"Das kannst du mit DEINER Figur aber nicht tragen!"

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    • "Das kannst du mit DEINER Figur aber nicht tragen!"

      Es nervt mich einfach nur noch. Jedesmal, wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin, wird mein Kleidungsstil kommentiert. Ich könne ja mit meiner Figur dies und jenes nicht tragen, alle anderen würden sicher hinter vorgehaltener Hand darüber lachen und schließlich müsse man mir das mal ins Gesicht sagen. Man wolle ja nicht, dass ich mich blamiere und alle anderen über mich lachen.

      Heute war wieder so eine Situation. Meine Mutter störte sich an meinem Halstuch, meinte sowas würden noch nicht einmal Omas oder Bauern zum Schlachten anziehen und ich müsse das wegschmeißen, weil alle anderen sicher über mich lästern würden deswegen. Ihr täte es schließlich Leid, wenn alle hinten rum über mich lachen würden und sie würde mich ja nur beschützen wollen.

      Dann ist mir der Kragen geplatzt und ich habe einfach mal unvermittelt "Spinnst du?" gesagt. Es sei schließlich meine Sache was ich wie und wo anziehe und was ich womit kombiniere. Sie hört dann aber auch nicht auf und geht immer wieder darauf ein. Bis ich ihr mal gesagt habe, ob sie es nicht merke, dass sie mich schon geschlagene 10 Minuten runter putzt und sie sich schließlich nicht wundern brauche, wenn ihre Tochter so ständig Selbstzweifel hat.

      Daraufhin kam nur, dass ich ja keine Selbstzweifel hätte und das wirklich außer Frage steht, dass mein Tuch hässlich sei und alle anderen auch so denken.

      Das ist nur eine Situation. Als Kind gabs tausende Situationen dieser Art. Ich kam vom Shoppen mit Freunden zurück und wurde vor meinen Freunden meines schlechten Kaufs bezichtigt. In den Geschäften traute ich mich dann gar nicht mehr irgendwas anzubringen, weil ich wusste, was dann Phase ist.

      Jetzt gehe ich zwar alleine einkaufen, aber es kommt trotzdem immer wieder zu solchen Situationen. Das führte teilweise so weit, dass mir die Freude an einem neuen Teil vergangen ist, und ich es dann nicht mehr angezogen habe, weil ja angeblich alle über mich lästern würden, wenn man als Dicke sowas trägt oder weil das ja sooo hässlich ist.

      Wer sagt eigentlich was wer tragen und nicht tragen darf? Wer sagt, was schön und was hässlich (und ich meine objektiv schön oder hässlich) ist? Meiner Meinung nach ist gerade Mode und Geschmack sowas von subjektiv, dass es da keine Objektivität geben kann.

      Wer hat nicht schonmal den Satz gehört "Das du sowas trägst finde ich mutig!" oder "Bei deiner Figur würde ich das nicht so tragen!"...es nervt mich einfach nur noch. Dieses "nur Schlanke dürfen x,y,z". :mad:
    • Sassy ich finde du bist vielen Leuten einen Schritt voraus(Auch mir).

      Du weißt genau, wie schwachsinnig das ist und dass Schönheit und Mode SUBJEKTIV ist, steht ja eigentlich auch ausser Frage.

      Aber trotzdem glaube ich ,dass wir in dieser Gesellschaft(ich begrenze das jetzt auf Deutschland) nicht mehr erleben werden, dass man als molliger oder dicker Mensch von niemandem mehr diskriminiert wird.

      Ich glaube nicht, dass wir dass noch erleben werden.

      Selbst ich(und das finde ich tragisch)ertappe mich immer wieder dabei, dass ich Leute anschaue, bei denen ich der Meinung bin, dass sie bestimmte Sachen nicht anziehen können und das auch äußere(aber trotzdem nur durch die blume)

      Gott sei dank, weiß ich aber auch, dass ich nichts besseres bin, nur weil ich vielleicht einen geringeren Fettanteil habe, als andere.

      Ich finde es sehr bitter, dass deine eigene Mutter dich so behandelt. Ist bei mir auch so gewesen.

      Ich versuche mir aber klarzumachen, dass diese Leute irgendwann nicht mehr da sind und ich trotzdem weiterleben muss und zwar wie ICH es will.

      Warum also nicht auch jetzt schon darauf sch......., was deine Familie sagt:)

      Ich glaube, du bist ein toller Mensch und vorallem intelligent und ausdauernd genug, zu zeigen, wie falsch deine Mutter liegt, wenn sie dich so behandelt.

      Am meisten nervt es mich, wenn Eltern denken, sie tun etwas gutes damit.Auch wenn man Ihnen sagt, dass es verletzend ist, beharren sie immer noch auf ihre GUTE ABSICHT. Und das ist so furchtbar ignorant.

      by the way

      ich muss das geschriebene auch erstmal umsetzen.kein leichter job:)
    • Das Beste wollen und das Beste tun, sind oftmals zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich bin Mutter und weiß wovon ich rede.;)

      Es kann also durchaus sein, dass man als Mutter etwas kritisiert um das "Kind" zu schützen. Ich erinnere mich mit Grausen an eine bestimmte Frisur mit der meine Tochter eines Tages auftauchte. Ich fand sie dermaßen scheußlich und sie dadurch so zum Nachteil "verunstaltet" dass ich meine Meinung dazu natürlich nicht zurück hielt... weil es mir nicht gefiel, aber auch sehr, weil ich nicht wollte, dass andere Menschen meine Tochter auslachen könnten.

      Dass das in der Form nicht gut von mir gemacht war, weiß ich heute.
      Aber jede Tochter sollte vielleicht einmal Folgendes bedenken:
      Auch eine Mutter ist nie perfekt.
      Auch eine Mutter muss lernen.
      Auch eine Mutter hat diese Tochter in dem gerade bestehenden Alter noch nie vorher gehabt und so ist auch jede Situation neu.

