tagesplan/hunger

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    • Issi,

      wenn der Ranzen spannt (das sagt man bei uns auch), dann fühle ich mich eher unwohl.

      Ich esse sehr gerne alles was man aus Kartoffeln machen kann und der absolute Favorit sind Kartoffelklöße. Du hast recht, es ist der intensive, weiche Kartoffelgeschmack, der mich verzückt.

      Na gut - und das mit den Buttercremetorten oder auch Marzipantorten, hat sich bei mir so hoch geschaukelt, weil ich davon einfach nicht genug essen darf, so dass ich mich mal befriedigt zurück lehnen kann, weil ich ganz einfach tortensatt bin.

      Liest sich bisschen nach Sex. :grins:
    • Mit fast 48 hab ich auch schon einiges erlebt und vermutlich keinen Tipp/Trick unversucht gelassen. Aber die Wahrheit ist, dass es mir nur gut geht, wenn ich alles essen darf, wozu ich Lust habe und keine Pläne mich hindern. Ich war als Schülerin schon zu dick (mit schlanken Eltern) und hab immer zu viel gegessen und mich zu wenig bewegt. Wie auch immer.

      Aktuell ist es so, dass ich für mich beschlossen hatte keine tierischen Produkte unbekannter Herkunft mehr zu essen, die Lebensmittelindustrie kaum mehr zu unterstützen und auch bei Gemüse auf die Herkunft zu achten. Seit dem würde ich nicht mehr auf die Idee kommen auf dem Weg zwischendurch schnell noch eine Leberkäsesemmel reinzuschieben, etc. Ich zwinge mich nicht, durch den Sinneswandel ist es einfach unmöglich mir so etwas noch in den Mund zu stecken. Früher war es oft so, dass ich mir vorgenommen habe Mittags in der Kantine nur Salat/Gemüse zu essen und natürlich bin ich nicht an dem Fleischgericht vorbeigekommen - wohl wissend, dass es mich müde macht am Nachmittag. Da ich der Kantine in Sachen Fleisch aber nicht mehr traue (sicher zur Recht bei diesen Preisen) esse ich ganz von selbst nur noch vom Salat/Gemüsebuffet und bin glücklich und zufrieden damit, denn oft gibt es auch Bulgursalat. etc.

      Es fühlt sich gut an, es fühlt sich null nach Zwang an und es geht ganz von selbt. Schwierig ist es nur, wenn wir wo eingeladen sind, aber da hilft mir jetzt mein Magen. Seit geraumer Zeit habe ich Probleme mit der Magenklappe und wenn ich zu viel esse, dann quillt es oben wieder raus, was ich wirklich nicht haben muss. Erst das hat dazu geführt, dass ich auch weniger esse und Gewicht verloren habe. Ist nicht mehr mein Ziel, denn das habe ich schon lange aufgegeben. Auf jeden Fall muss ich keine Diskussionen über Fleischherkunft führen mit den Gastgebern, wenn ich sagen kann, dass mein Magen heute nicht Ok ist. Aber nicht verpetzen :-o

      Und eigentlich wollte ich nur erzählen, dass Pläne mir niemals geholfen haben mich zu ändern - 30 Jahre lang nicht. Im Gegenteil :(
    • Issi schrieb:


      Zu den süßen, milchig gefüllten Weizenkuchen (Torten) gibt es eine "abgefahrene" Theorie von Marion Woodman. (Jungianische Therapeutin).
      Sie sieht in der Sehnsucht nach Torten, Milchschnitten usw. die Sehnsucht nach Vereinigung mit dem Göttlichen ...
      bezieht sich dabei auf die Dionysos-Feiern, bei denen die Teilnehmer Ströme von Milch und Honig aus dem Boden kommen sahen, und hinterher Weizenküchlein bekamen ...


      Ich glaube, da ist wirklich was dran. Also so für mich jetzt. Ich muss das mal stärker ausloten.

      Issi schrieb:

      ... auch Ekstase kann ein Zustand sein, der uns im täglichen Leben fehlt ...


