Ich kann nicht anders, alles muss aufgegessen sein.

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    • Muminfrau schrieb:

      Gibt es nicht Teller, die man einschalten kann, und dann werden sie warm? ;)

      Soll es auch geben. Was es auf jeden Fall gibt sind Warmhalteteller, die doppelwandig sind, da füllt man heißes Wasser rein. Und es gibt Tellervorwärmer. Wenn der Teller selbst warm ist, bleibt auhc das Essen länger warm. Wenn man so einen Vorwärmer nicht hat, kann man die Teller auch bei relativ niedriger Temperatur im Backofen aufheizen. Da sind dicke schwere Teller natürlich von Vorteil, weil sie die Wärme länger speichern.

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Klangola schrieb:

      Vielleicht kennt ihr das auch, manchmal hat man sich mehr auf den Teller getan, als man schafft. Wie unter Zwang esse ich, bis nichts mehr da ist. Dieses Verhalten habe ich mir nicht in meinem Elternhaus angeeignet.

      Ich schon. Und durfte (das empfand ich eher als positiv) die Reste meiner jüngeren Geschwister aufessen. Meine Mutter mochte keine leeren Teller, und sie an diesem Punkt nicht zu enttäuschen fiel mir leicht. Bei anderen Themen war unser Verhältnis durchaus konflikthaft.
      Sie ist schon lang tot, aber ich kann noch heute keine nicht geleerten Teller sehen.
    • Ich esse schon allein deshalb alles auf, was auf meinem Teller liegt, weil ich kein Sättigungsgefühl habe.

      Vielleicht hat das auch damit zu tun, weil in meiner Kindheit das Essen zugeteilt wurde, sei es Mittag oder Abendbrot, damit es für alle reichte.Irgendwie hatte man nie das Gefühl, sich sattessen zu können, obwohl wir bestimmt nicht gehungert haben.
    • Herbstzeitlose schrieb:

      Ich esse schon allein deshalb alles auf, was auf meinem Teller liegt, weil ich kein Sättigungsgefühl habe.

      Vielleicht hat das auch damit zu tun, weil in meiner Kindheit das Essen zugeteilt wurde, sei es Mittag oder Abendbrot, damit es für alle reichte.Irgendwie hatte man nie das Gefühl, sich sattessen zu können, obwohl wir bestimmt nicht gehungert haben.

      Kenn ich :confused:
    • Klangola schrieb:


      Jetzt gehe ich zu meinem Gulasch, den Klößen und den anderen Töpfen auf meinem Herd und nehme mir vor, heute eine normale Portion auf den Teller zu tun, um nicht wieder zwanghaft "tabula rasa" machen zu wollen.:-D


      Klangola,

      ich helfe dir bei deinem Vorhaben. Schick mir einfach eine große Portion Gulasch mit Klößen an meine Adresse, die kennst du ja. ICH opfere mich für dich. :holy:
    • Elisabeth, das finde ich ganz reizend von dir, das nenne ich Heldentum. Doch du wirst dir deine Tapferkeit für einen anderen Anlass aufsparen müssen. Die liebe Familie hat am Abend nochmal Portionen in der Mikrowelle aufgewärmt und alles ist weg.

      PS: Bei mir hat es heute geklappt, aber nur, weil ich wusste, dass ich heute noch ins Gasthaus komme, am Abend.
    • Itsme schrieb:

      Übrigens gibt es das "Problem" auch umgekehrt:
      Meine jüngere Tochter hat die Angewohnheit, IMMER einen Minifitzelrest auf ihrem Teller zu lassen, egal, wie viel man ihr - oder sie sich auf den Teller gegeben hat. Das ist oft nur eine halbe Kartoffel, oder ein halber Biss vom Brötchen, etc. aber es bleibt einfach was drauf. Und sie sagt dann, dass sie genau diesen Minirest einfach nicht mehr essen kann.
      Deshalb denke ich, dass dies auch eine Kopfsache ist und mit noch Hunger haben, oder keinen Hunger mehr haben, nicht viel zu tun hat.


