Eltern!

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    Bitte beachtet unsere überarbeitete Datenschutzerklärung sowie unsere ebenfalls überarbeiteten Forenregeln.

    • Sophie schrieb:

      Schon mal gegen den Lärm einer Autobahn angebrüllt? Oder wenn ein Güterzug vorbeifährt? Ich hab auch schon in der Eisenbahnunterführung gestanden und habe scheißescheißesch... geschrien.


      Ui klingt verlockend. Das würde auch gleichzeitig meine Stimme trainieren, wenn ich dann ab und an mal gegen 35 Mann anbrüllen muss, dass die Pause jetzt vorbei ist und der Unterricht begonnen hat. :D

      Finchen schrieb:

      Aber es gibt Leute, wie z. B. meine Eltern, denen kann man das höflich und korrekt erklären und es ändert sich nichts, weil sie es einfach nicht begreifen wollen oder können.

      LG Finchen


      Das ist leider wahr, Finchen. Sowas macht einen traurig, wütend zugleich. Aber vielleicht ist der Gedanke von Elke dahingehend richtig: Die Person so nehmen wie sie ist, sprich die Eltern. Ich denke auch, dass man Personen ab einem gewissen Lebensalter nicht mehr ändern kann, weil sie eben ihr Weltbild und ihre Erfahrungen soweit gefestigt haben, dass da so viel logische Argumentation kommen kann, wie man will.

      Das mag sehr sehr schwer sein und ich habe auch meine Mühe so manche Spitzen (Heute beim Frühstück: "Dein Tomatenaufstrich hat aber auch viele Kalorien, also abnehmen wirst du dadurch auch nicht!", "Nüsse kaufst du am besten auch nicht mehr, die haben zu viel Fett und zu viele Kalorien!") zu ignorieren und etwas Ruhiges, halbwegs Freundliches zu sagen.
    • Sassy schrieb:

      Das mag sehr sehr schwer sein und ich habe auch meine Mühe so manche Spitzen (Heute beim Frühstück: "Dein Tomatenaufstrich hat aber auch viele Kalorien, also abnehmen wirst du dadurch auch nicht!", "Nüsse kaufst du am besten auch nicht mehr, die haben zu viel Fett und zu viele Kalorien!") zu ignorieren und etwas Ruhiges, halbwegs Freundliches zu sagen.

      Joa... ich ignoriere sowas, oder sage direkt etwas in der Art wie "das ist mir sowas von egal" oder "da ist es ja gut, dass ich nicht abnehmen will/muss" ;), was manchmal interessante Reaktionen produziert, aber meine Eltern haben sich nach einiger Zeit wirklich doch noch geändert. Ich bekomm sowas von ihnen normalerweise nicht mehr zu hören. (Da klopfe ich mir immer noch selbst für auf die Schulter, dass ich da den richtigen Weg gefunden habe... frag mich nicht, was genau der Auslöser war weiß ich selbst nicht so genau.)

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Sassy schrieb:

      Ja das sind wirklich gute Reaktionen. Nur leider hätten meine Eltern dann ein Problem mit der Tatsache, dass ihre Tochter mit 30kg Übergewicht nicht abnehmen will. :rolleyes:


      Dann lass es auch wirklich ihr Problem bleiben und mache es nicht zu deinem. :)
      [CENTER]Summ summ summ
      [SIZE=1](Honigbiene)[/SIZE][/CENTER]
    • Honigbiene schrieb:

      Dann lass es auch wirklich ihr Problem bleiben und mache es nicht zu deinem. :)


      das würde ich auch so sehen und auf nicht defensive kommunikation schalten. nicht verteidigen, nicht provozieren, einfach die probleme beim anderen lassen.

      -vielleicht hast du recht.

      -das könnte sein.

      -du hast ein recht auf deine eigene meinung.

      -ich begreife, dass es für dich so aussehen muss.

      -wir sehen die dinge unterschiedlich.

      -es ist mir klar, dass du über meine entscheidung nicht glücklich bist, aber es muss sein.

      -es tut mir leid, dass du dich aufregst.

      -ich muss noch länger darüber nachdenken.

      und auch immer gut :)

      ein freundliches aber unbestimmtes

      -mmh.
      Lieben Gruß

      Rita
    • Sassy schrieb:


      Das mag sehr sehr schwer sein und ich habe auch meine Mühe so manche Spitzen (Heute beim Frühstück: "Dein Tomatenaufstrich hat aber auch viele Kalorien, also abnehmen wirst du dadurch auch nicht!", "Nüsse kaufst du am besten auch nicht mehr, die haben zu viel Fett und zu viele Kalorien!") zu ignorieren und etwas Ruhiges, halbwegs Freundliches zu sagen.


