WDR Markt fragt "Sollen Übergewichtige mehr zahlen?"

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    Bitte beachtet unsere überarbeitete Datenschutzerklärung sowie unsere ebenfalls überarbeiteten Forenregeln.

    • Ja Fisch, das ist wirklich superärgerlich. Der Film ist teuer und gut gemacht (allein die Animationen), inhaltlich allerdings allerunterste Schublade.

      Meine Beschwerde an den WDR hab ich gerade geschickt:

      Es wäre toll, wenn Sie die Thematik Übergewicht differenzierter betrachten würden und nicht monokausale Theorien verbreiten. Es gibt für Übergewicht sehr viel mehr Ursachen, z.B. Schilddrüsenunterfunktionen wie Hashimoto und andere Stoffwechselkrankheiten. Mancher Dicker trainiert mehr als mancher Schlanker, nimmt jedoch nicht ab.... Sinnvoll wäre, wenn die Krankenkassen zum Beispiel Schrittzähler verteilen und auswerten würden.

      ::::::::::::::::::::::::::::::::

      Den Film finde ich recht bedrohlich und so wie Du auch hetzerisch..... Und ich glaube, dass man noch schlechtere Karten im Beruf / bei Bewerbungen hat, wenn Leute vorher solch einen Film gesehen haben.... Im akademischen Bereich ist man als Dicker fast chancenlos. Ich habe es geschafft, einen Lehrauftrag zu erhalten, aber ich bin mir ganz sicher, als Schlanke hätte ich es noch viel weiter geschafft.....

      ::::::::::::::::::::::::::::::::::

      Nicole Jäger fand ich mal gut. Aber in diesem Film hat sie schon quasi die Seite gewechselt. Sie soll nicht von sich ausgehen, denn nicht alle Dicke "fressen".... Viele Schlanke fressen übrigens meist viel mehr..... Wenn man sich die ganzen Pommesbuden etc. anschaut, sieht man meist viel mehr Dünne.... Mein Freund kann essen, was er will, Zucker, Fett.... Bei ihm setzt es nicht an. Ich selber belege meine Brötchen u.a. mit Kräutern, Salat, Gurken, Tomaten, Obst und bin bei uns die Dicke. Ich nutze das Bellicon mehrfach am Tag, er nicht. Ich schwimme viel mehr als er, gehe ab und zu zum Sport, gärtnere ca. 12 - 15 Stunden in der Woche (das ist mein green gymn), baue im Biogarten Obst und Gemüse an und schaue deshalb so gut wie kein Fernsehen.... Täglich mache ich meine Spaziergänge, damit mein Schrittzähler Erfreuliches anzeigt. Natürlich sitze ich zu viel am Rechner, so wie die meisten. Allerdings versuche ich dem etwas entgegenzuwirken (2 Gärten, die täglich Zeit beanspruchen, ca. 200 Zimmerpflanzen, so dass ich zwischendurch immer mal aufstehe, um die eine oder andere Pflanze zu gießen, Trampolin, Gymnastik etc. )

      Im Jahr bin ich so gut wie nie beim Arzt und habe den Kassen bisher nur wenig gekostet.....Meine orthopädischen Probleme und mein Karpaltunnelsyndrom bearbeite ich manchmal bei einer Privatärztin, wo ich alles selber zahle....Eigentlich bin ich recht vorbildlich und werde von den Machern eines solchen WDR-Films als "disziplinlose, Ausreden-suchende, egoistische, teure" Dicke wahrgenommen.

      Voll zum KOTZEN.

      LG Goldi, gerade echt sauer. Normalerweise gehen mir solche Sendungen am Allerwertesten vorbei. Dieser Film zeigt allerdings eine gefährlich neue Entwicklung dieser "Machwerke".

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • Fisch4Fun und Goldkeks, ich empfinde das genau wie Ihr.

      Für mein Verständnis sind solche Sendungen auch ein Beitrag dazu, die Gesellschaft zu spalten und an Nebenschauplätzen beschäftigt zu halten.

      die arbeitenden, Beiträge bezahlenden Jungen gegen die reichen Alten
      die fleißigen, rechtschaffenen Reichen gegen die unverantwortlichen, faulen Armen
      die politisch Korrekten gegen die, die ihre nicht immer korrekte Meinung offen äußern
      die Dünnen, die alles richtig machen gegen die Dicken, die alles falsch machen
      ... usw.

      Solche Sendungen liefern vor allem sehr gute Stammtisch-Argumente.
      Und die sind wichtig, denn immer mehr Menschen scheinen das Gefühl zu entwickeln, daß hier in unserer Gesellschaft einiges falsch läuft.
      Und weil man ohnmächtig ist gegen dieses "Falsche", ja oft noch nicht mal den Finger drauf legen kann, scheinen manche Menschen einen Hass zu entwickeln.

      Diesen Hass gilt es zu kanalisieren und zu dirigieren.
      Nicht etwa - Gott behüte! - daß er sich gegen Jene wende, die im Zentrum der Entwicklungen sitzen und davon profitieren.
      Nein, man muss dem Haß Ziele bieten: die Alten, die Dicken, die Armen, ... viele Ziele.

