meine Sichtweise

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    • meine Sichtweise

      in den vergangenen Jahren hat sich ja so einiges bei mir getan. Von einem seelischen und körperlichen Wrack wieder zurück ins mehr als spannende Leben...

      Mittlerweile habe ich mich damit arrangiert, daß ich wohl immer mit einem sehr viel zu viel an Gewicht herumlaufen werde. Irgendwie stagniert trotz weiterer Versuche mein Gewicht in einer Region - und schon seit Jahren trage ich Konf. Gr. 56 - immer noch besser als Konf. 64 wie früher.

      Ich trete sehr selbstbewußt auf - egal wo - ich weiß, daß ich auf so manche Mitmenschen eine gewisse Aussenwirkung habe und ich im Gespräch dann die meisten nochmal von mir überzeuge.

      Ich habe auch nach vielen Umwegen etwas für mich einstmals unmögliches geschafft - und bin seit über einem Jahr mit meine Traummann zusammen. Ich lerne relativ leicht Menschen kennen, man geht auf mich zu und man vertraut mir. Ich erlebe immer wieder unglaubliche Dinge im Alltag über die ich mich wahnsinnig freue, wenn sie mir passieren...

      und trotzdem, ohne das ich es selber bemerke, mache ich selber in Gesprächen mein Gewicht immer wieder zum Thema - fast schon unbewußt -
      Drauf hingewiesen hat mich ein neuer Bekannter, (ein Bekannter aus dem in ganz kurzer Zeit eigentlich ein guter Freund geworden ist) der selbst erheblichen Wert auf sein Äußeres legt, und perfekt elegant durchgestylt ist und mit einem Ideal BMI lebt.

      Er hat mich drauf aufmerksam gemacht, daß ich immer wieder meine Figur thematisiere - Mir fällt das wohl gar nicht auf -

      Er sagte mir jetzt: Ich will das mit Deiner Figur jetzt nicht mehr von Dir hören...ändere was dran, wenn es Dich stört. Deine Gegenüber nehmen Dich so wahr, wie Du bist - ich könnte mir Dich gar nicht anders vorstellen. Du siehst gut aus, Du kleidest Dich sehr typsicher - Du wirkst gut.

      Ups, da war ich geplättet. Und ich will mich versuchen daran zu halten. Denn auch mein Freund macht meine Figur niemals zum Thema - wenn dann nur ich. So nen kleinen Schaden aus der Vergangenheit habe ich wohl doch davongetragen smile.

      Manchmal braucht man Menschen, die einem die Augen öffnen. Zum Glück habe ich immer wieder zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Menschen um mich.
    • Das geht mir aber auch so, silentsound. Vielleicht ist es ein unbewusstes "bevor du mein Gewicht ansprichst, tu ich es lieber selbst und wenn mich einer verspottet, dann ich", um Selbstsicherheit zu signalisieren? Ich weiß es nicht ;)
      [CENTER]Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
      [SIZE=1](Søren Aabye Kierkegaard)[/SIZE]
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    • Hallo silentsound,

      Du hast es zwar in Deinem Posting oben mit nur wenigen Sätzen zusammen gefasst, aber ich möchte gern mal sagen, das ich es ganz berührend finde, zu lesen, dass Du Dich von ganz unten aufgerappelt hast und zu einer starken Frau geworden bist. :applaus:
      Auch das Du Deinem Traummann begegnet bist - klasse! :daumen:

      Zu Deinen weiteren Worten kann ich nur sagen, mir geht es sehr ähnlich.
      Denke ich die meiste Zeit ich komme klar, bin wie ich bin, bin stark und mag mich im Großen und Ganzen wie ich bin, so scheint das Denken ums Dick-sein doch noch viel mehr in meinem Kopf zu herum zu geistern als mir bewusst ist.
      Was mir ganz bewusst ist, dass ist mein Engagement um "unser" Thema - das Ereifern, wenn pauschal über Dicke geurteilt wird, dass ermuntern, wenn jemand sich klein macht, nur weil er dick ist und so weiter. Ich dachte eben, dass sind Kämpfe nicht um meine Stärke, sondern um das Thema im allgemeinen.
      Vor kurzem belehrte mich meine jüngere Tochter eines Besseren, denn es kam in einem Gespräch von ihr sinngemäß der Satz:
      Ich verstehe nicht, warum dieses Thema für Dich immer wieder so präsent ist. Du bist doch eine starke, selbstbewusste Frau... das passt irgendwie nicht...
      Als ich einwarf, dass es sich doch so verhält, wie ich es oben geschildert habe, meinte sie, das wäre schon so, wie ich sage, aber es kämen eben auch immer wieder Äußerungen wie: Wenn man so dick ist wie ich.... und: die Leute denken, man frisst den ganzen Tag... :der Köper zwängt mich ein... etc. Und eben auch des öfteren Worte in sich selbst in nicht eben liebevoller Form auf die Schippe nehmender Art...
      Ich war ziemlich baff.
      Und als ich es später durchdachte, kam ich ungefähr zu dem Schluss, den Dralle Deern schreibt. "Bevor andere was sagen..." Und dabei bin ich wirklich kein schüchternes Mäuschen und denke im Prinzip, dass mir Menschen, die vorschnell urteilen, die oberflächlich sind, die dumm pauschalisieren, sowieso schnurz sind...
      Anscheinend ist es wohl doch nicht ganz so und so ganz egal ist es mir wohl auch nicht, was Menschen über mich / von mir denken.

      Bedeutet das nun eine positive Entwicklung, wenn man selber offen über sein Dick-sein spricht - sich auch selber auf die Schippe nimmt und überhaupt offen über dieses Thema spricht, oder bedeutet das, dass man noch viel zu sehr in die Thematik verstrickt ist und sich noch nicht wirklich freigeschwommen/angenommen hat?

      Ich kann mir irgendwie gar nicht vorstellen, dass das Thema mal kein Thema mehr für mich ist, denn ich spüre ihn doch nun mal - meinen dicken Körper, rund um die Uhr.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Ich habe gestern meiner Freundin - die ich hier in Berlin kennegelernt habe letztes Jahr - übrigens auch übers Internet, davon berichtet. Sie selber ist groß und sehr schlank.

      Und sie gab mir zur Antwort, daß sie superfroh gewesen wäre am ersten Tag, als wir uns das erste Mal gesehen haben, daß ich mit dem Thema so offen umgegangen bin. Sie selber hat in ihrem Bekannten und Freundeskreis keine Menschen mit starken Übergewicht und hätte von sich aus sich niemals getraut was zu sagen, wobei natürlich Fragen dagewesen wären usw. --

      So aber war unser Zusammentreffen so entspannt und schön - und wir hatten direkt so einen Draht zueinander aus dem schnell eine Freundschaft geworden ist.

      Naja, mein Fazit ist das, daß ich so offen bleibe wie ich bin - vielleicht habe ich es mir irgendwann mal antrainiert - aber es ist auf jeden Fall meist zum Vorteil so zu sein. Aber bei Menschen die mich dann kennen - über die Optik hinaus, werde ich dieses leidige Thema einfach nicht mehr so oft anschneiden -

      Im übrigen bin ich wirklich meist (aber nicht immer) eine Ausgeburt von Selbstbewußtsein grins.---
    • silentsound schrieb:

      Und sie gab mir zur Antwort, daß sie superfroh gewesen wäre am ersten Tag, als wir uns das erste Mal gesehen haben, daß ich mit dem Thema so offen umgegangen bin.
      Diese Erfahrung habe ich allerdings auch gemacht, nicht, dass es jetzt so offen gesagt wurde, sondern dass ich schon eine gewisse Entspannung bei meinem Gegenüber spürte, dass ich mit solch einer Leichtigkeit (:hihi:) mein Übergewicht angesprochen habe.

      Meistens sprühe ich aber auch nur so von Selbstbewusstsein um mich, dass meinem Gegenüber oftmals gar nicht auffällt, dass ich dick bin. Neulich saß ich mit einer Gruppe Freunde beim Griechen (@silent: "Niko" am Ku'damm, sehr empfehlenswert ;)) und ein sehr schlanker Mann warf, nachdem er sich im Lokal umgesehen hatte, in die Runde, dass es doch erstaunlich ist, dass die Dicken immer alle essen. Ich fragte ihn, was sie seiner Meinung nach sonst in einem Speiselokal tun sollten, woraufhin er meinte, dann sollten sie doch nicht die fettigen Sachen essen. Ich sagte, wir können ja nicht wissen, ob diese Menschen nicht gerade etwas zu feiern hätten und es mal eine Ausnahme sei, dass sie sich mal was Gutes gönnen möchten und im übrigen sei ich selbst betroffen und es störe ihn offenbar überhaupt nicht, dass ich mir gerade ne Mörderportion reinzwirbel, woraufhin er sagte, ich sei ja nicht dick (geschätzt passt seine Frau, die etwa so groß ist wie ich, 2,5 Mal in mich rein) :cool:
      [CENTER]Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
      [SIZE=1](Søren Aabye Kierkegaard)[/SIZE]
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    • das Lokal ist direkt hier bei mir um die Ecke smile---werd also mal reingehen - mit Deiner Empfehlung :five:

      Meine Freundin hat mir das ja jetzt auch erst Monate hinterher gesagt, weil ich sie drauf angesprochen habe.

      Hm - - und mein neuer Bekannter sagte mir - seine Freundin hätte im letzten Jahr soooo zugenommen - also die wäre auch so wie ich - Meine Antwort war: Glaub ich nicht - kann nicht sein. Er: Na vielleicht nicht ganz so, aber sehr ähnlich. Ein paar Tage später im Gespräch fragte ich gezielt nach der Konf. Gr. seiner Freundin----- Er: na so 42 - 44 :D Der muß ne neue Brille haben - ich habe 56. Aber ich glaube es ihm sogar, daß er mich nicht sooo schwer einschätzt.----na egal.

      Übrigens darf ich meinen neuen Arbeitgeber hier in Berlin mittlerweile nach aussen representieren - und das in der Medienwelt...das finde ich dann doch schon toll, oder?
    • silentsound schrieb:


      Übrigens darf ich meinen neuen Arbeitgeber hier in Berlin mittlerweile nach aussen representieren - und das in der Medienwelt...das finde ich dann doch schon toll, oder?


      :daumen:

      Ich habe meinen Chef mal gefragt warum er mich eingestellt hat es gab nämlich noch 40 andere Bewerberinnen.

      Wegen meiner positven Ausstrahlung ! Diese Aussage hat mich damals beinahe umgehauen.
    • silentsound schrieb:

      Und sie gab mir zur Antwort, daß sie superfroh gewesen wäre am ersten Tag, als wir uns das erste Mal gesehen haben, daß ich mit dem Thema so offen umgegangen bin. Sie selber hat in ihrem Bekannten und Freundeskreis keine Menschen mit starken Übergewicht und hätte von sich aus sich niemals getraut was zu sagen, wobei natürlich Fragen dagewesen wären usw. --


      Warum "natürlich" und was für Fragen denn? Ob ich mich an meinem Gewicht schon mal verhoben habe, oder was?

      Wenn ich mich allein schon gedanklich weiter zum Freak abstempel, werde ich so etwas wie Selbstverständlichkeit nie erreichen.
    • Hm - so sehe ich das nicht. Ich weiß, daß oft die Frage im Raum steht, warum bist Du so dick geworden - und es gibt ja auch eine Geschichte dazu zu erzählen.

      ...und es gibt Menschen, die nicht direkt etwas ansprechen wollen - um den anderen nicht zu verletzen oder warum auch immer. Bei mir geht es ja nicht um 10 Wohlfühlkilos - ich bin schon in einem der Extrembereiche mit Konf. 56.

      Das Thema somit gleich beim ersten Treffen abgehandelt - das hat nichts mit Freak oder so zu tun....