      Warum musst Du denn auf solche Sprüche was Freundliches sagen? Freundlicher Umgang miteinander sollte auf Gegenseitigkeit beruhen. Ehrlich gesagt, bin ich persönlich immer weniger bereit, Unverschämtheiten anderer "freundlich" über mich ergehen zu lassen. Wer mich wiederholt und gezielt unhöflich behandelt, hat von mir irgendwann auch keine Freundlichkeiten mehr zu erwarten (erst recht nicht auf solche Sprüche). Auch wenn es die eigenen Eltern sind. Auch Du hast ein Recht darauf, respektvoll und höflich behandelt zu werden - gerade von Deinen Eltern! Ich weiß leider aus eigener Erfahrung, dass man sich selbst dieses Recht oft nicht zugesteht - man gesteht es nur den anderen zu. Das ist aber nicht richtig!

      Wenn Du die Sache mit einem "mmhm" oder "jaja" für Dich erledigen kannst, ist das natürlich ok, und es hält den Ball flach. Aber wenn das langfristig nur für Knoten in Deinem Magen sorgt, weil manche Menschen sich halt durch "mmhm" nicht von ihrem Pfad abbringen lassen, darfst Du den Dir gebührenden Respekt auch klar und deutlich einfordern.

      :meinung:
    • Lea schrieb:

      Warum musst Du denn auf solche Sprüche was Freundliches sagen? Freundlicher Umgang miteinander sollte auf Gegenseitigkeit beruhen. Ehrlich gesagt, bin ich persönlich immer weniger bereit, Unverschämtheiten anderer "freundlich" über mich ergehen zu lassen. Wer mich wiederholt und gezielt unhöflich behandelt, hat von mir irgendwann auch keine Freundlichkeiten mehr zu erwarten (erst recht nicht auf solche Sprüche). Auch wenn es die eigenen Eltern sind. Auch Du hast ein Recht darauf, respektvoll und höflich behandelt zu werden - gerade von Deinen Eltern!

      :meinung:


      :applaus: Das passt gerade gut in meine Lebenssituation und das werd ich mir merken.

      LG Finchen
    • Finchen und Lea

      Auch wenn ich so empfinde wie ihr, ich kann nicht aus meiner Haut. Niemals könnte ich meinen Eltern verbal ein Haar krümmen und wenn ich noch so sehr mit den Zähnen knirsche, wenn sie ungeheuerliches äußern. Sie haben bei mir Narrenfreiheit bis zum Sankt-Nimmerleinstag, weil ich sie so sehr liebe und weil sie immer zu mir halten.

      Eines aber habe ich mir fest vorgenommen:
      Meine erwachsenen Söhne und später meine Tochter will ich nicht nerven mit ungebetenen Ratschlägen. Sie sollen ihre eigenen Erfahrungen (auch negative) machen dürfen.

      Meine geistigen Monologe, was ich meinen Erzeugern gerne klarmachen würde, führe ich natürlich nach wie vor.

      Mit aller Welt in Harmonie leben, wie ich es noch als 20jährige anstrebte, erkannte ich schon bald als undurchführbar. Wie sagte mein Opa schon immer: "Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann".

      Jeder / jede, die für sich besser eintritt, auch den Eltern gegenüber bewundere ich, doch ich für mich, könnte mit den Folgen nicht leben. Habe ich mich noch nicht richtig abgenabelt?
    • Klangola schrieb:


      Jeder / jede, die für sich besser eintritt, auch den Eltern gegenüber bewundere ich, doch ich für mich, könnte mit den Folgen nicht leben.


      Ich sage nicht, dass ich das schon zu 100% kann - aber ich fange an damit, besser für mich selbst einzutreten, weil ich, wie gesagt, langsam erkenne, dass ich genauso viel Respekt verdiene wie andere Leute. (Egal von wem, aber besonders von Menschen, die mir eigentlich nahe stehen sollten.)
      Aber was bedeutet es, wenn Du sagst, Du kannst mit den Folgen nicht leben? Befürchtest Du einen kompletten Beziehungsabbruch, wenn Du Deine Eltern mal in die Schranken weist,

      Klangola schrieb:

      wenn sie ungeheuerliches äußern
      ?
      Das muss ja gar nicht so kommen, vor allem nicht, wenn Du Eltern hast, die ansonsten

      Klangola schrieb:

      immer zu mir halten
      !
    • Klangola, Lea...ich kann beide Seiten total nachvollziehen.

