Krankheitsangst

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    • Krankheitsangst

      Einige Menschen „googeln“ mittlerweile ihre Symptome bevor sie zum Arzt gehen oder auch danach, wenn sie der Diagnose nicht trauen. Zwischen sieben und zehn Prozent der Erwachsenen leiden gelegentlich unter Krankheitsängsten, fürchten sich, dass mit ihnen etwas nicht stimmen könnte. Von der schwersten Form, der Hypochondrie, ist schätzungsweise einer von 200 Erwachsenen betroffen.

      Das Wort Hypochonder ist negativ besetzt. Jedoch ist es zu einer Herausforderung unserer Zeit geworden, sich um die Gesundheit zu kümmern. Wer sich gehen lässt, wer raucht, zu fett isst kann mit Ermahnungen rechnen –wer krank wird, hat etwas falsch gemacht.

      Die Psychotherapeuten Gaby Bleichhardt und Florian Weck vermuten, dass die Hypochondrie und die Krankheitsangst zunehmen werden. Die Hypochondrie galt als Teil einer Persönlichkeitsstörung und Depression und als kaum therapierbar. Heute ist man jedoch einer anderen Ansicht, denn die obsessive Beschäftigung mit der eigenen Gesundheit zählt zu den Angststörungen. Die inzwischen verbreitete Bezeichnung "Krankheitsangst" stigmatisiert die Betroffenen weniger und gibt Hoffnung, denn Angststörungen sind meist gut behandelbar.

      Die Symptome der Krankheitsangst sind sehr unterschiedlich. So hatte die „Ice Bucket Challenge“ zur Folge, dass ängstliche Menschen sich nun mit der Nervenkrankheit ALS stärker beschäftigten und bald erste Symptome an sich feststellten. Andere Menschen messen jeden Tag ihren Blutdruck und kontrollieren ihr Gewicht und zwar nicht auf einer Waage, sondern vorsichtshalber auf drei unterschiedlichen Waagen.

      Ich kann diese Angststörung sehr gut nachvollziehen, denn während meinen extremen Abnehme- und Sportphasen beobachtete ich mich auch über das gesunde Maß hinaus.

      Diesen Satz aus dem Bericht finde ich treffend „Menschen müssen lernen, mit einer gewissen Ungewissheit zu leben.“

      P.S. die Geschichte mit den unterschiedlichen Waagen hatte ich, zum gleichen Thema, auf einer anderen Seite (Berliner Morgenpost) gelesen.
    • Bircan schrieb:

      Einige Menschen „googeln“ mittlerweile ihre Symptome bevor sie zum Arzt gehen oder auch danach, wenn sie der Diagnose nicht trauen.

      Das ist keine Persönlichkeitsstörung, sondern blanke Notwehr.
      Selbstverständlich ist nicht jeder Husten ein Lungenkrebs im Endstadium. Und es wird etliche Menschen geben, die sich in eine fixe Idee reinsteigern. Aber was ich andererseits schon an Inkompetenz von Ärzten erlebt habe...
      Untersuchungen von 2 Minuten Dauer in der Art Gutentagdasliegtamübergewichtichverschreibihnenmaleinantibiotikumaufwiedersehen haben mich zu einem Experten in Sachen eigene Gesundheit werden lassen. Ich kann mittlerweile äußerst gut beurteilen, wann etwas bei mir mit "Hausmitteln" kuriert werden kann, und wann Schulmedizinische Behandlung notwendig ist. Und ich habe bisher immer richtig gelegen, wenn ich eine Diagnose angezweifelt habe.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Das ist keine Persönlichkeitsstörung, sondern blanke Notwehr.

      Aus diesem Grund wird wohl in dem Bericht auch differenziert und von einer schweren Form gesprochen.
      @ Bericht: „Von der schwersten Form, der Hypochondrie (Krankheitsangst), ist schätzungsweise einer von 200 Erwachsenen betroffen“
      Meine Histamin Intoleranz ist auch nicht durch Ärzte erkannt worden und ich habe sie nur entdeckt, da ich der Diagnose von den Ärzten keinen Glauben schenken konnte.
    • :( mhhh

      Ich habe ja seit Monaten Schmerzen im Arm und beim Chiru war eh am Ende nur die Rede über mein Gewicht.
      Ich versuche nun Abzunehmen - aber gleichzeitig glaube ich nicht an diese Diagnose und google :flirt:
      Jedoch finde ich kein "Krankheitsbild" welches passt - aber ich finde mich in vielen Wieder. Lt. Google bin ich sterbenskrank :applaus:und zeitgleich kerngesund.

