artikel 72 weniger heißt nicht = häppi

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    • Interessante Fotos, weil offen gezeigt, aber im Ergebnis nach großem Gewichtsverlust nicht überraschend.

      Finde ich bloß den Text nicht oder gibt es tatsächlich keinen, abgesehen von den kurzen Texten zwischen den Fotos?

      Die Künstlerin schreibt, dass sie aus gesundheitlichen Gründen ("langes Leben") abnehmen wollte. Sie (oder vielleicht eher die Redakteure der Brigitte, die ihre Geschichte auf die Fotos reduziert haben) gibt aber keine Infos, inwieweit sich die Abnahme auf ihren Gesundheitszustand ausgewirkt hat, falls sie denn überhaupt eine Auswirkung merkte. Ebenso schreibt sie zwar, dass sie emotionale Probleme mit der Abnahme hat, gibt aber wiederum keine nähere Erklärung. Das finde ich sehr schade, denn sie hätte sicher einiges Interessantes zu sagen.
    • Über ihre Hompage kann man ja Kontakt aufnehmen.

      Ihr könntet ihr ja mal Eure Fragen stellen, vielleicht gibts Antworten.

      Ich finde die Fotos sprechen für sich und auch der minimlistische Hinweis, daß sie diese Gewichtsabnahme emotional aus dem Lot gebracht hat, reicht mir um zu "verstehen".

      Auf jeden Fall sind die Fotos mutig. Auch wenn man sich "drastischeres" angucken kann.

      Und sie sind schön und zeigen diese Verwundung, die sie trägt.

      das empfinde ICH beim Betrachten der Bilder.
    • " Das Gefühl zu verschwinden ", dieser Satz stimmt nachdenklich. Ich hab mich auch schon oft gefragt, wenn man richtig viel abnimmt, bleibt man dann noch sich selbst ? Nicht dass ich gegen Gewichtsabnahme bin, bestimmt nicht, aber es stimmt schon die Persönlichkeit verändert sich. Wie auch immer......

      Sehr mutig von Frau Kozerski, ich hätte mich wahrscheinlich nicht getraut.
    • Nur sehr selten hat jemand den Mut zu zeigen dass unter der Kleidung der Körper *verwundet* ist...

      Ich mag mich mollig...ich mag es auch so weiblich zu sein....aber meine
      schlaffe Haut mag ich einfach nicht....und das finde ich sehr schade...

      Dieses Musikvideo ist genauso realistisch, schonungslos und ehrlich wie der Artikel... es ist ein Musikvideo von Batomae über einen Mann der eine mollige Frau liebt, die sich nicht lieben kann..
      youtube.com/watch?v=kQVGUcQUagU
    • Madame schrieb:

      " Das Gefühl zu verschwinden ", dieser Satz stimmt nachdenklich. Ich hab mich auch schon oft gefragt, wenn man richtig viel abnimmt, bleibt man dann noch sich selbst ? Nicht dass ich gegen Gewichtsabnahme bin, bestimmt nicht, aber es stimmt schon die Persönlichkeit verändert sich. Wie auch immer......



      ich habe schon 60 kg zu und wieder abgenommen ( und wieder zu) , bin aber immer die selbe Person geblieben.
      ( entschuldigung für die Kiloangabe, aber eigentlich schreibe sie nur dazu, um zu zeigen, dass das fast so viel ist wie das der Künstlerin im Bericht.)
      Irgendwie steckt meine Person "innen" in meinem Körper. Die Fettpolster sind mal da, mal nicht, aber ich nehme sie nicht zu mir gehörig wahr.
      Es kann mir ganz oft passieren, dass ich vergesse, wie voluminös ich bin. Entweder unterschätze ich mein Gewicht und werfe Gegenstände um oder ich kauf gedankenverloren Kleidung, die mir viel zu groß ist.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Ich habe an eine " ehemalige " Freundin von mir gedacht. Sie hat auch sehr viel Gewicht verloren und dabei den Sport für sich entdeckt. Dadurch hat Sie sehr wenig Probleme mit der Hautdehnung gehabt.
      Jetzt ist Sie allerdings ein Eckelpacket :mad1: . Sie hat dadurch so viel Selbstbewustsein bekommen, dass man es in Ihrer Nähe nicht mehr aushalten kann. Ich gönne es Ihr von Herzen nun eine tolle Figur zu haben, aber es ist nicht notwendig andere runterzuputzen.
      Das meinte ich mit Persönlichkeitsveränderung.
      Und ich dachte daran, wie ich damit umgehe, dass meine Oberarme nur aus Hautlappen bestehen. Jetzt hab ich die Bestrumpfung und kann seitdem wieder " Arm " zeigen :grins: was vorher für mich unmöglich war. Ich bin diesbezüglich Selbstbewußter geworden, habe mich also ein wenig verändert.
      So meinte ich das.
      @Lisa: Respekt für Deine tolle Abnahme :daumen:, auch wenn immer wieder mal draufkommt
    • Ich krieg's jetzt grad nicht hin, aus zwei Posts gleichzeitig zu zitieren ...also antworte ich mal so.

