"Lebendig begraben" mit Beschwerde beim Presserat

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    • Ich schreib nicht viel. Aber das war mir doch zu viel des Bösen. Unten steht mein Kurzleserbrief.


      Lebendig begraben von Gabriele Bärtels

      Selten so ein dämliches, boshaftes und widerwärtiges Geschwafel gelesen. Menschenverachtung pur! Zwischen den Zeilen sogar faschistoider Duktus. Wenn man sich nun auf diese Ebene begeben sollte, dann gehört die Verfasserin dieser (Un-)Zeilen mit Berufsverbot belegt.

    • Ich hab denen auch was geschrieben.
      Ich habe zuvor noch nie einen Leserbrief geschrieben aber ich finde sie sollten möglichst viele Reaktionen auf so einen Artikel bekommen.
      Leider kann ich das nicht so gut wie ihr, aber das ich den Artikel ziemlich daneben finde, hab ich glaube ich, vermitteln können.

      Betrifft:
      Lebendig begraben von Gabriele Bärtels

      Text:Sollte dieser Artikel witzig sein ? Ich versichere ihnen, er ist es nicht. Ich empfinde ihn im höchsten Maße als verletzend und menschenverachtend.
      Ist das die persönliche Meinug der Autorin, so kann ich damit leben. Aber in einer seriösen Tageszeitung sollte so ein diskriminierendes, boshaftes Zeug nicht zu lesen sein.
      Ersetzen sie das Wort dick durch behindert, ausländisch, schwul usw. und ich bin sicher der Artikel wäre von ihnen voller Empörung abgelehnt worden.

      Dennoch mit freundlichen Grüßen
    • Ähm ... ich verstehe jetzt deine Frage nicht ... :confused:

      Auf ihrer Homepage ist ja eine Mailadresse angegeben. Die kannst du entweder anklicken oder aber die Adresse
      direkt in das Mailprogramm eingeben, das du verwendest.

      Rechtlich gibt es da gar nichts zu beachten ... außer dass du sie natürlich nicht mit Schimpfworten belegen darfst, die hinterher als Beleidigung ausgelegt werden könnten.

      Aber ich finde bei solchen Briefen/Mails ohnehin immer - je sachlicher, desto treffender. Dafür gibt es ja hier in den Leserbriefen schon gute Beispiele.
    • Aitack schrieb:

      Hätte ja sein können, daß man auf Artikel in der Zeitung nur mit Leserbriefen in der Zeitung reagieren darf oder so.

      Nein, nein, um Himmels Willen. Noch darf man in diesem Land schreiben, wem man will. ;)

      Ein rechtlicher Unterschied ist mir aber tatsächlich noch eingefallen: Mit einem Leserbrief an eine Zeitung gibt man in aller Regel automatisch sein Einverständnis, dass der Brief - komplett oder redaktionell gekürzt - veröffentlicht werden darf. Bei direkten Mails oder Briefen ist das nicht der Fall.
    • Hallo, ich bin neu hier und dies ist mein erster Beitrag.
      Ich habe mich auch fürchterlich über den Artikel geärgert und bin froh, daß ihr das auch so seht.
      Ich habe einen Leserbrief geschrieben und werde mein Abo kündigen.
      Mein Leserbrief:

      "Dieser Haßartikel erinnert in Tonfall und Häme an die antisemitische Hetze des Stürmers im Nazireich und ist nicht weniger rassistisch. Ein Beitrag von derartiger Bosheit und selbstgefälligen Dummheit würde in jedem Internetforum gegen die Netiquette verstoßen und die Autorin würde aus dem Forum verbannt.
      Ich finde es ungeheuerlich, daß ein Artikel, dessen Autorin offensichtlich garnichts über den Gegenstand weiß, über den Sie schreibt und der außerdem Menschen absichtlich in ihrer Würde verletzt, von der Berliner Zeitung veröffentlicht wird.
      Ich jedenfalls ziehe daraus den Schluß, das die Berliner Zeitung offensichtlich an LeserInnen, deren Körperformen dem Geschmack ihrer AutorInnen widersprechen, nicht interessiert ist.
      Oder leben die Redakteure in der Phantasie, daß dicke Leute sowieso zu dumm und zu faul sind, um ihre Texte zu verstehen und es nur die schlanken, fitten und die noch nicht verfetteten Untervierzigjährigen sind, die Berliner Zeitung lesen?
      Dann ist es ja gut, wenn ich hiermit aus diesem Kreis verabschiede und mein Abonnement kündige."