      Ich kann keine Reste auf dem Teller übrig lassen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Alles Essen, das auf dem Teller liegt, muss einfach aufgegessen werden.

      Ja, ich glaube auch, es ist sicherlich eine Kopfsache.
    • Konnte ich auch nicht. Dann hatte ich eine Phase, in der habe ich keine Teller benutzt, sondern meinen Eintopf direkt aus dem Kochtopf gelöffelt. Und diese Menge konnte ich nicht auf einen Sitz schaffen, also blieb ein Rest, der war aber so wenig, dass sich aufheben nicht gelohnt hat. Seitdem machen mir Reste eigentlich nichts mehr aus. Im Gegenteil. Ich lasse etwas übrig mit dem Hintergedanken, das esse ich zum Abendessen oder am nächsten Tag zum Frühstück. (Ich kann kalte Sauerkrautsuppe mit Brot zum Frühstück essen, da wird mein Partner immer ganz grün bei dem Anblick...)
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Ich habe es heute geschafft! Ein eingebuttertes Viertelbroetchen ist beim Fruehstueck auf dem Teller geblieben, einfach weil ich nicht mehr konnte und nicht mehr wollte. Und absolut kein Entbehrungsgefuehl, war nur ein bisschen schade, weil ich Butterbrot so gerne mag.

      Beim Abendessen (Mittagessen gan es heute aus unterschiedlichen Gruenden nicht) habe ich allerdings alles automatisch aufgegessen, was auf dem Teller war. Es war zwar nicht zu viel, aber ich habe einfach nicht darauf geachtet, weil ich zu muede war.
    • Sophie schrieb:

      (Ich kann kalte Sauerkrautsuppe mit Brot zum Frühstück essen, da wird mein Partner immer ganz grün bei dem Anblick...)


      Meine Schwester kann kühlschrankkalte Bratensoße essen. Mir ist immer noch ein wenig übel, wenn ich daran denke...
      [CENTER]Summ summ summ
      [SIZE=1](Honigbiene)[/SIZE][/CENTER]
    • Herbstzeitlose schrieb:

      Ich esse schon allein deshalb alles auf, was auf meinem Teller liegt, weil ich kein Sättigungsgefühl habe.

      Vielleicht hat das auch damit zu tun, weil in meiner Kindheit das Essen zugeteilt wurde, sei es Mittag oder Abendbrot [...] Irgendwie hatte man nie das Gefühl, sich sattessen zu können, obwohl wir bestimmt nicht gehungert haben.


      Ich denke das ist auch bei mir die Ursache, dass ich für mich alleine immer noch zu große Portionen koche.

      Als Kind wurde mir alles rationiert, damit ich ja nicht noch dicker werde. Zum Frühstück war nach zwei Toasts Schluss, egal ob ich noch Hunger hatte oder nicht, zum Mittag gab es eine Miniportion, keinen Nachschlag, zum Abendbrot eine Schnitte, nicht mehr. Nach Süßigkeiten musste ich fragen, genau wie nach jeder Zwischenmahlzeit, auch wenn es nur ein Joghurt war. Jedesmal der Spruch "Du kannst doch nicht schon wieder essen Kind!"...oder "Du musst doch noch satt sein!"...nein verdammt, war ich nicht.

      Das führte einerseits dazu, dass ich heimlich gessen habe, andererseits dazu, dass ich es immer noch als ein "Gefühl von Freiheit" erlebe, nicht jeden Bissen rechtfertigen zu müssen, oder mal zu ungewöhnlichen Zeiten zu essen z.B. nach 22 Uhr.

      Mittlerweile schaffe ich es immer mehr, nach der ersten Portion zu warten, ob sich ein Sättigungsgefühl einstellt oder nicht. Der Rest muss dann aber sehr schnell in den Kühlschrank wandern. Meistens esse ich dann noch einen kleinen Joghurt oder ein Stück Obst hinterher, weil ich oft merke, dass ich eine zweite Portion nicht schaffen würde.

