Mit dicken Patienten kommunizieren

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  • Mit einem neuen [URL='http://www.derwesten.de/staedte/essen/im-adipositas-anzug-so-fuehlt-sich-extremes-uebergewicht-an-id10519742.html']Kommunikations-Programm [/URL]will die Uni-Klinik Essen Adipositas Patienten helfen. Aus diesem Grund hat sich das Uni-Klinikum einen „Adipositas-Anzug“ angeschafft. Die Medizinstudenten sollen erleben, wie sich extremes Übergewicht anfühlt – als Selbsttest. Die Studenten sollen auch lernen wie man sinnvoll mit Adipositas-Patienten spricht – hierfür gibt es Kommunikationskurse die jeder Student absolvieren muss. In diesen Kursen soll gelernt werden Patienten die stark übergewichtig sind, für eine gesündere Lebensweise zu gewinnen. Die Klinik beschäftigt vielfach auch Schauspielstudenten als so genannte „Simulationspatienten“ – sie schlüpfen in einen „Adipositas-Anzug“ und mimen die stark übergewichtigen Patienten, die stets ihr Gewicht als unverrückbares Schicksal abtun und Sätzen wie „Ich esse gar nicht viel“ :rolleyes: Eine Klinik die sich auf dicke Menschen einstellt macht natürlich Sinn. Ob dieses Kommunikations-Programm auch geeignet ist das die Medizinstudenten zukünftig ebenso mit dicken Patienten fachlich kompetent umgehen, wird sich wohl erst herausstellen. Der Bericht wirkt auf mich nicht verheißungsvoll.
  • Das hört sich für mich dermaßen schwachsinnig an. Es geht nicht um Kommunikation sondern um Bekehrung, finde ich. Ich dachte grad noch, macht dick sein schwerhörig oder verliert man sein Sprachverständnis? Fatsuits halte ich per se für Unfug, da das Gefühl trotzdem ein anderes sein muss. Als dicker Mensch bin ich in dieses Gewicht "reingewachsen", ich war es nicht von jetzt auf heute. Der Körper hat sich dem Gewicht genähert, dem Umfang, ich bewege mich doch ganz anders als jemand, der plötzlich doppelt so viel Umfang hat und überall gegen stößt, weil er das nicht gewohnt ist. Und plötzlich mehr Gewicht bewältigen zu müssen ist auch was ganz anderes, als wenn es nach und nach drauf kommt. Wenn ich spontan 2 Kästen Wasser schleppen müsste, wäre ich auch belasteter, als wenn ich jeden Tag eine Flasche mehr nehme und mich an die zusätzliche Last "gewöhne". Man sollte mehr Zeit aufbringen, die Leute in ihren Fachbereichen vernünftig zu schulen und das ein oder andere Stündchen Sozialkompetenz würde auch so manchem Mediziner nicht schaden.
  • Mir geht es da wie Sunny. Da gab es ja schon einiges an halbherzigen TV-Experimenten, wo sich dann eine Moderatorin, Pseudo-Journalistin (bzw. ein männlicher Kollege) oder gar ein Model für die wahnsinnige Menge von einigen Stunden in einen Fatsuit begeben hat. Denen sieht man an, dass sie sich in einem wahrhaften Fremd-Körper befinden. Die Bewegungen völlig unnatürlich, mit den Armen rudernd, den eigenen Körperschwerpunkt und seine Ausmaße nicht mehr einschätzen könnend. Wer über lange Zeit dick geworden ist, kann da ganz anders mit umgehen. Wie heißt es so schön: Vielleicht hätten Sie jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt!
  • Ich halte von diesem Projekt überhaupt nichts, und zwar aus den gleichen Gründen wie sie hier schon beschrieben wurden. Bei meinem letzten Krankenhausaufenthalt vor wenigen Wochen (mit Lungen-OP) fühlte ich mich von ÄrztInnen, Krankenschwestern und Pflegern sehr gut und vor allem mitfühlend behandelt. Diese Leute versehen ihre Arbeit mit menschlich-natürlichem Sachverstand. ... entweder man hat es, oder man hat es nicht...
  • Ich hab mir die Mühe gemacht und auf der Uni-Klinik-Seite nach diesem "Projekt" gesucht: [URL='http://www.uk-essen.de/en/aktuelles/detailanzeige0/?tx_ttnews[tt_news]=1886&cHash=aec2ede06f960e9f655bc7eb144df485"]Guckst du[/URL] Da sind Pressekontakte aufgeführt, ob die sich auch über Post von ner Dicken freuen? Am liebsten tät ich die Antworten hier kopieren und dort hin senden, aber es ist besser, die Schreiber tun das selbst. Vielleicht möcht ihr das ja tun, denn nur so kann man etwas in den Köpfen bewegen und die könnten sich den Fatsuit sparen.
  • Soku - Danke für den Hinweis, ich werde etwas schreiben, aber ich muss noch überlegen was und wie ich es formuliere.
  • Ich dachte - meine Güte stellt der sich an mit 96 kg ( würde auch sagen, mit U- 100 passt man noch in normale Stühle) ....so ne Pussy :rolleyes:
  • [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]Irgendwie geht mir diese Geschichte nicht aus dem Kopf und[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]ärgert mich sehr.[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]Es ist sogar doppelt ärgerlich,[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]zum Einen der ziemlich dämliche Text samt Bildern[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]zum Anderen die äußerst fragwürdige Einstellung der Klinik.[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]Zu den Fotos:[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]Täusche ich mich?? oder hat sich der „Journalist“ auf dem Treppenfoto[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]noch was in die Backen geschoben? (um die DICKE Wirkung zu steigern?)[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]zum Text:[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]20min wehleidigste „Selbsterfahrung“ mit lächerlichen 20kg PseudoÜgewicht [/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]-und findet nicht die Armlöcher des Hemdes [/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12](Jawoll Lisa: Watt ne Pussy der Typ!)[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]Zum Text der Klinik (Danke Soku) bzw deren Intention:[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]Zitat: „Einerseits sollen die Studierenden so nachempfinden, wie sich Übergewicht anfühlt, [U]andererseits lernen, adipösen Patienten als Arzt gegenüber zu treten. Deshalb üben sie auch Behandlungssituationen, bei denen Simulations-Patienten die Adipositas-Anzüge tragen.“[/U][/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]-und erklären diesen dann bei z,B, Ohrenschmerzen daß sie zu fett sind??[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]HÄÄH??? Noch nie mit nem dicken Menschen gesprochen?[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12](weil ne körperliche Untersuchung kann man ja wohl ausschließen)[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]Beeinflußt das Aussehen eines Patienten die Hör-bzw Sprachfähigkeiten[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]eines (zukünftigen) Mediziners??[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]Machen jetzt Augenärzte die Augen zu bevor/während sie einen sehbehinderten Patienten untersuchen?[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]Außerdem kommt man von „Normal“gewicht plus 20kg nie und nimmer auf nen Bmi von 40....grummel[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]Es macht mich zusätzlich zornig, daß dieser Unfug auch noch ziemlich bei mir [/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]in der Nähe stattfindet und es mir zZt nicht gut genug geht um da mal persönlich aufzulaufen....grummel[/SIZE][/FONT] [FONT=Verdana, sans-serif][size=12]Wieso laden die nicht echte Schwergewichte als Probanden ein?...grummel[/SIZE][/FONT]
  • [quote='Margarete','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=135344#post135344']-und erklären diesen dann bei z,B, Ohrenschmerzen daß sie zu fett sind??[/QUOTE]Ich war vor ca. fünfzehn Jahren wegen einem Akut Fall bei einem neuen HNO Arzt der mich als dicke Frau sichtlich nicht mochte. Was dieser Arzt mir alles an den Kopf warf und wie frech er war, dass würde ich mir heute nicht mehr gefallen lassen und mich bei höherer Stelle beschweren. Auch wenn solche Beschwerden vielleicht nichts bringen, so ist es doch ein Zeichen, dass man nicht mit jedem alles machen kann. [QUOTE]Machen jetzt Augenärzte die Augen zu bevor/während sie einen sehbehinderten Patienten untersuchen?[/QUOTE]Es ist grundsätzlich gut, wenn man sich auch auf dicke Patienten einstellt, aber die Art und Weise dieser Ausbildung hätte besser durchdacht sein müssen. Diese stereotypen Phrasen bräuchte niemand zu „erlernen“, denn sie gehören, bei vielen Menschen, ohnehin zur „Klischee-Grundausstattung“. [QUOTE]Es macht mich zusätzlich zornig, daß dieser Unfug auch noch ziemlich bei mir in der Nähe stattfindet und es mir zZt nicht gut genug geht um da mal persönlich aufzulaufen....grummel Wieso laden die nicht echte Schwergewichte als Probanden ein?...grummel[/QUOTE]Mir „grummel“ sollte man solchen Menschen nie gegenüber treten – ein sehr sachlicher Umgang ist nötig, jede Art von Erregung, egal wie berechtigt, wird bei solch einem Gespräch, oder bei einem schriftlichen Kommentar als ungebildet und deshalb als belanglos abgetan.