      @Madame
      was Du von Deiner Freundin beschreibst, erinnert mich vielleicht weniger an Selbstbewusstsein, als vielmehr an eine Notwendigkeit sich den eigenen Wert nun dadurch zu beweisen, daß man andere "herunterputzt"?

      Manchmal glauben Leute ja, mit dem Abnehmen würde sich ihr ganzes Leben plötzlich ins Paradies verwandeln - wenn sie erst abgenommen hätten, hätten sie dann blitzschnell einen Partner, einen neuen Job ... oder was sie sich sonst so wünschen.
      Das klappt aber ganz oft nicht so wie erträumt ... und dann kann Frust hochkommen ... der sich entladen muss?

      Wenn ich an dieses Wort "herunterputzen" denke, kommen mir auch so Bilderfetzen von ganz frommen Leuten, denen es ihr Glaube (ihre Diät) verbietet sich zu freuen (verbietet zu geniessen), und die nun, dürr und eingetrocknet wie sie sind, darauf achten, daß andere auch nicht "sündigen" und sich ja schön an die genussfeindliche "Moral" halten ...
      ... ich seh da auch so eine Art Verachtung gegenüber sich selber ... eine Verachtung für das, wie oder "was" die Frau einmal selber war ...
      wie gesagt, es sind nur so Fetzen, die da bei mir durchwabern ...

      @Lisa
      Du beschreibst da glaube ich etwas ganz Wichtiges: daß Du Dein Volumen und Deinen Umfang manchmal unter- oder überschätzt ...
      Mir scheint, daß sich Manche beim Abnehmen dahingehend verändern können, daß sie irgendwie besser wahrnehmen, wo sie anfangen und wo sie aufhören. Vielleicht weil sie dem Körper und ihrem Aussehen jeden Tag diese extreme Aufmerksamkeit schenken. Oder vielleicht weil sie sich dann "definierter" fühlen ... ?

      Und ich glaube auch, daß manchmal eine Körperfülle wegfällt, die die "Grenze" nach außen verschoben hat ... die der Umwelt ohne Worte "gesagt" hat: gib mir Raum, bleib weg von mir ... oder etwas in der Art.
      Ich kann verstehen, wenn dünner Gewordene dann ihre Grenzen anders setzen müssen. Möglicherweise auch auf aggressive Art ...
      Ich denke schon, daß sich auf diese Weise eine Persönlichkeit beim Abnehmen verändern kann.
    • Madame schrieb:



      @Lisa: Respekt für Deine tolle Abnahme :daumen:, auch wenn immer wieder mal draufkommt



      Du meinst das sicher nett, aber Du weißt nicht einmal, ob diese Abnahme gewollt und / oder gesund war. Aber das ist so das allgemeine Bild, wenn man abgenommen hat, wird man bewundert.
      Ich habe das nach meiner Krankheit und der daraus resultierenden Abnahme oft erlebt. Selbst wenn ich sagte, dass das aus Krankheitsgründen geschah und ich lieber die Pfunde behalten und dafür diesen Mist nicht durchgemacht hätte, kommt oft noch ein "Ja, aber ist doch toll!

      Nein, ist es nicht. :mad:
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Ich versteh Dich.
      Ein paarmal hab ich auch einiges an Gewicht verloren in meinem Leben, immer wenn ich krank war.
      Wie es mir ging hat keinen interessiert, das Dünnerwerden haben sie :applaus:
      Da hätte ich auch gerne drauf verzichtet.


      Und was Lisa betrifft- das weiß sie sicher selbst- daneben, daß man letztlich immer der Gleiche bleibt, der der in einem schon als Kind "angelegt" war- egal wie man sich verändert- ist eine so radikale Abnahme rauf- runter sicher nicht gesund.

