Normaler Haushaltszucker ganz, ganz böse?

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    • Normaler Haushaltszucker ganz, ganz böse?

      Hallo,

      seit einiger Zeit gibt es den Trend, den normalen Haushaltszucker zu verteufeln, sodass jetzt sogar schon manche Leute ganz darauf verzichten.
      Ist das eine neue Ernährungsreligion?

      Dürfte den Herstellern von Zuckerersatzstoffen ja entgegenkommen.

      Was ist davon zu halten?

      lg
      kaonashi
    • @Kaonashi

      Ganz ganz böse - sicher nicht!

      Es gibt aber ein paar Fakten über Haushaltszucker, die vielleicht für sich sprechen.

      Zum Beispiel gibt es ja den Spruch von Paracelsus, daß "die Menge eines Stoffes das Gift macht". Noch im Mittelalter, lag der Verzehr an Zucker pro Kopf und Jahr bei 17 Gramm. In Deutschland. Dürfte andernorts ähnlich gewesen sein. Denn Zucker war "schweineteuer". Nur ganz Reiche konnte sich Zuckerwerk leisten.
      Und Apotheker. Die setzten Zucker ein, um ihre Pillen zu ummanteln. Nicht nur, weil sie dann süß schmeckten, sondern weil es sich erwies, daß zusammen mit "süß" der Medizinwirkstoff besser und schneller aufgenommen wurde. Deshalb hieß der Zucker damals auch "Apothekerzucker", saccharum officinarum.
      Normale Leute hatten auch mal was Süßes: Honigkuchen an Weihnachten oder zu besonderen Jahresfesten. Ansonsten - Äpfel, wenn's gab.

      Heute liegt der Zucker- pro-Kopf-Verzehr im Jahr bei ca. 34 Kilo im Jahr.
      Das ist sicherlich eine große Veränderung im Ernährungsverhalten, und wenn man nach Zivilisationskrankheiten fragt, stößt man unweigerlich auf bestimmte Veränderungen in der Lebensführung, wie eben z.B. der enorm gestiegene Verbrauch an Zucker.

      In der chinesischen Medizin ist man ebenfalls der Ansicht, daß die Menge einen Unterschied macht. Ein wenig Zucker, sagt man da, "tonisiert Milz und Magen". Viel Zucker dagegen, glaubt man, würde den Körper übermäßig "abkühlen" und könne dadurch Probleme und Beschwerden auslösen.

      Man macht einen Unterschied zwischen Rohr- und Rübenzucker. Rohrzucker hält man für "wärmer", weil mehr "Yang", Rübenzucker hält man für mehr "Yin", und damit für weniger energetisch und energetisierend.

      Schlimmer als normaler Rübenzucker scheinen manche Ersatzstoffe zu sein. Die ganzen Sirupe etwa, die heute überall drin sind, allen voran der Fructose-Sirup aus Mais, gelten als diabetogen und extrem dick machend.
      Ich bin zum Beispiel immer wütend, wenn sogar in Bio-Produkten heutzutage Sirupe enthalten sind, aus Mais, Reis, Weizen ...
      Die sind für mich "ganz ganz böse".

      Ich habe für mich herausgefunden, daß es körperlich einen Unterschied macht, ob ich "normalen" weißen Zucker esse oder den ungebleichten aus Zuckerrohr. Letzteren vertrage ich viel besser. Wenn man weiß, was beim Bleichen von Zucker alles gemacht wird, daß er mit Strontium und was weiß ich behandelt wird, ist es vielleicht nicht verwunderlich, wenn manche Leute den schlechter vertragen.

      Möglicherweise ist der völlige Verzicht auf Zucker für manche tatsächlich eine Art neues Ernährungsdogma - das sie eventuell mit religiöser Inbrunst befolgen. Weiß nicht, ob ich so was gut finde.

      Ich würde aber jedem ans Herz legen, einfach mal zu googeln und sich mal selbst schlau zu machen über Zucker und Ersatzstoffe und so weiter. Und Dir dann Deine eigene Meinung zu bilden. Und in sich hineinzufühlen, wie gut einem Zucker überhaupt tut - und in welcher Menge. Das mag für jeden unterschiedlich sein.

      Süße Grüße! :)
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • zuckrige überlegungen

      hi issi,

      wow was eine recherche.
      aber ich hab mal gelesen, daß dunkler zucker oft einfach gefärbt ist.

      was mir nicht gut tut sind all die zuckerersatzstoffe
      und daß man es ja kaum vermeiden kann....wenn man irgendwie verarbeitete nahrungsmittel kauft, es sit doch so gut wie überall zucker drin.

      blödes beispiel...aber ich habe versucht, hundefutter ohne zucker drin zu kaufen...schwierig..und wenn ist es viel teurer als anderes....also mein hund braucht auf jeden fall keinen zucker....


      ich komme aus einer familie, wo zucker quasi mit der schaufel verteilt wird
      anfing es damit, daß für meine mutter die ideale babynahrung aus schmelzhaferflocken, 3 Eßlöffel zucker auf 250 ml vollmilch bestand.
      weiß ich weil ich bittere kämpfe mit ihr führte, daß sie aufhört meinem baby zucker ins fläschchen zu machen.....
      der spruch war natürlich.".so hen mir des immer gmacht...."
      gestillt wurde bei uns nicht..also bei muttern..meiner oma verhungerten die babys fast im krieg..aber stillen..sie kam von irgendwo aus bayern, wo babys laut ihrer aussage noch nie gestillt wurden.
      von anfang an dieses spezialsüppchen aus fetter milch, haferflocken und zucker
      es wundert mich, daß die säuglinge nicht daran starben...

      das war dann auch meine erste nahrung.
      danach gabs dann kaffee...also so ab zwei-drei...
      weil ich den nicht mochte..bitter.....kam gaaaaaanz viel zucker rein

      oder sahne..süße..ich mach da heute keinen zucker rein...meine oma machte das schon
      auch orangensaft..frisch gepreßt..mit paar löffeln zucker zugebuddelt..

      ich bin eindeutig zuckersüchtig...
      wenn ich versuche ihn wegzulassen....dann bekomme ich richtige entzugserscheinungen...schwindel..kopfweh...mal abgesehen von der gier..ich könnt dann alles essen ,hauptsache süß

      ich weiß nicht, wie man von dieser zuckersucht loskommt, wenn man vom ersten tag an damit aufgezogen wurde
    • Danke, Issi, für die Infos!