      Heute würde ich vielleicht immer noch sagen, dass ich eine solche Frisur nicht hübsch finde, aber in einem anderen Ton und (ich hoffe!) so, dass ich trotzdem zeige, dass ich die Entscheidung meine erwachsenen "Kindes" respektiere.
      Ich bin zum Beispiel absolut kein Freund von Tatoos, habe meiner Tochter aber trotzdem letztes Jahr ihr Wunschtatoo geschenkt.
      Auch Mütter sind lernfähig. ;)

      Ansonsten Sassy:
      Wenn Deine Mutter gar nicht damit aufhört und Dich immer wieder in der Form klein macht, dann drehe doch - da Argumente ja anscheind bisher nicht fruchteten - den Spieß einmal um, und kritisiere ihren Kleidungsstil. Auch so, das Du signalisierst, Dich für ihr Äußeres zu schämen und dass alle Leute sie hinter vorhehaltener Hand auslachen...
      Natürlich solltest Du sie später aufklären, warum Du solche verletzenden Dinge zu ihr gesagt hast, nämlich deshalb, weil Du ihr zeigen wolltest, wie es sich anfühlt, so angegangen zu werden.
      Vielleicht wäre das ein Weg, Deiner Mutter klar zu machen, dass ihre Sorge in dieser Form nicht angenehm, sondern verletzend für Dich ist.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • hat deine mutter auch sonst extreme ängste, dass die leute reden, oder lachen und hinter ihrem rücken lästern könnten? und nimmt sie sich in ihrem leben stark zurück, weil irgendwas irgendjemand (ihrere mutter?) nicht gefallen könnte? meistens reden die leute nämlich über sich selber, wenn sie so extensive und übergriffige gute ratschläge austeilen.

      mir ist, außer dem spiegeln, das itsme vorgeschlagen hat, noch eingefallen, dass du dir von deiner mutter zu weihnachten ein outfit wünschen könntest, das, ihrer ansicht nach, schön und für deine figur geeignet ist, und dass du dieses dann stur als mutterbesuchsuniform verwenden kannst. und abwarten, wie das wirkt. ;)
      Lieben Gruß

      Rita

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rita ()

    • Meine Mutter hat mich ja in meiner Kindheit jahrelang am liebsten mit Jogginghosen eingedeckt, das sah unmögich aus, aber sie fand, ich könne das tragen... außerdem war es angeblich so wahnsinnig schwer, andere Hosen für mich zu finden (steht auch in meinem Text auf der Team-Seite beschrieben). Warum trugen dann zwei, die deutlich dicker waren als ich, viel passendere Kleidung? Im Nachhinein schämt sie sich offenbar auch darüber, mir diese Jogginghosenphase angetan zu haben. Ich glaube, sie war einerseits zu bequem dazu, mit mir nach wirklich passender Kleidung zu suchen und sah in den meist grauen Joggingklamotten eine Möglichkeit, mich und meinen dicken Körper zu verstecken. Hat meinem Selbstwertgefühl damals sehr geschadet.
      Seit ich dann etwa seit meinem 15. Lebensjahr ausschließlich selbst für meine Kleidung verantwortlich bin, ist sie manchmal ganz angetan von dem, was ich trage und wie ich kombiniere. Nur sehr selten kommen mal kritische Worte, dann kann sie inzwischen aber auch benennen, warum. Früher hätte sie einfach gesagt: "Das steht Dir nicht" und mich damit verunsichert, aber irgendwann habe ich sie dazu gedrängt, mir zu sagen, wo es angeblich hapert.
      Ich habe sie bei gemeinsamen Einkäufen auch schon dazu aufgefordert, mir etwas zu zeigen, was mir ihrer Meinung nach besser stehen würde als etwas, das ich gerade ins Auge gefasst hatte - tja, da musste sie sich dann eigentlich immer geschlagen geben, weil die von mir gewählten Sachen vergleichsweise weitaus besser zu mir passten als das, was sie mir aufzwängen wollte. Entsprechend seltener kritisiert sie noch an meiner Bekleidungswahl rum.
      Ritas Vorschlag mit der muttergenehmigten Uniform finde ich gut, auch wenn ich befürchte, dass der Lerneffekt bei Deiner Mutter ausbleiben könnte und sie selbstzufrieden erkennt, dass ihre Frau Tochter brav das Outfit trägt, das für sie zusammengestellt wurde. Wenn Du immer in der gleichen Kleidung auftrittst könntest Du auch deutlich betonen, dass Du Deine selbstgewählten Kleidungsstücke zwar mehr liebst und Dich darin sehr wohl fühlst, Du aber diese unmögliche Kombination allein um des lieben Friedens Willen nur für Deine Mutter trägst.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
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    • Ich bin erneut verwundert, wie dich solche Kommentare verunsichern. Wahrscheinlich hat fast jeder mal den Spruch von den Eltern gehört "was sollen denn da die Nachbarn denken". Daraufhin schaut man sich die Nachbarn genauer an, wie deren Haus/Einrichtung/Hobbies/Kleidung/Familienleben aussieht und man bemerkt sehr schnell, dass keiner von denen als Masstab herhalten kann bzw sollte. Gelsnerkirchner Barock, 90er Jahre Plastiksofa, Spiesservorgarten, Geschwisterzwist, Einheitskleidung, you name it. Wie können die denn ein Vorbild sein?

      Die Messlatte bestimmst doch nur du. Wenn du unsicher bist, dann such dir Rat bei Menschen die du persönlich schätzt und deren Stil du magst. Ich beispielsweise hasse die Beratung der Boutiquenverkäuferinnen, und zwar leidenschaftlich. Ich habe nur eine Freundin, deren Stil ich wirklich schätze und nur die würde ich im Zweifelsfall fragen.

      Ansonsten würde ich mir solche Bemerkungen verbitten, denn schließlich erteilst du deiner Mutter ja auch nicht ungefragte (Kleidungs-) Ratschläge. (Ach, die Stützstrümpfe machen dich ein bisschen blass, Mama:-p). Eine Mutteruniform ist natürlich streitvermeidend und pragmatisch, würde mir persönlich gegen meine Ehre verstoßen.

      Und bitte, wer nicht in seiner Jugend irgendwelche Kleidungssünden begangen hat, der muss ein arger Langweiler sein und ist zu bedauern.

      Du hast natürlich den wunden Punkt erkannt. Dicken kann man solche Sprüche um die Ohren hauen und sie zucken schuldig zusammen. Theoretisch gesehen hat doch der Dicke das gleiche "Recht" sich schick, langweilig, "unmöglich" oder auffällig zu kleiden wie ein Schlanker. Beim Schlanken wird ganz genausoviel gelästert, nur der Dicke zieht sich den Schuh an, dass er keinesfalls aus dem Rahmen fallen darf (männliche Form der Einfachheit halber gewählt).

