Die Adipositaschirurgie für die Essstörung instrumentalisieren?

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    • Offizieller Beitrag
    Es ist schon erstaunlich, welche Erkenntnisse sich plötzlich breit machen: [I][Link entfernt, da ungültig, s.u.][/I] Insbesondere Gerd, aber auch alle anderen, ich erinnere mich noch genau, wie ich mit meinen Argumenten vor ein, zwei Jahren noch vollkommen abgebügelt wurde, weshalb ich nicht länger bereit war, diesen Leuten meine wertvolle Energie zu widmen. Wahrscheinlich ist tatsächlich was daran, dass jeder seine eigenen Erfahrungen machen muss. Martina
    • Offizieller Beitrag
    Sorry. In diesem Thread wurde eine Grafik der Bundeszentrale für gesundheitlichen Aufklärung verlinkt, in der die Zusammenhänge zwischen Diäten und Essstörungen dargestellt wurden. ... mit dem Hinweis, dass diese Zusammenhänge auch auf die AC zutreffen.
  • Wenn das [quote]Ich will perfekt sein und zwar nicht nur auf der Arbeit, sondern in jeder Hinsicht - auch körperlich gesehen.[/quote] die Motivation für AC ist, kann es eigentlich nur schiefgehen. Das ist eine traurige Geschichte, finde ich. Vermutlich hätte eine ordentliche Therapie, die von völlig überzogenen perfektionistischen Ansprüchen an sich selbst wegführt, mehr bewirkt. Und vor allem Besseres. Das eigentlich Schlimme aber - da stimme ich mit Lovely Rita absolut überein - ist, bei welchem Gewicht hier AC-Maßnahmen durchgeführt werden. Man sollte eigentlich erwarten, dass ein Arzt jemanden, der mit 79 kg Gewicht einen Bypass haben will, nach Hause schickt. Aber hier scheinen auch die letzten Anflüge von Moral und Verantwortungsgefühl den (Geld-) Bach hinuntergegangen zu sein.
    • Offizieller Beitrag
    Na ja, es handelte sich ja in diesem Fall um einen Umbau, um das mit dem Magenband erzielte Ergebnis zu retten. Ich denke nicht, dass bei diesem Gewicht Erst-OPs durchgeführt werden. Es ist ja nicht nur dieses Thema, das plötzlich in der AC-Szene Raum greift. Anderswo begann man kürzlich, sich Gedanken darüber zu machen, ob die Dicken nicht zu sehr dazu neigen, alle Probleme aufs Dicksein zu schieben. Ach nee, habe ich gedacht, auch schon wach??? Man muss bedenken, dass die AC nun auf eine gewisse Geschichte zurückblicken kann. Vor fünf Jahren wurde sie als der Königsweg verkauft und es war unmöglich, irgendetwas dagegen zu schreiben. Auch heute noch ist es eigentlich nicht möglich. Man hatte und hat oft den Eindruck, dass das, worum es uns hier geht, gar nicht verstanden wird und auch gar nicht verstanden werden will. Umso spannender finde ich es, dass die Themen unseres Forums (Essstörungen, Selbstakzeptanz usw.) nun mehr und mehr auch Themen in der AC-Szene werden. Meine Bedenken gegen die AC finde ich immer öfter in den Aussagen und Zweifeln vieler Operierter bestätigt. Hinzu kommt die Schuldfrage, die wir ja schon in dem [URL='http://www.das-dicke-forum.de/forum/showthread.php?t=3652']Dickenhammer-Thread[/URL] diskutieren. Diese wird nämlich auf die AC-Versager vielfach genauso angewandt wie auf die Diät-Versager. Das wiederum setzt diesen schlimmen Kreislauf in Gang, der dann in Essstörungen endet. Es tut mir aufrichtig leid, dass so viele Menschen in diese Falle rennen. Aber wie ich oben schon schrieb: Anscheinend muss doch jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Martina
    • Offizieller Beitrag
