Moral Machine: lieber Schlanke oder Dicke retten?

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    • Moral Machine: lieber Schlanke oder Dicke retten?

      Ihr Lieben,

      Mich würde sehr interessieren, was ihr von diesem Simulations-Spiel haltet.

      Im Rahmen der neuen Zukunfts-Technologie der selbstfahrenden Autos werden auch moralische Aspekte untersucht:

      Was passiert, wenn solch ein Auto nicht mehr bremsen kann, der Fahrer aber die Entscheidung hat:

      1. auf der Fahrbahn zu bleiben

      oder

      2. auf die Gegenfahrbahn auszuweichen?

      Die simulierten Test-Szenarien sind so aufgebaut, dass es auf jeden Fall Verkehrstote geben muss.

      moralmachine.mit.edu/

      Ein interessantes Spiel, wie ich finde, besonders wenn man vergleicht, wie unterschiedlich Menschen in anderen Ländern reagieren. In Japan zum Beispiel bleiben mehr ältere Menschen am Leben.....

      Die Verkehrsteilnehmer sind verschiedenen Kategorien zugeordnet:

      Tiere < > Menschen
      ältere Menschen < > junge Menschen

      Frauen

      Männer

      Obdachlose

      Führungskräfte

      Ärzte

      normalgewichtige Menschen

      Athleten

      übergewichtige Menschen

      Kinder

      etc.

      Nach Hautfarbe wird nicht unterschieden.

      Ich frage mich, warum Dicke eine eigene Gruppe darstellen.

      Und frage mich, ob der Durchschnittsuser eher eine junge Athletin am Leben lässt, auch wenn sie sich verkehrswidrig verhält als eine dicke Person, die bei grün über die Straße läuft.

      Werden mit diesem Spiel die latent vorhandenen Vorurteile untersucht?
      Oder wird z.B. Dickenbashing oder Altersdiskriminierung gefördert? (Die Untersucher wollen das nicht, tragen aber indirekt dazu bei).

      Ich kann mir vorstellen, dass es Leute gibt, die als Katzenhasser alle Katzen überfahren und als Dickenhasser alle Dicken überfahren wollen.

      Bei mir sind auch die Tiere gestorben, weil ich es wichtiger finde, wenn Menschen überleben. Wenn es mein Hund oder meine Katze wären, würde ich sie am liebsten retten wollen, aber ich sehe ein, dass ein Menschenleben doch "mehr zählt"....

      Was meint ihr?

      Liebe Grüße, Goldi

      PS: Wenn ihr das Spiel gespielt habt, erfahrt ihr, wie ihr selbst abgeschnitten habt im Gegensatz zu anderen usern....
      Und es überrascht mich gar nicht, wie andere entschieden haben....[:(((]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • Sorry, das Spiel ist total unrealistisch.
      Ich kann hier minuten-, meinetwegen auch stundenlang vor dem PC sitzen und die Entscheidung hin-und her abwägen, wen ich nun totfahre oder ob ich mein eigenes Leben aufs Spiel setze.
      In einem fahrenden Auto, über das ich keine Kontrolle mehr habe oder in einem winzigen Sekundenbruchteil entscheiden müsste, was ich tue, hätte ich ganz sicher keine Zeit, erst zu prüfen, wen ich nun absichtlich oder unabsichtlich totfahren möchte. ?(

      Ich glaube auch nicht, dass man in so einem Moment eine "logische" Entscheidung trifft. Vermutlich wird man intuitiv dem erstbesten Hindernis auszuweichen versuchen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Maky ()

    • Diese Darstellung ist hinfällig und unrealistisch, da im Notfall derzeit weder Mensch noch Maschine in der Lage wäre, eine derartige Analyse der Situation in der Kürze der Zeit, in welcher solche Vorfälle für gewöhnlich geschehen durchführen kann. Ich habe diesen Test so durchgeführt, dass die Maschine zumindest so reagiert, dass das unmittelbare Hindernisse auf der Strecke (egal ob Mensch, Tier oder Barriere) nicht berührt wird und so die Insassen möglichst geschützt sind.
      Es sind zu wenig Optionen beschrieben, genauso könnte -wenn es könnte- die Maschine ja auch auf den menschenleeren Bürgersteig ausweichen.
      Ansonsten ist das ganze ziemlich "I-Robot-mässig" gedacht.
      Ich bin froh, dass das nicht so ist, denn die einen sind nicht weniger Wert als die andern, egal wie alt oder jung, fit oder unfit, Mensch oder Tier, sozial hoch oder niedrig stehend.
      So hab ich das auch in den zusätzlichen Regeln mitgeteilt.

      Dicke sind eine eigene Gruppe, weil sie das Synonym für unfit sind. Sie sind den Fitten gegenüber gestellt. Ich glaube, man wollte das einfach nur bildhaft hervorheben. Es ist durchaus vorstellbar, dass es Menschen gibt, die eher den unfitten als den Fitten überfahren würden.
      Allerdings habe ich nicht den Eindruck dass hier bewußt Dickenbashing betrieben wird, jedenfalls empfinde ich es selber nicht so.

      Edit: interessant finde ich übrigens, dass ich mit meiner Methode in vielen Fällen im Mittelwert lag gegenüber den Leuten, die bewußt die Figuren angeschaut haben, was ich nicht getan hab. Ich bin wirklich immer vom größeren Risiko für die Insassen ausgegangen. Was spannenderweise am Schluss aber gleichauf mittig mit anderen Testern lag.
      Viele Grüße

      Andrea - Seepferdchen-Admin


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sunny73 () aus folgendem Grund: was vergessen

    • Ich hatte die Athletinnen gar nicht als "sportlich" sondern als "jünger" definiert und dachte bei mir, dass die fülligeren Damen vielleicht Familienmütter sind - übrigens kamen keine dicken Männer vor.
      Eltern würde ich immer vorziehen.
      Und der Fahrer hat die Pflicht, Unbeteiligte zu schützen ( sehe ich nur so).

      Ich hatte unbewusst eine starke Präferenz, Frauen zu retten.

      Gruß Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Ich würde den verschiedenen Gruppen gar nicht so eine Große Bewertung geben. Ich kenne dieses Simulationsspiel aus dem Studium und es dient einfach nur dazu durch große Feldanalysen auf einige Dinge zu schließen. Deshalb muss dieser ganze Test auch nicht so realistisch sein, dass ist die Wissenschaft nämlich in vielerlei Hinsicht nicht ;)