Werde ich je wieder eine Arbeit finden?

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    • Von einem reinen Heimarbeitsplatz würde ich dringend abraten. Die Schutzrechte für Heimarbeiter sind noch etwas geringer als bei "normalen" Arbeitnehmern (Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung). Und die popligen Ansprüche, die man da hat, kann man unter Umständen auch nur schwer durchsetzen.
      Lieber stundenweise als Minijob irgendwo als Aushilfe, vielleicht in einer Bäckereifiliale oder als Schreibkraft oder oder. Da gibt es wenigstens Regeln. Schwarze Schafe gibt es auch bei den Großen, aber bei den Heim-Arbeit-Gebern tummelt sich der ganze Bodensatz von Abzockern und Ausbeutern.
      Besser wäre sowieso in Hinblick auf spätere Rentenansprüche mindestens ein aufgestockter Midi-Job.
      Was kannst du denn? Und was würdest du gern machen?
      Und warum von zu Hause aus? Ist es familiär bedingt oder gesundheitlich?
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Leider habe ich keinen Beruf gelernt, da ich nach dem Abi gleich geheiratet habe und über 10 Jahre nur Hausfrau und Mutter war. Ich habe wieder angefangen zu arbeiten, als mein Jünster in die Schule kam. Ich hatte aber immer nur 400 Euro Jobs, ich habe als Verkäuferin gearbeitet, in der Großküche, als Auslieferungsfahrerin in einer Bäckerei, als Kleinbusfahrerin für behinderte Kinder und zuletzt- bis Weihnachten- in einer Fischräucherei. Dort habe ich aufgehört weil mich die Chefin extrem gemobbt hat, so a la "Sie können froh sein, dass sie bei mir arbeiten dürfen, mit ihrer Figur nimmt sie sonst eh niemand". Das hab ich mir über zwei Jahre angehört, dazu jeden Monat dem Geld hinterher rennen und auch da blöde Sprüche :" warum- brauchen sie"s?". Jedenfalls hatte ich zum Schluß richtig Depressionen und war nach meiner Kündigung auch lang krankgeschrieben deswegen. (fast überflüssig zu erwähnen, daß ich für die letzten 400.- vors Gericht rennen mußte...)
      Das hat mich ziemlich mitgenommen, und daher wohl der Gedanke, daß, wenn ich von zuhause arbeite, mich wenigstens niemand mobbt.
      Dazu kommt, daß ich in einer kleinen Stadt mit entsprechend wenig Möglichkeiten wohne, und wegen 400.- weit zu fahren, hm, rechnet sich nicht, finde ich.
      Daher also der Gedanke. Früher gab's da ja einiges, aber das ist wohl rum.
      Vollzeit kommt für mich nicht in Frage, das wär' mir echt zuviel. Ich habe auch noch ein großes Haus mit noch größerem Garten zu versorgen, und dank meiner zierlichen Figur würde ich einen Ganstagsjob wohl nicht durchhalten.
      Mann, irgendwie bin ich grad echt ziemlich deprimiert! :(
      Liebe Grüße,
      oyo
    • oyo schrieb:

      Früher gab's da ja einiges, aber das ist wohl rum.
      Vollzeit kommt für mich nicht in Frage, das wär' mir echt zuviel.

      Ja, das ist wohl wirklich vorbei. Die gängigen Tätigkeiten, die man nicht vor Ort in einer Firma machen muss, werden dann gleich nach Estland oder China gegeben, das ist noch billiger.
      Vielleicht gibt es noch Telefon-Arbeiten wie Umfragen oder Bestellannahme, das wars dann auch schon. Und sogar solche Jobs werden zum Teil nach Rumänien oder Irland verlagert.

      Zwischen 410-Euro-Job und Vollzeitarbeit liegt ja noch ein weites Feld. Bei einer Teilzeitstelle kann man die Wochenstunden eventuell auf beispielsweise 2 Tage konzentrieren, dann hält sich der Fahraufwand auch in Grenzen.

