Ist jeder Dicke, der nicht krank ist eßgestört?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    Bitte beachtet unsere überarbeitete Datenschutzerklärung sowie unsere ebenfalls überarbeiteten Forenregeln.

    • Ist jeder Dicke, der nicht krank ist eßgestört?

      Ich weiß nicht, ob ich die Frage jetzt so glücklich formuliert habe....

      Mir geht es darum. Ich bin meiner Meinung nach nicht eßgestört und habe auch keine Krankheit wie ein Schilddrüsenleiden (soetwas meinte ich in meiner Themenbenennung). Trotzdem wiege ich viiiiel zu viel.

      Ich mag darüber nicht jammern, denn bis auf ein paar ertragbare Problem lebe ich gut und glücklich. Was ich allerdings mache, ich esse zu viel. Das mache ich aber nicht, um mich zu strafen oder irgendetwas für mich ertragbar zu machen - nein - ich esse gern und genieße es.

      Meiner Meinung nach wurde mir ein normales Eßverhalten - wenn man satt ist, hört man auf zu essen - in meiner Kindheit von meinen Eltern abtrainiert. Damit ich satt bin brauche ich heute ganz einfach mehr als manch andere Menschen und ich genieße jeden Bissen. Gutes Essen ist für mich einfach Lebensqualität.

      Vielleicht oute ich mich jetzt hier als Freßmatz des Forums, aber mir haben die nachfolgenden Äußerungen von Babs wirklich zu denken gegeben. Wo gehöre ich hin?

      Liebe Grüsse

      Ina Maike

      Zitat:
      Zitat von Ruberta
      am ende muss jedoch jeder für sich entscheiden.
      und es macht auch mich wütend dass wir essgestörten (wie ich) hier in europa oder sonstwo auf der welt keine andere adäquate unterstützung erfahren, weil diese erkrankung keine anerkennung findet.


      Anwort Frau von heute
      Darüber habe ich gestern auch mit meiner Therapeutin gesprochen. Sie hat mir erzählt, dass selbst heute noch oft von Medizinern behauptet wird, dass Adipositas nicht durch ein psychisches Problem entstehen kann. Komisch, denn in ihrer langjährigen Erfahrung mit Esssüchtigen hat meine Therapeutin - so sagt sie - immer (!) irgendwann des Pudels Kern, nämlich den Auslöser für das viele Essen, gefunden. Bei mir ja auch und wir haben dafür 1 Jahr und 4 Monate gebraucht.

      Das macht mich soooo wütend
      Babs
      __________________
    • Ina-Maike schrieb:

      Komisch, denn in ihrer langjährigen Erfahrung mit Esssüchtigen hat meine Therapeutin - so sagt sie - immer (!) irgendwann des Pudels Kern, nämlich den Auslöser für das viele Essen, gefunden.
      Dazu möchte ich aber nochmal betonen, Ina-Maike, dass ich hier nur von diagnostizierten Essgestörten spreche! Bitte nicht verallgemeinern/missverstehen!

      Babs
    • Nein, das habe ich schon so verstanden.

      Vielleicht kann ich meine Empfindungen nicht wiedergeben.

      Warum bin ich zu dick?

      Bin ich eßgestört? Meiner Meinung nach nicht!

      Durch eine Krankheit: Eigentlich alles durchgecheckt...

      Warum also? Kann man durch "normales" genussvolles Leben diese Körpermaße annehmen? Was ist "normal" wenn es um Essen geht? Muss ich in mir einfach einen zügellosen Menschen sehen? Ist das jeder Raucher auch, wenn er regelmäßig sein Zigarettchen zückt?

      Mich hat Deine Äußerung einfach nachdenklich gemacht....

      LG Ina-Maike
    • Ina-Maike schrieb:

      Bin ich eßgestört? Meiner Meinung nach nicht!

      Durch eine Krankheit: Eigentlich alles durchgecheckt...