      In Orwell's "1984" gibt es die Zwei-Minuten-Haß-Sendung damit sich der Hass auf das richtige Ziel richte ... damit du weißt, wen du hassen darfst ... hassen sollst
      und nach der Sendung weißt du auch ganz bestimmt, wo die Rettung liegt.

      Das ist jetzt leider gar nicht sarkastisch - ;(
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Guter Beitrag, Issi, dem ich nur zustimmen kann. Ja, spalten und herrschen.

      Issi schrieb:

      In Orwell's "1984" gibt es die Zwei-Minuten-Haß-Sendung damit sich der Hass auf das richtige Ziel richte ... damit du weißt, wen du hassen darfst ... hassen sollst
      und nach der Sendung weißt du auch ganz bestimmt, wo die Rettung liegt
      Das Buch habe ich damals als Teenie auch gelesen.... Wie aktuell es heute ist, hätte man damals gar nicht zu träumen gewagt....

      Im Grunde geht es um Ablenkung. Von den tatsächlichen Ursachen für das Dickwerden. Allein die Umweltbedingungen... Weichmacher in Plastikflaschen, Hormone im Trinkwasser etc....

      Für vernünftige Lebensmittel muss man sehr viel mehr zahlen. Ein Grund, warum ich gerne anbaue.
      Da weiß ich, dass das Obst nicht behandelt worden ist, sondern unter der Sonne wundervoll schmackhaft gereift ist. Im großen Glas Apfelmus stecken ca. 1-2 Esslöffel Zucker, manchmal auch gar keiner. Dafür Bourbon-Vanille und Zimt.

      Wenn ich sehe, wieviel Zucker gekaufte Marmeladen meist enthalten.....Klar, Zucker ist billiger als Obst. Und in den Marmeladenfabriken werden natürlich genug verschimmelte, verfaulte Früchte verarbeitet, da braucht man hinterher viel mehr Konservierungssmittel.... Da ist es gut, wenn ohnehin möglichst wenig Frucht dabei ist.....

      Ich finde es total bigott, wenn Menschen in solchen Ernährungskontexten leben müssen, dazu die Feinstaubbelastung in den Städten, Stress auf der Arbeit etc...... Auch von Stress und Schlafmangel (z.B. durch zu laute Umgebung) wird man dick. Es hat nicht jeder das Glück, im Grünen leben zu können, mit einem stressfreien, gut bezahlten Superjob, familiärer Unterstützung, Erholungsurlauben etc......

      LG GK
    • Derr Film hat mich erschreckt. Die Ästhetik ist fast schon faschistisch zu nennen, fehlen nur noch direkte Aussagen wie "Die Dicken sind unser Unglück." Die bedrohliche Musik, das bösartige Heranzoomen , ich hätte da Beispiele anderer Filmkunst.

      Goldkeks schrieb:

      Im Jahr bin ich so gut wie nie beim Arzt und habe den Kassen bisher nur wenig gekostet.....Meine orthopädischen Probleme und mein Karpaltunnelsyndrom bearbeite ich manchmal bei einer Privatärztin, wo ich alles selber zahle....Eigentlich bin ich recht vorbildlich
      NEIN, du brauchst dich nicht dafür rechtfertigen, wenn du krank bist und einen Arzt brauchst. Das ist eine der zivilisatorischen Errungenschaften der letzten 50 Jahre, die jetzt auf den Müllhaufen der Geschichte sollen....
      Ich sehe einen ganz strammen Marsch in Richtung " Bauen wir den Sozialstaat ab!" .Und das merke ich an solchen postings
      Schon in der fünften Minute des Filmes kommt dann auch, was ich erwartet habe: Das Hohelied der Privatversicherung, die endlich Alte, Kranke , Dicke etc. auf ihren Platz verweist.....SOLITÄRPRINZIP ....aha....
      Schön ist auch, dass zwar ein hoher BMI einer Verbeamtung im Wege steht, dass aber keiner was dagegen hat, wenn ich mein niedriges Gewicht nur halte, wenn ich mir regelmäßig den Finger in den Hals stecke ..... X(

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von Lisa Cortez ()

    • Lisa Cortez schrieb:

      Die Ästhetik ist fast schon faschistisch zu nennen, fehlen nur noch direkte Aussagen wie "Die Dicken sind unser Unglück." Die bedrohliche Musik, das bösartige Heranzoomen , ich hätte da Beispiele anderer Filmkunst.
      ... das ging mir auch durch den Kopf. Wobei der Olympia-Film von Leni Riefenstahl, den ich neulich im Museum gesehen habe, durchaus tatsächlich ästhetische und sehr stimmungsvolle Bilder hat..... Natürlich darf man nicht vergessen, dass LR karrieristisch-opportun ihren künstlerischen Weg verfolgt hat, und maßgeblich zur "Glorifizierung" des 3. Reichs beigetragen hat, eine begabte Filmerin war sie schon.

      Eigentlich finde ich diesen WDR-Film viel schlimmer, weil er so pseudolocker im Plauderton daherkommt und damit tief in das Herz des (schlanken) Zuschauers trifft, der am besten völlig unreflektiert sich in Zukunft über ein dicker gefülltes Portemonnaie freuen kann, weil die Dicken jetzt mehr zahlen sollen.....