      Und was wäre, wenn du dich selbstständig machst? Du könntest zum Beispiel einen Lehrgang als (nicht-medizinische) Fusspflegerin machen und dann deine eigene Praxis aufmachen. Fiel mir nur so ein, weil das unsere Nachbarin auch macht.
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    • Nicht alle Chefs/Chefinnen sind gleich. Vielleicht wird der/die Nächste supergut. Vielleicht hatte deine alte Chefin selber schwere Probleme und hat ihren Frust an ihren Mitarbeitern abgelassen. Ist zwar kein schöner Führungsstil, aber auch Chefs sind Menschen und keine Heiligen. Oder ihr Auftrag war, um jeden Preis Personal zu reduzieren.

      Vielleicht wäre es was für dich, irgendeine Ausbildung/Lehrgang zu machen, dann hast du was schwarz auf weiß vorzuweisen. Mit deinem alten Abi könntest du sogar ein Fernstudium anfangen.
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    • Es gibt auch Rentner, die sich mit einem Fernstudium einen alten Traum erfüllen. Und es gibt Zwanzigjährige, die sind im Kopf älter als manche Sechzigjährige.
      Wenn mir jemand mit 47 sagt, er ist zu alt für Weiterbildung, antworte ich immer: "Du musst noch 20 Jahre schaffen bis zur Rente. Mindestens."

      Ich hab voriges Jahr noch mit 50 ein Weiterbildungsstudium draufgesattelt. Das entspricht dem Stoff von 1 Fachprüfung auf Hochschulniveau und wäre sogar anrechenbar für ein Bachelorstudium, aber das war nicht mein Plan. Ich wollte nur meinen Wissenshunger stillen. (Ich glaub, ich bin nicht nur Binge-Eater, sondern auch Binge-Learner.)

      Am Alter hängt es nicht, ob man sowas packt oder nicht, eher an eingerosteter Lern-Erfahrung. Der einzige wirkliche Haken ist der nicht zu unterschätzende Zeitaufwand. Neben Haus und Garten und Pflege und Vollzeitjob und Dienstreisen/Überstunden hab ich ein "richtiges" Fernstudium einfach nicht mehr auf die Reihe gekriegt. Ich wollte an der Fernuni Hagen mein abgebrochenes Mathestudium komplettieren, aber da hab ich mich besonders zu Anfang etwas übernommen, und dann bin ich immer weiter abgek*ckt. Zum Schluss hab ich auch irgendwann die Motivation verloren und den Bettel hingeschmissen, diesmal endgültig. Aber für ein Gastsemester ist immer noch Platz.:grins:

      Also, wenn du dich wirklich für ein Studium interessierst, ist das Alter eher Nebensache. Ich kenne jetzt nur die Fernuni Hagen, aber dort gibt es die Möglichkeit, als "Akademiestudent" einzelne Kurse mitzumachen. Das wäre vielleicht eine Möglichkeit, zu testen, ob das funktioniert oder nicht.

      Die andere Frage ist die nach dem Sinn. Um sich einen Traum zu erfüllen oder die Persönlichkeit zu entwickeln oder um eine Arbeit zu kriegen?
      Was Berufsaussichten angeht, wäre ich eher skeptisch, denn die Konkurrenz durch junge, fügsame Uniabsolventen ist groß. Da spielt leider das Alter doch häufig eine Rolle vor allem wenn keine Berufserfahrung damit einhergeht.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Hallo, Oyo,
      ich habe es nicht so mitbekommen: Musst Du für Deinen Lebensunterhalt arbeiten oder geht es dir eher darum, rauszukommen, damit Dir nicht die Decke auf den Kopf fällt. Kleinere Jobs gibt es nämlich zuhauf. Ich war schon:
      - Avon - Beraterin
      - Nachhilfelehrerin
      - habe an Schulen mit Ganztagsangebot Bastelkurse angeboten. Einfach mal nachfragen, die zahlen so 10 Euro die Stunde plus Material
      - Testerin von Produkten ( die suchen gerne Hausfrauen - meist bewerben sich Studenten, die Bezahlung ist ziemlich gut)
      - Komparsin beim Film ( ist aber Spaß - lausige Bezahlung, 50 euro für den ganzen Tag)
      - Haus- siterin
      - Prospektausteilerin ( auch schlecht bezahlt)
      - Telefondienst bei Waschmaschinenreparaturdienst zweck Terminvereinbarung
      - Leserin- Lektorin für Manuskripte ( Romanheftchen) bei einem Verlag, zahlen ca. 40 Euro pro Manuskript
      - Plasmaspenderin ( kann man nur machen , wenn man gesund ist, wird aber auch bezahlt)

