Mittwoch, 21.15 h, ARD

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    • Mittwoch, 21.15 h, ARD

      Hart aber fair zum Thema "Dick, dicker, deutsch - Wer macht uns so fett?"

      Eine Gästeliste ist noch nicht online, vielleicht suchen sie noch verzweifelt Dicke, die in ihr Schema passen? :ironie:

      Ich kann mich noch gut daran erinnern, mit welch hämischen Grinsen der m. E. sehr selbstgefällige Moderator die Sendung zu der "Fit statt Fett"-Kampagne eingeleitet hat - sinngemäß und aus dem Gedächtnis:

      Wo ist denn eigentlich das Problem? Es gibt doch auch Särge in XXL.
      Sehr originell!
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    • Die Gästeliste ist jetzt online.

      Lauwarmer Verein, wenn ihr mich fragt.
      Zumindest sieht es so aus.
      Sarah Wiener ist eine supernette Frau, aber in puncto dicker Thematik völlig ahnungslos. Und ob Rainer Hunold irgendwas reißen wird außer dass man ihn als dickes "Model" vorführt und einen Mann, der "isst was ihm schmeckt" ... ich weiß es nicht.

      Das Gästebuch ist diesmal wenigstens nicht schon von vornherein randvoll mit Polemik gegen Dicke. Sind ein paar sehr vernünftige Beiträge darunter. Vor allem geht es eben auch um die Qualität des Essens und den vielen Industriefraß. Insofern bin ich echt gespannt auf den Gast von "Intersnack Knabbergebäck". :teufel:
    • Lunix schrieb:

      Hart aber fair zum Thema "Dick, dicker, deutsch - Wer macht uns so fett?"


      Sehr originell!
      Ich finde schon die Überschrift provokant. Angeblich sind doch vom Übergewicht alle Industrienationen betroffen und in zunehmendem Maße auch Schwellenländer. Zudem heißt es in offiziellen Studien deutscher Ministerien gerade in Migrantenfamilien gibt es mehr Übergewicht als in detuschen Familien. Mal abgesehen von der Fragwürdigkeit das Gewicht an der Herkunft festzumachen.

      Wofür muß ich eigentlich noch herhalten? Jetzt bin ich als Dickster (dich, dicker, dickster) natürlich Deutscher. :mad:
      "Manche machen gleich zwei Diäten, weil eine nicht satt macht." Harald Schmidt
    • Da sie zum Mitdiskutieren auffordern, habe ich gerade diese Mail an die Redaktion gesandt:
      Guten Abend,

      dies sind die Fragen der acht Initiatoren von www.das-dicke-forum.de, der Plattform der Dicken, die sich mit dem von Politik und Medien gezeichneten Bild des tumben, bewegungslosen, Hamburger mampfenden Monsters partout nicht identifizieren wollen:

      Der BMI wurde von einer amerikanischen Lebensversicherung erfunden. Die heute "gültige" BMI-Skala wurde von der International Obesity Task Force (IOTF) in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) willkürlich festgelegt. Die IOTF wird maßgeblich von Pharmafirmen gesponsert. Studien haben gezeigt, dass Menschen mit einem BMI von 25-30 die gesündesten sind. 33 Mio. der angeblich 50 Mio. übergewichtigen Deutschen haben einen BMI von 25-30. D.h. nicht 60% der Deutschen haben ein möglicherweise gesundheitsgefährdendes Gewicht, sondern maximal 20%.

      Wie erklärt Herr Seehofer diese Irreführung der Öffentlichkeit?

      * * * * *

      Der intelligente Dicke (ja, den gibt es!) weiß, dass er sich in der Regel nicht schlechter ernährt als sein schlanker Mitmensch. Eher ernährt er sich sogar deutlich gesünder, da er sich zwangsläufig viel intensiver mit Ernährungsfragen beschäftigt hat. Dass schlanke Menschen mehr für ihre Figur tun als Dicke ist ein Ammenmärchen.

      Warum sprechen wir eigentlich nicht mal über die meistenteils grottenschlechten Ernährungsgewohnheiten schlanker Menschen?

      * * * * *

      In unserer Selbsthilfearbeit konnten wir feststellen, dass die Mehrheit der dicken Menschen unter Übergewicht auslösenden Stoffwechselerkrankungen wie z.B. der Hashimoto Thyroiditis oder anderen Schilddrüsenunterfunktionsstörungen leiden. Adipositas ist keine Krankheit, sondern das Symptom vieler verschiedener Grunderkrankungen. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens ein Drittel der Deutschen schilddrüsenkrank ist.

      Inwieweit wurde der Aspekt der Übergewicht verursachenden Stoffwechselerkrankungen bei der Verzehrstudie berücksichtigt?

      Was gedenkt die Bundesregierung zur Erforschung der wahren Ursachen von Adipositas kurz-, mittel- und langfristig zu tun?

      Warum werden dicke Menschen, insbesondere dicke Kinder, nicht routinemäßig endokrinologisch untersucht? Warum müssen sie sich solche Untersuchungen immer noch mühsam erbetteln, da ihnen unterstellt wird, sie suchten nur nach einer bequemen Ausrede?