      Auch das. Ich glaube sogar, dass die beiden Dinge zusammenhängen können.
      [CENTER]Summ summ summ
      [SIZE=1](Honigbiene)[/SIZE][/CENTER]
    • Tosca schrieb:


      Insulin macht einen Typ2-Diabetiker noch dicker.


      Also das kann ich aus meiner eigenen Erfahrung absolut nicht bestätigen. Ich bin seit 3 Jahren insulinpflichtig, weil meine BSD nach einer Entzündung und langfristiger Einnahme von Steroiden wegen einer Autoimmunerkrankung die Arbeit weitgehend eingestellt hat und mein Gewicht ist völlig stabil. Ich esse weitgehend, worauf ich Lust habe und wenn das auch mal Kuchen oder Schoki ist -so what. Und auf Kartoffeln könnte ich so gar nicht verzichten, die liebe ich einfach. Aber ich kann schon verstehen, dass du das Insulin so lange wie möglich rauszögern willst.
    • Catalina schrieb:

      Also das kann ich aus meiner eigenen Erfahrung absolut nicht bestätigen. Ich bin seit 3 Jahren insulinpflichtig, weil meine BSD nach einer Entzündung und langfristiger Einnahme von Steroiden wegen einer Autoimmunerkrankung die Arbeit weitgehend eingestellt hat und mein Gewicht ist völlig stabil. Ich esse weitgehend, worauf ich Lust habe und wenn das auch mal Kuchen oder Schoki ist -so what. Und auf Kartoffeln könnte ich so gar nicht verzichten, die liebe ich einfach. Aber ich kann schon verstehen, dass du das Insulin so lange wie möglich rauszögern willst.


      Ich nehme sehr viele Medikamente, die mich ja so dick haben werden lassen. Aber ich muss sie nehmen und das lebenslang.

      Mir wurde nur vom Arzt gesagt, dass ich es dann noch schwerer haben werde mein Gewicht zu halten, wenn jetzt noch Insulin dazukommt.

      Ich rackere mich ab für meine Gesundheit, die eh schon längst über die Wupper ist, aber ich versuche verzweifelt, das letzte bisschen Lebensqualität aufrecht zu erhalten.
    • Tosca schrieb:

      Ich nehme sehr viele Medikamente, die mich ja so dick haben werden lassen.


      Vielleicht hab ich ja einfach nur Glück, dass sich mein Gewicht auf einem gewissen Level eingependelt hat und da bleibt, ich weiß es nicht. Ich kann mir vorstellen, dass es bei dir dann eher die Kombination aus Insulin und deinen anderen Medis wäre, die dann problematisch wäre. Ich glaube, wenn ich nochmal über längere Zeit Cortison nehmen müsste, sähe das bei mir vielleicht auch anders aus.
    • Jeder Raucher, der es geschafft hat aufzuhören, hat einen Vorteil, er kann die Zigaretten aus seinem Leben verbannen. Da wir uns kennen, weiß ich, dass du deinem Mann oft zuschauen musst, denn er darf ja. Wenn man dann noch von sich weiß, dass es in eine Schlemmer-Orgie ausarten würde, wenn man anfinge unerlaubte Nahrungsmittel zu futtern, ist es wirklich verständlich, dass dieser ständige Verzicht dich zermürbt.

      LG

      Klangola

      :flenn:
    • Tosca schrieb:

      Das weiß ich jetzt nicht, wo Schlemmereule entsprungen ist. Ich bin Diabetikerin Typ 2 und muss mir Schokolade etc. versagen, zumindest darf ich nicht 3 Stück Kuchen essen, noch nicht mal ein einziges. Allenfalls ein Versuch ist gestattet und das macht mich dann natürlich erst recht "heiß."

      Glaube mir - ich träume oft davon, ich hätte eine Buttercremetorte vor mir stehen, die ich dann mit den Fingern essend, optisch sicherlich richtig fies aussehend, in mich rein klatsche. Ja, fressend, mampfend.

