Berichterstattung AC

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    • Berichterstattung AC

      In der meistgelesenen Tageszeitung, der "Krone", (= österreichs BILD-Zeitung) habe ich soeben einen halbseitigen Artikel entdeckt: Einer der bekannteren AC-Chirurgen (ich sage nur Hallein) reiste nach Dubai, um zwei schwergewichtigen, nicht transportfähigen Arabern (300 und 450 Kilo) einen Magen-Bypass zu verpassen. Für den schwereren Mann wurde übrigens noch um 50.000 Euro ein tragfähiger OP-Tisch angeschafft.
      Die Bilder zeigten das Chirurgen-Team mit dem 450-Kilo-Patienten bzw. seinem Bauch und das Team mit einem arabischen Arzt.
      Die OP wurde unentgeltlich durchgeführt!

      Sehr schlau, nicht wahr?
      Dieser PR-Artikel ist kein schlöechter Lohn.
    • Der Herr aus Hallein hat sogar eine spezielle Webpage für die arabischen Prinzessinnen (... und nicht nur er ...). Und er hält auch Vorträge in arabischen Ländern. Dafür musste ich noch nicht mal googeln. Das weiß ich schon lange. :D

      Hier gelten Patienten mit mehr als 180 kg allerdings meist nicht als operabel, weshalb ich das schon sehr gewagt finde.
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    • Lovely Rita schrieb:


      Dieser PR-Artikel ist kein schlöechter Lohn.
      Es geht nicht um den Artikel, sondern die Araber. Seit Jahren kaufen sie sich beste medizinische Betreuung weltweit. Eine ganze Reihe deutscher Unikliniken ist heilfroh darüber.

      Ich bin ein Gegner der AC. Da sie aber nun mal nicht verboten ist, ist es kaufmännisch vernünftig für diese profitablen OPs Werbung zu machen. Das macht jeder Unternehmer.
    • Cassandra schrieb:

      Da sie aber nun mal nicht verboten ist, ist es kaufmännisch vernünftig für diese profitablen OPs Werbung zu machen. Das macht jeder Unternehmer.


      natürlich ist es kaufmännisch vernünftig. es ist super clever. die vielen österreichischen patientinnen, die in der AC ihre hoffnung sehen, die nimmt man mit so einem artikel einfach mit.
      die homepage vom herrn aus hallein und die dort nachzulesenden op-berichte und -erfahrungen österreichischer patientInnen siedeln sie für mich auch schön hübsch in der zielgruppe kronenzeitung an.

      dass die op aber unentgeltlich durchgeführt wurde, ist das sahnehäubchen und verleiht noch einen kleinen heiligenschein. das muss ein guter arzt sein.
      wobei ich nichts gegen den vorliegenden fall sage, ich wiege keine 300 oder 450 kilo und kenne die hintergründe nicht.
      es ist nur so ein bilderbuchmarketing.
    • dass die op aber unentgeltlich durchgeführt wurde, ist das sahnehäubchen und verleiht noch einen kleinen heiligenschein. das muss ein guter arzt sein.


      Besonders, da es sich um notleidende arabische Oberschicht zu handeln scheint. Es gibt aber auch Chirurgen, die opfern einen Teil ihres Jahresurlaubs, um in Entwicklungsländern Menschen zu operieren, die normalerweise keine Chance auf eine medizinische Behandlung haben, unentgeltlich und absolut werbeunwirksam.
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    • In einem AC-Forum habe ich gestern gelesen, dass es auch in der BILD am 18. Dezember einen ähnlichen Artikel gegeben hat. Die vielsagende Schlagzeile:
      Medizinische Sensation in Münchner Klinik: Die Ärzte machen dicken Scheich dünn
      Quelle: BILD, 18.12.2006
      Im gleichen Forum las ich mehrere Berichte von Frauen, die unter massiven "Nebenwirkungen" ihrer OPs litten. Eine hatte damit angefangen und wie das immer so ist, kommen dann plötzlich auch andere und schreiben darüber. Das größte Problem sind wohl massive Durchfälle. Einige der Frauen vertragen fast keine Lebensmittel mehr. Da war von total entzündeten Aftern die Rede. Es wurden Tipps zur Pflege und Heilung derselben ausgetauscht. Eine hat so schlimme Durchfälle, dass sie kaum noch das Haus verlassen kann. Nachts muss sie in Windeln schlafen. Sinngemäß schrieb sie, sie habe doch die OP gemacht, um mehr Lebensqualität zu gewinnen, aber davon könnte gar keine Rede sein. (Das geschah nicht, ohne dass ihr gesagt wurde, was für eine tolle Abnahme sie aber doch habe!)

      In ihrer Selbsthilfegruppe war ihr allerdings geraten worden, von ihren Problemen (die mit einer Narkoseunverträglichkeit schon bei der OP begannen) nicht im Forum zu berichten, um noch nicht Operierte nicht unnötig (!) zu verunsichern. Alle Frauen beklagten sich über mangelhafte bis nicht stattfindende Nachsorge zumindest in Bezug auf ihre Durchfallproblematik, auch in der AC-Vorzeigeklinik in Frankfurt. Bei einer hat die ganze Problematik auch erst Jahre nach der OP eingesetzt, und zwar von heute auf morgen.

