Magenbandpapst unter Verdacht der Körperverletzung mit Todesfolge

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    • Magenbandpapst unter Verdacht der Körperverletzung mit Todesfolge

      Zum Thema Ehemaliger Chefarzt unter Verdacht könnt Ihr hier diskutieren.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Administrator () aus folgendem Grund: Link aktualisiert

    • Ich habe den Link von Biggerman erhalten. Er hatte, glaube ich, hier auch schon mal darüber berichtet, dass dieser Arzt wohl schon mal mit nicht funktionierenden, selbst entwickelten Magenbändern in Magdeburg aufgefallen ist.
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    • Herrscher über Leben und Tod

      Aus Spiegel Online

      Was in diesem Artikel steht ist so unfaßbar, daß es mich an Zustände in Eugon Kogons Buch "Der SS Staat" erinnert. Stichwort "Zitrone"

      [Deine Wünschen in allen Ehren ... aber äußere sie bitte nicht in diesem Forum. Danke!]

      P.S.: Ach ja, er hat auch in großem Umfang AC bestrieben.
      "Manche machen gleich zwei Diäten, weil eine nicht satt macht." Harald Schmidt
    • Hallo Cassandra,

      da wir das Thema schon mehrfach hatten, habe ich Deinen Beitrag in den entsprechenden Thread verschoben.

      Was die editierte Äußerung betrifft, möchte ich darauf hinweisen, dass WIR für das, was im Forum steht, jederzeit verantwortlich sind, auch wenn es von einem User kommt. Und da ich Deinen Wunsch nicht teile, weil ich nicht daran glaube, das so etwas eine Lösung wäre, möchte ich für diese Äußerung auch nicht verantwortlich sein. Ich bin sicher, Du verstehst das.

      Gute Nacht
      Martina
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    • Martina schrieb:

      Hallo Cassandra,
      Was die editierte Äußerung betrifft, möchte ich darauf hinweisen, dass WIR für das, was im Forum steht, jederzeit verantwortlich sind, auch wenn es von einem User kommt. Und da ich Deinen Wunsch nicht teile, weil ich nicht daran glaube, das so etwas eine Lösung wäre, möchte ich für diese Äußerung auch nicht verantwortlich sein. Ich bin sicher, Du verstehst das.

      Gute Nacht
      Martina
      Es war mir klar, daß das editiert werden würde.

      Es erinnert mich daran, daß meine Schwester in der ausbildung im OP dabei war, als ein betrunkener Chirurg ein Kind zu Tode operiert hat. Das ganze wurde vertuscht, der Totenschein gefälscht, die Einträge im Op Buch geändert und den Anwesenden im OP in Einzelgesprächen geraten sich jedweder Äußerungen gegenüber den Eltern zu enthalten. Man ließ durchblicken wer das Sagen in der Klinik hat.

      Mein Schwester hat in der gleichen Woche gekündigt und einen neuen Beruf gelernt.

      Mein Vater wäre beinahe durch Ärztepfusch ums Leben gekommen.

      Mir sagte man in der Bonner Uniklinik ich sei 1992 so falsch behandelt worden, daß es ein Wunder sei, daß ich überlebt habe.

      Und deswegen sage ich Dir, auch wenn es Dich abstößt, ich würde das was ich mir oben wünschte sogar selbst tun, wenn man mich denn ließe.
      "Manche machen gleich zwei Diäten, weil eine nicht satt macht." Harald Schmidt
    • Mal abgesehen davon ... irgendwas fehlt in diesem Thread. Da war doch noch ein Beitrag von biggerman dazwischen. Weiß jemand, wo der hingekommen ist? *grübel*

      Cassandra, ich kann Dich ja verstehen. Ich kenne solche Geschichten auch und habe sie selbst erlebt. Irgendwas läuft diesbezüglich in Deutschland ziemlich schief. Aber das ist trotzdem NIE eine Lösung. Und ich denke, dass Du das auch weißt.