      Manchmal gibt es auch skurrile Anzeigen in der Presse. Mein Gedanke kann: "Könnte ich das machen?"
      Mein letzter Job war Assistentin eines Diabetiker1- Kindes in der Schule.

      liebe grüße Lisa
    • Hallo Lisa,
      das hatte ich, glaub' ich, auch noch nicht erwähnt, es geht glücklicherweise nicht um den Lebensunterhalt sondern ledeiglich um ein bißchen Aufstockung, außerdem finde ich es angenehmer, wenn ich "mein" Geld ausgeben kann ( obwohl mein
      Mann da nie was sagen würde, es gibt bei uns eigentlich nur "unser"), aber so vom Gefühl...
      Und dann ist es natürlich echt so, daß ich auch unters Volk will. Nachdem ich meinen letzten Job loswar hab ich mich erstmal zuhause verkrochen und war gottfroh, keinen sehen zu müssen, aber so langsam fällt mir jetzt doch die Decke auf den Kopf.
      Deshalb suche ich auch eher einen kleinen Job. Die Idee, sich weiterzubilden, gefällt mir zwar auch sehr gut, aber ich glaube nicht, daß ich zur Zeit die Energie dafür aufbringe. Da bin ich doch noch ein bißchen zu gefrustet.
      Deine Jobs hören sich witzig an! Prospekte hab ich auch schon verteilt, aber das ist echt sehr schlecht bezahlt. Ich habe schon Kurse an der Volkshochschule gehalten, aber fur sowas fehlt mir auch grad das Selbstbewußtsein.
      Tut mir leid, daß ich euch hier so volljammer obwohl ihr euch so lieb bemüht, ich kann mich grad irgendwie selbst nicht leiden.
      Sorry!
      Ich werde mich bessern! :rolleyes:
    • Nö, du jammerst nicht rum.
      Manchmal braucht man etwas Zeit, um den Akku wieder aufzuladen.
      Lass dir die Zeit, und bau dein Selbstwertgefühl wieder etwas auf.

      Übrigens habe ich als Studentin auch Produkte getestet. Kosmetika und so. Das heißt dann auf der Verpackung "klinisch getestet". Für ein paar Mark auf die Hand und Gratisversorgung mit Cremes und Makeup hab ich gerne den Testbogen ausgefüllt.

      Wenn es nur darum geht, aus der Bude raus zu kommen und ein eigenes "Taschengeld" zu verdienen, könntest du vielleicht einfach mal beim Bäcker fragen, ob die für Sonntags früh jemand an der Theke brauchen können. Das sind nur ein paar Stunden, und einen Bäcker gibt es (fast) in jedem Dorf. Oft machen die Sonntags nicht auf, weil sie niemanden dafür finden bzw. suchen erst gar nicht.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Edit: Habe gerade noch gelesen du traust dir eine Ausbildung momentan nicht zu. Das hatte ich nicht gelesen bevor ich meinen nachfolgenden Beitrag geschrieben habe.




      Ich halte eine Ausbildung/Weiterbildung für eine sehr empfehlenswerte Sache, auch wenn man nicht mehr 20 ist. Ich glaube dass man dadurch schon sehr attraktiv für einen Arbeitgeber wird, denn man hat bewiesen dass man motiviert und lernfähig ist, und man ist auf dem neusten Stand. Und irgendwann wird ja auch bald dieser Fachkräftemangel kommen von dem schon lange die Rede ist, das erhöht die Chancen nochmal.

      Ein Freund von mit ist 38 und fängt jetzt mit einer zweiten Ausbildung an weil er in seinem erlernten Beruf nicht mehr arbeiten möchte. Ich bin jetzt 38 und schließe bald eine zweijährige berufsbegleitende Weiterbildung ab. Ich bin mit Abstand die älteste im Lehrgang, weiß aber dass im nächsten Lehrgang jemand nochmal 5 Jahre älter ist. 38 ist natürlich nicht 50, aber ich habe eine Kollegin die jetzt bald 60 ist und sie hat mir erzählt dass unser Chef ihr tatsächlich vorgeschlagen hat eine ähnliche, 2,5-jährige berufsbegleitende Ausbildung zu machen. Sie hat es abgelehnt, aber die Botschaft ist dass unser Chef ihr Alter nicht als Grund sieht ihr das nicht zuzutrauen und er hätte es auch mit einer entsprechend höherwertigen Stelle honoriert.