      Da ich gerade schwer mit meiner Selbstakzeptanz ringe, hat mich der Artikel wie eine Faust in die Magengrube getroffen.
      Ich bin froh, daß ich das Forum gefunden habe und die Beiträge helfen mir, mich wieder aufzubauen.
      Grüßle
      Ntschotschi
    • Ntschotschi,

      erst mal möchte ich Dir ein freundliches Willkommen schicken. :)

      Ich finde Deinen Brief (ebenso wie die anderen) sehr gut!:daumen:
      Und ich dachte eben, beim lesen so bei mir, dass dies ein besonders guter Einstand für Dich ist, denn sich die Wut und Empörung von der Seele zu schreiben, empfinde ich immer als sehr hilfreich.

      Auf eine schöne und erfolgreiche gemeinsame Zeit!
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Leserbrief

      Hallo zusammen,

      als Reaktion auf meinen Leserbrief erreichte mich folgende mail:
      ______________________________________________________________

      Sehr geehrte Frau ...,
      Sie sind beileibe nicht die Einzige, die wir mit diesem Artikel erzürnt haben – womit sich zeigt, dass der Ton der Autorin um einiges zu scharf und verletzend war und dass sie bei dem, was eine Polemik aushält, über das Ziel hinausgeschossen ist. Ich bedauere das sehr und hoffe, dass Sie uns dennoch gewogen bleiben.



      Mit freundlichen Grüßen,

      Carmen Böker

      - - - - - - - - - - - - - - -
      Carmen Böker
      Berliner Zeitung
      Redakteurin Feuilleton
      Berliner Verlag GmbH
      Karl-Liebknecht-Straße 29, D-10178 Berlin
      Persönlichen Daten der antwortenden Redakteurin wurden gelöscht
      www.berliner-zeitung.de

      ______________________________________________________________

      Ich überlege noch, ob ich antworten soll, da ich keine Polemik in dem Artikel finden konnte. Ich gehe nicht davon aus, dass die Autorin eine so schlechte Schreibe hat, dass sie Polemik nicht deutlich zum Ausdruck bringen könnte. Meiner Meinung nach hat sie sich einfach über eine Dicke aufgeregt (Geschichte beim Klamottenkauf), daraufhin ist ihr der Kragen geplatzt und ihre persönliche Meinung zu Dicken hervorgequollen.
      Meine Frage, wie so ein Artikel die Redaktion passieren kann, beantwortet Frau Böker ja nicht...

      LG
      Jesse

      P.S. Zu eurer Info, ich habe nun doch eine kurze Antwort geschrieben:

      Sehr geehrte Frau Böker,
      vielen Dank für ihre eMail.
      Leider kann ich diesen Artikel nicht mal ansatzweise unter Polemik abbuchen, sowohl die Wortwahl der Autorin als auch die menschenverachtende Schilderung mancher Szenen sprechen dagegen. Roter Faden dieses Artikel ist die Steilvorlage bzw. ein Aufruf (sinngemäß: ich sage euch endlich mal, wie es wirklich ist...) zur Diskriminierung dicker Menschen. Was mich wirklich daran enttäuscht, ist der Fakt, dass dieser Artikel ja wohl mit wissen ihrer sonst so reflektierten Redaktion publiziert wurde.

      Diese Grenzüberschreitung empfinde ich als so massiv, dass ich ihre Zeitung nicht mehr kaufen und lesen möchte. Ich verbleibe mit dem Wunsch, dass ihre Redaktion sich in einer Diskussionsrunde mal intensiv damit beschäftigt, was das Wesen eine Diskriminierung ist und wie eine Randgruppe anhand ihrer äußeren Merkmale seit Jahren in Deutschland ungestraft beleidigt, angegriffen und benachteiligt werden kann.

      Mit freundlichen Grüßen

      XY

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kubalibre ()

    • Eine gute Polemik lässt wenigstens zwischen den Zeilen eine gewisse ironische Distanz zum Thema erkennen. Die vermisse ich aber hier völlig.

      Immerhin hast du eine Antwort bekommen - leider ist das nicht selbstverständlich.

      Und wenigstens scheint über die Redaktion eine ziemliche Leserbrief-Flut hereingebrochen zu sein, und ich kann aus Erfahrung sagen, sowas bleibt nicht ohne Konsequenzen - und wenn es "nur" dazu führt, dass man sich mit dem Gegenstand der Erregung wirklich noch einmal ausführlich beschäftigt und auseinandersetzt. Hat eigentlich jemand von euch, der die Zeitung liest, in der Zeitung etwas dazu gelesen? Abgedruckte Briefe? Eine Diskussion?
    • Ich habe die Zeitung ja noch abonniert und in den letzten Tagen auch immer sorgfältig nach Leserbriefen oder Reaktionen zu dem Thema gesucht.
      Bisher bin ich nicht fündig geworden, auch nicht in der heutigen Ausgabe.
      Eine Antwort auf meine Mail habe ich leider auch nicht bekommen...
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    • Ich habe auf meinen leserbrief eine Antwort bekommen:

      "Sehr geehrte Frau ...,
      Ihre Empörung über den Artikel kann ich verstehen. Mir ging es so ähnlich, ich bin nicht gerade ein Model-Typ. . Man kann sich angesichts der gegenwärtigen Entwicklung vor allem bei Kindern schon mit diesem Thema befasssen, aber nicht auf eine solche in meinen Augen abwertende Art und Weise. Wir haben auch ziemlich viele Zuschriften bekommen, von denen wir am Wochenende einige abdrucken. Der Artikel hat also eine Diskussion angeregt. Und dazu sollen die Beiträge in einer Zeitung ja auch da sein.
      Schicken Sie Ihre Kündigung noch an den Leserservice oder soll ich diese weiterleiten?
      Mit freundlichen Grüßen
      ..."

      Ich finde die Argumentation ziemlich flach, daß der Artikel eine "Diskussion" ausgelöst habe.

      Die vier Leserbriefe, die heute dazu in der Zeitung standen, finde ich auch ein bißchen zu spärlich , um von "Diskussion" zu sprechen.
      Außerdem finde ich es ziemlich befremdend, daß beide Redaktionsleute selbst angeblich den Artikel auch verurteilen, sie ihn aber trotzdem veröffentlichen...
    • Besonders interessant finde ich auch, dass offenbar nur diejenigen, die gleich gekündigt haben oder zumindest damit drohen überhaupt eine Antwort erhalten haben, während ich z.B. als Abonnentin nichts gesagt habe und prompt keine bekam...

      Kurze Frage am Rande: Wo genau in der Zeitung sind denn die Briefe abgedruckt worden? Ich habe zwar gesucht aber keine gefunden... :-o
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    • Kann es sein, dass diese Frau Bärtels einfach in einer Flaute steckt und nur von sich reden machen möchte? (Ich habe keine Lust mir die Vita dieser Frau anzuschauen.)
      Es gibt den Spruch "Eine schlechte Publicity ist immer noch besser als gar keine."
      Ob sie danach gehandelt hat? Aufsehen (im schlechtesten Sinn) scheint sie ja genug erregt zu haben.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Ich hab es auch erst ewig nicht gefunden, weil es nämlich seltsamer Weise im Wirtschafts- und Sportteil der Zeitung stand.
      Seitenzahl weiß ich nicht und hab die Zeitung leider bereits entsorgt.
      In der heutigen Ausgabe gibt es auch wieder ein paar Leserbriefe, jedoch keinen mehr zu dem Artikel.

