Dick und Psyche - muss ja nicht gleich eine Essstörung sein

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    • Dick und Psyche - muss ja nicht gleich eine Essstörung sein

      Hallo,

      ich stelle das Thema mal hier ein.

      Wenn ich manchmal in Foren anspreche, dass falsches Essverhalten (zu viel essen, zu viel Süßes essen, Essanfälle, mangelnde "Disziplin") auch mit der Psyche zu tun hat, dann wehren sich viele dagegen. Noch schlimmer, wenn man mit der Idee kommt, man könnte dafür etwas mittels einer Psychotherapie tun. Das betrifft sogar Leute, die so schlimmes Übergewicht haben oder hatten, dass sie sich operieren ließen.

      Gibt es wirklich Menschen, die einfach nur gern essen ohne irgendwelche psychischen Baustellen damit auszugleichen? Sind das dann auch die Menschen, denen es leichter fällt, ihre Ernährungsgewohnheiten zu ändern? Ich bin baff, dass manchmal Leute, die jahrelang falsch gegessen haben, plötzlich alles ändern können und das auch noch durchhalten.

      Ich selber konnte nie irgendwelche Ernährungstipps einhalten, ich esse immer (MUSS immer essen), was mir in den Sinn kommt, ohne dass ich es kontrollieren könnte. Ich habe Null Disziplin, egal was ich mir vornehme, es klappt mit Sicherheit nicht. Deshalb kam ich zu dem Schluss, dass ich eine Therapie brauche. Die Theorie ist, dass wenn ich mein Leben und meine Psyche so verändere, dass ich nicht mehr das Bedürfnis habe, mich mit Essen zu betäuben (oder andere Funktion je nachdem), dann werde ich automatisch weniger essen.

      Auch wenn es in diesem Forum hauptsächlich um das Wohlfühlen mit Übergewicht geht - ich fühle mich halt nicht wirklich wohl damit und würde gerne darüber reden, was die Psyche beiträgt zu dem Ganzen und ob es stimmt, dass es nicht bei allen Menschen mit der Psyche zu tun hat.

      Wie schätzt ihr den Anteil der Psyche bei euch selbst ein?

      lg
      kaonashi
    • Hallo,

      Meine kleine Ration Süßigkeiten brauche ich im Winter jeden Tag. Wenn ich richtig Stress habe, esse ich schon mal eine halbe Tafel Schoki, das kommt 3-4 mal im Jahr vor. Im Winter mach ich mir gern einen Teller aus guten Erdüssen, Blaubeeren, Mandarinen oder anderen Fruchtstücken und nasche das. Kekse und Schoki mag ich auch. Im Sommer versorgen mich meine beiden Gärten mit reichlich Obst, vor allem Kirschen, Johannisbeeren, Stachelbeeren, aber auch viel anderes Beerenobst, was es so nicht im Geschäft gibt.. Dann nehme ich meist 6-8 kg ab. Ich bin ein richtiges Sommerkind, bewege mich viel draußen und brauche im Sommer fast gar keine Süßigkeiten.....
      Die letzten Beeren die Gojibeeren kann ich noch bis Anfang Dezember naschen.

      Ich finde dass mich folgendes vom Naschen abhält: Yoga, Yoga, Gartenarbeit, Blumengießen, schreiben, zeichnen, lernen, Bellicon hüpfen, Spazieren gehen, telefonieren. In Gartenkataloge schauen, lesen, Tango tanzen (leider zu selten), Blumenfotos schauen, Hunde- und Katzenbilder betrachten...;)))

      Manchmal hilft schon ein nettes Foto anschauen, bevor zur Schoki gegriffen wird. Es hat ja manchmal mit dem Entspannungsbedürfnis zu tun und da kann ich schon gut auf Schoki verzichten, wenn es stattdessen etwas anderes schönes gibt.

      Ansonsten esse ich ohne schlechtes Gewissen Süßigkeiten, so viel ist es ja meist doch nicht und wenn doch, ist es nur eine Phase.

      Den Gang zum Psychologen spare ich mir. Das hatte ich schon gemacht, hat mir nicht geholfen. Der Psychologe war zwar nett, fand mich aber schon mit 65 kg viel zu dick....*wunder*

      lg gk
    • Also ich habe einen radikalen Standpunkt:

      Was auch immer Norm sein mag, klar ist, kein gesunder Körper ist zu dick oder zu dünn.

      Es gibt da schon so eine Norm, die zu unserem Knochenbau ; Kraft ecetera paßt.

      Ich wiege gerade 130 kg auf 170.Eigentlich fühle ich ich nicht krank und auch meine objektiv feststellbaren Werte, sind alle im Rahmen.
      Vielleicht hätte ich mein Lymphödem auch, wäre ich "noramalgewichtig".

      ABER-Vorhin habe ich was unterm Bett gesucht...runterkommen war schon mal schwierig....hoch kommen...also irgendwann schaffe ich das nicht mehr.Es fehlt mir einfach die Kraft 130 Kilo hochzustemmen...ob das nun meine sind oder eine Bücherkiste...ziemlich egal...die Kraft ist mir einfach nicht mit gegeben.

      Also keiner kann mir erzählen, daß es bei manchen einfach ganz natürlich ist daß sie schwerer sind.
      Genauso wenig, wie ich glaube , daß ein Körper von sich aus Untergewicht anstrebt.
      Sicher so im Rahmen von 15 kilo rauf-runter ist alles im Rahmen.

      Massives Ü-Gewicht hat für mich immer was damit zu tun, daß man gelernt hat, mit Essen seine Gefühlswelt zu kompensieren.

      Für mich ist das ein "sich -in -die Tasche- lügen".
      Ich glaube schon , daß es Dicke gibt die 100 % zufrieden mit sich sind und sich so gut fühlen.Das ist völlig in Ordnung.
      Und ja auch das Ziel der Dicken-Akzeptanz-Bewegung, wofür dieses Forum steht.

      Alles ok.....keiner soll diskriminiert werden und wenn jemand -noch- keine körperlichen Beschwerden hat und sich so suppi fühlt-PRIMA

      Aber ich mag es nicht , wenn die Leute dann andersrum radikal werden und dicksein quasi zum Ideal oder zumindest für völlig normal erklären.
      Und die jene, wie mich die die Ursache, hinterfragen,verteufeln.

      Dick hat immer was mit Emotion zu tun.PUNKT

      Kein Baby wird zu dick oder dünn geboren.Wenn ist es krank oder die Mutter hatte Diabetes....oder es gibt andere medizinische Gründe.

      Irgendwann lernen wir , daß Essen tröstet..Langweile vertreibt..es gibt unendliche Gründe zu essen.
      Hunger ist der, warum ich es nur selten mache.

      Alleine die gedankliche Beschäftigung mit ...allem was an dem Thema hängt- füllt ja schon viel Zeit aus.
      Gut vielleicht male ich ein Bild oder ich verrenke mich kunstvoll beim Yoga- aber wenn ich nebenbei denke.."wie gut,d aß ich das mach..guck..ich kann was anderes machen außer Essen für meine Bedürfnisse"..da bin ich ja schon wieder voll drin im Thema.