      Wenn deine Mutter das nächste mal mit den Nachbarn kommt, würde ich sagen, ach, der Herr Müller, der der seine Frau betrügt und den Hund schlägt, für den soll ich ich meine Kleidung auswählen? Oder für Frau Meier, die du nicht leiden kannst? Oder Frau Schmidt, die mit den Hochwasserhose, Herrn Schulze mit der Akne, Frau Müller-Lüdenscheid mit dem Silikonbusen? usw.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Da musst du einfach drüber stehen. Ich bekomm das alles auch desöfteren zu hören, aber was solls. Ich zieh das an, worin ich mich wohl fühle und gut ist. Ich meine, nur weil jm ein paar Kilos mehr hat, kann man gleich härter urteilen oder was. Schaut euch mal diese ganzen Hungerhacken an. Findet ihr das schön?? Also ich nicht. Aber sag doch deiner Mum einfach mal, dass dich das verletzt. Vielleicht weiß sie gar nicht, wie ihre Kommentare letztendlich rüber kommen und dich verletzen.
    • Ich bin erneut verwundert, wie dich solche Kommentare verunsichern.
      Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das inzwischen wirklich bedenklich finde, wenn man mit Mitte 20 noch so ein fremdbestimmtes Leben führt. Ich meine es nicht böse, aber deine Posts lesen sich manchmal wie die einer 15 Jährigen, die gegen ihre Eltern rebelliert.

      Du bist eine erwachsene Frau, die erfolgreich ihr Leben bestreitet, daher verstehe ich nicht, warum du dich so von deinen Eltern gängeln lässt. Warum interessierst es dich denn, was deine Mutter zu deiner Kleidung sagt? Natürlich kann man die Meinung seiner Eltern einholen, aber du bist nicht mehr das kleine Mädchen, das auf diese Meinung angewiesen ist. Mal abgesehen davon, würde ich meine Mutter niemals mit zum Einkaufen nehmen, weil ich weiß, dass ich sie spätestens nach 5 Min. an einem Kleiderbügel erhängen würde. Das sind doch Konflikte die man locker vermeiden kann.

      Ich halte es für falsch, mit der Mutter solche Spielchen zu spielen, wie hier vorgeschlagen wurde. Wie lange soll Sassy das denn mitmachen?

      Ich halte es für besser, den Eltern nicht ständig als verletzter Teenie gegenüber zu treten sondern als erwachsene Frau, die klar und deutlich ihren Standpunkt kommuniziert. Das bedeutet allerdings, dass man sich zu den Eltern auf Augenhöhe begibt und nicht aus Schuldgefühlen (Sie haben so viel für mich getan..) in der demütigen Opferrolle verharrt,- denn man schuldet seinen Eltern nichts. Dankbar zu sein ist die eine Sache, sich deswegen alles gefallen lassen muss man aber noch lange nicht.
      [CENTER][SIZE=2]Time has come for the crow to fly away.
      [SIZE=1](Avantasia - The Scarecrow)[/SIZE]
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    • Itsme schrieb:

      Das Beste wollen und das Beste tun, sind oftmals zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich bin Mutter und weiß wovon ich rede.;)

      Es kann also durchaus sein, dass man als Mutter etwas kritisiert um das "Kind" zu schützen. Ich erinnere mich mit Grausen an eine bestimmte Frisur mit der meine Tochter eines Tages auftauchte. Ich fand sie dermaßen scheußlich und sie dadurch so zum Nachteil "verunstaltet" dass ich meine Meinung dazu natürlich nicht zurück hielt... weil es mir nicht gefiel, aber auch sehr, weil ich nicht wollte, dass andere Menschen meine Tochter auslachen könnten.

      Vielleicht wäre das ein Weg, Deiner Mutter klar zu machen, dass ihre Sorge in dieser Form nicht angenehm, sondern verletzend für Dich ist.


      Ich glaube auch, dass es damit zusammenhängt, was sie mit mir alles durch haben. Die ganzen schlimmen Mobbingphasen, die sie als Eltern auch teilweise überfordert haben, weil sie nicht wussten warum mir andere Kinder sowas antun. Wenn das eigene Kind plötzlich Morddrohungen bekommt, nur weil es dick ist, da kann man schonmal ratlos und fassungslos sein. Wir sind damals beim Klassenlehrer, dann beim Schulleiter gewesen und alles hat nichts genützt. Dann sind wir umgezogen und ich kam auf eine andere Schule, erst da wurde es langsam besser. Manchmal kam meinen Eltern auch der Gedanke, dass es vielleicht auffhört, wenn ich abnehmen würde. Ich wurde ja augenscheinlich gehänselt weil ich dick war. Alle Beschimpfungen bezogen sich immer auf mein Gewicht.
      Was ich damit sagen will: Vielleicht will meine Mutter nicht, dass ich das nochmal durchmache und hat deswegen so reagiert. Man will ja in der Regel sein Kind schützen.

      Ich habe ihr übrigens direkt in der Situation gesagt, dass mich das verletzt, wie sie es sagt. Dann hat sie sich auch entschuldigt.

      Rita schrieb:

      hat deine mutter auch sonst extreme ängste, dass die leute reden, oder lachen und hinter ihrem rücken lästern könnten? und nimmt sie sich in ihrem leben stark zurück, weil irgendwas irgendjemand (ihrere mutter?) nicht gefallen könnte? meistens reden die leute nämlich über sich selber, wenn sie so extensive und übergriffige gute ratschläge austeilen.

      mir ist, außer dem spiegeln, das itsme vorgeschlagen hat, noch eingefallen, dass du dir von deiner mutter zu weihnachten ein outfit wünschen könntest, das, ihrer ansicht nach, schön und für deine figur geeignet ist, und dass du dieses dann stur als mutterbesuchsuniform verwenden kannst. und abwarten, wie das wirkt. ;)


      Naja. Meine Mutter ist sehr selbstbewusst. Sie ist der Meinung, dass sie überall und immer gut ankommt und macht sich eher keinen Kopf darum, was andere von ihr denken könnten. Manchmal muss ich sie sogar darauf hinweisen, wenn sie Fehler gemacht hat, denn sie selbst sieht das nicht. Falls sie doch mal in eine Situiation geraten ist, in der sie nicht gut angekommen ist, sucht sie die Fehler bei anderen und nicht bei sich. Also das genaue Gegenteil von mir. Zurücknehmen ist nicht ihr Ding. Sie sagt immer sie sei eben so, und wer das nicht akzeptiert hat Pech gehabt.