      Huch, oder meintest du den Original-Artikel?
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    • Wir haben eine Rezension zu diesem Artikel geschrieben, der online nicht mehr verfügbar ist, und eine Beschwerde an den Deutschen Presserat geschickt.
      Am 26. April 2008 erschien in der Berliner Zeitung ein Artikel von Gabriele Bärtels, auf den wir den Deutschen Presserat mit der Bitte um eine Rüge gegenüber der Berliner Zeitung aufmerksam gemacht haben.

      Gabriele Bärtels beginnt den Artikel mit Erlebnissen, die sie mit dicken Menschen hatte. Diesen Schilderungen folgt eine Kaskade von Behauptungen, denen ganz offensichtlich keine Recherche voranging, und persönlicher Meinungen. Sie behauptet beispielsweise, Sarkopenie sei die Umwandlung von Muskelmasse in Fett, die im mittleren Alter in Gang käme, und ereifert sich über die Bewegungslosigkeit der Gesellschaft, die die Dicken besonders kultiviert hätten.

      Die Begriffe, die sie im Zusammenhang mit dicken Menschen benutzt, lassen keinen Zweifel offen, was sie von ihnen hält: Die elefantöse Dame mit dem dreifachen Doppelkinn bekommt ihr Fett ebenso weg wie der übergewichtige Angestellte, der nur noch von seiner Tischplatte gehalten wird. Sie erinnert daran, dass Dicke bis vor ca. 100 Jahren Jahrmarktsattraktionen waren, und erklärt dem geneigten Leser, dass Dicke sonntags, statt einen Sonntagsspaziergang zu machen, herumliegen, weil sie sich freiwillig nicht bewegen. Natürlich erlebt der dicke Mensch die Welt vorwiegend durch den Mund und kennt keine anderen Gefühle als den Gaumenkitzel. Dicke Jugendliche sind nach ihrer Auffassung gigantische Maden, aus denen nie ein Schmetterling schlüpfen wird. Die Mehr-als-Molligen und der Fettkloß interessieren sich nur für das Fernsehprogramm, was Gabriele Bärtels zu Phantasien anregt, wie es wohl beim Publikum ankäme, wenn ein dicker Richard Gere auf einer Julia Roberts rumrutscht, die die Ausmaße eines Öltanks hat. Auch stellt sie sich eine Filmschlacht mit reihenweise unter den Statisten zusammenbrechenden Pferden vor. Zuletzt macht sie sich über die Art lustig, wie dicke Menschen sich bewegen, und betont, wie furchterregend ein Dicker auf dem Nebensitz im ÖPNV ist.

      Gabriele Bärtels bedauert es, dass man in den USA das Problem Übergewicht nicht offen und ehrlich ansprechen darf, ohne wegen Diskriminierung verklagt zu werden. - Nun, verklagen werden wir sie nicht, aber wir haben ihren Artikel, in dem sie sich eines Tons befleißigt, der völlig inakzeptabel ist, dem Deutschen Presserat mit der Bitte übergeben, der Berliner Zeitung eine Rüge zu erteilen:
      An den
      Deutschen Presserat
      Postfach 7160
      53071 Bonn
      [align=left]7. Mai 2008

      Titel des Artikels:
      Lebendig begraben – Eine schlanke Frau beginnt, sich vor den Dicken zu fürchten

      Name und Seite des Publikationsorgans: Berliner Zeitung (Print- und Online-Ausgabe)

      Erscheinungsdatum: 26. April 2008

      Ziffer des Pressekodex, auf die wir Bezug nehmen:
      Ziffer 1 – Achtung der Menschenwürde
      Ziffer 2 - Sorgfalt
      Ziffer 12 - Diskriminierungen


      Sehr geehrte Damen und Herren,

      [/align]
      wir schreiben Ihnen als Initiatoren von [...] und Das Dicke Forum (www.das-dicke-forum.de). Es handelt sich hierbei um ein Internet-Projekt gebildeter Dicker, die voll im Leben stehen und sich mit dem von Politik und Medien gezeichneten Bild des tumben, bewegungslosen, Hamburger mampfenden Monsters in keiner Weise identifizieren können.
      Als Anlage überreichen wir Ihnen einen Ausdruck des im Betreff genannten Artikels aus der Berliner Zeitung, der sowohl in der Print- als auch in der Online-Ausgabe am 26. April 2008 erschienen ist (der Link zur Online-Ausgabe befindet sich auf dem Ausdruck).