      Ich muss jetzt schlafen gehen. Gute Nacht!
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    • Martina schrieb:

      Hallo Cassandra,

      da wir das Thema schon mehrfach hatten, habe ich Deinen Beitrag in den entsprechenden Thread verschoben.

      Gute Nacht
      Martina
      Dumm von mir. Das ist mir entgangen. für mich war der Artikel im Spiegel neu.
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    • Martina schrieb:

      Aber das ist trotzdem NIE eine Lösung. Und ich denke, dass Du das auch weißt.

      Ich muss jetzt schlafen gehen. Gute Nacht!
      Nein, ich weiß es nicht. Es macht mir angst, denn irgendwann werden wir alle alt und behandlungsbedürftig.

      Und hier wird über soviele Dinge diskutiert, warum nicht darüber?

      Und ja, du hast recht, es ist keine Lösung, weil es nachträglich nichts verändert.

      Mein Gott, ich darf nicht mal ein Amatuerfunkgerät benutzen, ohne Lizenz oder einen Fisch angeln ohne Prüfung in Deutschland, aber jeder approbierte Mediziner darf operieren, was er sich selbst zutraut und danach heißt es eine Krähe hackt der anderen im Normalfall kein Auge aus.

      Ich habe noch nie an das Gute im Menschen geglaubt. Überall da wo Leute in einer Organisation ohne Checks and Balances ihren Egoismen frönen können, wird es immer schwarze Schafe geben, die das schamlos ausnutzen.

      Aber offensichtlich interessiert das nicht wirklich, solange man nicht selbst betroffen ist.
      "Manche machen gleich zwei Diäten, weil eine nicht satt macht." Harald Schmidt
    • Lanze für die Ärzte..........

      ...ich bin Krankensr.- Geschichten, selbst erlebte und beobachtete, wo was schief lief , könnte auch ich erzählen.
      Und sicher gibts auch die skrupellosen, fahrlässigen, geldgierigen, ignoranten Persönlichkeiten untem medizinischen Personal.
      Besonders schlimm, weil wir vertrauen können müßen und weil hier ein Fehler leider immer fatal sein kann.

      Aber mir sind mehr all die jungen Menschen vor Augen, die diesen verantwortungsvollen, Beruf ergreifen- in den ersten Jahren kaum ihr Auskommen damit haben und kaum noch ein Privatleben.
      Die sich mehr als den ....aufreißen, die auch nach Doppelschicht noch freundlich bleiben...denen man zumutet, daß sie mit all dem Erlebten einfach so fertig werden....denen man abverlangt , niemals Fehler machen zu dürfen und deren ganze Ausbildung für die Katz war, passiert doch mal einer.

      Ich habe soviele unglaublich angagierte Menschen in dem Bereich gesehen.
      Die fallen mir zuerst ein....die Anzahl derer, die wirklich nicht Artzt sein sollten oder wo ein Fehler vermeidbar gewesen wäre, ist verschwindent gering gegen die "Guten".
    • Halbgötter in weiss - dieser Titel kommt doch nicht von ungefähr!

      In jeder Organisation in der es wenig Feedback und Kontrolle gibt, bestehen diese Probleme. Wenn Menschen in so starke Hierarchien eingebunden sind und bei Meinungsäußerungen gegen die Weisungsbefugten Angst um ihre berufliche Reputation haben müssen ist es schwer, etwas zu ändern.

      Das Problem liegt in der mangelden Transparenz. Wenn alle davon ausgehen würden, dass auch Ärzte nur Menschen sind die Fehler machen und sie von dem Sockel heben würden, kämen wir zu einem besseren gemeinsamen Umgang.

