Deborah Tannen: Das hab ich nicht gesagt!

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    • Deborah Tannen: Das hab ich nicht gesagt!

      Wie angekündigt. Ich habe eine Ausgabe von 1994 in Gebrauch, aber es ist noch im Handel erhältlich.

      Zwar ist kein "Dickes" Thema Inhalt des Buches, aber es ist mir schon häufig aufgefallen, dass Probleme im zwischenmenschlichen Bereich oder "Mobbing" bis hin zu Zweifeln an der eigenen geistigen Gesundheit auch eine Ursache in verschiedenartiger Kommunikation haben können.

      Deborah Tannen beschreibt unterschiedliche Gesprächsstile: Verbundenheit herstellen versus Unabhängigkeit wahren, Schnell versus Langsam, Laut versus Leise, Direktheit versus Indirektheit, Betonungsmuster, usw. Allein damit könnte man schon Kriege auslösen.

      Dann das Mitdenken von unterschiedlichen Kontexten (sie nennt das "Rahmen"), und warum wir oft nicht sagen können oder wollen, was wir meinen. Und wie Sprache Überlegenheit und Unterlegenheit ausdrückt oder vermeintlich ausdrückt.
      Die wesentliche Erkenntnis ist, dass "darüber Reden" es oft schlimmer macht, weil ja die Ursache des Problems das Reden ist. Die eigene ("natürlich" absolut wahre und gottgegebene) Sicht der Dinge zu hinterfragen und es mal anders zu versuchen, ist ein Vorschlag des Buches.

      Allein schon zu wissen, dass diese Probleme auftreten können, dass es sie gibt, ist ein gewaltiger Augenöffner. Vielleicht ist die Kollegin ja gar nicht blöd, sondern nur ein "Langsamreder". Sie macht längere Redepausen als ich, sodass ich immerzu das Bedürfnis habe, sie zu füllen, und sie findet, ich quatsche ihr immer dazwischen. Und umgekehrt, wenn ich auf einen Noch-Schneller-Sprecher als mich treffe.

      Wer öfter mal das Gefühl hat, mit gewissen Leuten "kann man einfach nicht reden", oder wenn man sich wundert, warum man im Umfeld a anders wahrgenommen wird als im Umfeld b und von sich selbst gedacht, und man langsam anfängt, an seiner geistigen Gesundheit zu zweifeln, dem kann das Buch ein Aha-Erlebnis liefern und Anregungen zum Anders-Versuchen.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)