      Sie schenkt mir auch manchmal Klamotten, eher schlichte Teile, meistens eine Nummer zu groß, weil sie denkt das kaschiert mehr. Ich sage ihr auch immer ehrlich, wenn mir was gefällt oder nicht. Also ihr zuliebe etwas tragen, was mir missfällt..nie im Leben. Aus dem Alter bin ich raus.
      Ich musste als Kind immer weite Klamotten tragen, weil sie der Meinung war in meiner Größe gebe es eben nichts anderes, ähnlich wie bei Kampfzwerg.

      Knallfrosch schrieb:


      Ansonsten würde ich mir solche Bemerkungen verbitten, denn schließlich erteilst du deiner Mutter ja auch nicht ungefragte (Kleidungs-) Ratschläge. (Ach, die Stützstrümpfe machen dich ein bisschen blass, Mama:-p). Eine Mutteruniform ist natürlich streitvermeidend und pragmatisch, würde mir persönlich gegen meine Ehre verstoßen.


      Das habe ich auch getan. Und dann hat sie sich doch entschuldigt. Sie sagte mir, wenn sie jemanden auf der Straße in Kleidung xy sehen würde, würde sie ablästern. Und darauf sagte ich ihr, dass sie nicht von sich auf alle schließen sollen, weil sie eben in dem Punkt oberflächlich denkt. Das hat wohl so gesessen, dass sie sich dann entschuldigt hat.

      Taborea schrieb:

      Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das inzwischen wirklich bedenklich finde, wenn man mit Mitte 20 noch so ein fremdbestimmtes Leben führt. Ich meine es nicht böse, aber deine Posts lesen sich manchmal wie die einer 15 Jährigen, die gegen ihre Eltern rebelliert.


      Zu fremdbestimmt kann ich nur sagen, Zustimmung. Ich bin noch fremdbestimmt aus vielerlei Gründen. Ca. 15 Jahre lang waren meine Eltern die einzigen Bezugspersonen, die ich hatte. Ich hatte weder Freunde noch sonstwelche Bekanntschaften. Dazu kommt, dass ich in dem Alter, wo alle rebellieren immer die brave Tochter war. Ich wollte nie Streit haben, weil ich das emotional schwer ertrage, also habe ich lieber weggesteckt, wenn mir was gegen den Strich ging. Mit meinem Auszug vor fünf Jahren hat sich zwar räumlich etwas geändert, aber finanziell bin ich zu 100% abhängig. Das klingt zwar recht oberflächlich, aber es macht einen gewaltigen Unterschied, ob man auch finanziell auf eigenen Beinen steht oder nicht. Ich bekomme kein Bafög, meine Eltern finanzieren mein komplettes Studium, samt Wohung etc. Dann kommt noch hinzu, dass ich sie über alles liebe, sie immer für mich da sind etc. Allgemein haben wir ein sehr gutes, enges Verhältnis, fast freundschaftlich. Ich möchte mich einfach nicht mit ihnen überwerfen. Ich habe auch jetzt sehr wenige Freunde, kaum Bekanntschaften. Und was soll ich sagen, sie sind mein primärer Bezugspunkt, meine "Basis" wie ich immer sage. Ich will keinen sporadischen Kontakt. Ich möchte weiterhin ein sehr enges Verhältnis zu ihnen haben, auch wenn ich in absehbarer Zeit komplett auf eigenen Füßen stehen werde.

      Taborea schrieb:

      Du bist eine erwachsene Frau, die erfolgreich ihr Leben bestreitet, daher verstehe ich nicht, warum du dich so von deinen Eltern gängeln lässt. Warum interessierst es dich denn, was deine Mutter zu deiner Kleidung sagt? Natürlich kann man die Meinung seiner Eltern einholen, aber du bist nicht mehr das kleine Mädchen, das auf diese Meinung angewiesen ist. Mal abgesehen davon, würde ich meine Mutter niemals mit zum Einkaufen nehmen, weil ich weiß, dass ich sie spätestens nach 5 Min. an einem Kleiderbügel erhängen würde. Das sind doch Konflikte die man locker vermeiden kann.


      Es trifft mich, wenn Menschen die ich liebe sowas zu mir sagen. Bei Fremden ist mir das herzlich egal bzw. tangiert mich eher peripher. Aber von engen Mitmenschen ist mir die Meinung und deren Begründung durchaus wichtig.
      Mit zum Einkaufen nehme ich sie auch äußerst selten, es sei denn sie möchte, dass ich dabei bin. Schon als Teenie kam es da zu regelmäßigen Streits, weil unsere Geschmäcker grundsätzlich verschieden sind.

      Taborea schrieb:

      Dankbar zu sein ist die eine Sache, sich deswegen alles gefallen lassen muss man aber noch lange nicht.


      Ich lasse mir nicht alles gefallen. Allerdings habe ich mich trotzdem verletzt gefühlt. Und das habe ich auch geäußert. Wenn ich dann aus ihrer Sicht immer noch das trotzige Kind bin, ist das nicht mein Kommunikationsfehler oder?! Ich werde für sie auch immer ihr Kind bleiben, egal wie alt ich werde. Und da sie es gewohnt ist, dass ich jahrelang nicht widersprochen habe, kann sie wohl noch nicht damit umgehen, dass ich ihr jetzt sage, wenn mir was nicht passt.
    • Katze schrieb:

      Schaut euch mal diese ganzen Hungerhacken an.


      Mal davon abgesehen, dass es Hungerhaken und nicht -hacken heißt, finde ich, dass solche Titulierungen in einem Forum wie diesem nichts zu suchen haben - was ist daran besser, als Beleidigungen wie z. B. "Fettwanst" oder ähnliches?
    • Sassy, ich glaube vielleicht wird es Zeit dass du dich (wenigstens teilweise) finanziell und emotional von deiner Familie etwas unabhängiger machst. Das weisst du eh selbst, und es ist nicht einfach. Aber das wird jetzt mal Zeit, da bin ich mir sicher.