      Ein Studium, hm. Ich habe selbst mal an der FernUni Hagen 2 Jahre studiert (allerdings damals nur Teilzeit weil ich einen Vollzeitjob hatte), habe das dann aber aufgegeben weil es mir zu lange gedauert hätte, neben der Arbeit zu stressig war und auch weil ich die Chancen eine Stelle zu bekommen eher als schlecht eingeschätzt habe. Ich würde an deiner Stelle wohl eher eine Berufsausbildung ins Auge fassen. Da kannst du danach auch praktische Erfahrungen vorweisen und je nach Beruf ergibt sich eine Arbeitsstelle dann vielleicht schon aus dem Ausbildungsbetrieb oder aus berufsbegleitenden Praktika. Und evtl. verdienst du auch schon Geld bei der Ausbildung, je nach dem. Es gibt auch schulische Ausbildungen (habe selbst eine an einer Berufsfachschule gemacht), da ist es vielleicht mit der Aufnahme eher wie an einer Uni: das Gewicht spielt keine Rolle.
      "Kurz" kann ich nicht. ;)

      [SIZE=1]Von claudiathomas[/SIZE]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von claudiathomas () aus folgendem Grund: Hatte was überlesen

    • Lisa Cortez schrieb:

      Kleinere Jobs gibt es nämlich zuhauf. Ich war schon:
      ...

      So gesehen gibt es jede Menge Jobs. Aber was davon sichert später mal die Rente?

      Leider ist es immer noch so, dass sich viele Menschen und darunter viel zu viele Frauen viel zu wenig um später kümmern. Auch wenn ich dafür oft ausgelacht oder sogar angemacht werde, kann ich mir das Predigen nicht verkneifen. Minjobs und Bastelkurse und Aushilfsjobs bringen zwar auf recht verhältnismäßig einfache Weise schnelles Geld, aber später zählt nix davon.

      Selbst wenn man sich in einer Ehe gut versorgt glaubt, gibt es keine Garantie dafür, dass das so bleibt. Sei es, weil sich der Partner mit über 50 noch mal überraschend neu orientiert und das für die klassische Hausfrau extrem nachteilige Unterhaltsrecht zuschlägt, sei es dass der Partner zu jung verstirbt, sei es aus irgendeinem anderen unvorhersehbaren Grund.

      Deshalb der dringende Aufruf, vorzusorgen und daran zu denken, dass man auch in 30 oder 40 Jahren gern mal einen Kaffee trinken gehen würde oder sich irgendwas anderes gönnen will und deshalb JETZT eine vernünftige Vorsorge zu betreiben!
    • Hallo Boewi,
      Du hast vollkommen Recht.
      Leider heißt in den meisten Fällen ja nicht die Alternative " sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz" oder "Jobben",
      sondern
      "Arbeitslosigkeit" oder "Jobben".
      Politisch setze ich mich für gute Arbeit ein, von der man leben kann und wo die Altersarmut nicht vorprogrammiert ist.
      Praktisch bleibt mir nichts übrig, als zu jobben.

      liebe Grüße Lisa
    • oyo schrieb:

      es geht glücklicherweise nicht um den Lebensunterhalt sondern ledeiglich um ein bißchen Aufstockung, außerdem finde ich es angenehmer, wenn ich "mein" Geld ausgeben kann

      Ich hatte mich hierauf bezogen - und das klingt für mich nicht so, als gäbe es keine Alternative. Deshalb wollte ich unbedingt nochmal auf die Problematik hinweisen.
    • Natürlich hast du recht, vom Verstand her seh' ich das auch so, aber... erstmal schiebe ich das gern weit weg- ist ja noch eeeeeewig hin- blöd, ich weiss! , und zweitens habe ich mal kurzzeitig versicherungspflichtig halbtags gearbeitet, das sah so aus, dass ich bei 20 Wochenstunden unter 480 .- rausgekriegt habe (durch Veranlagung mit meinem Mann)- im Vergleich dazu habe ich für 400.- zehnStunden gearbeitet, in einem anderen zwölf. Ich fand das ziemlich unbefriedigend (den Halbtagsjob) und hab' es auch nicht lang gemacht. Zur Rentenaufstockung haben wir noch eine Art private Versicherung.
    • Boewi schrieb:

      Leider ist es immer noch so, dass sich viele Menschen und darunter viel zu viele Frauen viel zu wenig um später kümmern. [...]