      Durch den Wechsel im Zugang zur Information, zum Internet ist es auch Menschen mit einem nicht so hohen Bildungsstand oder wenig Grundwissen in der Medizin möglich sich über Foren und Newsgroups so zu informieren, dass sie Gesprächspartner ihrer Ärzte werden können. Nun müssen die Mediziner das auch noch begreifen und akzeptieren und wir haben die Chance eine bessere Medizin zu bekommen. Es gibt Mediziner, die das bereits praktizieren und es werden mehr werden.

      Aber es bedeutet auch, dass wir die aktive Verantwortung für uns übernehmen müssen und sie nicht einfach an Mediziner abgeben können. Aber - im Umkehrschluß - sie uns auch nicht wieder wegnehmen lassen!

      Btw - ich bin auch Opfer von Ärztepfusch - Kommentar des Gutachters vor Gericht: Eigentlich überlebt man das nicht, aber sie haben überlebt, also war es wohl doch nicht so schlimm... Geärgert hat mich damals extrem, dass der behandelnde Arzt von seiner Versicherung angewiesen worden war, nicht zuzugeben, dass ein Fehler in seiner Praxis passiert war. Er hat es unter vier Augen zugegeben aber vor Gericht abgestritten. Gewonnen habe ich nur, weil mein Doc über seine eigene Arroganz gestolpert ist.
    • Leider gibt es in der Tat überall so 'ne und solche. Die Geldgier schaltet bei manchen jegliche Moral aus.

      Ich persönlich kann allerdings nur sagen: Ohne meine drei OPs in den letzten 12 Jahren und die sowohl fachlich als auch menschlich großartige Behandlung in einem Krankenhaus hier in der Stadt hätte ich weder die Lebensqualität, die ich jetzt habe, noch hätte ich ein Kind. Hätten die Ärzte im Dezember 1995 nicht so umsichtig und schnell gehandelt, wäre ich noch nicht mal mehr am Leben.

      Ich weiß, dass es auch die anderen Fälle gibt, aber einen ganzen Berufsstand pauschal zu verurteilen halte ich für mehr als unangemessen. Von "Halbgöttern in Weiß" kann doch schon lange keine Rede mehr sein, wenn man sich die Situation der meisten sowohl niedergelassenen als auch angestellten Ärzte anschaut.
    • ich ertappe mich auch dabei, über "die ärzte" zu schimpfen. leider hab ich in den letzten jahren viele negative erfahrungen gemacht, aber eben auch einige gute.
      zu diesem herrn aus den schlagzeilen. das ist ungeheuerlich. das sind ja auch keine einmaligen fehler, das ist wahnsinn.

      mein vater starb auch letztendlich an infektion infolge einer darmoperation, allerdings hatte er sich bis zum darmdurchbruch geweigert, ins spital zu gehen. was ich absolut nachvollziehen konnte, war er doch davor mit seiner lungenkrebserkrankung völlig alleingelassen und auch noch falsch behandelt worden.
      er wurde operiert, was ihm jede kraft geraubt hat, ohne dass vorher durch ein einfaches kopf-ct geklärt worden wäre, ob er metastasen hätte.

      aber es gibt auch gute ärztinnen und ärzte. wenn die auch noch mehr zeit hätten für ihre patienten und nicht wie am fließband arbeiten müssten, wäre einiges besser.
    • Sally schrieb:


      Ich weiß, dass es auch die anderen Fälle gibt, aber einen ganzen Berufsstand pauschal zu verurteilen halte ich für mehr als unangemessen. Von "Halbgöttern in Weiß" kann doch schon lange keine Rede mehr sein, wenn man sich die Situation der meisten sowohl niedergelassenen als auch angestellten Ärzte anschaut.
      Da fühle ich mich angesprochen. Es ging mir nicht darum einen ganzen Berufsstand zu verteufeln. Aber dieser im Spiegelartikel angesprochene Doktor hat kriminell gehandelt.

      Natürlich gibt es immer Licht und Schatten.