      Ich muss mich wohl auch zu diesen "Krankheitsangst" zählen. Es ist keine Faulheit nicht zum Arzt zu gehen aber jedesmal mit "zu dick" abgespeißt zu werden ist zermürbend.
      Ich habe schon langsam das Gefühl ich bilde mir die Schmerzen nur ein :( weil ich keine wirkliche Hilfe bekommen habe und man eh nur aufs Gewicht schiebt.
      Wie ich schon in meinen Thread geschrieben habe "für die Diagnose Übergewicht brauche ich nicht zum Arzt....ich habe einen Spiegel "
    • Bircan schrieb:

      Einige Menschen „googeln“ mittlerweile ihre Symptome bevor sie zum Arzt gehen oder auch danach, wenn sie der Diagnose nicht trauen.


      ich glaube, das hat mit Hypochondrie nichts zu tun.
      ich steiger mich nicht rein, ich habe keine Angst - ich suche nach den Fakten.
      Und das ist, wie schon geschrieben wurde, blanke notwehr.
      mittlerweile bin ich ziemlich gut geworden, Sachen heraus zu finden, aber LIEBER wäre es mir, Ärzte hätten es getan.
      ( und nicht eine Schädigung des N. Genitofemoralis als Hirngespinst abzutun, wie es mir passiert ist.)

      Hypochondrie ist für mich, etwas zu lesen und die Symptome an sich selbst zu entdecken oder jegliches Auftreten von Befindlichkeitsänderungen als Krankheitssymptom zu interpretieren ( man hat manchmal Kopfweh, aber das ist äußerst selten ein Hirntumor....) Sie gehört zu den Angststörungen und trifft oft Menschen, die zu Selbstbeobachtung neigen.

      Mit freundlichen Grüßen Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Lisa Cortez schrieb:

      ich glaube, das hat mit Hypochondrie nichts zu tun.
      ich steiger mich nicht rein, ich habe keine Angst - ich suche nach den Fakten.
      Als ich den gesamten Bericht gelesen hatte, kam es bei mir nicht so an, dass alle Menschen die ein Symptome oder eine Diagnose "googeln" gleich hypochondrisch sind.
    • In dem Bericht geht es um Menschen, die an einer Angststörung leiden, und deren Gedanken sich zwanghaft um ihre Gesundheit drehen. Das ist genauso eine Zwangsstörung wie Orthorexie, wo sich alles um die "gesunde", "richtige" Ernährung dreht. Und die Schlussfolgerung der Autoren, dass der allgegenwärtige Gesundheitskult dieses Phänomen nur weiter bestärken wird, ist nachzuvollziehen.
      Das Problem ist allerdings, dass jeder, der eine Diagnose (oder Nicht-Diagnose) hinterfragt, von den "Autoritäten in Weiß" sofort in die Schublade: Querulant, Hypochonder, Internetkranker gesteckt wird, sei es nun berechtigt oder nicht.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Das Problem ist allerdings, dass jeder, der eine Diagnose (oder Nicht-Diagnose) hinterfragt, von den "Autoritäten in Weiß" sofort in die Schublade: Querulant, Hypochonder, Internetkranker gesteckt wird, sei es nun berechtigt oder nicht.

      Das ist richtig und wahr – was ich mir schon anhören musste wegen meiner (angeblichen) Histamin Intoleranz.

      Für mich gilt immer noch „Wer heilt hat Recht“ – und wenn das Internet mir bei meiner Recherche helfen kann bzw. mich beruhigt, dann hat diese Art der Information für mich ihre Aufgabe erfüllt. Wenn man jedoch unter seiner Krankheitsangst leidet, dann ist es schön zu lesen, dass man diese Menschen ernst nimmt und ihnen auch gut geholfen werden kann.
    • Sophie schrieb:

      Das Problem ist allerdings, dass jeder, der eine Diagnose (oder Nicht-Diagnose) hinterfragt, von den "Autoritäten in Weiß" sofort in die Schublade: Querulant, Hypochonder, Internetkranker gesteckt wird, sei es nun berechtigt oder nicht.


      Zumindest letzteres hat damit zutun, dass man im Internet nicht nur bei gesundheitlichen/medizinischen Themen jede Menge absoluten Blödsinn finden kann. Wenn ich das Ärzten gegenüber einräume und klar sage, dass ich das weiß, habe ich in der Regel keine Schwierigkeiten mit Informationen aus dem Netz.

