Quark statt Quarks sein. :(
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    • Sehr sehr gut, Peti! Und kein bisschen geschwafelt!!

      Bitte halte uns doch auf dem Laufenden, falls du eine Antwort bekommst.
      Könnte ja sein ... :-o

      Ich habe festgestellt, dass in den letzten Jahren der "immer mehr"-Journalismus zum Standard geworden ist. Jede zweite Meldung beginnt mit einem sensationsheischenden "immer mehr ...!!" - und kann diese schwammige Behauptung am Ende nicht durch Zahlen belegen.

      Sprich: Immer mehr Journalisten recherchieren immer weniger. :rolleyes:
      Und das macht mich immer saurer.
    • Sally schrieb:


      Sprich: Immer mehr Journalisten recherchieren immer weniger. :rolleyes:


      :D :D :D Hehehe, der war gut.



      @ Peti

      Ich finds auch überhaupt nicht geschwafelt und sehr gut auf den Punkt!

      Ich denke, dass man bei Fernsehsendungen unterschätzt wieviel "persönliche Meinung" der Macher mit einfließt. Irgendwie haben wir doch noch immer die Vorstellung im Kopf: Das kam im Fernsehen ... das muss doch dann auch stimmen. ;)

      Ganz allgemein gesprochen kann ich bei Feedback nur empfehlen den verantwortlichen Redakteur zu recherchieren. Reaktionen die man an den Sender allgemein schickt oder in irgendwelche Feedback Formulare einträgt kommen oft gar nicht da an wo sie hinsollten. Auch deshalb weil viele Redaktionen und Redakteure das Feedback gar nicht so schätzen wissen und es sich von der Zuschauerredaktion nicht weiterleiten lassen.
      Habe ich leider "von der anderen Seite" aus oft genug beobachten müssen - ob das bei Quarks und Co auch so ist entzieht sich meiner Kenntnis, obwohl ich auch für Q&Co schon gearbeitet habe.
      Ganz allgemein denke ich Sicher ist Sicher ... die Zuständige Redakteurin ist Monika Grebe (monika.grebe(Mailzeichen)wdr.de) wie eine einfache Google Recherche ergab.
    • Fräulein Wunder schrieb:

      Auch deshalb weil viele Redaktionen und Redakteure das Feedback gar nicht so schätzen wissen und es sich von der Zuschauerredaktion nicht weiterleiten lassen.
      Habe ich leider "von der anderen Seite" aus oft genug beobachten müssen - ob das bei Quarks und Co auch so ist entzieht sich meiner Kenntnis, obwohl ich auch für Q&Co schon gearbeitet habe.


      Ich kenn's auch von der anderen Seite - zum Glück habe ich mittlerweile den Beruf gewechselt...

      Fräulein Wunder schrieb:

      Ganz allgemein denke ich Sicher ist Sicher ... die Zuständige Redakteurin ist Monika Grebe (monika.grebe(Mailzeichen)wdr.de) wie eine einfache Google Recherche ergab.


      Das stand sogar direkt auf der Quarks-Webseite. Ich dachte nur: wenn ich ihr direkt schreibe, geht es vom Posteingang gleich in den virtuellen Mülleimer. Wenn ich über das Kontaktformular gehe, liest es vielleicht jemand, vor dem Frau Grebe sich verantworten muss ;).

      Und meiner Erfahrung nach können auch ausführende Journalisten sich oft nicht so frei äußern, wie sie manchmal vielleicht gerne möchten. Jedenfalls bin ich selbst nicht nur einmal zurückgepfiffen worden, mit der Aussage: "Das wollen unsere Hörer aber nicht hören"...
    • Bitte nicht so viele Anglizismen.

      (Vor allem, wenn ich sie nicht kenne. :-D)

      Danke.

      Zum Thema:

      Ganz ehrlich? Ich schalte inzwischen meistens um. Sobald es los geht mit Klischees und allgemeiner Fehlinformation fängt mein Finger unkontrollierbar das Zucken an und ich muß umschalten.

      Ich mag mich nimmer dauernd ärgern, das nervt!

      Findet sich nicht langsam mal wieder ein anderes Feindbild?
      ]
    • Nette schrieb:



      Zum Thema:

      Ganz ehrlich? Ich schalte inzwischen meistens um. Sobald es los geht mit Klischees und allgemeiner Fehlinformation fängt mein Finger unkontrollierbar das Zucken an und ich muß umschalten.