      Betrachten wir mal ein praktisches Beispiel. Ich nehme ja gerade an einer Diabetikerschulung teil. Wir sind auf die Wichtigkeit der Vorsorgenuntersuchungen hingewiesen worden, um Augen-, Nerven- und Fußschäden, sowie Herzerkrankungen zu vermeiden.

      Nun erzählte die Dame uns, daß die Zahl der Schäden seit Einführung des Diabetes Disease Mangement Programs (warum kann das nicht deutsch bezeichnet werden?) kontinuierlich sinkt.

      Sie hätten viele Dialysepatienten die in den Hausarztpraxen über Jahre hinweg nicht richtig betreut worden seien.

      Trotzdem gäbe es viele Hausärzte die ihren Patienten von der Einschreibung in dieses DMP abraten würden. Sie würden sich durch die Dokumentationsvorschriften gegängelt fühlen und sich einem generellen Verdacht ausgesetzt sehen.

      Da gehe ich auf die Palme.

      Jeder kann Fehler machen und macht sie auch. Das passiert auch Ärzten und ist entschuldbar. Ich glaube auch gerne, daß Patienten manchmal echte Trantüten sind und die Therapieanweisungen nicht befolgen und die Verantwortung für ihren eigenen Körper zum Teil auf den Arzt abschieben.

      Aber ich möchte, daß meine nicht unbegründete Angst vor Ärztepfusch ernst genommen wird.

      Meine Mutter ging vor fünf Jahren zum Arzt wegen Magenbeschwerden. Der Mann gilt als erfahren und gut. Er fand nichts und riet ihr Kräutertee zu trinken. Meine Mutter, seit Jahrzehnten Krankenschwester, wußte, da mußte mehr sein. Ich habe sie nicht gefragt, wie sie die Einweisung ins Krankenhaus bekommen hat. Sechs Wochen später war sie tot. Leber - und Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium.

      Als ich mit ihm sprechen wollte, hat er sich verleugnen lassen. Er sei im Urlaub hieß es in der Praxis. Dabei hörte ich seine Stimme hinter der Tür und sein Porsche stand auf seinem privaten Parkplatz.

      Und es sind soviele Geschichten. Ebenfalls vor fünf Jahren kam mein Vater ins Pflegeheim. Ich ging ins Stationszimmer und wollte seine Medikamente sehen und den Behandlungsplan. Ich war mißtrauisch geworden, weil mein Vater bei dem gleichen Arzt in Behandlung war wie meine Mutter.

      Man sagte mir im Pflegeheim, daß sei nicht üblich. Nach ein paar Minuten des Diskutierens drohte ich der Altenpflegerin ich würde mir selbst das Behandlungsbuch nehmen und den Schrank öffnen, wenn sie es nicht machte. Sie hat protestiert, ich hatte sie offensichtlich eingeschüchtert.

      Und wieder hat sich mein Verdacht bestätigt. Mir hatte der Stationsleiter Telefon erzählt, meinem Vater ginge es prima, er sei bereits dem Arzt vorgestellt worden und hätte alle Medikamente, die er bräuchte.

      Und was war?

      Er ist nicht untersucht worden. Ich habe selbst mit dam Arzt gesprochen, der mir sagte er hätte seit 14 Tagen keine Neuzugänge untersucht und ein Herr R. sei ihm nicht bekannt.

      Im Medikamentenschrank befanden sich im Kästchen mit dem Namen meines Vaters Medikamente gegen Krankheiten unter denen er überhaupt nicht litt.
      Aber die Herzmedikamente fehlten, kein Insulin für seinen Alterdiabetes, nicht gegen die anderen Erkrankungen.

      Ich fragte wo denn der Arztbrief sei, den ich persönlich in der alten Praxis abgeholt hatte und bei der Stationsleitung abgegeben hatte. Der lag ungeöffnet in der Patientenakte.

      Es stellte sich heraus, daß er die Medikamente einer 93-jährigen Frau bekam.