      Warum also? Kann man durch "normales" genussvolles Leben diese Körpermaße annehmen? Was ist "normal" wenn es um Essen geht? Muss ich in mir einfach einen zügellosen Menschen sehen? Ist das jeder Raucher auch, wenn er regelmäßig sein Zigarettchen zückt?
      Puh, Ina-Maike, ob du essgestört bist, kann ich dir nicht beantworten.
      Ich wusste es in meinem Fall lange Zeit nicht. Bei mir fing es so an, dass ich mit meinem Leben nicht mehr klar kam. Mit Essen habe ich das nie in Verbindung gebracht. Das erfuhr ich erst durch Hausarzt und dann Therapie.

      Ina-Maike schrieb:

      Ist das jeder Raucher auch, wenn er regelmäßig sein Zigarettchen zückt?
      In kleinen, genussvollen Mengen ist es wohl Genuss. Aber grundsätzlich ist Rauchen eine Sucht. So wie auch Essen eine Sucht sein kann.

      Ich persönlich glaube nicht, dass man einfach nur durch zu viel Essen große Ausmaße annimmt (definiere "große Ausmaße" ;)), aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Ich bin gespannt, was die anderen hier dazu zu sagen haben.

      Babs,
      die sich jetzt in den Feierabend verholt :)
    • Für mich ist Rauchen eine Sucht.

      Ist Essen in zu großem Umfang - und genau das mache ich ja - auch eine Sucht.

      Was ist eine Sucht? Alles, womit ich nicht aufhören kann? Ich kann nicht aufhören zu Essen, wie Bab`s Rätsel ja auch so schön bewiesen hat. Kann ich aufhören zu viel zu essen? Wenn ich das nicht kann, warum kann ich das nicht? Oder ist Eßsucht nur, wenn ich mit Essen Probleme "abtöten" möchte?

      Ich denke, dass ich zur Zeit ein glückliches Leben führe. Mir ist es bewußt, dass ich zu viel Esse, aber ich mache das "freiwillig" und nicht um irgendetwas in mir zum schweigen zu bringen.

      LG Ina-Maike
    • berechtigte frage.

      was den teil: "eigentlich alles durchgecheckt" haben sehr viele hier die erfahrung gemacht, dass das nicht viel bedeutet. die "normalwerte" für zb. schilddrüsenhormone sind schlicht und ergreifend zu hoch. viele dinge wie insulinresistenz, werden als folge, nicht als ursache des gewichts verkauft, medikamente, die mit lockerer hand verschrieben werden, zb. betablocker, können bei einzelnen zu erheblichen gewichtszunahmen führen.

      usw. usw. usw.

      wohl dir, wenn nichts davon zutrifft, und du "rund und gsund" bist.

      und einen ganz ehrlichen glückwunsch dazu, dass du dein essen genießen kannst, bleib dabei. genuss hat nichts mit zügellosigkeit zu tun.

      wenn du dieses genießen aber mit diät- und hungerphasen bezahlst, in denen du deinen körper auf futterspeichern umschaltest, und deine leckeren rezepte "abspeckst" und damit ungenießbar machst, dann hast du zumindestens zeitweise die üblichen gesellschaftsinduzierten eßstörungen. sorry.

      Kann man durch "normales" genussvolles Leben diese Körpermaße annehmen?


      ich weiß nicht welche körpermaße du meinst, da ich dich nicht kenne, ich würde mal sagen bei allem was über bmi 40 hinausgeht, würde ich gaaaanz genau hinschauen, ob das mit dem genuss der alleinige grund sein kann.

      wenn du schreibst, ein hunger/sättigungsgefühl wurde dir "aberzogen" hast du eine teilerklärung in der hand. das kann ein hinweis darauf sein, dass da noch andere grenzüberschreitungen in deinem kinderleben stattgefunden haben als "teller aufessen" (spekuliere ich jetzt einmal) muss aber nichts dergleichen bedeuten, ausser, dass du "gelernt" hast das große portionen "normal" sind.

      viele diagnostizierte eßgestörte haben vor ihrer therapie stein und bein geschworen, dass es in ihrem leben nichts,aber auch gar nichts gibt, was sie zum essen "zwingt"...

      ein paar gedankenanstöße, nicht der stein der weisen, den hab ich selber leider nicht ;)
      Lieben Gruß

      Rita
    • Ich sehe das so: Es gibt einen Unterschied zwischen gestörtem Verhältnis zum Essen und einer klinischen Ess-Sucht; vielleicht ähnlich dem Unterschied zu Alkoholmissbrauch (zu hoher Alkoholkonsum, aber keine Abhängigkeit) und Alkoholsucht (körperliche und seelische Abhängigkeit).

      Ersteres würde ich für mich in Anspruch nehmen, denn ich bin zeitweise Frustesserin, habe aber keine Ess-Anfälle, die mehr oder weniger regelmäßig auftreten und die ich nicht kontrollieren kann.



      Meiner Meinung nach wurde mir ein normales Eßverhalten - wenn man satt ist, hört man auf zu essen - in meiner Kindheit von meinen Eltern abtrainiert. Damit ich satt bin brauche ich heute ganz einfach mehr als manch andere Menschen und ich genieße jeden Bissen. Gutes Essen ist für mich einfach Lebensqualität.


      Das ist bei mir genau so. Nur leider kann ich in den meisten Fällen nicht mal behaupten, dass ich jeden Bissen genieße.


      [CENTER]
      [/CENTER]
    • Hallo Rita,

      ja, ich habe auf jeden Fall einen BMI über 40. Meine einzigsten Erklärungen wären, dass ich in meiner Jugend des öfteren Hungerkuren gemacht habe. Vielleicht ist mein Grundstoffwechsel runtergefahren, aber sowas mache ich schon lange nicht mehr. Und, dass ich einfach zu gerne esse.

      Was meinst Du mit "Grenzüberschreitungen in meiner Kindheit"? Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich immer Geschichten vorgelesen bekam, damit ich esse (ich liebe lesen). Sobald ich aufhörte zu essen, hörte meine Mutter auf zu lesen. Ich das eine "Grenzüberschreitung"? Ich denke, Du meinst "schlimmere" Erlebnisse damit. Sowas habe ich nicht erlebt! Ich bin immer geliebt worden, auch wenn ich keine leichte Kindheit (Schikanen wegen Übergewicht z.B. in der Schule) hatte.

      Ich denke, ich habe schlicht und ergreifend einen zu großen Magen und esse einfach zu gern.

      Früher lebte ich in einer unglücklichen Beziehung. Das hätte ich damals als Ursache vorkramen können, aber ich bin heute glücklich. Sicherlich gibt es auch heute Sachen, die nicht so laufen, wie ich es gern hätte, aber ich habe mich noch nie dabei beobachtet, wie ich wegen Problemen angefangen hätte zu essen.

      Ich werde wohl einfach weiter durch die Gegend rollen, bis es mich mal wieder rappelt und ich beschließe, dass ich mit dem Gewicht nicht mehr leben möchte. Dann muss ich halt wirklich auf Grünfutter und Mohrrübe umsteigen ;) .

      LG Ina-Maike
    • Hallo Lunix,

      ich glaube mit dem Alkohlmißbrauchsvergleich könntest Du bei mir richtig liegen. Ich gebrauche es, habe aber nicht das Gefühl, dass ich es zum Betäuben benötige.

      LG Ina-Maike
    • ja, ich meine, das ist eine kleine grenzüberschreitung, du wurdest mit dem vorlesen daran gehindert auf dein "satt"gefühl zu hören. und auf "brav aufessen" = zuwendung trainiert.

      was nicht heissen muss, dass es schlimmeres gibt, beileibe nicht.

      die hungerkuren in deiner jugend reichen leider aus, um deinen körper auf dauer zum phantastischen futterverwerter zu machen.

      ich würde mich allerdings nich selber dadurch unter druck setzen, dass du dich mit dem umstieg auf grünfutter und möhren bedrohst. deine fettzellen lesen mit ;)

      kannst du dein hohes gewicht ohne probleme halten, oder steigt es permantent? hast du probleme beim durch die gegend kugeln, oder was stört dich so, dass du einen rappel bekommen musst?
      Lieben Gruß

      Rita
    • Ina-Maike schrieb:

      Warum bin ich zu dick?