      Ich war mal 4 Monate mit einer Frau im Krankenzimmer , die hatte Klamotten zwischen 38 und 56 im Kleiderschrank.
      Sie lebte mit rapide ceyclling.Ihre Klamotten drückten ihren schwankenden Gemütszustand gut aus.

      Also schon sehr kurzsichtig, wenn Madame da die "tolle" Gewichtsreduktion beklatscht.
    • Es tut mir leid, dass ich hier nicht gleich vom " schlimmsten " ausgegangen bin. Ich bin auch noch zu neu um alle Beiträge intus zu haben.
      Du musst also nicht gleich zubeissen, fraubrezel.
      Ich bin eigentlich ganz verträglich, sodass man mir diese Dinge auch nett " stecken " kann.
    • Madame schrieb:


      @Lisa: Respekt für Deine tolle Abnahme :daumen:, auch wenn immer wieder mal draufkommt


      Hi, Madame, ich bin leider Misses Jojo, was aber auch an der jeweiligen Dosierung von Medikamenten liegt. Leider gibt es nix zum Respektieren.
      Ich kann seit Jahren nur noch hungern oder mich überessen.


      Üppig70, du hast einen tollen Song verlinkt,
      ich hätte da eine Warnung vorgesetzt-
      diie drastische Beschreibung der Essstörung könnte triggern.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
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      H.L. Mencken
    • Issi schrieb:

      Und ich glaube auch, daß manchmal eine Körperfülle wegfällt, die die "Grenze" nach außen verschoben hat ... die der Umwelt ohne Worte "gesagt" hat: gib mir Raum, bleib weg von mir ... oder etwas in der Art.

      Ich kenne das Gefühl beim Abnehmen, dass man Angst hat zu verschwinden, weniger "ich" zu sein. Das Körpergewicht ist ja auch ein Teil von mir, von meiner Persönlichkeit, in Jahrzehnten gewachsenes Leben. Und so wie viele Frauen es unerträglich finden, sich lange Haare abschneiden zu lassen, kann ich mich nicht von meinem Fett trennen. Jede Abnahme wird von panikartigen zwanghaften Essattacken beantwortet.

      Als ich magersüchtig war, wollte ich ganz unsichtbar werden, schwach und dünn und verletzlich, damit mich alles Überfordernde in dieser Welt nicht mehr belästigt. Vielleicht ist diese "Macke" jetzt in das andere Extrem umgekippt.
      Als dicke Frau nehme ich Raum ein, ich bin. Ich werde respektiert, bin ge-wichtig, stark. Eine Burka aus Fett schützt mich vor sexistischen Übergriffen, setzt Grenzen, hält auf Abstand. Jedes Kilo, das ich abnehme, macht mich verletzlicher, kleiner, un-wichtiger. In Zeiten, in denen ich stark abgenommen hatte, habe ich die Erfahrung gemacht, dass mir zwar jede Menge (unerwünschter) Aufmerksamkeit zuteil wurde, dass Typen mich angeflirtet haben, aber dass ich fachlich auf einmal letztrangig wurde, behandelt wurde wie ein Kind (wonach ich mich als Magersüchtige gesehnt hatte). Als dicke Frau bin ich zwar "unattraktiv", aber dafür können die Primatenmännchen in meiner Umgebung plötzlich wieder sachbezogen auf Augenhöhe mit mir reden.

      Ich vermute, dass diese Variante von Übergewicht entfernt verwandt ist mit dem Messietum, wo man sich nicht von nutzlosen Dingen trennen kann. Jedes Entrümpeln wird als Verletzung der persönlichen Existenz empfunden, und so fühle ich mich beim Abnehmen.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • :applaus:das haste sehr anschaulich und sicher für viele zutreffend ausgdrückt.

      Ich denke immer- ist wohl ein "Trugschluß"- daß man ,wenn man sich bewußt ist, warum man dick ist-wofür das Gewicht steht, daß man , wenn man sich über sich klar ist, solche Panzerungen nicht mehr braucht und von alleine zu einem Gewicht findet, mit dem man sich wohl fühlt.

      Oder fühlst du Dich wohl?
      Dann wäre es ja stimmig.

      Meine Erfahrug ist übrings die, daß ich als dicke Frau oft behandlt werde als wäre ich debil.
      Dick = doof .
      Wenn ich dann den Mund aufmache, ist es oft nett anzusehen, wie Menschen peinlich berührt sind, weil sie eben davor mit mir sprachen, als wäre ich doof.