      Ich mag mich nimmer dauernd ärgern, das nervt!

      Findet sich nicht langsam mal wieder ein anderes Feindbild?


      Ich kann das total nachvollziehen, weil es mir auch oft so geht.
      Andererseits glaube ich fast, dass so lange "die Dicken" still halten (ich pauschalisiere jetzt extra - weiß aber ja, auch durch dieses Forum, dass es nicht alle Dicken sind) leiden und nicht kämpfen, wird sich nichts ändern und das "Feindbild" bestehen bleiben.

      Ich habe da das Bild des Kindes, welches still und schüchtern ist und in der Schule gehänselt wird, vor Augen. Erst, wenn es Stärke zeigt und deutlich macht "bis hier hin und nicht weiter" wird es Ruhe und Frieden finden.

      Ob es jemals wirklich "Ruhe und Frieden" in Bezug auf dicke Menschen geben wird, weiß ich nicht. Aber ich glaube, so lange "die" das Gefühl haben, mit den Dicken kann man es machen, werden sie machen. Und insofern, wenn das sich ärgern dazu führt, dass man so weit es geht, auf die Barrikaden geht, lohnt es sich.

      Aber trotzdem tut es manchmal ganz gut, einfach auf den Aus-Knopf zu drücken!
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Sally schrieb:

      Schuldigung. :-o

      Guckst du.


      Danke, :hm: aber ich hab schon bei Leo geschaut. Will ja nicht dumm bleiben, auch wenn ich es nieeee im Deutschen verwenden werde. (Aber vielleicht in Gegenwart meiner amerikanischen Nachbarin, sollte ich je in die Verlegenheit kommen. Aber da viel mir neulich schon Maschendrahtzaun nicht ein, also warum sollte ich von öffentlichen Beschimpfungen erzählen. :floet:). Genug :offtopic:
      ]
    • Als ich vor 12 Jahren begann, mich in der Dicken-Selbsthilfe zu engagieren, lernte ich ja, da wir sehr viel Pressearbeit machten, über 300 dicke Schicksale kennen. Die meisten kamen nicht zu unseren Treffen, aber es war für sie wohl wichtig und befreiend, einfach mal jemandem am Telefon ihre Geschichte zu erzählen.

      Für mich war es das erste Mal, dass ich davon hörte, was Menschen anderen Menschen um des Dickseins willen antun können. In meiner bis dahin behüteten Welt gab es keinen Platz z.B. für Mütter, die ihre Kinder ablehnten, weil sie dick waren. Es war das Mitgefühl, das mich damals ergriff, das letztlich zu diesem Internet-Projekt hier geführt hat.

      Mir wurde schlagartig klar, wie viel diese Geschichten auch mit Machtausübung zu tun hatten. Und so manche eigene Begebenheit, die ich zum Glück erst im Erwachsenenleben durchgemacht habe, sah ich plötzlich auch in einem anderen Licht.

      Frühere Formen von Machtausübung über Schwächere wie z.B. Schläge sind heute nicht mehr akzeptiert (was sie sicher nicht seltener gemacht hat). Aber ein dickes Kind zu drangsalieren, wird sogar als richtig dargestellt.

      Ich frage mich schon manchmal, ob so einigen Autoren eigentlich klar ist, zu was sie sich da als Komplizen verpflichten lassen.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Ich finde es schade, dass sich nur ein kleiner Teil aus der Sendung gezogen wird und dann so dargestellt wird. Ich habe die ganze Sendung etwas anders empfunden, denn wenn sich der Zuschauer erinnert, wurden erst die momentanen Erkenntnisse vorgestellt, aber dann auch gesagt, dass es Bereiche (Genetik, usw.) gibt, die noch nicht alle Gründe preisgeben. Ein weiterer Grund liegt laut Ansicht von Quarks & Co. in der Babynahrung.

      Ein interessanter Fakt ist tatsächlich die Sache mit dem Stillen von Babys. Mich würde es umfragetechnisch hier mal interessieren, ob User in diesem Forum, die übergewichtig sind, Stillkinder waren oder eher Flaschenkinder. Flaschennahrung ist eindeutig das erste "Artificial Food", dass Menschen zu sich nehmen können. In meinen Augen unterstreicht es viele Themen, die wir hier schon zur Ernährung hatten von Glutamat bis Convinience Food. Ein weiterer Faktor, mit Sicherheit. Wenn man bedenkt, welchen Einfluss unsere ersten Lebensmonate auf unser gesamtes Leben hat, ist dies eigentlich eine Erkenntnis, die mich beeindruckt hat. Vor allem auch die Aufklärung, dass die Bestandteile der Flaschenmilch sich zu der "echten Muttermilch" so krass unterscheiden. Und es ist tatsächlich lt. meiner Beobachtung so, dass Menschen denken, ein Baby ist nicht satt, wenn es "nur" gestillt wird. Meine Söhne sind beide lange gestillt worden und beide sind sehr schlank und sportlich heute als Erwachsene.