      Ich bin auch mit viel Zucker aufgewachsen, z.B. süße Getränke. Meine Milchzähne sind im Mund verfault, sozusagen. Insofern bin ich auch der Meinung, dass zu viel Zucker konsumiert wird, vor allem bei Kindern. Wobei das heute ja wieder ein klein bisschen besser ist, aber immer noch sehr süßlastig. In den 70ern war das aber noch extremer.

      Nur dieses Radikale, den Zucker dann ganz zu vermeiden und zu verteufeln, das finde ich übertrieben. Ich denke, dem Zucker wird da viel an schlechten Eigenschaften angedichtet, und auf den einschlägigen Seiten im Internet hinterfragt sowieso keiner mehr, ob das alles überhaupt so stimmt.

      Es war schon so oft der Fall, dass irgendwas plötzlich verteufelt wurde und später dann wieder relativiert wurde, wenn die große Welle vorbei war und mal genauer nachgeforscht wurde. Und dann erstmal wieder aufgeklärt werden musste.
      Aber es gibt immer Leute, die auf solche Trends abfahren, ohne wirklich die Fakten zu kennen. Sie glauben alles, was sie auf ihren bevorzugten Internetseiten lesen.

      Es gibt auch Leute, die auf Gluten komplett verzichten, obwohl sie keine Glutenunverträglichkeit haben. Das ist ebenfalls einer der unsinnigeren Ernährungstrends.

      wilmastante schrieb:

      ich bin eindeutig zuckersüchtig...
      wenn ich versuche ihn wegzulassen....dann bekomme ich richtige entzugserscheinungen...schwindel..kopfweh...mal abgesehen von der gier..ich könnt dann alles essen ,hauptsache süß
      Ich habe Zweifel, dass eine solche (körperliche) Sucht tatsächlich existiert. Was sicher schwer fällt zu ändern, sind Gewohnheiten.
      Aber der süße Geschmack ist ja auch einfach eine der Geschmacksrichtungen, egal ob das durch Zucker, Honig, Obst o.ä. süß ist. Es wäre nicht logisch auf eine Geschmacksrichtung völlig zu verzichten. Das Gehirn kennt süß, genauso wie salzig. Würdest du auf salzig verzichten, würdest du auch sehr bald einen starken Drang nach salzig spüren.
      Ich denke, es würde funktionieren, wenn du Zucker durch etwas anderes Süßes ersetzen würdest (nur mal testweise), du würdest dann wahrscheinlich keine "Entzugserscheinungen" bekommen.

      Eher süchtig werden kann man wohl nach Schokolade, weil da Stoffe aus der Kakaobohne drin sind, die entspannend wirken. Ich bin wohl Schokoholiker. "Nur süß" befriedigt mich nicht, es muss etwas Schokoladiges sein.
    • wilmastante schrieb:

      ich komme aus einer familie, wo zucker quasi mit der schaufel verteilt wird
      anfing es damit, daß für meine mutter die ideale babynahrung aus schmelzhaferflocken, 3 Eßlöffel zucker auf 250 ml vollmilch bestand.
      weiß ich weil ich bittere kämpfe mit ihr führte, daß sie aufhört meinem baby zucker ins fläschchen zu machen.....
      der spruch war natürlich.".so hen mir des immer gmacht...."

      wilmastante schrieb:

      das war dann auch meine erste nahrung.
      danach gabs dann kaffee...also so ab zwei-drei...
      weil ich den nicht mochte..bitter.....kam gaaaaaanz viel zucker rein

      wilmastante schrieb:

      meine oma machte das schon
      auch orangensaft..frisch gepreßt..mit paar löffeln zucker zugebuddelt..
      das klingt alles ziemlich krass, wilma.

      wobei ich das mit dem orangensaft seltsamerweise am krassesten finde..... der schmeckt doch ohne zucker totaaal lecker!

      tee und kaffee trinke ich hingegen schon gern mit etwas zucker, ca. eine messerspitze voll für eine kleine tasse, und einen halben teelöffel für einen becher.

      ich kann tee und kaffee auch ohne zucker trinken, was ich jahre lang gemacht habe, aber dann brauche ich wenigstens milchschaum....

      yogitee trinke ich tatsächlich ohne zucker und mag ihn sehr. auch verbenentee funktioniert gut ohne zucker. viele früchtetees brauchen auch keinen.

      _______________

      ich denke, in den 60ern - 90ern waren viele Menschen viel zuckerorientierter als heute. als kind aus den siebzigern wurde ich mit tritop groß, mit sirup also, ich mochte gezuckerte erdbeereren und johannisbeeren, gesüßte fertige puddings und yoghurts.... obstsalat wurde manchmal nur aus dosenobst gemacht *bäh*, als kleine sparsame ergänzung mag ich auch dosenobst, aber nur als zutat in einer 5 liter schüssel....;)

      _______

      siebziger - zuckerzeit, zuckerland.

      _____________________


      Jetzt ist mir das alles viiieeeel zu süß. selbst kekse backe ich mit relativ wenig zucker und das schon seit jahren.

      der geschmack ändert sich tatsächlich.

      ich mag jetzt auch saures obst recht gern. meine gojibeeren und karamellbeeren esse ich sogar noch ende november/ anfang dezember wenn nur noch wenig zucker in den früchten ist. die früchte, die noch mehr sonne gesehen hatte, also die septemberfrüchte sind natürlich leckerer, aber trotzdem mag ich die späten sauren beeren noch....;)

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      Jogurt schmeckt am besten mit haferflocken und obst. wie köstlich schmeckt ein geriebener apfel im müsli....*unvorstellbar lecker*

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      mich ärgert, dass so viele leute alles soooo süß haben wollen.... ich fänd es toll, wenn es viel mehr zuckerfreie dinge zu kaufen gäbe.
    • Issi schrieb:

      Schlimmer als normaler Rübenzucker scheinen manche Ersatzstoffe zu sein. Die ganzen Sirupe etwa, die heute überall drin sind, allen voran der Fructose-Sirup aus Mais, gelten als diabetogen und extrem dick machend.
      Ich bin zum Beispiel immer wütend, wenn sogar in Bio-Produkten heutzutage Sirupe enthalten sind, aus Mais, Reis, Weizen ...
      Die sind für mich "ganz ganz böse".
      find ich auch nicht toll.