      Klangola, mir geht es ähnlich und ich erkannte mich in deinen Schilderungen total wieder. Ich liebe meine Eltern über alles und sie mich auch. Egal was ich anstelle, sie würden immer zu mir halten. Das weiß ich. Ich habe auch Angst, dass der Kontakt durch zu viel Ehrlichkeit ihnen gegenüber schlechter werden würde. Aber soll ich dir was sagen; deswegen schlucke ich trotzdem nicht mehr alles runter. Ich fahre eher die "nach und nach" Taktik.

      Wie Lea schon gesagt hat, man muss sich nicht alles gefallen lassen, nur weil es von Menschen geäußert wird, die man liebt.

      Schwierige Gradwanderung seine Meinung zu äußern ohne vor dem Gegenüber, also den Eltern, vorwurfsvoll zu klingen. Ich versuche es mit "Ich Botschaften"..."Ich fühle mich durch deine Aussage verletzt!" z.B. und dann erkläre ich ganz ruhig warum.

      Daran wird wohl kaum eine intakte Eltern-Kind Beziehung zerbrechen. Schließlich stehen sich erwachsene Menschen gegenüber, die auch so kommunizieren sollten, ohne dass eine Seite beleidigt sein muss. Sie sagen mir doch auch ins Gesicht, wenn sie was stört, wieso sollte ich das nicht dürfen? Manchmal muss ich sie auch auf diese Info hinweisen.

      Das gelingt nicht immer, weil es auch emotional sehr aufgeladene Situationen gibt. Ich versuche meine Aussagen dann so nüchtern und sachlich wie möglich zu formulieren, immer aus der konkreten Situation heraus. Dann sagen mir meine Eltern meistens, dass das gar nicht so gemeint war oder entschuldigen sich.

      Sie mussten sich allerdings auch erstmal daran gewöhnen, dass das Kind auf einmal sagt, wenn ihm etwas nicht passt. Aber ich denke das ist normal. Auf keinen Fall werde ich die Emotionen, die bei manchen Bemerkungen entstehen "in mich rein fressen"...so wie ich es viele Jahre getan habe. Seit dem gehts mir übrigens viel besser.
    • Es ist so:

      Es ist so: Mein Leben lang habe ich so und so reagiert und jetzt, wo meine alten Herrschaften über 70 sind müssten sie bittere Kröten schlucken, weil ich mich plötzlich ändere, das will ich ihnen nicht zumuten. Wir sehen uns einmal im Monat und da höre ich ihnen zu. Diese Tatsache habe ich noch nicht erwähnt, doch es ist so. Sie haben viel zu erzählen.

      Die Ungeheuerlichkeiten kommen an langen Tagen wie heuer Kommunion, 70. Geburtstag und Hochzeiten von ihnen. Da bin ich wieder froh, dass sie weiter weg wohnen. Am Telefon klappt es gut, da sind die Gespräche harmonisch und beide Seiten freuen sich, voneinander zu hören.
    • Ich habe bei dem Gedanken, mit meinen Eltern "alles" zu klaeren, ein ungutes Gefuehl. Das liegt daran, dass ein (entfernter) Bekannter von mir, der mit seiner Mutter im Laufe einer Psychotherapie endlich "alles" geklaert hat, eine Woche darauf toedlich verunglueckt ist.

      Ich weiss, es ist nicht logisch, und es ist feige, und es ist einfach nur dumm -- aber mir kommt der Gedanke nicht aus dem Kopf, dass man, wenn "alles" geklaert ist, auch aus diesem Leben gehen kann, verschwinden.

      Sorry fuer dummes Zeug. Ich finde es aber besser zu sagen, was bei mir persoenlich "los" ist, als um den heissen Brei herum zu reden.
    • Ansonsten habe ich mir vorgenommen, bei meinen Eltern punktuell den Widerstand zu leisten. Ich hoffe nur, dass ich in dem Moment, wo "es" passiert, die richtigen Worte finden werde, und nicht einfach einen Tobsuchtanfall kriege. :eek:
    • @ Muminfrau

      Sein Werk auf Erden war vollbracht, da kam er um, so dachtest du und wir Menschen denken oft so ein Zeug zusammen, da bist du nicht allein. Alles klären wie niemals. Denn wenn ich von mir reden darf, es gibt meine Wahrheit und die Wahrheit meiner Eltern. Ansichtssache ist das.
    • Muminfrau schrieb:

      Ansonsten habe ich mir vorgenommen, bei meinen Eltern punktuell den Widerstand zu leisten. Ich hoffe nur, dass ich in dem Moment, wo "es" passiert, die richtigen Worte finden werde, und nicht einfach einen Tobsuchtanfall kriege. :eek:


      Ich weiß natürlich nicht inwiefern das für Dich praktikabel ist, aber was bei mir total geholfen hat, bei Menschen die mir einerseits wichtig sind- also deren Anerkennung ich gern hätte- und die mich andererseits verletzen, ist es ihnen mit Fragen zu sagen.
      Also so Sachen: "Warum erwartest Du dies oder das von mir?" "Was ist Dir dabei wichtig?" usw. und wenn ich ihren gesamten Standpunkt (inklusive der dahinter liegenden Motive, Wünsche, Interessen) gehört habe, dann sage ich (meist indem ich noch mal was von dem zusammenfasse) Du hast gesagt dies und das ist dir aus den und jenen Gründen wichtig. Das habe ich so gehört. Gleichzeitig verletzt mich das, denn mir ist das und das wichtig und das und das beabsichtige ich nicht zu ändern, weil es z.B. meine Lebensqualität über die Maßen einschränken würde etc. Ich wünsche mir von Dir...

      Damit meine ich natürlich nicht, dass man nicht mehr wütend werden sollte (das finde ich unauthentisch- und kann ich auch nicht :-D) und bei manchen Menschen kommt man einfach nicht weiter- z.B. bei meiner Mutter. Aber bei Dir habe ich den Eindruck, dass es Dir eigentlich sehr wichtig wäre, wenn sie Dir zuhören würde und Dich so akzeptieren würde wie Du bist und das vielleicht ihre verletztenden und gemeinen Kommentare irgendwie ein naja Aufgrund von Unwissenheit fehlgeleiteter Ausdruck von Zuneigung sind- z.B. Sorge oder so. Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen :)
    • Klangola schrieb:

      Finchen und Lea

      Auch wenn ich so empfinde wie ihr, ich kann nicht aus meiner Haut. Niemals könnte ich meinen Eltern verbal ein Haar krümmen und wenn ich noch so sehr mit den Zähnen knirsche, wenn sie ungeheuerliches äußern. Sie haben bei mir Narrenfreiheit bis zum Sankt-Nimmerleinstag, weil ich sie so sehr liebe und weil sie immer zu mir halten.


      Jeder / jede, die für sich besser eintritt, auch den Eltern gegenüber bewundere ich, doch ich für mich, könnte mit den Folgen nicht leben. Habe ich mich noch nicht richtig abgenabelt?


      Im Lauf der Jahre hab ich für mich festgestellt, dass irgendwann das Mass an Beleidigungen und Kränkungen für mich überschritten war und ich jeden weitere Schlag einfach nicht mehr wegstecken konnte. Meine Eltern waren fast 80, als ich anfing, mich zu wehren.

      Das Buch hat mir sehr geholfen, mich abzunabeln.

      Und dieses Buch wurde mir auch empfohlen, aber ich habe es noch nicht gelesen.

      LG Finchen
    • Sassy schrieb:


      Daran wird wohl kaum eine intakte Eltern-Kind Beziehung zerbrechen. Schließlich stehen sich erwachsene Menschen gegenüber, die auch so kommunizieren sollten, ohne dass eine Seite beleidigt sein muss. Sie sagen mir doch auch ins Gesicht, wenn sie was stört, wieso sollte ich das nicht dürfen? Manchmal muss ich sie auch auf diese Info hinweisen.

      Das gelingt nicht immer, weil es auch emotional sehr aufgeladene Situationen gibt. Ich versuche meine Aussagen dann so nüchtern und sachlich wie möglich zu formulieren, immer aus der konkreten Situation heraus. Dann sagen mir meine Eltern meistens, dass das gar nicht so gemeint war oder entschuldigen sich.

      Sie mussten sich allerdings auch erstmal daran gewöhnen, dass das Kind auf einmal sagt, wenn ihm etwas nicht passt. Aber ich denke das ist normal. Auf keinen Fall werde ich die Emotionen, die bei manchen Bemerkungen entstehen "in mich rein fressen"...so wie ich es viele Jahre getan habe. Seit dem gehts mir übrigens viel besser.


      Das find ich einen so tollen Anfang bei Dir. :applaus: Und Du hast auch ganz Recht, beide Seiten sind erwachsen und so sollten sie auch miteinander umgehen.