    Inzwischen wurde der oben in Beitrag #22 verlinkte Thread entfernt. Daher hier eine kurze Zusammenfassung: Es handelte sich um das Bekenntnis einer Operierten, auch nach Erreichen des Zielgewichts noch deutlich essgestört zu sein bzw. die Essstörung verlagert zu haben. Es folgte eine Diskussion, in der zum einen der Mut, dies zuzugeben, bewundert wurde, zum anderen aber auch andere Diskutanten sich zu dem Problem bekannten. Außerdem ging es um Maßnahmen, die Essstörung in den Griff zu bekommen. Ich finde es schade, dass der Thread entfernt wurde, weil ich es als einen Hoffnungsschimmer angesehen habe, dass mit dem Thema dort nun ebenso offen umgegangen wird wie bei uns. Wir wissen von unseren Operierten, dass die Dinge nicht so einfach sind, wie sie in den AC-Foren dargestellt werden und dass die Essstörung nicht einfach wegoperiert werden kann. Daher danke ich insbesondere Silke an dieser Stelle noch einmal für ihre schonungslose Offenheit. Ich glaube, ich stünde der AC nur halb so kritisch gegenüber, wenn in dieser Szene nicht diese "heiklen Themen" (wie sie sie selbst nennen) so nachhaltig unter den Tisch gekehrt würden. Jeder von uns weiß, dass bereits eine Gewichtsabnahme von wenigen Kilogramm manche Probleme aus der Welt schaffen kann. Meine Akzeptanz der AC wäre besser, wenn es tatsächlich um die Gesundung des Körpers ginge und nicht um seine Perfektionierung. Leider wird die Gesundung in den allermeisten Fällen als Deckmäntelchen für die Perfektionierung missbraucht. Allerdings sehe ich, dass die Erkenntnisse, die ich schon seit Jahren habe, langsam aber sicher auch in den Köpfen der Betroffenen ankommen. Ich bin gespannt, wie viele Jahre es noch dauern wird, bis die Selbsthilfe [B]zur[/B] AC zu einer Selbsthilfe [B]gegen[/B] die AC wird. In Amerika, wo jährlich Hunderttausende operiert werden, hat dies längst begonnen. Dort gibt es Blogs, die die frauenfeindlichen Aspekte der AC herausstreichen (eine AC-Maßnahme ist die moderne Form der Beschneidung der Frau). Ich werde mich gelegentlich mal etwas intensiver mit diesem Thema beschäftigen. Wie gesagt, es ist schade, dass die guten Ansätze nun wieder in der Versenkung verschwinden. Letztlich macht das aber nichts. Zumindest wir hier werden das Thema Essstörungen mit und ohne AC weiterhin diskutieren. Martina
  • [quote=Martina]Inzwischen wurde der oben in Beitrag #22 verlinkte Thread entfernt. Martina[/quote] [URL='http://www.adipositasverband-international.de/forum/thread.php?threadid=29172']Hier isser[/URL] [FONT=Arial]Nun schleiche ich schon seit einiger Zeit um diesen Thread herum… Nachdem ich seit knapp vier Wochen auch zu den AC-Operierten gehöre wollte ich mich eigentlich zurückhalten. [/FONT] [FONT=Arial] [/FONT] [FONT=Arial]Allerdings glaube ich, dass Martina absolut Recht hat. In den AC-Foren werden die Komplikationen, insbesondere die möglichen Folgen von nicht oder nicht ausreichend behandelten ES absolut verschwiegen. Und wenn denn mal so was auftaucht verschwindet es ganz schnell wieder oder die Leute werden runter gebügelt. Manchmal liest man schon etwas über körperliche Folgen – aber die seelischen…? Schweigen. Die Psychologischen Gutachten werden in den Kliniken mit erledigt, die die OP anbieten. So wird denn nach einem halbstündigen Gespräch bestätigt, dass keine ES vorliegt. Über die seriösen Psychologen/Psychiater, die das ablehnen wird geschimpft. Und ich habe auch den Eindruck, dass das Einstiegsgewicht für die OPs immer weiter