  • [quote='Bircan','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=135347#post135347'] Mir „grummel“ sollte man solchen Menschen nie gegenüber treten – ein sehr sachlicher Umgang ist nötig, jede Art von Erregung, egal wie berechtigt, wird bei solch einem Gespräch, oder bei einem schriftlichen Kommentar als ungebildet und deshalb als belanglos abgetan.[/QUOTE] Ach Bircan... Ich mag und schätze viele Deiner Posts sehr! Und natürlich hast Du grundsätzlich gesehen recht... aber es klingt manchmal für mich auch etwas [I]pädagogisch[/I]...;) (und hey! ich bin doch auch schon lange kein Teenie mehr...:-p) Vielleicht hätte ich als Überschrift: Achtung Polemik! wählen sollen. Tatsächlich "ärgert" mich auch weniger der (vermeintliche) Selbsterfahrungsaspekt dieses Projektes, sondern die Tatsache daß zur KOMMUNIKATIONS-Schulung die Patienten-Doubel in Fatsuits gepackt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die gleichen Initiatoren dieses Projektes, auf die (ebenso absurde) Idee kämen, das Patienten-Double in einen Rollstuhl zu setzen um die [U]bessere Kommunikation[/U] mit z.B. Querschnittgelähmten zu üben. "Gebildeten" Menschen-und ich kann nur hoffen auf solche in einer Uniklinik zu treffen- müßte doch klar sein, daß das äußere Erscheinungsbild eines Patienten nur bruchstückhafte Informationen über dessen Erkrankung/Leiden/Nöte liefern kann. Und wir sind uns doch vermutlich einig, daß zu guter Kommunikation (zwischen Arzt und Patienten) zuallererst zuhören und ernst nehmen gehört. Die "Idee" dies durch Verkleidungen zu errreichen halte ich für ABSURD. Ähem...und die "Polemik" sollte eigentlich nicht in so "fetter" (großer) Schrift sein.. hab ich im Schreibprogramm falsch eingestellt.Sorry.

    Einmal editiert, zuletzt von Margarete () aus folgendem Grund: Nachtrag

  • [quote='Bircan','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=135347#post135347']Mir „grummel“ sollte man solchen Menschen nie gegenüber treten – ein sehr sachlicher Umgang ist nötig, jede Art von Erregung, egal wie berechtigt, wird bei solch einem Gespräch, oder bei einem schriftlichen Kommentar als ungebildet und deshalb als belanglos abgetan.[/QUOTE] Stimmt haargenau. Auch wenn es manchmal schwer ist, auf so eine herablassende Behandlung sachlich zu reagieren. Aber wenn es einem gelingt, den Arzt höflich auf seinen Schwachsinn aufmerksam zu machen, ist man der Überlegenere. LG Finchen
  • So einen Kommunikationslehrgang finde ich ganz gut. Manchmal kann man sich einfach nicht in den gegenüber hineinversetzen (nach diesem Lehrgang wird es wahrscheinlich auch noch Ärzte geben, die das nicht können), aber man kann ihnen doch ein Stück entgegenkommen. Man muss nicht immer alles gleich negativ sehen. Man kann es auch als Chance sehen, besser von einem Arzt wahrgenommen zu werden.
