Cécile Dormeau : "Ich male dicke Mädchen in allen Hautfarben"

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    • Cécile Dormeau : "Ich male dicke Mädchen in allen Hautfarben"

      SPON schrieb:

      Die Zeichnerin Cécile Dormeau gilt als Vorreiterin einer Bewegung, deren Ziel es ist, den eigenen Körper zu respektieren. Sie zeigt Frauen wie sie sind: unrasiert, blutend, nicht perfekt. Hier erklärt sie, was sie antreibt: ....
      " Ich zeichne Illustrationen und Cartoons von Frauen und jungen Mädchen - so wie sie sind, in echt. Ich male dicke Mädchen in allen Hautfarben. In den Medien sind selten dicke Frauen zu sehen. Wenn doch, dann sind sie in der Regel alleinstehend, hässlich und werden verspottet. Ich kann mich an keinen Film erinnern, in dem sie Objekt der Begierde sind. Sie sind einfach nur dicke Frauen, die allein über ihren Körper definiert werden...."
      spiegel.de/stil/s-magazin/body…er-koerper-a-1291441.html


      Ganz daneben die Leserkommentare , die Dicksein den " body positivity " - "Status" "absprechen " , weil Adipöse sind doch "selber schuld" ,
      leider haben sie nicht verstanden, um was es überhaupt geht. || || ||
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Das ist leider immer so! Und ich befürchte dass das auch immer so bleiben wird! Wer “anders“ ist, ist nicht “normal“ (wer entscheidet was normal und anders ist?). Ist das nicht auch ein bisschen Typisch? Wer aus der Norm fällt muss sich erst einmal beweisen bevor er Respekt oder Anerkennung bekommt.

      Unsicherheit würde ich das Verhalten viell. auch nennen. Menschen mit anderem aussehen oder Verhalten sind viell. auch neu. Man weiß nicht damit um zu gehen und bevor man sich einfach ganz normal verhält, wird lieber in den Kampfmodus (Abwehr gegen das “ andere/ anders sein“) geschalten.
      “Mama, du fühlst dich an wie Hefeteig!“ :love:
    • Da sprichst Du ein Thema an -

      in gewisser Weise wird es sicher "immer" so bleiben, daß Menschen ganz klar zwischen "Stammesangehörigen" und "anderen" unterscheiden. Das dürfte aus der Steinzeit stammen, wo es lebenswichtig war, Freund und Feind unterscheiden zu können. Imho halte ich das für eine biologische Verankerung.
      Auch Tiere wissen, wer "dazu gehört" und wer nicht. So weit dürfte also alles "natürlich" sein.

      Früher hat sich der Stamm über einen gemeinsame Ahnen definiert, oder ein gemeinsames Totemtier, oder gemeinsame Götter. Und die Leute sahen alle "gleich" aus, trugen die gleiche Tracht, ließen sich die gleichen Narben in die Haut schneiden, und sie folgten den gleichen Festtagen und Speisetabus. Um nur mal ein paar Aspekte von vielen zu nennen.

      Das Blöde ist, daß wir heute andere Paradigmen verinnerlicht haben, wer zu "unseresgleichen" gehört und wer nicht. Das zweite Blöde ist, daß in unserer zunehmend strukturlosen Gesellschaft Feindbilder wieder an Wichtigkeit gewinnen - damit wir uns irgendwo zugehörig fühlen, irgendwo in unserer Identität "definiert" fühlen können. Das ist so ein neues Wir-Gefühl: Wir gegen die feindliche Bedrohung. Wir Fleißigen, Guten, die keine Mühe scheuen um Erfolg zu haben gegen die disziplinlosen, faulen, alle Nahrungsvorräte auffressenden Dicken.

      Es spielt dabei scheinbar keine Rolle, ob es wirklich so ist, daß "DIE" Dicken faul sind und viel essen. Oder ob ganz andere Umstände für die rundliche Körperform verantwortlich sind.
      So weit geht man dann nicht in die Tiefe. Dazu hat man gar keine Zeit. Man weiß, wer der böse Feind ist, und der wird gebasht. Man SIEHT es ja, daß er nicht zu den "normalen Menschen" gehört. Man kann Schuldzuweisungen machen - auch das tut gut - oder man kann ihm predigen, ihn missionieren, ihn erziehen.

      Wenn unsere Gesellschaft sich wandelt - und das wird sie tun müssen um zu überleben - dann kann das nur gelingen, wenn wir uns alle die Paradigmen anschauen, die wir verinnerlicht haben. Wir müssen weg von dem "mäh, mäh, zwei Beine gut, vier Beine schlecht, mäh mäh, dünn gut, dick schlecht ...", das wir seit Jahren glauben und ausüben.

      Aber das ist eine große Aufgabe - und eine relativ "lange". Und wie werden viel reden müssen, über alle möglichen Sachen, die wir glauben, glauben wollten, uns zu glauben weigerten... usw.
      Und ob unsere Generation dann noch den Früchte sieht, ob unsere Generation noch den Wandel erlebt, den wir anstreben - das wissen wir nicht.
      Bis dahin können wir nur BEWUSST bleiben ... den Schmerz und das Leid WAHR nehmen, das uns da zugefügt wird ... VERSTEHEN was es bedeutet, in dieser Art von Gesellschaft, mit diesen besonderen Paradigmen, zu leben.
      Und vielleicht das, was wir verstanden haben, nach außen zu kommunizieren. Vielleicht hilft auch das dann dem Wandel.

      Das macht ja auch die Künstlerin - ihre Erfahrungen nach außen zu kommunizieren. Sie tut es auf ihre Weise. Und wir machen es hier im Forum. Wir drücken hier unsere Wahrheit aus.
      Ist gut, daß wir das (noch) können.

      Ganz liebe Grüße an Euch beide Lisa und Tanja
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee