Raum der Wahrheit Biggest Loser

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    • Raum der Wahrheit Biggest Loser

      Hi Leute,

      Gestern hab ich mal hier reingeschaut, ab Minute 11 gehts los.

      Also, ich fand es unglaublich traurig. Eigentlich sieht die Frau hübsch, klug, nett aus... Aber dass sie sich selbst in solch einem schlechten Licht sehen muss...:(( auch bei den anderen ein ähnliches Bild. (bis auf wenige Kandidaten-Ausnahmen, die ich gut fand, die aber leider in den Medien eins übergebraten bekommen haben, dafür, dass sie zu sich stehen).

      Auch dieses gescriptet klingende "Schuldeingeständnis". Wurden die dazu gezwungen?!?!?

      Manches an der Sendung finde ich okay, aber dieser Raum der Wahrheit ist einfach nur zum Kotzen und diffamierend und gegen jede Selbstliebe.

      Mich ärgert soetwas richtig. Den Zuschauern wird so klar vermittelt, dass Dicke selbst schuld sind, nicht liebenswert, vor allem unsexy.

      Was will man erwarten von sat1.

      Die Zuschauer brauchen jemanden, auf den sie herabschauen können.

      Ich finde, dass die Liebe schön macht, ein liebender Blick, gerade bei der Frau in Minute 11.

      Geht es euch auch so, dass euch das Zuschauen beim Raum der Wahrheit traurig macht?

      Ich selber schau mich gern an, auch im Spiegel. Geh im Sommer auch zum FKK (okay lieber abends, im warmen Spätnachmittagslicht oder noch lieber in der goldenen Abenddämmerung oder früh, wenn coole Rentner schwimmen gehen).

      Ich finde auch andere wohlbeleibte Menschen oft hübsch, wenn sie Lebensfreude ausstrahlen. Gerade im Sommer.

      Bei den Kandidatinnen ist mir eine aufgefallen, die zudem starken Haarausfall hat. Meiner Meinung hat sie etwas (Hashimoto oder andere Hormonstörung), ihr ÜBergewicht kann so nicht vom Essen allein kommen.

      sodele, freue mich über Austausch und liebe Grüße von der Goldi

      sat1.de/tv/the-biggest-loser/t…tere-wahrheit-ganze-folge
    • Goldkeks schrieb:

      Geht es euch auch so, dass euch das Zuschauen beim Raum der Wahrheit traurig macht?
      Hallo Goldkeks,

      habe da mal in den link geklickt und muss sagen, ich "kann" da gar nicht zuschauen.
      Es ist wie eine Qual, das Zuschauen. Was muss es erst für die Kandidaten eine Qual sein!

      Wenn ich mal ein hartes Wort benutzen darf - ich finde es schlichtweg demütigend, ehrverletzend, es tastet die Würde an. Quasi nackt da stehen zu müssen. Hat nicht jeder Mensch das Recht, der Welt das zu zeigen was er ihr zeigen möchte und andere Dinge zu verbergen? Ein solches Herunterreißen des "Gesichtes" ist für meinen Geschmack würdelos. Es impliziert auch, daß die Kandidaten nicht "integer" sind, daß sie sich selbst und andere "belügen" mit frommen Lügen, es sei ja alles gar nicht so schlimm. Aber nun werden wir sie entlarven, die (Selbst-)Lügner! Der Spiegel wird sie entlarven. im Raum der Wahrheit werden ihnen die Augen aufgehen!

      Pontius Pilatus soll angeblich den Spruch geprägt haben "Was ist Wahrheit!?".
      Ich kann nur sagen wie es für mich herüberkommt, ein anderer mag darüber anders denken - also für mich ist es so, daß den Kandidaten die Brille des Systems aufgezwungen wird "so fett! so schlecht! so hässlich! ...", und dann wird es als Wahrheit deklariert.

      Kennst Du die Geschichte von der Schneekönigin? Da macht der Teufel einen Spiegel, in dem sich nur das Schlechte spiegelt und ganz vergrößert wird, während das Gute zu einem hässlichen Fleck zusammenschrumpft, wie ein Stückchen Matsch. Wenn zum Beispiel eine Blume einen Wurmstich hat, dann kann man in dem Spiegel nur noch den Wurmstich sehen, riesengroß. Die restlichen Blätter aber und die Schönheit des Gesamten und den Duft und alles - das kann man im Spiegel nicht sehen.
      Und dann beauftragt der Teufel ein paar Unterteufelchen, sie sollen mit dem Spiegel in dem Himmel fliegen und Gott dort hineinsehen lassen. Auf daß er endlich auch mal seiner Fehler gewahr werde. Aber die Teufelchen lassen den Spiegel fallen, und er zerbricht in winzig kleine Stücke. Und wer so ein Stückchen davon ins Auge bekommt, kann nur noch das Schlechte und das Hässliche an allem sehen. - Hans Christian Andersen Die Schneekönigin.

      Also in diesen Spiegel der Wahrheit müssen die Kandidaten blicken. Und dann die falsche Schlange draußen mit ihren verlogenen "Trost". Oh ich konnte gar nicht mehr länger zuschauen.

      Ich wundere mich, daß es sich noch nicht bis zu den Coaches und "Therapeuten" herumgesprochen hat, daß man einen Menschen nicht dadurch zu "Leistungen" anspornen kann, indem man ihn demütigt. Indem man ihm das Gesicht herunterreißt und ihn vor der Öffentlichkeit zur Schau stellt wie eine Abnormität. Was kann daraus Gutes kommen? - So ein Programm kann meiner Meinung nach mehr Schaden anrichten, als es nutzen kann. Ich finde es teilweise bösartig.
      Was meinst Du, Goldi? kann der Aufenthalt im so genannten "Raum der Wahrheit" ein Trauma hinterlassen?

      Liebe Grüße
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Liebe Issi,

      Was bin ich froh, Dich hier im Forum zu wissen mit Deiner einfühlsamen, klugen, wissenden Art!! Das tat richtig gut und ich bin sehr froh darüber.

      Issi schrieb:

      Wenn ich mal ein hartes Wort benutzen darf - ich finde es schlichtweg demütigend, ehrverletzend, es tastet die Würde an.
      >> ja, so ist es. Einige Kandidaten sind etwas cooler, zumindest nach Außen hin und machen das Spiel "mit". So würde ich auch reagieren. Ich kann den Spiegelraum nicht ernst nehmen. Für mich ist er in erster Linie für die Zuschauer dar. So eine Art "Rund-um-Pranger". Schaut sie euch an, die Dicken, die sich jahrelang nicht mehr selbst wahrgenommen haben, die "schuldig" an ihrem Dicksein sind...

      Ich frage mich, ob die Kandidaten "gebrieft" sind. Ihre Aussagen nach dem Besuch des Wahrheitsraums ähneln sich so sehr, dass es mir nicht mehr authentisch vorkommt. Was ich allerdings schon glaube, dass manche lieber nur ihr Gesicht im Spiegel betrachtet haben und vielleicht zuhause die Spiegel verhängt haben. Das wäre nun so gar nicht mein Ding. Aber ich könnte mir vorstellen, dass sich manche oder mancher Jahre lang nicht mehr nackig gesehen hat....

      Um so grausamer, es in diesem häßlichen Licht, vor Millionen Zuschauern, in dieser völligen "Nicht-Liebe" "nachzuholen".

      Was mich schockiert: die meisten Leute fänden das wohl in Ordnung. Auch manche von den Kandidaten.

      Issi schrieb:

      Quasi nackt da stehen zu müssen.
      So ist es. Ich konnte es auch nicht glauben.
      In diesem gräßlichen Licht sehen auch schlanke Leute nicht unbedingt vorteilhaft aus.

      Ein paar von den Jungs täten mir sogar gefallen... Dieser Niko zum Beispiel, der hat eine warme Ausstrahlung.

      Issi schrieb:

      Es impliziert auch, daß die Kandidaten nicht "integer" sind, daß sie sich selbst und andere "belügen" mit frommen Lügen, es sei ja alles gar nicht so schlimm.
      >>> zum Kotzen. Das zementiert die Vorurteile gegenüber Dicken bis zum get no.
      Und: jeder "schummelt", jeder "belügt" sich. Jeder möchte geliebt werden, im guten Licht dastehen, auch optisch. Das Konzept der Wahrheit ist ein Konstrukt.

      Ich selber kann mit der "Wahrheit" gut leben und weiß ziemlich genau, wie ich aussehe und je nach Stimmung gefällt mir der Anblick oder auch nicht. Meistens bin ich positiv und gut gelaunt, aber wenn die Bauchschürze mal schmerzt, denke ich auch: wäre besser, wenn sie weg wäre. Rein optisch finde ich sie okay. Aber sie stört eben beim Bücken, Radfahren etc. Und man sieht sie durch die Hose durch. Deshalb ziehe ich lieber Hosen an, die lockerer fallen. Das mache ich aber nicht aus "Kaschierungsgründen", sondern weil ich möchte, dass sich die Leute nicht ablenken lassen, wenn ich mit ihnen rede. Und ja, es ist für mich auch mein Stück Privatheit.

      Issi schrieb:

      Aber nun werden wir sie entlarven, die (Selbst-)Lügner! Der Spiegel wird sie entlarven. im Raum der Wahrheit werden ihnen die Augen aufgehen!
      >> so ist es gedacht.

      Issi schrieb:

      also für mich ist es so, daß den Kandidaten die Brille des Systems aufgezwungen wird "so fett! so schlecht! so hässlich! ...", und dann wird es als Wahrheit deklariert.
      >> Das hast Du sehr gut formuliert!! Die Brille wird aufgezwungen. Und dann wird sie im zweiten Schritt zur Wahrheit. Als ob die einzelnen Wörter einen logischen Zusammenhang hätten. Oder gar einen Kausalzusammenhang: erst fett > dann schlecht > dann häßlich

      Ich finde der Raum der Wahrheit macht auch etwas mit den Zuschauern. Das Fette wird stigmatisiert, angeprangert und niemand soll mehr wagen, daran etwas gut zu finden.

      Klar, fände ich die sportlichere Ausgabe von mir selbst auch etwas besser. Aber die impliziert nicht das Abspecken. Das Abspecken kann ein Resultat aus der größeren Sportlichkeit sein. Aber ich kenne auch sportliche Dicke, bei uns im Schwimmbad sieht man fast nur Dicke unter den Besuchern, die viel schwimmen. Und die Figur bewegt sich teilweise in ähnlichen Gewichtskategorien, nur etwas "straffer" vielleicht.

      Ich finde, man darf aussehen wie man will und machen, was man will. Und dazu gehört, sich im öffentlichen Raum frei bewegen dürfen. Auch als sehr dicker Mensch FKK machen am Badesee, tanzen gehen, auch auf eine Milonga etc. etc.

      Manche pfundigen Menschen haben etwas sehr Schönes und mich stört die Gleichmacherei, die solche Sendeformate betreiben wollen. Lieber jemand mit Ausstrahlung und Pfunden, als jemand, der "nur schlank vorweisen kann".

      Nichts gegen schlank.

      Ich selber unterscheide kaum noch in dick und dünn, auch was die Attraktivität angeht. Ich bin da ganz eigensinnig.

      Mir gefällt, was mir gefällt. Und das lasse ich mir nicht vorschreiben.

      Issi schrieb:

      Kennst Du die Geschichte von der Schneekönigin? Da macht der Teufel einen Spiegel, in dem sich nur das Schlechte spiegelt und ganz vergrößert wird, während das Gute zu einem hässlichen Fleck zusammenschrumpft, wie ein Stückchen Matsch.
      >>> Ja, ich liebe die Schneekönigin! Eins meiner Lieblingsmärchen, die ich als Kind wiederholt gelesen und angeschaut habe. An den Spiegel erinnere ich mich nicht. Aber danke, dass du die Spiegelgeschichte hier erwähnst. Sie ist wie ein Geschenk. Sehr wohltuend! DANKE!

      Issi schrieb:

      Aber die Teufelchen lassen den Spiegel fallen, und er zerbricht in winzig kleine Stücke. Und wer so ein Stückchen davon ins Auge bekommt, kann nur noch das Schlechte und das Hässliche an allem sehen.
      >>> von diesen Teufelchen gibt es so viele und es werden immer mehr... Sollten sie einem leid tun? Die Menschen mit dem "häßlichen Blick" werden letztendlich selbst häßlich und von der Spiegelscherbe gezeichnet.

      Issi schrieb:

      Indem man ihm das Gesicht herunterreißt und ihn vor der Öffentlichkeit zur Schau stellt wie eine Abnormität.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • >>> so habe ich das auch empfunden. Wie diese Gruselkabinette im 19. Jahrhundert auf dem Jahrmarkt, seht her, da ist die Frau mit Bart etc.

      GRUSELIG
      Ich finde es teilweise bösartig.

      Vielleicht. Das Böse versteckt sich oft hinter dem gut-gemeint. Und böse ist es, in erster Linie mit den Kandidaten Geld machen zu wollen.

      Klar, die Trainer wollen auch unterstützen, das glaube ich schon.
      Aber den Produzenten geht es nur ums Geld.
      Was meinst Du, Goldi? kann der Aufenthalt im so genannten "Raum der Wahrheit" ein Trauma hinterlassen?
      Wenn die Kandidaten ihr Ziel erreichen (was ich ihnen sogar wünsche, sie wollen es so gern), werden sie den Raum "vergessen". Und sich an ihrem "neuen, tollen" Körper "erfreuen". Die Bilder und Videos von früher sind wie die alte XXXXXL-Hose, auf die man die neue XS-Hose legt. "Schau, in die Riesenhose habe ich mal hineingepasst".

      In einer Form von Selbstekel werden sie bestimmt gern die Videos schauen, und sich freuen, dass es "so" nicht mehr ist....

      Der Raum der Wahrheit traumatisiert auf gewisse Weise bestimmt, er jagt Angst ein, die man nie wieder vergessen soll. Und so wird man gefügig und diätet und sportelt "brav".

      Vor allem wird der Zuschauer traumatisiert.

      Wenn ich 12 und dick wäre, würde ich das Essen am nächsten Tag einstellen.... Und nie wieder essen....
      Nee, ich glaube, als ich selber 12 war, hätte ich in letzter Konsequenz so nicht gedacht, obwohl ich als zierliches, normalgewichtiges Mädchen gern so bleiben wollte wie ich war und auf Zucker verzichten wollte im Tee etc.

      Wenn german´s next topmodel für junge Mädchen und Frauen eine Gefahr sein soll, sehe ich hier den Supergau.

      Auch fördert der Raum der Wahrheit nicht das Verständnis für dicke Menschen, dicke Entwicklung etc. etc.

      Als Normalgewichtiger würde ich denken, vielleicht ist da was wahres dran, vielleicht haben die Kandidaten tatsächlich Schuld, haben gesündigt, gefressen, sich nicht bewegt, und sie werden teilweise tatsächlich schuldig sein, wenn man gern mit Schuldkonzepten arbeiten möchte.

      Ich finde Schuldkonzepte nicht förderlich und lehne sie ab.
      Menschen machen Fehler, dürfen Fehler machen.

      Wenn die Gesellschaft einladender, akzeptierender, verständnisvoller, intelligenter, Zusammenhänge erkennender wäre, würden viele von sich aus keinen Trost im Essen suchen.

      Und ich glaube auch, dass einige der Kandidaten tatsächlich physiologische, essensunabhängige Gründe haben, warum sie dick sind (Hashimoto, PCO etc.)

      Und die meisten Schlanken essen viel mehr Süßigkeiten als die Dicken, die ich kenne. Eigentlich gibt es da kaum einen Zusammenhang. Die einen vertragen es, die anderen nicht. Wenn man Pech hat und bekommt eine Insulinresistenz ist Zucker einfach nicht mehr optimal. Ich selber habe es nicht geschafft, zuckerfrei zu leben. Aber ihn deutlich reduziert, so dass mir fast alles zu süß ist. Auch Torte im Café meist. Ich bemerke den Zucker und mag lieber Naturjogurt mit frischen Früchten. Aber Schoki brauch ich schon etwas, zumindest im Winter, in Maßen, vielleicht 3 Stück am Tag.

      Ach, was schreibe ich jetzt hier viel. Tut mir leid, dass es so lang wird.

      Aber ich glaube oft, das finstere Zeiten kommen werden, wenn es so weitergeht und der Druck auf dicke Menschen immer mehr zunehmen wird.

      Und dran Schuld sind solche "helfen wollenden" Sendeformate.

      Warum setzt man nicht anders an?

      Ein Gedankenspiel

      Kekseabteilung im Supermarkt: Kekse ohne Süßstoff, stark zuckerreduziert, mit leckeren Zutaten. Da bin ich gleich dabei! Pizza, mit Vollkornteig und ganz viel Biogemüse.

      Bekleidungsgeschäfte

      Es gibt wunderschöne Kleider in Übergrößen zum akzeptablen Preis (ähnlich wie für Normalgewichtige). Aber so denke ich, werden Dicke an jeder Ecke bestraft und müssen für teures Geld ein Tshirt kaufen, dass nur lächerlich und wie eine Beleidigung aussieht....

      In Büros sollten Trainingsgeräte stehen.



      Ein Grund, warum ich lieber Honorartätigkeiten nachgehe. Da kann ich aus der Vorlesung gehen, während Studis/Schüler/Teilnehmer schreiben und mich eine Runde bewegen. Oder zuhause texten und zwischendurch auf meinem Bellicon rumhüpfen. 9 1/2Stunden nonstop-auf -dem -Arschhocken, wie ich es früher im Büro nebenberuflich gemacht habe, schaffe ich nicht mehr.

      Ich muss sagen, manchmal beneide ich die Kandidaten. Das klingt jetzt bestimmt etwas pervers. Aber der Aufenthalt im Süden, in einer Villa mit Trainingsgeräten, leckerem vegetarischem Essen, der sportliche Aspekt würde mir auch gefallen....
      Aber das Konzept des Zwangs-Wiegens, des ungesunden Kiloweisen Abnehmens pro Woche (solch unrealistische Wochenziele) empfinde ich als abstoßend.

      Und warum darf man als dicker Mensch nicht selbstbewusst dargestellt werden. Ich möchte solche "Schuldeingeständnisse" vor laufender Kamera im "Raum der Wahrheit" niemals machen müssen. Aber vielleicht werden die Kandidaten vor die Wahl gestellt: mach es oder flieg nach Hause....

      Der Punkt würde mich am meisten interessieren.
      Und das wäre der eigentlich verwerfliche Punkt. Wenn Leute, Dinge sagen, die sie so nicht sagen würden. Und wenn Zuschauer glauben, das wäre die Wahrheit.


      Das halte ich für gefährlich, sehr gefährlich.

      liebe Grüße, Goldi

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • Hi Goldi,

      die Sendung bewegt wirklich viel in Dir, stößt viel in Dir an.

      Ja, Urlaub in einer solchen Villa im Süden wäre schön. Auch ein "fittes" Tagesprogramm wäre schön. Allerdings dürfte es nicht von einer Atmosphäre der "Nicht-Liebe" (Zitat) durchdrungen sein, dürfte nicht auf dem Boden von Druck und "Pranger" (Zitat) stehen.

      Ich erinnere mich da - es ist lange her - als mein Mann noch lebte - da sind wir jedes Jahr nach Italien gefahren. Es war sein gelobtes Land, und da wollte er hin. Und es war sehr, sehr schön dort. Aber das habe ich erst viele Jahre später gesehen, in der Erinnerung, als ich allein war. Ich habe mich dann immer gewundert, warum ich die Zeit dort nicht geniessen konnte. Warum ich das Gute so gar nicht in mich aufnehmen konnte.
      Und weißt Du warum? Weil es immer Stress war. Noch weiter, noch eine Station, noch irgendwas anschauen, immer weiter nach Süden im Auto, die Sonne vorne in die Frontscheibe rein geknallt, immer nach Süden, er war rastlos und wollte viel "machen". Auch war er ein Fotograf. Damals gab es noch keine Digitalkameras. Wir hatten immer so einen Riesen Koffer dabei, mit x Objektiven und Stativ und Zeugs und Linsen. Und ich mußte den Koffer immer hinter ihm her schleppen und hatte immer eine ganz abgerissene Schulter. Dann blieb er stehen, mitten in der kreischenden Sonne, und begann Aufnahmen zu machen. Blaue Blume von oben, von seitlich, von unten. Jeweils aus anderer Brennweite. Mit einem anderen Objektiv. Koffer wieder zu, einen Schritt weiter, antiker Stein von vorne von hinten, Koffer auf, Objektiv wechseln, Stein von seitlich von oben ... Du verstehst das Procedere.
      Und dann wieder ins Auto, weiter, dem nächsten Motiv und der nächsten Bar entgegen, schnell einen Espresso abgestürzt und weiter ... immer weiter ...

      Will mit dieser ausführlichen Geschichte sagen, ich war so im Stress und im Druck absorbiert, daß ich das Schöne überhaupt nicht geniessen, ja nicht einmal "nehmen" konnte.
      Also vielleicht mag es den Loser-Kandidaten und Kandidatinnen so ähnlich gehen. Die dürften so auf ihr stressiges Programm fixiert sein, daß sich das Camp auch am Nordpol befinden könnte.

      Mag sein, daß manchen das Programm "gelingt" und daß sie hinterher Geld mit ihrer neuen Lebensphilosophie verdienen können. Ist völlig in Ordnung. Für mich hat es aber trotzdem einen Hauch von "es ist mir gelungen, ich habe mich unterworfen, habe die gesellschaftlichen Werte integriert, und werde nun auch dir helfen, dich anzupassen."

      Gut, ich persönlich bin ein Verfechter des persönlichen Inneren Wachstums, sozusagen der Inneren Alchemie, der inneren Prozesse und Reifung. Ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache.
      Aus meinem Blickwinkel jedenfalls, wäre es hilfreicher, wenn man versucht, die Erfahrung, die man hier auf Erden macht, zu "umarmen" und etwas daraus zu lernen. Ich meine das jetzt nicht nur individuell, sondern auch kollektiv.
      "Okay, wir sehen und verstehen, daß der moderne Lebensstil - die heutigen "Haltungsbedingungen" für die Spezies Mensch - Probleme verursacht. Immer mehr Menschen erleben Wachstum vor allem auf der Ebene der Fettzellen, andere erleben das Wachstum auf der Ebene von Tumoren, wieder andere ziehen sich ganz in sich zurück und werden psychisch krank, immer mehr Menschen gelingt es kaum noch, das materielle Überleben zu sichern ... wir sehen, daß die Menschen aus dem Gleichgewicht geworfen sind. Was können wir daraus lernen? Was kann man mit Menschen machen, was kann man ihnen zumuten, was kann man ihnen zu essen geben und was nicht? Was können wir besser/anders machen, so daß es den Menschen wieder besser geht ..." -

      So richtig in das Problem rein gehen. Was ist das? Was passiert da? Was will es uns sagen? ... - und nicht mit einer vorgefertigten Lösung kommen à la "so und nicht anders hast du zu sein! so und nicht anders hast du zu handeln!" - und dann die Leute so unter psychischen und körperlichen Druck zu setzen, daß sie sich unterwerfen.
      Das halte ich für sehr ungesund, insbesondere auf längere Sicht. Es hindert uns daran, etwas zu verstehen.

      Imho werden solche Sendungen zu einem großen Teil auch deswegen produziert, um mit den Gefühlen sowohl der Teilnehmer als auch der Zuseher zu spielen. Wenn jemand da so exponiert im Raum der Wahrheit steht, erinnert es mich ein wenig an die "Zwei-Minuten-Hass-Sendung" in "1984". Da wurde der Feind gezeigt, damit sich die Hassgefühle der Zuschauer ganz gezielt und gelenkt auf den Erzfeind richteten. Die Wut und die Hassgefühle waren nach der Sendung "abgeführt" und konnten den Großen Bruder nicht mehr treffen. Das Reservoir an Unzufriedenheit war entleert, die Gefahr war abgelenkt, auf den Feind gerichtet.

      Man kann sich überlegen, welche Gefühle man auf die Kandidaten "richtet" - und wer oder was diese Gefühle wirklich verursacht hat. Also ich jedenfalls finde manche Taten und manche Charaktere z.B. in unserer politischen Führungsriege sehr viel hässlicher und verabscheuungswürdiger als einen dicken Körper.

      So ich will mich nicht total in Rage reden, deshalb hör ich jetzt mal auf für heute.
      Ich wünsche Dir was Gutes, liebe Goldi!
      Ganz liebe Grüße!
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Issi schrieb:

      So richtig in das Problem rein gehen. Was ist das? Was passiert da? Was will es uns sagen? ... - und nicht mit einer vorgefertigten Lösung kommen à la "so und nicht anders hast du zu sein! so und nicht anders hast du zu handeln!" - und dann die Leute so unter psychischen und körperlichen Druck zu setzen, daß sie sich unterwerfen.

      Issi schrieb:

      Wenn jemand da so exponiert im Raum der Wahrheit steht, erinnert es mich ein wenig an die "Zwei-Minuten-Hass-Sendung" in "1984".
      Liebe Issi,

      Da kann ich mich gut wiederfinden. Besonders in deinem Orwell-Vergleich. Der war mir auch heute im Gespräch mit einem Freund gekommen. Und ich muss sagen, als wir Orwell 1984 im Deutschunterricht besprochen haben, hätte ich solch ein Szenario wie den "Raum der Wahrheit " für eine Dystopie gehalten....

      liebe Grüße, Goldi, die sich schon wieder beruhigt hat.

      PS: der Austausch mit Dir war sehr wohltuend. :)
    • Der Raum der Wahrheit ist schon extrem und ichmuss ehrlich zugeben, dass ich mich dort derzeit selbst ziemlich überfordertfühlen würde. Im Moment fühle ich mich nicht besonders wohl in meinem Körper,was mit einigen Kommentaren im Büro zu tun hat und auch einigen anderen Dingen,die mir gerade immer wieder im Kopf herumgeistern. Deshalb betrachte ich derzeitauch nur mein Gesicht im Spiegel. Ich sehe zwar alles darin, sehe, ob dieKleidung passt oder es doch nicht so gut aussieht, aber ich konzentriere michdarauf, nur mein Gesicht wirklich wahrzunehmen. Wenn ich jetzt also in den Raumder Wahrheit müsste, wo ich aufgrund der vielen Spiegel mich im Ganzen sehenund wahrnehmen müsste, würde ich vermutlich ähnlich zusammenbrechen wie dieKandidaten. Noch vor einem dreiviertel Jahr wäre mir das egal gewesen. Da hätteich noch einiges an meinem Körper gefunden, das mir gefällt, Meine Hände, meinHintern, etc.).

      Allerdings vermute ich genau wie ihr, dass dieKandidaten dort entweder dazu gedrängt werden, so zu tun, als würde ihnenbewusst, dass sie an allem schuld sind, oder aber sie sagen es, weil sie in demMoment tatsächlich so mit allem überfordert sind, ODER sie sagen es deshalb,weil sie wissen, dass die Trainer das hören wollen. Kandidaten, die sich selbstim Raum der Wahrheit akzeptiert haben, oder sich nicht so schlecht geredethaben wie die anderen, waren oft schnell mal zu Hause oder haben es gleich garnicht ins Camp geschafft. Ich bilde mir aber auch ein, dass im letzten Jahrdieser Trainer (Ramin) einem Kandidaten total ins Gewissen geredet hat, weilder im Raum der Wünsche meinte, er sieht ja, dass er dick ist, aber er erkenntden Sinn des Raums der Wünsche nicht, weil er ja eh weiß, wie er aussieht. Erhat in dem Raum nichts Negatives über sich selbst gesagt und ich bilde mir ebenein, dass Ramin ihn sich dann zur Brust genommen hat und auf ihn eingeredethat, dass er da drinnen doch zu einer Erkenntnis oder zur Erleuchtung oderÄhnlichem kommen müsste. Ganz genau weiß ich es nicht mehr, aber so ähnlichsollte es gewesen sein.

      Wenn ich eine Zeit lang dort in dieser Villasein könnte, ganz abgeschieden von meinem Umfeld, einfach auf mich selbstkonzentriert, ohne täglich um 4 Uhr aufstehen zu müssen, um pünktlich in der Arbeitzu sein und abends so spät nach Hause zu kommen, dass ich eigentlich sofort insBett gehen müsste, um auf etwa 8 Stunden Schlaf zu kommen, dann würde ich dortauch abnehmen. Dort wäre es möglich, sich Zeit zu nehmen, um lecker, frisch undgesund zu kochen, Sport zu machen, wann immer man gerade Lust dazu hat, weil ja alleTrainingsgeräte zur Verfügung stehen.

      Aber finde nicht nur den Raum der Wahrheitdemütigend. Auch die Tatsache, dass die weiblichen Kandidaten nur in einemSport-BH und die männlichen Kandidaten oben ohne auf die Waage müssen, findeich sehr demütigend. Warum dürfen die das Shirt zum Wiegen nicht einfachanbehalten? Es wird ihnen doch immer eingeredet, dass sie so hässlich sind,weil sie so dick sind und dann zwingt man sie dazu, sich da ohne T-Shirthinzustellen? Das finde ich so nicht in Ordnung. Ich selbst würde mich im TV oben rum nicht so offenherzig zeigen wollen, auch nicht, wenn ich jetzt super schlank wäre.
    • Chrisy schrieb:

      Allerdings vermute ich genau wie ihr, dass dieKandidaten dort entweder dazu gedrängt werden, so zu tun, als würde ihnenbewusst, dass sie an allem schuld sind, oder aber sie sagen es, weil sie in demMoment tatsächlich so mit allem überfordert sind, ODER sie sagen es deshalb,weil sie wissen, dass die Trainer das hören wollen.
      >>> alle Hypothesen können stimmen. Wobei ich glaube, dass sie den Trainern nicht widersprechen wollen/können/dürfen, um nicht die Chance auf den Sieg zu verlieren...
      Ich kann mir vorstellen, dass schon beim Casting darauf geachtet wird, dass manche "nah am Wasser gebaut sind", dazu neigen, "sich selbst die Schuld zu geben" etc. So richtig selbstbewusste Kandidaten möchten sie natürlich auch, aber nicht mehr als 3 oder 4 pro Staffel...
      Raum der Wahrheit: Ich glaube, wenn man weiß, dass halb Deutschland - "gefühlt" - mit dabei ist, fühlt man sich noch "schlechter", als wenn man den Raum für sich allein betritt. Also ohne Kameras etc.

      Chrisy schrieb:

      ODER sie sagen es deshalb,weil sie wissen, dass die Trainer das hören wollen. Kandidaten, die sich selbstim Raum der Wahrheit akzeptiert haben, oder sich nicht so schlecht geredethaben wie die anderen, waren oft schnell mal zu Hause oder haben es gleich garnicht ins Camp geschafft.
      >>> den Eindruck habe ich auch. Besonders deine letzte Aussage kommt mir richtig vor.

      Chrisy schrieb:

      Ich bilde mir aber auch ein, dass im letzten Jahrdieser Trainer (Ramin) einem Kandidaten total ins Gewissen geredet hat, weilder im Raum der Wünsche meinte, er sieht ja, dass er dick ist, aber er erkenntden Sinn des Raums der Wünsche nicht, weil er ja eh weiß, wie er aussieht. Erhat in dem Raum nichts Negatives über sich selbst gesagt und ich bilde mir ebenein, dass Ramin ihn sich dann zur Brust genommen hat und auf ihn eingeredethat, dass er da drinnen doch zu einer Erkenntnis oder zur Erleuchtung oderÄhnlichem kommen müsste. Ganz genau weiß ich es nicht mehr, aber so ähnlichsollte es gewesen sein.
      >>> interessant, kann ich mir gut vorstellen.

      Chrisy schrieb:

      Auch die Tatsache, dass die weiblichen Kandidaten nur in einemSport-BH und die männlichen Kandidaten oben ohne auf die Waage müssen, findeich sehr demütigend. Warum dürfen die das Shirt zum Wiegen nicht einfachanbehalten? Es wird ihnen doch immer eingeredet, dass sie so hässlich sind,weil sie so dick sind und dann zwingt man sie dazu, sich da ohne T-Shirthinzustellen?
      >>> Ich glaube, das wird extra für die Zuschauer gemacht und dient der Inszenierung und dem Voyeurismus, ich muss zugeben, ganz frei bin ich auch nicht davon... obwohl ich anders als die meisten eher einen wohlwollenden Blick habe, aber neugierig bin ich auch.

      Chrisy schrieb:

      Im Moment fühle ich mich nicht besonders wohl in meinem Körper,was mit einigen Kommentaren im Büro zu tun hat und auch einigen anderen Dingen,die mir gerade immer wieder im Kopf herumgeistern. Deshalb betrachte ich derzeitauch nur mein Gesicht im Spiegel.
      >>> lass dich von den anderen im Büro nicht so ärgern!!! Das kostet dich viel Kraft in deinem eh sehr vollen, anstrengenden Tag! Ich bewundere, wie Du überhaupt so viele Stunden außer Haus durchhältst und das so oft in der Woche. Ich könnte das nicht. Ich arbeite lieber punktuell (Unterrichten) und auch lieber von zu Hause aus....

      Wie Du aussiehst, geht die anderen nichts an, es sei denn, es gehört zur Jobbeschreibung. Während meines Studiums habe ich viel gekellnert und da gab es manchmal schriftliche Rückmeldungen für die Zeitarbeitsfirma, meist war alles supi, aber es standen auch Dinge drin, wie "Haare waren aus dem Zopf gefallen"....;) Das fand ich eher lustig, aber es ging mir auch manchmal nach. Da macht man einen Superjob, teilweise 17-Stunden-Schichten, bleibt kompetent und freundlich und dann taucht so eine "Kleinigkeit" im Zeugnis auf, war nicht böse gemeint, aber trotzdem.

      Gibt es jemanden, mit dem Du über die Bürodinge sprechen kannst? Unterstützung ist immer eine schöne, hilfreiche Sache. Ich finde, dass viele Leute lästern, egal wo und sie finden immer etwas, auch wenn man schlank ist. Ich bin oft froh, dass ich dick bin, dann hängen sich die Kommentare "nur an der Figur" auf....Das ist vielleicht kein Trost, aber vielleicht kannst Du es auch mal aus dieser Perspektive betrachten.
      Was ich wichtig finde: Kritik hat in erster Linie immer etwas mit dem Kritiker zu tun. Er ist mit sich selbst unzufrieden und macht seine Unzufriedenheit an Dir fest. Mit Dir hat es eigentlich nicht wirklich zu tun. Das ist nur der "äußere Aufhänger". Ich muss sagen, mit solchen Menschen würde ich auch nicht gern zusammen arbeiten...
      Solche Kleingeister.

      Andererseits machen Leute Bemerkungen und meinen es oft gar nicht so schlimm, wie es sich anhört. Das ist auch nicht toll. Aber so sind die Leute eben. Da bin ich mittlerweile eher nachsichtig.

      Liebe Grüße und ich wünsche Dir, dass es Dir bald wieder besser geht!
      Goldi
    • Ich weiß nicht, ob das immernoch so ist, aber ich kann mich dunkel erinnern, dass ganz am Anfang, als dieses Format begann, mal irgendwo ein Bericht war, wie dafür gecastet wird. Und da wurde erzählt, dass ganz bewußt nach dicken Menschen mit bestimmten Verhaltensmustern gesucht wurde...
      Persönlich halte ich maximalen Abstand von dieser Fettbeschau, die ich erbärmlich und gefährlich in vielerlei Hinsicht finde. Hier wird ein ekelhafter Voyeurismus bedient und es ist skandalös, dass da Mediziner teilnehmen, die diese (in meinen Augen) Misshandlungen sogar noch unterstützen unter dem Deckmäntelchen des Wohltätertums.
      Viele Grüße

      Andrea - Seepferdchen-Admin


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • sunny73 schrieb:

      Ich weiß nicht, ob das immernoch so ist, aber ich kann mich dunkel erinnern, dass ganz am Anfang, als dieses Format begann, mal irgendwo ein Bericht war, wie dafür gecastet wird. Und da wurde erzählt, dass ganz bewußt nach dicken Menschen mit bestimmten Verhaltensmustern gesucht wurde...
      Danke sunny, für Deinen post, das bestätigt meine Vermutung.

      LG Goldi
    • Hey ihr beiden,

      Glaubt ihr, dass dies auf alle Kandidaten zutrifft? Manche der besonders Selbstbewussten scheinen die Sendung ja für ihre Zwecke zu nutzen und besonders (aber nicht nur) die Gewinner haben ja auch langfristig etwas davon (Geld, Promistatus, finanziellen Erfolg, Buchverkauf, schlanke Figur (wenn man das als Wert sehen möchte), sich glücklicher fühlen).

      Die Leute wissen ja vorher, dass sie einen "Preis" zu zahlen haben... Und den manche vielleicht "gerne" zahlen, so als die "letzte Möglichkeit", die sie - vermeintlich - haben und an die sie sich verzweifelt oder auch wohlüberlegt klammern.

      Ein bisschen kommt es mir vor wie bei einem Märchen:

      "Ich zaubere dich schlank, aber vorher musst du..."
      • eine schwere Reise machen
      • einen bitteren Trank zu dir nehmen
      • durch das Tal der Tränen
      • alles verlieren
      Ich finde, das hat schon etwas Archetypisches, was vielleicht unpädagogisch und unmenschlich ist, aber auf gewisse Weise (leider?) recht effektiv und eindrücklich.

      Man möchte sich nicht vor Millionen Leuten blamieren und verzichtet deswegen eher auf Schoki, quält sich unter der Sonne etc.

      Ich finde es traurig, dass das Sendekonzept nicht freundlicher ist. Es wäre sicherlich auch so spannend zu sehen, wie sich Leute verändern, mehr Sport machen, mit der Zeit wieder mehr Energie ausstrahlen etc, sich wieder mehr freuen.

      Aber der Zuschauer will wohl den Wettbewerb, "die Arena", "Blut sehen".

      Meiner Meinung nach ist es diese ungute Allianz aus ( nicht immer negativ-)voyeuristischen Zuschauerwünschen und geldgierigen Produzenten mit ihren Einschaltquoten um jeden Preis...

      In der Gesamtsumme kommt schon soetwas wie eine Misshandlung raus, der man als Kandidat willentlich zustimmt, was natürlich ein hoher Preis ist....

      lg Goldi

      PS: positiver finde ich die Sendung Ernährungs-Docs (ich hoffe, ich zitiere sie hier richtig; da finde ich das Gegenteil: den Ratsuchenden wird auf Augenhöhe mit viel Verständnis, Sachlichkeit, guten Vorschlägen, die tatsächlich alltagskompatibel sind, begegnet. Das ganze ohne jede Form der Herablassung, Übergriffigkeit etc.. Die Sendung finde ich wirklich sehr gut und habe schon einiges daraus mitnehmen können.
    • Genau, da steckt etwas Archetypisches drin, liebe Goldi.

      Ein solches Märchen gibt es tatsächlich. Es heißt "Der geheilte Patient", und ist von Johann Peter Hebel.
      Ein Mann war so kränklich, hinfällig und dick geworden, weil er den ganzen Tag nur aß, trank und rauchte, und nur im Lehnstuhl saß, sich niemals bewegte.
      Kein Arzt konnte ihm helfen.
      Endlich hörte er von einem Arzt, der 500 Kilometer entfernt wohnte, dem schrieb er und schilderte sein Leiden.
      Der Arzt schrieb zurück, er habe einen "Lindwurm" im Leib, er, der Arzt, müsse selber mit dem Lindwurm sprechen, deshalb müsse der Patient persönlich zu ihm kommen. Er dürfe aber nicht reiten oder fahren, sonst würde der Lindwurm so geschüttelt, daß er ihm die Gedärme abbeißen könne. Deshalb müsse er die Reise zu Fuß machen. Außerdem dürfe er nur zweimal täglich einen Teller Gemüse essen, mittags eine kleine Bratwurst dazu. Und morgens nur ein klares Süppchen mit etwas Schnittlauch darauf. Alles was er darüber hinaus esse, würde den Lindwurm nähren und könne niemand mehr garantieren, daß der Patient am Leben bleibe. Also zu Fuß 500 Kilometer weit, und eine Low Carb Diät. Hahaha.
      Als der Patient beim Doktor ankommt, ist er dünn, fit und lebenslustig. "Gut", sagt der Arzt, "ich sehe, der Lindwurm ist tot. Aber Ihr habt noch Eier im Leib. Damit die nicht ausschlüpfen, müsst Ihr wieder zu Fuß heimgehen und daheim immer viel Holz sägen und hacken, in anderen Worten: euch körperlich betätigen. Außerdem dürft Ihr nicht mehr essen, als Euch der Hunger gemahnt. Damit Euch die Eier nicht ausschlüpfen. Wollt Ihr diesem Rat folgen, könnt Ihr gesund alt werden!"

      hekaya.de/maerchen/der-geheilte-patient--hebel_8.html

      Für mich liegt das Archetypische beim Biggest Loser aber vielleicht noch mehr im Soldatischen.
      Disziplin! Drill! Körperliches Training! Magere Soldatenrationen! Kampf! Für den gestählten, einsatzbereiten Körper! Wir Trainer werden euch schon einnorden!

      Und natürlich - wie Du schreibst - bei irgendwas wie Gladiatoren, Arena, Blut, Schweiß und Spiele.
      Das bedient Gefühle bei den Zuschauern. Leider nicht Mit-Gefühle mit den gedemütigten Kandidaten. Sondern eher urteilen, sich-besser-als-der-fühlen, Verachtung, Ekel, dann doch aber wieder mitfiebern und Triumph. Und vor allem die Bestätigung, daß das Weltbild mit der Disziplin richtig ist.
      Ziemlich komplexe archetypische "archaische" Inhalte.

      Die Sendung mit den Ernährungs-Docs kenne ich nicht.
      Gut daß es auch anders geht.

      Liebe Grüße
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Das dachte ich mir auch schon, dass sie zu 90 % Kandidaten auswählen, die nah am Wasser gebaut sind und die auch eine traurige Geschichte auf Lager haben bzw. bereit sind, diese in der Öffentlichkeit breitzutreten. Zu selbstbewusst darf man bei The Biggest Loser nicht sein, auch wenn sie in der Sendung schon auf ein paar selbstbewusste Kandidaten brauchen. Außerdem ist das dort auch eine echte Extremsituation. Du bist lange von deiner Familie getrennt und hast im Prinzip gar keinen Kontakt zu Außenwelt. Du wirst 24/7 mit dir und deinem Gewicht konfrontiert und musst 24/7 ans Abnehmen denken und schauen, dass du auch tatsächlich möglichst viel abnimmst, um niemanden zu enttäuschen.

      Das mit dem Voyeurismus kann ich mir jetzt auch gut vorstellen und eben auch, dass die Kandidaten dadurch noch mehr vorgeführt werden sollen. Auf mich hat das aber weder eine abschreckende noch sonst eine Wirkung. Ich sehe da lediglich Kandidaten, die mir entweder mehr oder weniger sympathisch sind, aber das liegt nicht daran, wie hoch ihr Gewicht ist oder wieviel sie abnehmen, sondern einzig und allein daran, wie sie sich verhalten, ob sie Teamplayer sind, etc.

      Ab und an frage ich mich selbst, wie ich das aushalte, aber langsam signalisiert mein Körper mir schon, dass er das nicht mehr besonders lange packt. Das Problem ist dabei nur, dass man als dicker Mensch auch bei der Jobsuche wieder weitaus mehr kämpfen muss, als jemand, der normalgewichtig ist. Dann wohne ich noch dazu am Land und zwar so ziemlich am A. der Welt. Naja, und dann gibt es da noch monatliche Fixkosten, die gedeckt werden müssen, weshalb ich es mir auch nicht leisten kann, lange arbeitslos zu sein. Und so ganz versteckt ist da immer noch der Wunsch, ein Buch zu veröffentlichen, das ich neben der Arbeit noch schreibe, was im Eigenverlag dann auch noch kostet.

      Das ist aber schon eine Frechheit, dass sie dir an den Kopf werfen (oder in dein Zeugnis schreiben), dass dir die Haare aus dem Zopf hingen. Wenn man gut und schnell arbeitet, dann kann das im Gastgewerbe schon mal sein. Da hat man nicht alle halbe Stunde die Zeit, seine Haare neu zu machen. So lange du gut arbeitest und deine Haare nicht direkt ins Trinken/Essen hängen, ist das doch egal. Die wollten auch einfach nur Kritik anbringen.

      Zur Jobbeschreibung gehört es bei uns nicht, aber wenn man sich im Büro umsieht, sind alle sehr schick und modisch und schlank. Wir sind hier 18 Leute bei uns im Büro und in der Partnerkanzlei sind nochmal 5. Wovon 2 leichtes Übergewicht haben, 1 (also ich) extremes Übergewicht und 1 schon wirklich extrem schlanke Person. Die restlichen 19 sind schlank. Und von den insgesamt 23 Leuten sind 20 sehr, sehr stylisch unterwegs. Eine unserer Anwältinnen könnte auch glatt als Model durchgehen. Sie meinte auch beim Einstellungsgespräch, dass ich hoffentlich Ruhe in die Kanzlei bringe. Im Nachhinein ist mir erst aufgefallen, dass sie das so gemeint haben könnte, weil dicke Menschen ja oft als nicht so zickig empfunden werden, wie schlanke Menschen.

      Mittlerweile ist mir klar, dass manche hier im Büro einfach nur Lästern um des Lästerns Willen, da muss auch mal der Drucker herhalten, wenn von uns anderen Sekretärinnen gerade alle da sind. Dennoch hat man Tage, an denen man sich das alles sehr zu Herzen nimmt. Vor allem bin ich ein sehr harmoniebedürftiger Mensch und Streit, Unruhe, Mobbing (auch wenn es nicht mich betrifft) schlägt mir sehr schnell auf den Magen. Jemanden, mit dem ich darüber reden kann, habe ich im Moment nur bedingt. Freunde habe ich nicht viele und die beiden, mit denen ich darüber reden kann, haben selbst gerade genug um die Ohren. Der Vater der einen hat Krebs und die andere hat 2 Jobs, damit sie ihr Haus behalten kann. Da möchte ich nicht ständig mit meinen Miniproblemen ankommen.

      Ich denke, dass manche da tatsächlich hingehen, um einen gewissen Promistatus zu erreichen. Wenn du dort viel Ehrgeiz zeigst, kannst du dir danach schon echt Jobs aussuchen. Man hat dann gleich mal einige tausend Follower, wenn man als Social-Media Sternchen sein Geld verdienen will. Genauso wie man gleich mal einige tausend Käufer hat, wenn man ein Buch geschrieben hat. Jedes Produkt und jede Aktion lässt sich durch diesen dezenten Promistatus viel einfacher verkaufen. Sicher zahlt man den Preis, dass man sich für einige Wochen oder ein halbes Jahr richtig reinhängen muss, aber wenn man das richtig anstellt, kann sich das für das Leben danach schon auszahlen. (Ist zumindest meine Vermutung).

      Vielleicht denken die Trainer und Ärzte dort aber auch ernsthaft, dass sie den Leuten helfen? Zwar auf eine sehr fragwürdige Art und Weise, aber vielleicht sehen die Trainer und Ärzte das gar nicht so.

      Aus meiner Zeit bei der Zeitung weiß ich noch, dass die 3 "B" immer gehen, wenn sonst nichts geht, also "Babys", "Brüste", "Blut", wobei das Blut bei TBL auch für das "Trainieren bis über die Schmerzgrenze", also "Sport bis zum Brechen" stehen könnte.

      Das Märchen passt da tatsächlich wie die Faust auf's Auge.
    • Hallo Chrisy,

      darf ich fragen - ich möchte Dir nicht zu nahe treten - aber Du hast, meine ich, schon mehrfach das Buch erwähnt, an dem Du arbeitest.

      Darf ich fragen - über was schreibst Du?

      Ganz liebe Grüße
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Natürlich darfst du fragen :)

      Es wird ein Fantasyroman, bei dem sich alles um Vampire und Werwölfe dreht, die gegeneinander Krieg führen. Allerdings gibt es eine Vampirin, die von den ganzen Vorurteilen über Werwölfe nichts hält. Das bleibt von beiden Seiten nicht unentdeckt und führt zu einem großen Durcheinander. Sehr viel mehr kann ich leider noch nicht dazu sagen, da ich in diesem Jahr erst mit dem Projekt begonnen habe und aufgrund des Zeitmangels erst lächerliche 15 Seiten habe :batsch: (oder jedenfalls 15 Seiten, mit denen ich zufrieden bin).
      Sollte ich es irgendwann mal fertig bekommen (und es nicht in der Schreibtischschublade enden, wie alle bisherigen Versuche), gibt es hier natürlich keine Werbung, würde auch nichts bringen, da ich unter Pseudonym veröffentlichen möchte, sollte ich es tatsächlich schaffen. Das Pseudonym soll dann auch niemand außer mir kennen, da ich befürchte, dass meine Chefs nicht besonders begeistert wären, wenn sie wüssten, dass ich neben der Arbeit (hoffentlich bald) eine andere Einnahmequelle habe. Außerdem könnte man mir eventuell vorwerfen, dass ich die Seriosität unserer Kanzlei mit einem solchen Buch etwas herabsetze.

      Meine Cousine und ich haben vor 2 Jahren mal so rumgealbert, dass für uns TBL ein Sprungbrett sein könnte. Unser Gewicht ist für uns beide ein großes Thema und zu dem Zeitpunkt wollten wir auch wirklich abnehmen, weshalb eine Teilnahme an TBL für uns interessant gewesen wäre, weil wir zu Hause einfach faul sind und gerne mal eine Ausrede finden, um keinen Sport machen zu müssen. Außerdem haben wir beide sehr wenig Zeit. Da erschien uns TBL als gute Lösung. Dort hast du einige Wochen Zeit (wenn du so lange im Camp bleiben kannst), um dich wirklich nur auf das eine Thema zu fokussieren, jedenfalls haben wir das damals so gesehen. Wir hätten 2 Fliegen mit einer Klatsche schlagen können. Abnehmen und Werbung für das Buch. Heute sind wir beide froh, dass wir uns dann doch nie beworben haben. Ich mag so allerdings keine Werbung machen, mag mich so nicht im TV zeigen und möchte auch nicht, dass jeder weiß, wann ich wieviel abgenommen habe und wieviel ich wiege. Außerdem hätten wir uns für das Format wohl auch ziemlich verbiegen müssen.
    • Hallo liebe Chrisy

      hätte Dir gern eine PN geschickt, statt hier mal wieder off-topic zu werden.

      Will nur sagen, ich finde es super, daß Du Deinem Impuls nachgehst, das auszudrücken, was in Dir ist und ausgedrückt werden möchte: eine wahre Geschichte aus dem Parallel-Universum der Fantasy.

      Wir haben hier, wo ich wohne, eine junge Frau, die hat eine weibliche Nacherzählung von Harry Potter geschrieben - und zwar so, daß sie jeden Tag einen Textschnipsel in unserer Facebook-Gruppe veröffentlich hat. Schließlich ist aus all diesen Schnipseln ihr Buch geworden.

      Ich finde, es ist wichtig, daß man wohlwollende Augen hat, die schon mal probelesen.

      Natürlich möchte man gerne veröffentlichen.
      Aber ich denke, das ist vielleicht gar nicht unbedingt das Wichtige.
      Sondern das Schreiben an sich.
      Es ist wie einer inneren Stimme zuzuhören und das, was sie zu sagen hat, aufs Papier - bzw. ins Daten-Memory - zu bringen.

      Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Schreiben
      und viel Erfolg. Wie dieser Erfolg auch immer aussehen wird.
      Dranbleiben!

      Ganz liebe Grüße
      :notier:
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Hallo Chrisy,

      Bleib dran! Dran bleiben ist alles!

      Ich selber versuche mindestens 500 - 2.500 Wörter pro Tag zu schreiben und habe in den letzten 2 Monaten mehrere lange Kurzgeschichten geschrieben.

      Eine hat 31 Überarbeitungen....;( ;)

      Kennst Du das Programm Write or Die 2?
      Google es mal nach.

      Meine "Tricks"
      1. Wenn gar nichts mehr geht, stelle ich mir 250 Wörter für 15 min ein.....
      2. Man darf nicht den "perfekten Text" erwarten... Aber ich bekomme eine brauchbare Grundlage, die ich später überarbeiten kann...
      3. Ich führe Buch über meinen Word Count. Allein das motiviert schon sehr...;)
      4. Ich verfolge meine Fortschritte mit einem Trello Board und kombiniere es mit einer selbst weiter ausgebauten Kanban Technik. Google mal Kanban nach.
      5. Ich nutze auch allerkleinste Zeitfenster. Bahn fahren. Straßenbahn. Wartezimmer. Nachts Notizen auf dem Smartphone erstellen. Diktierfunktionen etc.
      6. Ich bin Mitglied in einer losen Autorengruppe.
      7. Ich gehe manchmal Eis essen, wenn ich einen sehr zeitintensiven Text beendet habe. Auch für wichtige Zwischenschritte belohne ich mich etwas.
      8. Fortbildung: Ich lese pro Monat mindestens 1-2 Bücher über Schreibtechniken. Oft noch viel mehr....;)
      9. Wenn meine Schüler beschäftigt sind, arbeite ich auch während des Unterrichts konzeptionell an meinen Texten weiter... Dieses Multitasking beherrsche ich mittlerweile perfekt... Jetzt habe ich Ferien und meine Ziele gehen gerade durch die Decke....;))
      10. Im Höchstfall 1-2 Filme pro Woche schauen... Meist nur 5 - 15 Minuten pro Tag.
      11. Facebook auf ca. 30 min pro Woche reduzieren
      12. Ich kombiniere Indoor jogging manchmal mit Lernvideos schauen.
      13. Mein Freund und ich gehen hin und wieder auf Partys, sonst fast überhaupt nicht aus, nur selten auf ein Bier. Du glaubst gar nicht, wie viel freie Zeit man für eigene Projekte gewinnt, wenn man sich in dieser Richtung diszipliniert ...
      14. wenn ich zu nichts Lust habe, tippe ich 1-2 Runden bei fast fingers. 10fastfingers.com
      Bevor ich all diese Schritte für mich umgesetzt habe, konnte ich vielleicht 1-2 fiktionale Geschichten pro Jahr beenden.... Okay, ich habe auch sonst viel geschrieben.... Aber seitdem ich meine Arbeitsweise professionalisiert habe, trotz Jobs, klappt es sehr viel besser. Gerade die winzigen Zeitfenster bringen es in der Gesamtsumme. Und ich habe sehr am Mind Set gearbeitet. Wichtig ist erstmal: den Word Count knacken. Schleifen und Überarbeiten kann man dann immer noch.
      Und ich versuche meine Methoden noch mehr auszubauen...

      Und je routinierter man wird, desto leichter wird alles.

      Als Sekretärin bringst du den Vorteil des Schnelltippens mit. Ich strebe auch einen WPM (words per minute) zwischen 65 und 80 an. Leider bin ich durch mein schweres beidhändiges Karpaltunnelsyndrom und einen Fingerunfall etwas gehandicapt, aber ich lasse mich davon nicht runterziehen. In schlimmen Zeiten diktiere ich mir die Texte...

      Liebe Chrisy, ich weiß, Du hast wenig Zeit. Aber überprüfe genau Deinen Alltag. Wo kannst Du optimieren? Wie wichtig ist Dir das Schreiben? Was bist Du bereit, zu opfern? Z.B. Facebook oder Filme schauen.
      Oder vielleicht kommst Du zum Schluss, dass anderes Dir wichtiger ist. Mein Freund und ich konnten letztes Jahr 8 Monate lang auch wenig machen, weil seine Mutter ein Schwerstpflegefall wurde. Da war es völlig klar, dass eigene Dinge nicht mehr so wichtig sind... Aber seitdem es ihr besser geht, weiß ich das "mehr an Zeit" wieder richtig zu schätzen! Und genieße es sehr, an meinen eigenen Projekten zu arbeiten.

      LG Goldi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • Liebe Issi, liebe Goldi, danke für eure aufmunternden Worte :)

      Was das Schreiben betrifft, werde ich sowieso nicht aufgeben, niemals. Ich lebe, um zu Schreiben, das lasse ich mir nicht wegnehmen. Wenn ich dann vielleicht noch ein paar Leute dazu bringen könnte, andere nicht wegen ihrem Aussehen, ihrer Religion oder dergleichen zu verurteilen, dann wäre das für mich natürlich mehr als wundervoll.

      Bis es so weit ist, dass jemand den Text Probelesen darf, wird es noch einige Zeit dauern, da ich im Moment nur schaue, dass ich weiter komme, da ist noch nichts überarbeitet. Das mache ich dann erst im nächsten Schritt.