      Heute habe ich z.B. Nudelsalat gemacht, einen großen Topf voll. Ich habe zwei Schälchen gegessen, gewartet, dann war ich satt. Der Rest steht im Kühlschrank für heute Abend. Manchmal habe ich den Gedanken, dass es doch keinen Unterschied macht, ob ich alles zum Mittag schon esse, oder den Rest am Abend. Das Ergebnis: Alles ist im Bauch...ist ja schließlich das Gleiche. Kennt das jemand?
    • wenn du Mittag alles komplett aufißt und dann am Abend wieder Hunger/Appetit hast, und andere Sachen vertilgst, dann könnte schon mehr zusammen kommen. Oft glaubt man das gar nicht.
      Aber gerade mit Nudelsalat, das kenne ich auch, da könnte ich mich reinsetzen. Deswegen mache ich auch lieber weniger davon.
    • Solche Gedanken hege ich nicht, denn ich würde mir dann zum Abendbrot wieder was anderes machen und so gibt es nur den Rest von Mittag.

      Ein Alptraum, wenn ich daran denke, mir wäre das passiert. Ich durfte immer essen, so viel ich wollte. Das ist auch eine Form von streng sein. Da ist ja Fernsehverbot, wie ich immer kriegte ein Klacks dagegen.
    • Sassy, das ist ja ganz furchtbar, es ist eigentlich schon Kindesmisshandlung. :mad:

      Leider habe ich von solchen Faellen auch frueher gehoert. Da gab es Kinder, die ihren Mitschuelern die Pausenbrote klauten, oder aus dem Muelleimer im Pausenhof Essbares fischten. Nicht, weil sie zu Hause nichts zu essen hatten, sondern weil die Eltern Angst hatten, die Kinder koennten "noch dicker" werden und das Essen rationiert hatten. :eek:

      Zurueck zum Thema "alles aufessen": Es faellt mir unglaublich schwer, wenn ich noch eine relativ grosse Essensmenge auf dem Teller habe, diese wegzustellen, selbst wenn ich satt bin. Denn ich mache mir keine grosse Portionen, und wenn was bleibt (weil ich schon satt bin), dann ist es nicht mehr zum "nachher Sattwerden", sondern eigentlich zum Wegwerfen.

      Dagegen kann ich ganz gut so ca. 1/5 oder 1/6 einer Portion auf dem Teller lassen und dann wegwerfen. Also habe ich mit mir jetzt ausgemachtm, dass ich, wenn ich satt bin, nur noch solange esse, bis ein Rest bleibt, den ich mit einem guten Gefuehl wegwerfen kann. Das funktioniert ganz gut.

      Es ist nicht perfekt, denn ich esse trotzdem ein bisschen ueber Hunger, aber es ist besser, als alles auf dem Teller aufzuessen, obwohl ich laengst satt bin. und noch vor eingen Monaten konnte ich gar nichts von meinem Teller wegwerfen, das war einfach unmoeglich!
    • Muminfrau schrieb:

      Sassy, das ist ja ganz furchtbar, es ist eigentlich schon Kindesmisshandlung. :mad:

      Leider habe ich von solchen Faellen auch frueher gehoert. Da gab es Kinder, die ihren Mitschuelern die Pausenbrote klauten, oder aus dem Muelleimer im Pausenhof Essbares fischten. Nicht, weil sie zu Hause nichts zu essen hatten, sondern weil die Eltern Angst hatten, die Kinder koennten "noch dicker" werden und das Essen rationiert hatten. :eek:



      Ich habe tatsächlich gerade in jungen Jahren sehr viel für Essen getan. Zum Bsp. für andere Hausaufgaben gemacht, damit sie mir ihr Essen gaben, glücklicherweise hatte ich auch einige Freunde, die mir gerne was abgaben, weil sie wussten, dass ich zu Hause z.B. nur Wasser trinken durfte, es kaum Süßigkeiten gab und ich jeden Bissen in den Mund gezählt bekam.