      LG Finchen
    • Muminfrau schrieb:

      Ansonsten habe ich mir vorgenommen, bei meinen Eltern punktuell den Widerstand zu leisten. Ich hoffe nur, dass ich in dem Moment, wo "es" passiert, die richtigen Worte finden werde, und nicht einfach einen Tobsuchtanfall kriege. :eek:


      Zwar "klärt" man mit einem Tobsuchtsanfall (erst mal) nichts. Aber er verhilft den anderen zu einer unmittelbaren, klaren Sicht auf Deinen Seelenzustand - vielleicht wissen die gar nicht, was sie bei Dir für eine Wut auslösen mit ihren Sprüchen, wenn Du Dich immer beherrschst und milde freundlich lächelst?!

      Und mal ganz abgesehen davon: Wieso meinen Frauen eigentlich immer, sie müssten gute Miene zum bösen Spiel machen? Fällt mir in letzter Zeit öfter auch in anderer Hinsicht auf... aber das nur am Rande ;)
    • Lea schrieb:

      Zwar "klärt" man mit einem Tobsuchtsanfall (erst mal) nichts. Aber er verhilft den anderen zu einer unmittelbaren, klaren Sicht auf Deinen Seelenzustand


      Ich bin da anderer Meinnung. Ein Tobsuchtanfall sorgt bei dem "Verursacher" fuer unmittelbare Ausschaltung (fast) aller kognitiven Funktionen. :eek: Er oder sie faellt in ein automatisches Reaktionsmuster zurueck:

      - Ein Kind kriegt Angst

      - Ein erwachsener Partner reagiert ploetzlich wie ein Teenager auf Vorwuerfe seiner Mutter ;)

      - Ein Arbeitskollege oder -kollegin spielt irgendein Film im Kopf ab, von dem ich keine Ahnung haben kann (hat aber oft was mit Eltern oder Ehepartner zu tun)

      - Ein Elternteil sieht nur noch ein Kind vor sich, das aus einem nichtigen Anlass ein Tobsuchtanfall kriegt ("immer musst du wegen solcher Kleinigkeiten ausrasten, ich habe doch gar nichts gesagt")


      Ich weiss nicht, ob ich mit Argumenten und ruhiger Diskussion bei meinen Eltern etwas erreichen kann. Denn, wie Finchen so treffend schrieb:

      Aber es gibt Leute, wie z. B. meine Eltern, denen kann man das höflich und korrekt erklären und es ändert sich nichts, weil sie es einfach nicht begreifen wollen oder können.


      Ich weiss aber ganz genau aus Erfahrung, dass ich mit einem Tobsuchtanfall bei meinen Eltern (und bei den meisten anderen Menschen auch) nichts erreichen kann.
    • Muminfrau schrieb:

      Ich weiss aber ganz genau aus Erfahrung, dass ich mit einem Tobsuchtanfall bei meinen Eltern (und bei den meisten anderen Menschen auch) nichts erreichen kann.


      Nein, mit einem Tobsuchtsanfall allein wird man nichts erreichen können, das ist schon klar (hab ich aber auch geschrieben). Aber sich einen solchen grundsätzlich und unter allen Umständen zu verbieten, kommt in letzter Konsequenz dem Versuch gleich, sich das Wütendsein an sich zu verbieten. Das heißt natürlich nicht, dass man bei jeder Gelegenheit gleich ausrasten soll. Aber wenn es denn passiert - was ist sooo schlimm daran?
      Man kann nach so einem "Tobsuchtsanfall" ja auch darüber sprechen, wieso es dazu kam und so vielleicht eine Klärung einleiten. Die künftige Tobsuchtsanfälle überflüssig macht.

      Muminfrau schrieb:


      - Ein Elternteil sieht nur noch ein Kind vor sich, das aus einem nichtigen Anlass ein Tobsuchtanfall kriegt ("immer musst du wegen solcher Kleinigkeiten ausrasten, ich habe doch gar nichts gesagt")

      Wieso nichtig? Wieso Kleinigkeit? Wenn Dir eigentlich nach einem Tobsuchtsanfall zumute ist, zeigt allein das schon, dass es sich (für Dich) eben nicht um eine Kleinigkeit handelt! Da solltest Du Dich selbst ernst nehmen und nicht das Bewertungssystem anderer Leute übernehmen, die das vielleicht aus ihrer Sicht als Nichtigkeit werten! Das hat wieder mit Respekt zu tun - Respekt, den Du erst mal Dir selbst zollen solltest und auch von anderen erwarten kannst. Finde ich.

      Vielleicht kommt es auch gar nicht mehr so weit, wenn man sich selbst und seine Bedürfnisse frühzeitig ernst genug nimmt und auch ausdrückt, und sich keine Wut mehr so lange bis zum Tobsuchtsanfall aufstauen kann...? Nur so ein Gedanke...