      Issi schrieb:

      Ich habe für mich herausgefunden, daß es körperlich einen Unterschied macht, ob ich "normalen" weißen Zucker esse oder den ungebleichten aus Zuckerrohr. Letzteren vertrage ich viel besser. Wenn man weiß, was beim Bleichen von Zucker alles gemacht wird, daß er mit Strontium und was weiß ich behandelt wird, ist es vielleicht nicht verwunderlich, wenn manche Leute den schlechter vertragen.
      OMG. Strontium.... wir haben auch weißen zucker im schrank, aber den ungebleichten mag ich tausend mal lieber.

      Was ich auch interessant finde: wieviel zuckerpakete verbraucht man im Jahr?

      der durchschnittsdeutsche verbraucht eine für mich unvorstellbare zahl, ich hatte mich richtig erschrocken, als ich sie vor monaten gelesen hatte. ich verbrauche - 2-3 päckchen braunen zucker im ganzen jahr. ca. 1-2 päckchen hellen zucker und dann noch zucker im rahmen der marmeladenherstellung.

      das ganze in einem zweipersonenhaushalt, wo auch viel besuch jeden tag da ist.
    • Es ist ja nicht nur der Zucker, den man als kleine Kristalle im Päckchen kauft.
      Zucker und "Zuckerstoffe" sind ja heute sozusagen "überall" drin. Und in welchen Mengen!
      Es ist wirklich schwer, dem zu entfliehen.

      Und wenn man mit Zucker aufgezogen wurde - ich auch, das war damals ganz verbreitet - dann dürfte es noch schwerer fallen, auf das ganze "Süß" zu verzichten. "Süß" scheint eine normale Geschmacksvorliebe für Menschen zu sein. "Überaus süß" ist antrainiert.

      Auf einer tieferen Ebene ist ja "Zucker" der Betriebsstoff des Lebens. Die Pflanzen machen ihn aus Licht, Kohlendioxyd und Wasser - und wir verbrennen ihn in den Zellen.
      Wenn man aus irgendeinem Grund ent-energetisiert ist, beispielsweise durch ein latentes Burnout, oder eine Erkrankung, oder auch nur durch die vielen Toxine, die wir heute so abbekommen, dann kann es manchmal wie ein Autopilot sein, daß man nach Süßkram greift.

      Wie man aus einer "Zuckersucht" herauskommt? Keine Ahnung. Das mag auch für jeden unterschiedlich sein.
      Ich kann nur sagen, an welchem Punkt es für mich klick gemacht hat. Das war, als ich begriff, daß Haushaltszucker von Anfang an immer mit einer Art Sklaverei zu tun hatte.
      Zuerst wurden Sklaven für den Zucker-Anbau gebraucht. Denn das Zuckerrohr ist eine arbeitsintensive Pflanze schon im Anbau. Und erst, wenn das Rohr geerntet und zermahlen wird! Und bis der Zucker dann fertig ist! Immer Sklaven. Unter oft unmenschlichen Bedingungen. Zum Beispiel wird berichtet, daß bei der Quetschmühle immer ein großes Messer hing. Weil wenn ein Sklave da seinen Arm hineinbrachte, dachte man nicht im Traum daran, die Mühle abzuschalten. Die Produktion mußte ungebremst weitergehen. Man hat dem Sklaven dann einfach den Arm abgehackt.

      Heute scheint Zucker ein Hauptnahrungsmittel der "Versklavung der wirtschaftlich Schwächeren" zu sein.
      Seit Zucker zur billigen Massen-Nahrung wurde - und das geschah zuerst in England, in den Anfängen der industriellen Revolution - war die "schnelle Energie" quasi das Grundnahrungsmittel für die armen Leute. Sie hatten keine Zeit zu kochen, weil sie sechzehn-Stunden-Schichten schoben. Noch hatten sie Geld, "richtiges" Essen zu kaufen. (Marmeladen)-Brot und süßer Tee wurden zur "Tee-Mahlzeit" und täuschten etwas Warmes vor.

      Zynisch gesagt, hat es durchaus seine Vorteile, wenn "Arbeitssklaven" viel Zucker essen: denn Zucker hat eine dämpfende, beruhigende Wirkung - und hilft beim Serotonin-Haushalt, macht also ein bißchen glücklich, fast ein kleines bißchen "high".
      Zucker ist so "Yin", daß man ihn zu den Drogen zählen kann. Zwar nicht so, daß er das Führen von Maschinen und Fahrzeugen beeinträchtigt, aber doch so, daß die Welt ein bißchen rosiger aussieht. Vielleicht gerade so viel, daß man nicht aufbegehrt.

      Gut, das sind jetzt aber so meine "verschwörungstheoretischen" Überlegungen. Hahaha.
      Trotzdem war es genau der Punkt, an dem es bei mir Klick gemacht hat.

      Ich esse trotzdem manchmal Zucker. Manchmal ist mir ganz einfach nach einem Stück Kuchen oder so. Aber das Geschmacksempfinden hat sich verändert. Vieles ist mir inzwischen fast "eklig süß".
      Und ich merke sozusagen auf der Stelle, wie es mir mit dem, was ich gerade gegessen habe, geht. Das ist nicht jeden Tag gleich.
      Und ich merke auch, wann mein Bedarf nach süß wieder gestillt ist. Dann brauche ich wochenlang nichts mehr.
      Aber das ist eine "Trainingskurve".

      Liebe Grüße an Alle!
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Danke für den äußerst spannenden Bericht Issi! Du hast das sehr detailreich beschrieben und dich intensiv mit dem Thema befasst. Danke, dass du uns teilhaben lässt. Bei manchem wurde mir schon sehr sehr mulmig, allein die entsetzlichen Produktionsbedingungen....das Messer zum Armabhacken....

