"Ich habe die Krebsdiät gemacht!"

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  • Dieser Satz verschlug mir vor einigen Wochen die Sprache. Wer äußert so einen Unsinn? Michael Douglas in einer US Talkshow. In den Medien wurden seine Äußerungen so dargestellt, als würde er das Beste aus seiner Situation machen und es mit Humor nehmen. Was mich schockiert hat ist der Zusammenhang zwischen einer schlimmen Krankheit und dem Gewichtsverlust, der hier als Diät dargestellt wird. Da fehlen mir doch die Worte. Sind wir schon so weit, dass wir Krankheiten im Bezug auf Gewichtsverlust als positiv bewerten. Ich finde das sehr verwerflich und unsensibel. Solche Äußerungen sollte man sich besser vorher überlegen und mal durchdenken, was man da sagt. Mal ehrlich: Wie hirnverbrannt muss man sein, um solche Witze zu reißen bzw. es noch ernst zu meinen.Hört man ja oft "Och im Krankenhaus hab ich xy kg verloren, viel schneller als zu Hause, toll nicht." Die Gesellschaft wird immer bekloppter.
  • Ich könnte mir vorstellen, dass Michael Douglas dass mit dem so genannten Galgenhumor gesagt hat. Das ist ähnlich wie die letze offizielle Ansprache von Rudi Carrell, der aufgrund des (ich glaube) Kehlkopfkrebses nur noch mit sehr hoher, leiser Stimme reden konnte und sich Augenzwinkernd mit Michael Jackson verglich. Das sind Späße die man macht, wenn einem eigentlich eher zum weinen ist. Galgenhumor eben.
  • Eine liebe Freundin von mir, die vor fünf Jahren innerhalb von 14 Monaten am Speiseröhrenkrebs starb, wurde von ihrer Schwiegermutter auch beneidet, dass sie jetzt wenigstens schön abnähme. Ohne Worte. Rudi Carell zum Lachen und Weinen: [URL='http://www.youtube.com/watch?v=2IrTy2KQxnI&feature=related']Letzter TV-Auftritt[/URL].
  • Galgenhumor ist in bestimmten Situationen auch gut und wichtig. Aber sowas prengt die Grenze. Ich finde mit so einer Aussage verkennt man das Leid einer solchen Krankeit zu einer Maßnahme des schnellen Gewichtsverlusts. Ein anderes Bsp. Kelly Osbourne. Alle schrieben darüber wie toll sie doch abgenommen hat, keiner darüber, dass sie ihren Drogenentzug geschafft hat. Bzw. sagte sie selbst mal in einem Interview, dass ihre Drogensucht keinen Interessiert hätte, es hieß immer und überall wie dick sie doch sei bzw. dann wie toll sie doch abgenommen hätte. Ein Pfleger k.A. wer das war, sagte mir damals als ich im KH lag, dass es mir nicht schaden könne, mal 24h nichts zu essen. Soviel zum Thema.
  • [quote='Sassy','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=101801#post101801']Ein anderes Bsp. Kelly Osbourne. Alle schrieben darüber wie toll sie doch abgenommen hat, keiner darüber, dass sie ihren Drogenentzug geschafft hat. [/QUOTE] Da bin ich ganz bei dir - da wurde nur das Gewicht in den Vordergrund geschoben. Die eigentlich wichtige Sache, dass sie ihre Drogensucht überwunden hatte, war Nebensache und nicht mal das. [quote='Sassy','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=101801#post101801']Ein Pfleger k.A. wer das war, sagte mir damals als ich im KH lag, dass es mir nicht schaden könne, mal 24h nichts zu essen. Soviel zum Thema.[/QUOTE] Sowas ist indiskutabel - ich hätte ihn vermutlich rausgeschmissen aber meistens bleiben einem in solchen Momenten die Worte im Hals stecken. ...und die Äußerung vom MD sehe ich in anderem Kontext. Er hatte ja schließlich die Krankheit und Todesangst. Aus dieser Angst macht man sehr sarkastische Bemerkungen, einfach um besser damit klar zu kommen. Ich erspare dir die Bemerkungen, die mein Vater manchmal machte. Dabei wussten wir - auch er, dass er sterben muss und wir haben gemeinsam über seine "Witze" gelacht - teilweise Tränen gelacht. Das hat es manchmal ein ganz klein bisschen leichter gemacht.
  • [quote='paulinchen','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=101811#post101811']...und die Äußerung vom MD sehe ich in anderem Kontext. Er hatte ja schließlich die Krankheit und Todesangst. Aus dieser Angst macht man sehr sarkastische Bemerkungen, einfach um besser damit klar zu kommen. Ich erspare dir die Bemerkungen, die mein Vater manchmal machte. Dabei wussten wir - auch er, dass er sterben muss und wir haben gemeinsam über seine "Witze" gelacht - teilweise Tränen gelacht. Das hat es manchmal ein ganz klein bisschen leichter gemacht.[/QUOTE]Das kenne ich auch aus der eigenen Familie. Meine Mutter macht gelegentlich ihrer Krebserkrankung zum Trotz auch sehr sarkastische Bemerkungen. Der Unterschied zu MD, der das öffentlich rausposaunt, bleiben die Sprüche meiner Mutter jedoch immer im engsten familiären/freundschaftlichen Umfeld. Nach außen dringt davon nichts. Gerade in den US-Promi-Talkshows positionieren sich die Gäste jedoch gerne mit flotten Sprüchen. Bei MD schwingt da für mich deutlich mit: "Ich bin wieder da - und das zeige ich mit flapsigen Bemerkungen." Seine Formulierung finde ich trotzdem reichlich daneben.
  • [quote='paulinchen','http://thorben-orloff.de/forum/index.php?thread/&postID=101811#post101811'] Sowas ist indiskutabel - ich hätte ihn vermutlich rausgeschmissen aber meistens bleiben einem in solchen Momenten die Worte im Hals stecken. [/QUOTE] Da war ich 14 Jahre jung, da war ich noch nicht so innerlich stabil, dass ich hätte was entgegnen können. :(
  • Wenn Michael Douglas seinen hohen und nicht freiwilligen Gewichtsverlust mit dem Wort "Krebsdiät" beschreibt, nehme ich das als Galgenhumor und dem armen Mann mit seiner schweren und im übrigen vielleicht sogar tödlich enden Krankheit gehört mein Mitgefühl. Das Ganze sprengt für mich keine Grenzen und schon gar nicht sehe ich das als Angriff gegen mein Superpremiumgesäß. Also wirklich...