      Eine Weile war ich in einer SHG zum Thema Vorbereitung auf Adipositas-Chirugie.Die war Pflicht, ohne SHG keine OP.
      Da ich mich schon jahrelang mit meiner psychischen Befindlichkeit auseinander setzen muß und deshalb auch schon in Kliniken war, wo Eßstörung eines der Hauptthemen war... war
      es erschreckend für mich wie da 200 kg Frauen sagten, daß sie keinen Schimmer hätten wie sie zu dem Gewicht kommen und es geht ihnen doch gut...also außer dem Gewicht halt....
      Sie tranken nebenbei literweise Light-cola...mein Hinweis..daß das mit ein Grund für das Gewicht ist..."aber die hat doch keine Kalorien"...ne...aber sie schürt deine Gier nach Süß und irgendwie sorgt das Zeug dafür, daß dein Körper die ganze Zeit auf Zufuhr programmiert ist....
      Also auch da Verdrängung total-im "körperlichen/medizinischen" Bereich.
      Daß es was mit Psyche zu tun haben könnte , ne..auf keinen Fall..wenn es nicht gut geht..dann wegen dem DICK..ist das weg , wird alles palletti sein...so die Denke.

      Irgendwie hat mir schon vor der SHG die Idee mich "dünn zu operieren " nicht geschmeckt.
      Und die Nachsorge-gruppe...also glücklich schienen mir da die wenigstens, nachdem die Anfangseuphorie über das Abnehmen weg war.

      Das liegt daran, weil sie sich nicht wirklich mit der Ursache auseinander gesetzt haben.Da gibt es immer noch was im Leben , in der Art an die Dinge heran zu gehen, was nicht "rund " ist.
      Jetzt wird nicht mehr gegessen.Jetzt wird den ganzen Tag drüber gegrübelt wie ich genug Nährstoffe kriege, wenn ich nur noch einen Löffel Suppe runter bekomme...wenn dann diese neue Aufgabe fade wird...dann wird was anderes gesucht ( natürlich unbewußt) was davon abhält , sich mit dem eigentlichen Manko, dem eigentlichen Schmerz..auseinander zu setzen.

      Suchtverlagerung heißt sowas..Viele nehmen ja auch trotzdem wieder zu und werden nach diesen OP s erst richtig eßgestört oder fangen an andere Substanzen zu gebrauchen.
      Eine wurde OP- süchtig- die rannte jeden Monat zum Chirurg und ließ sich eine andere Falte operieren oder noch einen Hautlappen wegschneiden.

      UND @ goldkeks

      Noch kein einziger Psychiater hat mir gesagt, "nehmen sie ab, dann wird es ihnen für immer gut gehen" - es liegt am Gewicht,daß ihnen so schlecht geht .Keiner.
      Das ist ein Vorurteil.Die sind gar nicht so blöd und denken..wenn man dick ist ist das ein Problem.Die wissen auch, daß Problem liegt woanders-DICK ist ein Symptom.
    • Goldkeks schrieb:

      Meine kleine Ration Süßigkeiten brauche ich im Winter jeden Tag. Wenn ich richtig Stress habe, esse ich schon mal eine halbe Tafel Schoki, das kommt 3-4 mal im Jahr vor.
      Das ist ja sehr moderat, da würde ich mir auch keine Gedanken machen. :)
      Ich brauche Schokolade in der Regel täglich. Ohne das kreisen meine Gedanken permanent darum, mir welche zu holen oder nicht, oder was ich tun könnte, um keine zu holen.

      Goldkeks schrieb:

      Manchmal hilft schon ein nettes Foto anschauen, bevor zur Schoki gegriffen wird. Es hat ja manchmal mit dem Entspannungsbedürfnis zu tun und da kann ich schon gut auf Schoki verzichten, wenn es stattdessen etwas anderes schönes gibt.
      Das stimmt, Entspannung ist bei mir auch ein ganz wesentlicher Punkt. Sämtliche Ablenkungsversuche helfen aber nur kurzfristig. Eine Weile später bin ich wieder beim Thema. Unzufriedenheit ist, glaub ich, auch ein Thema bei mir. Das Leben ist oft so unbefriedigend, nichts macht so richtig Spaß oder ist erfüllend. Schokolade füllt da ein ganz riesiges Loch. Und ich habe keinen adäquaten Ersatz.

      Goldkeks schrieb:

      Ansonsten esse ich ohne schlechtes Gewissen Süßigkeiten, so viel ist es ja meist doch nicht und wenn doch, ist es nur eine Phase.
      Das finde ich gut so.
      Ich denke, dieser Umgang ist richtig.
      Schlechtes Gewissen sorgt ja für negative Gefühle, und die wiederum könnten in Versuchung führen, sie mit Essen zu beruhigen... ein Teufelskreis.

      Goldkeks schrieb:

      Den Gang zum Psychologen spare ich mir. Das hatte ich schon gemacht, hat mir nicht geholfen. Der Psychologe war zwar nett, fand mich aber schon mit 65 kg viel zu dick....*wunder*
      Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich bin mit 120 Kilo bei 1,63m beim Psychologen und muss den noch fast anbetteln, damit er mit mir überhaupt über das Thema Essen spricht oder mal einen Tipp gibt.
      Überhaupt, egal wo ich hinkomme, Hausarzt, Psychiater, da nimmt kein Schwein meinen BMI von 45 ernst oder sagt irgendwas, von wegen, man könnte mal irgendwas dagegen tun. Nicht einmal wenn ich frage. Zuletzt beim Hausarzt:

      Ich: Ich würde brutal gerne abnehmen, aber ich weiß nicht wie.
      Er: Wenn sie es wissen, geben Sie mir Bescheid.
      :D
      Lustig, aber nicht so richtig hilfreich.

      wilmastante schrieb:

      Sicher so im Rahmen von 15 kilo rauf-runter ist alles im Rahmen.
      Vielleicht sogar bis 30 Kilo nach oben, aber mehr nicht.

      wilmastante schrieb:

      Massives Ü-Gewicht hat für mich immer was damit zu tun, daß man gelernt hat, mit Essen seine Gefühlswelt zu kompensieren.
      Zumindest bei mir ist es ganz eindeutig so.

      wilmastante schrieb:

      Aber ich mag es nicht , wenn die Leute dann andersrum radikal werden und dicksein quasi zum Ideal oder zumindest für völlig normal erklären.
      Und die jene, wie mich die die Ursache, hinterfragen,verteufeln.
      Die Leute, denen ich bisher begegnet sind, haben das nicht zum Ideal oder normal erklärt, sondern die meinten, dass man eben mehr Disziplin aufbringen muss, und dass eben psychisch alles okay bei ihnen sei, und Psychotherapie nix bringe. Und manche haben ja die Disziplin offenbar auch, aber viele ja auch nicht, oder nur vorübergehend.

      wilmastante schrieb:

      Gut vielleicht male ich ein Bild oder ich verrenke mich kunstvoll beim Yoga- aber wenn ich nebenbei denke.."wie gut,d aß ich das mach..guck..ich kann was anderes machen außer Essen für meine Bedürfnisse"..da bin ich ja schon wieder voll drin im Thema.
      Das sehe ich auch so als wichtigen Punkt. Optimal wäre es, wenn man gar nicht ans Essen denken würde, außer der Magen knurrt.

      wilmastante schrieb:

      Und die Nachsorge-gruppe...also glücklich schienen mir da die wenigstens, nachdem die Anfangseuphorie über das Abnehmen weg war.

      Das liegt daran, weil sie sich nicht wirklich mit der Ursache auseinander gesetzt haben.
      Ich beschäftige mich auch mit dem Gedanken an eine OP, weil ich eben Null Disziplin habe, aber zu dem Schluss bin ich auch gekommen, dass es ein großes Risiko gibt, damit zu scheitern, wenn ich meinen Umgang mit Essen nicht in den Griff bekomme.
      Und dann frage ich mich: wenn ich meinen Umgang mit Essen in den Griff bekommen würde, dann bräuchte ich keine OP mehr. Somit erscheint eine OP dann eigentlich sinnlos.
      Die Frage ist nur, wie bekommt man das in den Griff.