      Hungerhackende Grüße :-p (Danke Hummelchen für die schnelle Reaktion)
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Generell finde ich es dumm auf Beleidigungen wieder mit Beleidigungen zu reagieren. Damit begibt man sich auf die selbe Stufe mit demjenegen, der beleidigt hat und das möchte man ja in der Regel nicht oder?!

      Knallfrosch schrieb:

      Sassy, ich glaube vielleicht wird es Zeit dass du dich (wenigstens teilweise) finanziell und emotional von deiner Familie etwas unabhängiger machst. Das weisst du eh selbst, und es ist nicht einfach. Aber das wird jetzt mal Zeit, da bin ich mir sicher.


      Glaub mir das würde ich sehr sehr gerne. Allerdings weiß ich, dass ich eins, zwei Jobs haben müsste, um meine laufenden Kosten zu decken. Und das nebenbei, neben einem Studium mit ca. 30 SWS..ich frage mich immer wie andere das machen, aber wenn ich meinen Tag überstanden habe, mit Vor und Nachbereitungen, dann bin ich nicht mehr aufnamefähig. Meine Eltern wollten nicht, dass ich nebenbei arbeiten muss, um mir mein Studium zu finanzieren. Sie haben rechtzeitig angefangen was für meine Ausbildung beiseite zu legen. Das nutze ich jetzt quasi. Ich habe mich mit ihnen mehrfach darüber unterhalten und sie betonten immer wieder, dass ich ihnen nicht zur Last falle und lieber mein Studium ordentlich machen soll, um hinterher Geld zu verdienen, anstelle nebenbei zu arbeiten und so vielleicht das ein oder andere Jahr länger studieren zu müssen. Ich bekomme zwar hoffentlich bald einen Hiwi Job, aber davon kann ich mir auch nichts leisten. In den Semesterferien stehen unbezahlte Praktika an, also bleibt da auch kaum Zeit sich einen Ferienjob zu suchen.
      Meine Freundin arbeitet nebenbei beim ADAC und hatte diverse Jobs. Sie studiert schon fast 10 Jahre, weil sie durch das Arbeiten kaum Zeit für die Uni hat. Ich bin in der Lage, nicht arbeiten zu müssen, um studieren zu können und finde das ungeheuer erleichternd, auch wenn ich ab und an darüber nachgedacht habe, weil ich dachte meinen Eltern zur Last zu fallen.
      Ich habe jetzt noch ca. 1 Jahr vor mir. Dann bin ich fertig. Im Referendariat würde ich genug verdienen um unabhängig zu sein. Allerdings möchte ich erstmal eine Dissertation in Angriff nehmen. Ob ich da genug Geld allein auftreiben kann ist fraglich. Als Student bekommt man auch kaum Unterstützung. Man lebt ja "in selbstverschuldeter, freiwilliger Armut". Einen Kredit möchte ich nicht aufnehmen. Es ist schon alles nicht so einfach.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sassy ()

    • Ich bin noch fremdbestimmt aus vielerlei Gründen. Ca. 15 Jahre lang waren meine Eltern die einzigen Bezugspersonen, die ich hatte. Ich hatte weder Freunde noch sonstwelche Bekanntschaften. Dazu kommt, dass ich in dem Alter, wo alle rebellieren immer die brave Tochter war.
      Ich weiß nicht warum das bei dir so war, aber ich finde, dass dir dadurch eine sehr, sehr wichtige Phase der persönlichen Entwicklung fehlt. Pubertät ist nicht nur Party machen, sondern durch die Rebellion legt man praktisch den Grundstein seiner Unabhängigkeit. Durch Freunde lernt man andere Meinungen kennen und entwickelt seine Persönlichkeit weiter und formt so sein eigenes Weltbild. Sind die Eltern das einzige tragende Vorbild, kann man nie wirklich unabhängig werden, weil man dadurch indirekt immer auf ihre Meinung angewiesen ist.

      Ich wollte nie Streit haben, weil ich das emotional schwer ertrage
      Konflikte gehören unabdinglich zum Leben dazu und es im Grund fast schon lebenswichtig, zu lernen damit umzugehen, weil man sonst immer und immer wieder auf die Nase fallen wird.

      Evtl. ist dort auch der Grund für das Mobbing zu suchen. Ich will damit nicht sagen, dass es deine Schuld was,- um Gottes Willen, aber solche die immer einstecken sind perfekte Opfer.

      Ich war als Kind schon dick und sah wirklich gruselig aus (Rote Haare, Brille, abgeklebtes Auge, unmoderne Kleidung) aber ich wurde nie gehänselt, weil ich jedem zu verstehen gegeben habe, dass er das mit mir nicht machen kann. Wobei ich mich nie geprügelt habe oder ausfällig wurde.

      finanziell bin ich zu 100% abhängig.
      Ich hatte Zeiten, da bin ich zur Schule gegangen hatte nebenher noch 2 Jobs. Es ist hart, aber es geht und es ist mir viel lieber, als von meiner Mutter abhängig zu sein. So geht es tausenden von jungen Menschen. Ich finde, es würde dir nur gut tun, dich so weit wie möglich von deinen Eltern freizustrampeln. Denn dann zieht nämlich dieses "Solange du die Füße unter meinen Tisch stellst" Prinzip nicht mehr. Will sagen, solange du von deinen Eltern abhängig bist, werden sie das immer als Freifahrtsschein betrachten, dir in dein Leben reinreden zu dürfen.

      Dann kommt noch hinzu, dass ich sie über alles liebe, sie immer für mich da sind etc. Allgemein haben wir ein sehr gutes, enges Verhältnis, fast freundschaftlich.
      Ich glaube dir, dass du deine Eltern liebst und ich sage auch nicht, das du den Kontakt abbrechen sollst. Gerade wenn man sich wirklich liebt und ein enges Verhältnis pflegt, sollte man doch über alles reden können, sich gegenseitig akzeptieren und nicht ständig den anderen kritisieren. Natürlich haben Eltern eine beratende Funktion aber unbegründete Kritik, Grenzüberschreitung und runterputzen sind für mich kein Liebesbeweis. Ich meine damit, dass du evtl. darüber nachdenken solltest, ob dieses enge Verhältniss wirklich auf Gegenseitigkeit beruht,- oder ob es doch eher projezierte Gefühle deinerseits sind. Mir kommt es nämlich so vor, dass du deinen Eltern nichts recht machen kannst und sie nur gut und lieb zu dir sind, solange du ihre brave Tochter bist und nach ihrer Pfeife tanzt.

      Wenn ich dann aus ihrer Sicht immer noch das trotzige Kind bin, ist das nicht mein Kommunikationsfehler oder?!
      Deine Reaktion, wie du sie im Eingangspost beschrieben hast, finde ich kindlich.

      Es kommt eben darauf an, wie man sich seinen Eltern präsentiert. Zwischen "Spinnst du ich trage was ich will" und "Mutter, es ist meine Entscheidung, also lass es gut sein. - Thema beendet - " liegt ein riesiger Unterschied. Natürlich bleibt man immer das Kind seiner Eltern, aber ob man es wagt, seinen Eltern in Wort und Tat als erwachsener Menschen gegenüberzutreten, also auf Augenhöhe, ist der alles entscheidende Punkt. Oder auch "Nein ich möchte nicht mit dir einkaufen gehen, weil mir diese Streitereien zu anstrengend sind". Man schafft es kaum, als Erwachsener, seine Eltern auf der emotionalen Ebene zu packen, das sollte so sachlich wie möglich sein.

      Abgesehen davon hätte ich niemals zugelassen, dass meine Mutter mich 10 Min. am Stück runterputzt. Ich hätte schon nach wenigen Worten auf dem Absatz kehrt gemacht,- denn ich bin erwachsen und ihr steht es nicht zu, so mit mir zu reden, weil nicht mehr ihr kleines Kind bin, das sie bevormunden muss.
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    • Taborea schrieb:

      Ich weiß nicht warum das bei dir so war, aber ich finde, dass dir dadurch eine sehr, sehr wichtige Phase der persönlichen Entwicklung fehlt. Pubertät ist nicht nur Party machen, sondern durch die Rebellion legt man praktisch den Grundstein seiner Unabhängigkeit. Durch Freunde lernt man andere Meinungen kennen und entwickelt seine Persönlichkeit weiter und formt so sein eigenes Weltbild. Sind die Eltern das einzige tragende Vorbild, kann man nie wirklich unabhängig werden, weil man dadurch indirekt immer auf ihre Meinung angewiesen ist.


      Genau so war es bei mir. Ich hatte meine Eltern. Dann gab/gibt es meine beste Freundin, die Tochter von Studienbekanntschaften meiner Eltern (wir sind quasi zusammen aufgewachsen), die immer weit weg wohnte. Ich habe es immer genossen sie zu sehen, weil sie jahrelang meine einzige Vertrauensperson neben meinen Eltern war. Glaubte ich neue Freunde gefunden zu haben, stellte sich heraus, dass diese Menschen sich über mich lustig machten und nur mit mir zusammen waren, um mich nach Strich und Faden auszunutzen und zu verarschen. Sie müssen wohl "gerochen" haben, dass ich über jede positive Aufmerksamkeit froh war, denn ich hatte ja niemanden. Was habe ich geheult als Kind/Teenie, weil man mir wieder übel mitgespielt hatte, obwohl ich nichts weiter wollte als endlich, wie jeder andere auch, Freunde haben, die mich so nehmen, wie ich bin.
      Parties..mh...ich war das erste Mal zur Disko nach dem Abi. Da war ich um einiges schlanker (wieder ein Versuch Anerkennung auf Kosten meines Körpers zu bekommen) und hatte plötzlich sehr viele Freunde. Ich war echt dumm. Ansonsten hatte ich danach lockere Bekanntschaften, aber enge Freundschaften haben sich kaum entwickelt. Wahrscheinlich weil ich mir eingestanden habe, dass ich nicht der Partymensch bin. Meine "Freunde" waren das aber und so lebte sich das auseinander.


      Taborea schrieb:

      Ich hatte Zeiten, da bin ich zur Schule gegangen hatte nebenher noch 2 Jobs. Es ist hart, aber es geht und es ist mir viel lieber, als von meiner Mutter abhängig zu sein. So geht es tausenden von jungen Menschen. Ich finde, es würde dir nur gut tun, dich so weit wie möglich von deinen Eltern freizustrampeln. Denn dann zieht nämlich dieses "Solange du die Füße unter meinen Tisch stellst" Prinzip nicht mehr. Will sagen, solange du von deinen Eltern abhängig bist, werden sie das immer als Freifahrtsschein betrachten, dir in dein Leben reinreden zu dürfen.


      Ich war neben der Schule Zeitungen austragen. Aber viel Unabhängigkeit hat mir das nicht gebracht. Gut, ich konnte mir einiges mehr kaufen als andere Klassenkameraden, aber mehr auch nicht. Dann hatte ich diverse Ferienjobs, das verdiente Geld ist schön aufs Konto gewandert. Gut, ein Urlaub hier und da konnte ich damit schon zahlen, aber mental unabhängiger habe ich mich dadurch nicht gefühlt.

      Taborea schrieb:

      Ich glaube dir, dass du deine Eltern liebst und ich sage auch nicht, das du den Kontakt abbrechen sollst. Gerade wenn man sich wirklich liebt und ein enges Verhältnis pflegt, sollte man doch über alles reden können, sich gegenseitig akzeptieren und nicht ständig den anderen kritisieren. Natürlich haben Eltern eine beratende Funktion aber unbegründete Kritik, Grenzüberschreitung und runterputzen sind für mich kein Liebesbeweis. Ich meine damit, dass du evtl. darüber nachdenken solltest, ob dieses enge Verhältniss wirklich auf Gegenseitigkeit beruht,- oder ob es doch eher projezierte Gefühle deinerseits sind. Mir kommt es nämlich so vor, dass du deinen Eltern nichts recht machen kannst und sie nur gut und lieb zu dir sind, solange du ihre brave Tochter bist und nach ihrer Pfeife tanzt.