      Allerdings habe ich nicht Deine Erfahrung- ein mageres Hascherl , das betüdelt wird , war ich nie.

      Aber ich kann mir gut vorstellen, daß man mit männlichen Wesen besser arbeiten kann, wenn sie nicht von der "Sachebene abgelenkt sind", weil sie ihr Gockeltum zur Schau stellen müßen.
    • @ Sophie

      Wir werden als Frauen (und inzwischen auch zunehmend als Männer) ständig über-fordert in dem Gesellschaftsmodell, das wir gegenwärtig leben. Bei ganz vielen Gelegenheiten sollen wir mehr geben als wir wollen, mehr geben als wir haben, etwas anderes geben als wir geben wollen oder als wir haben ... - wenn ich Dich also richtig verstehe, geht es sowohl beim "Unsichtbar werden durch Magersucht" als auch bei der "Burka" aus Fett einfach um Schutz ... ?
      Um Schutz Deiner Integrität, und um Schutz davor, in eine Schiene gepackt zu werden, die Du nicht willst und die Dir nicht gerecht wird?

      "Burka" trifft es wunderbar. Mich erinnert das Fett manchmal an die Rüstung der Göttin Athene. Die wollte auch nicht sexistisch angemacht oder zum Kaffeekochen abdelegiert werden. Die spielte mit männlichen Helden nach männlichen Regeln auf einem männlichen Spiel- bzw. Schlachtfeld ... heckte Schlachtpläne aus, baute Schiffe ... die Frau wurde ernst genommen.
      Trug immer - schon bei ihrer "Geburt" - Rüstung und Helm. Und später auch noch das Gorgonenhaupt auf der Brust, so daß jeder, der sie anblickte, ob dessen schierer "Hässlichkeit" erstarrte ...
      Athene wollte definitiv nicht "geliebt" werden, sondern respektiert.

      Finde es bemerkenswert, daß Du eine Parallele zum Messietum ziehst. Habe eine Bekannte, die nicht direkt ein Messie ist, aber doch immer eine Menge Zeug anhäuft. Einmal kam ihre Familie zu Besuch, und sie räumte tagelang auf - schuf Raum für ihre Gäste. Als ihre Familie wieder weg war, so erzählte sie mir später, habe sie erst einmal "alles wieder herräumen müssen um sich wohl zu fühlen".
      Das verstehe ich jetzt dank Deines Posts viel besser ...
      Mir scheint jetzt, daß sowohl das Fett als auch "Zeug" ein Damm sein könnte, den man unbewußt aufbaut? Um nicht einfach weggespült zu werden? ... Um mitten in einem "Strudel" irgendwie "stabil" bleiben zu können? ...

      Sehr interessanter neuer Gesichtspunkt, jedenfalls.
      Danke, Sophie!
    • finde das auch einen interessanten Gesiochtspunkt mit dem Körperfett.

      Fast so wie die Frage, einen Körper HABEN oder ein Körper SEIN ?

      ich habe ihn eindeutig. Ob dick, ob dünn, ob blond, rot oder braun , ich fühle mich irgendwie gleich, mein Körper ist eine Art Kleidungsstück.

      Es ist höchstens peinlich, wenn ich Sachen umwerfe, weil ich Immer noch denke, ich kann mich da durchquetschen....

      allerdings behandelt mich die UMWELT doch wieder anders je nach Aussehen,
      das verwirrt mich oft,
      weil ich ständig vergesse, wie ich aussehe.



      Den Vergleich mit den Haaren von Sophie : Ein Friseur, den ich kenne, hat mir gesagt, dass Frauen gerne Haarschnitt/und oder Farbe ändern, wenn sie einen neuen Lebensabschnitt beginnen (wollen).

      ist Ab- oder Zunehmen für euch auch so etwas? Der Beginn eines neuen Lebensabschnittes?
      Natürlich läuft es unbewusster als ein neuer Haarschnitt.

      Bei meiner Magersucht ging es nicht um "Unsichtbarwerden". Das Dünnsein war zweitrangig, erstrangig war "Nicht essen". Nicht essen müssen.= alles unter Kontrolle haben, überlegen sein, nur noch Geist sein etc.
      Ich glaube, auch da gibt es Unterschiede.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Hallo, Madame,

      ich denke das ist keine Frage von "so weit" oder von "noch nicht so weit".
      Manche werden sich vielleicht gegen zu viel abnehmen wehren, weil sie ihre Identität im Moment eher "dicker" verstehen?
      Und Du fühlst Dich vielleicht mit zu vielen Pfunden nicht wohl, weil Du Deine "eigentliche" Identität eher im dünneren Bereich verortest?