      Ein Mal in der Woche, manchmal auch öfter war ich bei meiner Oma, die mir nicht alles abzählte und habe dort regelrechte Essanfälle gehabt. Ich hatte wohl das Gefühl etwas nachholen zu müssen bzw. der nächsten Woche vorbeugen zu müssen.
      In der Zeit habe ich auch jedes Jahr 10kg zugenommen, obwohl ich ein sehr aktives Kind war, viel draußen, Sportverein etc.

      Ich habe meine Eltern im Nachhinein öfter darauf angesprochen und sie meinten, es wäre gar nicht so schlimm gewesen, ich hätte immer alles gedurft (wieso musste ich dann heimlich essen?) und außerdem hätten sie alles nur aus Sorge getan, da ihnen nicht nur ein Arzt gesagt hätte, dass mein Übergewicht lebensgefährlich sei.

      Und ich kann es ihnen noch nicht mal verübeln. Wenn mir mehrere Ärzte, die ich als Experten ansehe, sagen würden, dass mein Kind in Lebensgefahr ist, wenn das Gewicht nicht runter geht und mir jeder dazu rät aufzupassen was mein Kind isst...und ich darauf vertraue, weil Ärzte=die Weisheit schlechthin...was die meisten Menschen immer noch denken...dann ist es nur logisch, dass ich mir Sorgen mache und die Ratschläge auch umsetze.

      Ein Satz fiel ziemlich oft von meinen Eltern "Wir wollen nicht, dass du uns später Vorwürfe machst, warum du so dick bist!"...
    • Ja das kenne ich gut.
      Den Eltern wird gesagt "passen Sie auf, ihr Kind hat Übergewicht" etc. und lassen die überforderten Eltern allein damit stehen.
      Die wissen nicht, was sie tun sollen und traktieren dann mit solchen Sachen.

      Verdammt, ich war nicht dick! Ich war muskulös, hatte dummerweise breite Schultern und ein breites Becken. Aber ich war bis in die Pubertät nicht wirklich dick. Als kleines Kind war ich sogar ein schlechter Esser. So schlecht, dass man mich -ich glaub, ich habs an anderer Stelle schon mal erwähnt- gezwungen hat, zu essen, auch stundenlang vor dem Teller sitzen lies etc.

      Später wurde dann alles eingeteilt, es wurde genau drauf geachtet, auch ich habe zeitweise heimlich gegessen. Ich erinnere mich, dass ich manchmal eine Tüte Chips und eine Tafel Noisette Schokolade gekauft habe und diese dann auch direkt und heimlich aufgegessen habe.

      Massive Fressanfälle kenne ich aus späterer Zeit, so Mitte 20.

      Aber als Kind alles vorgezählt bekommen bzw. nicht alles essen dürfen, das kenn ich auch. Deshalb kenn ich auch das Gefühl "aufessen, wer weiß, wann ich das wieder krieg".
      Auch bei mir müssen Reste direkt außer Sichtweite, sonst nibbel ich noch dran rum, obwohl ich eigentlich satt bin.
      Viele Grüße

      Andrea - Seepferdchen-Admin


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Sassy schrieb:


      Ein Satz fiel ziemlich oft von meinen Eltern "Wir wollen nicht, dass du uns später Vorwürfe machst, warum du so dick bist!"...


      Tja, jetzt kannst du ruhigen Gewissens zu ihnen gehen und sagen: "Liebe Eltern, ich mache euch berechtigte Vorwuerfe, dass ich dicker geworden bin, als die Natur es fuer mich vorgesehen hat. Ihr habt bei mir ein -- gelinde gesagt -- unguenstiges Essverhalten mit euren Massnahmen hervorgerufen, inklusive Essanfaelle, so dass ich bis heute mit meinem Essverhalten nicht zurecht komme. Ich musste bereits mehrere Jahre meines Lebens und sehr viel Energie auf das Reparieren von euren Das-haben-wir-ja-nur-aus-Sorge-um-dich-getan aufgewendet. Wenn ihr wirklich auf meine Beduerfnisse geachtet haettet, haettet ihr gesehen, dass ich schlicht und ergreifend einfach Hunger hatte! Dafuer haette ihr nur mit mir reden muessen, mehr nicht. :mad:"