      Momentan ist der Stand der Erkenntnis, dass ich mein Leben komplett umkrempeln und buchstäblich ein anderer Mensch werden müsste - aber das ist ziemlich illusorisch, weil mein Leben schon viele Jahre falsch läuft. Das schiebt man nicht mehr so einfach auf eine andere Schiene. Aber ein bisschen Hoffnung hätte ich noch, eben durch eine Therapie. Nur vermutlich nicht mit meinem jetzigen Therapeuten, der ist denkbar fantasielos und hilft mir einfach zu wenig.
    • Kaonashi schrieb:

      Momentan ist der Stand der Erkenntnis, dass ich mein Leben komplett umkrempeln und buchstäblich ein anderer Mensch werden müsste - aber das ist ziemlich illusorisch, weil mein Leben schon viele Jahre falsch läuft. Das schiebt man nicht mehr so einfach auf eine andere Schiene. Aber ein bisschen Hoffnung hätte ich noch, eben durch eine Therapie. Nur vermutlich nicht mit meinem jetzigen Therapeuten, der ist denkbar fantasielos und hilft mir einfach zu wenig.
      Vielleicht musst du gar nicht ALLES umkrempeln, sondern fängst erst "harmlos" mit einer "Kleinigkeit" an? Zwei kleine Beispiele von mir:

      Als ich meinen Garten gemietet habe, dachte ich, da stell ich eine Liege auf und liege gemütlich in der Sonne oder hole mir einen kleinen Tisch und male dort. Nach wie vor schöne Ideen. ;)

      Aber als ich meinen Garten dann hatte, war alles VÖLLIG anders: ich wusste vorher gar nicht, dass mir hauptsächlich die Bewegung so viel Freude macht und gar nicht das auf der Liege liegen. Ich hatte im wahrsten Sinne danebengelegen.....;) Natürlich sonne ich mich ab und zu, aber das buddeln, das sich verausgaben und zwar bei fast jedem Wetter macht mir tatsächlich am meisten Spaß, da schmeckt der Kaffee später 10 mal so gut.
      Und ich mag es, zu sehen, wie alles gedeiht. Mag meine Beeren pflücken und nicht kaufen. Mag neue Sorten bei Spezialgärtnereien entdecken, Geschmacksnoten, die ich vorher nie gekannt hatte.....Gerade die historischen Obstsorten sind oft sehr delikat und aromenintensiv. So hat mir mein Garten geholfen, zum Gourmet (zumindest zum temporären Sommer-Gourmet) zu werden, ein Side effect, mit dem ich NIE gerechnet hätte, obwohl ich schon als Kind Kräuter gezogen habe. Da in meinem Garten fast alles unter dem Motto Biene und Schmetterling steht, kamen immer mehr Tiere vorbeigeflogen, was andere Hobbys nach sich zog: Fotografieren und Blogtexte schreiben (der Blog ist allerdings noch nicht online). Im Studium hatte ich zwei Jahre Fotografie als Fach, aber jetzt mache ich es einfach "so" und es macht mir mehr Freude als vorher.

      Worauf ich hinaus möchte, liebe Kaonashi (passender Nick hier im Naschthread): such dir etwas, was Dich total begeistert! Es muss dich gar nicht mal von anfang an begeistern. Was Sport angeht, hab ich schon viele Sachen ausprobiert und es macht mir jetzt gerade das Spaß, was mich anfangs gar nicht so recht begeistert hat: Yoga. Die Übungen sind fast jede Woche gleich, manchmal denke ich, es hat was von Army Outdoor Training..... es ist sehr hart, sehr meditativ und es macht mich viel stärker im Alltag. Heute musste ich viel an meiner Technik unter dem Schreibtisch basteln. Eine Sache, die sonst immer Freunde für mich machen mussten, weil ich kaum wieder unter dem Schreibtisch hervorklettern konnte.... Jetzt sind die Muskeln zwar noch nicht gestählt, aber manchmal fühlt es sich schon so an und es ist viel cooler als vorher. Ich konnte trotz Bauchschürze unter dem Tisch rumturnen. Ich konnte mich sogar langlegen unter dem Tisch und in Ruhe alles ordnen (drei Rechner, Scanner, andere Peripheriegeräte....)..... Die gefühlt tausend Kabel haben mich nicht umgehauen, mit ganz viel Ruhe bin ich alles durchgegangen. Einfach nur toll.


      Kaonashi schrieb:

      weil mein Leben schon viele Jahre falsch läuft.
      Ja, kann schon sein. Aber ist das sooo schlimm? Und vielleicht bist du nur gerade etwas depri und glaubst, es ist vieles falsch gelaufen. Ich habe tatsächlich einiges "falsch" gemacht. Tatsächlich zwei Studiengänge in den Sand gesetzt.... das zweite mit sehr guten Noten in der Diplomphase.... Das hat mich Jahre lang gequält und sogar jetzt erwische ich mich manchmal noch mit dem Gedanken "vielleicht solltest du es doch noch nachholen". Aber ich arbeite trotzdem als Freiberufler (gelegentlich) in dem Job und bisher ist es noch nie jemandem aufgefallen, dass der Abschluss fehlt, Kunden und die meisten Kollegen interessiert das überhaupt nicht. Und ich muss sagen, ich habe mich kontinuierlich weitergebildet, eigentlich trainiere ich jeden Tag mindestens 2 -3 Stunden Programme und ich bin wesentlich fitter als die meisten, die tatsächlich den Abschluss "geschafft haben" und bei manchen komplexen Themen, die ich beherrsche, scheitern. Da ist mir erst mal aufgefallen, dass ich mich Jahre lang "umsonst" "schlecht" gefühlt habe..... Natürlich hilft mir, dass ich mein 3. Studium sehr flott und als Jahrgangsbeste geschafft habe. Aber die beiden anderen Fächer sind nicht wirklich in den Sand gesetzt, weil ich fast alles, was ich je gelernt habe, immer noch einsetzen kann. Manchmal muss man Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Reframing.

      Und:
      wer entscheidet, ob ich mich schlecht fühlen soll? Eigentlich niemand. Ich entscheide, ob ich anderen erlaube, dass ich mich schlecht fühle. Mittlerweile ist mir egal, ob ich beim Yoga so manche Übung nicht schaffe wegen meines Hängebauchs. Früher hätte ich mich NIE deswegen zum Yoga hingetraut..... Ich kam mir schon sehr pfundig vor, als ich mit 60 kg Ballett tanzte. Die Blicke mancher waren sehr abwertend, aber ich bin trotzdem gern hin.


      Wie gern würde ich zum Tango wieder hin, aber mit U115 kann ich das ohne festen Tanzpartner vergessen.... Die Kerle sind leider sehr aussehens-, jugend und schlankheitsfixiert. Da müsste man in den Tanzanzeigen schon extrem "schummeln". ;) Als Frau Ü40 ist man nur noch 3. Wahl. Und auf weitere blöde Tanz-Dates hab ich keinen Bock mehr, viele Herren sind einfach zu sehr von sich überzeugt, egal wie sie selbst tanzen oder aussehen.....;((((((( So tanz ich nur noch gelegentlich zuhause, was ja auch nett ist.

      Ich stehe auf dem Standpunkt, man lebt nur einmal. Und bevor ich meine letzte große Reise antrete, möchte ich ein paar Sachen geschafft haben: ein paar Bücher veröffentlicht, ein paar große Bilder wieder gemalt etc.