      Ich verdamme nicht jede Sendung, die vielleicht noch nicht alle Erkenntnisse als Fakten übernommen haben. Es sei ihnen verziehen. Aber ich finde es interessant, dass auch Ranga Yogeshwar einräumt, dass die Wissenschaft nicht alles weiß.

      Man müsste einige Wissenschaftler finden, die unsere zahlreichen Geschichten und Schicksale sammeln, anlysieren, auswerten und damit vielleicht vielen Kindern helfen können. Vielleicht findet man so viele Ursachen, die anderen ein gesünderes Leben schenken können.
    • Ich hab die Sendung nicht gesehen - aber zu der Sache mit dem Stillen möchte ich aus eigener Erfahrung etwas sagen.
      Mein Bruder und ich wurden beide nicht gestillt (meine Mutter konnte nicht stillen und ist zudem auch nach 6 Wochen wieder arbeiten gegangen) - mein Bruder ist bis zum ca. 30. Lebensjahr schlank gewesen. Er ist auch jetzt nicht dick, hat aber schon etwas zugenommen, was an seinem Lebensstil (sehr häufig auswärts und unregelmäßig essen etc.) liegt.
      Ich selbst bin als Kind bissel pummelig gewesen, als junge Frau schlank, wurde dann durch meine Schilddrüsenerkrankung richtig dick.

      Meinen Sohn konnte ich nur die ersten 3 Wochen stillen, danach kam er in die Klinik und dank dieser unfähigen, inkompetenten Leute da wars vorbei mit dem Stillen. Trotzdem ist mein Sohn sehr schlank, besteht quasi nur aus Muskeln und Knochen (er trainiert auch sehr viel).

      Nach allem, was ich bisher aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen rausgelesen habe, spielen in allererster Linie die Gene die Hauptrolle beim von der Natur festgesetzten Setpoint für das Gewicht. Hinzu kommen dann eventuelle Krankheiten, wie eben bei mir Hashimoto.

      Dass nun mal wieder den Müttern die Schuld gegeben wird, weil sie nicht stillen, ist nur zu klar. Mütter sind ja eh an allem Schuld.
    • Darcy
      Dass nun mal wieder den Müttern die Schuld gegeben wird, weil sie nicht stillen, ist nur zu klar. Mütter sind ja eh an allem Schuld.


      Genau das denke ich auch.
      Ich komme aus einer großen Familie. Meine Mutter hat alle Kinder gestillt.
      Ich habe sehr schlanke Geschwister, aber auch welche, die dicker bis dick sind.
      Vielleicht liegt das einfach daran, dass meine Mutter immer schlank war, mein Vater aber eher korpulent?
      Und nicht einmal direkt bei den Eltern muss das Vor-Bild zu finden sein.
      Eine genetische Eigenart meiner Mutter hat sich auf keines ihrer Kinder vererbt, aber meine Tochter hat sie. Und wieviel aus noch viel weiter zurück liegenden Generationen kommt, wissen wir nicht.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Ich habe Verwandte - beide sehr dick. Sie haben 6 Kinder.
      Ich kann mich noch erinnern wie ich als Jugendliche (und zum Teil sogar noch als Kind) immer wieder endlos Gespräche der lieben Verwandten über diese Familie mitbekommen habe.
      Darüber dass die Kinder von Anfang an falsches Essverhalten lernen, das könne ja nicht anders sein ... darüber dass die Kinder zweier dicker Eltern ja sowieso schon erblich belastet werden und dass man da doch besonders aufs Essen achten müsse ... darüber dass die Kinder vermutlich nicht genug Bewegung bekommen ... darüber wie unmöglich es sei, dass die Mutter ihre Kinder nicht zu der vom Kinderarzt verschriebenen Diät zwang, sondern lieber den Arzt wechselte ;) ... etc.
      Die Sechs haben die gleiche Erziehung genossen, sind von der gleichen Person versorgt und bekocht worden und gleich viel gestillt worden.
      Heute, im Erwachsenenalter - sind zwei sehr schlank und extrem sportlich, eine ist leicht mollig, und zwei von ihnen sind dick.

      Interessant ist die Frage nach dem Stillen schon sein, das stimmt. Allerdings auch in meinem Fall stimmt es nicht - um Deine Frage zu beantworten Babe - ich wurde gestillt und bin sehr dick, mein Bruder nicht und er ist schlank.
    • Itsme schrieb:


      Eine genetische Eigenart meiner Mutter hat sich auf keines ihrer Kinder vererbt, aber meine Tochter hat sie. Und wieviel aus noch viel weiter zurück liegenden Generationen kommt, wissen wir nicht.


      Die eigenen Gene entfalten sich auch erst bei den Enkeln, die Kinder bekommen sie sozusagen "verschlossen" mit.
      ]
    • Darcy schrieb:

      Nach allem, was ich bisher aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen rausgelesen habe, spielen in allererster Linie die Gene die Hauptrolle beim von der Natur festgesetzten Setpoint für das Gewicht.
      (...)
      Dass nun mal wieder den Müttern die Schuld gegeben wird, weil sie nicht stillen, ist nur zu klar. Mütter sind ja eh an allem Schuld.

      Das sehe ich auch so.

      Ich selbst bin nicht gestillt worden, denke aber nicht, dass das groß eine Rolle spielt.

      Bei meiner Tochter habe ich, Gott weiß, es wirklich versucht mit dem Stillen, aber es war aus verschiedenen Gründen so dermaßen die Hölle für mich (und das Kind), dass ich es mit dem Segen der Hebamme nach zwei qualvollsten Wochen gelassen habe. Und fortan war Frieden in unserer Familie. Außer wenn mal irgendjemand von außen mitbekam, dass ich nicht stille. Das scheint in den Augen vieler ungefähr so zu sein, als würde man sein Kind foltern. Rabenmutterverhalten der allerschlimmsten Sorte. Furchtbar, dass die Menschen sich nicht gegenseitig sein lassen können. Auch an der Stelle nicht.

      Meine Tochter ist übrigens schlank.
    • Hi,
      es gibt schon Paralellen von Flaschenkindern aus den 70 er Jahren und zum Beispiel der Vorliebe für Produkte die mit Vanillegeschmack angereichert sind.
      Da das damals der Milch zugesetzt wurde.

      Das Thema an sich finde ich aber zu Komplex um das aufs Stillen runterzubrechen.
      Mein Flaschenkind hat keine Allergien und ist mittlerweile Untergewichtig.
      Mein durchgeqäultes Stillkind hat Allergien ohne Ende und ist normal. (lt. BMI zumindest - nur für die Akte ich hasse dieses Wort - normal, was sagt das schon aus?)

      So, und nu?
      Ich selber bin Flaschenkind weil meine Mutter nach 4 Wochen wieder arbeiten ging (damals war der Mutterschutz nur 4 Wochen).
      Meine Schwester ist schlank (Kleidergröße 36) und ebenfalls Flaschenkind.

      Aber - ich liebe Vanille in jeder Form. Der Geruch beruhigt mich und der Geschmack ist einfach meins. Und DAS kenne ich von allen mir bekannten Flaschenkindern aus den 70 ern.

      LG
      Betsy
    • Babe schrieb:


      Ich verdamme nicht jede Sendung, die vielleicht noch nicht alle Erkenntnisse als Fakten übernommen haben. Es sei ihnen verziehen. Aber ich finde es interessant, dass auch Ranga Yogeshwar einräumt, dass die Wissenschaft nicht alles weiß.


      Ich habe speziell damit, dass die sagen: "Wir wissen auch nicht alles" auch das geringste Problem ;)
      Schwierig finde ich es, wenn zudem gesagt wird: "Und so lange wir es noch nicht besser wissen, haltet Diät und treibt Sport!" Denn damit treibt man - in diesem Fall schon die jüngsten - Menschen in ein problematisches Selbstbild, das beinhaltet: wer zu dick ist, ist selbst Schuld daran.

      Zum Stillen kann ich noch sagen:
      Meine Schwester wurde nicht gestillt - ist dick,
      ich wurde gestillt - bin dick.
      Es mag da Zusammenhänge geben, aber die müßte man wirklich statistisch absichern - unser aller Einzelfälle zusammengerechnet dürften da noch nicht ausreichen.