fällt. Bei 110 Kilo ohne Nebenerkrankungen wäre ich nie auf die Idee gekommen, so was machen zu lassen. [/FONT] [FONT=Arial] [/FONT] [FONT=Arial]In diesem [URL='http://das-dicke-forum.de/forum/showthread.php?t=3078']Thread[/URL] #5 und folgende waren diese Auswüchse der AC-Szene schon mal Thema und ebenso das in die Sucht gleitende Verhalten. [/FONT] [FONT=Arial] [/FONT] [FONT=Arial]Mir ist die Entscheidung für die OP sehr schwer gefallen. Vorher habe ich versucht auf anderem Wege den Teil der Kilos los zu werden der mich ins Bett gezwungen hat. Ich habe einen Ärztemarathon hinter mich gebracht und die Hormone kontrollieren lassen, Schilddrüse und was noch so alles dazu gehört. Leider hat die richtige Einstellung mit Ernährungsumstellung aufgrund der fehlenden Bewegung – trotz hoher Morphiumdosen waren die Rückenschmerzen nicht mehr in den Griff zu bekommen – nicht zum Verschwinden der Kilos geführt. Seit ein paar Tagen hab ich dann auch die Info, dass Opiate den Stoffwechsel generell verlangsamen. Hat mir auch kein Arzt gesagt. [/FONT] [FONT=Arial] [/FONT] [FONT=Arial]Nun habe ich nie zu den Dicken gehört, die kein Selbstbewusstsein haben. Die komische Idee, alles sei besser, wenn ich denn erst schlank bin ist mir genauso fremd wie die Vorstellung nur dann einen Partner oder beruflichen Erfolg zu haben oder was es denn sonst noch so für Ausreden gibt am Leben jetzt und heute nicht teilzuhaben. Oder die Verantwortung für sein Glück und sein Leben zu übernehmen. Ich habe auch nicht den Anspruch gertenschlank zu werden. Mir reicht es wenn ich das Gewicht so weit runter bekomme, dass ich wieder Fahrrad fahren kann und mich selber wieder aktiver bewegen kann. Das geht jetzt schon besser, das Morphium konnte ich schon reduzieren. Mein Diabetes hat sich auch schon fast abgemeldet.[/FONT] [FONT=Arial] [/FONT] [FONT=Arial]Vorher habe ich mich mit den negativen Seiten beschäftigt, mit dem Risiko trotz des Bypasses nicht abzunehmen. Meine Psychotherapien sind einige Jahre her, ich habe/hatte seit 20 Jahren keine akute ES. Ich esse einfach gerne. Trotzdem habe ich mir eine Therapeutin gesucht die mich auf dem Weg begleitet. Ich sehe die Gefahr, dass Stolperfallen auftauchen oder ich Dinge völlig falsch einschätze. Oder mich falsch einschätze. [/FONT] [FONT=Arial] [/FONT] [FONT=Arial]Der Gedanke mich selber zu perfektionieren wäre mir allerdings nicht gekommen. Ich halte mich nicht für ein Gesamtkunstwerk. Die Spuren des Lebens gehören zu uns. Sie machen uns zu dem was wir sind. Ich finde, sie machen uns schön. Egal bei welchem Gewicht. [/FONT] mica
    • Offizieller Beitrag
    Hi mica, man kann ihn aber nur sehen, wenn man dort angemeldet ist. Er ist in einen für stille Leser nicht sichtbaren Bereich verschoben worden und dient somit nicht mehr der allgemeinen Information über mögliche Begleiterscheinungen der AC. Dass mit Deiner OP habe ich gar nicht mitbekommen *schäm*. Ich habe ja auch nicht grundsätzlich etwas gegen die OPs. Es gibt sicher berechtigte Fälle. Wir hatten hier ja schon die lange Diskussion mit Silke. Wenn es gar nicht anders geht und die Lebensqualität so massiv eingeschränkt ist, wie es bei Euch der Fall war, dann ist die OP sicher eine Alternative, die man bedenken sollte. Wenn man es dann auch noch angeht wie Du und Silke ... also eben nach mehr Gesundheit strebt, nicht aber nach stromlinienförmiger Schönheit, dann ist es für mich völlig in Ordnung. Ich