      Mir ist jetzt völlig egal, wie alt ich dann bin.....

      Wenn ich mich wieder fitter fühle, übe ich vielleicht sogar wieder Spagat....
      Mit 50+ fühle ich mich mental besser als je zuvor. Dabei war das das Alter, vordem ich mich früher oft gefürchtet habe.... Ich hoffe, der Körper macht noch lange mit und mittlerweile macht mir Sport wieder Freude, es gibt auch bei Youtube tolle Videos, so schau ich mir sogar Hip Hop Dance Steps an und das als "alte Oma". Völlig egal. Ich fühle mich frischer im Kopf als mit Mitte 30 und genieße meine Lässigkeit.

      Warum ich das alles so ausführlich beschreibe, Kaonashi? Das Gefängnis existiert nicht wirklich. Nur im Kopf. Und man muss für ein tolles Leben auch nicht schlank sein. Ja, gutgelaunt, fit, beweglich, flexibel, vielleicht sogar sportlich, sinnlich. Das wäre schon mal was.


      Kaonashi schrieb:

      Nur vermutlich nicht mit meinem jetzigen Therapeuten, der ist denkbar fantasielos und hilft mir einfach zu wenig.
      Vielleicht schaffst du es, ihn fantasievoller zu machen?!? Mit Ideen, Vorschlägen, Wünschen. Vielleicht ist er auch einfach nur der Falsche und du solltest eure gemeinsame Zeit nicht verschwenden. Ja, leicht gesagt, aber manchmal passt es nicht und du hast dann wieder Freiräume für den richtigen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • wilmastante schrieb:

      UND @ goldkeks

      Noch kein einziger Psychiater hat mir gesagt, "nehmen sie ab, dann wird es ihnen für immer gut gehen" - es liegt am Gewicht,daß ihnen so schlecht geht .Keiner.
      Das ist ein Vorurteil.Die sind gar nicht so blöd und denken..wenn man dick ist ist das ein Problem.Die wissen auch, daß Problem liegt woanders-DICK ist ein Symptom.
      oh doch.... ;) mein Psychologe war ein gutaussehender Kerl, bei Frauen erfolgreich, ein Mann der das wusste, ein Lederhosentyp, sport- schlank- und figurversessen, es war für ihn, obwohl sehr trainiert ein wichtiges Thema..... Er hatte aber auch andere, z.B. kulturelle Interessen.

      Ich selber war damals auch sportbesessen, aber nicht so wie er, ich schwamm 6 km in der Woche und liebte das Radfahren und war sehr beleidigt, dass er mich übergewichtig fand...Übergewicht war damals überhaupt nicht mein Thema, und kam erst durch ihn etwas auf. Er wollte immer wissen, ob ich Komplexe wegen des Übergewichts hätte, ob ich lieber schlank wäre etc. ....Ich fragte mich, warum er mich nicht sportlich aussehend fand, wobei ich doch so viel trainierte.... ich fühlte mich irgendwie abgewertet, nicht "richtig gesehen", obwohl er mich nicht abwerten wollte und das wohl vor dem Hintergrund fragte, dass alle schlanken Leute, die ihr Bäuchlein "nicht wegbekommen" wohl damit ein Problem haben.... Nein, hatte ich tatsächlich wenig.

      wilmastante schrieb:

      Irgendwie hat mir schon vor der SHG die Idee mich "dünn zu operieren " nicht geschmeckt.
      Und die Nachsorge-gruppe...also glücklich schienen mir da die wenigstens, nachdem die Anfangseuphorie über das Abnehmen weg war.

      Das liegt daran, weil sie sich nicht wirklich mit der Ursache auseinander gesetzt haben.Da gibt es immer noch was im Leben , in der Art an die Dinge heran zu gehen, was nicht "rund " ist.
      Jetzt wird nicht mehr gegessen.Jetzt wird den ganzen Tag drüber gegrübelt wie ich genug Nährstoffe kriege, wenn ich nur noch einen Löffel Suppe runter bekomme...wenn dann diese neue Aufgabe fade wird...dann wird was anderes gesucht ( natürlich unbewußt) was davon abhält , sich mit dem eigentlichen Manko, dem eigentlichen Schmerz..auseinander zu setzen.

      Suchtverlagerung heißt sowas..Viele nehmen ja auch trotzdem wieder zu und werden nach diesen OP s erst richtig eßgestört oder fangen an andere Substanzen zu gebrauchen.
      Eine wurde OP- süchtig- die rannte jeden Monat zum Chirurg und ließ sich eine andere Falte operieren oder noch einen Hautlappen wegschneiden.
      Die Idee des Dünn-Operierens gefällt mir nicht, aber ich kann verstehen und respektieren, dass es Leute gibt, die das so für sich wollen.

      Ich denke, es gibt auch nichtpsychische Ursachen fürs Dicksein. Zum Beispiel Bewegungsmangel, Hashimoto, Vitamin-D-Mangel etc.. Nicht jeder Übergewichtige hat psychische Probleme.... oder ißt zu viel.....

      Bei mir ist es so, dass ich während Hashimoto-Schüben extrem zugenommen habe, teilweise 15 kg im Monat, einmal sogar 10 kg in ca. 10 Tagen. Das wollte der Arzt erst gar nicht glauben. Aber die Werte waren völlig entgleist und ich musste sogar auf 175 hochgestuft werden.....Normalerweise brauche ich nur 112 L-Thyroxin. Die Kilos gingen leider nicht mehr runter, aber die völlig unkontrollierte Zunahme hörte auf. Ein anderes Beispiel. Mein Parathormonhaushalt war Jahre später völlig entgleist und ich nahm zu und zu und zu.... völlig essensunabhängig..... Erst als das Problem behoben war, hörte der Spuk auf. Andererseits hatte ich schon 2 mal im Leben eine Abnahme, die auch völlig losgelöst von allem war und ich immer dünner und dünner wurde..... Ich denke, solche Hormongeschichten können sehr bedeutsam sein.

      Mein Arzt meinte, wenns nur vom Essen kommt, nimmt man kontinuierlich zu oder ab. Alles, was so sprunghaft geht und vor allem in solchen Extremen, hat eine krankhafte Stoffwechselkomponente, wie. Z.B. Hashimoto.

      ___________

      Der eigentliche Schmerz. Da ist sicherlich was dran. Ein wichtiges Thema. Aber wie gesagt nicht für jeden.

      Vielleicht ist es für manche auch besser, sich nur behutsam mit ihrem Schmerz auseinanderzusetzen.....

      Vielleicht gibt es auch Menschen, die zu träge sind, zu faul, zu ängstlich, zu uncouragiert....

      ____________________

      Hautlappen wegschneiden. Kann ich verstehen. Ich selber leide auch an meiner Bauchschürze. Zwar nicht kosmetisch, aber manchmal tatsächlich. Solche Lappen sind mobilitätseinschränkend und scheuern sich teilweise auf oder entzünden sich. soweit ist es bei mir zum Glück noch nicht, bzw. nur an wenigen Tagen im Jahr, aber ich kann wegen der Schürze schlechter sitzen, weil das Gewicht manchmal zu stark auf den Oberschenkeln lastet. Seitdem ich mein Bellicon habe, ist der Lymphfluss viel besser und ich ertrage das bauchschürzenbedingte Schweregefühl etwas besser.