      Einmal telefonierte ich mit meinem Vater, als der Stationsleiter ins Zimmer kam. Er, der mir gegenüber geradezu kriecherisch freundlich war, war meinem Vater gegenüber aggressiv, schrie ihn an, duzte ihn und meinte, wenn er seine Medikamente nicht nehmen würde, sei das egal, er würde ohnehin bald sterben.

      Ich zitterte am Telefon vor Wut und selbst jetzt nach fünf Jahren kommen mir die Tränen wenn ich das jetzt hier eintippe.

      Da wurde mir klar, warum mein Vater mit seinen 88 Jahren in seiner Altersdemenz manchmal glaubte er sei im Gefängnis und ihn Wärter und Aufseher nannte.

      Ich ließ alles stehen und liegen, fuhr 200 km in dieses Heim und hatte ein kurzes, aber bestimmtes Gespräch mit dem Herrn.

      Ich machte ihm klar, wenn ich in Zukunft mitbekommen sollte, daß mein Vater nochmal so behandelt würde oder er sich bei mir begründet beschweren würde oder er Anzeichen körperlicher Vernachlässigung zeigen würde, dann würde ich einerseits Klage erheben, die Heimaufsicht benachrichtigen und dafür sorgen, daß seine Gesundheit aktiv in Mitleidenschaft gezogen würde.

      Er hat es mir, blaß im Gesicht, abgenommen.

      Als er dann starb, lag er von 8:30 Uhr morgens bis 16:40 Uhr tot in seinem Bett. Das er tot war wurde bereits gegen 8:30 Uhr entdeckt und meine Schwester telefonisch verständigt. Er lebte mit einem anderen alten Herrn auf dem Zimmer, der sich den ganzen Tag bis 16:40 Uhr die Leiche meines Vaters anschauen dürfte.

      So, mehr kann ich jetzt nicht schreiben.
      "Manche machen gleich zwei Diäten, weil eine nicht satt macht." Harald Schmidt
    • Cassandra, ich kann Dich verstehen und denke, Du hast auch alles Recht dazu, hier mal Dampf abzulassen.

      In der Tat ist es ja so, daß fast jeder von uns selbst schon von "Kunstfehlern" oder Pfusch betroffen waren oder zumindest Leute kennen, denen es so ergangen ist.
      Meine Augen sind das Ergebnis eines Ärzteversäumnis (trotz mehrfachen Hinweises meiner Eltern über Jahre) und der Herzinfarkt des Vaters meines Freundes wurden als Rückenschmerzen mit Massagen abgetan. :mad:
      Vor vier Jahren rettete ein Arzt, der eigentlich nach einer 24-Stundenschicht auf dem Weg nach Hause war, durch schnelle Reaktion das Leben meiner Mutter.

      Ich weiß nicht, wie man sich vor Behandlungsfehlern wirklich schützen kann. Gut ist sicher, wenn man sich nach erhaltener Diagnose (selbst oder von Angehörigen) so viele Informationen wie möglich beschafft und bei Zweifeln vielleicht auch versucht, eine zweite Meinung einzuholen.
    • Ich habe zwar (noch?) nicht so dramatische Erfahrungen mit der Ärzteschaft wie Cassandra, aber meine sind auch mehrheitlich negativ, besonders die mit Krankenhäusern, wo man als Patient besonders ausgeliefert ist. Und da ein verlorenes Menschenleben unwiederbringlich ist, finde ich auch die Wut verständlich und berechtigt, die in seinen Postings deutlich wird.

      Auch diese Zahlen sprechen für sich. Das lässt wirklich Zynismus aufkommen; und man könnte sich fragen, ob fahrlässige Tötung, Mord und Totschlag legal sind, sobald sie in weißem Gewandt daherkommen.
    • Cassandra schrieb:

      Aber dieser im Spiegelartikel angesprochene Doktor hat kriminell gehandelt.
      Selbstverständlich hat er das. Trotzdem kann man deshalb nicht sagen, alle Ärzte seien kriminell, ignorant oder, wie hier

      Lunix schrieb:

      man könnte sich fragen, ob fahrlässige Tötung, Mord und Totschlag legal sind, sobald sie in weißem Gewand daherkommen.
      unterstellt, fahrlässig oder gar Mörder und Totschläger sind.

