Adipositas: Perspektivenwechsel in einem Film in arte

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    • Adipositas: Perspektivenwechsel in einem Film in arte

      Habe auf arte zwei Filme gefunden, die vielleicht für den einen oder anderen hier von Interesse sein könnten.

      Der erste geht um die befürchtete Adipositas-Epidemie und geht weg vom "selber schuld" und "wenn du dich nur genügend bewegen würdest".
      Zeigt vielmehr die kollektiven Zusammenhänge auf, und bringt auch Beispiele, wie Menschen gegen die wahren Ursachen kämpfen.

      Der zweite geht nicht nur um Ernährung, sondern auch um andere Umweltbelastungen und hat weniger mit Adipositas zu tun als mit Allergien.

      Beide Filme gehen darauf ein, welch große Rolle die Umwelt spielt, in der wir leben (müssen).


      arte.tv/de/videos/083970-000-A/dick-dicker-fettes-geld/

      arte.tv/de/videos/050386-000-A…-pillen-durch-die-pollen/
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Liebe Issi,

      Den ersten Film habe ich mir vorige Tage auf Deinen Tipp hin angeschaut. Sehr sehenswert und gut gemacht!! Was die schwarze community auf die Reihe stellte fand ich famos und super.

      LG Goldi
    • Hallo liebe Goldi,

      ja das hat mich auch beeindruckt, wie die Leute kämpfen.

      Vor allem fand ich es super, daß man sich mal aus dem "individuell selbst verschuldet"-Ansatz herausbewegt und die gesellschaftliche, kollektive Dimension des Geschehens zu begreifen beginnt.
      Es trifft ja nicht nur auf das Dick zu, daß sich gesellschaftliche Gegebenheiten und Paradigmen im individuellen Leben abbilden - manchmal auf ungute Weise. Im Leben des Einzelnen werden dann die Dinge sichtbar, die kollektiv unser Leben bestimmen, über die "man" aber nicht redet.

      Das Dick, das Prekär, das Allein ... der Verursacher ist selten der Einzelne. Meistenteils sitzt die Ursache wo anders, und wenn man etwas verändern möchte, muß man mehr verändern als das Verhalten oder das "Denken" des Individuums.

      Ich finde es super, daß diese jungen Leute und dieser Pfarrer die Verursacher beim Namen nennen - und gemeinsam dagegen ankämpfen.
      Sollten wir auch in anderen Bereichen tun.

      In dem Beitrag über Allergien wird das auch noch mal klar - daß nämlich die Umwelt, in der wir leben (müssen), nicht zu unserem Wohl entworfen ist, sondern nur zum Wohl derer, die kräftig daran verdienen. Es wird klar, daß wir uns gegen Einiges schützen müssen.

      Ich wünsch Dir was Gutes, liebe Goldi.
      Immer schön gesund bleiben!
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Liebe Issi,

      Issi schrieb:

      Vor allem fand ich es super, daß man sich mal aus dem "individuell selbst verschuldet"-Ansatz herausbewegt und die gesellschaftliche, kollektive Dimension des Geschehens zu begreifen beginnt.
      Es trifft ja nicht nur auf das Dick zu, daß sich gesellschaftliche Gegebenheiten und Paradigmen im individuellen Leben abbilden - manchmal auf ungute Weise. Im Leben des Einzelnen werden dann die Dinge sichtbar, die kollektiv unser Leben bestimmen, über die "man" aber nicht redet.

      Das Dick, das Prekär, das Allein ... der Verursacher ist selten der Einzelne. Meistenteils sitzt die Ursache wo anders, und wenn man etwas veränd
      Das hast Du sehr gut formuliert!!!

      Und ich sehe es ganz genauso.

      Mich wundert oft, wie "dumm" viele Mitmenschen sind, wie wenig Zusammenhänge sie verstehen. Das ist oft richtig gruselig. Aber die meisten sind wohl zu sehr mit Jobs, Family, Alltag, Shoppen, Sport beschäftigt, um noch groß über Dinge nachzudenken...
      Das meine ich nicht mal böse.

      Ich hoffe, dass noch einige Zuschauer den wertvollen Film gesehen haben. Er sollte in der Ausbildung von Pflegepersonal einen festen Platz haben.

      liebe Grüße und bleib auch schön gesund!!!

      Goldi
    • Goldkeks schrieb:

      Mich wundert oft, wie "dumm" viele Mitmenschen sind, wie wenig Zusammenhänge sie verstehen. Das ist oft richtig gruselig. Aber die meisten sind wohl zu sehr mit Jobs, Family, Alltag, Shoppen, Sport beschäftigt, um noch groß über Dinge nachzudenken..
      das ist gut möglich, daß sie zu beschäftigt sind. Dafür wird ja auch allerhand getan - daß wir so mit unserem unmittelbaren Kleinkram zu kämpfen haben, daß uns für "größere" Dinge gar keine Zeit mehr bleibt.

      es ist aber auch möglich, daß es uns geht wie zwei Protagonisten in "Jenseits von Eden".
      Der eine, über den wurde gesagt, er machte sich über die größeren Zusammenhänge Gedanken, über die Ordnungen des Universums, und psychologische Muster und so.
      Vielleicht hatte er auch Grund und Anlass, über die Größeren Muster im Hintergrund nachzudenken, denn materiell brachte er keinen Fuß auf den Boden. Für alle Nachbarn fand er Wasser und bohrte für sie Brunnen auf ihren Farmen - aber auf seiner Farm gab es kein Wasser und er nannte sie "die Streusandbüchse". Also er dachte "groß" und war sicherlich eine Große Seele, ein Mahatma - aber das Fortkommen in der alltäglichen Welt blieb ihm verschlossen.
      Sein Sohn dagegen, der dachte ganz klein. Dem waren größer Zusammenhänge egal. Der dachte nur, wo er das nächste Auto her bekommt, und mit wie viel Preisaufschlag er das verkauft. Er dachte auch darüber nach, wie viel Bohnen er den Farmern zu welchen Pfennig- und Zehntelpfennigbeträgen abkaufen kann, dann schlug er ein paar Cent auf das Kilo drauf und verkaufte die Bohnen tonnenweise an die Armee. Er dachte super kleinklein und wurde der reichste Mann im Umkreis.

      Die dritte Möglichkeit ist, daß es sich um eine strategische Ignoranz handeln könnte.
      "Ich will das gar nicht wissen, denn dann müsste ich ja was ändern. Dann könnte ich keine Stammtischparolen mehr raushauen, dann würde sich mein Weltbild ändern. Neinnein, ich will das lieber gar nicht wissen, denn das gegenwärtige Weltbild dient mir ganz gut ..."
      Von der strategisch ignoranten Truppe kenne ich auch ein paar Leute.

      Also kurz gesagt, ich glaube man kommt leichter und einfacher durchs Leben, wenn man sich nicht zu viele Gedanken macht / machen will. Dann hat man auch weniger Skrupel und so.
      Uns aber wurde das Dick gegeben wie ein Erleuchtungsweg.
      Wir haben Grund und Anlass, uns über ein paar Gegebenheiten "im Hintergrund" Gedanken zu machen. Über andere Ebenen nachzudenken, die unser Leben bestimmen.
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • ... ich glaube, ich bin eine Streusandbüchsenbewohnerin, schon immer. Andere profitieren von meinem Können und Wissen und ich selber am wenigsten.

      Danke für die schöne, exemplarische Geschichte, liebe Issi!