      Ich weiß nicht, ob ich in diesem Fall von Suchtverlagerung sprechen würde. Manche sind vielleicht enttäuscht von "ihrem Ergebnis" und haben sich den schlanken Zustand nach einer bariatrischen OP in viel rosigeren Farben vorgestellt..... und möchten durch OPs sich wohler fühlen und gesellschaftlich akzeptierter aussehen. Warum nicht. Mir steht es nicht zu, darüber zu urteilen. Die Gesellschaft ist nicht offen, was das Thema Hängebauch etc. angeht. Ich muss zugeben, bis ich mit Ende 40 selbst einen entwickelte (trotz Sport;(*grummel*), wusste ich gar nicht, dass es "soetwas" überhaupt gibt..... Klar hatte ich irgendwann einmal Bilder von Jan Saudek gesehen (die mir übrigens gut gefallen!!), aber ich hatte das Schürzenthema direkt wieder vergessen.....
      Man kann vom Einzelnen nicht erwarten, dass er reflektierter ist als die Gesellschaft, offener, intelligenter. Das wäre wünschenswert, aber nicht erwartbar.

      Bei mir war es ein seeehr langer Weg, bis ich sagen konnte, ich bin - fast - frei von den üblichen Schönheitsidealen. Bzw. ich entscheide, welche ich behalten möchte, welche ich mag, welche ich wichtig finde, welche ich verwerfe, über welchen ich drüber stehe etc.

      Autarkie wird einem nicht geschenkt. Und der Preis ist vielleicht manchmal zu hoch. Da gehen andere eben den "einfacheren" Weg, der es einem ermöglicht, sich passender in der Gesellschaft zu verorten. Als Freiberufler hat man manchmal ganz andere Möglichkeiten.... Allerdings zu dem Preis des deutlich geringeren Einkommens....
    • Kaonashi: hast du mal dein Vitamin D messen lassen? Wenn man so gar nicht abnehmen kann, liegt es häufiger daran als man denkt.

      Ich hatte mal einen Vitamin-D-Mangel bei 3.... Als Hashi-Patient kann das schon mal vorkommen, dass man eine Vitamin-D-Umwandlungsstörung hat. So nehme ich teilweise sogar im Sommer Vitamin D ein, auch wenn ich 4-5 Stunden am Tag im Garten werkel....

      Wenn mein Hashi wieder einmal zu entgleisen droht, oder ich durch irgendeine andere Sache stark zunehme, schlucke ich täglich 2 Vitamin D Tabletten und ich nehme zumindest nicht mehr ganz so krass zu. Manchmal schlucke ich auch 3 Vitamin D Tabletten aufeinmal, um den Körper wieder auf Abnahme einzustellen.

      Wie gesagt, wir sind hier in einem diätfreien Forum und mir geht es in erster Linie darum, mein Gewicht stabil zu halten.

      Ich würde jetzt nicht packungsweise Vitamin D schlucken und hoffen, dadurch werde ich jetzt schlank....

      Ich hab auch gar nicht vor, richtig schlank zu werden.

      Sondern möchte mich beweglich, fit, stark und wohl fühlen. Dazu gehört, dass ich meine schöne große Oberweite behalte, und vielleicht an der Taille schlanker bin. Meinen dicken Arsch möchte ich auch behalten....;)

      Was ich mag: wenn die Beine schön sportlich werden....;) Dann schaffe ich den Alltag wieder besser.

      Und noch was: wenn man so richtig glücklich ist und gar nicht mehr über Themen wie Dicksein, Abnahme nachdenkt, passiert es manchmal von ganz allein, dass man abnimmt, auch wenn man sehr viel nascht und ißt.....In einem Türkeiurlaub ist mir das mal tatsächlich passiert..... Vielleicht half aber auch die viele, viele Sonne....

      Das ist manchmal echt paradox.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • @goldkeks......

      Um Dich besser zu verstehen, wäre mir die Info wichtig..biste wirklich schwer..alles bis 120 geht noch so ( bis dahin fühl ich mich noch beweglich und gesund)
      oder ist es eher Dein subjektives Empfinden.

      Früher, da wog ich so 83 kg jahrelang und dachte ich bin so FETT...bevor das nicht weg ist, ist Leben auf Eis gelegt.Einen Partner zu suchen habe ich mich deshalb zum B. nicht getraut.
      Als ich die 100 Marke überschritt war mir klar, spätestens in 2 Jahren bin ich tot.Über 100 absolutes no go.
      Lange dümpel ich nun schon so um 125 rum..und lebe immer noch.
      Wäre aber sackrisch froh, das ginge wieder unter 100...einfach weil ich zu schwer für meine Kraft bin.
      Eine Freundin wiegt 40 kg und glaubt sie ist FETT.
      Also es ist sehr individuell, was man für Übergewicht hält.

      Einen Therapeuten traf ich doch auch mal, da hatte ich schon eine Odyssee psychiatrischer "Behandlungen "hinter mir, der seinen Fokus auf mein Gewicht legte.
      Ich hatte gerade so knapp überlebt und endlich eine Diagnose, mit der ich was anfangen konnte, als ich ihn auf suchte.
      Er stellte erstens mal meine Diagnose in Frage und meinte dann ..sie müßen erst mal abnehmen.
      Zu dieser Koryphäe ( als die galt er ) von Psychoanalytiker war ich gegangen, weil meine Freundin, die schwerst eßgestört war ( Bullemie- Magersucht auf Hardcoreniveau), bei ihm in Behandlung war.
      Nach der Aussage von ihm wunderte michnicht mehr, daß meine Freundin so wenig Fortschritte machte die Kotzerei zu lassen.Wenn schon der Therapeut ein krudes Schönheitsideal hoch hält, wie soll sie ihres da verändern?
      So etwas, wie auch das Deiner von sich gab, halte ich schlicht für einen groben Behandlungsfehler und fahrlässig.
      Ich war nur einmal da.Daß jemand , dem Aussehen wichtiger ist als anderes, mir nicht helfen kann, war ja klar.

      Wieso bist Du bei Deinem Therapeuten geblieben?
      Das ist ja schädlich und kontraproduktiv, was der Dir erzählt hat.

      Keine Frage es gibt sehr viele medizinische Gründe , warum man dick wird oder bleibt.

      Ich bin das Beste Beispiel dafür.
      Ich wurde erst wirklich dick, als ich gewisse Medikamente nehmen mußte.

      Und zwar rasant schnell.

      Letztes Jahr nahm ich sehr schnell 25 kg ab.
      Aber ich war schwer krank.

      Blöderweise ist so rasante Gewichtsabnahme nicht haltbar.
      Mein Körper tut alles, diese 25 kg wieder drauf zu kriegen.
      Ich esse kaum mehr ..zeitweise habe ich mich viel mehr bewegt..ich bewege mich überhaupt viel....trotzdem hab ich schon 15 kg wieder drauf.

      Es ist nicht einfach ...viel essen..zunehmen...weniger essen abnehmen...

      Unser Körper ist leider und zum Glück viel komplexer.

      Ja..die berühmten Hautlappen..ich habe diverse entwickelt ...vor allem an den Beinen...was an dem Lymphödem liegt..die mich wirklich behindern..mechanisch quasi.Und natürlich sind sie ein Hygieneproblem.
      Eins ist klar..DAS geht durch keine Diät weg und auch mit Sport ist da nichts zu richten.
      Ich denke also darüber nach ob man mir "nicht ein paar Abnäher" machen kann.Einfach damit ich noch lange laufen kann.Momentan behindert mich das nämlich sehr.
    • Goldkeks schrieb:

      Als ich meinen Garten gemietet habe, dachte ich, da stell ich eine Liege auf und liege gemütlich in der Sonne oder hole mir einen kleinen Tisch und male dort. Nach wie vor schöne Ideen.