      Genau das wuerde ich liebend gerne meiner Mutter sagen -- nur leider wird sie es wohl genauso wenig verstehen wie deine Eltern.
    • Ich finde, was du beschreibst Sassy, ist doch eine runde Erklärung deines Essverhaltens und irgendwie auch eine runde Erklärung des Verhaltens deiner Eltern. Sie meinten es gut und wussten es nicht besser. Ich würde ihnen heute keinen Vorwurf mehr machen sondern von hier an nach vorne sehen. Ist doch schön, dass du das für dich so gut auflösen kannst. Viele sind an diesem Punkt noch gar nicht angelangt.
      Ich wünsche mir auch für mich selbst oft, dass ich Dinge einfach annehmen kann und dann nach vorne statt zurück zu sehen. Leider gelingt es mir nicht sonderlich oft.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Achso, ich bin auch tendenziell ein Tellerleeresser, jedoch nur wenn es mir schmeckt (sollte logisch sein, nä). Dann esse ich auch mehr als "nötig". Ist doch normal. Und mein erstes selbst verdientes Geld ging für Essen drauf. Ich hatte eine Mark verdient mit Hundeausführen und das reichte genau für ein Eis und eine kleine Tüte Chips. Und das jeden Tag. Das war Phänomenal, zum ersten Mal so eine Selbstwirksamkeit zu spüren! Ich durfte allerdings zu Hause so viel essen wie ich wollte.
      Man sollte echt ein bisschen mit der Selbstkasteiung aufhören und gut zu sich sein, wann immer es geht. Für mich bedeutet das, dass ich in mich hinein höre und versuche meine Empfindungen und Bedürfnise überhaupt erste einmal wahrzunehmen. Das ist nämlich gar nicht so einfach.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Ich finde, es ist durchaus berechtigt, die Vorwuerfe den Eltern zu machen. Ich meine nicht, dass man ihnen die Vorwuerfe auf den Kopf schmeissen soll, sondern dass man sich bewusst sein sollte, dass diese Vorwuerfe in einem drin existieren. Es ist auf jeden Fall besser, als diese Vorwuerfe ausser Acht zu lassen und zu "verstecken". Es ist naemlich erlaubt, Vorwuerfe zu machen. ;)

      Eine andere Sache ist, ob man mit Eltern darueber reden soll. Ich glaube, es ist sinnlos. Da muesste eine andere Loesung her. Ich weiss nur nicht, welche. :confused:
    • Ich sag ja gar nicht dass es unberechtigt ist. Und wahrscheinlich ist so eine Auseinandersetzung auch richtig. Ich habe meiner Mutter in meinen Dreissigern sämtliche Vorwürfe in schöner Regelmäßigkeit an den Kopf geworfen, das ist jetzt für mich halt vorbei, deswegen kann ich so schlaumeierliche Ratschläge erteilen :cool:. Ich denke nur dass es auch wichtig ist, nach vorne zu schauen und sich selbst (und seine Eltern) anzunehmen.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Muminfrau schrieb:

      Tja, jetzt kannst du ruhigen Gewissens zu ihnen gehen und sagen: "Liebe Eltern, ich mache euch berechtigte Vorwuerfe, dass ich dicker geworden bin, als die Natur es fuer mich vorgesehen hat. Ihr habt bei mir ein -- gelinde gesagt -- unguenstiges Essverhalten mit euren Massnahmen hervorgerufen, inklusive Essanfaelle, so dass ich bis heute mit meinem Essverhalten nicht zurecht komme. Ich musste bereits mehrere Jahre meines Lebens und sehr viel Energie auf das Reparieren von euren Das-haben-wir-ja-nur-aus-Sorge-um-dich-getan aufgewendet. Wenn ihr wirklich auf meine Beduerfnisse geachtet haettet, haettet ihr gesehen, dass ich schlicht und ergreifend einfach Hunger hatte! Dafuer haette ihr nur mit mir reden muessen, mehr nicht. :mad:"

      Genau das wuerde ich liebend gerne meiner Mutter sagen -- nur leider wird sie es wohl genauso wenig verstehen wie deine Eltern.