      Bin ich eßgestört? Meiner Meinung nach nicht!
      Das habe ich jahrelang ebenfalls von mir gedacht/behauptet. Dass ich eine Essstörung haben könnte, war mir undenkbar. Bis vor einem Jahr. Die Erkenntnis, dass bei mir nicht einfach nur Essen aus purer Lust (und dann eben auch mal zu viel essen) die Ursache für mein Gewicht ist, hat mich umgehauen. Ich habe mich echt mit Händen und Füßen gegen diese Diagnose gewehrt, aber seit ich sie anerkenne geht es mir besser und vor allem erkenne ich mittlerweile die Situationen und die Hintergründe. Und mir wird mehr und mehr bewusst, warum ich dick bin. Essen spielt sicher eine Rolle, aber im Grunde ist es eben mehr. Und so gesehen bin ich sehr froh, dass ich die Krankheit anerkannt habe.

      Kirstin
    • ritathedolphin schrieb:

      kannst du dein hohes gewicht ohne probleme halten, oder steigt es permantent? hast du probleme beim durch die gegend kugeln, oder was stört dich so, dass du einen rappel bekommen musst?


      Leider nein. Da ich aber die Waage im Intresse meiner Stimmungserhaltung ;) meide, kann ich nicht sagen, wie stark es steigt. Es ist für mich noch im erträglichen Rahmen.

      Wenn ich mich zu einer Ernährungsumstellung+Reduzierung durchringen sollte, dann NUR wegen gesundheitlicher Probleme.

      Ich bin mit meinem Aussehen bedingt zufrieden und denke, dass es viel wichtiger ist, dass ich meine Ausstrahlung habe und man spürt, dass ich glücklich und mit mir im Reinen bin.

      Es könnte sein, dass meine leicht erhöhten Blutdruckwerte weiter steigen oder eventuelle Knochenprobleme einsetzen. Dann ist bei mir Schluß mit lustig - soviel wäre mir dann meine ungarische Salamie doch nicht wert.

      Außerdem versuchen / versuchten wir ein Baby zu bekommen und wenn es dem Kind schaden würde, würde ich rigeros die Notbremse ziehen.

      Ich muss es ganz klar und deutlich sagen - es wäre für mich ein großer Verlust an Lebensqualität (aber für mein Kind würde ich es bezahlen).

      Vielleicht mache ich es einfach wie mein Mann - er wartet drauf, dass irgendwelche Wunderpillen erfunden werden. Dann könnte er essen und trotzdem abnehmen...

      LG Ina-Maike
    • Kirstin schrieb:

      Das habe ich jahrelang ebenfalls von mir gedacht/behauptet. Dass ich eine Essstörung haben könnte, war mir undenkbar. Bis vor einem Jahr. Die Erkenntnis, dass bei mir nicht einfach nur Essen aus purer Lust (und dann eben auch mal zu viel essen) die Ursache für mein Gewicht ist, hat mich umgehauen. Ich habe mich echt mit Händen und Füßen gegen diese Diagnose gewehrt, aber seit ich sie anerkenne geht es mir besser und vor allem erkenne ich mittlerweile die Situationen und die Hintergründe. Und mir wird mehr und mehr bewusst, warum ich dick bin. Essen spielt sicher eine Rolle, aber im Grunde ist es eben mehr. Und so gesehen bin ich sehr froh, dass ich die Krankheit anerkannt habe.


      Und woran hast Du den Unterschied erkannt?
    • nun blutdrucksenkung kann man gut durch entspannungsübungen und leichtes ausdauertraining erreichen und die knochen schützen gut trainierte muskeln am besten. beides selbst erprobt :)

      und dein kind braucht eine glückliche mutter, keine schlanke.

      und auf die wunderpille warten viele :cool3:
      Lieben Gruß

      Rita
    • Ich esse gern. Und ich esse gern viel. Aber das beschränkt sich auf geregelte Mahlzeiten. Mir wurde als Kind immer vorgeschrieben, wie viel ich essen dürfe. Und was, bzw. was nicht. Damals habe ich heimlich gefressen. 10 Berliner auf einmal. Und solche Sachen.
      Und wenn ich mir - weil ich so großen Hunger hatte - den Teller mit Gemüse vollgeladen hatte - weil ich ja nur eine Kartoffel ohne Soße und nur ein kleines Stück Fleisch (meistens musste ich mir mit meiner Mutter oder meiner Oma ein Schnitzel teilen oder so) essen durfte - bekam ich von meinem Vater zu hören, dass das Nilpferd auch nur Gemüse äße und trotzdem dick sei.
      Heute esse ich immer noch gern viel. Zum Beispiel mein Lieblingsgericht "Chicken Tikka" bei meinem Lieblingsinder. Da was übrig zu lassen - keine Chance. Oder selbst angemachte Salate - mjam. Aber von anderen Dingen, wie etwa Spaghetti, Kartoffelpü (mit irgendwas) oder ähnlichem kann ich inzwischen wieder aufhören, wenn ich satt bin.