      Allein diese spezielle Filmsekunde, als mögliche Kritik an Rauchern vorweggenommen wurde und mit einem Wisch weggewischt wurde...... Allerunterste Schublade...

      Wenn ich ein Sensibelchen wäre, würde ich mich nach solch einem Film gar nicht mehr auf die Straße trauen.... Der Blick des Kameramenschen war von verächtlichem, sensationsgierigem Defizitärdenken geprägt, Hauptsache, ich bekomme genug "sehenswerten" "Schwabbel" vor die Linse..... Das war nicht dokumentarisch, wie es vielleicht sein sollte, sondern eher respektlos.

      Das erinnert mich an eine Szene am Badesee, wo zwischen den Handtüchern kaum noch Platz war und ein junger Kerl mich in dem Moment, wo ich mich gerade umzog und nackig war aus ca. 2 m gaffend-geifernd filmen musste, Kumpels im Hintergrund, die ebenfalls über die Fettmassen grinsten. Am liebsten hätte ich sein Handy zertrümmert.

      Als Künstlerin male ich manchmal selber dicke, nackte Menschen und ich frage mich, ob ich zu einem offenen Blick beitrage oder nicht..... Ich muss zugeben, dass ich die Provokation liebe. Ich finde, dass Röllchen und Rollen eine ganz eigene Ästhetik haben und mag nicht die konforme, indoktrinierte Schönheitsnorm, nach der jeder, der schlank und jung ist, automatisch hübscher sein soll..... Es gibt eben schöne Dicke und schöne Schlanke, genauso wie sportliche Dicke und unsportliche Schlanke.

      Im Fitness-Center gibt es auch Schwergewichte (auch wenn sie, warum wohl?!?) in der Unterzahl sind. Mit 86 kg hab ich schon gewisse Blicke bemerkt, aber es war mir dann doch egal, Hauptsache schön trainieren gehen.... Allerdings war ich eine der Häufig- und Intensivtrainierenden (ca. 6- 8 Stunden die Woche) und es gab nett gemeinte Bemerkungen, warum ich denn so gar nicht abnehme, bei so viel Training.....Das hat die Leute echt beschäftigt.

      Wenn das Filmteam bei uns im Schwimmbad hätte filmen wollen, hätten sie gleich wieder einpacken können, um die Location zu wechseln. Bei uns sind mehr als Zweidrittel der oft auch guten Schwimmer richtig "mopsig" bis sehr dick. Richtig schlanke fallen gleich auf. Das sind die Schwimmvereinstrainierer. Und eine "hübsche, schlanke, junge" Frau kommt vielleicht 1-2 mal am Abend vor....und ist dann der Hingucker schlechthin;)

      LG GK
    • Also ich sage immer: Every body tells a story ...
      Und bevor ich die "Geschichte" verurteile, die ich da zu "lesen" bekomme, sollte ich mich vielleicht erst mal fragen, warum der Mensch in diese Situation gekommen ist.

      Mir scheint, wir kommen vermehrt durch gesellschaftliche Prozesse "in Situationen".
      Die Herausforderungen, die direkt vor uns liegen, werden meiner Meinung nach vor allem gesellschaftliche Herausforderungen sein.
      Wir werden uns auch mit Fragen auseinandersetzen müssen wie z.B. wie viel Einfluss hat die Umgebung auf das innere Milieu eines Menschen, und wie wirkt dieses Innere aufs äußere Milieu zurück.
      Das beinhaltet auch: wie viel Verantwortung oder "Schuld" hat der "Solitär" - Stichwort Solitärprinzip - wie viel kann der Einzelne beeinflussen, und wo kann er das nicht mehr.

      Klingt alles ein bißchen abstrakt, ich weiß. Hat aber ganz direkten Einfluß auf unser einzelnes, tägliches Leben. Weil wir in Bedingungen leben, die ins "in Situationen" kommen lassen, weil wir versuchen, uns an eine - Entschuldigung für den Ausdruck aus der Tierhaltung - "nicht artgerechte Haltung" anzupassen, an schlechte Behandlung, an unbefriedigende Umstände.
      Susie Orbach - ich komme immer wieder auf sie zurück - sagte schon vor Jahren, das Dick sei oft ein Versuch, mit ganz schlechten Umständen zurecht zu kommen, ein Versuch der Anpassung an ganz schlechte Lebensbedingungen.

      Leider scheinen dicke Körper die "Geschichte" eines faulen Wohllebens auf Kosten anderer zu erzählen. Einer verantwortungslosen Gier, die sich nicht um die Folgen schert, und die die Schäden rücksichtslos auf den Geldbeutel der Allgemeinheit abwälzt.

      Tatsächlich ist diese "Geschichte" von Gier und Rücksichtslosigkeit aber in einem ganz anderen Stratum unserer Gesellschaft zu finden. Dort, wo die ausgemergelten Körper der Damen und die braunen, gestählten Körper der Herren nach außen hin von Verzicht und Ertüchtigung zu sprechen scheinen.

      Und dann sagt man in dem Filmchen, "Für mehr Gerechtigkeit in der Krankenversicherung!"
      Hat schon was Tendenziöses ... "von einer weltanschaulichen oder politischen Tendenz beeinflusst, nicht objektiv", sagt ein Lexikon.
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Issi schrieb:

      Also ich sage immer: Every body tells a story ...
      Und bevor ich die "Geschichte" verurteile, die ich da zu "lesen" bekomme, sollte ich mich vielleicht erst mal fragen, warum der Mensch in diese Situation gekommen ist.
      ... das sehe ich auch so.