sehe das mit den Spuren des Lebens genauso wie Du. Und wenn ich von Selbstakzeptanz spreche, meine ich nicht, dass Dicksein toll ist und dass ich mich aufgebe, sondern ich meine in erster Linie, dass ich erst einmal akzeptiere, dass es mein Schicksal ist, in meinem Fall eine Erkrankung zu haben, die mich dick gemacht hat. Dazu gehört auch die Akzeptanz, dass das in diesen Ausmaßen zu verhindern gewesen wäre, hätte ich nur die richtigen Informationen 10, 20 Jahre früher gehabt. Mit der Akzeptanz des Letzteren tue ich mich deutlich schwerer als mit der Akzeptanz der Tatsache, dass ich ein dicker Mensch bin. Aber diesen wichtigen ersten Schritt tun viele Leute in der AC-Szene gar nicht erst. Sie möchten am liebsten einen Schalter haben, den sie umlegen und der sie auf einen Schlag schlank macht. Nun ist die AC ja in vielen Fällen einem solchen Schalter vergleichbar. Jedenfalls kann man mit keiner anderen Methode in so kurzer Zeit so viel abnehmen. Hat man sich aber vorher nicht mit seinem bisherigen Schicksal auseinander gesetzt und es akzeptiert, wird sich das rächen. Das kann man hundertfach in den Foren lesen. Das ist bei Nicht-Operierten nicht anders. Wer den Kopf in den Sand steckt, wird nie mit seiner Situation zurecht kommen, egal wieviel er oder sie wiegt. Aber aus welchen Gründen auch immer, wird beim Anblick unseres Forums häufig davon ausgegangen, hier würde das Dicksein glorifiziert. Gestern fand ich bei einer Recherche ein Forum, in dem unser Forum einem Pro Ana-Forum als "das andere kranke Extrem" gegenüber gestellt wurde. Früher hätte mich so was wirklich genervt und ich hätte dort etwas dazu geschrieben. Heute freue ich, dass unser Forum dort verlinkt ist und dass auf diese Weise vielleicht der eine oder andere Hilfe bei uns findet. Trotzdem habe ich ein Problem mit dieser Oberflächlichkeit, die man auch in der AC-Szene antrifft, z.B. in dem Thread über meinen Auftritt bei Maischberger. Da wurde auch selbstverständlich negativ über mich geredet. Mir ist das in Bezug auf meine Person so was von egal, aber diese dümmlichen Forderungen, ich hätte auf die AC aufmerksam machen sollen, damit all die armen Dicken im Land endlich Hilfe finden ... neee, das wäre dann doch ein bisschen viel verlangt. Sie sollten dankbar sein, dass ich nicht die Wahrheit über die AC gesagt habe. In diesem Thread jedenfalls kam es auch wieder, dieses Kopfschütteln über ein Forum wie unseres, weil die Akzeptanz des eigenen Schicksals als Glorifizierung des Dickseins angesehen wird. Es tut mir leid, dass ich das so sagen muss, aber irgendwie hat das dann auch mit einem gewissen Mangel an Intellekt zu tun. Dir, mica, wünsche ich, dass Dir die OP wirklich hilft, wieder auf die Beine zu kommen. Ich habe heute Morgen schon eine eMail von einer stillen Leserin erhalten, die sich lobend über Dein Posting geäußert hat, weil es so reflektiert und so vernünftig ist. Ich dachte, das freut Dich vielleicht. Liebe Grüße Martina