      Und dann gibt es da noch das "Essen zwischendurch". Ich bin ein Stress-Esser. Während meiner Diplomarbeit konnte man mir beim zunehmen zusehen! Von Woche zu Woche wurde ich dicker. Während ich in Vollzeit-Schichten (7/24) gearbeitet habe, habe ich in 15 Monaten 30 kg zugelegt. Bin ich ausgeglichen, geht es mir gut - dann habe ich keinen Hunger, dann esse ich kaum was und selbst, wenn ich mir dann was koche, schlinge ich nicht alles in mich rein und höre erst auf, wenn der Topf leer ist. Nein, dann kann ich gut vorher aufhören. Wenn ich aber unter Druck stehe und es ist nichts KH-haltiges in der Nähe, dann fange ich an, "herumzutigern". Ich laufe dann von hier nach da um nach was Süßem zu suchen. Meistens habe ich (zumindest hier im Büro) irgendwas im Schreibtisch. Das kann mich wochenlang absolut nicht anmachen - in einem Stressmoment mache ich mich drüber her und höre erst auf, wenn es alle ist.

      Ich kann relativ gut unterscheiden, ob ich genuss-esse oder gestört esse: Beim gestörten Essen kann ich Dir nicht sagen, wonach das Essen schmeckt, dann empfinde ich nämlich keinen Geschmack.

      Kirstin

      P.S.: Positiver Stress wirkst sich übrigens eher so aus, dass ich (fast) nichts esse, ist nämlich momentan so. Meine (vor 3 Wochen gekauften) Hosen sind jetzt schon am Rutschen...
    • Mir wurde vor kurzem auch (von jemandem, der das durfte) die Gretchenfrage "Bist du denn essgestört?" gestellt. Ich sagte so sinngemäß: "Ich glaube nicht, aber was weiß ich schon?" Tatsache ist, dass ich zwar hin und wieder durchaus auch kompensatorisch esse, aber nicht zwanghaft. Das Gefühl des Nicht aufhören könnens ist mir unbekannt.

      Dick bin ich sehr wahrscheinlich durchs (extreme) Diäten. Wobei bei mir noch nicht "alles durchgecheckt" wurde.
    • Ich wollte eigentlich nach Threaderöffnung sofort posten und habe dann aufgrund der zwischenzeitlich eingegangenen Postings Abstand davon genommen. Warum eigentlich - habe ich mich dann gefragt. Ich bin dabei zu folgendem Ergebnis gekommen: es kam hier sofort der Begriff „Therapie“ auf. Nun ist eine Therapie für mich kein Schreckgespenst, dennoch sehe ich für mich (trotz starken Übergewichts) keine Notwendigkeit für irgendeine Therapie. Ich frage mich: Kann ein dicker Mensch nicht einfach nur dick sein? Ohne wenn und aber?

      Da kommt dieser Thread zu einer Zeit für mich daher, in der ich mich sowieso schon gefragt habe: Passe ich mit dem Ursprung meines Übergewichts überhaupt noch in dieses Forum? Auslöser für diesen Gedanken war, daß ich hier in der letzten Zeit viel über Essstörungen und die vielen Therapiewege gelesen habe. All die Schilderungen haben mich vom Thema her sehr angesprochen und interessiert, tun dies auch weiterhin noch, dennoch sehe ich auf mich bezogen keine Parallelen und fühlte mich mit meinem Übergewicht aufgrund von zu guter Lebensweise deplaciert. Ich würde mich, obwohl ich stark übergewichtig bin, nicht als essgestört bezeichnen. Mir geht es da wie Ina-Maike, die es mit diesem Satz treffend aus meiner Sicht auf den Punkt gebracht hat:
      Damit ich satt bin brauche ich heute ganz einfach mehr als manch andere Menschen und ich genieße jeden Bissen. Gutes Essen ist für mich einfach Lebensqualität.