  • [quote='Bircan','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=135287#post135287']Die Klinik beschäftigt vielfach auch Schauspielstudenten als so genannte „Simulationspatienten“ – sie schlüpfen in einen „Adipositas-Anzug“ und mimen die stark übergewichtigen Patienten, die stets ihr Gewicht als unverrückbares Schicksal abtun und Sätzen wie „Ich esse gar nicht viel“ :rolleyes:[/QUOTE] Meine Güte - dass Ärzte patientengerechter reden, dagegen habe ich ja gar nichts, aber das mit den Schauspielstudenten ist doch absurd. Die sollten lieber echte dicke Menschen mal fragen, da stimme ich zu. Stattdessen wird eine neue Generation Ärzte herangezogen, die einem damit auf die Nerven geht, dass man mal weniger essen und sich mehr bewegen soll - und dass man doch mal abnehmen solle, das Gewicht sei ja so schlimm. Vor allem die, die im Fat Suit waren - da steht bei mir die Befürchtung im Raum, dass sie davon ausgehen, dass sie jetzt ja "Bescheid wissen", wie ich mich körperlich fühle, und darauf rumreiten... Nein, halte ich in der Form nicht für sinnvoll, wirklich nicht. Ich fände es besser, wenn bei Studenten mal ernsthaft Bücher wie die von Pollmer und anderen besprochen werden. Und grundlegende Kommunikation gelehrt wird - wie man als Dienstleister gegenüber seinen Kunden kommuniziert. Höflich, respektvoll, aktiv zuhörend, lösungsorientiert etc. Anstatt überrollend, desinteressiert, aufdrängend, abkanzelnd und so weiter. Grüße Dani
  • Es wäre vielleicht nicht schlecht, zu ergänzen, dass der Fat-Suit nur ein Teil eines umfassenden Simulationsprogrammes ist. [URL]http://www.biermann-medizin.de/fachbereiche/orthopaedie/kliniken-praxen/programm-soll-im-umgang-patienten-schulen[/URL] Möglicherweise ist der Fat-Suit halt besonders interessant für die Medien, da hauptsächlich hierüber berichtet wird. So etwas ist ja vielleicht auch recht spektakulär. Wohl eher als eine geschminkte Wunde. Ich finde die Idee wirklich gut. Man könnte darüber nachdenken, wie echt dann die durch das Simulationsprogramm erlernte Empathie zu den Patienten ist, aber immerhin ist das Problem bzw. der Mangel an Herzlichkeit im Umgang mit den Kranken erkannt und es wird an einer Besserung gearbeitet. Besonders für angehende Ärzte, die in einer fremden Sprache sicher nicht so kommunizieren können, wie es wünschenswert wäre, eine gute Sache. Auf jeden Fall besser, als am echten Patienten zu üben.
  • [quote='Balou','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=135356#post135356'] Auf jeden Fall besser, als am echten Patienten zu üben.[/QUOTE] Es geht aber augenscheinlich nicht darum, an einem dicken Patienten gezielte Griffe zu üben. Auf der Universitäts-Seite die Soku verlinkt hat steht, dass die Studenten durch den Anzug nachempfinden sollen, wie anstrengend es ist, sich als dicker Mensch An- und Auszuziehen und wie man Schuhe schnürt mit einem dicken Bauch. Weiter steht dort, dass die Studierenden lernen sollen, einem adipösen Menschen gegenüber zu treten – da kommt wieder das zum Zuge was in dem Anfangs-Link gesagt wurde „ … und mimen die stark übergewichtigen Patienten, die stets ihr Gewicht als unverrückbares Schicksal abtun und Sätzen wie „Ich esse gar nicht viel“. Ich finde die Umsetzung des Kommunikations-Training mit den dicken Patienten nicht gut, trotzdem ist es nicht so, dass ich deshalb gleich [I]alles [/I]bei einem Vorhaben des Erlernens vom Arzt-Patient-Verhältnis negativ bewerte. Ich glaube, dass es ein [I]Grundproblem [/I]bei diesem Kommunikation-Training mit dicken Patienten gibt. Wenn jemand Empathie mit einem dicken Menschen hat wird diesem doch auch häufig unterstellt, dass er das Ess- und Bewegungsverhalten dadurch negativ beeinflusst :rolleyes: Die [I]Unmenge[/I] an Klischees steht der Bereitschaft und der Fähigkeit sich einzufühlen im Weg. Meiner Meinung nach müsste zuerst an den Klischees gegenüber dicken Menschen gearbeitet werden, sonst beißt sich die Katze in den Schwanz.