      Wenn ich mir recht überlege gab es nie Situationen, wo ich etwas wirklich Dummes gemacht habe, so als Teenie. Ich war immer unkompliziert. Ich habe weder heimliche Parties gefeiert, noch sonst irgendwelche Schwierigkeiten produziert. Ich hatte auch nie den Drang danach. Das Einige was ich mal gemacht habe ist heimlich in ein Schwimmbad einzusteigen. Ansonsten reine Weste. Als ich volljährig wurde habe ich den ein oder anderen Alkoholabsturz gehabt, aber selbst da waren meine Eltern nie böse auf mich. Sie haben mich dann immer ausschlafen lassen und fertig. Allgemein reden sie mir kaum rein. Ich wusste schon früh was ich machen will mit mir und meinem Leben und sie haben mich das machen lassen. Klar..als ich mit 14 mal ein Tattoo wollte durfte ich mir das natürlich nicht stechen lassen, aber darüber bin ich heute heilfroh.:-D So richtig extreme Streitereien und Rebellionen gab es nicht. Wenn ich das mit den Sachen vergleiche, die bei meiner besten Freundin abgegangen sind...sie war froh als sie mit 18 raus war und ihre Eltern erstmal nicht mehr sehen musste, da sie über den Bund studiert und so auch finanziell unabhängig ist.
      Was ich sagen will; es gab nie die Situation wo mir meine Eltern auch in schweren Zeiten ihre Liebe beweisen hätten müssen. Deswegen kann ich das auch schwer einschätzen.


      Taborea schrieb:

      Es kommt eben darauf an, wie man sich seinen Eltern präsentiert. Zwischen "Spinnst du ich trage was ich will" und "Mutter, es ist meine Entscheidung, also lass es gut sein. - Thema beendet - " liegt ein riesiger Unterschied.


      Beide Varianten habe ich nach meinem Spontanausraster versucht. Danach bin ich in sichere Entfernung und das wars dann. Ich kann meinen Eltern hunderttausendmal sagen, dass ich keine 5 mehr bin. Trotzdem wird es solche Situationen immer wieder geben, weil meine Mutter ein Typ ist, der oft nicht nachdenkt bevor er etwas sagt. Hinterher tut ihr dann Vieles Leid.

      Es gibt nach wie vor Reibungspunkte, wo ich gerade meine Mutter darauf hinweisen muss, dass sie sehr schnell verletzend sein kann, weil sie das oft aus ihrer überschäumenden Art heraus nicht merkt. Manchmal ist sie selbst geschockt, manchmal versteht sie das dann aber auch wieder nicht. Wir sind eben vom Naturell her wie Feuer und Wasser. Das ich sie darauf direkt hinweise ist für mich ein riesen Schritt im Vergleich zu früher.
    • Sassy schrieb:


      ... aber finanziell bin ich zu 100% abhängig. Das klingt zwar recht oberflächlich, aber es macht einen gewaltigen Unterschied, ob man auch finanziell auf eigenen Beinen steht oder nicht. Ich bekomme kein Bafög, meine Eltern finanzieren mein komplettes Studium, samt Wohung etc.

      Das solltest du wirklich eher heute als morgen ändern. Wobei es ohne Zweifel toll ist, dass deine Eltern dir alles finanzieren. Das gibt dir einen viel besseren Start als vielen anderen Studenten. Und ist natürlich auf der anderen Seite auch sehr bequem für dich.

      Du brauchst auch nicht gleich von jetzt auf nu 2 oder mehr Jobs. Aber eigenes Geld zu haben und niemandem dafür Rechenschaft ablegen zu müssen, gehört unbedingt zum Erwachsenwerden dazu. Es gibt gerade für StudentInnen unglaublich viele Möglichkeiten, an Geld zu kommen. Angefangen über Stipendien, HiWi-Jobs oder Nachhilfe über die klassischen Studentenjobs bis hin zu bezahlten Praktika etc

      Vieles davon nutzt dir auch später im Beruf was. Abgesehen davon lernt man dabei immer neue Leute kennen.

      Obwohl, was mich betrifft, ich bin erst durch mein Auslandssemester wirklich selbstständig geworden. Jedenfalls kommt es mir im Nachhinein so vor :)
      Bestünde für dich auch eine solche Möglichkeit?
    • Boewi schrieb:


      Es gibt gerade für StudentInnen unglaublich viele Möglichkeiten, an Geld zu kommen. Angefangen über Stipendien, HiWi-Jobs oder Nachhilfe über die klassischen Studentenjobs bis hin zu bezahlten Praktika etc.


      Ich habe mich ja letzte Woche für eine Hiwi Stelle beworben und hoffe, dass ich sie auch bekomme. Denn das Vorstellungsgespräch ist sehr gut verlaufen. Nachhilfe in English gebe ich auch ab und an. Aber das ist ja alles nichts Regelmäßiges. Praktika muss ich schon vom Studiengang her machen, leider alle unbezahlt :(

      Boewi schrieb:

      Bestünde für dich auch eine solche Möglichkeit?


      Theoretisch ja. Jeder kann ja wenn er das möchte ein Semester ins Ausland gehen. Aber als ich mir das so überlegt habe, ich studiere keine Sprache..und nur um Auslandsstudiumserfahrungen zu sammeln wird mir das doch etwas teuer. Den Wunsch hatte ich auch nie. Ich wollte auch damals nie als Au Pair irgendwohin oder ein Highschooljahr machen, wie viele aus meiner Stufe. Ich reise zwar gerne und war auch schon bei Gastfamilien in England und Frankreich, aber für länger wollte ich nie weg. Vielleicht nach dem Examen..das wäre eine Möglichkeit.
    • Ich denke, selbst wenn Du, Sassy, finaziell auf eigenen Beinen stehst, wird Deine Mutter nicht aufhören, an Dir rumzumäkeln. Sie kann gar nicht anders. Das einzige, was Du tun kannst ist, Dir solche "Ratschläge" zu verbitten, mit dem Hinweis, dass Du Dich so anziehen willst, wie es Dir gefällt. Eine andere Möglichkeit ist, Deine Mutter einfach stehen zu lassen und das Zimmer kommentarlos verlassen und sie so lange ignorieren, wie sie auf dem Thema rumreitet, wenn sie wieder an Dir rumkritisiert. Oder Möglichkeit 3, sie auslachen nach dem Motto, "dein Argument ist lächerlich".