  • Nunja, meine Einstellung zu diesem ganzen OP-Kram kennt man ja, also werde ich ihn gar nicht wieder hervorkramen. *hüstel* Dir, Mica, wünsche ich, dass Dein Leben wieder an Qualität gewinnt und Du von Nebenwirkungen verschont bleibst. @Martina: Ich denke, dass unsere Forum mit Glorifizierung in Verbindung gebracht wird, liegt einfach daran, dass es der einfachste Weg ist, diese Aussage zu treffen, als sich wirklich damit auseinander zu setzen. Dazu gehört, dass viele Menschen einfach nicht in der Lage sind, andere Meinungen zu akzeptieren sondern ihre Meinung anderen immer aufzwingen wollen als die einzig Wahre! Ich denke, da wir dies hier nicht tun, sondern andere Meinungen durchaus gleichberechtigt behandeln, sind wir schon einen ganzen schritt weiter als andere. Klar, wir schießen auch zum rechten Zeitpunkt los, wenn uns der Kragen platzt. Wir sind auch nur Menschen, denen irgendwann die Geduld ausgeht. Aber viele können eben einfach nur angreifen und beleidigen und drehen Dir dann, wenn Du darauf eingehst, das Wort im Mund rum, so dass Du Dich ärgerst, überhaupt was gesagt zu haben. Es gibt da so ein schönes Sprichwort "Never argue with idiots. They just drag you down to their level, then beat you with experience." Für alle nicht Englisch-sprecher: Streite niemals mit Idioten. Die ziehen Dich nur runter auf ihr Level und schlagen Dich dann mit ihrer Erfahrung. Oder so...und es stimmt. Manchmal muss man einfach der Klügere sein, der nachgibt. Abgesehen davon, manche Leute haben ein Niveau, soweit können wir uns gar nicht runterbeugen. Deswegen finde ich es gut, dass auch "dumme" Leute uns verlinken, uns als lächerlich hinstellen und gar nicht kapieren, dass sie DAMIT auch noch - und zum Teil sogar gute - Werbung für uns machen.
  • [quote=Marlene]Diese Gesellschaft suggeriert, dass nur der lebensfähig zu sein scheint, der erfolgreich, beliebt und gesund ist. Wer schlank ist, hat laut Suggestion: einen lukrativen, anerkannten Beruf/Job, einen optimalen Partner, gesunde, wohlgeratenene Kinder, viele Freunde, Zuspruch, Anerkennug, Liebe und ein langes Leben. Und jeder, der das nicht durchschaut, wird darauf reinfallen und all dem ein Leben lang hinterherjagen. Und das tun nicht nur Dicke, die diesem Bild ähnlich sein wollen. Die wenigsten Menschen schauen genau hin, was Gott ihnen als Individuum mitgegeben hat, schauen, was sie gut können, was weniger gut, ob sie von ihrer Anlage aus eher schlank, dick, gross, klein, behindert, dunkelhäutig, attraktiv, unattraktiv, intelligent oder einfacher gestrickt sind. Und nehmen das an als etwas das nur sie selbst ausmacht. Jeder ist schliesslich einzigartig. Das zu schätzen ist den wenigsten möglich und daraus resultiert m.E. früher oder später mehr oder weniger Selbshass der dann wiederum zur Selbstablehnung führt. Könnte man andere Menschen und sich selbst generell so annehmen wie sie sind/man ist, bräuchten weniger Menschen leiden in ihrer Haut und sich somit auch nicht verstümmeln lassen (AC, KOsmetische OPs etc)oder erbrechen nach dem Essen, Alkohol im Übermass trinken, sich selbst verletzen oder Gefühle mit Essen abtöten um einem Ideal gerecht zu werden, das sie als reine Äusserlichkeit auch nicht glücklicher machen wird.[/quote]:applaus: also schöner hätte ich das jetzt nicht sagen können. Da setzte ich meine volle Unterschrift drunter. :five: bravo. Leider hab ich, um da noch einen drauf zu setzten, das Gefühl, dass es in den letzten Jahren immer schlimmer wird. Leider!! Aber vielleicht setzt ja auch bei denen "normalen" - ich bin schlank bei mir stimmt alles" das Hirn ein. Ach dicke, kleine, große schwarze weisse sind auch Menschen? nein...Gefühle die? nein...*g sorry. Wer weiss ich bin ja Optimistin *:-D lg Sesan