      ________

      Beneidenswert, dass du die Trainingskurve schon geschafft hast!

      LG Goldi
    • Wenn man alles meiden würde, was früher mal von Sklaven hergestellt wurde, dann würde der Produktkatalog stark schrumpfen. Dann dürfte man noch nicht einmal Kleidung tragen, man denke nur an die Sklaven, die dafür aus Afrika auf die Baumwollplantagen verschleppt wurden. Ganz zu schweigen von den Leuten, die heute noch Kleidung in Bangladesh oder Indien nähen.

      Heute ist Zucker aber ein ganz normales Produkt.

      Der Rest ist wirklich Verschwörungstheorie. Genauso könnte man über den Alkohol, Tabak, Schokolade oder jedes andere Genussmittel denken.
    • Nun, es ist doch durch Zahlen belegbar, dass die Anzahl der Zuckerkranken (Diabetiker) stark angewachsen ist. Mich hat es auch "erwischt" - an einer Grenze, bei der ich noch mit Ernährungsumstellung viel bewirken kann.

      Man kann Industriezucker meiden und auf ein Minimum beschränken - und das ohne auf Genuss verzichten zu müssen. Es gibt inzwischen tolle "Süssungsmittel", die deutlich weniger negative Auswirkungen haben.

      Was ich ganz schlimm finde ist, dass in nahezu allen verarbeiteten Lebensmitteln Zucker enthalten ist, obwohl man es nicht merkt. Ich habe mir angewöhnt, beim Einkaufen die Zutatenliste anzuschauen - teilweise beängstigend!

      Klar - die Dosis macht das Gift. Aber 34 kg Zucker als Durchschnittsverbrauch jährlich ist schon heftig - vor allem weil da ja ALLE Menschen - als auch die ganz "frisch geschlüpften" mit eingerechnet werden.

      Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen an Diabetes Mellitus erkrankt sind, ohne es zu wissen. Auch bei mir wurde es nur zufällig festgestellt. Allerdings wusste ich sehr genau, dass es meine Ernährung war (und die fehlende Bewegung), die die schlechten Werte begünstigt haben. Ich habe ziemlich schnell auf kohlenhydrat- und zuckerarme Ernährung umgestellt, war auf einmal nach meinen Mahlzeiten satter als je zuvor und hatte ganz schnell keinen Heisshunger auf Süsses mehr. Meine Werte verbesserten sich innerhalb ganz kurzer Zeit auf fast Normalwerte - und das ohne irgendwelche Medikamente. Das heisst nicht, dass ich geheilt bin. Ich stelle bei manchen Lebensmitteln durchaus fest, dass sie meinem Blutzuckerspiegel nicht gut tun und meide diese dann möglichst.

      Was ich als Fazit für mich sagen möchte: Zucker im Übermass ist nicht gesund und JEDER sollte darauf achten, nicht zu übertreiben. Aber man sollte auch keine "Religion" daraus machen, besonders, wenn der Stoffwechsel noch ordnungsgemäss funktioniert.
    • Eine spannende Diskussion. Auch ich war in den Siebzigern Kind und bekam gesüßten Orangensaft, gesüßten Carocafe, gesüßte Schmelzflocken und meine Mutter schlug ebenfalls die Sahne mit einem Teelöffel Zucker auf. Andererseits gabs aber insgesamt viel weniger Süßkram als heute. Ein Butterbrot mit Zucker drauf war etwas besonders leckeres - heute unvorstellbar, aber vermutlich haben die Kinder heute mit einem Nutellabrot mindestens genauso viel Zucker. Heute benutzen wir schon deutlich weniger Zucker, trotzdem finde ich einen totalen Boykott falsch. Ich finde, dass die Dosis das Gift macht - beim Zucker ebenso wie bei allen anderen Dingen. Unser Haushaltszucker wird auch überwiegend aus den heimischen Zuckerrüben hergestellt, weswegen mir auch ethische Bedenken wegen Sklavenarbeit eher fernliegen. Achtsamkeit ist für mich das Zauberwort. Das ist auch gleichzeitig mein "guter Vorsatz" fürs neue Jahr. :smile1: Ich will mehr darauf achten, gut für mich und meine Familie zu sorgen, ohne immer nur automatisch das zu tun, was ich schon immer so getan habe. Ob das eine gute Idee ist oder ob das überhaupt funktioniert, wird sich zeigen.
      Der größte Fehler, den man im Leben machen kann, ist immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen (Dietrich Bonhoeffer)
    • Tanzbaerin schrieb:

      Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen an Diabetes Mellitus erkrankt sind, ohne es zu wissen. Auch bei mir wurde es nur zufällig festgestell
      Jeder Arzt sollte ja so einmal im Jahr einen Routinecheck machen und wenn jemand übergewichtiges, das erste mal kommt, sollte Zuckerkontrolle ja wohl klar sein.

      Dachte ich.

      Bei meiner schwerstgewichtigen Freundin wurde er dann erst festgestellt, als sie umkippte und Werte über 300 hatte.Also der Zuckerspiegel war schon völlig entgleist.
      Mich machte ihr Arzt fassungslos..da ging sie seit Jahren hin ...und sie , ihre Art der Verdrängung, machte mich auch fassungslos.Denn sie hatte mal Pflege gelernt...und mir wäre auch klar, hätte ich keine Pflegeausbildung..daß ich als Dicke diese Werte regelmäßig checken sollte.
      Letztlich ist sie dieses Jahr an Nierenversagen gestorben.Alles Folgen des Diabetes...letztlich des DICK....
      Ich glaube..bzw wenn ich mich so umguck ..auch bei mir ....unser Körper ist ein Wunderwerk und er kann sehr lange, viel übles was wir mit ihm treiben kompensieren.

      Aber so ab 50 rächte es sich...da bekommen die Dicken dann Athrose, Diabetes, Bluthochdruck ecetera....sowie die Alkhis bis 50 gut saufen können..dann landen sie in der Leberambulanz.
      Alles zu pauschal gesagt....aber letztlich sollte man sich nicht zu lange in die Tasche lügen, daß es doch gar nicht stimmt...von wegen meine Art zu leben ist ungesund.Geht mir doch gut.