      Ich weiß, dass das nicht alle Operierten betrifft, aber wer weiß schon vorher, zu welcher Gruppe er gehören wird? Für mich ist das der blanke Horror. Ich habe infolge meiner Schilddrüsenprobleme selbst 20 Jahre lang keinen festen Stuhl gekannt und habe extrem darunter gelitten. Und da ich schon mal an einer Analfissur operiert worden bin, habe ich auch eine Vorstellung davon, wie es ist, wenn das Popoloch schmerzt wie Sau. Ich könnte weinen, wenn ich solche Berichte lese. Ist es das wert, um schlank zu werden?

      Martina

      Ich werde den Thread jetzt ins AC-Forum verschieben.
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    • OP-Magenbypass

      Hallo,
      nun bin ich zurück. Es ist jetzt ca. 6 Monate her, daß ich hier mitgeschrieben habe. Diese Zeit habe ich mit sehr vielen schlaflosen Nächten und unzähligen Telefonstunden verbracht. Damals schrieb ich euch, wie auch immer meine Entscheidung ausfallen wird, ich werden euch berichten.
      Nun vor ca. 6 Monaten bekam ich den Ballon. Der hat in den ersten 6 Wochen super gearbeitet. Danach hat sich mein Magen aber daran gewöhnt und die Portionen auf meinem Teller wurden zunehmend größer, fast wie vorher. Das führte dazu, daß ich wieder etwas zunahm. Die Entscheidung fiel dann nach wirklich sehr langen Überlegungen und 'zig Rückfragen für die OP.
      Diese wurde am 18.01.07 durchgeführt. Zunächst sollte ein BPD gemacht werden. Da durch meine Vorbelastungen aber ein gewisses Risko bestand, hat man sich dann für den Roux-En-Y-Bypass entschieden. Dieser ist mit weniger Risiko und erheblich kürzeren Narkosezeiten verbunden. Soweit OK. Während der OP wurde dann nochmals umentschieden, die noch "sanftere" Variante, den B2 (der kleinste Bypass) durchzuführen.
      Der 18.01.07 ist ja gerade mal 1Woche her, deswegen sind meine Erinnerungen noch sehr frisch.
      Nun, wo sollen meine Mitteilungen beginnen? Die Patientenaufnahme war ruhig und mit vielen Info's bestückt. Auf meinem Zimmer wurde ich erstaunlich freundlich mit den Worten: "hab bloß keine Angst, die OP ist easy". Na, mir ging die Düse auf Grundeis. Er hat mit dann seinen Bauch gezeigt. Es sah aus, als wäre er im Krieg durch ein MG-Sperrfeuer gelaufen.
      Dann kam der Abführtrunk, damit war der Abend gerettet. Am nächsten Morgen die Vorbereitungen zur OP, duschen, Brust und Bauchrasur, LMAA-Tablette, OP-Vorbereitungsraum. Dort noch ein paar nette Worte wie:" ich bin Dr. ......., sie brauchen wirklich keine Angst haben" usw. usw.
      Ich hatte auch wirklich keine Angst.
      Danach wurde es sehr dunkel. Nach einem kurzen Schläfchen, war dann meine Frau neben mir und begrüßte mich zürück auf der Erde.
      1 Tag auf Intensiv, danach auf Station.Zu trinken gab's nix, bei Nachfrage gabs aber so ein Riesen-Ohrenstäbchen mit ein paar Tröpfchen Wasser drauf. War nicht viel, aber es war OK. Das Problem ist ja nicht wirklich Durst, sondern ein völlig ausgetrockneter Mund.
      Danach gabs ein Wasser-Mundspray, da wurde der Mundraum dann doch etwas feuchter. Futter gabs aus der Flasche in die Blutbahn. Gegen Schmerzen stand am Bett 'ne Schmerzpumpe, die man bei Bedarf selbst bedienen konnte. Nun, ich habe sie bedient, obwohl ich wirklich keine Schmerzen hatte. Aber man muß ja sicher sein, daß das Ding auch wirklich funktioniert, wenn man es dann doch braucht. Nach 2 Tagen dann Süppchen, Wackelpudding, Quarkspeisen. OK, es waren keine Sternemenüs, aber sie waren auch nicht schlecht. Nach 6 Tagen dann Heimat, heim zu Frau und Kind. Der Bauch mit einigen Pflastern verklebt aber gut drauf.
      Süppchen in jeder Form, steht jetzt auf dem Plan. Man wird da sehr schnell zum Chefkoch.
      So, ich weiß, viele sind der Meinung es wäre auch anders gegangen und man hätte mit Diät und Sport und und und auch zum Ziel kommen können. Ich leider nicht. Ich habe selbst mit diesem Ballon im Bauch nach einiger Zeit wieder die Tendenz zur Gewichtszunahme gehabt.
      Ausgeprägten Hunger hab ich nicht. Zur Zeit löffle ich 1 bis 2 Tassen Suppe evtl. noch den Schokopudding, das wars.
      Mir gehts zur Zeit wirklich klasse, keine Bauchplatzer, keine Darmverschlingungen, kein Blutstuhl oder all diese anderen Hiobsbotschaften über die ich mir so lange den Kopf zermartert habe.
      Ich möchte mich hier bei all denen bedanken, die mir wirklich mit vielen, vielen Ratschlägen und Info's zu Seite standen und denen ich so viele nervige Fragen stellte.
      Wirklich, ich danke euch.
      Futzy