      Veröffentlichen möchte ich allerdings schon, immerhin träume ich schon seit meiner Kindheit davon :'D

      Einen Word-Count habe ich mir nicht gesetzt, da ich jetzt bedingt durch die Zugumstellung noch etwas später nach Hause komme und unter der Woche froh bin, wenn ich noch einen Absatz oder wenigstens einen Satz hinbekomme. Aber wie du führe ich auch Buch darüber, um zu sehen, wann genau ich denn am kreativsten bin, damit ich mir (wenn möglich) die Zeit so einteilen kann, dass ich mich in dieser Phase auf das Schreiben konzentrieren kann.
      Mein Notizbuch habe ich immer bei mir, sei es nun auf dem Weg ins Büro, oder auch auf dem Weg ins Musical.

      Ablenkungen habe ich alle schon so gut wie abgeschafft, denn Facebook habe ich seit 2 Jahren schon nicht mehr.
      Die einzigen Ablenkungen die ich mir gönne, sind gelegentliche Musicalbesuche mit meiner Cousine. Partys konnte ich noch nie leiden, da sitze ich lieber gemütlich mit meinen Lieben zusammen und quatsche in Ruhe.

      Was das Fernsehen betrifft muss ich allerdings eingestehen, dass der bei mir sehr viel läuft, meist aber eher im Hintergrund, bis auf die halbe Stunde, in der ich eine Serie schaue.

      Die Kanban-Technik kannte ich bisher noch nicht, danke für den Tipp :D

      Mehr Zeit als im Moment kann ich mir da nicht mehr rausnehmen, immerhin habe ich ja eben noch den Job und auch zu Hause noch einige Verpflichtungen. Und ab und an ein Musicalbesuch muss drin sein, weil sonst komm ich bis auf die Arbeit gar nicht mehr vor die Tür. Ich gehe so schon kaum mehr zu Spielenachmittagen oder dergleichen, nur noch in Ausnahmefällen, wenn meine Cousine da ist und auch ansonsten sind schon alle Freizeitaktivitäten gestrichen. Selbst beim Schlaf spare ich schon, wo ich nur kann.

      Das mit deiner Schwiegermutter bzw. der Mutter deines Freundes tut mir sehr leid Goldi, aber ich bin froh, dass es ihr wieder besser geht :)

      Auch das mit dem Karpaltunnelsyndrom und deinem Fingerunfall tut mir schrecklich leid. Wenn man selbst schreibt, versteht man umso mehr, wie schlimm das für den Betroffenen ist, und umso mehr bewundere ich es, dass du trotzdem weiter machst und weiter kämpfst und dich auch noch verbessern möchtest.
      Mir hat vor 7 Jahren ein Bandscheibenvorfall das Leben schwer gemacht. Der ist oben im Nacken und strahlt in die Hände aus. Glücklicherweise aber nie in beide Hände gleichzeitig, sondern mal links und mal rechts (mittlerweile aber auch nur noch ca. 2-3 Mal im Jahr). Da ist mir dann sogar ein Blatt Papier zu schwer. Aber nach der ersten Selbstmittleidsphase habe ich mir gedacht, dass es das nicht sein kann und ich wegen einem blöden Bandscheibenvorfall dann für 1-2 Tage nicht schreiben kann, also habe ich gelernt, auch mit der linken Hand leserlich zu schreiben und siehe da, man kennt kaum noch einen Unterschied :D
    • Hallo Chrisy,

      Chrisy schrieb:

      Was das Schreiben betrifft, werde ich sowieso nicht aufgeben, niemals. Ich lebe, um zu Schreiben, das lasse ich mir nicht wegnehmen. Wenn ich dann vielleicht noch ein paar Leute dazu bringen könnte, andere nicht wegen ihrem Aussehen, ihrer Religion oder dergleichen zu verurteilen, dann wäre das für mich natürlich mehr als wundervoll.
      Sehr gut!! Das sind großartige Ziele. Und eine vorurteils/ verurteilsfreie Gesellschaft ist natürlich ein Traum. Sehr schön, dass du deinen Beitrag dafür leistest und andere inspirierst! :)

      Chrisy schrieb:

      Das mit deiner Schwiegermutter bzw. der Mutter deines Freundes tut mir sehr leid Goldi, aber ich bin froh, dass es ihr wieder besser geht

      Auch das mit dem Karpaltunnelsyndrom und deinem Fingerunfall tut mir schrecklich leid. Wenn man selbst schreibt, versteht man umso mehr, wie schlimm das für den Betroffenen ist, und umso mehr bewundere ich es, dass du trotzdem weiter machst und weiter kämpfst und dich auch noch verbessern möchtest.

      Danke für Dein Mitgefühl, liebe Chrisy. Ja, das mit dem Karpaltunnelsyndrom ist wirklich nervig. Dazu habe ich noch das Ulnarissyndrom und so wie Du auch einen Bandscheibenvorfall im Halsbereich.... Wenn ich zwischendurch nachts aufwache, kann ich die Hand überhaupt nicht bewegen, temporär gelähmt, aber ich weiß, dass das wieder weggeht und versuche cool zu bleiben. Mein Neurochirurg meint "so kann man nicht mehr draußen rumlaufen". Der bekommt eine Krise, wenn er mich sieht und ich traue mich mittlerweile gar nicht mehr zum Werte messen hin.... Mit Übungen und positivem Denken schaffe ich es meistens gut durch den Tag zu kommen.... Allerdings bin ich oft neidisch auf Leute, die ihre Hände 10 Stunden am Tag "verlustfrei" nutzen können.... Ich kann meine Hände auch notfalls so lange nutzen, falle aber dann danach für Tage aus... Als Freiberuflerin kann ich allerdings viele Pausen machen, so dass die Einbußen nicht so gravierend sind, als wenn ich wie früher, 9- Stunden-Schichten im Büro gemacht hätte....

      Chrisy schrieb:

      Mir hat vor 7 Jahren ein Bandscheibenvorfall das Leben schwer gemacht. Der ist oben im Nacken und strahlt in die Hände aus. Glücklicherweise aber nie in beide Hände gleichzeitig, sondern mal links und mal rechts (mittlerweile aber auch nur noch ca. 2-3 Mal im Jahr). Da ist mir dann sogar ein Blatt Papier zu schwer. Aber nach der ersten Selbstmittleidsphase habe ich mir gedacht, dass es das nicht sein kann und ich wegen einem blöden Bandscheibenvorfall dann für 1-2 Tage nicht schreiben kann, also habe ich gelernt, auch mit der linken Hand leserlich zu schreiben und siehe da, man kennt kaum noch einen Unterschied
      Das ist super, dass du es so gut eingestellt bekommen hast/trainiert hast, dass du kaum noch etwas merkst. Hast du viele Physiotherapie bekommen? Und Hut ab, dass du auch mit links so gut schreiben kannst! Alle Achtung!!!
      Ich selber habe eine Zeit lang eine Privatärztin aufgesucht, jede Woche 50 Euro für eine halbe Stunde, das ging sehr ins Geld, hatte mir aber zwischendurch alle Probleme gelöst...
      Jetzt mache ich noch einige Übungen für den Hals, die Hände etc., damit komme ich dann halbwegs gut klar, auch wenn sich die Grundproblematik dadurch nciht wirklich löst.

      liebe Grüße, Goldi

      Liebe

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • Neu

      Das tut mir wirklich leid, dass du gesundheitlich so belastet bist. Aber es ist schön zu lesen, dass du dennoch positiv denkst und vor allem, dass du einen Weg gefunden hast, das Beste daraus zu machen.

      Nach dem Unfall habe ich 10 Stunden Physiotherapie bekommen, das ist alles. Ich gehe regelmäßig zur Massage, weil ich gemerkt habe, dass mir das gut tut. Das geht natürlich auch ins Geld, aber dafür verzichte ich lieber auf unwichtigere Dinge.

      Leider lässt sich die Grundproblematik bei dir nicht durch Übungen lösen, aber es ist gut, dass du die Übungen trotzdem machst, um so die bestmögliche Beweglichkeit für deinen Körper zu erhalten.

      In einem anderen Beitrag habe ich gerade gelesen, dass die Corona-Krise dich beruflich sehr stark trifft, das tut mir sehr leid. Gerade für Selbstständige und viele kleine Unternehmen ist diese Zeit wirklich beschissen (sorry für das Schimpfwort, aber alles andere wäre für die momentane Situation untertrieben). Ich hoffe sehr, dass es dir beruflich bald wieder besser geht und drücke dir dafür ganz fest die Daumen.