      Nun sind die Insulinwerte bei mir aller bestens.Ich mußte schon öfter mal so einenn Glucosetoleranztest machen...meine Bauchspeicheldrüse.....mein Körper steckt diesen Zuckerschock locker weg.
      Eher neig ich zu Unterzucker...

      Ich weiß , ich bin nicht die einzige Dicke, die keinen Diabetes entwickelt....vielleicht ..noch nicht...wer weiß.
      In unserer Family hat man keinen Diabetes.....und ich glaube , daß die genetische Disposition viel ausmacht.

      Was wollt ich sagen...dass jeder selber so verantwortlich sein sollte , sich regelmäßig durch checken zu lassen und da gehört der Insulinspiegel immer dazu. ;)
    • Boewi schrieb:

      Ich will mehr darauf achten, gut für mich und meine Familie zu sorgen, ohne immer nur automatisch das zu tun, was ich schon immer so getan habe.
      Genau das ist es. Den Autopiloten ausschalten, und den Piloten einschalten.
      Nicht nur beim Zucker essen.

      Du hast Recht: wir brauchen uns heute keine Gedanken mehr machen, daß Zucker von Sklaven hergestellt wird. Heute geht es mehr darum, daß die "ärmeren Schichten" mit Zucker abgefüttert werden.

      Es ist schon richtig, daß man selbst auf seinen persönlichen Umgang mit Substanzen und Ressourcen achten kann und sollte. Das ist klar, und würde ich jedem ans Herz legen.

      Bei dem ganzen Bemühen, es jetzt aber richtig zu machen, kann man indessen leicht vergessen, daß unter anderem Zucker eine gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Dimension hat.

      Beispielsweise ist der Rübenzucker erst richtig in Schwang gekommen, als Napoleon die Kontinentalsperre verhängt hat, und damit der Nachschub an Rohrzucker aus Barbados usw. flach fiel.
      Ernährungsökonomen, die darauf bedacht sind, jedem Menschen die nötigen "Kalorien" zukommen zu lassen, dachten lange, daß der Einsatz von Zucker eine gute ökonomische Lösung für das Kalorienproblem sei.
      Als Fett noch der Feind war, dachte man auch, daß es eine gute Antwort auf das Fettproblem sei. Low Fat Produkte mußten geschmacklich irgendwie akzeptabel gemacht werden - und da setzte man Zucker ein.

      Der raffinierte Zucker ist ein Symbol für die moderne Welt - und ein Helfer bei der Fertig-Essen-Produktion. Oder denkt nur an das "typische" Fast Food Menü, wo salzige Geschmäcker und Fett mit süßen Sodagetränken kombiniert sind.

      Das sind jetzt nur mal ein paar ganz wenige Beispiele, wie Zucker ein Haupt-"Treibstoff" in unserer westlichen Welt ist - aber zunehmend für Leute, die a) keine Zeit haben selbst zu kochen und b) die wirtschaftlich nicht so gut aufgestellt sind.
      Wer es sich leisten kann, jeden Tag frisch und aus frischen Zutaten zu kochen - richtiges Essen, aus Blumenkohl und Tomaten und Eiern und so - der scheint nicht so vom hohen Zuckerkonsum betroffen zu sein.

      Ich führe das alles nicht an, um irgendwie zu predigen oder so. Ich denke mir nur, wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir wissen, wie die Dinge funktionieren - und was für Faktoren da hinein spielen.

      Ich wünsche allen ein Gutes Gesundes und Glückliches Neues Jahr - ganz egal ob wer was in seinem persönlichen Leben verändern will oder nicht.
      Ein gutes 2018 Euch allen!

      :smile1:
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Interessantes Thema. Ich selbst bin eine, die viel Zucker konsumiert, finde ich. Ich mag süße Sachen, schon immer. Pudding, süße Teilchen, Erfrischungsgetränke und so weiter. Wenn ich Kaffee trinke, dann mit viel Milch und auch gezuckert. Aus der Kindheit kenne ich noch das Zuckerbrot, und lange gab es auch Limo zuhause bei meinen Eltern. Und sehr lange auch süße Cerealien, zum Beispiel gezuckerte Cornflakes oder Haferflocken. Gezuckerte Obstsäfte gab es nicht. Aber generell süßes Frühstück, mit Schokocreme, Marmelade und Kunsthonig.
      Was mir schon länger zu süß ist, sind Brote oder Brötchen, die dick mit Marmelade oder so bestrichen sind. Ich hab den Eindruck, dass ich umso weniger draufmache, je älter ich werde. Und amerikanische Rezepte für Kuchen und so muss ich immer ändern, damit es nicht zu süß ist. Es geht also noch deutlich süßer als bei mir. Aber genauso geht es auch weniger. Ich bin halt die 3-Löffel-Zucker-im-Kaffeebecher-Frau und kaufe gerne süße Gürkchen. Ich esse lieber Schalotten oder milde Zwiebeln. Ich mag Eisbergsalat mit Äpfeln und Bananen und mit Sahnedressing. Ich bin diejenige, die nicht Tomaten- sondern Curryketchup nimmt.Die lieber Mais und Karotten als Radiccio im Salat hat. Und Beeren gibt es bei mir gezuckert oder aber mit gezuckerter Sahne.
      Für mich persönlich ist das alles richtig so. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht in argen Stress gerate, denn dann kann mein Zuckerkonsum aus dem Ruder laufen (Stressessen heißt da das Zauberwort) und ich nehme zu. Mehrere hundert Gramm Süßigkeiten die Woche, die ich irgendwie versucht hatte zu begrenzen, und deren Konsum ich dann erst fast vollständig eingestellt hatte, nachdem die Stressquelle weg war. Da war dann der starke Drang nach den Süßigkeiten auch weg. Das ist dann keine Zuckersucht, sondern Kompensation gewesen.
      Andersherum ist es für mich extrem schwierig, komplett auf Zucker zu verzichten. Ich hatte im Rahmen einer Auslassdiät für eine Woche auf Fruchtzucker und Haushaltszucker verzichtet und nur Traubenzucker zu mir genommen, da ich wissen wollte, ob ich die Fruktose schlecht vertrage. Bzw hab ich das versucht. Nach fünf Tagen habe ich es nicht mehr ausgehalten, und zwar den Verzicht auf Fruchtzucker. Ich esse eher wenig Obst, aber da war das Verlangen nach einem schönen saftigen Apfel einfach zu groß und das Experiment beendet.
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Danke Issi für die tollen Experteninfos :)

      Ansonsten: Ich weiss nicht. Als 60er/70er Jahre -Kind bin ich mit Zucker aufgewachsen. (Meine Töchter in Südamerika übrigens auch = keine Angst vor Zucker.) Allerdings wurde nicht so viel davon gegessen wie heutzutage, vielleicht aus Geldmangel. Eine Tafel Schokolade - das war ein GEBURTSTAGSGESCHENK und nix, was man mal so wegfrisst....zumindest bei uns zuhause.
      Ansonsten gab es: Marmelade, später auch Nutella, Ahoi Brause, Schleckmuscheln, diese Zuckerkettchen, die man anziehen kann, Liebesperlen, diese ganzen Nostalgie-Süßigkeiten en masse.
      Aber kein Kind war krankhaft dick. (Mit krankhaft meine ich irgendwie gesundheitlich eingeschränkt;) alle dünn bis ein wenig stämmig.
      Ich habe immer das Gefühl, seit man sich um Ernährung so einen Kopf macht, werden die Esstörungen schlimmer.
      In Kolumbien ist diese Welle gerade am Rüberschwappen- und plötzlich hat jeder Gewichtsprobleme.

      Ich liebe Zucker und ja, ich esse zu viel Süsses , und ja, ich wäre vermutlich viel schlanker, wenn ich den Süsskram weglassen könnte. und ja - ich zeige Suchtverhalten mit Suchtdruck etc.

      Bei mir ist es aber auch wie bei wilmastante: Zuckerwerte, Cholesterin etc. alles laut Arzt "exzellente Werte",
      selbst der Blutdruck . Man kann ja auch mal genetisch Glück haben.... :P

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • meine Zuckergeschichte:

      Habe nachgedacht und mich erinnert.....ja diesen ganzen Süßkram, den Frau Cortez beschreibt..der hat auch meine Kindheit gepflastert.Aber ich war kein dickes Kind und jauch für mich war eine Tafel Schokolade, das war noch etwas Besonderes.

      Dick wurde ich mit 9 Jahren.Also da wurde aus einem Kind das immer eher dünn war, weil es immer draußen unterwegs war und vieles anders zu tun wußte , als essen, ein dickes Kind.
      Das ist auch beachtenswert, diese Generation...da fing das TV-Programm ja erst spät nachmittags an...und dann gab es vielleicht eine Stunde lang Kinderprogramm.
      Erinnert sich noch jemand an dieses Turnprogramm, extra für Kinder , daß regelmäßig kam?
      Diese Turnschläppchen, die schwarzen Turnklammotten....

      Die Kinder damals waren draußen. Die saßen nicht schon im Kleinkindalter vor irgendwelchen elektonischen Babysittern.

      Meine Enkel wachsen noch so auf. Draußen sein, Fernseher gibt es keinen und sogar der Gebrauch von Hörspielen wird reglementiert.

      Ich glaube unsere heutige Art zu leben, hat ganz viel damit zu tun, daß schon Kinder übergewichtig werden.

      Nicht zu vergessen die Spezialwerbung für Kids..da gibt es auch viel Nahrungsmittelwerbung...kennen meine Mädels gar nicht.

      Die mögen auch Süßkram und wo für die Eine Essen eher uninteressant ist und sie immer lieber was anderes macht..die Andere würde schon immer mal noch was futtern.

      Also ich denke es ist normal , daß Kinder Süßes mögen und die "verbrauchen" das einfach,wenn man sie nicht vor der Glotze parkt und Essen ständig da steht...
      Denn diese Rituale..am Tisch sitzen, feste Mahlzeiten..das war ja in meiner Generation noch üblich..dazwischen gab es mal was...wenn man doll Hunger hatte..oder was Süßes..das war dann aber immer auch noch was besonderes.

      Ich beobachte, daß heute schon bei Kleinkindern immer ein Teller mit Essen rumsteht, während die Kleinen mit dem elektronishcen Babysitter abgespeist werden.

      Das gab es bei "uns " nicht..also dieser Generation bis Ende der 70 er...
      Eigentlich ist der Fluch sind doch die Privatsender.
      Als aufkam , daß man rund um die Uhr glotzen kann....und schon morgens gibt es Frühstück vorm TV....

      Die Kleinen können das noch gar nicht aufnehmen..so hirntechnisch- daß das vielen Eltern heute gar nicht mehr bewußt ist, weil sie selbst nichts anderes kennen...Traurig.

      Also dick hat wenig damit zu tun, daß Kinder Süßes essen.


      BEI MIR

      Ich kann genau sagen, als ich 9 Jahre alt war , geschahen Dinge in meiner Familie, die waren schlimm und brachten alles durcheinander.
      Ab da nahm ich zu.

      Könnte man nun weiter ausführen/,- Fazit...es war die psychische, soziale , familiäre Lage, die dazu führte, daß ich sehr einsam war.....
      UND wir hatten auf einmal viel weniger Geld..was dazu führte, daß meine Mutter anfing hoch kalorisch zu kochen ,aber Gemüse oder Salat, Obst..gab es fast nie .Zu teuer.
      Und natürlich knallte sie weiterhin viel Zucker überall dran.Vollkorn war damals auch out...also wir ernährten uns mies.

      Essen schlecht und dann auch noch Tröster = dick.

      Aber stimmt....nur weil ich gerne Süßigkeiten aß daran lag es nicht,daß ich zunahm.
      Ich weiß noch, daß ich kaum noch Süßigkeitenmehr bekam und wenn ich dann mal eine Tafel Schokolade geschenkt bekam "dann war das was".
      Wovon nahm ich dann so zu?
      Weißes Mehl, viel Bot..viel Fleisch...perverser Weise war Fleisch auch damals billiger als Gemüse..es gab immer Bauchspeck ...den kochte Muttern regelmäßig.
      Für sie war wohl Fleisch ein wertvolleres Lebensmittel als Grünzeug...sicher hätte sie auch mehr Gemüse kochen können.
      Sie selbst hatte Hungerwinter überstanden und Essen hatte einen ganz hohen Stellenwert für sie.
      Ihr Trauma, als Kind ständig gehungert zu haben , gab sie an mich weiter.
      Nicht aufessen...da gab es eine Moralpredigt die von..."mir wäre froh gwese im Krieg über ä Brotrampfe" bis zu den Kindern in Afrika reichte.
      Es dauerte lange, bis ich kapierte kein Kind in Afrika wird satt, wenn ich in Germany brav den Teller leer esse.
      Also ganz viel schlechtes Gewissen wurde mir gemacht rund um Essen.Es hatte nichts "natürliches" mehr.
      Und als wir nun selbst nur noch wenig Geld hatten, muß bei meiner Mutter unbewußt die Panik auf gekommen sein HUNGER....sie kochte also wie wild dagegen an...und tischte uns fetten Schweinebauch mit Nudeln und Soße auf.
      Und es gab die ersten Discounter.Lebensmittel waren nichts mehr wert , es gab sie billigst.Ich erinnere mich, daß es zum B. so ein Mischbrot für ein paar Pfennig gab..in 2 kilo Laibern..das kaufte Mutter immer.Wir waren zu dritt- Eltern und ich...also es muß viel Marmeladebrote geben haben....

      Also Zucker...ist auch nicht DER Grund...warum ich dick geworden bin.
      Betrachte ich mal nur meine Geschichte.......Dick hat viel mehr mit Psyche, Emotion und erlerntem Eßverhalten zu tun......

      Es ist einfach nicht einfach.....dieses Thema. :schrei1:
    • @wilma, danke für deine privatmail, ich hoffe, ich habe deine mail-adresse richtig verstanden.... auf jeden fall hab ich dir eine mail geschickt, von hier aus kann ich noch keine privatmails schreiben, weil ich ja noch ein frischling bin.

      ...der afrika-spruch, ja den kenn ich auch noch zu gut..... an den habe ich viele jahre nicht mehr denken müssen.... aber als kind war er jeden tag allgegenwärtig.....

      wilmastante schrieb:

      Weißes Mehl, viel Bot..viel Fleisch...perverser Weise war Fleisch auch damals billiger als Gemüse..es gab immer Bauchspeck ...den kochte Muttern regelmäßig.
      das tut mir richtig leid zu hören..... das wäre für mich als kind der alptraum schlechthin gewesen..... ich mochte als kind kaum fleisch und wurde oft gezwungen es zu essen, bis ich auf die idee kam, es wie ein hamster in den backen zu stopfen und ins klo später zu spucken....
    • Lisa Cortez schrieb:

      Ansonsten gab es: Marmelade, später auch Nutella, Ahoi Brause, Schleckmuscheln, diese Zuckerkettchen, die man anziehen kann, Liebesperlen, diese ganzen Nostalgie-Süßigkeiten en masse.
      oh, an diese Sachen erinnere ich mich auch noch sehr gut und gern zurück, besonders die schleckmuscheln ;). fehlt nur noch das esspapier, was ich mir oft am büdchen geholt habe oder die langen, spagettiartigen lakritze..... gummispeck (oder wie hieß das nochmal? )mochte ich zum glück nur bis zum tag meiner einschulung, das gab es in rauhen mengen in der schultüte und zum glück habe ich mich damals maßlos überfressen.....;)
    • ich habe eine funktion

      @goldkeks..das rosa-weiße Schwabbelzeug hieß bei uns Mäusespeck

      Ich finde das eine interessante Diskussion Mir wird so beim Nachdenken über Kindheit...Essen..Süßkram und so weiter nochmal einiges klarer.

      Vor allem wie viel mein Übergewicht damit zu tun hat, daß meine Mutter als Kind Hunger erlebte.

      Und daß ich "eigentlich" ein ganz normales Eßverhalten habe....

      Daß Süßkram....kaum das ist, was dick macht.

      Denn....

      wir essen alle gerne in unserer Familie.Also ich hatte viele Cousin und Cousinen..die futterten mindestens genauso viel Süßkram wie ich.
      Ein Cousin, der war unheimlich, der futterte für drei. z.B. mal- mit 9- eine ganze Schwarzwälderkirschtorte ....dabei war der Junge ein Strich in der Landschaft.
      Und sein Bruder erklärte , daß er eigentlich nur Fleisch ißt.Also auch mal ne Beilage, aber ohne Fleisch hat er nicht gegessen.Er ist mittlerweile 60 gertenschlank und trotz Fleischdiät und rauchen bisher gesund.
      Ich glaube, wenn jemand lebenslang so einseitig gegessen hat, wäre es nicht gut , er ißt plötzlich anders.
      Und daß in Fleisch -Fisch ziemlich alle Nährstoffe drin sind,ist ja wohl so denn..ich kannte mal Inuits.Also Eskimos.Die sind noch in den 60 ern traditionell aufgewachsen- sprich außer Fisch und Fleisch gab es da einfach nix.Auser im Sommer mal ein paar Beeren.
      Die vertrugen Mehl sehr schlecht ( als esnsie nach Deutschland verschlug hatten sie viele Probleme mit den Nahrungsmitteln)...Genauso wie die Leute aus Vietnam die ich betreute..die vertrugen keine Milchprodukte, kein Mehl..alles ja ziemlich unbekannt dort...

      Interessant war, ich war Tagesmutter für das Mädchen, das zur 1/2 Inuit war.Die war hier geboren .Die Kleine probierte alles, aß alles...aber wenn es darum ging was schmeckt..sagte sie schon mit 2 Fleis..Fleis...das aß sie am liebsten...dabei hatte ihre eingedeutschte Mutter mittlerweile unsere Kocherei übernommen und kochte viel Grünzeug..die kleine wollte Fleis..und wenn man nicht aufpaßte, dann aß sie es auch roh.
      Also dieses Kind schien genetisch auf Fleisch-Fisch programmiert.