  • Hallo Martina, Dein Eingangsbeitrag ist ja schon etwas länger her. Also, ich bin ja ausschliesslich durch meine Essstörung Binge Eating und Depressionen adipös geworden. Und für mich kommt genau aus diesem Grund AC nicht in Frage (wie es bei lebensbedrohlichem(!) ÜG dann wäre, also wenn ich nochmal sehr viel noch zulegen würde (hab derzeit Gr. 54), kann ich jetzt in der Theorie nicht sagen, da würd ich dann wohl Risiko gegen Risiko abwägen...). Ich meine mich auch erinnern zu koennen, dass ich wo gelesen habe, dass Essstörung ein definitives Ausschlusskirterium für AC sein "müsste". Mir wäre es viel zu riskant, der blose Gedanke nach einer Magenband-OP etc dann Essanfälle in der derzeitigen Form zu haben und dass da innerlich dann was kaputtgeht ist für mich schon der blanke Horror und Grusel. Ich hab den Gedanken an die Überwindung meiner Essstörung noch nicht aufgegeben. Eine Gewichtsabnahme käme dann bei mir - vermutlich - von selber (falls die letzten Jahre als Folgeschaden meiner Essstörung nicht auch mein Stoffwechsel sich bereits krankhaft verändert haben sollte, was ich derzeit nicht annehme). Mir machen eher die dann todsicher auftretende überschüssige Haut und Fettschürze, etc gedanklich zu schaffen. Der Kampf um die Kostenübernahme mit einer privaten KV soll nach dem, was ich so hörte, noch viel schlimmer sein als bei den Gesetzlichen mit dem Mediznischen Dienst und fast aussichtslos was Fettschürze angeht.... Was mich ein wenig erschreckt auf den AC-Foren (war erst vor wenigen Tagen das erste Mal auf einer), dass da sich welche schon bei 100-110 kg oder so AC-operieren lassen. Finde ich ein wenig daneben, dass Ärzte sowas machen. Überrascht war ich auch, dass meinem Eindruck nach nach einer AC-OP die Versicherungen wohl EHER(!) eine Hautreduktionsplastik zahlen (als wie wenn man beispielsweise durch Diät oder Überwindung von Binge Eating extrem abnimmt und Hautüberschuss hat). Ich verurteile keinen, der, wie mica, nach reiflicher Überlegung und Abwägung sich bei wirklich hohem Übergewicht AC-operieren lässt, weil er seelisch, nervlich oder körperlicxh sein Gewicht nicht mehr "ertragen" kann und alle anderen Versuche gescheitert sind. Aber wer ohne reifliche Überlegung in so eine OP mehr oder minder gedankenlos wie zu einem Facelift geht, dem ist eh nicht zu helfen....leider tun dies aber immer noch einige, wenn ich in den Foren so lese.
    • Offizieller Beitrag
    [quote='Claudel112','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=103943#post103943']Was ich immer noch nicht so ganz begreife ist, das bei einer anderen Sucht (Z.B. Alkohol) die Krankheit gesehen wird, während man als dicker Mensch = faul, undiszipliniert und doof ist. Unfassbar!:mad:[/QUOTE][quote='Hummelchen','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=103944#post103944']Wobei festzuhalten bleibt, dass nicht alle Dicken essgestört/ süchtig sind![/QUOTE]Ich nehme den oben zitierten Dialog mal zum Anlass, diesen alten Thread wieder hoch zu holen. Inzwischen sind noch mal drei Jahre vergangen und die Stimmung in der AC-Gemeinde hat sich weiter verändert. Während, wie oben ausgeführt, früher Essstörungen komplett unter den Tisch gekehrt wurden, ist es mittlerweile so, dass [B]alle Dicken[/B] essgestört, genauer gesagt, esssüchtig sind. Auf dieser Basis wird dann die Tatsache, dass die OP oftmals von den Krankenkassen nicht bewilligt wird, als totale Ungerechtigkeit empfunden. Schließlich wird anderen Süchtigen ja in aller Selbstverständlichkeit geholfen. Zum Thema Esssucht hier zwei Zitate:[QUOTE]Esssüchtige leiden unter Heißhungeranfällen: Sie verschlingen zwanghaft sehr große Nahrungsmengen in kurzer Zeit. [COLOR=Red][B]Man geht davon aus, dass ca. fünf Prozent der Adipösen esssüchtig sind. [/B][/COLOR] [size=8][URL='http://lexikon.gesund-in-schwaben.de/content/a664e9c85ab102604b2e8b44a12d49b0#behandlungE']Quelle: gesund-in-schwaben.de[/URL] - Hervorhebung durch mich[/SIZE][/QUOTE][QUOTE]Esssüchtige essen zwanghaft und denken dauernd an „Essen“ und an die Folgen für ihren Körper. Sie essen entweder zu viel oder sie kontrollieren ihr Gewicht mit komplizierten Systemen von Essen, Diäten, Fasten und Bewegung. [size=8][URL='http://de.wikipedia.org/wiki/Esssucht#Esssucht']Quelle: Wikipedia[/URL][/SIZE][/QUOTE]Und wehe jemand macht wie Hummelchen in dem anderen Thread darauf aufmerksam, dass die wenigsten Dicken esssüchtig sind! Und damit schließt sich für mich die Schleife zum Ausgangsposting dieses Threads: Wenn man nämlich genauer hinschaut, dann findet man heraus, dass die Vorstellung vorherrscht, Essen sei per se Suchtverhalten. Faktisch ist das ja noch nicht mal falsch, denn schließlich müssen wir alle essen. Unser Körper verlangt das von uns und zeigt so etwas wie Entzugserscheinungen, wenn wir das Essen komplett einstellen, was lebenswichtig ist. Deshalb bin ich der Meinung, dass die Auffassung, Essen sei per se eine Sucht, essgestört ist.
  • Äh. Aber ist (nicht behandelte / "aktive") Esssucht nicht ein Ausschlusskriterium für die Adipositaschirurgie?!? Zumindest für die, die von der Krankenkasse übernommen werden soll.
    • Offizieller Beitrag
    Schon lange nicht mehr. Siehe auch die [URL='http://www.adipositas-gesellschaft.de/leitlinien.php']S3-Leitlinie: Chirurgie der Adipositas[/URL], Seiten 9, 15, 37 (Entwicklung post-operativer Essstörungen)[QUOTE=o.g. Leitlinie, S. 22]Die Binge-Eating-Störung, psychische Erkrankungen oder kindliche Missbrauchserfahrung stellen heute keine generelle Kontraindikation gegen bariatrische Maßnahmen mehr dar [EL 4] [Herpertz et al. 2004, de Zwaan et al. 2010, White et al. 2009]. Instabile psychopathologische Zustände, aktive Substanzabhängigkeit und eine unbehandelte Bulimia nervosa werden als Kontraindikationen bewertet. Psychische Erkrankungen können aber behandelt werden und in einen stabilen Zustand übergeführt werden: Dann sollte eine Re-Evaluation stattfinden [BEL 2b] [Black et al. 2003, Schrader et al. 1990].[/QUOTE]
    [color=#A52A2A][b]Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.[/b] [b]Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im [url='https://www.das-dicke-forum.de/forum/index.php?legal-notice/']Impressum[/url].[/b][/color]

    2 Mal editiert, zuletzt von Martina ()

  • [quote='Martina','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=103974#post103974']I Während, wie oben ausgeführt, früher Essstörungen komplett unter den Tisch gekehrt wurden, ist es mittlerweile so, dass [B]alle Dicken[/B] essgestört, genauer gesagt, esssüchtig sind. [/QUOTE] Ja, genauso wie einem (fast) niemand glaubt, dass man mit Übergewicht ein glückliches Leben und sich selbst akzeptieren kann, wird einem nicht geglaubt, dass man dick sein kann, ohne eine Essstörung zu haben. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?
  • Aber ehrlich gesagt, ist es mir noch lieber, wenn man mir nachsagt, ich hätte eine ES (und die habe ich zufällig!), als wenn ich einfach nur als doof und gefräßig abqualifiziert werde.