      Auch ich habe gute und schlechte Erfahrungen gemacht, aber es fiele mir nicht ein, einen Berufsstand, mit dem ich um keinen Preis in der Welt würde tauschen wollen, pauschal in Sippenhaft zu nehmen und zu verunglimpfen.
      Natürlich schließt das nicht aus, dass ich mich im Einzelfall wehre - auf welche Art auch immer.

      Um mal eine Parallele zu ziehen: Seit einigen Jahren wird kollektiv auf alle Medien hier im Land eingeprügelt - teils aus gutem Grund. Journalisten stehen inzwischen im allgemeinen Ansehen der Berufe ganz weit unten. Ich bin auch eine. Dennoch fühle ich mich nicht gemeint, wenn von schlampiger Recherche, schlechter Sprache, mangelnder Vorbereitung oder gar Vorteilsnahme die Rede ist. Und genauso wenig sollte sich (hoffentlich!) z.B. mein hervorragender Chirurg, der zudem noch ein wunderbarer Mensch ist und sich die Beine ausreißt für seine Patienten, von solchen Anwürfen mit gemeint fühlen.

      P.S. Vor besagter Not-OP 1995 war ich bei einer Ärztin, die nichts von meinem Problem gemerkt hat, bis es fast zu spät war. Eine schlechte Ärztin, ohne Frage. Ich bin ihr rechtzeitig von der Schippe gehüpft - und nie wieder hingegangen.
    • Es können Ärzten Fehler unterlaufen.Meine Mutter kam zu einer Magenspiegelung ins Krankenhaus und hatte einen vereiterten Blinddarmdurchbruch ,Darmkrebs mit Methastasen in Leber und Lunge. Es hieß aber immer sie sei so im STress mit der Pflege meines Vaters ihre Bauchschmerzen seinen Psychisch. Sie ist bis zu ihrem Tot bei Ihrem Arzt geblieben aber ich denke sie hätte weniger gelitten wenn der Arzt vorher auf körperliche Beschwerden geschaut hätte.
    • Smutje schrieb:

      Es können Ärzten Fehler unterlaufen.

      Das ist genau der Punkt. Es sind Menschen, wie wir alle.
      Leider haben ihre Fehler, ebenso wie die z.B. von Piloten, unter Umständen tödliche Folgen.
      Wenn ich einen Fehler mache, ist das ärgerlich, aber niemand kommt zu Schaden. Die Verantwortung im Ärzteberuf ist hoch. Ich habe Respekt vor Menschen, die das auf sich nehmen.
    • @Francis und @Lunix

      Danke für Euer Verständnis. Das bedeutet mir viel.

      Ich stehe neben mir. Ich habe heute Nachmittag eine Sitzung beim Therapeuten, um meine Behandlungsangst zu bekämpfen. Und eine längere, äußerst unangenehme Behandlung steht mir in den nächsten Monaten bevor.

      Ich fühle mich ausgeliefert und alleine gelassen und habe einfach Angst.

      Die Frage ist doch, warum jeder solche Geschichten am eigenne Leib erlebt hat oder wenigstens in seinem Umfeld. Da kann doch am System etwas nicht stimmen.

      Ach ja, so wie Biggerman immer neue AC Horror-Stories kennt, kann ich auch nachlegen (*Sarkasmus*). Vater hatte 1978 einen schweren Infarkt und verstarb auf dem Weg in die Klinik. Meine Mutter saß mit im RTW. Er wurde in das Kreiskrankenhaus gebeacht im dem sie selbst als Krankenschwester arbeitete.