      Issi schrieb:

      Das beinhaltet auch: wie viel Verantwortung oder "Schuld" hat der "Solitär" - Stichwort Solitärprinzip - wie viel kann der Einzelne beeinflussen, und wo kann er das nicht mehr.
      Solitär-Prinzip. Toll formuliert!!

      Issi schrieb:

      Susie Orbach - ich komme immer wieder auf sie zurück - sagte schon vor Jahren, das Dick sei oft ein Versuch, mit ganz schlechten Umständen zurecht zu kommen, ein Versuch der Anpassung an ganz schlechte Lebensbedingungen.
      ...das glaube ich auch. Obwohl es natürlich auch Leute gibt, die so gar keine Ahnung von Ernährung haben und tatsächlich sich ungesund ernähren, zu wenig bewegen etc.... aber das könnte man auch unter schlechte Umstände fassen....
    • @Goldkeks

      Danke für die Blumen, aber das Wort mit dem Solitär-Prinzip kam im Filmchen vor, und Lisa Cortez ist auch darauf eingegangen. Der tolle Ausdruck stammt nicht von mir! :)

      Goldkeks schrieb:

      Obwohl es natürlich auch Leute gibt, die so gar keine Ahnung von Ernährung haben und tatsächlich sich ungesund ernähren, zu wenig bewegen etc.... aber das könnte man auch unter schlechte Umstände fassen....
      Da sprichst Du ein tiefes Thema an, das meines Wissens noch nicht so recht in der Wissenschaft angekommen ist, und erst recht nicht bei der Öffentlichkeit.

      Wenn eine Situation oder wenn die Umstände so überwältigend sind - mir scheint so, als sei das Schlüsselwort dabei "Ohnmacht" oder "völliger Kontrollverlust", also eine Situation, in der man ausgeliefert ist und nichts mehr machen kann - dann scheint diese Information direkt in unsere Zellen und in unser Zellgedächtnis zu gehen.
      Ein TCM Arzt hat es mir mal so erklärt, daß es in die "PO"-Energie geht, das ist der Teil der Seele, der für den Körper zuständig ist. Die PO-Energie wurzelt in der Leber.
      Die PO-Seele sorgt dafür, daß alle Zellen informiert werden. Mit diesem Schritt wird ein großer Teil unserer Energie auf Autopilot geschaltet.
      Das passiert, damit du überleben sollst. Dagegen kannst du nichts machen. Genau wie ohne deinen Willen bei Gefahr Adrenalin ausgeschüttet wird. Das MUSS auf Autopilot geschehen, damit du dich in einer schlimmen Lage auf das Wesentliche konzentrieren kannst - und nicht noch drüber nachdenken mußt, ob du dir nun einen Adrenalinschub verpassen mußt oder nicht.

      Kurzer Rede langer Sinn, nach überwältigenden Erfahrungen wird ein größerer Teil deines Lebens auf "Autopilot" laufen als vor der Erfahrung. Hier geht es nicht mehr darum, deinen individuellen Willen oder moralische Werte zu verwirklichen, hier geht es nur noch ums Überleben.
      Und wenn dein Körper nach einer solchen Erfahrung darauf programmiert wird, sich möglichst wenig zu bewegen, damit möglichst wenig Energie verschleudert wird. Wenn das PO ihm sagt, Junge halt die Füße still, im Moment bringt es nichts herumzuturnen, du wirst deine Kräfte noch brauchen ... - dann kannst du darauf wetten, daß der Mensch die Ruhe sucht und schwer dazu zu bewegen ist, herumzuturnen.

      Dies greift natürlich in unser Weltbild ein, nach dem alles vom Willen gesteuert sein sollte.
      Je älter ich werde, desto mehr scheint mir, daß eben ganz Vieles auch vom Körper gesteuert ist - ohne unseren Willen.

      Vielleicht ist es auch gerade das, was zur Verurteilung eines dicken Menschen beiträgt: daß es ihm offenbar am rechten Willen mangelt ??? Wo es doch unser kulturelles Ideal ist, nach Willen und Verstand zu handeln.

      Ich sag mal, das ist nur EINE Stelle, an der das schwarze Buch Fake-Neues beinhaltet:
      dort heißt es, der Wille sei stark, aber das Fleisch sei schwach.

      Ich tendiere dazu, daß es gerade umgekehrt ist: Der Wille ist schwach, aber das Fleisch ist stärker ...
      ahahahaha. :P

      PS Goldkeks Du hast einen schönen neuen Avatar. Bartnelken? Wicken? :thumbup:
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Danke euch - würde am liebsten den gesamten thread ans WDR schicken :thumbsup:


      Issi schrieb:

      Leider scheinen dicke Körper die "Geschichte" eines faulen Wohllebens auf Kosten anderer zu erzählen. Einer verantwortungslosen Gier, die sich nicht um die Folgen schert, und die die Schäden rücksichtslos auf den Geldbeutel der Allgemeinheit abwälzt.

      Tatsächlich ist diese "Geschichte" von Gier und Rücksichtslosigkeit aber in einem ganz anderen Stratum unserer Gesellschaft zu finden. Dort, wo die ausgemergelten Körper der Damen und die braunen, gestählten Körper der Herren nach außen hin von Verzicht und Ertüchtigung zu sprechen scheinen.


      Und das mit der PO Energie ist so interessant, habe ich noch nie gehört.


      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Vermutlich hat jeder, der protestiert hat, diese Antwort erhalten , interessehalber stelle ich sie ein:


      e-mail vom WDR schrieb:

      Sehr geehrte Frau Cortes,
      danke für Ihr Interesse an unserer Sendung Markt und an dem Film „Gegen den Strich - Dicke sollen zahlen“.

      Gegen den Strich ist ein Format, das vor allem bestimmte Haltungen, die festzustehen scheinen, aufzubrechen und aus anderer Perspektive zu hinterfragen. Dazu gehört eine bewusste Positionierung, die mitunter auch zuspitzt und damit durchaus polarisieren kann. Insofern ist „Gegen den Strich“ etwas anders zu sehen, als unsere üblichen Magazinbeiträge, wir wollen bewusst zur Diskussion beitragen und erheben keinen Anspruch darauf, die endgültige Lösung eines Problems zu kennen.
      Zunächst ging es uns in dem Film darum, eine Diskussion darüber in Gang zu bringen, sich über die wachsende Zahl der Übergewichtigen Gedanken zu machen. Das ist uns gelungen: Wir ernteten mindestens soviel Empörung, wie Zuspruch. Es ist ein sehr polarisierendes Thema.

      Eine Tatsache bleibt, dass es vielleicht nicht mehrheitlich, aber insgesamt zu viel stark Übergewichtige gibt, die nicht aufgrund von Unfällen oder Krankheiten in die Kilo-Falle geraten sind, sondern wo es nur am persönlichen Ess- und Bewegungsverhalten liegt.
      Man kann schon konstatieren: Die vielen Übergewichtigen sind nicht gut für die zahlende sogenannte Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten, nicht gut für die globalen Ressourcen (zu viel Fleischkonsum?) und nicht gut für‘s gesundheitliche Wohlbefinden der Übergewichtigen selbst.
      Wollte man mit Umsetzungsabsicht über eine Änderung des Kassenbeitragssystems reden, müsste man natürlich immer auch über Rücksichtsmechanismen bei echten medizinischen Indikationen reden.

      Auch wenn es viele Kritikpunkte gibt, ging es uns darum, solche Argumente mit ins Feld zu führen und damit zur Meinungsbildung beizutragen.

      Wir hoffen, Sie bleiben uns auch weiterhin als aufmerksame und kritische Zuschauerin gewogen.
      Nein , ich bleibe nicht gewogen. Hier wird Diskriminierung - und als dicke Vegetarierin fühle ich mich persönlich durch die Annahme, mein Fleischkonsum wäre zu hoch, diskriminiert , erst als Überspitzung und Satire verkauft - und dann wird der sehr geschickte Schwenk auf " Da ist ja auch was dran und wir haben auch Zuspruch " gelenkt. Im Internet würde man ein solches Verhalten "Trollen" nennen.
      Es ging auch im ganzen Beitrag nicht um Hilfe, sondern um einen Angriff.
      "Wollte man mit Umsetzungsabsicht über eine Änderung des Kassenbeitragssystems reden, müsste man natürlich immer auch über Rücksichtsmechanismen bei echten medizinischen Indikationen reden." -
      o ja, darüber müsste man reden, er schreibt nicht : "....dann müsste man die echten medizinischen Indikationen ausschließen ".
      Die neoliberalen Pläne sind schon weiter gediehen , als ich es für möglich gehalten habe. :(

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Lisa Cortez schrieb:

      Nein , ich bleibe nicht gewogen. Hier wird Diskriminierung - und als dicke Vegetarierin fühle ich mich persönlich durch die Annahme, mein Fleischkonsum wäre zu hoch, diskriminiert , erst als Überspitzung und Satire verkauft - und dann wird der sehr geschickte Schwenk auf " Da ist ja auch was dran und wir haben auch Zuspruch " gelenkt. Im Internet würde man ein solches Verhalten "Trollen" nennen.
      Es ging auch im ganzen Beitrag nicht um Hilfe, sondern um einen Angriff.
      "Wollte man mit Umsetzungsabsicht über eine Änderung des Kassenbeitragssystems reden, müsste man natürlich immer auch über Rücksichtsmechanismen bei echten medizinischen Indikationen reden." -
      o ja, darüber müsste man reden, er schreibt nicht : "....dann müsste man die echten medizinischen Indikationen ausschließen ".
      Lisa, Du bist mir zuvorgekommen, wollte meine WDR-Antwort auch gerade hier einstellen. Zunächst klang die Antwort ja tatsächlich konstruktiv, aber ich hab mir schon gedacht, dass alle die gleiche bekommen.... Gut, dass wir uns darüber austauschen.

      Im übrigen bin ich ganz deiner Meinung, Lisa!

      Als Satire kann man den Beitrag wirklich nicht sehen.... das wäre ein spannender Ansatz gewesen und hätte mich begeistert. Es ist wirklich nur pseudowissenschaftliche Stimmungsmache, die dazu noch die Geiz-ist-Geiz-Mentalität in lockerem Tonfall bedient. Schlanke sollen sich über ein schlankes Portemonnaie freuen können und nicht mehr für die "Selbst-Schuld-"-Dicken zahlen müssen....

      Ich esse schon ab und zu mal Fleisch, wenn es da ist. Ich selber koche zu 95 % vegetarisch/ vegan mit viel Kräutern. Und es nervt mich, wenn mir schlechtes Essverhalten unterstellt wird, besonders beim Arzt. Höhepunkt: eine Assistentin vom Endo, die gemeint hat: "So wie Sie aussehen, können Sie von Ernährung sowieso keine Ahnung haben."

      Dabei kenne ich mich mit vielem viel besser aus, z.B. mit essbaren Wildkräutern, Anbau von Gemüse & Obst, Rezepten etc. als sie. Wenn sie z.B. von Johannisbeere redet, würde ich diverse Sorten benennen und rausschmecken können......

      Es ist gemein, dass einem jede Kompetenz abgesprochen wird, nur weil man dick ist.

      ::::::::::::::::::

      Mein Hausarzt, selbst übrigens hin und wieder ein Dickerchen, kennt sich mit dem Thema ganz gut aus und interessant finde ich seine Einstellung: Man könne am Blut feststellen, ob jemand regelmäßig "frisst" oder nicht. Viele wären dick, auch bei sehr vorbildlichem Ess- und Bewegungsverhalten. Die Blutwerte und der Belastungs-EKG würden genau dies dokumentieren. Das Übergewicht kann er sich auch nicht erklären. Er glaubt an den Zusammenhang mit zu viel Stress. Dann nimmt er auch zu und kann eine Zunahme trotz Kalorienaufpasserei und Sport nicht verhindern..... Hilflos sieht er zu, wie die Waage immer mehr zeigt. (Das kenn ich auch. Meine erste Vorlesung an der Uni hat mir gleich 10 Kilo mehr eingebracht.... Mittlerweile schaff ich das - relativ - locker und ich nehme nichts mehr zu.)

      Es wäre toll, wenn der WDR solch einen Arzt interviewen würde. Aber um wahre Gründe geht es nicht. Das sieht man auch in der im zweiten Teil ärgerlichen Mail-Antwort.

      LG GK

      :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::


      Wir könnten eine Change-org Aktion starten. Vielleicht macht noch wer mit..... Aber ich fürchte, als Dicker bekommt man wenig Unterstützung....... Und aufwändig ist es auch.... Was haltet ihr von der IDee?!?!?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • ah, okay, danke, Goldkeks!
      Ich verstehe, das ist eine virtuelle Unterschriftensammlung?
      Und wer unterschreibt - bei dem wurde Bewusstmachung erreicht?

      Das ist schon mal gut.
      Aber dann weiß ich nicht weiter: geht man dann mit dem Unterschriftenpaket zum WDR und verlangt, daß sie sich öffentlich entschuldigen? Oder daß solche reißerischen und tendenziösen Filmchen in Zukunft unterbleiben? ...
      Ich meine: was macht man dann KONKRET mit den Unterschriften?
      Was verändert/erreicht man ganz "real"?

      Entschuldige bitte daß ich so blöd frage - aber ich hab's noch nicht ganz auf dem Bildschirm wozu die Unterschriften dann letztendlich gut sind? ... ???
      So moderne Methoden begreife ich nicht immer aufs erste Mal - ?(
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Bisher bin ich auch "nur" ein Mitunterschreiber...... Manche Petitionen gehen an den Bundestag, andere an den Verursacher, wie hier WDR. Wichtig bei den Petitionen ist das Herstellen einer größeren Öffentlichkeit, die Druck auf den Verursacher ausübt. Das ist in vielen Fällen fabelhaft gelungen und deshalb mache ich gern mit bei Change.org.

      Interessant wäre, wieviel Mitstreiter es in unserem Fall gäbe..... Manche Themen wie Umwelt/Lebensmittel finden viel Unterstützung. Andere wie Tierschutz oft weniger....

      WDR: eine Entschuldigung hätte etwas. Wichtiger fände ich eine Sendung/Serie,die die unterschiedlichsten Ursachen beleuchtet, z.B. Übergewicht als Folge von Medikamenten (z.B. bei Diabetes, Depression etc.), Übergewicht als wichtiges Merkmal z.B. bei Schilddrüsen-Unterfunktion, insbesondere Hashimoto, Übergewicht als Zeichen von ständigen Diäten, die den Stoffwechsel so zerstört haben, dass man schon bei 1000 Kalorien zunimmt..... Übergewicht und Feinstaub/ Weichmacher im Plastik, Übergewicht und Chemikalien.....

      Übergewicht ist ein strukturelles, gesellschaftliches Problem, was nur zu gern individualisiert wird mit Schuldzuweisung.....

      Warum werden Projekte wie die "essbare Stadt" nicht noch mehr vergrößert und H4-Empfänger können jobmäßig bei der Hitzewelle all die Maispflanzen etc. wässern? Das würde für mehr Ernährungs- und Bewegungsbewusstsein sorgen und es gäbe weniger sinnlose Maßnahmen.....