      * * * * *

      Neben dem "Aktionsplan Ernährung und Bewegung" wurde unlängst von Mitgliedern der Bundesregierung die Aktion "Leben hat Gewicht" zur Bekämpfung von Anorexie und Bulimie aus der Taufe gehoben. Schnittmenge der Initiatoren beider Aktionen ist Ulla Schmidt.

      Ist es der Bundesregierung bekannt, dass die Hauptursache für die Essstörungen Anorexie und Bulimie die Diffamierung dicker und vermeintlich (s.o. BMI 25-30) dicker Menschen ist?

      Wie erklärt die Bundesregierung, dass sie mit ihrer Anti-Dicken-Kampagne einerseits Essstörungen fördert und andererseits nahezu zeitgleich ein Programm gegen "dünne" Essstörungen initiiert?


      Ist der Bundesregierung bekannt, dass es auch eine "dicke" Essstörung gibt, die die gleichen Ursachen wie Anorexie und Bulimie hat, nämlich die Binge Eating Disorder (BED)? Welche Initiative plant die Bundesregierung zur Bekämpfung von BED?

      * * * * *

      Dicke Menschen mittleren Alters von heute sind die Nachwehen der Anti-Dicken-Kampagne der 70er Jahre. Seit 30 Jahren wird ein normaler und ungezwungener Umgang mit Nahrung systematisch untergraben. Die aktuelle Aktion der Bundesregierung zementiert diese ungute Entwicklung einmal mehr.

      Ist die Bundesregierung sich klar darüber, dass sie mit ihrer Kampagne die Dicken von morgen züchtet, so wie es ihre Vorgänger in den 70er Jahren getan haben?

      * * * * *

      Mit ihrer aktuellen Aktion und der sich darum rankenden Mediendiskussion macht die Bundesregierung ihr halbes Volk gegenüber der Restbevölkerung unmöglich.

      Wäre es nicht sinnvoller und weniger kostenintensiv, das Selbstwertgefühl der Bevölkerung zu stärken, damit sie nicht in immer neue krankmachende Diäten und die daraus resultierenden Essstörungen und Gewichtszunahmen (Stichwort: Jojo) getrieben werden?

      * * * * *

      Bewegung ist wichtig – für jeden Menschen. U.a. dank der erschreckend unfundierten politischen und medialen Kampagnen gegen dicke Menschen ist Sport aber für Dicke einem Spießrutenlauf gleichzusetzen. Die Gesellschaft erwartet von den Dicken, dass sie sich bewegen. Gleichzeitig beschimpft sie aber sich bewegende Dicke.

      Ist es der Bundesregierung bekannt, dass es nur psychisch sehr widerstandsfähigen dicken Menschen möglich ist, Sport zu treiben, da dicke Menschen zur öffentlichen Beschimpfung freigegeben sind?

      Was gedenkt die Bundesregierung, kurz-, mittel- und langfristig gegen dieses nahezu unerträgliche Klima zu unternehmen, dem die Hälfte ihres Volkes ausgesetzt ist?

      * * * * *

      Unsere wichtigste Frage an Politik und Medien:

      Warum reden Sie eigentlich permanent ÜBER die Dicken und nicht MIT ihnen???

      * * * * *

      www.das-dicke-forum.de ist ein privates, unabhängiges, subjektives und nonkonformistisches Internet-Projekt engagierter dicker Menschen.

      Wir sammeln Fakten zu den vielfältigen Ursachen von Adipositas, stellen Politik und Medien in Frage, sprechen über Lebensfreude (die wichtigste Voraussetzung für Gesundheit), über gesunde Ernährung, die Spaß macht, Freude an Bewegung, Mut zum Anderssein und über einen realistischen Umgang mit unserem Übergewicht.


      Mit freundlichen Grüßen

      ...

      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Ein sachlicher Beitrag von mir, den ich gestern geschrieben habe und in dem ich auf dieses Forum verwiesen habe, wurde schonmal nicht veröffentlicht. Dafür sämtliche hingerotzten Polemiken anderer Leute.

      Schon seltsam.

      Mann, wenn das da oben jemand aus der Redaktion ernst nähme und in die Sendung einbrächte ... *träum*
    • Sally schrieb:

      Ein sachlicher Beitrag von mir, den ich gestern geschrieben habe und in dem ich auf dieses Forum verwiesen habe, wurde schonmal nicht veröffentlicht. Dafür sämtliche hingerotzten Polemiken anderer Leute.

      Schon seltsam.


      Nee, eigentlich nicht. Es passt in das Bild, dass ich mir von dieser Sendung gemacht habe. Ich glaube auch, dass es kein Zufall ist, dass ein kompetenter Kritiker wie Udo Pollmer mal wieder nicht eingeladen wurde.

      Den Text von Martina würde ich gerne - leicht abgeändert - in einem Printmedium als offenen Brief an die Bundesregierung und die Medien lesen. *träum*
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    • Guter Brief, Martina!

      Da aber die öffentlich-rechtlichen Sender nicht ganz unabhängig von Einschaltquoten sind, fürchte ich, daß Dein Brief in der Redaktion überflogen und anschließend fachgerecht entsorgt wird, weil die Fakten, die Du aufzählst, nicht ins allgemeine Weltbild passen.
    • oh, erst jetzt gesehen. sehr gut gemacht, martina, schön!
      ich muss mich immer ein bisschen konzentrieren, um eure politiker und promis alle richtig einzuordnen.
      irgendwie hab ich ja das gefühl, dass das bei euch viel ärger gefahren wird als bei uns. woran könnte das liegen? daran, dass ihr aufgrund von mehr bevölkerung und größe einfach viel mehr arbeitslose, arme, von armut gefährdete menschen habt?
      dass da leute zwangsbeschäftigt, zwangsdiszipliniert werden sollen?
      es wird ja auch immer so zementiert, dass dicke überwiegend arm sind. white trash, jaja.

      bin gespannt auf eure weiteren berichte.
      bravo, martina.
    • Also ich fand die Sendung ganz gut!
      Rainer Hunold ist absolute Klasse, auch wenn ich ihm seinen BMI nicht abnehme ;) aber das ist eigentlich unerheblich was er wiegt. Sein Statements "Wohlfühlen egal was jemand wiegt" "will riechen, will Hunger bekommen, will genießen" fand ich sehr gut.

      Werner Wolf "Der Mäster" na der Titel hat ihm nicht gefallen :D aber er denkt ja auch dass die Verbraucher so gut informiert sind über seine Produkte dass eine weitere Kennzeichnung nicht nötig ist. Kennzeichnet aber freiwillig. Ein guter Einwurf von ihm: Kinder essen auch oft zu viel weil sie illusionslos aufwachsen, keine Chancen sehen, Hinweis auf Kummerspeck.

      Die Demonstration mit dem Kinderriegel und Kindertrunk war interessant - nur wissen das nicht eigentlich alle dass diese Produkte nicht wirklich Nahrungsmittel sind sondern reine Süßwaren?

      Ampelsystem ist heftig umstritten, bin gespannt was letztendlich entschieden wird. Fettfreie Wurst - fand ich ekelhaft die Vorstellung das zu essen

      Sarah Wiener fand ich so naja, einerseits betont sie dass richtiges Kochen wichtig ist was ich völlig richtig finde, andererseits pauschalisiert sie wieder bei "ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes, Zucker" oder "Depressionen können durch Ernährungsumstellung geheilt werden".

      Trotzdem insgesamt gut, schöne Diskussion.

      Grüße

      Ulrike
    • Ulrike schrieb:

      Sarah Wiener fand ich so naja, einerseits betont sie dass richtiges Kochen wichtig ist was ich völlig richtig finde, andererseits pauschalisiert sie wieder bei "ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes, Zucker" oder "Depressionen können durch Ernährungsumstellung geheilt werden".
      Es gibt tatsächlich Studien, die belegen, dass zumindest leichte Depressionen sich bessern können durch einen hohen Anteil von Omega-3-Fettsäuren im Essen (Fisch etc.) sowie reichlich Kohlehydraten. Aber sicher funktioniert das nicht für jede/n und vor allem nicht bei schweren Depressionen.

      Rainer Hunold fand ich umwerfend. Er hat schon in den ersten zehn Minuten ein paar so wesentliche Statements abgegeben, dass ich dachte, wow, der Mann hat bei uns gelesen! ;)

      Sein BMI dürfte allerdings in der Tat locker mal so um die 35, 36, 37 liegen. Weiß ich nicht, warum er da gelogen hat. Vielleicht war er lange nicht mehr auf der Waage?
    • Also, auch mir hat die Diskussion in vielen Teilen gefallen, und wie den meisten hier sprach auch mir der Rainer Hunold aus der Seele. Geärgert hatten mich allerdings Frank Plasberg´s Fragen zu Beginn der Sendung, die vollgespickt waren mit den Allerweltsthesen, was das Dicksein in Deutschland angeht. Entweder ist Frank Plasberg seit seinem "Umzug" vom 3. WDR-Programm ins heilige Erste ein Stück selbstherrlicher geworden, oder er wollte mit diesen Klischees bewußt provozieren.
    • Ulrike schrieb:

      Fettfreie Wurst - fand ich ekelhaft die Vorstellung das zu essen


      Ich nicht! Eine Wurst, in der tatsächlich nur Muskelfleisch und nicht noch extra pures Fett beigemengt ist, finde ich super!

      klein und fein schrieb:

      Geärgert hatten mich allerdings Frank Plasberg´s Fragen zu Beginn der Sendung, die vollgespickt waren mit den Allerweltsthesen, was das Dicksein in Deutschland angeht. Entweder ist Frank Plasberg seit seinem "Umzug" vom 3. WDR-Programm ins heilige Erste ein Stück selbstherrlicher geworden, oder er wollte mit diesen Klischees bewußt provozieren.


      Eher provozieren, denke ich.
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