      Aber als ich meinen Garten dann hatte, war alles VÖLLIG anders: ich wusste vorher gar nicht, dass mir hauptsächlich die Bewegung so viel Freude macht und gar nicht das auf der Liege liegen.
      Ich habe keinen Garten. Ich hatte immer den Wunschgedanken, einen Garten zu haben, auch mit der Vorstellung mit dem Liegestuhl, allerdings auch mit dem Wissen, dass ein Garten Arbeit macht. Ich fürchte mich aber davor, damit genausowenig zurecht zu kommen wie mit meinem bescheidenen Haushalt, der von einer Haushaltshilfe erledigt wird, weil ich es nicht hinbekomme.
      Es könnte vielleicht sein, dass es mir so geht wie dir, dass es mir plötzlich Spaß macht,im Garten zu arbeiten, aber ich habe nicht so richtig die Hoffnung, dass es so wäre.

      Meine Wohnsituation ist aber jedenfalls auch ein Grund für Unzufriedenheit, aber leider nicht lösbar im Moment. Ich hätte die Wahl zwischen einem Umzug in eine weit entfernte Gegend, wo man sich ein Haus mit Garten leisten kann, oder hier bleiben in meiner Wohnung im Hochhaus. Selbst ein Umzug in eine andere Wohnung in meiner Gegend wäre inzwischen nicht mehr möglich, weil die Mieten so dermaßen gestiegen sind, dass ich mir nur eine wesentlich kleinere Wohnung als meine jetzige leisten könnte, und das wäre dann kein Gewinn an Lebensqualität. Hier werden inzwischen 80qm für 1000 EUR kalt vermietet.

      Goldkeks schrieb:

      vielleicht bist du nur gerade etwas depri
      Ich bin wohl definitiv depri. Mehr oder weniger seit meiner Kindheit. Aber immer gerade so in einem Bereich, wo es keiner merkt.
      Daher klingt dieser Beitrag jetzt auch ziemlich negativ, aber so fühle ich mich jetzt eben.
      Ich habe alle Hobbys aufgegeben, weil mir alles zu viel war, und nächstes Jahr werde ich auch weniger arbeiten, wobei ich hoffe, dass ich dadurch mehr Energie bekomme und dann wieder mehr privat machen kann. Aber ob sich das erfüllt, weiß ich noch nicht. Vielleicht versumpfe ich zu Hause auch nur.
      Jahresendzeitstimmung.

      Goldkeks schrieb:

      Ich stehe auf dem Standpunkt, man lebt nur einmal. Und bevor ich meine letzte große Reise antrete, möchte ich ein paar Sachen geschafft haben: ein paar Bücher veröffentlicht, ein paar große Bilder wieder gemalt etc.
      Von solchen Träumen habe ich mich komplett verabschiedet. Ich wüsste nicht einmal, was ich auf die Liste der Dinge schreiben sollte, die ich noch unbedingt machen will, bevor ich sterbe.

      Goldkeks schrieb:

      Vielleicht ist er auch einfach nur der Falsche und du solltest eure gemeinsame Zeit nicht verschwenden. Ja, leicht gesagt, aber manchmal passt es nicht und du hast dann wieder Freiräume für den richtigen.
      Ja, ich denke, ich werde mich von ihm trennen. Im Lauf des vergangenen Jahres ging es mir laufend schlechter, und er hat es noch nicht einmal gemerkt. Der peilt gar nix.
      Und diesmal lag es wirklich nicht daran, dass ich nichts gesagt hätte. Ich habe alles gesagt, was es zu sagen gab, habe mein Bestes gegeben, aber er hat nichts damit angefangen. Ich bin auch definitiv damit überfordert, meinem Therapeuten ständig auf die Sprünge zu helfen, damit er seinen Job macht. Es ist sein Job.

      Goldkeks schrieb:

      Vielleicht gibt es auch Menschen, die zu träge sind, zu faul, zu ängstlich, zu uncouragiert....
      Autsch, da fühle ich mich leider angesprochen.
      Von außen betrachtet, bin ich genau so. Von innen betrachtet vielleicht auch.
      Gerade was Veränderungen von Gewohnheiten angeht oder Dinge zu tun, die mir nicht so angenehm sind, da bin ich extrem unfähig, irgendwas zu erreichen.
      Deshalb auch meine Aussage, dass ich ein komplett anderer Mensch werden müsste.

      Goldkeks schrieb:

      Ich hatte mal einen Vitamin-D-Mangel bei 3.... Als Hashi-Patient kann das schon mal vorkommen, dass man eine Vitamin-D-Umwandlungsstörung hat.
      Ich hatte auch Vitamin D-Mangel mit einem Wert von 5, aber das war 2006. Ich nehme jetzt schon seit Jahren sowohl Vitamin D als auch L-Thyroxin (125), und meine Werte sind seither immer gut. Ich hatte auch keine großen Gewichtsschwankungen, und Gewichtszunahmen bringe ich eher mit Stressphasen in Verbindung. 1-2 x im Jahr lasse ich die Werte kontrollieren.
    • wilmastante schrieb:

      @goldkeks......

      Um Dich besser zu verstehen, wäre mir die Info wichtig..biste wirklich schwer..alles bis 120 geht noch so ( bis dahin fühl ich mich noch beweglich und gesund)
      oder ist es eher Dein subjektives Empfinden.


      Ja..die berühmten Hautlappen..ich habe diverse entwickelt ...vor allem an den Beinen...was an dem Lymphödem liegt..die mich wirklich behindern..mechanisch quasi.Und natürlich sind sie ein Hygieneproblem.
      Eins ist klar..DAS geht durch keine Diät weg und auch mit Sport ist da nichts zu richten.
      Ich denke also darüber nach ob man mir "nicht ein paar Abnäher" machen kann.Einfach damit ich noch lange laufen kann.Momentan behindert mich das nämlich sehr.
      wilma:aktuell wiege ich 114,5 kg bei 165 cm, mit sehr viel oberweite, unterbauch, dickem hintern, die taille ist sehr viel schlanker. es ist so eine art dicke sanduhrfigur... mein problembereich ist der unterbauch (eindeutig stressbauch), weil er mich beim längeren sitzen oder bei busfahrten behindert und schmerzt. ansonsten fühle ich mich relativ beweglich, mache aber auch einiges dafür, wie nach dem aufstehen ca. 6 - 15 min Yoga, ca. 45 min Spaziergang, 1 mal die Woche 90 min Yoga, ca. 7- 8 mal am Tag aufs Bellicon für jeweils 3- 5 min... viele Wege zu Fuß, von März bis Anfang Dezember ca. 8 -15 Stunden in der Woche mindestens Gartenarbeit, auf die sportliche Art, z.B. Hecken schneiden per Hand etc....Im Sommer gehe ich 2-3 mal pro woche schwimmen...

      By the way:Kaonashi. Wenn sich erstmal Tiere im Garten einfinden, fällt es zumindest mir viel leichter, meinen inneren Schweinehund zu überwinden.... Ich freue mich sehr über Schmetterlinge und das ich immer mal wieder eine neue Sorte entdecken kann, wie jetzt Taubenschwänzchen und Schwalbenschwanz. Oder die blaue Holzbiene. Manche Tiere kommen mittlerweile jedes Jahr, und fast täglich, den Schwalbenschwanz habe ich erst dieses Jahr gesehen und das nur zwei Mal, aber das waren absolut magische Momente. Ich kannte den bisher nur von Fotos und hatte ihn im Leben noch nie gesehen und dann ist er plötzlich da. Atemberaubend.