  • [quote='Sophie','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=104079#post104079']Aber ehrlich gesagt, ist es mir noch lieber, wenn man mir nachsagt, ich hätte eine ES (und die habe ich zufällig!), als wenn ich einfach nur als doof und gefräßig abqualifiziert werde.[/QUOTE] Mir nicht - weil beides nicht auf mich zutrifft
  • [quote='Hummelchen','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=104097#post104097']Mir nicht - weil beides nicht auf mich zutrifft[/QUOTE] Eben. Und wer sagt eigentlich, dass Dicke per se ein Problem haben müssen. Und ich stimme Martina zu, dass die Dicken oft ihr größter Feind sind. Das geht soweit, dass meine dicke Freundin keinen Mann will, der Rundungen mag.:eek: Es sollte selbstverständlich sein, dass es kranke Dicke und gesunde Dicke gibt, normale (?) Dicke und merkwürdige Dicke, kluge und doofe, glückliche und unglückliche, dicke mit und ohne ES, Vater- oder Mutterkomplexe undsoweiterundsoweiter.
  • [quote='Martina','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=27547#post27547'] Ich möchte Euch Mut machen, Eure Träume zu leben. Man darf es nicht mit der Brechstange tun, aber wenn man erkennt, dass die Zeit für etwas da ist, weil sich alles wie von einer magischen Hand gelenkt, fügt, dann ergreift die Chance, auch wenn es vielleicht bedeutet, dass Ihr kurzfristig Eure Existenz auf's Spiel setzt, denn das habe ich definitiv getan. Vertraut Eurem Schicksal! Tut nichts, wovon Ihr nicht überzeugt seid, aber wenn Ihr von etwas überzeugt seid, dann lasst Euch nicht von Miesmachern davon abhalten. Horcht in Euch hinein und folgt dem, was Ihr dort hört. [/QUOTE] Liebe Martina, es hat gar nichts mit dem Thema hier zu tun (du kannst es gerne verschieben), aber ich muss dir einfach sagen wie wunderbar diese Ermutigung für mich ist. Ich steh grad zitternd vor der Schwelle und trau mich nicht drüber. Danke das du mich mit deinen Worten drüber trägst. Liebe Grüße Nicole
    • Offizieller Beitrag
    Liebe Nicole, ich hoffe nur, dass ich Dich nicht in den OP trage. ;) Liebe Grüße Martina
    [color=#A52A2A][b]Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.[/b] [b]Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im [url='https://www.das-dicke-forum.de/forum/index.php?legal-notice/']Impressum[/url].[/b][/color]
  • Oh, auf was für Gedanken bringe ich da.:nee: Nein um solche Dinge geht es gar nicht. Es geht darum, dass ich die Entfaltung meines Lebensentwurfs und damit meiner Persönlichkeit, seit langer Zeit schon blockiere, weil ich immer zweifle und den Zweiflern zuhöre und das Risiko scheue. Und derzeit vor der Schwelle stehe, darauf nun endlich zu vertrauen und die Entfaltung, wie auch immer sie aussehen mag, möglich zu machen. Genauer kann ich das leider nicht erklären, da es sehr komplex ist und ich es noch nicht wirklich in Worte fassen kann. Und es außerdem überhaupt nicht in diesen Thread gehört, weil es ein ganz anderes Thema ist. Liebe Grüße Nicole
  • Also bevor ihr mich kreuzigt, muss ich sagen ich haben die Beiträge zum Teil nur überflogen. Ich bin eine operierte und kann nur sagen, das entweder vor der OP oder dnach eine Verhaltenstherapie empfohlen wird. Ich sag ja immer, man wird ja nicht am Kopf operiert. Die KK gibt das ok zur OP nur wenn psychologische Gutachten vorliegen, das man eben nicht psychatrisch erkrankt ist. Ich musste sogar zwei vorlegen. Die Leute die sich operieren lassen weil das all ihre Probleme lösen soll, sind meiner Mainung nach die absolute Ausnahme. Die personen die ich kennenlernen durft, habe sich doch sehr mit diesem Schritt auseinandergesetzt und das alles nicht einfach so entschieden. LG Claudel
  • Also ich kenne zwei Frauen die die Genehmigung bekommen haben, obwohl bekannt war, dass sie an einer Essstörung leiden. Eine davon ist meine Freundin die momentan psychisch ein Wrack ist...Zugenommen hat sie inzwischen auch wieder