      Du wirst dich wundern, genau soetwas in der Art habe ich meiner Mutter zumindest schon mehrfach gesagt, geändert hat das nichts.

      Knallfrosch schrieb:

      Man sollte echt ein bisschen mit der Selbstkasteiung aufhören und gut zu sich sein, wann immer es geht. Für mich bedeutet das, dass ich in mich hinein höre und versuche meine Empfindungen und Bedürfnise überhaupt erste einmal wahrzunehmen. Das ist nämlich gar nicht so einfach.


      Genau darauf versuche in zu achten. Mich zu fragen "Habe ich Hunger? Oder Durst oder nur Appetit?"..außerdem versuche ich in den Situationen, wo ich wieder diesen Drang in mir spüre mehr als nötig zu essen, kurz inne zu halten und mich zu fragen "Welche Emotionen hast du gerade?" "Warum willst du sie mit Essen kompensieren?" "Was bringt dir das?" "Geht es anders?"...ich bin z.B. ein absoluter Stressesser. Ich habe dann das Gefühl, dass mein Kopf dieses Mehr an Nahrung braucht, regelrecht danach verlangt...meine Gedanken drehen sich dann um nichts anderes mehr. Zur Zeit klappt es mit Kaugummikauen ganz gut.

      Und ich schaue ganz bestimmt nach vorne. Allerdings hört vor allem mein Vater nicht auf, ständig mein Essverhalten zu kommentieren. Ich hatte heute früh eine mündliche Prüfung um 9 Uhr. Vorher hab ich aus Aufregung nur eine Tasse Tee runterbekommen. Nach der Prüfung bin ich dann nach Hause zu meinen Eltern gefahren, es war gegen 11. Ich verspürte Hunger, machte mir also gleich mein Mittag fertig. Um die Zeit kommt mein Vater von der Arbeit zur Mittagspause nach Hause. Sofort "Na..machste dir schon wieder Essen?!" "Ist das nicht zuviel?!"..."Davon können ja Drei essen!"...und sowas kommt ständig. Heute habe ich mal ganz bestimmt "Nein ist es nicht!" gesagt...und da meinte er nur "Doch ist es! *Böser Blick*" Ich habe immer noch das Gefühl, in solcher Situationen, wieder das 10 jährige Kind zu sein, dass noch ein zweites Stückchen Kuchen möchte, es aber nicht "gutgeschrieben" bekommt.

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    • Ich glaube bei meiner Mutter ändert es auch nichts, oder generell bei meinen Eltern, wenn ihnen eine andere Person sagt, dass ihr Verhalten in Bezug auf das was ich esse oder nicht esse, überzogen ist.

      Zum Bsp. ist es ja über die Jahre hinweg all unseren Bekannten aufgefallen und gerade zu Zeiten, wo ich um die 18 war..wunderten die sich zunehmend, warum ich immer die Kommentare oder ein "Das isst du jetzt nicht mehr!" über mich ergehen ließ. Viele fragten mich, warum ich mir das gefallen lasse, ich könnne doch schließlich selbst entscheiden...aber ich will einfach diese permaneten Streits nicht haben.

      Meistens streiten sich meine Eltern dann, weil meine Mum dahingehend lockerer ist als mein Vater...und dann kommt es soweit, dass ich mich dann schuldig fühle. Deswegen habe ich mich meistens den Kommentaren und Anweisungen gebeugt. Zur Zeit ist es zar weniger geworden, aber gerade als Kind habe ich dann immer gedacht "Du bist schuld, mit deiner Fresserei!"

      Wir haben wie gesagt sonst ein so gutes Verhältnis, aber im Punkto Kind-Übergewicht-Essverhalten wird es wohl nie normal werden.