      Deswegen kann ich zumindest die Vorstellung, sich in einen Haufen Schokoriegel rein knien zu möchten, verstehen. Ich kann in keine Bäckerei gehen, denn wenn ich dort die Torten sehe, werde ich wütend, hadere mit meinem Schicksal und letztendlich laufen mir die Tränen. Tatsache.

      Gier - pure Gier.

      Ob das nun in dem Fall aber, von Schlemmereule eher Spott war, kann ich wirklich nicht einschätzen.


      Ich kann Dich so gut verstehen!!! Ich bin auch Diabetikerin und lange Zeit hatte ich Victoza, was mir gewisse Freiheiten gab. Seit Anfang Jahr wirkte es aber nicht mehr und ich habe es abgesetzt und musste die Insulindosen neu ermitteln. Dieses versagen von Süssigkeiten, alle zwei Stunden kontrollieren usw. hat mich psychisch fertig gemacht. Wenn das so geblieben wäre, wäre das keine Lebensqualität mehr gewesen.

      Hast Du nur Tabletten, kein Insulin?

      LG Finchen
    • Tosca schrieb:

      Insulin macht einen Typ2-Diabetiker noch dicker. Das kann ich bei meinem, sowieso schon langsamen Stoffwechsel (aufgrund vieler Medis), nicht gebrauchen.



      Nicht zwangsläufig. Bei mir war das z.B. nicht, obwohl ich noch Kortison nehmen muss. Aber ich weiss, das hört man in den Foren immer wieder.

      Hast Du einen guten Diabetologen? Ich meine wenn Du so einen Sklaventreiber hast, frustriert das noch extra. Deine Gelüste wären mit Sicherheit nicht so gross, wenn Du ab und zu Deine Lieblingsspeisen ohne Mengenvorschrift geniessen könntest. Aber ich weiss, es gibt Diabetologen, die können einen zur Sau machen mit ihren Ansichten, so einen hatte ich auch mal und darum dann auch einen anderen gesucht. Genauso wie es in Diabetesforen Typen gibt, die mit trockener Askese auf die Krankheit reagieren und dies von allen anderen auch verlangen.

      LG Finchen
    • Finchen schrieb:

      Ich kann Dich so gut verstehen!!! Ich bin auch Diabetikerin und lange Zeit hatte ich Victoza, was mir gewisse Freiheiten gab. Seit Anfang Jahr wirkte es aber nicht mehr und ich habe es abgesetzt und musste die Insulindosen neu ermitteln. Dieses versagen von Süssigkeiten, alle zwei Stunden kontrollieren usw. hat mich psychisch fertig gemacht. Wenn das so geblieben wäre, wäre das keine Lebensqualität mehr gewesen.

      Hast Du nur Tabletten, kein Insulin?

      LG Finchen



      Ich nehme seit 18 Jahren nur Glimepirid und Metformin und es klappt, aber eben nur, wenn ich Verzicht übe. Klar ist das toll, wenn der HbA1c-Wert so gut ist, aber ich muss mich bis aufs Äußerste selbst disziplinieren. Und diese unbefriedigten Essgelüste, lassen mich oft sehr traurig werden.

      Ich könnte es mir natürlich einfach machen und endlich mit dem Insulin beginnen, aber ich kenne mich - wenn ich wüsste, dass ich nun "zuschlagen" könnte, würde ich kein Maß und Ziel mehr kennen. Ich muss mich immer selbst an die Kandare nehmen. Ich nähme noch viel mehr zu und das geht gesundheitlich einfach nicht, denn Diabetes ist nicht die einzige chronische Krankheit die ich habe.
    • Issi schrieb:

      @Sie sieht in der Sehnsucht nach Torten, Milchschnitten usw. die Sehnsucht nach Vereinigung mit dem Göttlichen ...
      bezieht sich dabei auf die Dionysos-Feiern, bei denen die Teilnehmer Ströme von Milch und Honig aus dem Boden kommen sahen, und hinterher Weizenküchlein bekamen ...