      Mein Garten ist übrigens "nur" ein Schrebergarten, 280 qm, auf drei Etagen, die eher kleinen, eigentlich harmlosen Hangflächen fand ich erst sehr anstrengend und hab mich gar nicht draufgetraut, jetzt geht es im 5. Gartenjahr schon besser. Dann haben wir noch einen 2. Garten hinter dem Haus, in dem wir wohnen, der ist aber recht klein, ca. 85 qm. Beide Gärten bestehen größtenteils aus Beeten und Obstanbauflächen, eigentlich eher gemischt. So stehen in der Blumenrabatte Beerenbüsche oder unter den Obstbäumen Blumen.... So liebe ich es. Man kann ab Ende Mai bis Anfang Dezember naschend durch den Garten schlendern und immer wieder tolle Tiere und Blumen dabei entdecken.

      Manchmal hab ich auch keinen Bock auf Garten, dann lass ich ihn so, wie er ist, ich habe keinerlei Ehrgeiz, dass er perfekt aussieht, im Sommer gehe ich natürlich jeden heißen Tag hin, um zu ernten, und damit die Früchte nicht vertrocknen, klar ist das manchmal stressig, aber wenn man erst mal da ist, macht das richtig Spaß.

      @wilma: das mit den Abnähern kann ich total nachvollziehen. Darüber würde ich wohl auch nachdenken, wenn es mich so getroffen hätte wie dich. Das tut mir sehr leid, wenn ich das höre und ich hoffe, es wird zumindest etwas wieder besser.

      Ich habe selbst leichte Probleme mit der Lymphe, aber habe beschlossen, die langen Stützstrümpfe nicht mehr anzuziehen, sondern es mit Trampolin und Schwimmen unter Kontrolle zu bringen. Trampolin bringt wirklich definitiv sehr viel. Die Knöchel sind jetzt so mager wie zuletzt mit 16.... hätte ich nicht gedacht, dass sie so dünn werden können. Vorher hatte ich immer viel Wasser in den Füßen, so dass im Sommer Sandalen nur noch mit Müh und Not zugingen, es sei denn ich hatte genug geschwommen in der Woche. auch die oberschenkel, vorher hauptproblemstelle im bein (schmerzen) sind deutlich besser geworden, die cellulite, die vorher stadium II - III war, ist auf I - II zurückgegangen und schmerzt kaum noch. eigentlich ist sie jetzt eher bei I und ich überlege, im Frühjahr mit dem radeln wieder anzufangen. bei uns in der stadt werden enorm viele räder geklaut und die autofahrer fahren sehr fies, aber ich möchte es wieder versuchen.

      wilma: machst du auch aqua oder schwimmen? wie gesagt, trampolin kann ich auch sehr empfehlen, vielleicht müsste man nur wegen der hautlappen funktionswäsche anziehen. leichtes swingen und hüpfen mache ich aber auch ohne. der bauch schwappt leicht hoch und runter, aber das stört mich nicht so.
    • @ goldkeks,

      ja Trampolin wäre sicher toll.Aber da muß erst mal eines gefunden werden, daß mein Gewicht trägt.Das ist dann so teuer....das gibt das Renterbudget nicht her.
      Fahrrad bin ich den Sommer wieder gefahren.Werde ich öfter machen und ins Schwimmbad...ja...das steht rot angestrichen auf dem Plan.
      Das letzte mal schaffte ich es vor zwei Jahren hin.

      Jetzt muß ich erst mal konsequent zur Lymphdrainage.
      Wenn ich das mache..faszinierend..meine Beine...ein Viertel im Umfang weniger....
      Also man kann was tun.
      Aber auf dem rechten Oberschenkel gibt es einen Hubbel, ich denke , da hilft nur Chirugie und am Bauch auch...da hilft nur ABNÄHER.

      Das werde ich alles angehen nächstes Jahr.

      Wo ist Dein Garten.Hört sich ganz nach Gartenarbeit nach meinem Geschmack an.....
      vielleicht kann man mal ein Sommerfest machen?
    • wilmastante schrieb:

      @ goldkeks,

      ja Trampolin wäre sicher toll.Aber da muß erst mal eines gefunden werden, daß mein Gewicht trägt.Das ist dann so teuer....das gibt das Renterbudget nicht her.
      Fahrrad bin ich den Sommer wieder gefahren.Werde ich öfter machen und ins Schwimmbad...ja...das steht rot angestrichen auf dem Plan.
      Das letzte mal schaffte ich es vor zwei Jahren
      Oh, mein Budget ist auch nicht gerade großzügig bemessen... ich hab mir wegen des Trampolins einen Zusatzjob genommen, sonst hätte ich es mir nicht leisten können....aber es ist mir das wert gewesen. Vielleicht nutze ich es deshalb sogar noch mehr, weil ich es mir tatsächlich erarbeiten musste und es mir nicht mal so nebenbei kaufen konnte....

      ich habe ca. 6 wochen bei ebay kleinanzeigen nach gebrauchten geschaut, bis ich eeendlich fündig wurde.... auch gebraucht kosten sie noch einiges, aber ich konnte ca. 150 euro sparen.


      für lymphpatienten gibt es eigentich nichts besseres als trampolin springen. die bellicons sollen bis 180 kg aushalten, je nach bespannung. sie sind echt sehr sehr robust und quietschen kaum.

      mein garten liegt versteckt hinter einem industriegebiet, sehr viel bäume drum rum, es ist eher ein wildes stück land, mit vielen blumen, kräutern, bäumen, sieht vielleicht etwas französisch aus, sehr viel mediterranes, wie viele lavendel, salbei, steine etc. mein garten ist eher mein geheimort.... vielleicht liegt es daran, dass er so wild ist und so wenig "vorzeigbar"....ich kümmere mich nur um die pflanzen und tiere, das haus hat nicht mal ein klo.... ein sommerfest wäre eine schöne idee, aber so ist es eher ein baustellen-garten, wo man vorher genau wissen muss, wo man hintreten kann, eher wie in der freien natur, wo es auch viel unwegsames gelände gibt. ich nehme mir vor, die eine oder andere stolperfalle zu beseitigen, hab es aber immer noch nicht hinbekommen. wir haben den garten als brachland übernommen und mussten teilweise einen meter tief buddeln, um bauschutt zu beseitigen.... mein freund hat eine treppe restaurieren müssen, es gab gar keine geländer etc. /// es gab und gibt sehr sehr viel zu tun aber es ist auch toll, wenn man fast alle pflanzen selbst auswählen konnte, außer den großbäumen stand kaum etwas drin... so habe ich fast jede pflanze, jeden strauch nach wildbienen-tauglichkeit ausgewählt und es brummt in der tat im sommer ganz schön.

      liebe grüße goldi
    • @ Keks

      das hört sich sehr schön an-wo ist dieser wunderbare Ort?

      um bei uns einen Schrebergarten zu bekommen, braucht man Beziehungen oder muß so mindestens 10 Jahre geduldig warten

      Währenddessen kann man sich angucken, wieviele Gärten verlottert sind, weil die Besitzer , die lust verloren haben, alt oder krank geworden sind
      nur der Garten wird erst als aller letztes aufgegeben

      direkt gegenüber von meinem Haus ist so ein Areal..von den cirka 15 Gärten -dort werden so 4 genutzt...der Rest verrottet...oder einmal im Jahr gibt es ein Grillfest

      die Pacht ist so niedrig..da ist keine Not den Garten zu kündigen

      daß einen Garten haben ein Schatz ist, in unserer Stadt, wissen die Leute dann noch..deshalb wir er nicht aufgegeben, auch wenn der Opa , der ihn vor 60 Jahren mal gepachtet hat längst im Pflegeheim oder unter der Erde ist....