      LG Finchen
    • Sassy schrieb:

      I Vielleicht will meine Mutter nicht, dass ich das nochmal durchmache und hat deswegen so reagiert. Man will ja in der Regel sein Kind schützen.


      Vielleicht hilft es dann ihr zu sagen, dass die Mode an der Uni eine andere ist als auf dem Dorf zuhause und du eigentlich eher Komplimente (als ausgelacht zu werden) bekommst für deine Sachen. Vielleicht auch noch ein Hinweis darauf, dass du heute dinge tust, die dir gefallen und du stärker bist als früher und damit leben kannst, wenn andere Menschen dich nicht gut finden.
    • Ich kann ueberhaupt nicht nachvollziehen, was Sassy hier so alles zu hoeren bekommt, nur weil sie reflektiert und ehrlich von ihrem Innenleben berichtet.

      Sassy, ich hoffe, es geht dir noch gut?! Fuehlst du dich nicht runtergemacht?

      Man hat dir sehr weise und gute Ratschlaege gegeben, keine Frage. Und doch: Jeder von uns urteilt nur aufgrund der eigenen Erfahrungen. Was fuer den einen gut ist, kann fuer den anderen toedlich sein.

      Will sagen: Wenn du dich noch nicht bereit fuehlst, die Fittiche deiner Eltern zu verlassen, dann ist es so, und du brauchst dich nicht zu rechtfertigen. Einige Menschen brauchen einfach laenger, als die anderen.

      Du bist ja eigentlich schon mitten im Prozess, einfach nur dadurch, dass du darueber nachdenkst und dich mit anderen Menschen darueber austauschst. Aber es kann sein, dass du wirklich mehr Zeit dafuer brauchst, dich abzuloesen. Nimm dir diese Zeit.

      Ich sehe auch absolut nichts Verwerfliches daran, dass man durch eine dumme oder boese Bemerkung zu einer Sinnkrise kommt. Warum eigentlich nicht? Diese Bemerkungen sind Mittel zum Zweck, und sie setzen wichtige Prozesse in Gang.

      Ich bin z.B. manchen Feinden und Mobbern im Nachhinein sogar (fast) dankbar, denn sie haben mich zum Nachdenken und zum Handeln gebracht. Und manchmal wird ein Umdenken oder eine Umstrukturierung durch eine unbedeutende Bemerkunf gestartet. Das gehoert zum Leben dazu und ist -- zumindest im Fall von Sassy -- absolut unbedenklich, finde ich.
    • Ich werde bald 40 und meine Mutter ab und zu bringt immer noch die selben Sprüche wie die von Sassy...das andere über mich reden, lästern, sie will mich nur schützen, weil ihr das doch weh tun würde , wenn man über mich blabla...

      Ich bin total unabhängig von meinen Eltern, meine Mutter is ne Oberglucke und manchmal trägt sie Kleidung, die eher nach Presswurst, denn gut aussieht, so enge Kleidung habe ich nicht, aber iwie hat sie da nen Knick in der Optik und nur meine Klamotten sind beinahe/demnächst/fast zu eng und so kann man nicht rumlaufen. Bring ich das Argument, will ich ja nur ablenken...

      Ich hab sie jetzt letztens mal gefragt, WER denn genau schon gemeckert hat....öhm bis jetzt keiner, aber falls mal vllt einer lästert, das tät ihr weh, ich bin ja immer noch ihr Kind, das man schützen will...

      Ich hab iwie schon resigniert, es is ein Thema, bei dem sich die Katze selbst in den Schwanz beisst.

      Ich hab mir mal wieder jegliche Einmischung verboten und gesagt, das mir die Meinung in Bezug auf meinen Kleidungsstil anderer egal ist, und wenn andere mein Stil stört, können sie es ja mir selbst sagen...wenn sie sich trauen...
      mal abwarten, wie lange meine Mutter sich diesmal daran hält...
    • @sassy

      du sagst, du hast ein freundschaftliches verhältnis zu deinen eltern, weil du ansonsten keine engen freunde hast.

      aber freundschaft funktioniert nicht so. freunde greifen dich nicht an, machen dich nicht runter. freunde respektieren einander, auch und grade wegen ihrer unterschiedlichkeit. freunde verletzen dich kein zweites mal, wenn du ihnen einmal gesagt hast, dass dir etwas weh tut.

      das sage ich dir als mensch, der immer gute und enge freunde hatte, und der dir wünscht, dass du einmal echte freunde finden wirst.

      du sagst du bist in vieler hinsicht abhängig von deinen eltern. und zu 100% in wirtschaftlicher hinsicht. ok, das mag so sein.

      aber das funktioniert auch in die andere richtung. deine eltern sind auch abhängig von dir. ihr selbstverständnis als eltern hängt in einem noch höheren maß von dir ab, als bei anderen eltern. abhängigkeit ist nie eine einbahnstraße.
      Lieben Gruß

      Rita
    • Ein freundschaftliches Verhältnis mit Eltern ist etwas komplett Anderes als die "richtigen" Freunde.

      Es beginnt schon damit, dass die Eltern und die Kinder per Definition nicht in einem gleichberechtigten Verhältnis stehen können. Nie und nimmer, und das ist auch richtig so. Sonst würde die Gesellschaft und die Erziehung nicht funktionieren.

      Eltern können nicht Freunde sein. Geht nicht und gibt's nicht. Und wenn es versucht wird, dann kommt nur Mist und misslungene Eltern-Kind-Beziehung raus.

      Ein freundschaftliches Verhältnis zu den Eltern ist etwas anderes, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sowas wirklich möglich ist. Das Verhältnis zu den Eltern unterscheidet sich wirklich von allen anderen Beziehungen. Aber, wie alle anderen Beziehungen, muss auch diese Beziehung aktiv gestaltet werden. Wie -- weiss ich selber noch nicht ganz.

      Es scheint mir allerdings klar zu sein, dass ich gegenüber meinen Eltern Liebe und Respekt empfinde, und dass ich mich jedoch stark abgrenzen muss. Denn viele Eltern kennen leider keine Gernzen bei ihren Kindern, egal wie groß und stark die Kinder geworden sind. ;)