      Bei change.org wäre es gut, wenn man einen hätte, der den Hut aufhat, jede Petition braucht ein Bild, einen Ansprechpartner....

      Das muss man sich zeitlich leisten können.....Und erfordert viel Courage und Mut.

      Sicherlich könnte man auch als Gruppe in Erscheinung treten. :)
    • @Goldkeks

      aha, verstehe. Danke für die Info!
      Das hört sich gar nicht so uninteressant an.

      Wenn es so viel Zeit und alles braucht - vielleicht könnte man sich auch an die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung wenden? Die machen doch viele Aktionen und wissen bestimmt, wie man so was am besten organisiert?

      Guckst Du mal hier
      facebook.com/gewichtsdiskriminierung/

      Ganz klasse wäre natürlich eine Sendung wie Du sie vorschlägst - die mal alle möglichen Hintergründe bespricht.
      Aber ob das möglich ist? ...
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • @Issi

      Ja, die Gesellschaft kenne ich und finde ich gut. Die Facebookseite kannte ich noch nicht. Danke für den Tipp! Hab fast eine Stunde dort rumgesurft.... und viel Spannendes und auch Erbauliches entdeckt.

      Hab denen gerade eine Nachricht (natürlich mit Link zu der Sendung) gesendet:

      Hallo, es wäre toll, wenn sich die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskrimierung mit dieser Sendung befassen könnte. Hier wird ein monokausales Bild über dicke Menschen entworfen und dazu "aufgefordert", das Solidaritätsprinzip durch ein Solitärprinzip zu ersetzen, d.h. die alte Idee wieder hervorzuholen, dass dicke Menschen einen erhöhten Krankenkassenbeitrag zahlen sollen. Was diesen Filmbeitrag von anderen unterscheidet, ist die teure optische Qualität (aufwendige Animationen) und der sehr locker-provozierende Tonfall, der gezielt an die Geiz-ist-Geil-Mentalität der schlanken Zielgruppe andocken soll. Mit anderen Worten: geschickte Dicken-Hetze. In seiner Antwort auf meine Email verteidigt der WDR sein Vorgehen als gewollt polarisierend. Das kann man eigentlich nicht hinnehmen. Es gibt so viele Ursachen, warum Menschen übergewichtig sind und Bewegungsmangel und schlechtes Essverhalten als die Hauptursachen "festzustellen", ist einfach unwissenschaftlich und tendenziös. Der WDR sollte sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein und statt Stimmungsmache, differenzierte Beiträge zum Thema Übergewicht senden.

      LG GK

      Issi schrieb:

      Ganz klasse wäre natürlich eine Sendung wie Du sie vorschlägst - die mal alle möglichen Hintergründe bespricht.
      Aber ob das möglich ist? .
      Oh ja, das ist natürlich möglich! :)
    • @Goldkeks

      Wow, das hast Du aber sehr gut formuliert!
      Da bin ich mal gespannt -
      vielleicht kann man zusammen doch etwas bewegen?

      Sicher ist es grundsätzlich möglich, eine Sendung zu machen so wie Du vorgeschlagen hast.
      So wie es auch mal angebracht und richtig wäre.
      Ich habe eher gedacht, ob es vom Zeitgeist her möglich sein wird?

      Manchmal unterstützt der Zeitgeist ganz seltsame Ansichten und läßt sie "orthodox" und alternativlos richtig erscheinen,
      während die Leute mit dem Offensichtlichen und mit den Fakten in der Hand als Spinner und "Ketzer" dastehen.
      Wir kennen das aus der Geschichte, ist aber auch heute noch auf manchen Ebenen so.

      Jedenfalls bin ich gespannt, wie das weitergeht, und was bewirkt werden kann.

      Ganz liebe Grüße, Issi
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • @Issi

      Issi schrieb:

      Ich habe eher gedacht, ob es vom Zeitgeist her möglich sein wird?
      ... vom Zeitgeist her könnte es schwierig sein, aber schwierig heißt ja nicht unmöglich. Wenn wir in den anderen thread schauen, scheint RTL/talpa qualitätsvolleres Fernsehen machen zu wollen. Und wir hätten - theoretisch - die Möglichkeit, uns dort interviewen zu lassen.....Ich muss zugeben, ich bin etwas am schwanken.... Mich reizt der Punkt, dass sie (RTL) schauen, ob sie einen großen persönlichen Wunsch erfüllen können.... Bei mir wäre das der Wunsch nach einem langjährigen Tanztrainingspartner.... Allerdings bin ich ohnehin schon eine Person, die jobbedingt in einer gewisssen Öffentlichkeit steht und nicht aufs Dicksein reduziert werden möchte....

      Issi schrieb:

      Wow, das hast Du aber sehr gut formuliert!
      Danke, Issi.
      Ich hoffe, dass die Gesellschaft etwas unternehmen wird!! :)

      Issi schrieb:

      Manchmal unterstützt der Zeitgeist ganz seltsame Ansichten und läßt sie "orthodox" und alternativlos richtig erscheinen,
      während die Leute mit dem Offensichtlichen und mit den Fakten in der Hand als Spinner und "Ketzer" dastehen.
      Die Erfahrung mach ich auch öfters, manchmal auch im Privaten. Seltsame Ansichten nehmen immer mehr zu.