      Ziffer 1 des Pressekodex – Achtung der Menschenwürde

      Wir verstehen, dass die zu Beginn geschilderte Szene an der Umkleidekabine für die Autorin befremdlich war. Jedoch sind Übergriffe dieser Art nicht ein spezielles Markenzeichen dicker Menschen.

      Es folgt ein recht umfangreicher Hassartikel auf dicke Menschen. Dass es sich bei dicken Menschen um Menschen handelt, scheint der Autorin ebenso wie der Redaktion, die diesen Artikel angenommen hat, völlig unklar zu sein.

      Der Artikel ist verletzend und boshaft. Er nimmt keinerlei Rücksicht auf die Gefühle der Betroffenen.

      Ziffer 2 des Pressekodex - Sorgfalt

      Der Artikel lässt jede Recherche vermissen.

      Wenngleich die Berichterstattung über das Phänomen Übergewicht in den Medien allgemein eher diskriminierend ist, haben einige anerkannte Journalisten bewiesen, dass man fundierte, gut recherchierte Artikel zum Thema Übergewicht schreiben kann. Solche Artikel machen immer klar, dass die Ursachen von Übergewicht sehr vielfältig und bisher unzureichend erforscht sind. [...].

      Die Autorin des hier in Rede stehenden Artikels jedoch gibt vor allen Dingen ihre persönliche Meinung wieder, garniert mit ein paar Boulevard-Journalismus-Weisheiten.

      Sarkopenie beispielsweise bezeichnet den altersbedingten Muskelschwund. Dieser betrifft jeden Menschen. Dabei wird Muskelmasse keineswegs in Fett umgewandelt, wie es die Autorin behauptet. Auch gibt es kein probates Mittel, diesen Muskelschwund aufzuhalten. Zwar hilft Krafttraining, aber nur bis zu einem gewissen Grade.

      An diesem Beispiel zeigt sich, dass die Autorin gar nicht recherchiert hat, denn sie schreibt ja selbst, dass sie ihre – falsche – Erklärung für die Sarkopenie "irgendwo aufgeschnappt" hat.

      Ziffer 12 des Pressekodex - Diskriminierungen

      Man stelle sich vor, alle Begriffe in diesem Artikel, die dicke Menschen beschreiben, würden durch "Behinderte" oder "Schwule" ersetzt, um nur zwei mögliche Alternativbegriffe zu nennen. Es wäre schlechterdings unmöglich, diesen Artikel überhaupt abzudrucken.

      Vor diesem Hintergrund möchten wir Sie bitten, diesen Fall zu prüfen und eine Rüge auszusprechen. Das Klima für dicke Menschen in Deutschland ist – unberechtigterweise – ohnehin nur schwer zu ertragen. Daher sind wir der Auffassung, dass eine solch massive Entgleisung, wie sie dieser Artikel darstellt, nicht folgenlos bleiben darf.
      [align=left]
      Im Namen der acht Initiatoren von [...] / Das dicke Forum
      [/align]
      mit freundlichen Grüßen
      [...]

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: Link korrigiert

    • Finde ich absolut super, vielen Dank! :daumen:

      Ich habe heute nochmal unser gesamtes Altpapier durchforstet aber leider habe ich die betreffende Ausgabe nicht mehr gefunden. Tut mir leid! :(
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      [SIZE=1]by Fat Grrrl A[SIZE=1]ctivism[/SIZE][/SIZE]
      [/CENTER]
    • Danke, das ist lieb von Dir. Eigentlich soll man die Seite angeben, auf der das stand. Aber ich hoffe, daran wird es nicht scheitern, zumal der Artikel ja auch online steht.

      Übrigens kann sich jeder an den Presserat wenden. Wenn Ihr der Sache also noch ein bisschen mehr Gewicht verleihen wollt, dann könnt Ihr auch dorthin schreiben. Wie es geht, wird hier erklärt.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.