      Wichtig ist, daß Du für Dich weißt, wo's lang geht. Es ist kein Wettbewerb, wo eine(r) schneller oder "schon weiter" ist als jemand anderes ...

      Es ist doch ganz okay, wenn Du für Dich den Wunsch fühlst, eine bestimmte Richtung einzuschlagen, und wenn Du innerlich weißt, daß ein anderer Weg eher nicht der Deine ist ...

      Und dann hat neulich jemand geschrieben - wenn ich nur den Thread finden könnte - sich selbst annehmen kommt VOR dem Abnehmen.
      Das hat schon Susie Orbach gesagt: man muss zuallererst die Kilos als ganz zu einem gehörig annehmen. Denn wie willst du etwas "hergeben", was Dir gar nicht "gehört"? ...

      Liebe Grüße
      Issi
    • Madame schrieb:

      Ich bin wohl noch nicht so weit, denn ich wäre gerne wieder dünner. Wenn ich tief in mich reinhöre muss ich das gestehen.


      ich wäre auch gerne wieder dünner.
      Das kann man wollen.

      Ich wäre auch gern praktischer veranlagt,
      ich wäre gerne reicher,
      ich wäre gerne jünger,
      ich wäre gerne extrovertierter....

      wichtig ist für mich, mir von "Ich wäre gerne" nicht das heutige Leben verderben zu lassen.
      Denn ich lebe jetzt.
      Wenn ich heute sterbe, stände dann in meinem Nachruf:
      "Sie wollte so gern dünner sein",
      oder steht da noch mehr?

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
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      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • oft steht auch drauf "...ach ich hätt so gern, dies oder jenes getan..."
      Das ist etwas, was ich mir auf die Fahne geschrieben habe, dass ich nicht am Ende meines Lebens sagen muss "ach ich hätt so gern, hab mich aber nicht getraut".
      Viele Grüße

      Andrea


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Ja, das "Hätte ich doch damals..." tut mehr weh als ein verpatzter Versuch "Ich trau mich jetzt".
      Mich hat im Leben so oft Angst vor etwas zurückgehalten, wenn ich befürchtete, dass irgendein unangenehmes Ereignis eintreten könnte. Aber selbst wenn sich diese Angst bewahrheitet hätte, wäre das unangenehme Ereignis (zum Beispiel Zurückweisung, dumme Bemerkungen, schiefe Blicke) nie so schmerzhaft gewesen wie hintennach das Bedauern über die verpasste Chance. Aber hinterher ist man immer klüger.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Mir ist dazu ein junger Mann eingefallen.
      Am Anfang kam mir die Story sehr bekannt vor. Dicker Junger - kriegt keine Freundin - wird Fitnessfreak und isst nur noch Salat.
      Aber dann kam in dem Bericht etwas erstaunliches.
      Er nahm um die 75kg ab und sah im Tanktop sehr gut aus, als er es auszog hing seine Haut über die Hose. Und er sagte, er fühle sich wohl in seiner Haut und er würde sich auf keinen Fall operieren lassen.
      (Name gerade noch gegooglet - John David Glaude)

      Diese Selbstakzeptanz fehlt mir in den Foren in denen ich mich wegen meiner AC-OP bewege, total. Dort wird über Wiederherstellungs-OPs gesprochen noch bevor der Magen operiert ist. Alleine dieses Wort ist schon schwierig für mich. Was wird denn wiederhergestellt? In der Zwischenzeit glaube ich, dass mit WHOs nach Magen-OPs mehr Geld verdient wird, als mit den AC-OPs selbst.
      Für mich kommt das nicht in Frage... Heute (nach 8 Jahren) würde ich auch den Magenbypass nicht mehr operieren lassen.

      LG Bärbel
      Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird.
      (Immanuel Kant)
    • Tja, so generiert sich ein ganzer Zweig seine Patienten für Jahre selber...

      Ich kenne das Video des jungen Mannes und finde es toll, wie er seine Einstellung vertritt.

      Mir geht es ähnlich wie Martina, ich mache Sport (ausschließlich den, der mir Spaß macht), weil ich meinem Körper helfen will, mit meinem Gewicht und den gegebenen Problemen besser klar zu kommen und Mobilität zurück zu erlangen.
      Alles andere zusätzlich ist ein nice-to-have.
      Viele Grüße

      Andrea


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz