Alles was man hasst, bringt auch nix....

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    • Alles was man hasst, bringt auch nix....

      Ich dachte ja schon immer, dass alles, zu was man sich richtig überwinden muss, wenig ür die Gesundheit von Körper und Geist bringt.
      Damit meine ich nicht den "inneren Schweinehund" , der überwunden wird und hinterher sagt man sich: "O der Sport war soo toll, mache ich gerne wieder."
      Sondern Aktivitäten und Ernährung, die mir vorher, während und hinterher einfach grauslich und ein Zeitverlust erscheinen, da wären Diäten,
      Mannschaftssport und Sport in Gruppen (nicht Sport, den ich ohne Konkurenzdruck ausüben kann) , und nein, ich hasse Kohlsuppe, auch wenn ich mich hundertmal überwinden täte.

      Dieser Zeitungsartikel bestätigt nun mein Bauchgefühl:


      FAZ schrieb:


      Manchen bringt Sport gar nichts
      Gesund essen, Sport machen: Das gilt nicht mehr nur als Lifestyle, sondern wird auch immer häufiger als Therapie eingesetzt. Ob das wirklich Wunder wirkt und gesünder macht, ist noch umstritten.
      faz.net/aktuell/gesellschaft/g…dArticle=true#pageIndex_2

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Früher war es der Aderlass, heute ist es Bewegung.
      Was mich persönlich betrifft, bin ich ähnlich gestrickt wie du. Ich habe Freude an Bewegung, aber dann bitte in meinem eigenen Tempo, in meinem eigenen Biorhythmus. Joggen im Wald gern, aber nicht mit jemand zusammen. Entweder ist der zu schnell oder zu langsam, oder es artet in Wettbewerb aus.
      Der lebenslängliche Wettbewerb hat mich nur krank gemacht. Das muss ich mir nicht noch als Therapie geben.
      Bei meinem Krankheitsbild hat Sport sogar alles noch verschlimmert. So absurd das klingt bei meiner Figur, aber mein Körper hatte keinerlei Reserven mehr, und Sport hat meine ausgelutschten Nebennieren noch mehr erschöpft.
      Es ist allerdings etwas dran an der Behauptung, dass die Muskulatur schwindet, wenn man nur herumsitzt. Wenn man jung ist, merkt man das nicht. Aber mit 80 möchte ich mich gerne noch selber anziehen können. Statt Workout im Fitnesscenter mitsamt Fleischbeschau kann man ja das Bad schrubben, die Wohnung saugen, spontan ein paar Übungen machen.

      Ätsch, aber Kohlsuppe mag ich gern. Mit Chili und Ingwer.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:




      Ätsch, aber Kohlsuppe mag ich gern. Mit Chili und Ingwer.
      ich habe mal die Kohlsuppendiät )*gemacht. Die ersten paar Tage mochte ich sie auch....dann konnte ich sie nicht einmal mehr riechen.....

      )* Die Kohlsuppe wird salzlos zubereitet , und man "darf "sie den ganzen Tag essen, auch zum Frühstück, nix anderes, so große Mengen wie man möchte......

      Nach einer Woche war ich leider kohlsuppengeschädigt. Weißkohl mag ich anfürsich.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
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      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Lisa Cortez schrieb:

      Mannschaftssport und Sport in Gruppen
      Das Wort Sport ist für mich tatsächlich negativ belegt. Oben genannte Arten ganz besonders. Liegt vielleicht am Sportunterricht aus der Schulzeit. Ich hatte seit der vierten Klasse immer, IMMER eine Note 4. Und nicht einmal eine Siegerurkunde bekommen!!!

      Außerhalb der Schule war ich aber gut im Judo und habe meine Jugend im Reitstall verbracht. Auf dem Pferderücken war ich sogar Turnier mäßig erfolgreich.

      Meine Mutter hat versucht mich aus dem Schulsport zu nehmen. So schlimm war das für mich (es lag nicht an den Mitschülern/kein Mobbing). Sogar das Schulamt wurde dazu angeschrieben. NEIN, das ging nicht, sonst würde es Nachamer finden. HA,HA so toll war also der Schulsport (damals in den 80ern, in einer kleinen Schule in Niedersachsen) das die Angst hatten, die Schüler würden lieber Mathe machen als eine Rolle vorwärts. :P

      Ich kann heute noch nicht den Mief einer Turnhalle ertragen. Habe versucht Reha Sport hier vor Ort mit zu machen. Habe ich aufgegeben, ich konnte den Geruch in der Turnhalle nicht ertragen.
    • @ lisa: toller artikel! danke fürs teilen.

      hi wobbler,

      was war ich als kind traurig, als ich die siegerurkunde wegen eines fehlenden punkts nicht bekam....das fand ich echt supergemein und heute finde ich das sehr unpädagogisch..... als kind war ich die beste kletterin der klasse.... heute unvorstellbar, damals konnte ich im blitzumdrehen als einzige am seil bis zur turnhalle klettern, ich kam an allem hoch, auch an glatten stangen....kein hochstand war vor mir sicher....

      obwohl ich im schwimmverein war, und eigentlich passabel geschwommen war, ich konnte auch delphin und mehr als 25 m tauchen, oder vom boden ringe hochangeln und auch den fahrtenschwimmer hatte, das schwimmabzeichen in silber, beim gold scheiterte ich am köpper, bekam ich doch tatsächlich eine 6 im schwimmen. dabei konnte ich richtig gute langstrecken schwimmen, auch später machten mir 2,5 km am stück kein problem.... nur schnellschwimmen lag mir nicht.... als einzige in der klasse konnte ich langstreckenlauf und konnte km am stück laufen, aber das interessierte die notenverteilende lehrerin nicht....in der kurzstrecke war ich gar nicht mal schlecht, aber für eine tolle 3 im sport reichte es dann doch nicht aus..... trotz schwimmverein, turnverein, jazztanzgruppe, trotz superbeweglichkeit, zum spagat fehlte ca. 1 cm...... ich durfte in der oberstufe nicht mehr am sport teilnehmen, weil das meinen abischnitt gefährdet hätte. ich bettelte, unbenotet mitmachen zu können: kein erfolg. dann hätten die anderen ja auch unbenotet mathe mitmachen wollen.... als ob das das selbe gewesen wäre.....

      mein bruder war hochleistungssportler, meine schwester auch extrem begabt, ich kam mir immer wie eine plumpe kuh vor, obwohl ich eigentlich sportlich und untergewichtig war..... paradoxerweise fühlte ich mich sogar noch zu dick....

      jetzt bin ich froh, mit viel selbstsicherheit auch mal zum pilates oder zum yoga zu gehen, obwohl ich mit abstand tatsächlich die schlechteste bin..... egal.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • Sport ist für mich total negativ besetzt.
      Den Spaß an Bewegung hat man mir in der Schule gründlich ausgetrieben.

      Ich war ein dünnes Kind, das sich gerne bewegte und die Tage drausen verbrachte.
      Das auch alles ausprobierte Rad fahren, Rollschuh, Schwimmbad,Klettern....das Freude an Bewegung hatte, wie alle Kinder.

      Als ich in die Schule kam..damals in den frühen 70 ern mußte man zum Sport noch extra Turnkleidung und diese schwarzen Schläppchen anziehen.
      Es gab damals täglich eine Sendung im Kinderfernsehen, da wurde geturnt.Da machte ich gerne mit.
      Ah ja genau- Sport hieß das damals auch nicht..es hieß Turnen

      Dann wurde ich ins Sonderturnen gesteckt.Das gab es damals für Kinder die irgendwie bewegungs"auffällig" oder behindert waren.
      Da mußte ich als Erstklässler extra nachmittags in die Schule und ich war schon mal drausen
      Aus meinem Klassenverband.Ich war anders, ich gehörte nicht dazu.Schul-Sportfeste waren für mich nicht vor gesehen.
      Leider war ich ein super Sensibelchen, dem das was ausmachte, diese Sonderrolle.Es fiel mir so schon schwer mich in die Klasse einzugewöhnen.Ich war Einzelkind, hatte es vor der Schule- ich war nicht im Kindergarten- fast nur mit Erwachsenen zu tun und nun war ich auch noch die Andere, die ins Sonderturnen mußte .
      Warum ist mir übringens schleierhaft und meine Mutter weiß auch nicht, was an mir besonders war.
      Aber der Schularzt befand das und das war denn Gesetz.Auch ohne Begründung.

      Tja mit 9 wurde ich dann auch noch dick und wurde immer gehänselt.Was dazu führte, daß ich unsichtbar sein wollte .Deshalb bewegte ich mich äußerst ungern in der Öffentlichkeit.Also rennen, klettern...was Kinder so machen...das machte ich nur heimlich.
      Und Der Sportunterricht war eine Tortour....

      In all den Jahren bekam ich schlechte Sportnoten ( eh schon fragwürdig, dafür Noten zu vergeben) und hatte nicht einen Lehrer, der das Talent hatte, Kindern Freude an Bewegung zu vermitteln.
      Es ging immer nur um Wettkampf.


      Mich in Öffentlichkeit anders zu bewegen, als langsam zu gehen, ist mir auch heute noch äußerst unangenehm
      Deshalb ist es ein großer Fortschritt, wenn ich jetzt manchmal ins Schwimmbad gehe
      Fahrrad bin ich mit Begeisterung irgendwann alle Wege gefahren.Jetzt nicht mehr .Das Bild , wie die Dicke aufs Fahrrad steigt und kaum wieder runter kommt...das gehört zu "den Bildern" die für mich so Scham besetzt sind, daß ich das dann eben nicht mehr mache.

      Das ist ganz schön bescheuert.Immer wenn ich doch mal Rad fahre , denk ich "wieso machst Du das nicht wieder immer und läufst Dir liebe die Füße platt"!?

      Ich habe auch nie im Leben getanzt. Jedenfalls nicht irgendwo , wo andere Menschen waren.
      Oft hab ich mich gefragt, wie das wohl ist.
      Macht das Spaß?
      Und Schwups habe ich mich wieder als Außenseiter gefühlt, der etwas, was alle machen , nicht "darf".

      Eien runde Freundin ging immer in die Disco . Das war für mich total tabu.Ich hab also auch so Einrichtungen wo junge Leute hingehen, niemals auf gesucht, weil ich war dick und wollte nicht weiter gemobbt werden.
      Das hatte ich in der Schule jeden Tag.

      Jo....man sollte anders rangehen...aber für mich war und ist Sport etwas negatives.

      Deshalb habe ich mir die Erklärung- Rausrede zugelegt, daß die Leute heute sportliche Aktivitäten machen, wo sie früher den Acker umgegraben hätten oder in der Natur ihre Nahrung gejagt.
      Weil sie sich überflüssig gemacht haben, als sie Maschinen erfanden.
      Deshalb brauchen sie jetzt Sport.

      Wenn ich in meinen 4 OG klettere, jeden Tag alle Wege zu Fuß bewältige, immer schweres schleppe...ist das auch Bewegung. :ueberleg:

      :stricken: meine Oma hat ihr ganzes Leben lang nichts gemacht, was offiziell SPORT hieß.
      Trotzdem und bei moderatem Übergewicht wurde sie 93 und ein halbes Jahr alt.
      Das ist mein Vorbild

      :schwimm1: ich brauch kein Sport. Aber wenn ich mal reich bin , miete ich mir ein Schwimmbad für mich ganz alleine.
    • Ich finde Sportunterricht - was früher Turnen hieß - an den Schulen schon wichtig. Gerade heute, wo die Kinder immer mehr in der Freizeit nur noch rumhängen, die einzige Bewegung, der Daumen, der übers Handy wischt. Allerdings sollte auf das Fach nicht mehr benotet werden.

      Ich weiß noch, dass wir uns in der Turnhalle zu Beginn immer der Größe nach aufstellen mussten. Ich war immer das "Schlusslicht", weil ich so klein war und die "Großen" spotteten über mich.
      Die Benotung fand dann in der Weise statt, dass jeder auf der Gummimatte einen Rückwärts-Purzelbaum machen sollte. Wer das nicht geschafft hat, bekam dann eine schlechte Sportnote ?(
      Dass ich (wie Goldkeks oben beschreibt) wie ein Wiesel Stangen hochklettern konnte, während die anderen wie plumpe Säcke auf dem Boden blieben, zählte am Ende nicht.
    • wenn ich Eure Berichte so lese, fällt mir auch wieder manches ein.
      Sportunterricht war absolut gräßlich. Wir mußten immer so Aufschwünge machen am Barren und so. Und über den Bock springen, und über so Kästen.

      Das war vor allem: Leistung. Abarbeiten genau vergebener Soll-Werte.
      Freude an Bewegung war kein Thema.

      Weiß nicht, wie es heute ist - damals jedenfalls war noch nicht in den Lehrplänen oder bei den Sportlehrern angekommen, daß es vielleicht auch unterschiedliche Bewegungs-Typen gibt?

      Es gibt Leute, die gut und ausdauernd laufen, Leute die den Körperbau für Kraftsport mitbringen, Leute die sich lieber tänzerisch bewegen .... und sicherlich noch viele andere "Typen".

      Fatal, wenn man in einer so wichtigen Phase des Lebens alle über einen Kamm schlägt, und damit vielen die Freude und die Lust an der Bewegung für immer austreibt ...
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Hallo,

      ich habe mir mit 10 Jahren bis zum Abitur halbjährlich ein Attest besorgt, dass ich am Sportunterricht nicht teilnehmen musste.
      Ich glaube, hätte ich das nicht bekommen, wäre Schlimmeres passiert: Ich hätte notorisch die Schule geschwänzt oder schon dafür gesorgt, dass ich "sportunfähig" bin ....

      So grausig war für mich dieser Unterricht. Nicht nur die Mitschüler haben gemobbt, sondern gerne und besonders auch die "Sportlehrer".

      Wenn ich heute daran denke: Ein starker durchtrainierter Erwachsener macht eine wehrlose Achtjährige zur Schnecke .... dann werde ich immer noch wütend.

      Ich war als Kind im U- Gewicht, bin Fahrrad gefahren, Rollschuh gelaufen und war eigentlich von Frühling bis Herbst immer nur draußen - wir haben auf dem tiefsten Land gewohnt.

      Ich habe aber keine motorischen Anweisungen: " Mach jenes oder dieses!" befolgen können - heute weiß ich, dass das mit Asperger zusammenhängt- damals hatte eben keiner einen Plan .

      liebe Grüße Lisa

      ich hätte schon Konzepte für Schulsport. Einige US- Schulen haben ein gutes Modell. Sie benoten nämlich
      Einsatz und Fortschritte eines Schülers - nicht die objektive Leistung.

      ispo.com/knowhow/id_76200144/b…e-sport-macht-schlau.html


      Es wäre optimal, wenn man einfach ganz viel ausprobieren könnte an verschiedenen Sportarten. Vielleicht findet man ja das, was Freude macht.
      Leistungsdruck ist aber, um Freude an Bewegung zu fördern, kontraproduktiv. Leider muss an Schulen immer alles benotet werden , ansonsten könnte man die Benotung entweder weglassen oder auf freiwilliger Basis zulassen - es gibt auch Schüler, die mit ihrer Sportnote ihr Zeugnis verbessern.
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: Zu ausführliches Zitat im Sinne von Forenregel Nr. 9 gelöscht.

    • Issi schrieb:

      Es gibt Leute, die gut und ausdauernd laufen, Leute die den Körperbau für Kraftsport mitbringen, Leute die sich lieber tänzerisch bewegen .... und sicherlich noch viele andere "Typen".

      Fatal, wenn man in einer so wichtigen Phase des Lebens alle über einen Kamm schlägt, und damit vielen die Freude und die Lust an der Bewegung für immer austreibt ...
      schön gesagt. sehe ich auch so.

      Lisa Cortez schrieb:

      Wenn ich heute daran denke: Ein starker durchtrainierter Erwachsener macht eine wehrlose Achtjährige zur Schnecke .... dann werde ich immer noch wütend.
      da werde ich auch sauer

      Lisa Cortez schrieb:

      ich hätte schon Konzepte für Schulsport. Einige US- Schulen haben ein gutes Modell. Sie benoten nämlich
      Einsatz und Fortschritte eines Schülers - nicht die objektive Leistung.
      genau so sollte es sein.

      Lisa Cortez schrieb:

      Leistungsdruck ist aber, um Freude an Bewegung zu fördern, kontraproduktiv. Leider muss an Schulen immer alles benotet werden , ansonsten könnte man die Benotung entweder weglassen oder auf freiwilliger Basis zulassen - es gibt auch Schüler, die mit ihrer Sportnote ihr Zeugnis verbessern.
      sport, musik und kunst sollten mit und ohne noten möglich sein, weil sie so wichtig sind für das wohlbefinden.

      ______________

      es tut echt gut, eure erfahrungen zu lesen. vieles scheint gleich gewesen zu sein in den 70ern und 80ern..... ich selber war an einem etwas elitären gymnasium, wo die noten meist 2 noten schlechter waren als woanders. wenn ich mir überlege, was ich alles sportlich konnte, handstand, radschlag, bock springen, bodenturnen, gymnastik, am barren turnen, schneebälle über ein mehrfamilienhaus werfen, beim basketball meistens den korb treffen etc. und es hat trotzdem nur für eine 4 oder 5 gereicht, könnte ich nur noch abkotzen. meine an und für sich nette sportlehrerin war deutsche meisterin und die sportleistungen waren total elitär und nach oben orientiert. woanders hätte ich vielleicht doch eine 2 bekommen.... als ob das heute relevant wäre.... aber es hätte mir als kind gut getan. eigentlich war ich ein ziemlich robust-freundliches kind und ich find es unschön, defizitärer gesehen zu werden, als ich objektiv war.

      @ wilma: ich geh tanzen, war sogar beim ballett und pilates. mir ist es egal, wie ich dabei aussehe.... beim radfahren hab ich auch etwas schwierigkeiten (mittlerweile) mit dem aufsteigen, die bauchschürze "verklemmt sich leicht", aber es geht an und für sich noch gut und mit etwas übung auch wieder besser.... zum glück kann ich noch einhändig fahren und handzeichen geben, wenn ich abbiege... das balancegefühl ist da wie immer, bin eben nur beim aufsteigen leicht unbeholfen. ich versuche lieber nicht zu dichtbefahrene straßen zu fahren und mag es auch nicht, wenn autofahrer mich betrachten, aber meist denke ich: egal, sollen sie ruhig glotzen. und zum glück vergesse ich meist sogar daran zu denken...
    • Maky schrieb:

      Die Benotung fand dann in der Weise statt, dass jeder auf der Gummimatte einen Rückwärts-Purzelbaum machen sollte. Wer das nicht geschafft hat, bekam dann eine schlechte Sportnote
      zu unserer Note im Musikunterricht kam es so.Wir hörten das ganze Jahr Schallplatten.
      Sonst machten wir nichts .Die Auswahl traf der Lehrer.
      Am Ende des Jahres bekamen alle eine 2 .Außer mir.Ich bekam eine 4, weil ich gesagt hatte, wir könnten mal was anderes hören , als das was vor 40 Jahren , als er jung war , in war.

      Issi schrieb:

      Es gibt Leute, die gut und ausdauernd laufen, Leute die den Körperbau für Kraftsport mitbringen, Leute die sich lieber tänzerisch bewegen .... und sicherlich noch viele andere "Typen".

      Fatal, wenn man in einer so wichtigen Phase des Lebens alle über einen Kamm schlägt, und damit vielen die Freude und die Lust an der Bewegung für immer austreibt ...

      Goldkeks schrieb:

      aber es hätte mir als kind gut getan. eigentlich war ich ein ziemlich robust-freundliches kind und ich find es unschön, defizitärer gesehen zu werden, als ich objektiv war.


      Man sollte mal vor jungen Pädagogen einen Vortrag halten, über solche Erfahrungen.
      Da wird bewegungsfreudigen Kindern- jedes Kind ist das- der Spaß an Bewegung so richtig vermiest.

      Und was es in Kinderseelen anrichten kann, wenn man sie ständig als "defizitär" betrachtet, kann man ja z.B. hier sehen.

      Ich will "sie ja nicht schon wieder herholen", aber meine Schwiegertochter, die ja nun Leherin ist, hat das auch super drauf , erst mal nur das Manko den Defizit zu sehen.

      Da frage ich mich, lernen die das in ihrem Studium?

      Andererseits haben sie ihre Mädels auch in einen Naturkindergarten und nun auf die Waldorfschule gesteckt.
      Weil sie nicht wollen, daß sie dem üblichen Leistungsdruck an den Schulen ausgesetzt werden und vor allem, weil ihnen Natur- drausen sein- total wichtig ist .
      Und das Wichtigste was sie ihren Kindern vor allem anderen vermittlen wollen.
      Das war mir auch wichtig.
      Ich hatte noch Glück, mein Sohn wurde Anfang der 80 er geboren. Da gab es noch all die neuen wundersamen "Medien" nicht.
      Ferngesehen wurde bevor er 5 war gar nicht und dann nur die Sendung mit der Maus...und am Sonntag Disney Club..das waren feste Rituale und nicht das was den Alltag bestimmte.
      Wir gingen raus.
      Als er in den Kindergarten kam, meinte der Erzieher, mein Junge wäre einer von den ganz wenigen, die nicht Montags kämen und erst mal einen Vormittag lang den Kindergarten lahmlegen, weil se das ganze WE in der Bude waren , ruhiggestellt mit dem TV und viel Zucker....
      Als er 8 war ging es mit dem Gameboy los.
      Das war schon nervig.Gestern las ich daß schon 60 % der Grundschüler ein Smart haben.
      Oh je.Heute Eltern sein muß schwierig sein. Also da einen Riegel vorschieben....da biste dann ja Rabeneltern, wenn Du Deinem Kind all die wunderbaren Dinge nicht ermöglichst.

      Neulich kam ich an einer Familie vorbei.Kleinkind , vielleicht 2,5 im Buggy hatte ein Smart in der Hand und daddelte in rasender Geschwindikgeit. Die Mutter wollte es ihm wegnehmen.Wah :evil: das war ganz gruslig, wie aggressiv der Kleine reagierte. Der war so auf das Ding fixiert...man sah richtig, daß er süchtig danach ist....also das war keine normale Reaktion, wenn man einem Kind mal was weg nimmt.
      Der Mutter war das auch peinlich.Aber sie überlis ihm dann das Ding....was ja auch ehrlicher war. Den offensichtlich wird er ja seit er was festhalten kann mit dem Ding ruhig gestellt und nun in der Öffentlichkeit so tun, als wäre es nicht so, weil die Leute kritisch gucken....auch nicht pädagogisch sinnvoll.


      Also ich bin froh, daß unsere Mädels anders aufwachsen und das meinem Sohn offensichtlich die Freude an "Natur" so nachhaltig vermitteln konnte, daß er das seien Kindern auch vermitteln will.
      Im Vergleich mit vielen anderen Kindern, die schon im Kleinkindalter mit elektronischen Medien ruhig gestellt werden....sind unsere Mädels motorisch viel geschickter. Kreativer und mutiger.
      Mal vom Nebeneffekt, daß sie selten krank sind abgesehen.


      Es ist ja leider so, daß viele Kinder beim Einschultest , schon Hüpfen auf einem Bein nicht mehr können- so als Beispiel.
    • Lisa Cortez schrieb:

      www.ispo.com schrieb:

      Wie das funktionieren kann, ...
      ispo.com/knowhow/id_76200144/b…e-sport-macht-schlau.html
      Ja, ich weiß, ich bin heute eine Spaßbremse, aber unsere Forenregeln enhalten folgenden Satz (immer schon):

      Forenregel 9 schrieb:

      Sofern Zitate sich nicht vermeiden lassen, sind nur Satzzitate erlaubt und diese auch nur, wenn sie mit einer eindeutigen Quelle versehen werden.
      Mir fällt das nicht zum ersten Mal auf. Bitte verzichtet auf ausfürhliche Zitate. Man kann das, worum es geht, auch kurz in eigenen Worten zusammenfassen und dann den Link setzen. Solche Zitate sind unnötig und können Ärger verursachen.

      Daher werde ich das Forum in Kürze diebezüglich durchforsten.

      Für Berücksichtigung in Zukunft meinen besten Dank vorab.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martina ()

    • Sport, Musik und Kunst sollten wirklich nicht benotet werden. Als Kind konnte ich so gar nicht singen, musste aber trotzdem in der Schule als 7 oder 8 Jährige vor der ganzen Klasse singen. Ich war die Einzige in unserer Klasse, die in Musik eine 3 bekam, nur weil ich nicht singen konnte. Hallo? Ich habe danach für Jahre gar nicht gesungen und singe jetzt nur, wenn ich alleine bin. In der Kirche oder bei Geburtstagen oder so bewege ich nur die Lippen. Und für viele Kinder ist es beim Sport genauso. Ein Mädchen aus meiner Klasse (sie war damals etwas pummelig), konnte einfach keinen Purzelbaum (Rolle) machen und bekam eine schlechte Note. Aber sie hat es immer wieder versucht. Sie wollte es, aber sie hat es einfach nicht geschafft. Hätte man da die Anstrengung benotet, hätte sie sicher eine Eins bekommen.

      Kennt ihr auch noch die Sporttests? Bei uns wurde in der höheren Schule die Note daran vergeben, wie schnell man ein Seil hochklettern und bestimmte andere Übungen machen konnte. Aber wie Lisa Cortez so schön sagte: jeder ist für etwas Anderes bestimmt. Ich hätte lieber getanzt oder Mannschaftssport (Volleyball und Ähnliches) gemacht, anstatt dieses ganze Reck-/Bodenturnen, darin bin ich einfach nicht gut und ich mag es nicht. Wieso kann man Schülern da nicht einfach etwas mehr Auswahl lassen? Es ist ja auch nicht jeder für Mannschaftssport geboren.

      Aber irgendwie kommt Kunst, bzw. Schreiben in vielen Schulen viel zu kurz. Kunst ist in unserer Umgebung Zeichnen oder Malen und selbst da gab es immer eine Vorgabe, was genau gemalt/gezeichnet werden muss. Für eigene Ideen war da nie Platz. Sonst gibt es da nichts. Ich hätte mir in der Schule echt gewünscht, dass es da auch andere Angebote gibt.

      Was denken manche Pädagogen sich dabei bzw. die, die den Lehrplan machen?
    • Chrisy schrieb:

      was denken manche Pädagogen sich dabei bzw. die, die den Lehrplan machen?
      ich durfte als dozentin zukünftige lehrer unterrichten und eine idee mit der ich sie erst verunsichern, dann faszinieren konnte, war die der offenen lernstation. d.h.: im klassenzimmer liegen auf mehreren themen-tischen aufgaben und jeder schüler sucht sich "sein" thema und "seine" aufgaben selbst aus. das prinzip der freiwilligkeit führt einfach zu besseren ergebnissen. und das verrückte: jeder schüler wollte unbedingt auch die aufgaben der anderen kennen lernen.... und so hat sich jeder mit viel mehr aufgaben freiwillig (!) auseinandergesetzt, als er es vorher je für möglich gehalten hätte..... und damit es bei den lehrern wirklich ankommt, mussten sie die offene lernstation am eigenen leib testen.... ;)

      @ wilma: ich bin - gelegentlich - dozentin für zukünftige sozialarbeiter und lehrer und eins meiner hauptziele im hochschulunterricht ist: den defizitären blick verlernen. viele haben ihn drauf, auch sich selbst gegenüber..... das ist schon traurig mitanzusehen, vielleicht ist es etwas "typisch deutsches", immer perfekt-sein-wollen, immer im wettbewerb, gern herablassend sein wollen, heimlich selbst angst haben.....und ich freue mich, wenn ich es schaffe, dass die meisten nach einem intensiven seminar ihre "defizitäre brille verlegen"....dann leuchten die augen viel mehr als vorher und alles ist viel angenehmer, wohlwollender, kreativer. ;)

      oh weh, schon wieder deine schwiegertochter.... die möchte ich wirklich nicht kennen lernen.....so leute hab ich gefressen, positiv finde ich jedoch ihre naturverbundenheit, das ist schon mal etwas wertvolles.

      meine schwester hatte früher ständig die defizitäre brille auf, jetzt hat sie sich zum glück sehr gebessert... und ist toleranter und ausgeglichener geworden; manche müssen sich erheben, weil sie sich innerlich so klein fühlen oder benachteiligt oder unsicher oder gestresst oder überfordert und glauben, ihnen stünde mehr zu als anderen, bei allem, was sie so leisten, wo sie so tüchtig sind.....

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • Goldkeks schrieb:

      ich bin - gelegentlich - dozentin für zukünftige sozialarbeiter und lehrer und eins meiner hauptziele im hochschulunterricht ist: den defizitären blick verlernen. viele haben ihn drauf, auch sich selbst gegenüber..... das ist schon traurig mitanzusehen, vielleicht ist es etwas "typisch deutsches", immer perfekt-sein-wollen, immer im wettbewerb, gern herablassend sein wollen, heimlich selbst angst haben.....und ich freue mich, wenn ich es schaffe, dass die meisten nach einem intensiven seminar ihre "defizitäre brille verlegen"....dann leuchten die augen viel mehr als vorher und alles ist viel angenehmer, wohlwollender, kreativer.
      Das hört sich sehr "schön" an.
      Ich hoffe Deine Arbeit und Dein Engagement trägt Früchte.

      Obwohl...ich war damals positiv überrascht, als mein Sohn in die Schule kam.
      Er hatte eine Lehrerin, die nach langer Kinderpause mit viel Elan zurückkam.
      Es gab Sitzgruppen, Kuschelecke und keinen Frontalunterricht.

      Zu meiner Zeit mußten wir noch aufstehen, wenn der Lehrer rein kam und uns in Reih und Glied aufreihen.

      Meine Enkel gehen ja auf die Waldorfschule.Nicht daß ich da nicht auch eine Meinung dazu hätte oder negative Berichte von ehemaligen Waldörflern kennen würde, aber im Großen finde ich das schon die bessere Art zu unterrichten.
      Eben weil der Einzelne wert geschätzt wird. Es keinen Notendruck gibt, den Kindern die Liebe zur Natur vermittelt wird.....sie kindsein dürfen und über Jahre den gleichen Lehrer, eine feste Gruppe haben.Wenn ich es mir so überlege, ich hatte wirklich Pech mit Schule.Unter anderem habe ich 6 mal die Grundschule gewechselt.Ich bin zweimal eingeschult worden.
      Das lag nicht an mir, das lag daran, daß meine Eltern oft umzogen und nicht nachdachten.
      Sie zogen innerhalb der gleichen Stadt um.Es hätte sicher Wege geben, daß ich auf der gleichen Schule blieb.
      Das habe ich heute noch als schlimm in Erinnerung...immer die neue sein.Ich habe nie eine Chance gehabt dazu zu gehören.Mit 9 wurde ich dann auch noch dick und war sowieso nur noch das Mobbingopfer.

      Und ich habe Lehrer gehabt, die wirklich einen an der Klatsche hatten.
      Der Eien hat uns im Schulhof militärisch antreten lassen und - wir wußten es ja nicht , was er da tat- er hat gerne mal die Hand zum H- Gruß gestreckt.
      Die Andere band Gummibänder an Kinderohren und am Stuhl fest, damit "gerade sitzen" geübt wurde.
      Bei der blieb fast die ganze Klasse sitzen.Erstklässler.
      Sie hat uns Geschichten auf dem Tonband vorgespielt und wir sollten das dann schreiben.Als Erstklässler....
      Die war schon strafversetzt in aller tiefsten Schwarzwald -
      Da kümmerte es so gut wie keine Eltern, was in der Schule ging.
      Mein Vater war der einzige, der sich beschwerte.

      Dann hatten wir eine Englischlehrerin, die die Stunde damit verbrachte uns was ausmalen zu lassen und selbst stand sie in der Ecke hinter einer Schranktüre und schminkte sich...das machte sie jede Stunde.

      Dann hatten wir Frau Jahn.Bei der bekam jeder gute Noten, der ein Musikinstrument konnte.
      Ich erinnere mich an eine traumatische Schulstunde.Ich traute mich nicht vor allen singen und stand lange da genötig "zu ein Männchen steht im Walde.." zu singen.Sonst unterrichtete sie eigentlich nichts.Sie erzählte uns , daß sie als Mädchen immer ohne Höschen unterm Rock vor den Lehrern geturnt hat und dann bessere Noten bekam.Und sie berichtete - wir fanden ihre schmierigen Haare so eklig- daß sie die nur alle drei Monate wäscht, daß sei viel gesünder .
      Frau Jahn war wirklich mehr als eigenartig.

      :( was wohl aus mir geworden wäre, wäre ich nicht so unfähigen Pädagogen begegnet.
    • Goldkeks schrieb:

      den defizitären blick verlernen. viele haben ihn drauf, auch sich selbst gegenüber..... das ist schon traurig mitanzusehen, vielleicht ist es etwas "typisch deutsches", immer perfekt-sein-wollen, immer im wettbewerb, gern herablassend sein wollen, heimlich selbst angst haben.....und ich freue mich, wenn ich es schaffe, dass die meisten nach einem intensiven seminar ihre "defizitäre brille verlegen".
      ach liebe Goldkeks, da sagst Du was ...
      der defizitäre Blick, die defizitäre Brille ...

      ich weiß nicht ob das was typisch deutsches ist. Man kennt diesen Blick schon von den alten Griechen. Da hatte ihn die Göttin Athene drauf, und teilweise auch ihr Vater Zeus. Wer vor ihnen stand und von ihnen "defizitär" angeblickt wurden, versteinerte. Erstarrten zu Stein.

      Man kennt ihn von noch früher, da sagten die Götter, laßt uns Menschen machen.
      Der eine fand, sie seien "sehr gut" gelungen.
      Der andere aber fand, sie seien totale Versager, die man bestrafen müsse. Sünder von Geburt, unfähig das "Soll" und das "Sollst nicht!" einzuhalten. Der fand kein gutes Haar an den Menschen.

      Dieser Blick verschafft vor allem Macht.
      Versetzt das Gegenüber in Angst und Ohnmacht.
      Ich will hier keine Hobby-Psychologie betreiben, aber für mich hat dieser Blick auch was mit Narzissmus zu tun?
      Immer nur den Fehler suchen, immer auf dem Nerv bohren, immer in die Wunde reinpuksen ...

      wäre echt schön, wenn Viele diesen Blick "absetzen" könnten ...
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Issi schrieb:

      ich weiß nicht ob das was typisch deutsches ist. Man kennt diesen Blick schon von den alten Griechen. Da hatte ihn die Göttin Athene drauf, und teilweise auch ihr Vater Zeus. Wer vor ihnen stand und von ihnen "defizitär" angeblickt wurden, versteinerte. Erstarrten zu Stein.
      interessant zu lesen, Issi.