      ich würde mir gerne einen Garten teilen..aber leider stößt man da auf taube Ohren..oder die Frage.."wenn sie den Garten doch nicht mehr nutzen..könnt ich ihn.als Untermieter ...".ich wurde abgechancelt, als hätte ich ein unanständiges Angebot gemacht.

      vor paar Jahren freute ich mich, wir "erbten" einen Garten...den wollte ich mit dem Mann meiner Mutter zusammen bewirtschaften..bzw..ich bekomme ein Beet und er den Rest

      leider ist er ein ultra Spießer...so einer für den ein Garten zum Schaffen und Aufräumen da ist..

      meine Kräuterspirale hat er im ersten Jahr mal gleich rausgerupft..er behauptete ..er wollte sie nur versetzen ( wo waren dann die Kräuter die einiges an Geld gekostet hatten,hingekommen?)...sie war ihm einfach zu unordentliche..aufgebaut..wie gesagt..hat er sie nie wieder..die schönen englischen Rosen , gingen wie alles, was ich pflanzte ein..war schon komisch...

      also gleich zu Anfang war klar, das geht nicht mir ihm...der erträgt nicht, wenn ich was anders mache, ...wie er sich einen Garten vorstellt und reden...ging noch nie mit ihm...

      diesen Sommer habe ich den Garten gehütet und das Gemüse gerentet.Er war im Krankenhaus.
      Ich habe auch ein wenig aufgeräumt..da war viel 50 Jahre alter Schrott im Garten..kistenweise verrostete Nägel, 63 Plastikeimer...

      na ja ..als er zurück kam..wurde mir erklärt, ich hätte den Garten verwüstet..er hätte 2 Wochen gebraucht ihn wieder in Urzustand zu versetzen....die feige Socke sagte es nicht selbst, meine alte Mutter durfte es ausrichten...

      Seither spricht er nicht mehr mit mir..das zieht weite Kreise und ist zu einer unerträglcihen Situation geworden, ...meine alte Mutter hängt zwischen den Stühlen..ich war Heilig Abend zum ersten mal nicht da..weil ER wenn ich komme, nix sagt, rausschmeißen traut er mich nicht..aber er schnaubt und knallt Teller..seit August nun schon....
      das wollte ich mir Weihnachten nicht auch noch geben..
      Man kann sich ja über Geschmack streiten..aber verwüstet habe ich nichts..bissel umgestellt...und wirklich die Eimer hatte er vor 10 Jahren in der Küche, wo er damals gearbeitet hat gesammelt...mit denen war der ganze Schuppen zugestellt..gebraucht hat er sie nie....

      na egal....Gärten könnte was wunderbares sein
      in unserer Familie sorgt er für Konflikte.......



      Also Goldkeks, freu Dich an Deinem Idyll....und sei froh, daß Du da walten kannst wie es Dir dünkt..das war auch mein Traum..ein naturnaher Garten...aber das ging nicht...im Sommer wird jede Woche der Rasen gemäht..und wehe irgend so ein Pflänzchen guckt über die Beetabsperrung....
    • hallo wilma,

      bei uns im osten gibt es überall, selbst hier in einer großstadt, der schrebergartenstadt schlechthin;), sehr sehr viele freie gärten, man kriegt sie eigentlich sofort..... und muss nicht groß warten. ich war bei meinem etwas übereilt, weil ich das gar nicht gewusst hatte.... sonst hätte ich mir einen größeren genommen mit einem haus, das in ordnung ist.... aber so hatte der verein mir einen gegeben, der für hiesige verhältnisse klein ist... ich muss sagen, einen größeren hätte ich mir gar nicht zugetraut... aber mittlerweile sehe ich das anders: ein 500 qm garten ist ähnlich viel (oder wenig) arbeit wie ein 300 qm garten.... beim größeren ist nur die rasenfläche anteilig größer und dadurch leichter zu mähen und man hat mehr platz für den gemüseanbau. bei mir ist es so recht "wurschtelig" und ich kann leider nicht so viel gemüse anbauen, wie ich möchte. trotzalledem liebe ich meinen garten über alles.

      hier im osten gibt es das umgekehrte problem zu deinem, die alten leute sterben gartentechnisch langsam aus und dann stehen gärten sehr lange leer. wenn man einen abgeben möchte, kann man 2-3 jahre nach einem nachmieter suchen, bzw. diese sind sehr anspruchsvoll und wollen den garten und das haus vorher "noch gemacht haben".... wenn man den garten nicht losbekommt, zwingt einen der verein, viele bäume abzuholzen. ;((( deshalb gibt es hier leider viele "kahle" gärten, die zwar ordentlich, aber seelenlos sind, und die dann jahrelang leer stehen, weil sie dann doch keiner möchte. im sommer ist es viel zu heiß, kein wunder ohne bäume kein schatten.

      die geschichte mit dem mann deiner mutter hört sich krass an. ich muss zugeben, dass ich beinahe schadenfroh war, dass er den sommer im krankenhaus verbringen musste und du endlich mal gemüse anbauen konntest.
      ich drücke dir sehr die daumen, dass du in deiner stadt bald einen eigenen hast.

      in unserer stadt gibt es mittlerweile das projekt "die essbare stadt", das ist auch klasse.mitten im park werden beete für mais, tomaten, kräuter errichtet. jeder kann sich ein stück rasen abstechen und einfach etwas damit "veranstalten". alles wird liebevoll gehegt und *oh wunder* es wird nicht einmal viel geklaut. pflücken ist ausdrücklich erlaubt, aber es gibt niemanden, der über nacht alles kahl erntet, wie es mir in meinem garten schon manchmal passiert ist, wie auch dieses jahr, wo über nacht mehrere stachelbeerpflanzen abgeerntet worden waren, obwohl ich noch marmelade kochen wollte....

      vielleicht wäre das auch für eure stadt eine idee mit der essbaren stadt?!?

      in unserer stadt gibt es neben schrebergärten noch freie grundstücke, die von der stadt direkt vermietet werden. dann gibt es noch mietäcker und ähnliches.

      letzte möglichkeit: in supermärkten zetteln wegen gartenbeteiligung aufhängen.

      lg goldi

      _____________

      PS:

      wilmastante schrieb:

      leider ist er ein ultra Spießer...so einer für den ein Garten zum Schaffen und Aufräumen da ist..

      meine Kräuterspirale hat er im ersten Jahr mal gleich rausgerupft..er behauptete ..er wollte sie nur versetzen ( wo waren dann die Kräuter die einiges an Geld gekostet hatten,hingekommen?)...sie war ihm einfach zu unordentliche..aufgebaut..wie gesagt..hat er sie nie wieder..die schönen englischen Rosen , gingen wie alles, was ich pflanzte ein..war schon komisch...

      also gleich zu Anfang war klar, das geht nicht mir ihm...der erträgt nicht, wenn ich was anders mache, ...wie er sich einen Garten vorstellt und reden...ging noch nie mit ihm...

      so eine pedantische dumme knalltüte... das mit der kräuterspirale und den rosen ist echt gemein....
      um so mehr ein grund, etwas woanders aufzubauen....

      bei meinem freund hab ich hinter dem haus einen garten angelegt, das war vorher ein öder hinterhof, natürlich muss ich mich damit abfinden, dass mancher nachbar seinen hund in meine beete scheixxxen lässt, aber trotzdem macht mir auch dieses gärtchen meist viel freude und die bienen kommen mittlerweile vorbei.

      vielleicht ist das für dich auch eine option, ein freies plätzchen zu "begärtnern", auch wenn einem das land nicht gehört?