      Selbst wenn man sich in einer Ehe gut versorgt glaubt, gibt es keine Garantie dafür, dass das so bleibt. [...]

      Deshalb der dringende Aufruf, vorzusorgen und daran zu denken, dass man auch in 30 oder 40 Jahren gern mal einen Kaffee trinken gehen würde oder sich irgendwas anderes gönnen will und deshalb JETZT eine vernünftige Vorsorge zu betreiben!

      Dieser Hinweis ist so wichtig, dass man (Frau) sich dessen bewusst sein sollte, denn irgendwann kann es zu spät sein um vorzusorgen und dann macht man (Frau) sich eventuell den Vorwurf zu spät gehandelt zu haben.
    • Hausfrauenehe - Um es vorweg zu nehmen, meine Intention dieses Beitrags ist nicht die Verunglimpfung des Berufs der Hausfrau. Ich selbst war jahrelang Hausfrau und weiß was es bedeutet Haus (Wohnung), Garten, Familie und alles drum herum zu bewältigen.

      Für mich kam aber das Erwachen als mein „Kind“ aus dem Haus war und ich nur noch mit meinem Mann zusammen lebte. Ich wurde sehr früh Mutter und brach meine Ausbildung ab, was ich aus heutiger Sicht nicht mehr tun würde. Danach stürzte ich mich, mit Spaß, in die Hausfrauenarbeit.

      Als unser Kind das Haus verließ trat bei mir eine große Leere ein, erst da wurde mir klar, dass ich, wenn im Haus alles getan hatte, nichts mehr zu tun war. Zu dieser Zeit veränderte sich mein Mann beruflich ganz neu, er bekam andere Kollegen und wurde auf diverse Fortbildungen geschickt, wobei ich zuhause war und wartete bis mein Mann Heim kam. Das Gefühl der Leere wurde immer größer und ich fühlte mich unbestätigt von meinem Leben.

      Ich ließ mir einen Termin geben, für ein Beratungsgespräch, bei der Arbeitsagentur. Dieses Gespräch verlief eher ernüchternd, laut dem Sachbearbeiter hat die Arbeitsagentur ursprünglich kein Interesse an einer ungelernten Frau mittleren Alters wie ich es bin. Der Sachbearbeiter meinte „wenn sie unter 25 Jahren wären, könnte ich einiges für sie tun … “. Ich war dem Sachbearbeiter nicht böse, dass er solch klare Wort gesprochen hatte, aber ich wurde immer nachdenklicher.

      In den nächsten Tagen und Wochen, nach dem Besuch bei der Arbeitsagentur, bewarb ich mich, trotz meines Alters, an verschiedenen Stellen für eine Ausbildung, ich wurde aber nicht genommen. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich autodidaktisch weitergebildet, in einem Kunsthandwerk welches ich laienhaft schon Jahre vorher ausübte. Dieser Beruf wird heute nicht mehr ausgebildet und trotzdem hat er sehr gute Zukunftschancen (vielleicht auch gerade deshalb). Ich bin froh, dass ich diesen Weg gegangen bin, auch wenn er steinig war und mich viele Tränen gekostet hatte.