      Jetzt bin ich abgeschweift..also meine Verwandschaft, die zur gleichen Zeit aufwuchs wie ich..die aßen alle ähnlich gerne und wir bekamen alle ziemlich das Gleiche und immer auch Süßkram.
      Trotzdem..dick bin nur ich.
      Wir "haben" viele Schlanke, die Meisten sind bissel moppelig..aber niemand mit auffälligem Gewichtsproblem in der Familie.
      Interessant..hab ich noch nie darüber nachgedacht..ich bin die Dicke in dem Haufen..aber ich rauche nicht- das tun fast alle- ich trinke fast keinen Alkohol- das tun sonst auch alle öfter als ich...
      "Natürlich " hab ich auch drei Cousinen/ Tante die nehmen Essen zu wichtig.Die eine missioniert..sie ist nun Veganerin..rauchend..ich finde das widerspricht sich...die andere ißt nur ganz wenig-".damit ich " meinte sie mal zu mir "bloß nicht so werd wie du"...( ja danke ich diene gerne als abschreckendes Beispiel.....)
      Meine Mutter, die heute noch Portionen für 6 kocht ( sie sind zu zweit)...war immer gertenschlank.
      Einfach so.

      Interessant....
    • wilmastante schrieb:

      nteressant war, ich war Tagesmutter für das Mädchen, das zur 1/2 Inuit war.Die war hier geboren .Die Kleine probierte alles, aß alles...aber wenn es darum ging was schmeckt..sagte sie schon mit 2 Fleis..Fleis...das aß sie am liebsten...dabei hatte ihre eingedeutschte Mutter mittlerweile unsere Kocherei übernommen und kochte viel Grünzeug..die kleine wollte Fleis..und wenn man nicht aufpaßte, dann aß sie es auch roh.
      Also dieses Kind schien genetisch auf Fleisch-Fisch programmiert.
      sehr spannend!

      wilmastante schrieb:

      ..die andere ißt nur ganz wenig-".damit ich " meinte sie mal zu mir "bloß nicht so werd wie du"...( ja danke ich diene gerne als abschreckendes Beispiel.....)
      oh, den satz kenne ich nur zu gut......;)

      wilmastante schrieb:

      ein Cousin, der war unheimlich, der futterte für drei. z.B. mal- mit 9- eine ganze Schwarzwälderkirschtorte ....dabei war der Junge ein Strich in der Landschaft.
      bei meinem vater in der familie wurde bei geburstagen 1 ganze torte pro person gerechnet...... =O 8| :D
      das hat mich als kind unheimlich fasziniert, leider (oder zum glück) gab es das bei uns nie.

      wilmastante schrieb:

      @goldkeks..das rosa-weiße Schwabbelzeug hieß bei uns Mäusespeck
      merci.
    • Zucker ist mit Abstand das schlimmste, was du deinem Körper antun kannst.
      Vor allem Industriezucker, der Lebensmitteln beigesetzt wird.

      Mein Arzt sagt immer, je naturbelassener ein Produkt ist, desto besser und gesünder ist es.
      Deshalb sollte man sehr viel mit unverarbeiteten Lebensmitteln kochen.

      Ich esse sehr gern Süßes, merke aber unmittelbar danach wie schlecht es mir eigentlich tut.
      Völlegefühl, Blähungen, Durchfall, Krämpfe...ist wirklich schlimm und ich bin immer froh, wenn ich meinem Appetit zügeln oder unterdrücken kann und stattdessen zur Banane greife oder ähnlichem. Zucker macht auch süchtig, sollte man nicht vergessen!

      Wenn ich bedenke, wieviel Süßes ich als Kind in mich reingeschaufelt habe, wird mir ganz schwindelig...da ist es nahezu ein Wunder, dass ich kein Diabetes bekommen habe ^^
    • Danke Issi für den Link. Vieles wusste ich schon, auch das Fruktose im Obst ungefährlich ist, aber beim Keks- und Müslivergleich lief es mir kalt den Rücken hinunter. Auf den 30% reduzierten Keks bin ich auch schon reingefallen.... Ich hatte tatsächlich der Packungsversprechen geglaubt... Er schmeckte übrigens dem bekannten Keks sehr ähnlich....

      Zum Glück esse ich meistens nur Vollkornhaferflocken. Aber was die Müslipackung angeht, wurde ich gleich wütend. Wie kann man die Verbraucher nur so verarxxxen?!?

      Isoglukose. Keine Worte. Da kann man nur geschockt sein. Zum Glück trinke ich Cola/Diesel nur selten im Jahr, obwohl ich sie besonders als Diesel gern mag. Ich hoffe, Isoglukose wird deklariert.

      Da wird noch eine ganze Welle auf uns zukommen und ich bin gespannt, ob wir tatsächlich amerikanische Verhältnisse bekommen und sich auch im Erscheinungsbild der Straßen optisch etwas ändert.....

      Ich verstehe nicht, wie in Europa Isoglukose still und heimlich schon 2013 "abgenickt" wurde. Wir waren wohl prostesttechnisch mit Glyphosat & co beschäftigt.....

      Eine Riesenschweinerei das Ganze.

      Hoffentlich boykottieren die Verbraucher die neuen Getränke. Eigentlich dürften sie billiger sein als der Rest der Getränke, aber wer weiß.... Und leider wird es zum Thema der finanziell Schwachen (nicht der Sozial Schwachen, wie es so gern in den Medien heißt), die sich besseres schwer leisten können. Ich gehöre (in auftragsbedingt schlechteren Phasen) manchmal zum freiberuflichen Akademiker-Prekariat und zum Glück brauche ich nicht jede Woche Süßgetränke etc. Mir reicht in der Regel Wasser oder Wasser mit Zitrone oder manchmal einem Schuss Saft. Wasser und ungesüßter Tee wie Yogitee, Verbenentee, selbstgemachter Pfefferminztee oder Ingwertee oder Chai schmeckt doch auch super.