      @wilmastante: da hast du ja echt ein lehrer-horror-kabinett hinter dir..... bei uns gab es auch spezielle lehrer, die in diese kollektion hineingepasst hätten, aber die meisten waren doch recht passabel, mit manchen war man sogar soetwas wie befreundet und ich brachte mal meinem lehrer ein geschenk aus dem urlaub mit..... ich bekomme auch manchmal von schülern geschenke, pralinen, buch, zeichnung, blumentopf.... das find ich ganz rührend, kommt vielleicht 1-2 mal im jahr vor....
    • Liebe Issi,

      etwas ungesunder Ehrgeiz scheint in der Tat etwas typisch Deutsches zu sein.
      Meine kolumbianischen Schüler spielten nur ungern mit den deutschen. Ich fand das diskriminierend und habe sie gefragt, warum.
      Die Antwort war: "Wir spielen einfach, um zu spielen. Aber die deutschen Kinder wollen immer gewinnen. Und wenn sie verlieren, gibt es ein fürchterliches Theater....."

      Ich schließe daraus, der "defizitäre Blick" , der gilt nicht nur für andere - der gilt am meisten für einen selbst.
      Wenn man nicht der Beste ist, geht die Welt unter. Dahinter steckt eine fürchterliche Angst, nicht zu genügen, zu versagen, nicht lieb gehabt zu werden.


      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Liebe Lisa,

      da könnte was dran sein.
      Sowohl an dem ungesunden Ehrgeiz - als auch daran, daß wir uns selbst mit dem defizitären Blick betrachten.

      Ich glaube es ist ganz furchtbar anstrengend, wenn man immer der Beste sein muß, um überhaupt Anerkennung zu finden.
      Und wenn man immer nur das an sich sieht, was man unbedingt noch verbessern muß. Oder was man haßt, weil man nichts dagegen tun kann.

      Wäre schön, wenn es klappt, daß Einige diesen Blick "verlernen", oder wie Goldkeks sagte, wenn sie die defizitäre Brille absetzen.

      Es ist ein bißchen traurig, was Du von Deinen Schülern schreibst. Das bedeutet ja, unseren deutschen Kindern geht so viel Spaß und Freude verloren, und so viel Unbeschwertheit ...

      Ganz liebe Grüße.
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Issi schrieb:

      Es ist ein bißchen traurig, was Du von Deinen Schülern schreibst. Das bedeutet ja, unseren deutschen Kindern geht so viel Spaß und Freude verloren, und so viel Unbeschwertheit ...
      ... die meisten Schüler und Studenten sind schon älter. Ab und zu habe ich Kinder und ältere Leute dabei. Aber ich sprach von meinen Lehramts- und Sozialarbeitsstudenten, die sind dann zwischen 19 und 58 Jahren alt, die meisten sind zwischen 25 und 30.....
    • Goldkeks schrieb:

      .. die meisten Schüler und Studenten sind schon älter. Ab und zu habe ich Kinder und ältere Leute dabei. Aber ich sprach von meinen Lehramts- und Sozialarbeitsstudenten, die sind dann zwischen 19 und 58 Jahren alt, die meisten sind zwischen 25 und 30
      Meine Schüler waren zwischen 6 und 10.

      Issi schrieb:

      Es ist ein bißchen traurig, was Du von Deinen Schülern schreibst. Das bedeutet ja, unseren deutschen Kindern geht so viel Spaß und Freude verloren, und so viel Unbeschwertheit ...
      Wir hatten einige Sitzungen mit den Schulpsychologen, wie wir die Situation ändern konnten. Und teilweise haben wir es geschafft, "unsere" Kinder seelisch so aufzubauen, dass sie es verkrafteten, nicht immer die Ersten zu sein. Es waren ja alles ganz tolle Kinder :)
      Vielleicht war es gerade gut, dass die anderen Schüler das Problem auch benennen konnten, und nicht einfach nur "Die sind halt doof" gesagt haben, wenn ich das im nachhinein überlege, eine reife Leistung von Grundschülern.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lisa Cortez ()

    • Ich hatte eine sehr glückliche Schulzeit und denke gern daran zurück.
      Hier in Deutschland kam meine Tochter einmal heulend mit ihrem Zeugnis der Grundschule
      nach Hause. Und jaulte "Ich habe eine Vier auf dem Zeugnis"
      Meine Schwester war gerade zu Besuch, Mutter von vier Kindern, sagte
      fröhlich: ja, in Sport.
      Meine schaute sehr überrascht, wieso weißt Du das?
      Meine Schwester lachte und sagte, meinst Du irgendein Mitglied unserer
      Familie hätte je eine gute Note in Sport gehabt? Noten für Sport sind
      sowieso Quatsch, gibt es in den meisten Ländern gar nicht. (Stimmt)

      Kind war sofort getröstet. Komischerweise hat sie aber nie wieder eine
      schlechte Note in Sport gehabt, aber es war ihr ab dann vollkommen egal.