      Etwas off topic: Ich konnte die letzten Jahre "gefahrlos" als Dicke in Öffentlichen Verkehrsmitteln mitfahren. Seit letztem Jahr kommt es ca. alle 1-2 Wochen zu einer "Szene", wo ich als "Ärgernis" angesehen werde. Als platzverbrauchende Zumutung. Eigentlich wiege ich nur 111 - 112 kg.... und finde mich gar nicht mal "besonders" dick. Aber es ist so, dass Leute aufstöhnen, wenn ich in eine Straßenbahn einsteige, wenn ich auf einen freien Platz hinweise und mich setzen möchte, dass es teilweise murrenden Protest gibt oder böse Blicke oder "demonstratives Aufstehen". Komischerweise meist von Frauen von ca. 40 - 68...... Mittlerweile genieße ich das, diese Weiber zu "ärgern", indem ich mich auch in die Mitte einer Drei-Sitzer-Bank setze. Es ist nicht so, dass ich einen zu dicken Hintern hätte und Platz der Nachbarn beanspruchen würde oder ungepflegt in die Straßenbahn ginge.... Manche stört der rein optische Eindruck und es gefällt ihnen einfach, über Dicke zu lästern .... Da kommt dann so ein Getuschel "muss die jetzt auch noch in die Bahn einsteigen/// Muss das sein, dass die sich hier setzen will".... Auch bei Aufzügen ist das der Fall, selbst wenn noch genug Platz ist. Die Leute haben keine Hemmungen mehr, was dicke Leute angeht. Im Winter sehe ich viele dicke Menschen in sehr dünnen Kleidern, damit sie nicht noch dicker aussehen. Ich bin selbstbewusst dick und mache mich nicht dünn und das provoziert manche schon. Oft finde ich mich sogar attraktiv und und ziehe mich schön an, mit tieferem Dekollete, Schmuck etc. Gern und meistens laufe ich burschikos/sportlich/praktisch/ "uneitel" rum. Ich mache eben was ich will und nehme mich nicht zurück. Viele wollen ja, dass Dicke lieber in zweiter Reihe stehen sollen...., schön "unauffällig", "unsichtbar".... Da mach ich eben nicht mit und will auch meinen Teil vom "Lebens-Kuchen"..... Die Haltung sieht man mir wohl an und das macht Leute aggressiv, die ein Weltbild haben, dass Dicke Untermenschen sind. Rein verbal bin ich sehr präsent, meist eloquenter als die anderen und zum Glück meist schlagfertig, so dass diese Leute eigentlich immer den Kürzeren ziehen, wenn sie sich mit mir anlegen wollten...

      Die Gesellschaft verändert sich gerade nicht zum Positiven. Jeder kann ungehemmt seinen Frust ablassen und findet manchmal noch eine "wissenschaftliche " Begründung dafür......

      Nach solchen Beiträgen wie vom WDR kann es noch schlimmer werden....

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • Hallo Goldkeks,

      ich finde deinen Brief auch sehr gut. :thumbsup:

      Schon verrückte Welt: Während RTL 2 ein ethisch korrektes Fernsehen anstrebt, sind die Öffentlich- Rechtlichen, die sich u.a. AUCH mit den Beiträgen der Dicken finanzieren - auf dem Polemikkurs.
      Da die Sendung ja anmerkte, ca. 50 % der Deutschen sind übergewichtig - sehr verehrte Autoren, ist Ihnen klar, dass Ihr Gehalt zur Hälfte von Dicken bezahlt wird.... :D
      Vielleicht sollte man GEZ eigenmächtig um den Prozentsatz kürzen, der auf solche Polemiken entfällt, so ähnlich wie früher in den Achzigern Militärgegner eigenmächtig ihre Steuern um 10% kürzten, da 10% Bundeswehretat.....
      DAS ist NATÜRLICH kein Aufruf zu einer STRAFTAT, nur ein wenig überspitzte Polemik, die polarisieren soll......
      :cursing: :cursing: :cursing:

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Lisa Cortez schrieb:

      Schon verrückte Welt: Während RTL 2 ein ethisch korrektes Fernsehen anstrebt, sind die Öffentlich- Rechtlichen, die sich u.a. AUCH mit den Beiträgen der Dicken finanzieren - auf dem Polemikkurs.
      Noch vor 3, 4 Jahren hätte ich dies für völlig unvorstellbar gehalten..... Ja, die Welt ändert sich ganz schön.....

      Lisa Cortez schrieb:

      ich finde deinen Brief auch sehr gut.
      Danke, Lisa :)


      Lisa schrieb:

      Da die Sendung ja anmerkte, ca. 50 % der Deutschen sind übergewichtig - sehr verehrte Autoren, ist Ihnen klar, dass Ihr Gehalt zur Hälfte von Dicken bezahlt wird....
      Ich hab mir mal den Spaß gemacht und den Autor der Sendung nachgegoogelt, der sieht eigentlich ganz harmlos aus, etwas in Richtung von Woody Allen..... Vielleicht polarisiert und polemisiert er, um wieder genug neues Geld in seine Kasse zu spülen und datet privat auch etwas pfundigere Frauen.....

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()