      Ich kann jungen Müttern nur raten, dass sie sich nicht vollständig aus ihrem Beruf zurückziehen, denn auch wenn der Beruf der Hausfrau Erfüllung bringen kann, so muss man doch im Blick haben, dass die Versorgerehe Komplikationen nach sich ziehen kann … das hat aber Boewi schon in ihrem Beitrag erläutert.
    • sowas ist echt blöd. ich finde viele firmen könntetn sich mit deiner qualifikation glücklich schätzen dich zu beschäftigt.
      damits mit bewerbungen besser klaptt, geh doch mal zu einem guten fotografen, der richtig schöne bewerbungsfotos macht. dabon hängt oft viel ab. ich habe einen freund der meine bewerbungsfotos gemacht hat und darauf sehe ich toll aus. :)
      oft sind fotos leider ein grund dass bewerbungen aussotiert werden :(deswegen würde ich an deiner stelle ein bisschen geld in die fotos investieren.
    • DieNora schrieb:

      ... würde ich an deiner stelle ein bisschen geld in die fotos investieren.

      Ich würde an deiner Stelle etwas Geld/Zeit in Rechtschreibungskontrolle investieren.

      Bircans vergebliche Jobsuche hat nicht mit mangelnder Qualität von Bewerbungsfotos zu tun, sondern mit Vorurteilen gegenüber älteren/ungelernten Arbeitssuchenden bzw. nicht den Ansprüchen genügender Qualifikation.
      Und wie gesagt, der Thread ist nicht mehr ganz frisch.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Hallo ihr Lieben,
      Ist zwar schon eine halbe Ewigkeit her, wollte aber trotzdem nochmal berichten, so zum Mut machen....
      Ich hatte ja 2013 mehr oder weniger verzweifelt einen Job gesucht und nix gefunden.
      Anfang 2014 hab ich dann -um überhaupt aus dem Haus zu kommen und wenigstens ein paar Euro Taschengeld zu verdienen- einen ehrenamtlichen Job in einem Seniorenzentrum angenommen, als Kleinbusfahrerin und in der Hauswirtschaft. Der Umgang mit den alten Leuten und auch mit den Kollegen hat mir viel Spass gemacht, so dass ich den geringen Lohn ( lediglich Aufwandsentschädigung) in Kauf genommen habe. Mein Selbstbewusstsein hat sich dadurch enorm gesteigert.
      Im Dezember hat mein Chef mir ganz überraschend einen festen Arbeitsplatz angeboten.
      In der Hauswirtschaft, was ich begeistert angenommen habe.
      jetzt arbeite ich 40 Prozent, ganz normal angemeldet.
      Was ich damit sagen will- auch solche Sachen, wie Ehrenamt, können eine Möglichkeit sein, irgendwo rein zu rutschen, und wenn man einen dann kennt und schätzen gelernt hat spielen Dinge wie Übergewicht und Alter keine Rolle mehr.
    • oyo schrieb:

      … Was ich damit sagen will- auch solche Sachen, wie Ehrenamt, können eine Möglichkeit sein, irgendwo rein zu rutschen, und wenn man einen dann kennt und schätzen gelernt hat spielen Dinge wie Übergewicht und Alter keine Rolle mehr.

      Hallo oyo,
      ich freue mich wirklich sehr wieder etwas von dir zu lesen :)

      Es hat mich auch sehr gefreut zu lesen, dass du nun eine interessante Arbeit gefunden hast, besonders vor dem Hintergrund deiner letzten üblen Arbeitsstelle.
      Ich glaube auch, dass man einem Arbeitgeber die „Chance“ geben sollte, dich kennen zu lernen und auf diese Weise können dann auch mal mögliche Ressentiments ausgeräumt werden. Weiterhin wünsche ich dir alles Gute :flirt:
    • Hallo bircan,
      Ich freu mich auch! :applaus:
      Also ich hatte schon den Eindruck, dass meine Figur für die Arbeitssuche hinderlich war.
      Weiss ja jeder: dick= faul, träge, unflexibel, unbeweglich, oft krank... :rolleyes:
      Durch das Ehrenamt konnte ich zeigen, dass es eben nicht so ist.
    • Hallo oyo,
      freue mich für dich, dass du nicht nur Arbeit hast, sondern auch eine Arbeit, in der man deine Leistung schätzt und anerkennt.

      Wenn es hohe Arbeitslosigkeit gibt ( und die gibt es, wenn das "Jobwunder" besonders darin besteht, Jobs im Niedriglohnsektor zu schaffen), dann gibt es immer ein "zu" , was Arbeitgebern nicht passt:
      zu dick, zu dünn, zu alt, zu jung, zu fremdartig, zu qualifiziert, zu unerfahren,
      .....
      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken