Anfrage eines Privatsenders

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    • Nette,
      stimmt, als ich mich noch beworben habe, war ich ganz sicher dass - zumindest bei Büroberufen, starkes Übergewicht ein hartes Aus-Kriterium inzwischen ist!
      Viele - auch Essstörungstherapeutinnen - leugnen dies, aber in der Realität ist es so. Kein schicker Manager möchte eine dem Aussehen nach "Matrone" seinen Geschäftsfreunden oder Kunden als seine Assistentin vorstellen (oder nachts geschäftlich in Clubs gehen) - das "Image" der Adipösen würde negativ auf seine Firma abfärben, haben die (vermutlich berechtigt) Angst...
      Von daher ist die Frage nach dem "Lebensunterhalt" schon berechtigt...Die Frage wäre dann, was war zuerst(!) da, die Zugehörigkeit zur Einkommensunterschicht oder das adipöse Übergewicht? Wie gesagt.ich war 95 % meines Berufslebens schlank und weiss daher echt wovon ich rede. Es ist in meinem Beruf ein gewaltiger Unterschied, ob man sich schlank-normalgewichtig oder adipös wo vorstellt (bei adipös kann man sich die Bewerbung eigentlich echt sparen und gleich zu Zeitarbeit gehen, und selbst dort dürfte es ab einer bestimmten Grösse schwer werden, genommen zu werden, weil die dann Angst haben, man wird öfters krank, ist weniger belastbar, schadet dem Firmen-/Produktimage, etc.). Ein sehr guter Arbeits-Lebbenslauf ohne jegliche Arbeitslücken bügelt zwar einiges aus, aber wenn ein Arbeitgeber die Wahl zwishcen 2 gleich qualifizierten Bewerberinnen hat, wird er im Normalfall nicht die Adipöse wählen! Bei Bewerbungen gilt: Alles, was kein Vorteil für die Firma ist, kann (muss natürlich nicht) ein Nachteil sein! Und adipöses Gewicht ist nunmal kein "Vorteil" für die Firma...

      Die Firman haben auch Bedenken, hat mir eine PErsonalberaterin erzählt, die ich danach direkt fragte, dass man als Adipöse nicht ins ansonsten nur schlanke Team passt, also von den anderen nicht voll akzeptiert wird und es Mobbingprobleme geben könnte und erspart sich dann lieber gleich die Anstrengung/den Versuch mit einem Dicken...
    • Himbeere schrieb:

      stimmt, als ich mich noch beworben habe, war ich ganz sicher dass - zumindest bei Büroberufen, starkes Übergewicht ein hartes Aus-Kriterium inzwischen ist!
      Diese Erfahrung habe ich nie gemacht. Als ich vor vier Jahren von NRW nach BaWü gezogen bin, habe ich nach einem Sabbatjahr exakt eine Bewerbung geschrieben und wurde wieder geschätzte Chefsekretärin. Ich glaube, dass Qualifikation, Umgangsformen, Allgemeinbildung und Auftreten da durchaus auch eine Rolle spielen.

      Gelernt habe ich Hotelfachfrau. Ich scheue mich nicht im Geringsten, mich auch auf blankem Parkett zu bewegen, wenngleich ich den bodenständigen Stil der hiesigen Wirtschaft gewissen Gepflogenheiten in Düsseldorf in hohem Maße vorziehe.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Himbeere schrieb:

      als ich mich noch beworben habe, war ich ganz sicher dass - zumindest bei Büroberufen, starkes Übergewicht ein hartes Aus-Kriterium inzwischen ist!

      Daran glaube ich auch nicht!

      Ich habe zwar keinen klassischen Büroberuf, aber ich arbeite in einem Bereich mit starker Öffentlichkeitswirkung, und ich werde immer und immer wieder in die erste Reihe gestellt, wenn es gilt, nach außen zu repräsentieren. Mit Chefs oder ohne, ganz egal. Und da ich Freie Mitarbeiterin bin, bestätigt mir meine dauerhafte Beschäftigung und das hohe Maß an Anerkennung, die mir immer wieder zuteil werden, dass Äußerlichkeiten eben doch keine Rolle spielen, wenn man sonst eine Menge zu bieten hat.
    • Auch ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. In meinem Gewerbe wird bei der Delegation von Mitarbeitern in öffentliche und halböffentliche Konferenzen nur nach Kompetenz entschieden - nicht nach Stromlinienform und Outfit!

      stübbken
    • Öffentliche Konferenzen haben wir keine, nur interne mit i.d.R zwischen 100 - 200 internationalen Teilnehmern und da entscheidet sich die Frage, wer welche Themen präsentiert, definitiv nicht nach Aussehen sondern nach Kompetenz und Vortragsgeschick bzw. guten Nerven. Im Gegenteil, da ich mir mit sowas relativ leicht tue (inzwischen - bei meinem ersten Vortrag auf Englisch zu einem Fachthema vor ca. 100 Leuten bin ich auch fast gestorben, aber man gewöhnt sich an alles :-D) hat mein Chef letztes Jahr sogar vorgeschlagen, ich möge doch lieber die Themen der eher präsentationsschwachen Vortragenden übernehmen, während diese nur dabei sind und bei Fragen einspringen. Es hat also niemand ein Problem damit, mich in die erste Reihe zu stellen oder mich dort zu sehen. Weil es ja eben nicht darum geht, mich anzuschauen, sondern die Inhalte zu verstehen, die ich vermitteln will. Das gilt genauso für andere Kollegen, die auch nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, aber einfach gute Presenter sind und ihr Thema gut 'rüberbringen. Da hat sich noch niemand beschwert.

      Auch bei Bewerbungen wird auf die fachliche Kompetenz und auf eine freundliche Art der Bewerber geachtet und nicht auf's Aussehen. Klar, wir Frauen, die wir in der Überzahl sind, lästern derzeit immer, dass wir als neuen Kollegen endlich mal einen hübschen Buben haben wollen und nicht wieder ein weibliches Wesen, aber am Ende werden wir mit diesen Kriterien wohl wieder nicht gehört werden. ;)
    • Himbeere schrieb:

      war ich ganz sicher dass - zumindest bei Büroberufen, starkes Übergewicht ein hartes Aus-Kriterium inzwischen ist!


      Wo liegt Deine Definition von starkem Übergewicht?
      Alles über einem BMI von 30 so wie es die Ärzte definieren?
      Dann muß ich strikt sagen dass mein Gewicht (seit vielen Jahren BMI 32/33/34) in den allerwenigsten Fällen Grund für eine Absage war - ganz konkret erinnern kann ich mich nur an einen Verlag in dem lauter überschlanke überstylte Mädels rumrannten und ich mich schon wegen der Ouitfitfrage nicht wohl gefühlt hätte.


      Die Firman haben auch Bedenken, hat mir eine PErsonalberaterin erzählt, die ich danach direkt fragte, dass man als Adipöse nicht ins ansonsten nur schlanke Team passt, also von den anderen nicht voll akzeptiert wird und es Mobbingprobleme geben könnte und erspart sich dann lieber gleich die Anstrengung/den Versuch mit einem Dicken...


      Ich wurde noch nie wegen meinem Gewicht gemobbt, wieso auch?

      Denke die eigene Ausstrahlung zeigt den anderen schon was möglich ist oder nicht....

      Grüße

      Ulrike
    • Ich finde es schon einen Unterschied, ob man arbeitslos ist und sich irgenwo bewirbt oder ob man innerhalb eines Unternehmens repräsentative Aufgaben übernimmt oder Schulungen hält. Bin ich schon wo in Lohn und Brot, kennt man mich, weiß wie ich mit meinem Übergewicht umgehe und wie ich auf andere wirke.

      Die kann ich durch eine schriftliche Bewerbung nicht rüberbringen.

      Deshalb gilt das

      Ulrike schrieb:

      Denke die eigene Ausstrahlung zeigt den anderen schon was möglich ist oder nicht....

      frühestens für das Vorstellungsgespräch.
      ]
    • Also ich finde sehr wohl, das starkes Übergewicht eine Rolle bei Vorstellungsgesprächen spielt. Ich habe es doch gerade selbst wieder gespürt. Ich spreche hier von einem Gewicht zwischen 150 und 160 kg bei einer Größe von 165cm. Als ich noch so um die 120kg gewogen habe, hatte ich auch keine Pobleme. Ich glaube nicht daran, das ich nochmal einen Bürojob bekomme und im Verkauf wird es auch wieder ein Problem werden.

      LG Katrin
    • Nette schrieb:

      Katrin, das wiederum glaube ich nicht. Es dauert vielleicht nur etwas länger oder benötigt unkonventionelle Wege.



      Ja das könnte natürlich auch gut sein. Vielleicht komme ich auch mal an den richtigen Personalchef oder der Zufall hilft. Es soll ja auch Menschen geben, die nicht nur nach dem Äußeren gehen. Nach der Absage habe ich auch gesagt, dass ich nicht für Leute arbeiten will, die mich nach dem Aussehen beurteilen, ohne Näheres über mich zu wissen. Aber es tut doch erstmal weh.
      Ich probiere es trotzdem weiter, zum Glück habe ich auch keinen Druck, ich bekomme kein Geld vom Staat und wir kommen auch mit einem Gehalt mehr oder weniger zurecht.

      LG Katrin
    • dicke Mama schrieb:

      Ich glaube nicht daran, das ich nochmal einen Bürojob bekomme und im Verkauf wird es auch wieder ein Problem werden.
      Vielleicht ist genau das das Problem. Ich habe großes Vertrauen in mein Schicksal. Oben geschildertes Szenario spielte sich bei meinem damaligen Gewicht von 180 kg ab. Und den Job davor habe ich Anfang der 90er mit ihmmerhin 156 kg bekommen.

      Und bevor ich hier runter gezogen bin, habe ich von NRW aus einzelne Versuchsballons gestartet und hatte im Jahrhundertsommer 2003 zwei Vorstellungsgespräche.

      Das erste Vorstellungsgespräch habe ich allerdings versiebt, weil ich dort aufgetakelt wie eine Segelfregatte aufgelaufen bin, wie man das in Düsseldorf eben so erwartet. So was kommt hier nicht so gut an.

      Einen der Gesprächspartner aus dem zweiten Gespräch, zu dem ich dann in Bluse und Hose gegangen bin, habe ich später mal im Supermarkt getroffen. Er hatte mich entdeckt und rief quer durch den Laden nach mir. Er wusste meinen Namen noch. Er erklärte mir, dass sie sich damals für einen anderen Bewerber entschieden hätten, weil der etwas bereits konnte, was ich erst noch hätte lernen müssen. Er sagte mir aber, dass ich mich phantastisch präsentiert hätte.

      Wenn Du an Dich und Deine Fähigkeiten glaubst, dann wirst Du das auch ausstrahlen. Dann ist es ziemlich egal, ob Du dick oder dünn bist.

      Martina
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • die werbebranche ist sehr oberflächlich und auch viele kunden erwarten von werbern ein bestimmtes äußeres.
      in einer agentur bräuchte ich mich nicht mehr vorstellen, keine chance (auch weil ich mit 43 zu alt bin). richtige werber reagieren auch gerne mal mit einem iiiiiiihhh... auf mich und lassen jedes benehmen missen. aber manche jobs bekäme ich vielleicht, nicht die großen dinger, bei denen es richtig kohle gibt. sondern eher die kleinen maloche-jobs, wo sie dann um jeden cent feilschen.

      bei kunden, für die ich direkt arbeite und bei frauen sieht es anders aus. da sind manche erst vielleicht irritiert, aber sobald meine energie rüberkommt, ist es ihnen gleich. sie denken sich vielleicht, wie kann eine gescheite frau sich derart gehen lassen, aber sie sagen es nicht.

      ich seh meine zukunft weiter in der selbstständigkeit, auch wenn es so schwer ist wie derzeit. und auch wenn ich ständig daran arbeiten muss, neue geschäftsfelder zu eröfffnen, um bis ins hohe alter arbeiten und geld verdienen zu können.

      @ katrin: martina hat recht. es ist klar, dass du jetzt gekränkt bist. aber probier es weiter und versuch vor allem, daran zu glauben. falls sich sowas versuchen lässt. glaub an dich.
    • Ich danke euch alle für den Zuspruch und die Ratschläge, besonders dir Martina. Du hast mir vieles voraus, ich muss noch soviel lernen, um mich selbst auch wieder mögen zu können. Ich kann es immer nur schwer ausdrücken, was mich so bewegt, aber ich bin immer wieder froh, dass ich auf dieses Forum gestoßen bin.

      LG Katrin