  • Noch einmal: Bei dem Simulationsprogramm geht es [I]nicht nur[/I] um übergewichtige Patienten. Das Thema wird mit behandelt, weil es nun mal in einem Krankenhausbetrieb auch adipöse Patienten gibt. Diese sind aber [I]nicht [/I]das einzige Thema. Es geht also nicht um den Adipositas-Anzug in diesem Programm. Sondern darum, angehenden Ärzten die Chance zu geben, den Umgang und die Kommunikation mit [I]allen[/I] Patienten zu üben. Und ab nächstem Semester ist dieses Simulationsprogramm aufgrund der positiven Ergebnisse für alle Studenten Pflicht. Ein wirklich guter Ansatz!
  • [quote='Balou','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=135381#post135381']Noch einmal: Bei dem Simulationsprogramm geht es [I]nicht nur[/I] um übergewichtige Patienten. Das Thema wird mit behandelt, weil es nun mal in einem Krankenhausbetrieb auch adipöse Patienten gibt. Diese sind aber [I]nicht [/I]das einzige Thema. [/QUOTE] Wenn du meinen Beitrag richtig gelesen hättest, dann wäre dir dieser Absatz und die Intention dahinter aufgefallen: [QUOTE]Ich finde die Umsetzung des Kommunikations-Training mit den dicken Patienten nicht gut, trotzdem ist es nicht so, dass ich deshalb gleich [I]alles [/I]bei einem Vorhaben des Erlernens vom Arzt-Patient-Verhältnis negativ bewerte. [/QUOTE]
  • Das ist mir aber zu wenig. Das tatsächliche Prinzip dieses Simulationsprogrammes nur in einem kurzen Nebensatz abzuhandeln und sofort wieder nur über adipöse Patienten zu sprechen, geht meiner Meinung nach wieder am Thema vorbei.
  • [quote='Balou','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=135383#post135383']Das ist mir aber zu wenig. Das tatsächliche Prinzip dieses Simulationsprogrammes nur in einem kurzen Nebensatz abzuhandeln und sofort wieder nur über adipöse Patienten zu sprechen, geht meiner Meinung nach wieder am Thema vorbei.[/QUOTE] Bestimmt spreche [I]ich [/I]nicht am Thema vorbei, denn der Thread bezieht sich auf [URL='http://www.derwesten.de/staedte/essen/im-adipositas-anzug-so-fuehlt-sich-extremes-uebergewicht-an-id10519742.html']diesen [/URL]Bericht. In deinem später verlinkten Bericht geht es vor allem um die Sprachkompetenz von ausländischen Medizinstudenten und diese hat sicher ihre Berechtigung, aber für mich nicht (thematisch) in diesem Thread: „Mit [I]dicken Patienten [/I]kommunizieren“.
  • Ich kenne diese Simulationen für alte Menschen und Körperbehinderungen. und für Alkohol und Drogeneinnahme. Es ist wirklich interessant, mal nachzufühlen, wie sich das anfühlt. Aber braucht es wirklich eine besondere Kommunikation???? Muss ich alles erfahren haben, um damit umgehen zu können? Dann dürfte ein Pfarrer auch keine Ehepaare beraten und ein Gynäkologe keine Patientinnen.... man braucht schon keine spezielle Kommunikation für Dicke. Dicke sind Menschen, die viel wiegen - sie können weiblich, männlich, Ausländer, Einheimisch, alt, jung, dumm, klug etc. sein und haben vermutlich wenig Gemeinsamkeiten ( außer den essgestörten Dicken, die dann wieder krankheitsbedingte Gemeinsamkeiten wie FA haben.) liebe Grüße Lisa
  • Hallo, an unserer hiesigen Fachhochschule mussten angehende Sozialarbeiter oder -pädagogen mal Behinderungen simulieren, um besser verstehen zu können, wie es wirklich Behinderten im öffentlichen Raum ergeht. Simuliert wurden Geh- und Sehbehinderungen, Kleinwüchsigkeit und noch einiges mehr. Mit solch nachgeahmten Behinderungen sollten die Probanden dann z.B. den öffentlichen Nahverkehr nutzen und erfuhren so allerlei - buchstäblich am eigenen Leibe. Ich fand den Ansatz gut. Und ich finde auch in dem hier verlinkten Fall ist nicht der Fatsuit zur Simulation von Übergewicht das Problem, selbst wenn die Simulation damit nicht 100%ig abbildet, wie es dicken Menschen ergeht. Für problematisch halte ich hier allein die Richtung der Argumentation, die vorgegeben wird und sämtliche Klischees bestärkt. Grüße von Thea