      Ich vermute mal, dass auch in der Antike die Menschen von unzähligen gesellschaftlichen Zwängen gebeutelt waren, und die Frauen ganz besonders. Und dann gab es auch noch Sklaverei, also das Nonplusultra an Unfreiheit. Die Dionysos/Bacchus-Feiern waren wohl im Rahmen der antiken Kultur ein zulässiges Ventil für die Sehnsucht nach Freiheit, Rausch und Ekstase, und auch mal Sich-Gehenlassen, wieder zum Kind (der Gottheit) zu werden und mit all den feinen, sonst unerschwinglichen Leckereien beschenkt zu werden.

      Heutzutage verbinden wir mit "süß" und "Milch" weniger Bacchus als vielmehr "Baby" und "umsorgt sein". Passt auch zum vanilligen Aroma vieler Süßspeisen. Vielleicht sehnen sich etliche Sahnetortenliebhaber nach dem Gefühl der Geborgenheit, Freiheit von Verantwortung, dem Kuscheln mit der Mama?

      Wenn mich ganz selten solche Anwandlungen packen, gelüstet es mich auch nach süßen, weichen Sachen. Kennt ihr die russische karamellisierte Kondensmilch? Gibts in Russenläden oder in manchen Supermärkten und schmeckt wie Sahnebonbons - nein, nicht so zuckrig - und hat die Konsistenz von Nutella. Es gibt die Legende, dass diese Leckerei in den ausgebrannten Städten des 2.Weltkriegs entdeckt wurde, als hungrige Menschen in den Ruinen Dosen mit gezuckerter Kondensmilch ausgruben, die in der Brandhitze karamellisiert war.

      Ich habe in der Regel nicht das Bedürfnis, die Dose leer zu löffeln, sondern mir genügt ein gelegentlicher Löffel voll. Die Dose hält bei mir so fast einen Monat. Aber manchmal muss es einfach sein.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Tosca schrieb:

      Ich nehme seit 18 Jahren nur Glimepirid und Metformin und es klappt, aber eben nur, wenn ich Verzicht übe. Klar ist das toll, wenn der HbA1c-Wert so gut ist, aber ich muss mich bis aufs Äußerste selbst disziplinieren. Und diese unbefriedigten Essgelüste, lassen mich oft sehr traurig werden.

      Ich könnte es mir natürlich einfach machen und endlich mit dem Insulin beginnen, aber ich kenne mich - wenn ich wüsste, dass ich nun "zuschlagen" könnte, würde ich kein Maß und Ziel mehr kennen. Ich muss mich immer selbst an die Kandare nehmen. Ich nähme noch viel mehr zu und das geht gesundheitlich einfach nicht, denn Diabetes ist nicht die einzige chronische Krankheit die ich habe.


      Das ist wirklich eine Zwickmühle. Das einzige was mir noch dazu einfällt ist, dass Du den Langzeitzucker nicht ganz so streng nach unten treibst. Damit wenigstens ab und zu eine Leckerei möglich ist. Z.B. auf meiner Zielwertetabelle steht dass 6.9 immer noch sehr gut ist. Die Ansichten gehen natürlich auseinander. Mein Hausarzt war mit 6.5 hochzufrieden, während mein Gynäkologe das viel zu hoch fand.
      Ich könnte mir vorstellen, dass ein permanente Lust auf Süsses und die Traurigkeit über die Situation von Deinem Körper auch als Stress gedeutet werden. Das würde den BZ auch noch in die Höhe treiben. Vielleicht wäre der Langzeitzucker gar nicht so viel Höher oder gleich hoch, wenn Deine Lebensqualität durch den Verzicht nicht so eingeschränkt wäre. Und auch mit dem Insulin kannst Du nicht alles in allen Mengen essen. Mir wurde mal gesagt, die Insulinmenge darf das Körpergewicht nicht übersteigen. Weil zu viel Insulin ist auch ungesund und wirklich ein Mastmittel. Ich kann vieles wegspritzen, aber eine Packung Kekse sind nicht drin.

      LG Finchen
    • Sophie schrieb:


      Heutzutage verbinden wir mit "süß" und "Milch" weniger Bacchus als vielmehr "Baby" und "umsorgt sein". Passt auch zum vanilligen Aroma vieler Süßspeisen. Vielleicht sehnen sich etliche Sahnetortenliebhaber nach dem Gefühl der Geborgenheit, Freiheit von Verantwortung, dem Kuscheln mit der Mama?


      Ich glaube, da kommt bei mir manchmal das eine zum anderen. Einerseits sind Torten (oder waren es zumindest) etwas, das es in meiner Kindheit nur zu Festen gab (Ostern, besondere Geburtstage) und sie wurden immer von Frauen gefertigt - zumindest in meiner Familie.

      Ich bin ländlich aufgewachsen, da war es nicht üblich, mal eben im Café Torte zu kaufen. Obwohl sich das ca. Mitte der Siebziger auch ein wenig geändert hat. Da gab es auch so schon mal sonntags Torte beim Bäcker. Das wurde aber nur gekauft, wenn Besuch kam.

      Jetzt wohne ich in der Großstadt. Torten gibt es an jeder zweiten Straßenecke. Aber wirklich gute Torten können die wenigsten - für meinen Geschmack. Zu häufig wird in der Creme die Sahne und Butter durch "gesundes" Pflanzenfett ersetzt - meist irgendein gehärtetes Zeug. Das geht für mich gar nicht. (Verschiedene vegane Torten hingegen schmecken durchaus, besonders, wenn mit Erdnussbutter gemacht. Aber machen mich nicht annähernd so zufrieden, wie eine echte Torte.)
      [CENTER]Summ summ summ
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    • Finchen schrieb:

      Das ist wirklich eine Zwickmühle. Das einzige was mir noch dazu einfällt ist, dass Du den Langzeitzucker nicht ganz so streng nach unten treibst. Damit wenigstens ab und zu eine Leckerei möglich ist. Z.B. auf meiner Zielwertetabelle steht dass 6.9 immer noch sehr gut ist. Die Ansichten gehen natürlich auseinander. Mein Hausarzt war mit 6.5 hochzufrieden, während mein Gynäkologe das viel zu hoch fand.
      Ich könnte mir vorstellen, dass ein permanente Lust auf Süsses und die Traurigkeit über die Situation von Deinem Körper auch als Stress gedeutet werden. Das würde den BZ auch noch in die Höhe treiben. Vielleicht wäre der Langzeitzucker gar nicht so viel Höher oder gleich hoch, wenn Deine Lebensqualität durch den Verzicht nicht so eingeschränkt wäre. Und auch mit dem Insulin kannst Du nicht alles in allen Mengen essen. Mir wurde mal gesagt, die Insulinmenge darf das Körpergewicht nicht übersteigen. Weil zu viel Insulin ist auch ungesund und wirklich ein Mastmittel. Ich kann vieles wegspritzen, aber eine Packung Kekse sind nicht drin.

      LG Finchen



      Ja, das mit dem Langzeitzuckerwert ist so ne Sache. Da sind fast alle Ärzte sehr streng hinterher. Man bekommt Schauergeschichten erzählt von Blindheit und abfaulenden Füßen etc. Es ist ja auch so, dass diese angst machenden Predigten, nicht gelogen sind.

      Wenn ich den ganzen Tag nur Essen zu mir nehme, das keine Kohlenhydrate enthält, dann kann ich abends auch mal ne Portion Pommes oder ein paar Stückchen Schokolade essen. Es heißt immer, dass Eiweiß gut sättigen würde, was auch stimmt. Wenn ich den ganzen Tag nur Fleisch/Fisch/Eier/Huhn essen muss mit einer neutralen Beilage, also, Salat oder Gemüse, dann ist der Bauch ja gefüllt.

      Mein Verstand hat das auch verinnerlicht. Der Magen ist gefüllt/gedehnt, trotzdem könnte ich danach ne Torte verschlingen, weil eben die Lust auf Süßes nicht befriedigt ist.

      Ich habe schon oft gelesen, dass man sich die Süßlust abgewöhnen kann, indem man dem Geschmackssinn, das Süße einfach gänzlich entzieht.

      Naja, ich weiß ja nicht....
    • Ja wo ist denn die Schlemmereule???

      :auslach:Hat sie sich an ihren so richtig schönen Streuselchnecken mit!!! Zuckerguss, verschluckt?


      Sorry, das war böse... aber ich nehme es nicht zurück... :-p
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Tosca schrieb:

      Wenn ich den ganzen Tag nur Essen zu mir nehme, das keine Kohlenhydrate enthält, dann kann ich abends auch mal ne Portion Pommes oder ein paar Stückchen Schokolade essen.


      Du solltest die KH eher untertags essen, wenn du noch in Bewegung bist. Dann unterstützt dich die Muskelarbeit bei der Verwertung derselben. Isst du sie abends, fällt der BZ-Anstieg höher und nachhaltiger aus und du triggerst ein Dawn Phänomen (BZ-Anstieg um ca. 03:00).

      Zu meinem Hintergrund, ich bin seit ca. 35 Jahren Typ I Diabetiker, habe einige Typ II in der Familie.
    • elltee schrieb:

      der Diabetologe meiner Schwester sagte ihr beim letzten Mal, daß für Diabetiker ein Wert zwischen 6,5 und 7,5 okay wäre. Damit bräuchte man sich keine Sorgen machen.


      Der HbA1c muss unter 7,0 bleiben. Darüber steigt das Risiko für Spätschäden überproportional an.

      Höhere Werte werden nur bei sehr alten Menschen (Faustregel: ab 80 Jahren) in Kauf genommen. Das ist eine Risikoabschätzung, da hier die Gefahr von Stürzen bei (nächtlichen) Hypos und deren unmittelbaren Folgen die langfristige Entwicklung von Spätschäden übertrifft.
    • Lucia schrieb:

      Du solltest die KH eher untertags essen, wenn du noch in Bewegung bist. Dann unterstützt dich die Muskelarbeit bei der Verwertung derselben. Isst du sie abends, fällt der BZ-Anstieg höher und nachhaltiger aus und du triggerst ein Dawn Phänomen (BZ-Anstieg um ca. 03:00).

      Zu meinem Hintergrund, ich bin seit ca. 35 Jahren Typ I Diabetiker, habe einige Typ II in der Familie.


      Das ist bei mir etwas anders, da ich ein Nachtmensch bin und nie vor 4 Uhr früh ins Bett gehe.

      Von daher habe ich festgestellt, dass mein Blutzuckerwert zwischen 2-6 Uhr früh, runter rauscht bis auf 70, wenn ich Essen zu mir nehme, das fast keine Kohlenhydrate hat.

      Ich habe nachts den niedrigsten Wert und mittags und nachmittags den höchsten.

      Auch bin ich nicht so sehr in Bewegung, aber das ist den Medikamenten geschuldet, die so stark sedieren. Das bisschen Haushalt kann ich gerade noch so erledigen und das im Schneckentempo. Dann fahre ich täglich 15 Minuten auf meinem Sitzfahrrad-Heimtrainer, wegen meines Arthroseknies.

      Nach gemütlichen 15 Minuten bin ich vollkommen platt. Etwas Kondition kann man sich auch mit diesen Medis noch antrainieren, aber die körperliche Leistungsfähigkeit, ist doch stark eingeschränkt.
    • Tosca schrieb:



      Auch bin ich nicht so sehr in Bewegung, aber das ist den Medikamenten geschuldet, die so stark sedieren......
      Nach gemütlichen 15 Minuten bin ich vollkommen platt. Etwas Kondition kann man sich auch mit diesen Medis noch antrainieren, aber die körperliche Leistungsfähigkeit, ist doch stark eingeschränkt.