      Schöne Ostern wünscht Dorothea, deren Ärzte ihr (wahrscheinlich) das Leben gerettet haben.
    • Mein Vater hatte sämtliche Krankheiten bis auf Kindbettfieber. Wenn andere krank waren, lag das für ihn ganz sicher am Wetter.

      Ich selbst war vor einigen Jahren ganz fest davon überzeugt, Brustkrebs zu haben, weil ich dort schlimme Schmerzen hatte. Dabei hatte ich zuvor bei einem Umzug Bücherstapel geschleppt. :-o

      Zum grossen Teil, denk ich, wollen die 'eingebildeten Kranken' auf diese Art auf sich aufmerksam machen. Das hat es schon immer gegeben. Mag schon sein, dass sich das durch das WWW verstärkt. Aber auch, als es das Internet noch nicht gab, konnten sich Interessierte Informationen beschaffen. Ich habe sehr gestaunt, was mein Vater alles für medizinische Zeitschriften und Fachbücher hinterlassen hat. Er hat immer schon auf das neue Quartal und den neuen Krankenschein gewartet, um den Arzt zu wechseln, falls der gegenwärtige ihm eine andere Diagnose stellte, als er sich selbst. Irgendwann hatte er dann so ziemlich alle Ärzte in der Stadt durch und war bei Medizinern und Apothekern bestens bekannt.

      Andererseits finde ich, es ist ein Segen, dass sich heute jeder über praktisch alles informieren kann. 'Wissen ist Macht', (nix wissen macht auch nix.)

      Wir haben eine Krankenversicherung, bei der wir alle Rechnungen bis zu einer Summe von 1500 Stutz pro Nase im Jahr selbst bezahlen. Da überlegt man es sich schon zwei mal, bevor man einfach mal so den Arzt aufsucht. Ich lasse mich grundsätzlich nur dann vom Arzt behandeln, wenn es wirklich sein muss. Sehr viele Zipperlein habe ich mittels der Informationen aus dem Internet selbst behandelt und geschadet hat es mir in den Fällen nicht. Das Problem für den Laien ist jedoch, die vielen Informationen aus dem Internet heraus zu filtern.

      Leute, die sich täglich auf verschiedene Waagen stellen, die kehren auch öfter um, weil sie denken, sie hätten die Herdplatte nicht ausgeschaltet.

      Gut, dass heute jeder den 'Göttern in Weiss' auf die Finger schauen kann und nicht nur denen.
    • Hypochonder darf man allerdings nicht mit Simulanten oder gar dem Münchhausen Syndrom verwechseln. Sie leiden ja wirklich, haben Angst und wollen nicht krank sein. Der andere Typus veespricht sich dagegen einen sekundären Krankheitsgewinn: Aufmerksamkeit, Schonung oder eine Arbeitsunfähigkeitstente....
      und finden im www natürlich fast alle Informationen, die sie brauchen.

      Das mit der Herdplatte kann ( muss nicht!) auch eine Erkrankung sein und zwar ein Zwang. Es gibt echt Zwängler, die nicht mehr vor die Tür gehen können, weil sie ca. 200 mal umkehren und den Herd kontrollieren....

      Das wirkt auf den ersten Blick witzig, ist es aber nicht, es ist tragisch.
      Zwangserkrankte leiden auch - aber heftig.

      Balou, ich weiß nicht, wie es in der Schweiz ist, hier in Deutschland hat die Selbstmedikation klar ihre Grenzen bei rezeptpflichtigen Medikamenten.
      ( in Spanien dagegen bekommt man beispielsweise ALLES aus der Apotheke)

      Mit freundlichen Grüßen Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Lisa Cortez schrieb:


      Balou, ich weiß nicht, wie es in der Schweiz ist, hier in Deutschland hat die Selbstmedikation klar ihre Grenzen bei rezeptpflichtigen Medikamenten.


      Ja, das ist hier auch so. Mit allem, was mehr ist, als ein Zipperlein, geht man zum Arzt. Kein Thema.

      Ich habe mich im Internet z.B. informiert über Wadenwickel bei Fieber, Wacholderbeeren zum Entwässern, Zwiebeltee, Zugsalbe, Pfefferminztee gegen Bluthochdruck, Holzkugelmassage und Venengymnastik statt Lymphdrainage, Johanniskraut etc.