      Der diensthabende Notarzt sagte, da sei nichts mehr zu machen und wollte schon den Totenschein ausfüllen. Meine Mutter hat getobt und ihm Mit Anwälten und der Presse gedroht, wenn er nicht sofort mit der Reanimation anfangen würde. Als sie dann meinte sie würde auf der Station xyz arbeiten und hätte ein gutes Verhältnis zu Chefarzt X., bequemte er sich dann doch.

      In letzter Sekunde. Und Vater hatte noch 24 weitere Lebensjahre.

      Meine Tante kam 1981 ins Krankhaus und ist nach drei Tagen im ALter von gerade mal 61 Jahren gestorben. Akutes Nierenversagen. Sie war Typ I Diabetikerin. Nur hielt es der Hausarzt über Jahre hinweg nicht für nötig sie zum Nephrologen zu überweisen oder ihre Nieren selbst zu untersuchen.
      "Manche machen gleich zwei Diäten, weil eine nicht satt macht." Harald Schmidt
    • Sally schrieb:

      Selbstverständlich hat er das. Trotzdem kann man deshalb nicht sagen, alle Ärzte seien kriminell, ignorant oder, wie hier unterstellt, fahrlässig oder gar Mörder und Totschläger sind.
      Nein, nein, nein. Das will ich doch auch gar nicht. Es mag ja sein, daß 90 % der Ärzte verantwortungsbewußt sind.

      Mein Mutter pflegte zu sagen, gerade im medizinischen Bereich sollte das Wort "Beruf" von Berufung kommen.

      Sie haben einen schweren Beruf und Anspruch auf Achtung und Respekt. IMHO sollen sie auch gut verdienen. Aber die handwerkliche Qualität ist mehr als verbesserungswürdig.

      Aber es macht mich einfach mißtrauisch, wenn ich Fakten über meine Erkrankungen im Internet nachschlage, sie in der Praxis zur Sprache bringe und merke der Arzt hat daran gar nicht gedacht und ändert auf einmal die Therapie.

      Oder wenn min Mutter mir sagte, wenn Du jemals ernsthaft krank bist, konsultiere immer zwei Ärzte. Wie oft die sich in ihren Begürndungen und Therapievorschlägen gegenseitig widersprochen haben, wollt ihr gar nicht wissen. Es würde Euch kalt den Rücken runterlaufen.

      Ich war mal jahrelang mit einer Krankenschwester liiert. Die sagte, und ihr Kolleginnen, sowie einige mir privat bekannte Ärzte dieses Hauses haben das bestätigt, laß Dich bloß nicht bei uns auf der inneren operieren. Bei Oberarzt X muß dreimal so häufig nachbehandelt werden, wie im Krankhaus y in der gleichen Stadt.

      Warum gibt es keinen Ärzte-Tüv. Warum dürfen Krankenhäuser immer noch Fallzahlen, Zahlen über die Behandlungserfolge und -probleme geheim halten oder seit der letzten Gesundheitsreform in so allgemeiner Form publizieren, daß es mir als Patient wenig bringt.

      Ich bin nicht Kurt Lauterbach und sitze in keinen Gremien. Aber mir drängt sich schon der Verdacht auf, daß es häufig ums Geld geht und nicht um den Patienten. Ich bin der festen Überzeugung, wenn alle Politiker und Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung zwangsweise gesetzlich krankenversichert wären, dann würde einiges anders aussehen.

      Ach ja, oft habe ich die Erfahrung gemacht, wenn man einen Arzt fragt, bei welchem Kollegen er sich selbst bei einer jeweiligen Erkrankung behandeln lassen würde, dann sehen die Empfehlungen manches Mal ganz anders aus, als es sonst der Fall wäre. Schon komisch, oder?

      Ps.: Wie gesagt, stehe gerade neben mir und bitte deswegen Komma- und Schreibfehler gnädig zu überlesen. Sind einige drin.
      "Manche machen gleich zwei Diäten, weil eine nicht satt macht." Harald Schmidt