      Hallo,
      offen gesagt hört sich das alles an, als würden dir diese Medikamente eher schaden. Das es dir so schlecht geht ( Sedierung, keine körperliche Leistungsfähigkeit) ist das wirklich tolerabel? Ich selbst könnte mir das nur unter einer Chemotherapie vorstellen, diese starken Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen.
      Kein Wunder, dass deine Wünsche sich um Süßes drehen. Und jetzt ist dir selbst diese kleine Freude verwehrt....:(
      Ich wollte fragen, ob du mit deinem Arzt schon besprochen hast, ob es da Alternativen gibt?

      liebe Grüße Lisa

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Lucia schrieb:

      Du solltest die KH eher untertags essen, wenn du noch in Bewegung bist. Dann unterstützt dich die Muskelarbeit bei der Verwertung derselben. Isst du sie abends, fällt der BZ-Anstieg höher und nachhaltiger aus und du triggerst ein Dawn Phänomen (BZ-Anstieg um ca. 03:00).


      Betrifft das konkret Diabetiker oder machst Du eine allgemeingültig Aussage? Das mit dem BZ macht zwar Sinn, aber ich frage, weil ich in einer FB-Gruppe bin (Freeletics Femmes) und dort kommen immer wieder Fragen zu Ernährungsweisen. Bei den meisten geht es um Gesundheit, Abnahme und Muskelstärkung, aber mir ist aufgefallen, dass z.B. Low Carb High Fat oder gerade das umgekehrte High Carb Low Fat mal sehr gut funktioniert, während andere Mühe damit haben.

      Und diejenigen, die High Carb Low Fat machen oder generell vielleicht mehr Kohlenhydrate abends zu sich nehmen, müssten dann doch auch Dein beschriebenes Phänomen kennen?
    • Generell gilt das, was ich zuvor geschrieben habe, in dieser Schärfe nur für Diabetiker.

      Allerdings triggert auch bei Nichtdiabetikern eine hohe KH-Aufnahme einen BZ-Anstieg. Hier wird dieser aber durch eine verstärkte Insulinausschüttung abgefangen. Abhängig von der Insulinsensitivität der Person führt diese Hormonausschüttung wiederum zu einem mehr oder weniger starken Absinken des Blutzuckers. Interessanterweise dürften hier besonders jene Personen negativ betroffen sein, die zwar keine Diabetiker sind, bei denen aber der Glucose-Insulin Regelkreis nicht (mehr) so gut (d.h. sensibel) funktioniert, selbst wenn ihre Werte klinisch nicht wirklich auffällig sind. Bei ihnen wird zuerst überproportional Insulin freigesetzt, wodurch der BZ später wieder zu stark absinkt. Das Regelunsgverhalten beginnt zu schwingen.

      Bei fettreicher Ernährung wird keine plötzliche starke Insulinausschüttung getriggert, dafür eine umso langanhaltendere, bis das Fett verstofffwechselt wurde. Das gilt in ähnlicher Form auch für Eiweiß. Ich kann mir vorstellen, dass Personen mit verminderter Insulinsensitivität damit besser klar kommen.

      Deckt sich das mit dem, was du aus FB-Gruppe kennst?

      Gegen 03:00 wird bei einem "üblichen" Wach/Schlaf Musters verstärkt Cortisol freigesetzt und die Insulinsempfindlichkeit sinkt. Beim Stoffwechselgesunden regelt der Körper das von selbst nach.
    • Lisa Cortez schrieb:

      Hallo,
      offen gesagt hört sich das alles an, als würden dir diese Medikamente eher schaden. Das es dir so schlecht geht ( Sedierung, keine körperliche Leistungsfähigkeit) ist das wirklich tolerabel? Ich selbst könnte mir das nur unter einer Chemotherapie vorstellen, diese starken Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen.
      Kein Wunder, dass deine Wünsche sich um Süßes drehen. Und jetzt ist dir selbst diese kleine Freude verwehrt....:(
      Ich wollte fragen, ob du mit deinem Arzt schon besprochen hast, ob es da Alternativen gibt?

      liebe Grüße Lisa

      liebe Grüße Lisa



      Ich habe die schwere und chronische Form der Depression und ohne Psychopharmaka, wäre ich längst nicht mehr am Leben. Ich muss das so offen schreiben, weil es schlicht die Wahrheit ist. Ich habe diese Krankheit nun seit 26 Jahren und mir ist keine Facette davon unbekannt.