      Ich habe keine Phasen in denen ich mehr oder weniger esse und habe kein Verlangen bzw. Bedürfnis über Essen irgendetwas zu kompensieren. Ich bestreite nicht, daß man bei starkem Übergewicht kritisch hinterfragen sollte, ob man mit seinem Essverhalten nicht irgendwelche Dinge zu kompensieren versucht. Wenn dem aber nicht so ist, so ist da halt ein anderer Ursprung für das Übergewicht vorhanden, beispielsweise in zu guter Lebensweise.
      Die Sumpitt
    • Sumpitt schrieb:

      Wenn dem aber nicht so ist, so ist da halt ein anderer Ursprung für das Übergewicht vorhanden, beispielsweise in zu guter Lebensweise.
      Das ist etwas, was ich nicht glauben kann. Wie gesagt, ich bin kein Arzt und habe kein fundiertes Wissen über Übergewicht etc., aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man sehr dick wird, nur weil man gerne und viel ist. Klar, einige Pfunde zu viel können problemlos entstehen, aber z. B. Adipositas III?!

      Ich bin essgestört und esse auch gerne. Mittlerweile esse ich auch mit Genuss. Und es ist für mich problemlos, mein Gewicht zu halten, so wie ich im Moment esse (und glaubt mir, ich lasse es mir sehr gut gehen). Wenn es an der guten Lebensweise läge, müsste ich dann ja auch zunehmen.. Das passiert aber nicht...

      Davon abgesehen, Sumpitt, es geht doch hier im Forum nicht nur um essgestörte Dicke. Hier hat jeder einen Platz, der sich hier wohlfühlt und an dem Thema interessiert ist. Mach keinen Scheiss! ;)

      Liebe Grüße
      Babs
    • Sumpitt schrieb:

      Wenn dem aber nicht so ist, so ist da halt ein anderer Ursprung für das Übergewicht vorhanden, beispielsweise in zu guter Lebensweise.


      also ich glaub das schon. "mir schmeckts" ist doch der beste grund dafür, mehr zu essen. und wie auch kirstin schon schrieb, ich esse auch einfach gern. ich koche gern und ich esse auch gern. das ist in meiner ganzen familie so.
      ohne diäten und ohne später tatsächlich entwickelte essstörung wär ich wahrscheinlich eine konstante 80 bis 85 kilofrau.

      bitte nicht deplaciert fühlen, sumpitt.

      liebe grüße, christine
    • Dieses "ich esse gerne, weil's mir schmeckt" ist sicher ein Grund, übergewichtig zu werden.

      Aber extremes Übergewicht mit einem BMI über 40?
      Auch einfach, weil's zu gut schmeckt?
      Oder doch eher, weil man nicht aufhören kann zu essen, obwohl man eigentlich satt sein müßte?

      Woran liegt das denn, dieses ständige "Überessen" mit leckerem Essen?
      Wieso hören andere auf (obwohl es ihnen auch sehr gut geschmeckt hat) wenn sie satt sind?
      Wieso werden "wir" nicht satt, obwohl die Portion mehr als ausreichend war?

      Das sind Fragen, die mich schon beschäftigt haben, als ich noch nicht wußte, dass ich essgestört bin/als ich noch nicht essgestört war.
      Eine Antwort darauf hab ich noch nicht gefunden ...

      Darcy
    • Lovely Rita schrieb:


      ohne diäten und ohne später tatsächlich entwickelte essstörung wär ich wahrscheinlich eine konstante 80 bis 85 kilofrau.
      Und das halte ich dann auch für völlig normal. Aber wenn wir hier von - einfach mal ins Blaue heraus eine Zahl genannt - 140 kg sprechen: Ist das dann auch noch "einfach nur" auf gutes Essen zurück zu führen? Und da stimme ich Darcy absolut zu:
      Wieso hören andere auf (obwohl es ihnen auch sehr gut geschmeckt hat) wenn sie satt sind?
      Babs
    • Darcy schrieb:


      Wieso hören andere auf (obwohl es ihnen auch sehr gut geschmeckt hat) wenn sie satt sind?
      Wieso werden "wir" nicht satt, obwohl die Portion mehr als ausreichend war?