      Von daher retten diese Medis mein Leben, obgleich sie die Lebensqualität natürlich auch heruntersetzen. Ich muss mit den mir verbliebenen Lebensmöglichkeiten zurechtkommen.

      Wenn ich folglich ein Resümee ziehe, ist es so wie es ist, das Bestmögliche, das ich aufgrund meiner Krankheiten, für mich herausfiltern kann.

      Alternativen gibt es keine. Ich bin seit 26 Jahren beim Psychiater Dr. med. Immer und immer wieder verfiel ich in ein Rezidiv, bis letztendlich meine jetzigen Medis gefunden wurden, die mir dauerhaft halfen und helfen. Auch ein prophylaktisch wirkendes Medikament ist dabei ("Carbamazepin" ... das ist ein Antiepileptikum, das aber auch schwere, depressive Schübe auffängt).

      Ich habe auch jetzt noch jeden Tag Heulanfälle und eben depressive "Absacker" - aber das ist eine Lappalie gegen das, durch was ich jahrelang durch musste.




    • Tosca schrieb:

      Das ist bei mir etwas anders, da ich ein Nachtmensch bin und nie vor 4 Uhr früh ins Bett gehe.

      Selbst wenn man sich an eine nächtliche Lebensweise psychisch gewöhnt hat, lässt sich die Biologie nicht so einfach austricksen.
      Viele unserer Schichtarbeiter sagen, sie haben sich an die Nachtarbeit gewöhnt, aber das ist bei der Bauchspeicheldrüse anscheinend noch nicht angekommen. Der Diabetikeranteil bei unseren Wechselschichtlern (die nachts körperlich arbeiten, also Zucker verstoffwechseln können) steigt überproportional mit der Anzahl der Jahre in Nachtschicht gegenüber den gleichaltrigen Nur-Tag-Schichtlern. Eigentlich sollte nicht süße Cola verteufelt werden, sondern Schichtarbeit, aber das wäre ja aus Sicht der Wirtschaft der Untergang des Abendlandes...

      Eine echte Umstellung des individuellen Tagesrhythmus funktioniert nur, wenn man tagsüber absolute Dunkelheit und Stille herstellen kann, also in echter "Nacht", aber zu anderer Uhrzeit lebt - andersrum ist für viele Menschen nachts auch "Tag" angesagt durch Straßenbeleuchtung und Bildschirme, was wiederum den Hormonhaushalt stört.

      Zum Thema Chronobiologie und Diabetes gibt es etliche Studien, die alle darauf hinweisen: Nachtschicht macht krank. Ob sie freiwillig gewählt ist oder beruflich bedingt, ist egal. Es soll auch einen Zusammenhang zwischen Nachtarbeit und Krebs bzw Depressionen geben. Berufsgenossenschaften, Krankenkassen, Gesundheitsministerium haben Infomaterial im Netz. Einfach googeln nach Chronobiologie & Diabetes.

      Ich selbst würde mal versuchen, dem biologischen Tag/Nacht-Rhythmus zu folgen und auszuprobieren, ob sich etwas an der Zuckerfront tut. Langfristig gesehen tust du dir womöglich mit deiner nächtlichen Lebensweise gesundheitlich keinen Gefallen, dafür ist der menschliche Körper halt nicht konzipiert. Kurzfristig und in jungen Jahren steckt man das wohl noch weg, aber bei chronischen Erkrankungen halte ich es für "sicherer", möglichst dicht an den natürlichen Voraussetzungen zu bleiben.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)