      vielleicht weil die anderen, die aufhören, wirklich aus großer lust am essen essen, aber der platz im magen wirklich beschränkt ist und sie satt sind.

      und die zweite frage: für mich gilt ziemlich sicher, dass ich mit essen niemals satt werde, weil essen halt nicht das ist, was mir fehlt. es ist nur das eingeprägteste und älteste mittel für mich, ein oder mehrere gefühle zuzudecken.

      ich glaube auch, dass wir den allgemeinen druck, abzunehmen (persönliches umfeld, medien, ärzte etc.), der ja nun schon jahrzehnte andauert, nicht unterschätzen sollten. ich erinnere mich noch gut an diese fit-welle, die in den 70ern hochkam und anschließend war abnehmen bei meinen eltern DAS thema und bei den eltern meiner freundinnen auch.

      ich erinnere mich gut an ältere dickliche verwandte, die vorher einfach gern gegessen hatten und hinterher immer wieder abnehmversuche starteten. ich glaube, einen dicken menschen zu finden, der noch nie in seinem leben eine diät versucht hat, werden wir kaum finden. daher sind für mich auch übergewichtige mit einem BMI über 40 möglich, die ursprünglich "mir schmeckts halt" esser waren.

      ich hab einen BMI von 58 und die psychologin in der essstörungsambulanz meinte, der käme von konstanter überernährung!
      wobei ich ihr da nicht zustimme.
    • Darcy schrieb:

      Woran liegt das denn, dieses ständige "Überessen" mit leckerem Essen?
      Tja, da liegt schon der Hase im Pfeffer. Ich spreche da jetzt mal nur für mich, aber ich kann nicht einmal behaupten, daß ich mich „überesse“. Klar hat man auch mal eine Mahlzeit dazwischen wo man mal mehr zulangt als sonst, aber ich denke, daß dies nur im Bereich des normalen liegt.


      Woher mein Übergewicht stammt weiß ich nur zu genau – ich beschwere mich auch gar nicht darüber. Ich glaube, daß ich meinen Magen im Laufe der Zeit an größere Essensmengen gewöhnt habe, ohne dabei essgestört zu sein. Ich vermute mal, daß Ina-Maike und ich uns in diesem Punkt recht ähnlich sind.
      Es macht mir einfach Spaß zu kochen und die zubereiteten Speisen dann auch so richtig zu genießen. Zu einem guten Essen gehört mitunter auch ein guter Wein und schwupps ist man einmal mehr in der Kalorienfalle.

      Als ich vor einiger Zeit mit mir selbst und meiner Beziehung zum Forum haderte, habe ich mir nochmal die Leitlinien dieses Forums durchgelesen und ganz schnell diesen Passus gefunden:
      Dieses Forum dient zum Meinungs-, Erfahrungs- und Informationsaustausch rund um das Dicke Leben.

      Dickes Leben – DAS trifft es bei mir, folglich bin ich – wie andere User mit gleichem oder gänzlich anderem Ursprung ihres Übergewichtes genau richtig hier! Essstörung ja oder nein - wer Übergewicht hat ist genau richtig hier!

      Aber Aussagen wie diese, in Bezug auf eine vorhandene oder nicht vorhandene Essstörung .....

      ritathedolphin schrieb:

      NEIN, nicht JEDER. aber eindeutig mehr als davon wissen wollen.
      …lassen mich dann wieder etwas zum Zweifler werden.

      Die Sumpitt
    • Sumpitt schrieb:

      Aber Aussagen wie diese, in Bezug auf eine vorhandene oder nicht vorhandene Essstörung ..... …lassen mich dann wieder etwas zum Zweifler werden.
      Aber dann zweifelst du ja nicht am Forum sondern daran, ob du nicht vielleicht doch essgestört sein könntest. Und das sind ja zwei verschiedene Paar Schuhe. Oder hast du Angst, dass du vielleicht doch essgestört bist und das hier mit der Zeit merken könntest? Oder dass du es dir selbst einreden könntest, weil so viel darüber geschrieben wird? Oder wird dir das Thema Dicksein hier - so ohne Erklärung für dein Gewicht - einfach zu viel?

      Babs,
      die zu verstehen versucht